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	<title>Behavioral Economics Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Mar 2022 14:16:06 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Auf dem Weg zu Ceannas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 14:13:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CEANNAS]]></category>
		<category><![CDATA[Leadership-Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Kluge Führung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein langjähriger Wegbegleiter Herman Brodie, wie ich seit Jahrzehnten mit nicht nachlassender Intensität von den Erkenntnissen der Behavioral Economics fasziniert, brachte mich vor einigen Monaten mit Don Ledingham zusammen, dem Begründer und Leiter des schottischen Unternehmens „Ceannas“, einer internationalen Leadership-Beratung. Ceannas hat mich sofort fasziniert. Auf der Grundlage von Erkenntnissen aus den Erziehungswissenschaften haben Don Ledingham und sein Stab eine Reihe von ausgesprochen interessanten Analyseinstrumenten entwickelt. Und zwar als Gegenentwurf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-dem-weg-zu-ceannas/">Auf dem Weg zu Ceannas</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Seit Jahrzehnten beschäftige ich mit Finanzmärkten, natürlich immer mit dem Ziel, sie zu verstehen und frühzeitig – am besten vor den anderen – zu wissen, wohin sie sich entwickeln. Dabei habe ich zahlreiche Methoden zur Analyse und Kursprognose ausprobiert, von der ökonomischen Fundamentalanalyse bis zur Charttechnik, aber nichts hat mich wirklich zufriedengestellt und mir die Erklärung des Börsengeschehens geliefert, nach der ich suchte. Bis ich eines Tages begriffen habe: Der Mensch ist der Schlüssel, besser gesagt sein Entscheidungsverhalten, und die psychischen Einflüsse, die dieses Verhalten (ver)formen und prägen. In der <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-finance/" target="_blank" rel="noopener">Behavioral Finance</a></span> fand ich endlich die Antworten auf meine Fragen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Als nächstes erkannte ich, dass die Verhaltensmuster, die die Behavioral Finance beschreibt, auch im Alltag überall zu entdecken sind. Und zwar immer dort, wo Menschen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen; einfach weil sie nicht überblicken können, ob sie damit wirklich die für sie beste Option wählen. Wobei außerdem oft nicht ganz klar ist, worin dieses „Beste“ eigentlich bestehen soll. Das kann den Kauf einer Aktie oder Waschmaschine genauso betreffen wie die Partnerwahl. Oder eben das Management eines ganzen Unternehmens.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neuer Blickwinkel Ceannas<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mein langjähriger Wegbegleiter Herman Brodie, wie ich seit Jahrzehnten mit nicht nachlassender Intensität von den Erkenntnissen der (breiter gefassten) Behavioral Economics fasziniert, brachte mich mit Don Ledingham zusammen, dem Begründer und Leiter des schottischen Unternehmens „<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/ceannas/" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;">Ceannas</span></a></span>“, einer internationalen Leadership-Beratung. Ceannas hat mich sofort fasziniert<strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></span></strong><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"></a></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf der Grundlage von Erkenntnissen aus den Erziehungswissenschaften haben Don Ledingham und sein Stab eine Reihe von ausgesprochen interessanten Analyseinstrumenten entwickelt. Und zwar als Gegenentwurf zu den in der Unternehmensberatung gerne verwendeten psychometrischen Modellen, die versuchen, Führungskräfte entsprechend ihrer Persönlichkeit Etiketten anzuheften und in verschiedene Schubladen einzusortieren. Mit der Folge, dass Führungskräfte auf ein enges Spektrum von Verhaltensweisen festgelegt werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Führung (Leadership) kann erlernt werden</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ceannas verfolgt einen ganz anderen Ansatz: Interessant ist nicht nur, wer Du bist, sondern wer Du werden kannst! Führung kann erlernt werden und ist kein Privileg derjenigen, die angeblich „zum Führen geboren“ sind. So vertritt Ceannas die Auffassung, dass die Art und Weise, wie jemand führt, in erster Linie seinem freien Willen unterliegt und das Ergebnis von bewussten Entscheidungen, Training und Expertise sein kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Den Kern dieser Überzeugung bildet das Ceannas-Konzept der „klugen Führung“, das Führungskräfte dazu befähigt, für jede Situation die am besten geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse des Einzelnen und der gesamten Organisation in Einklang zu bringen und so für beide einen langfristigen Mehrwert zu schaffen. Es geht also auch darum, bessere Entscheidungen zu treffen und psychologische Irrtümer oder Einstellungen, die diese Entscheidungen ungünstig beeinflussen könnten, möglichst auszuschalten. Und genau hierin besteht eine große Schnittmenge mit den Erkenntnissen der Behavioral Economics.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Mein Angebot</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ob Ceannas oder Behavioral Economics: Beide haben mich gelehrt, dass manchmal kleine Verhaltensänderungen reichen, um das Ergebnis exponentiell zu verbessern. Deswegen habe ich das Ceannas-Programm als neuen Bestandteil in mein Angebot (<span style="color: #ff0000;"><strong><a style="color: #ff0000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/ceannas-coaching/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) und (<strong><span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/fuehrung-nach-mass/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong>) übernommen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> </span></strong>Der Name Ceannas kommt ursprünglich aus dem Schottisch-Gälischen und bedeutet so viel wie „Führung“.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein wichtiger Stupser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2017 14:17:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anstupsen]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nudging]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Thaler]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsnobelpreisträger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, als das Kanzleramt vor ein paar Jahren gleich drei Stellen für Referenten mit Kenntnissen in Psychologie, Anthropologie und Verhaltensökonomik ausschrieb. Damals war ich überrascht, wie viele hämische Kommentare diese Stellenausschreibung provoziert hatte. Da verkündete die „Bild“-Zeitung: „Merkel will Psycho-Trainer anheuern“, während stern.de besorgt fragte, ob die Kanzlerin wohl [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, als das Kanzleramt vor ein paar Jahren gleich drei Stellen für Referenten mit Kenntnissen in Psychologie, Anthropologie und Verhaltensökonomik ausschrieb. Damals war ich überrascht, wie viele hämische Kommentare diese Stellenausschreibung provoziert hatte. Da verkündete die „Bild“-Zeitung: „Merkel will Psycho-Trainer anheuern“, während stern.de besorgt fragte, ob die Kanzlerin wohl auf die Couch müsse; sogar von einem möglichen Burnout Merkels war die Rede. In vielen Reaktionen klang an, dass man die Aufstockung des Beraterstabs im Kanzleramt als Anzeichen für eine wachsende Ratlosigkeit der Regierenden deutete, so als suchten diese verzweifelt nach einem Ausweg aus der Alternativlosigkeit der eigenen Politik. Zahlreiche Bürger ließen zudem unverblümt durchblicken, dass sie von Psychologie nichts halten. So gaben damals im Jahre 2014 in einer Umfrage von t-online etwa zwei Drittel von 1926 Teilnehmern an, dass sie es als unsinnig ansähen, wenn Psychologen den Politikern dabei helfen, neue Strategien für „wirksameres Regieren“ zu entwickeln.</p>
<p>Immerhin war damals andernorts der Grundstein einer verhaltensorientierten Politikberatung schon längst gelegt worden. So hatten etwa der Ökonom Richard Thaler und der Jurist Cass Sunstein die so genannte Methode des „Anstupsens“ im Jahre 2008 in ihrem Buch „Nudge“ eindrucksvoll dargestellt. Unter „Nudge“ versteht man das geschickte Platzieren von Anreizen und Argumenten, um auf diese Weise dem Bürger einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, damit er „bessere“ Entscheidungen trifft. Dadurch sollen unter anderem langfristig die Staatsausgaben gesenkt werden. Denn es zeigt sich immer wieder, dass viele Menschen, sobald sie auf sich selbst gestellt sind, Entscheidungen treffen, die man nicht gerade als optimal bezeichnen möchte. Oft sind sie sich nämlich nicht über ihre Motive im Klaren, wodurch sie beeinflussbar werden.</p>
<p>Diese auch als „libertärer Paternalismus“ bezeichnete Methode ist jedoch immer noch bei vielen traditionellen Volkswirten verpönt, weil der Staat ihrer Meinung nach im Wortsinne nur das Beste von seinen Bürgern möchte und diese angeblich durch psychologische Tricks dahingehend manipuliert, ihm das auch zu geben. Im Grunde versucht die Politik beim so genannten Anstupsen jedoch lediglich, eine Entscheidungssituation argumentativ so aufzubereiten, dass das Handeln der Menschen unmerklich in die richtigen Bahnen gelenkt wird, ohne dabei die Freiheit des Einzelnen wirklich anzutasten. Tatsächlich macht der libertäre Paternalismus den Entscheidern aber keinerlei Vorschriften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nobelpreis für Pionier der Verhaltensökonomie</strong></p>
<p>Ob nun der libertäre Paternalismus ethisch einwandfrei ist oder nicht – darüber kann man durchaus diskutieren. Was jedoch von Befürwortern wie Kritikern gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass auch der Status quo und die damit verbundene Fortführung vergangener Entscheidungen auf einer bestimmten oder gelenkten Präsentation eines Sachverhalts beruht. Vielleicht wurde auch hier schon mit einem „Schubs“ nachgeholfen. Marketingstrategen gibt es nicht erst seit gestern.</p>
<p>Ich weiß nun nicht, was aus den ausgeschriebenen Stellen im Kanzleramt geworden ist. Aber ich habe mich ganz besonders gefreut, als ich hörte, der Ökonom Richard Thaler werde den Nobelpreis für Ökonomie erhalten. Damit wird mit Thaler nach Daniel Kahneman (2002) und Robert Shiller (2013) ein weiterer Pionier der so genannten Behavioral Economics ausgezeichnet – ein wiederholtes Signal an die Standardökonomie, sich mehr mit den systematisch auftretenden psychologischen Einflüssen auf die Ökonomie und die Finanzmärkte auseinanderzusetzen. So gesehen war der Nobelpreis für Thaler ein Stups in die richtige Richtung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Beispiel aus der Praxis</strong></p>
<p>Zum Glück muss ich im Rahmen der Stimmungserhebungen, die ich in jeder Woche in Zusammenarbeit mit der Börse Frankfurt durchführe, niemanden mehr von der Sinnhaftigkeit der Verhaltensökonomik überzeugen. Denn es handelt sich bei dieser Umfrage durchaus um eine aufschlussreiche und mitunter profitable praktische Anwendung dieser mich stets von neuem faszinierenden wissenschaftlichen Disziplin. Die jüngste Sentiment-Umfrage habe ich übrigens <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Die-Lust-verloren-2310456" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> schriftlich und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e4xael34HXQ" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #00ff00;"><strong>DORT</strong></span></a> mündlich kommentiert.</p>
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		<title>Moral ist relativ</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2015 11:01:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[absolute Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
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		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>VW drohen Strafen in Milliardenhöhe, mancherorts ist bereits die Rede von 18 Milliarden US-Dollar. Egal, wie hoch am Ende der Betrag sein wird, den VW zahlen muss, weil die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) dem Autobauer vorwirft, bei der Ermittlung von Abgaswerten seiner Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben – die zur Diskussion stehende Größenordnung erinnert durchaus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>VW drohen Strafen in Milliardenhöhe, mancherorts ist bereits die Rede von 18 Milliarden US-Dollar. Egal, wie hoch am Ende der Betrag sein wird, den VW zahlen muss, weil die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) dem Autobauer vorwirft, bei der Ermittlung von Abgaswerten seiner Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben – die zur Diskussion stehende Größenordnung erinnert durchaus an die Skandale im Investmentbanking. Und wenn in der heutigen Ausgabe der „Financial Times“ John Gapper in seiner Kolumne die drei gefährlichsten Wörter im Geschäftsleben: „Jeder macht das“ zitiert, zeigt dies, dass die für den Skandal Verantwortlichen möglicherweise gar kein Bewusstsein dafür haben, etwas Unrechtes getan zu haben. Abgesehen davon, haben bereits schon vor VW auch andere Autohersteller durch kleinere oder größere Tricksereien dafür gesorgt, dass Dieselfahrzeuge ihrem Ruf, umweltfreundlich und niedrig im Kraftstoffverbrauch zu sein, gerecht wurden. Auch ist die Autoindustrie nicht allein, wenn es darum geht, Vorschriften und Regeln großzügiger als von ihren Erfindern gedacht auszulegen.</p>
<p>Einer fängt ganz klein damit an, und der harte Konkurrenzkampf, Kostendiktate oder auch interne Belohnungssysteme sorgen dafür, dass so ein unethisches Verhalten salonfähig wird. Und weil das alle tun, weil es scheinbar zur sozialen Norm wird, bekommen solche Tricks sogar den Anstrich des Legalen. Mit anderen Worten: Wie Menschen ihr eigenes Verhalten moralisch bewerten, hängt stark von den sozialen Normen ab, die in ihrem Umfeld herrschen. Deswegen wird auch niemand seine Handlung als unethisch empfinden, wenn er stets nur macht, was alle anderen auch tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Overconfidente Sünder?</strong></p>
<p>Problematisch wird es allerdings, sobald die Öffentlichkeit Wind davon bekommt. Schnell ist man dann – und auch meine erste Reaktion fiel ähnlich aus – mit Kommentaren zur Hand: „Wie kann man denn so blöde sein und glauben, nicht erwischt zu werden?“ Auch mag man aus verhaltensorientierter Sicht schnell dazu bereit sein, den Beschuldigten nachzusagen, sie seien in dem Vertrauen darauf, nicht erwischt zu werden, wohl etwas zu overconfident (= ein zu starkes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten) gewesen. Aber diese Sichtweise mag zu kurz greifen.</p>
<p>Tatsächlich geht es um die unterschiedliche Wahrnehmung dessen, was ethisch korrekt ist. Diese Bezugspunkte sind nämlich bei den Sündern andere als bei denjenigen, die sie erwischen und am Ende verurteilen. So mag es schon im Testlabor anfangen, wenn möglicherweise nicht ganz vorteilhafte Ergebnisse ein bisschen geschönt werden, um vor dem Chef gut dazustehen. Und es mag auch verständlich sein, wenn man mit möglichst geringen Kosten gesetzliche Vorschriften erfüllen möchte. Diese kleinen Verfehlungen, die sich mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, werden von den Betroffenen manchmal sogar unbewusst und erst recht ohne schlechtes Gewissen begangen. Eigentlich müssten Gewissensbisse doch mit der Größe der Verfehlung mitwachsen. Stattdessen bewegt sich der Bezugspunkt, der die Grenze zwischen Recht und Unrecht markiert, mit der Akzeptanz innerhalb des eigenen sozialen Umfelds, etwa innerhalb des Unternehmens, in dem man beschäftigt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Relativ schlechtes Gewissen</strong></p>
<p>Dieser Bezugspunkt, die Grenze zwischen Recht und Unrecht, stellt sich für Außenstehende ganz anders dar, weil er sich für sie in der Zwischenzeit nicht bewegt hat. Stattdessen gehen diese davon aus, dass Recht und Gesetz eingehalten werden, sie nehmen, wenn ein Gesetzesbruch aufgedeckt wird, für sich eine absolute Moral in Anspruch, während die Sünder im Laufe der Zeit ihre eigenen moralischen Ansprüche relativiert haben.</p>
<p>Ethik kommt immer dann ins Spiel, wenn Verluste entstanden sind, weil jemandes Verhalten unterhalb des allgemeingültigen Standards der sozialen Normen einer Gesellschaft als Ganzem liegt. Um solche Situationen zu vermeiden, genügt es jedoch nicht, sich auf Vorschriften und Regulierungen zu verlassen. Vielmehr müssen wir erkennen, dass es keine absolute Moral gibt. Außerdem sollten wir zu verstehen versuchen, warum Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie selbst nie für möglich gehalten hätten. So ließe sich Fehlverhalten besser bekämpfen – ein Ziel, dem sich die so genannten Behavioral Ethics verschrieben haben.</p>
<p>Situationsabhängige Einflussfaktoren, die schleichende Veränderung von Normen im Laufe der Zeit können übrigens uns alle korrumpieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mal wieder Abgeschaltet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 16:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
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		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Hitliste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, fühlte ich mich angesichts der Informationsmenge schon fast ein bisschen hilflos. Ich gewann den Eindruck, dass in jeder Investmentbank, die etwas auf sich hielt, mindestens zwei Conference Calls zum Thema Griechenland für die Kunden abgehalten wurden. Um dann letztlich nur eine, zwei oder drei der unzähligen Facetten zu beleuchten, die sich aus den Folgen des „Nein“ der Griechen zum Reformprogramm ergeben könnten. Szenarien, die aufgrund der Verkettung ihrer zugrundeliegenden miteinander verbundenen Informationseinheiten ohnehin nur eine geringe Wahrscheinlichkeit haben dürften, tatsächlich einzutreten. Mit anderen Worten: Mir ist wahrscheinlich wie vielen anderen Marktteilnehmern bei all dem teils (unnötigen) Aktionismus alles zu viel geworden –</p>
<p>Ich habe abgeschaltet.</p>
<p>Und dann fiel mir siedend heiß ein, dass schon wieder ein Quartal vorübergezogen ist, weswegen eine kleine Rückschau angesagt war, welche Themen in unserem Blog in den vergangenen drei Monaten besonders häufig abgerufen wurden. Dabei hat sich die im ersten Quartal bereits begonnene Tendenz unter den Lesern fortgesetzt, sich nicht wie früher vornehmlich für Marktthemen zu interessieren. So brachte es etwa der Beitrag „<em><u><a href="https://www.joachim-goldberg.com/billig-billig-uber-alles/">Billig, billig, Uber alles</a>…</u>“</em> (16. Juni) auf den dritten Platz der meistgelesenen Blogs, der sich mit den Folgen des Dumpings bis hin zum Negativ-Lohn auseinandersetzt.</p>
<p>Das Thema Glück scheint in den vergangenen Monaten immer mehr im Kommen zu sein, was sich auch im Beitrag vom 5. Mai „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/">Was uns (angeblich) glücklich macht</a>“</em> zeigt, der Platz zwei unserer internen Hitliste belegte. Mit Abstand die meisten Leser zog jedoch „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/aufs-falsche-gleis-gestupst/">Aufs falsche Gleis gestupst</a>“ </em>an, der sich mit den Tücken der mentalen Kontoführung beschäftigt und wieder einmal meinen alten Grundsatz bestätigt, dass Wohlbefinden Geld kostet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mal-wieder-abgeschaltet/">Mal wieder Abgeschaltet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Herumgeschubst</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/herumgeschubst/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2015 07:34:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugsrahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Nudgin]]></category>
		<category><![CDATA[Status-quo-Bias]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ganz neu ist das Thema „Nudging“ nun wirklich nicht mehr. Auch ich selbst habe mich dazu bereits mehrfach geäußert (<span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-couch-ins-kanzleramt/"><strong>HIER</strong></a></span>, <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/berater-bashing/"><strong>HIER</strong></a></span> und <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/bose-schubser/"><strong>HIER</strong></a></span>).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/herumgeschubst/">Herumgeschubst</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz neu ist das Thema „Nudging“ nun wirklich nicht mehr. Auch ich selbst habe mich dazu bereits mehrfach geäußert (<span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-couch-ins-kanzleramt/"><strong>HIER</strong></a></span>, <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/berater-bashing/"><strong>HIER</strong></a></span> und <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/bose-schubser/"><strong>HIER</strong></a></span>). Jetzt hat sich auch Dieter Schnaas von der Wirtschaftswoche (unter dem Titel „Gütiger Himmel!“<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>) Gedanken darüber gemacht, wie die Politik mithilfe der Verhaltensökonomie den freien Bürger zum psychopolitischen Objekt degradiert. Damit gesellt sich Schnaas zu der großen Gruppe von traditionellen Volkswirten, die sich gegen eine Politik des so genannten Anstupsens („Nudging“), also gegen einen solchen sanften Paternalismus wehren.</p>
<p>Darunter versteht man die Methode, in der Politik mit geschicktem Anreizen und Argumenten den Bürgern einen Anstoß in die richtige Richtung zu geben, damit sie „bessere“ Entscheidungen treffen. Gleichzeitig bleibt die Freiheit des Einzelnen erhalten, zumal der sanfte Paternalismus den Entscheidern keine Vorschriften macht, was sie zu tun haben. Allerdings kann die beim Nudging häufig benutzte Technik, einen Sachverhalt nicht zu verändern, aber anders darzustellen, großen Einfluss auf das subjektive Empfinden der Menschen ausüben. Gerade weil Menschen nun einmal Verluste schwerer bewerten als Gewinne in gleicher Höhe, spielt es eine wesentliche Rolle, ob man ein Glas als halb voll oder halb leer präsentiert. Mithin als relativen Gewinn oder relativen Verlust.</p>
<p>Natürlich mag Dieter Schnaas – möglicherweise sogar mit einigem Recht – bemängeln, dass Volksvertreter mit dem Geld ihrer Bürger Verhaltensexperten einstellen, denen sie dann den Auftrag erteilen, diejenigen, die ihre Gehälter bezahlen, in gewisser Weise zu „manipulieren“. Und weil die so genannten Nudge-Apologeten angeblich auch noch gleich den Homo Oeconomicus zu Grabe getragen haben, gelten sie ihm als besonders üble Zeitgenossen. Allerdings ist dessen „Leiche“ nicht erst seit dem Ausbruch der Finanzkrise „zur Schändung freigegeben“ wie der Autor des Essays es etwas sehr makaber ausdrückt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aufklärung statt Hexerei</strong></p>
<p>Schon als der Nobelpreisträger Daniel Kahneman gemeinsam mit seinem damaligen Kollegen Amos Tversky vor mehr als 30 Jahren beweisen konnte, dass Menschen mit Verlusten und Gewinnen unterschiedlich umgehen, hätte das dem künstlichen Konstrukt des Homo Oeconomicus einen Todesstoß versetzen müssen. Denn es ist die für nahezu alle Menschen typische Verlustaversion, die dafür verantwortlich ist, dass man nicht gerne ein Gut gegen ein anderes eintauschen möchte, auch wenn beide gleichwertig sind. Der Verlust dessen, was man hergibt, wiegt schwerer als die Freude über das, was man dafür bekommt, und dies ist ein Grund, weshalb eine große Mehrheit von Entscheidern den Status quo gegenüber einer aktiven Entscheidung bevorzugt. Und genau diese Erkenntnis kann man sich zunutze machen, wenn man Menschen zu für sie „besseren“ Entscheidungen anstupsen möchte.</p>
<p>Was jedoch bei der ganzen Diskussion unter den Tisch fällt, bleibt die Tatsache, dass selbst der Status quo einst einmal festgelegt worden sein muss. Und damit verbunden die Fortführung einer früheren Entscheidung, die auf der Präsentation eines bestimmten Sachverhalts beruht. Ein Sachverhalt, der etwa von Marketingstrategen bewusst und womöglich sogar manipulativ dargestellt wurde, oft ohne dass die Betroffenen etwas davon gemerkt haben.</p>
<p>Wer jedoch Behavioral Economics mit der Methode einer gezielten Sinnestäuschung gleichsetzt, handelt nicht nur polemisch. Denn diese immer noch recht junge Wissenschaftsrichtung beinhaltet weit mehr als die Strategie des Nudging und als sanften Paternalismus. Wer sich außerdem darüber beschwert, dass Nudging nur das gemeine Ausnutzen einer Illusion sei und die Erkenntnisse der Behavioral Economics als zersetzend empfindet und als vermeintliche Gralslehre lächerlich zu machen versucht, verpasst eine wichtige Chance. Denn das beste Gegenmittel gegen die beklagte Einflussnahme des Staates ist immer noch Aufklärung, und diese sollte man besser betreiben, statt die wichtigen Erkenntnisse der Wirtschaftspsychologie als Hexerei und faulen Zauber zu denunzieren.</p>
<p>Und zur Aufklärung, wie Menschen tatsächlich wahrnehmen und entscheiden, tragen die Erkenntnisse der Behavioral Economics entscheidend bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Wirtschaftswoche Nr. 13 vom 23. März 2015</p>
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		<title>Wochenausblick vom 8. Dezember 2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 07:19:29 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Behavioral Economics auf dem Vormarsch ist und weltweit eine immer größere Bedeutung erlangt, zeigt der Jahres-Entwicklungsbericht 2015 der Weltbank. Dieser beschäftigt sich eingehend mit Erkenntnissen und Anwendungsmöglichkeiten der Behavioral Economics in der Praxis der Entwicklungspolitik. Der Report ist Anfang Dezember unter dem Titel &#8222;Mind, Society, and Behavior&#8220; (<span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.worldbank.org/en/news/feature/2014/12/02/world-development-report-2015-explores-mind-society-and-behavior">HIER</a></strong></span>) erschienen.</p>
<p>Meinen neuesten Wochenausblick (Goldbergs Wochenausblick), den ich allwöchentlich für die WGZ-Bank für DAX und EURO STOXX 50 erstelle, können Sie wie immer <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">HIER</a></strong></span> abrufen. Die heutigen Themen: <em>Dissens und drohende Demontage</em> und <em>Ölpreise halten EZB auf Trab</em>.</p>
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		<title>Trotz Farbfernsehen und HD: Viele bevorzugen schwarz-weiß</title>
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		<pubDate>Fri, 16 May 2014 08:42:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang des Monats habe ich mich mit Frank Meyer, Börsen-Moderator von n-tv und Herausgeber der Metallwoche, in einem Frankfurter Park getroffen, abseits der Börse in der Nähe eines großen Springbrunnens. Die erste Assoziation die man dann hat, mögen sprudelnde Geldquellen sein, aber wir haben uns eigentlich weniger über dieses Thema unterhalten, sondern vor allen Dingen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang des Monats habe ich mich mit Frank Meyer, Börsen-Moderator von n-tv und Herausgeber der Metallwoche, in einem Frankfurter Park getroffen, abseits der Börse in der Nähe eines großen Springbrunnens. Die erste Assoziation die man dann hat, mögen sprudelnde Geldquellen sein, aber wir haben uns eigentlich weniger über dieses Thema unterhalten, sondern vor allen Dingen über ein paar interessante Beobachtungen am Finanzplatz Frankfurt und den derzeitigen Trend, alles nur noch in schwarz und weiß zu denken und auszudrücken. Zwischentöne herauszufinden erfordert Zeit und Geld und vor allen Dingen eine Menge Arbeit. Und manchmal auch den guten Willen, sich in andere hineindenken zu können. Im einem zweiten Teil dieses Gesprächs, das Sie <strong><a href="http://www.metallwoche.de/joachim-goldberg-auf-der-metallwoche-raus-aus-der-schwarz-weiss-denke/">hier</a></strong> abrufen können, geht es dann über die Psychologie der „Goldbugs“ und den langfristigen Trend des gelben Metalls.</p>
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		<title>Zwischen Märkten und Hedonismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 15:17:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise mache ich keine Werbung, wenn es um Konsumgüter geht. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, heute auf einen Artikel im manager magazin online hinzuweisen (hier), der sich mit libanesischen Wein beschäftigt. Ich finde den Beitrag deswegen so interessant, weil ich meinen eigenen Weinkonsum überwiegend auf Bordeaux-Weine begrenzt habe und normalerweise nicht allzu viele [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise mache ich keine Werbung, wenn es um Konsumgüter geht. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, heute auf einen Artikel im manager magazin online hinzuweisen (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.manager-magazin.de/lifestyle/genuss/weine-aus-dem-libanon-wo-schon-phoenizier-und-jesuiten-kelterten-a-960796.html">hier</a></span>), der sich mit libanesischen Wein beschäftigt. Ich finde den Beitrag deswegen so interessant, weil ich meinen eigenen Weinkonsum <span id="more-7074"></span>überwiegend auf Bordeaux-Weine begrenzt habe und normalerweise nicht allzu viele Alternativen an mich heranlasse. Manch einer mag dies für engstirnig halten, gerade weil andere Regionen dieser Welt in Sachen Wein ebenfalls sehr reizvoll und längst nicht so teuer sind wie manche Premier Cru.</p>
<p>Warum aber dann ausgerechnet Libanon? Vor einigen Jahren hatte ich das Vergnügen bei einer Bordeaux-Weinprobe einen so genannten Piraten<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> untergeschmuggelt zu bekommen, der sich hinterher als ein fantastischer Chateau Musar herausstellen sollte. Seitdem habe ich mich mit diesem libanesischen Wein, der übrigens unter Weinliebhabern nicht unumstritten ist, intensiv befasst und mit lieben Freunden immer wieder tolle Verkostungserlebnisse haben dürfen. Verbunden mit orientalischem Essen ist das ein Hochgenuss. Und im Vergleich zu den manchmal überteuerten Bordeaux (Achtung, hoher Anker!) eine relativ (ich betone <i>relativ</i>) günstige Alternative.</p>
<p>Natürlich werden Sie sich jetzt fragen, was dies mit Behavioral Finance bzw. Behavioral Economics zu tun hat. Letztlich habe ich mich mit diesen Fachgebieten vor allen Dingen deswegen beschäftigt, weil ich zum einen Finanzmärkte verstehen und meine Erfahrungen damit weitergeben möchte. Zum anderen geht es mir aber auch darum, die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens zu nutzen.</p>
<p>Wen jedoch meine hedonistischen Ausflüge nicht so sehr interessieren, dem darf ich – wie übrigens auch den anderen Lesern – meinen heute zum ersten Mal für die WGZ Bank als Newsletter publizierten <i>Goldbergs Wochenausblick</i> zu DAX<sup>®</sup> und EuroStoxx50<sup>®</sup> ans Herz legen, den Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">hier</a></span> abrufen können und der in Zukunft montags erscheinen wird. Daneben wird es an jedem dritten Donnerstag im Monat eine Kolumne <i>Goldbergs Thema des Monats</i> geben, die sich mit einem ausgewählten Sonderthema aus der Welt der Finanzmärkte mit Schwerpunkt auf die Behavioral Finance befassen wird.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Das ist bei einer Blindverkostung ein Wein, der zum Motto der Veranstaltung passt, den anderen Weinen der Verkostung zum Verwechseln ähnlich ist, aber dennoch ganz woanders her stammt.</p>
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		<title>Bücher sind uncool</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 07:36:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Finanzliteratur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Werbespot, der bereits seit einigen Monaten immer wieder auf einigen Fernsehkanälen zu sehen ist, regt mich ganz besonders auf. Er ist Bestandteil einer Kampagne der Direktbank Cortal Consors, ist in schwarz-weiß gedreht und scheint auf den ersten Blick sogar recht lustig zu sein. Gezeigt wird eine Buchhandlung, in der ein von den Büchern offensichtlich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Werbespot, der bereits seit einigen Monaten immer wieder auf einigen Fernsehkanälen zu sehen ist, regt mich ganz besonders auf. Er ist Bestandteil einer Kampagne der Direktbank Cortal Consors, ist in schwarz-weiß gedreht und scheint auf den ersten Blick sogar recht lustig zu sein. Gezeigt wird eine Buchhandlung, <span id="more-6904"></span>in der ein von den Büchern offensichtlich überforderter Börsenanfänger von einem Angestellten in Sachen „aussagekräftige Finanzliteratur“ beraten wird. Der Kunde hält das Buch an sein Ohr, lässt es auf und zu schnappen und erklärt dem Verkäufer: „Sagt mir gar nichts. Oder hören Sie etwas?“ Die erste Assoziation, die dieser Spot bei mir hervorrief, war: Bücher lesen ist altmodisch und bringt nichts. Und so mag es vielen anderen Menschen, besonders aber Jugendlichen und Schülern, beim Genuss dieses Werbespots auch ergangen sein. Mit der Schlussfolgerung: Lesen ist out und uncool.</p>
<p>Jetzt könnte man natürlich einwenden, Erfolg in den Finanzmärkten könne sich ja auch niemals der Lektüre von Fachbüchern verdanken, sondern sei vielmehr eine Frage von Erfahrung. Ich selbst kann mich noch daran erinnern, dass ich während meiner ersten Tagen als Devisenhändler einen Kollegen nach einschlägiger Literatur fragte und dieser mir mit einem Achselzucken entgegnete: „Das brauchst du nicht, wir machen hier learning by doing.“ Am Ende habe ich genau auf diese Weise meinen Beruf erlernt, aber während der Ausbildung stand mir ja auch immer jemand zur Seite, der mich im Zweifel an die Hand nahm und vor allzu großen Dummheiten bewahrte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Probleme mit der Prozentrechnung</b></p>
<p>Dieses Glück haben viele Normalverbraucher nicht. Die Wirtschafts- und Finanzbildung ist vielerorts schlecht, und die Menschen haben Probleme mit der Prozentrechnung oder dem Zinseszinseffekt. Oft haben sie keine Ahnung davon, wie sich Preise durch Angebot und Nachfrage bilden und verändern, geschweige, dass sie Produkte verstehen, die sie von ihren Vermögensberatern angeboten bekommen. Eine große Mehrheit – so vermute ich – hat schlicht keine Lust, sich mit Geld und Finanzen auseinander zu setzen, obgleich ihnen immer mehr Eigenverantwortung für die Altersversorgung zugemutet wird.</p>
<p>In den USA hat man immerhin als Folge der Finanzkrise eine Bundesbehörde für Finanz-Erziehung eingerichtet, weil man Analphabetismus in Finanzangelegenheiten als eine der Hauptursachen für die große Rezession ansieht. Und tatsächlich erscheint es auf den ersten Blick sinnvoll, dass die Bürger in Sachen Geld und Finanzen ausgebildet sind. Aber die Hauptursache für die große Rezession in den USA bestand jedoch nicht nur in einer unkontrollierten Vergabe von Hypotheken oder intransparenten strukturierten Produkten der Investmentindustrie. Neben der Unwissenheit des Durchschnittsamerikaners spielten auch die Gier und das Unvermögen, die finanziellen Möglichkeiten adäquat einschätzen zu können, eine große Rolle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Behavioral Economics auf den Lehrplan</b></p>
<p>Doch die Theorie um Geld und Finanzen wirkt für viele grau und langweilig. Wer beschäftigt sich schon gerne mit ökonomischen Gesetzmäßigkeiten oder mathematisch-statistischen Rechnungen, zumal, wenn das Erlernte ohnehin nicht sofort in der Praxis angewendet werden kann. Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn etwa eine Meta-Studie in den USA <a title="" href="#_ftn1">[1]</a> zu dem Schluss kommt, dass Erziehung in Finanzdingen einen vernachlässigbaren Einfluss auf die damit einhergehenden Entscheidungen ausübt.</p>
<p>Hoffentlich bekommen die deutschen Kultusminister keinen Wind davon! Zumal deren Mehrheit Ökonomie im Lehrplan lediglich als Ergänzung anderer Fächer sieht. Tatsächlich erkenne auch ich wenig Sinn darin, jungen Menschen lediglich die Erkenntnisse der Standardökonomie zu vermitteln. Denn es reicht beileibe nicht aus, zu wissen, wie ökonomisch sinnvolle Finanzentscheidungen aussehen sollen. Viel wichtiger ist es doch, den Menschen zu vermitteln, wie sie überhaupt zu diesen Entscheidung gelangen, wie sie auf dem Weg dorthin beeinflusst und abgelenkt werden können. Und wie der Erfolg oder Misserfolg einer Entscheidung alle weiteren Maßnahmen beeinflussen kann. Kurzum, es geht um die psychischen Faktoren, die optimale Entscheidungen selbst bei hundertprozentiger ökonomischer Informiertheit regelmäßig verhindern. Basiswissen in Finanzen und Wirtschaft reicht nicht. Vielmehr müssten die Erkenntnisse der Behavioral Economics in den Lehrplan aufgenommen werden. Dabei das ein oder andere Buch in die Hand zu nehmen und auch zu lesen, mag vielleicht nicht immer die Erfahrung mit finanziellen Transaktionen ersetzen. Aber Verständnis für die psychische Funktionsweise des Menschen kann vielleicht verhindern, dass diese Erfahrungen allzu kostspielig werden.</p>
<div><br clear="all" /></p>
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<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Fernandes, Daniel, Lynch Jr, John. G. &amp; Netemeyer, Richard G. (Jan 2014): <i>Financial Literacy, Financial Education and Downstream Financial Behaviors</i>, Management Science, forthcoming</p>
</div>
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		<item>
		<title>Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2013 07:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. Später [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. <span id="more-6493"></span>Später wird erst die Reisekostenabrechnung, dann die Steuererklärung zum eigenen Vorteil „frisiert“. Ein kleiner Versicherungsbetrug wiegt schließlich moralisch auch nicht mehr so richtig schwer, selbst beim „Incentive“-Besuch, zu dem der Chef in einen osteuropäischen Puff geladen hat, melden sich keine Skrupel. Dabei handelt es sich nicht einmal in allen Fällen um gesetzlich strafbare Vergehen. Im Nachhinein kann man das ja auch alles rechtfertigen und relativieren: Der Verlust eines Kugelschreibers wird dem Arbeitgeber kein Loch in die Bilanz reißen, und mit der leicht veränderten Reisekostenabrechnung wolle man sich ja nur zurückholen, was man dem Chef an unbezahlten Überstunden geschenkt habe. Und mogeln andere nicht auch beim selbstverursachten Haftpflichtschaden?</p>
<p>Bei vielen Sündern handelt es sich nicht immer um von Grund auf schlechte oder unehrliche Menschen. Häufig haben sie aber jede Tuchfühlung mit den gesellschaftlichen Normen verloren, schon weil in den Kreisen, in denen sie verkehren, weniger strenge oder sogar andere Normen gelten. (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/politik/zweierlei-moral/">vgl. auch Blogbeitrag von Herman Brodie</a></span>).</p>
<p>Genauso muss man sich die Frage stellen, wie es möglich sein kann, dass sich Menschen in einem Bereich ihres Lebens moralisch einwandfrei verhalten und sogar mit ihrem Geld großzügig soziale Einrichtungen unterstützen, während sie eine zweite Existenz in einer anderen Welt führen, wo sie dann in großem Stile Steuern hinterziehen? Wie kann es sein, dass ein fürsorglicher Familienvater seinen Kindern Respekt und Rücksichtnahme predigt, um nur wenige Stunden später kaltblütig einen langjährigen Mitarbeiter zu feuern?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Keine gespaltenen Persönlichkeiten</b></p>
<p>Man muss nicht an Schizophrenie leiden, um zu derartig widersprüchlichen Verhalten fähig zu sein. Vielmehr bieten die Erkenntnisse der Behavioral Economics eine plausible und nicht pathologische Erklärung für dieses Phänomen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Genau wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern <b>relativ</b> zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit „Gut“ und „Böse“ (vgl. auch Beitrag zum <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-ethics/kulturwandel-teil-3-behavioral-ethics-als-loesung/">Kulturwandel Teil 3</a>). Tatsächlich geht es vor allem darum, „besser“ oder „schlechter“ im Vergleich zu anderen zu sein. Und so wie Gewinne und Verluste, mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen werden, ergeht es auch dem Guten und Schlechten. Der erste Ladendiebstahl lastet demnach schwerer auf dem Gewissen als der siebte. Und auch das Hochgefühl, das sich beim „Sozialen Tag“ eingestellt hatte, als man im Auftrag des Arbeitgebers Suppen in einer Armenküche austeilen sollte, schwindet mehr und mehr, je öfter der Chef einen zu diesem Engagement verpflichtet. Zudem unterliegt der Referenzpunkt, die Trennlinie zwischen Gut und Böse, auch noch Veränderungen, besonders in Folge von Gewöhnungseffekten.</p>
<p>Ethik kommt vornehmlich dann ins Spiel, wenn Verluste entstanden sind, weil jemandes Verhalten unter dem Standard der sozialen Normen liegt. Um solche Situationen zu vermeiden, genügt es jedoch nicht, sich auf Regeln und Regulierungen zu verlassen. Vielmehr müssen wir erkennen, dass es keine absolute Moral und keine ethisch völlig korrekte Menschen gibt. Und verstehen, warum Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie selbst nie für möglich gehalten hätten. Situationsabhängige Einflussfaktoren, die schleichende Veränderung von Normen, manchmal alleine durch Fortschreiten der Zeit, haben leider das Zeug, uns alle zu korrumpieren.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Genauso wie es in der verhaltensorientierten Ökonomie die mentale Kontoführung gibt, wonach Menschen für jede ihrer Entscheidungen im Kopf ein eigenes Konto führen, gilt dies auch für den ethischen Aspekt von Entscheidungen<i>. </i></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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