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	<title>Hedonomics Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Sun, 31 Jan 2021 14:59:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Aufstand der Aktien-Underdogs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2021 10:52:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Fairness]]></category>
		<category><![CDATA[GameStop]]></category>
		<category><![CDATA[Ultimatum-Spiel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>War das, was wir in der vergangenen Woche an den Aktienmärkten erlebt haben, nicht wirklich verrückt? Wobei „verrückt“ sicherlich eine Untertreibung ist. Man könnte auch andere Adjektive, wenn nicht sogar Superlative für den Kampf der Anleger-Communities gegen die Hedgefonds im Internet finden, wobei die Protagonisten fast schon liebevoll von Kommentatoren als „Reddit crowd“ bezeichnet werden. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">War das, was wir in der vergangenen Woche an den Aktienmärkten erlebt haben, nicht wirklich verrückt? Wobei „verrückt“ sicherlich eine Untertreibung ist. Man könnte auch andere Adjektive, wenn nicht sogar Superlative für den Kampf der Anleger-Communities gegen die Hedgefonds im Internet finden, wobei die Protagonisten fast schon liebevoll von Kommentatoren als „Reddit crowd“ bezeichnet werden. Dass dabei als Abfallprodukt etwa der US-Aktienindex S&amp;P 500 den größten Wochenverlust seit Oktober vergangenen Jahres produziert hat, scheint dabei eine unbedeutende Nebensache zu sein – das hätte auch ohne den Aufstand der Privatanleger geschehen können. Wo doch so viele Kommentatoren ohnehin über die Blase am US-Aktienmarkt geschrieben haben. Fast schon uninteressant zeigte sich indes das Handelsgeschehen um den Euro, der durch eine Dollar-Erholung zeitweise unter Druck gesetzt wurde. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13025" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/31012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/31012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/31012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vergleiche mit 1789</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zurück zum „Aufstand der Flashmob-Trader von Reddit gegen die Wall Street“, wie etwa die online-Ausgabe des Manager Magazins<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a> vor einigen Tagen titelte. Ein Aufstand, der vielerorts Sympathien geweckt hat, weil es um den Kampf der vielen Davids gegen Goliath, um den Aufstand der Underdogs gegen das Establishment ging. Wobei ein Kommentator sogar davon sprach, dass nun der Populismus in den Aktienmärkten Einzug gehalten hätte. Manche verglichen dieses Ereignis sogar mit dem Beginn der Französischen Revolution. Eine Revolution, die paradoxerweise ausgerechnet vom derzeit reichsten Mann der Welt, Elon Musk, vor allem durch entsprechende Tweets unterstützt wird. Das ist genauso verrückt, als wenn beim Aufstand 1789 König Ludwig XVI. die Revoltierenden auf der Straße beim Sturm auf die Bastille angefeuert hätte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wut, Moral und Gier</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun scheint es nicht ganz klar zu sein, was die Reddit-Massen tatsächlich antreibt, was ihr Motiv ist. Ist es Klassenkampf, der Wunsch nach mehr Moral in den Märkten, oder doch nur die Gier, schnell reich zu werden. Ich neige dazu, dass das Verhalten der Robinhood-Gemeinde durchaus mit dem der Brexit-Befürworter verglichen werden kann, die sich beim Brexit-Referendum im Jahr 2016 für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ausgesprochen hatten. Mit ihrem Votum für den Brexit haben ebenso empörte Bürger ihrer Wut Luft machen wollen: Einmal die Rolle des Richters einnehmen und Ungerechtigkeiten bestrafen dürfen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ähnlich verhält es sich doch mit den Reddit-Tradern. Ökonomische Konsequenzen – seien sie nun gut oder schlecht – spielen dabei offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Und auch ich habe mich während der vergangenen Tage immer wieder gefragt, ob man tatsächlich als Kleinanleger mit Hilfe von Schwarmintelligenz durch die Käufe von GameStop-Aktien &amp; Co. im großen Stile Geld verdienen kann. Oder ist alles nur ein Schneeballsystem, bei dem die Ersten gewinnen und das Gros am Ende verliert?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aber Wohlbefinden kostet Geld</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Doch darum scheint es nicht zu gehen. Denn eine Labor-Studie hat bereits vor vielen Jahren Aufsehen erregt, weil zwei Drittel der Teilnehmer willens waren, Geld dafür auszugeben, damit Menschen Geld verlieren<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">2</span></strong>]</a></span><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"></a><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">. So zeigt sich in Ultimatum-Spielen (vgl. <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="http://www.joachim-goldberg.com/2011/03/30/veto/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong>) immer wieder ein ganz starker Wunsch nach Fairness. Auch bei meinen Vorträgen zur Behavioral Finance spiele ich mit den Zuhörern fast immer ein Ultimatum-Spiel. Unter anderem, um zu zeigen, dass die Menschen nicht – wie in der Theorie des homo oeconomicus – reine Nutzenmaximierer sind.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In der Spielsituation wird simuliert, dass ein Teilnehmer 10.000 EUR bekommen soll.  Aber nur unter der Bedingung, dass er diesen Betrag mit einem anderen Spieler teilt, wobei er bestimmen darf, wie viel er selbst und wie viel der Andere bekommt. Stimmt dieser der Aufteilung zu, bekommen beide ihr Geld. Lehnt der Mitspieler die vorgeschlagene Verteilung jedoch ab, ist die ganze Summe futsch, und beide gehen beide leer aus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Niemand will sich benachteiligt fühlen. Warum soll ich von den 10.000 Euro nicht wenigstens die Hälfte bekommen? Es gibt nicht wenige, die beispielsweise bereit wären, lieber auf vergleichsweise mickrig wirkende 2000 Euro bei solch einem Spiel zu verzichten, damit der andere nicht einfach 8000 Euro bekommt. Obgleich doch andererseits 2.000 EUR deutlich mehr als 1 Cent sind, die man im schlimmsten Falle (etwa vom homo oeconomicus) zugeteilt bekäme. Mit anderen Worten: Man ist bereit, auf ökonomische Gewinnmaximierung verzichten, wenn man andere im Gegenzug für ihre Unfairness bestrafen kann. Gut möglich, dass es auch vielen Kleinanlegern egal ist, Geld zu verlieren, wenn dieser Verlust zu mehr Fairness führt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hätte ich fast den Dollar vergessen, über den ich an dieser Stelle normalerweise schreibe. Aber dieser verharrt gerade, genau wie der Euro, in seiner korrektiven Entwicklung. Für die Gemeinschaftswährung wäre die analoge korrektive Entwicklung im Aufwärtstrend ohnehin erst nach Überschreiten von <strong>1,2235</strong> beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong>]</span></a> <a href="https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/der-aufstand-der-flashmob-trader-gegen-die-wall-street-a-e147f200-b7e6-492b-8e44-0cb1bf76f718" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #000000;">https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/der-aufstand-der-flashmob-trader-gegen-die-wall-street-a-e147f200-b7e6-492b-8e44-0cb1bf76f718</span></strong></a></span></p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">[<strong><span style="color: #000000;">2</span></strong>]</span></a><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"> Daniel John Zizzo and Andrew J. Oswald (2001): <em>Are People Willing to Pay to Reduce Others‘ Incomes?</em>, Warwick University</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2015 11:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Ablenkung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie viele andere Menschen auch, nicht so begabt im Schenken, weil ich oftmals Dinge kaufe, die vor allem mir selbst gefallen und die sich andere wohl eher nicht kaufen würden. Deshalb bekommen in unserer Familie nur noch die Kinder Weihnachtsgeschenke, für uns Erwachsene haben wir hingegen die Bescherung abgeschafft.</p>
<p>Eigentlich sollen Geschenke ja von Herzen kommen und den Eindruck vermitteln, man habe sich bei der Auswahl etwas gedacht. Insofern ist die Frage: &#8222;Was wünschst Du dir denn zu Weihnachten?“ in den meisten Fällen besonders deplatziert, da man sich häufig sowieso nicht an die Vorgaben hält. Am Ende wählt man doch lieber selbst ein Geschenk aus – es soll ja etwas Besonderes und Fantasievolles und nicht nur die Befolgung einer Vorgabe sein. Wie jedoch die Ergebnisse einer Studie zutage fördern<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, wird das, was wir uns als tolle Überraschung ausgedacht haben, vom Empfänger offenbar nicht so gesehen. Obgleich sich die Schenkenden wahrscheinlich erheblich mehr Mühe gegeben haben, etwas Originelles zu finden, bevorzugen die Empfänger eigentlich das, was sie sich – oft im Rahmen einer Wunschliste – gewünscht haben.</p>
<p>Oder der liebe Partner wünscht sich nur ein einziges Geschenk. Womöglich auch noch ein besonders kostspieliges. Aber es fühlt sich doch etwas seltsam an, wenn unter dem Weihnachtsbaum nur eine einsame, aber sündhaft teure Handtasche steht. Da muss doch noch mindestens eine kleine Überraschung dazu, mag sich manch einer denken. Aber wie schon gesagt: Überraschungen haben es manchmal in sich. Nicht nur dass sie dem Beschenkten nicht gefallen. Nein, die Perlen an den zusätzlich unter dem Weihnachtsbaum liegenden Ohrringen sind im schlimmsten Fall nicht nur unecht. In jedem Fall hat so eine Dreingabe den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Aufmerksamkeit von der Hauptattraktion abgelenkt wird und diese in Sekundenschnelle in der Wahrnehmung des Beschenkten rasant an Wert verliert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verschenken Sie schöne Erlebnisse</strong></p>
<p>Man kann es also nur falsch machen. Und wenn ich Ihnen jetzt auch noch von einer weiteren Erkenntnis oben genannter Studie berichte, werden Sie vermutlich noch mehr mit dem Kopf schütteln. Denn jenseits aller Wunschlisten gibt es noch etwas, was Beschenkten noch lieber haben: Geld. Und das ausgerechnet an Weihnachten, wo ein Briefumschlag gefüllt mit frisch gedruckten Euro-Noten als besonders unpersönlich und ideenlos gilt. Ich kenne niemanden, der Bargeld auf seine Wunschliste zu Weihnachten schreiben würde. Vielleicht, weil man sich nicht traut, so konkret nach Geld zu fragen.</p>
<p>Viele Menschen mögen nicht in der Lage sein, sich in andere ausreichend hinein zu versetzen und ihnen das Richtige zu schenken. Bargeld ist immerhin das fungibelste aller Präsente. Der Schenker muss nicht herumraten und der Beschenkte kann sich das leisten, was er sich vielleicht schon länger sehnlichst gewünscht hat.</p>
<p>Am Ende sei jedoch noch eines verraten, egal, für welches Geschenk man sich entscheidet. Erlebnisse zu verschenken<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> kommt häufig besser an, als wenn man sich für Sachgeschenke entscheidet. Denn alles, was messbar ist, wird leicht miteinander verglichen. Vor allem im Familienkreis und unter Freunden ist da vor dem Weihnachtsbaum schnell für Ärger gesorgt, weil der eine womöglich oder vermeintlich besser gefahren ist als der andere. Ein gemeinsamer Opernabend, eine Fahrt ins Blaue, ein Kurzurlaub oder ein gemeinsames Wellnesswochenende sind nicht nur viel persönlicher. Mehr noch sind schöne Erlebnisse nur schlecht vergleichbar. Und vor allem kann sie einem keiner mehr wegnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gino, Francesca, Flynn, Francis J.: <em>Give them what they want: The benefits of explicitness in gift exchange</em>, Journal of Experimental Social Psychology 47 (2011) pp. 915-922</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Den Tipp entnahm ich dem Buch des Sozialwissenschaftlers Paul Dolan „absichtlich glücklich“, das im Jahr 2015, im Pattloch Verlag München erschien</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>(Verhaltens)ökonomik des Glücks II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2015 08:17:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Glücksforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensökomik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der vergangenen Dekade haben sich Psychologen und Soziologen mit dem Thema Glück besonders auseinandergesetzt. Dabei ist ein ganzer wissenschaftlicher Zweig entstanden, der sich mit der „Glücksforschung“ beschäftigt. Auch die Verhaltensökonomik versucht, sich die Erkenntnisse der Glücks­forschung zunutze zu machen. Unter dem Begriff „Hedonomics“ (ein zusammengesetz­ter Begriff aus „hedonism“ und „economics“) bringen etwa Verhaltens­ökonomen ihre [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während der vergangenen Dekade haben sich Psychologen und Soziologen mit dem Thema Glück besonders auseinandergesetzt. Dabei ist ein ganzer wissenschaftlicher Zweig entstanden, der sich mit der „Glücksforschung“ beschäftigt. Auch die Verhaltensökonomik versucht, sich die Erkenntnisse der Glücks­forschung zunutze zu machen. Unter dem Begriff „Hedonomics“ (ein zusammengesetz­ter Begriff aus „hedonism“ und „economics“) bringen etwa Verhaltens­ökonomen ihre eigenen Erkenntnisse mit denen der Glücksforschung zusammen. Das Ziel: Wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die nicht nur das kurzfristige Wohlbefinden erhöhen, sondern auch langfristig zufriedener machen.</p>
<p>Wie das Streben nach Wohlbefinden unsere Entscheidungen an den Finanzmärkten beeinflusst, darum ging es in <em>Goldbergs Thema des Monats August, </em>das ich für die WGZ Bank erstellt hatte. Nun ist der zweite Hedonomics-Teil als <em>Thema des Monats Oktober</em> erschienen. In diesem geht es in erster Linie um die Einflüsse auf unser kurzfristiges Wohlbefinden. Die Standardökonomie geht nämlich davon aus, dass Menschen bei ihren Handlungs­optio­nen klare Präferenzen bilden und sich für die beste Alternative entschei­den. Tatsächlich tut man sich aber schwer, richtig einzuschätzen, wie sich ein in der Zukunft liegender Gewinn oder Ver­lust tatsächlich anfühlen wird. Lesen Sie deswegen bitte <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html"><strong>HIER</strong></a> weiter.</p>
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		<title>(Verhaltens)ökonomik des Glücks</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2015 07:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[WGZ Bank]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade während der vergangenen Dekade haben sich Psychologen und Soziologen mit dem Thema Glück besonders auseinandergesetzt. Dabei ist ein ganzer wissenschaftlicher Zweig entstanden, der sich mit der „Glücksforschung“ beschäftigt. Auch die Verhaltensökonomik versucht, sich die Erkenntnisse der Glücks­forschung zunutze zu machen. Unter dem Begriff „Hedonomics“ (ein zusammengesetz­ter Begriff aus „hedonism“ und „economics“) bringen etwa Verhaltens­ökonomen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/verhaltensoekonomik-des-gluecks/">(Verhaltens)ökonomik des Glücks</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade während der vergangenen Dekade haben sich Psychologen und Soziologen mit dem Thema Glück besonders auseinandergesetzt. Dabei ist ein ganzer wissenschaftlicher Zweig entstanden, der sich mit der „Glücksforschung“ beschäftigt. Auch die Verhaltensökonomik versucht, sich die Erkenntnisse der Glücks­forschung zunutze zu machen. Unter dem Begriff „Hedonomics“ (ein zusammengesetz­ter Begriff aus „hedonism“ und „economics“) bringen etwa Verhaltens­ökonomen ihre eigenen Erkenntnisse mit denen der Glücksforschung zusammen. Das Ziel: Wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die nicht nur das kurzfristige Wohlbefinden erhöhen, sondern auch langfristig zufriedener machen.</p>
<p>Aber macht Geld glücklich? Interessant ist nämlich, dass selbst hartgesottene Trader und Anleger bei ihren Investments an der Börse nicht nur einen möglichst großen Gewinn erzielen, sondern sich dabei auch noch wohlfühlen möchten. Mehr noch sind sie sogar bereit, für mehr Wohlbefin­den auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten.</p>
<p>Wie das Streben nach Wohlbefinden unsere Entscheidungen an den Finanzmärkten beeinflusst, darum geht es in den kommenden beiden Beiträgen in <em>Goldbergs Thema des Monats</em>. Den ersten Teil habe ich <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a> für die WGZ Bank erstellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/verhaltensoekonomik-des-gluecks/">(Verhaltens)ökonomik des Glücks</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Glück, Geld und Börse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 17:04:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Geld. Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Metallwoche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mag sich ja ein bisschen seltsam anfühlen, wenn man ausgerechnet an einem Tag wie dem heutigen, da sich der griechische Premier Alexis Tsipras „auf eine Einigung mit den Gläubigern eingelassen hat“[1] über das Thema Glück philosophiert. Aber das Interview, das Börsenmoderator und -reporter (n-tv) Frank Meyer für die Metallwoche hierzu mit mir führte, wurde [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/glueck-geld-und-boersen/">Glück, Geld und Börse</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mag sich ja ein bisschen seltsam anfühlen, wenn man ausgerechnet an einem Tag wie dem heutigen, da sich der griechische Premier Alexis Tsipras „auf eine Einigung mit den Gläubigern eingelassen hat“<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> über das Thema Glück philosophiert. Aber das Interview, das Börsenmoderator und -reporter (n-tv) Frank Meyer für die Metallwoche hierzu mit mir führte, wurde bereits vor ein paar Tagen aufgenommen, und steht mir jetzt zur Verfügung, so dass ich es Ihnen nicht vorenthalten möchte. Glück, Geld und Börse – wie passt das alles zusammen? Macht Geld glücklich oder doch nicht? Kann man sein eigenes Glück beeinflussen? Gibt es so etwas wie Glücksgefühle an der Börse? All dies wird im Interview besprochen.</p>
<p>Ich selbst habe mich in einer Trilogie „Auf dem Weg zum Glück“ im April dieses Jahres bereits schon einmal geäußert, wobei ich <strong>(<a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-dem-weg-zum-glueck/">HIER</a>) </strong>auf den Verhaltensforscher Paul Dolan, Professor an der London School of Economics verwies. Dieser hat in seinem 2014 erschienenen Buch &#8222;<em>Happiness by Design</em>&#8220; Glück als “Erfahrung von Freude und Sinnhaftigkeit im Verlauf der Zeit“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> beschrieben – eine Definition die mir ausgesprochen gut gefällt. Die Aufzeichnung unseres Gesprächs finden Sie <strong><a href="http://www.metallwoche.de/joachim-goldberg-auf-der-metallwoche-ueber-glck-geld-und-boerse">HIER</a></strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> vgl. Spiegel online vom 13.7.2015</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Das Buch erschien unter dem Titel „absichtlich glücklich“ im Jahr 2015, im Pattloch Verlag München dem ich die Übersetzung dieser Definition entnahm</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/glueck-geld-und-boersen/">Glück, Geld und Börse</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Mal wieder Abgeschaltet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 16:22:11 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Informationsverarbeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, fühlte ich mich angesichts der Informationsmenge schon fast ein bisschen hilflos. Ich gewann den Eindruck, dass in jeder Investmentbank, die etwas auf sich hielt, mindestens zwei Conference Calls zum Thema Griechenland für die Kunden abgehalten wurden. Um dann letztlich nur eine, zwei oder drei der unzähligen Facetten zu beleuchten, die sich aus den Folgen des „Nein“ der Griechen zum Reformprogramm ergeben könnten. Szenarien, die aufgrund der Verkettung ihrer zugrundeliegenden miteinander verbundenen Informationseinheiten ohnehin nur eine geringe Wahrscheinlichkeit haben dürften, tatsächlich einzutreten. Mit anderen Worten: Mir ist wahrscheinlich wie vielen anderen Marktteilnehmern bei all dem teils (unnötigen) Aktionismus alles zu viel geworden –</p>
<p>Ich habe abgeschaltet.</p>
<p>Und dann fiel mir siedend heiß ein, dass schon wieder ein Quartal vorübergezogen ist, weswegen eine kleine Rückschau angesagt war, welche Themen in unserem Blog in den vergangenen drei Monaten besonders häufig abgerufen wurden. Dabei hat sich die im ersten Quartal bereits begonnene Tendenz unter den Lesern fortgesetzt, sich nicht wie früher vornehmlich für Marktthemen zu interessieren. So brachte es etwa der Beitrag „<em><u><a href="https://www.joachim-goldberg.com/billig-billig-uber-alles/">Billig, billig, Uber alles</a>…</u>“</em> (16. Juni) auf den dritten Platz der meistgelesenen Blogs, der sich mit den Folgen des Dumpings bis hin zum Negativ-Lohn auseinandersetzt.</p>
<p>Das Thema Glück scheint in den vergangenen Monaten immer mehr im Kommen zu sein, was sich auch im Beitrag vom 5. Mai „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/">Was uns (angeblich) glücklich macht</a>“</em> zeigt, der Platz zwei unserer internen Hitliste belegte. Mit Abstand die meisten Leser zog jedoch „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/aufs-falsche-gleis-gestupst/">Aufs falsche Gleis gestupst</a>“ </em>an, der sich mit den Tücken der mentalen Kontoführung beschäftigt und wieder einmal meinen alten Grundsatz bestätigt, dass Wohlbefinden Geld kostet.</p>
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		<title>Aufs falsche Gleis gestupst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2015 13:13:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>
		<category><![CDATA[Nudging]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst sollte mein Freund H. einen Vortrag in Nottingham halten. Und da die Veranstaltung 90 Minuten früher als geplant endete, dachte er sich, es wäre doch schön, diese Zeit zu nutzen und ein paar Züge früher als ursprünglich beabsichtigt die Fahrt zum nächsten Zielort anzutreten. Das Ganze stellte sich allerdings nicht als besonders einfach heraus, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst sollte mein Freund H. einen Vortrag in Nottingham halten. Und da die Veranstaltung 90 Minuten früher als geplant endete, dachte er sich, es wäre doch schön, diese Zeit zu nutzen und ein paar Züge früher als ursprünglich beabsichtigt die Fahrt zum nächsten Zielort anzutreten. Das Ganze stellte sich allerdings nicht als besonders einfach heraus, denn der gute Freund hatte sich zuvor auf eine bestimmte, besonders günstige Verbindung festgelegt, bei der die ganze Fahrt nur 68 englische Pfund kosten sollte. Auf Nachfragen am Bahnhof stellte sich jedoch heraus, dass er die Differenz zwischen dem Billigticket und dem vollen Fahrpreis von 135 Pfund für eineinhalb Stunden Zeitersparnis hätte nachentrichten müssen. Die Dame am Ticketschalter konnte den leichten Groll ihres Gegenübers jedoch nachvollziehen und schlug daher vor, er solle doch lieber die eingesparte Zeit für einen Stadtbummel nutzen und das Geld zum Shoppen statt für ein Zugticket ausgeben.</p>
<p>Ein klarer Fall von mentaler Kontoführung, dachte ich mir. Eigentlich müsste es mehr von solchen Menschen geben, dann wäre die Konjunktur schnell angekurbelt. Denn die Dame am Ticketschalter hatte schlicht und einfach mit dem Geld meines Freundes gespielt, das dieser noch gar nicht ausgegeben hatte. Aber durch die Verschiebung des Referenzpunktes von 68 auf 135 Pfund wäre ihn die Zugfahrt 67 Pfund teurer zu stehen gekommen als ursprünglich beabsichtigt. Statt diesen Verlust zu realisieren, dürfte es für H. erträglicher gewesen sein, dieses Geld auf ein anderes mentales Konto als ersparten Verlust bzw. Gewinn zu buchen und dieses Geld sozusagen als Windfall-Profit ohne Reue auszugeben. Geld, das mein Freund ohne diesen Vorfall vermutlich nicht einmal in Gedanken angerührt hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Und ein Nudge obendrein</strong></p>
<p>Die Geschichte zeigt allerdings auch noch etwas anderes. Nämlich wie die nette Dame am Bahnschalter – vermutlich unbewusst – meinen Freund H. zu einer glücklicheren Entscheidung anstupsen wollte. Über dieses so genannte Nudging ist gerade in der jüngeren Vergangenheit viel diskutiert worden. Vor allem, wenn der Staat seine Bürger zu angeblich besseren Entscheidungen anstupsen möchte. Von Bevormundung und Manipulation der Menschen war da erst kürzlich die Rede – ich habe unlängst <strong><u><a href="https://www.joachim-goldberg.com/herumgeschubst/">HIER</a></u></strong> dazu Stellung genommen. Dabei zeigt die Realität, dass wir durch Referenzpunkte in unserem sozialen Umfeld permanent zu Entscheidungen bewegt werden, die nicht immer zu unserem Besten sein mögen. Dennoch: Es gibt keine Nudge-freien Zonen in unserem Leben, auch wenn wir immer wieder gegenüber uns selbst und anderen beteuern, dass wir unsere Entscheidungen eigenständig und völlig unabhängig von irgendwelchen Einflüssen treffen.</p>
<p>Aber vermutlich möchten die Menschen zumindest bestimmen dürfen, von wem sie angestupst werden: Nämlich bestimmt lieber von einer charmanten Fahrscheinverkäuferin, die uns ganz uneigennützig mit guten Ratschlägen helfen möchte, als von Verhaltensökonomen, die extra von der Regierung eingestellt wurden, nur um uns Bürger glücklicher zu machen.</p>
<p>Doch H. kennt sich aus mit den mentalen Fallen, die aufzuzeigen das Ziel der Behavioral Economics ist. Zumal er generell zur Vorsicht neigt und es unter normalen Umständen nicht riskiert hätte, wegen eines zu ausgedehnten Stadtbummels am Ende womöglich auch noch den ursprünglich gewählten Zug zu verpassen. Aber wofür hat sich mein Freund H. am Ende entschieden? Gelangweilt am Bahnhof in Nottingham sitzen und 90 Minuten auf den Zug warten?</p>
<p>Nein, er ist am Ende doch noch shoppen gegangen. Und er wähnte sich glücklich, weil er sich auf sein Bauchgefühl verlassen hatte. Ein teurer Spaß übrigens, denn seine Einkäufe kosteten eindeutig mehr als der Aufpreis auf das Zugticket.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Macht Transparenz glücklich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2015 16:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?” Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?”</p>
<p>Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns die Geschichte trotzdem amüsant finden, liegt daran, dass der Angestellte mit seiner zweiten Forderung ja gar nichts an seiner tatsächlichen Lage ändert – bis auf seinen Status, der sich dadurch verbessert, dass er den der anderen absenken möchte. Und das scheint ihm Trost genug zu sein, wenn er denn selbst schon nicht mehr Geld kriegen soll.</p>
<p>So hatten verhaltensorientierte Wissenschaftler bereits vor einiger Zeit herausgefunden, dass das Maß eines Nutzens – in diesem Fall Zufriedenheit – nicht von einer absoluten Größe (etwa dem Gesamtvermögen eines Menschen) abhängt. Vielmehr ist es der Vergleich mit einem Referenzpunkt, der uns entweder glücklich oder unzufrieden macht. Wenn wir uns oberhalb dieses Bezugspunktes befinden (verglichen zum Beispiel mit unserem letzten oder dem Gehalt eines Kollegen), ist unsere Welt in Ordnung. Und sie gerät ins Wanken, wenn wir uns hingegen unterhalb dieses Bezugspunkts eingruppieren müssen.</p>
<p>Eine Studie zeigt indes, dass diese Erkenntnis leicht korrigiert werden muss. In einem Experiment haben vier Wirtschaftswissenschaftler* Mitarbeitern der Universität von Kalifornien die Möglichkeit gegeben, sich auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite einen generellen Überblick über die Einkommen von Angestellten des öffentlichen Dienstes, einschließlich der Bediensteten der Universität, zu verschaffen. Mehr als die Hälfte der Befragten rief diese Seite auf, wobei die meisten von ihnen nur eines interessierte: Was verdienen die Kollegen aus meiner Abteilung, weniger oder mehr als ich? Anschließend mussten die Probanden sowohl den Grad ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz als auch die Intensität, mit der sie sich einen neuen Job wünschten, beschreiben. Natürlich zeigten sich diejenigen, deren Gehalt unter dem Durchschnittseinkommen der Abteilung lag, besonders unzufrieden. Auch der Drang, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, war bei ihnen stärker ausgeprägt. Kein Wunder, dass in dieser Gruppe eine höhere Wahrscheinlichkeit bestand, sich von der Uni ungerecht behandelt zu fühlen. Erstaunlicherweise traf der Umkehrschluss aber nicht zu. So zeigte sich, dass diejenigen, deren Gehälter über dem Durchschnitt lagen, keineswegs zufriedener als alle anderen waren. Auch um ihre Loyalität zum Arbeitgeber war es nicht besser bestellt.</p>
<p>Wer also die Offenlegung von Gehältern in Unternehmen fordert, so die Autoren der Studie, sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine derartige Transparenz insgesamt zu weniger Zufriedenheit unter den Angestellten führt. So gesehen, könnte der  Chef aus dem Einleitungsbeispiel auf die zweite Frage seines Angestellten durchaus zustimmend reagieren. Aber nur, wenn er sicherstellen kann, dass niemand das neue (im Zweifel unveränderte) Gehalt der Kollegen erfahren wird.</p>
<p>*Card, David; Mas, Alexandre; Moretti, Enrico; Saez, Emmanuel (2012): <em>Inequality at Work: The Effect of Peer Salaries on Job Satisfaction, </em>The American Economic Review, Volume 102, Number 6, October 2012, pp. 2981-3003(23)</p>
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		<title>Was uns (angeblich) glücklich macht</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2015 11:20:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Glücksoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur allzu oft stehen wir unserem eigenen Glück im Weg. Nicht dass wir nicht wüssten, was uns glücklich macht. Die meisten Menschen wissen intuitiv, dass die Zeit, die wir mit unserer Familie oder mit Freunden verbringen, guter Schlaf, Gesundheit für Geist und Körper für unser Wohlbefinden wichtig sind. Wenn es allerdings um die tatsächliche Lebensführung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/">Was uns (angeblich) glücklich macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nur allzu oft stehen wir unserem eigenen Glück im Weg. Nicht dass wir nicht wüssten, was uns glücklich macht. Die meisten Menschen wissen intuitiv, dass die Zeit, die wir mit unserer Familie oder mit Freunden verbringen, guter Schlaf, Gesundheit für Geist und Körper für unser Wohlbefinden wichtig sind. Wenn es allerdings um die tatsächliche Lebensführung geht, kümmern uns diese Grundsätze recht selten.</p>
<p>Stellen Sie sich vor, Sie bekämen zwei fast identische Arbeitsstellen angeboten. Das erste Stellenangebot böte Ihnen ein Jahresgehalt von 70.000 Euro<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, verbunden mit vernünftigen Arbeitszeiten, die einen durchschnittlichen Schlaf von siebeneinhalb Stunden pro Nacht zischen den Arbeitstagen gewährleisten würden.</p>
<p>Der zweite Job ist mit 125.000<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> Euro pro Jahr dotiert, die Arbeitszeiten sind unregelmäßig und die Schlafenszeit erreicht zwischen den Arbeitstagen durchschnittlich nur sechs Stunden.</p>
<p>Welche der beiden Alternativen würde Sie alles in allem, Ihr Leben als Ganzes betrachtet, glücklicher machen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>und</p>
<p>welche dieser beiden Optionen würden Sie tatsächlich wählen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei einem Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee im Jahre 2010<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a> wurden knapp 2700 Menschen diese und ähnliche Fragen gestellt. Die Mehrheit glaubte, dass ihnen mehr Schlaf zu mehr Glück verhelfen würde. Tatsächlich ist das auch richtig – ausreichender Schlaf korreliert mit höherem Wohlbefinden. Aber offenbar gegen besseres Wissen entschied sich eine Mehrheit für den finanziell attraktiveren Job. In dem Moment also, wenn Geld ins Spiel kommt, entscheiden sich die Menschen gegen ihr Glück.</p>
<p>Die Studie zeigt, dass Menschen keine reinen Glücks-Optimierer sind. Menschliche Entscheidungen sind wesentlich komplexer. Da tauchen plötzlich Erwägungen auf, was man sich mit Geld alles kaufen könnte. Geld verhilft möglicherweise dazu, den eigenen Status gegenüber Freunden, Kollegen und Nachbarn zu erhöhen, für viele ein wichtiges Ziel aller ihrer Anstrengungen und Bemühungen. Ein Ziel allerdings, das nicht immer glücklich macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Im Original-Versuch war dies ein US-Dollar-Betrag von USD 80.000</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Im Original-Versuch war Betrag von USD 140.000 angegeben</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Benjamin, D. J., Heffetz O., Kimball M. S. &amp; Ress-Jones, A. (2012): <em>What Do You Think Would Make You Happier? What Do You Think You Would Choose?</em> American Economic Review, 102(5): 2083-2110</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/">Was uns (angeblich) glücklich macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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