Ziemlich viel Jubel
China erholt sich, Japan legt den größten Tagesgewinn in Höhe von 7,7 Prozent seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hin, und auch die Daxianer wollen sich der Jubelstimmung nicht verschließen. Dies zeigt sich auch in der jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt, die ich HIER kommentiert habe. Dort hat der Optimismus der institutionellen Anleger noch einmal, immerhin das dritte Mal in Folge, angezogen und liegt nun mit einem Börse Frankfurt Sentiment-Index von +24 auf dem höchsten Stand seit der Jahresmitte. Damals notierte der DAX knapp über 11.000 Zähler.
Dass sich bislang kein nennenswerter Anteil an institutionellen Börsianern findet, der diese Kursgewinne realisieren möchte – immerhin ist für eine größere Gruppe von Optimisten stichtagsbezogen während der vergangenen drei Wochen ein Buchgewinn von 800 Zählern entstanden – ist durchaus bemerkenswert. Denn als Grund für die jüngste DAX-Erholung wird interessanterweise in erster Linie die Erholung der chinesischen Aktienmärkte gesehen. Märkte, die laut der Investmentbank Goldman Sachs mit umgerechnet mehr als 236 Milliarden US-Dollar während der vergangenen drei Monate von der chinesischen Regierung gestützt werden mussten. Das soll dem Vernehmen nach immerhin mehr als neun Prozent des Gesamtvolumens der in China frei gehandelten Aktien entsprechen. Damit wird nicht nur deutlich, dass die Entwicklung der chinesischen Aktienmärkte mit der dortigen konjunkturellen Entwicklung nicht viel zu tun haben dürfte. Auch ist erstaunlich, dass die für die kommende Woche anberaumte Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) nicht zu einer vorsichtigeren Haltung der Investoren Anlass gibt. Denn mit einer weiterhin derart positiven Entwicklung der globalen Aktienmärkte fehlt den Tauben innerhalb des FOMC ein wesentlicher Grund, sich einem ersten Zinsschritt entgegenzustellen.