<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sozialer Vergleich Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/sozialer-vergleich/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/sozialer-vergleich/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Jun 2016 07:12:13 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>
	<item>
		<title>Nicht auf der faulen Haut</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-auf-der-faulen-haut/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-auf-der-faulen-haut/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2016 07:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bedinungsloses Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Loafing]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://joachim-goldberg.com/?p=8886</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nun haben also die Schweizer am vergangenen Wochenende in einem Referendum über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Aber nur 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler votierten  für diesen Vorschlag, dessen Umsetzung bedeutet hätte, dass künftig jede dauerhaft in der Schweiz ansässige volljährige Person bis zu 2.500 Franken im Monat bekommen würde. Dabei hat es mich gewundert, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nicht-auf-der-faulen-haut/">Nicht auf der faulen Haut</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun haben also die Schweiz<img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-8885 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-300x200.jpg" alt="altes wohnhaus detail" width="300" height="200" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-300x200.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-768x512.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S.jpg 849w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />er am vergangenen Wochenende in einem Referendum über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Aber nur 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler votierten  für diesen Vorschlag, dessen Umsetzung bedeutet hätte, dass künftig jede dauerhaft in der Schweiz ansässige volljährige Person bis zu 2.500 Franken im Monat bekommen würde. Dabei hat es mich gewundert, wie wenig Interesse hierzulande diese doch brisante Abstimmung  hervorgerufen hat. Zumal im Vorfeld des Referendums teilweise heftig diskutiert wurde. Zu teuer sei das Ganze, hieß es oft, und das bedingungslose Grundeinkommen setze falsche Anreize, war zu hören.</p>
<p>Anfang des Jahres gab es vom schweizerischen Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE eine erste repräsentative Umfrage, die zu dem Ergebnis kam, dass nach Einführung des bedingungslosen Einkommens nur 2 Prozent der Befragten zu arbeiten aufgehört hätten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab stattdessen an, das Einkommen dafür zu nutzen, mehr Zeit für Familie und Weiterbildung aufzubringen. Fast hörten sich die Antworten an, als habe man die Frage: „Wie würde ein Lottogewinn Ihr Leben verändern?“ gestellt. Doch offensichtlich wollten die Schweizer keinen Lottogewinn.</p>
<p>Dennoch bezweifle ich, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten einfach blind der Empfehlung der Regierung gefolgt ist, die sich bereits vor der Abstimmung deutlich gegen das bedingungslose Grundeinkommen gestellt hatte. Oder hatten die Bürgerinnen und Bürger gar Angst, das Grundeinkommen könne die öffentliche Moral untergraben und, wie es in der Internetausgabe des Economist vom 5. Juni hieß, die braven Schweizer in eine „Gesellschaft von unmotivierten sozialen Trittbrettfahrern“ verwandeln? Immerhin zeigte sich an der Umfrage von DemoSCOPE , dass rund ein Drittel der Befragten dachte, die <em>Anderen</em> würden mit Einführung eines Grundeinkommens die Arbeit niederlegen. Nach dem Motto: Ich selbst würde natürlich genauso fleißig weiterarbeiten wie zuvor, aber meinem Nachbar traue ich diese Haltung nicht zu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Grundübel sozialer Vergleich</strong></p>
<p>Und damit wären wir bei einem menschlichen Grundübel angelangt: dem sozialen Vergleich. Ein Gewinn von einer Million Euro wäre zwar ganz nett, aber wenn die Nachbarn auch jeweils eine Million Euro gewinnen würden, dann fänden das viele Menschen nicht so lustig. Ähnlich mag es sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen verhalten.</p>
<p>Denn viele Menschen haben den Drang, ihre Stufe auf der sozialen Leiter ständig mit der anderer Leute abzugleichen, um den eigenen Rang gegenüber Dritten zu manifestieren. Dies geschieht normalerweise über Positionsgüter, über die ich <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://joachim-goldberg.com/2013/10/11/wer-hat-das-groesste-geweih/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a></span> und <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://joachim-goldberg.com/2013/10/16/positionsgueter-sind-kein-nullsummenspiel-teil-2/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a> </span>vor längerer Zeit ausführlich geschrieben habe. Und der Wert dieser Positionsgüter bemisst sich eben an der Exklusivität, mit der man ihren Besitz für sich reklamieren kann. Was für alle und für jeden erschwinglich ist, taugt nun einmal nicht zum Positionsgut.</p>
<p>Obwohl Positionsgüter eine Gesellschaft nicht glücklich machen, weil der Blick nach oben unzufriedener macht als die Genugtuung, von der eigenen Höhe auf andere, niedriger Gestellte herabzusehen. Und weil es meist nur einen Gewinner geben kann, dafür aber umso mehr Verlierer, denn eine Villa muss die größte in der Straße sein und nur einer darf auf dem Chefsessel Platz nehmen. Am Ende eines Wettrennens kommt Einer als Erster ins Ziel, und die Anderen laufen frustriert hinter ihm her.</p>
<p>Das bedingungslose Grundeinkommen wäre möglicherweise sozial gerecht gewesen und hätte gerade in den unteren Einkommensschichten für eine gewisse monetäre Sicherheit gesorgt. Aber möglicherweise haben bei der Abstimmung am vergangenen Sonntag viele Menschen die Abhängigkeit von einem bedingungslosen Grundeinkommen als Makel empfunden. Als Stillstand und Hemmnis für die eigene  Weiterentwicklung. Denn die Hoffnung und der Wille, es in Zukunft auf jeden Fall besser als heute und besser als andere haben zu wollen, ist eine wichtige Triebfeder für das wirtschaftliche Wachstum einer Gesellschaft. Um den Preis einer steigenden Ungleichheit.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nicht-auf-der-faulen-haut/">Nicht auf der faulen Haut</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-auf-der-faulen-haut/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2015 11:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Ablenkung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisgeschenk]]></category>
		<category><![CDATA[Geldgeschenke]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenke]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=8214</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/">Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie viele andere Menschen auch, nicht so begabt im Schenken, weil ich oftmals Dinge kaufe, die vor allem mir selbst gefallen und die sich andere wohl eher nicht kaufen würden. Deshalb bekommen in unserer Familie nur noch die Kinder Weihnachtsgeschenke, für uns Erwachsene haben wir hingegen die Bescherung abgeschafft.</p>
<p>Eigentlich sollen Geschenke ja von Herzen kommen und den Eindruck vermitteln, man habe sich bei der Auswahl etwas gedacht. Insofern ist die Frage: &#8222;Was wünschst Du dir denn zu Weihnachten?“ in den meisten Fällen besonders deplatziert, da man sich häufig sowieso nicht an die Vorgaben hält. Am Ende wählt man doch lieber selbst ein Geschenk aus – es soll ja etwas Besonderes und Fantasievolles und nicht nur die Befolgung einer Vorgabe sein. Wie jedoch die Ergebnisse einer Studie zutage fördern<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, wird das, was wir uns als tolle Überraschung ausgedacht haben, vom Empfänger offenbar nicht so gesehen. Obgleich sich die Schenkenden wahrscheinlich erheblich mehr Mühe gegeben haben, etwas Originelles zu finden, bevorzugen die Empfänger eigentlich das, was sie sich – oft im Rahmen einer Wunschliste – gewünscht haben.</p>
<p>Oder der liebe Partner wünscht sich nur ein einziges Geschenk. Womöglich auch noch ein besonders kostspieliges. Aber es fühlt sich doch etwas seltsam an, wenn unter dem Weihnachtsbaum nur eine einsame, aber sündhaft teure Handtasche steht. Da muss doch noch mindestens eine kleine Überraschung dazu, mag sich manch einer denken. Aber wie schon gesagt: Überraschungen haben es manchmal in sich. Nicht nur dass sie dem Beschenkten nicht gefallen. Nein, die Perlen an den zusätzlich unter dem Weihnachtsbaum liegenden Ohrringen sind im schlimmsten Fall nicht nur unecht. In jedem Fall hat so eine Dreingabe den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Aufmerksamkeit von der Hauptattraktion abgelenkt wird und diese in Sekundenschnelle in der Wahrnehmung des Beschenkten rasant an Wert verliert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verschenken Sie schöne Erlebnisse</strong></p>
<p>Man kann es also nur falsch machen. Und wenn ich Ihnen jetzt auch noch von einer weiteren Erkenntnis oben genannter Studie berichte, werden Sie vermutlich noch mehr mit dem Kopf schütteln. Denn jenseits aller Wunschlisten gibt es noch etwas, was Beschenkten noch lieber haben: Geld. Und das ausgerechnet an Weihnachten, wo ein Briefumschlag gefüllt mit frisch gedruckten Euro-Noten als besonders unpersönlich und ideenlos gilt. Ich kenne niemanden, der Bargeld auf seine Wunschliste zu Weihnachten schreiben würde. Vielleicht, weil man sich nicht traut, so konkret nach Geld zu fragen.</p>
<p>Viele Menschen mögen nicht in der Lage sein, sich in andere ausreichend hinein zu versetzen und ihnen das Richtige zu schenken. Bargeld ist immerhin das fungibelste aller Präsente. Der Schenker muss nicht herumraten und der Beschenkte kann sich das leisten, was er sich vielleicht schon länger sehnlichst gewünscht hat.</p>
<p>Am Ende sei jedoch noch eines verraten, egal, für welches Geschenk man sich entscheidet. Erlebnisse zu verschenken<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> kommt häufig besser an, als wenn man sich für Sachgeschenke entscheidet. Denn alles, was messbar ist, wird leicht miteinander verglichen. Vor allem im Familienkreis und unter Freunden ist da vor dem Weihnachtsbaum schnell für Ärger gesorgt, weil der eine womöglich oder vermeintlich besser gefahren ist als der andere. Ein gemeinsamer Opernabend, eine Fahrt ins Blaue, ein Kurzurlaub oder ein gemeinsames Wellnesswochenende sind nicht nur viel persönlicher. Mehr noch sind schöne Erlebnisse nur schlecht vergleichbar. Und vor allem kann sie einem keiner mehr wegnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gino, Francesca, Flynn, Francis J.: <em>Give them what they want: The benefits of explicitness in gift exchange</em>, Journal of Experimental Social Psychology 47 (2011) pp. 915-922</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Den Tipp entnahm ich dem Buch des Sozialwissenschaftlers Paul Dolan „absichtlich glücklich“, das im Jahr 2015, im Pattloch Verlag München erschien</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/">Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Macht Transparenz glücklich?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/macht-transparenz-gluecklich/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/macht-transparenz-gluecklich/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2015 16:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=7840</guid>

					<description><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?” Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/macht-transparenz-gluecklich/">Macht Transparenz glücklich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?”</p>
<p>Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns die Geschichte trotzdem amüsant finden, liegt daran, dass der Angestellte mit seiner zweiten Forderung ja gar nichts an seiner tatsächlichen Lage ändert – bis auf seinen Status, der sich dadurch verbessert, dass er den der anderen absenken möchte. Und das scheint ihm Trost genug zu sein, wenn er denn selbst schon nicht mehr Geld kriegen soll.</p>
<p>So hatten verhaltensorientierte Wissenschaftler bereits vor einiger Zeit herausgefunden, dass das Maß eines Nutzens – in diesem Fall Zufriedenheit – nicht von einer absoluten Größe (etwa dem Gesamtvermögen eines Menschen) abhängt. Vielmehr ist es der Vergleich mit einem Referenzpunkt, der uns entweder glücklich oder unzufrieden macht. Wenn wir uns oberhalb dieses Bezugspunktes befinden (verglichen zum Beispiel mit unserem letzten oder dem Gehalt eines Kollegen), ist unsere Welt in Ordnung. Und sie gerät ins Wanken, wenn wir uns hingegen unterhalb dieses Bezugspunkts eingruppieren müssen.</p>
<p>Eine Studie zeigt indes, dass diese Erkenntnis leicht korrigiert werden muss. In einem Experiment haben vier Wirtschaftswissenschaftler* Mitarbeitern der Universität von Kalifornien die Möglichkeit gegeben, sich auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite einen generellen Überblick über die Einkommen von Angestellten des öffentlichen Dienstes, einschließlich der Bediensteten der Universität, zu verschaffen. Mehr als die Hälfte der Befragten rief diese Seite auf, wobei die meisten von ihnen nur eines interessierte: Was verdienen die Kollegen aus meiner Abteilung, weniger oder mehr als ich? Anschließend mussten die Probanden sowohl den Grad ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz als auch die Intensität, mit der sie sich einen neuen Job wünschten, beschreiben. Natürlich zeigten sich diejenigen, deren Gehalt unter dem Durchschnittseinkommen der Abteilung lag, besonders unzufrieden. Auch der Drang, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, war bei ihnen stärker ausgeprägt. Kein Wunder, dass in dieser Gruppe eine höhere Wahrscheinlichkeit bestand, sich von der Uni ungerecht behandelt zu fühlen. Erstaunlicherweise traf der Umkehrschluss aber nicht zu. So zeigte sich, dass diejenigen, deren Gehälter über dem Durchschnitt lagen, keineswegs zufriedener als alle anderen waren. Auch um ihre Loyalität zum Arbeitgeber war es nicht besser bestellt.</p>
<p>Wer also die Offenlegung von Gehältern in Unternehmen fordert, so die Autoren der Studie, sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine derartige Transparenz insgesamt zu weniger Zufriedenheit unter den Angestellten führt. So gesehen, könnte der  Chef aus dem Einleitungsbeispiel auf die zweite Frage seines Angestellten durchaus zustimmend reagieren. Aber nur, wenn er sicherstellen kann, dass niemand das neue (im Zweifel unveränderte) Gehalt der Kollegen erfahren wird.</p>
<p>*Card, David; Mas, Alexandre; Moretti, Enrico; Saez, Emmanuel (2012): <em>Inequality at Work: The Effect of Peer Salaries on Job Satisfaction, </em>The American Economic Review, Volume 102, Number 6, October 2012, pp. 2981-3003(23)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/macht-transparenz-gluecklich/">Macht Transparenz glücklich?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/macht-transparenz-gluecklich/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schöne Grüße aus Beverly Hills</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-gruesse-aus-beverly-hills/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-gruesse-aus-beverly-hills/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2015 08:47:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=7683</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eigentlich passiert es mir nur im Sportstudio, dass ich „n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht“ als Format meiner Wahl unter den vielen anderen langweiligen TV-Angeboten heraussuche. Nicht dass diese Sendung besonders geistvoll wäre, aber um sich ein wenig vom eintönigen, aber notwendigen Ausdauertraining abzulenken, eignet sich Jennifer Knäbles Einladung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ schon. Und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-gruesse-aus-beverly-hills/">Schöne Grüße aus Beverly Hills</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich passiert es mir nur im Sportstudio, dass ich „n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht“ als Format meiner Wahl unter den vielen anderen langweiligen TV-Angeboten heraussuche. Nicht dass diese Sendung besonders geistvoll wäre, aber um sich ein wenig vom eintönigen, aber notwendigen Ausdauertraining abzulenken, eignet sich Jennifer Knäbles Einladung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ schon. Und für gesellschaftliche Studien.</p>
<p>Der erste Beitrag führte uns zum x-ten Mal (n-tv Deluxe scheinen wohl langsam die Milliardäre auszugehen) Richtung Los Angeles zu den Reichen und Superreichen von Beverly Hills. Und weil sich dort mit Grundstücken und Immobilien besonders viel Geld verdienen lässt, wird uns eine Immobilienmaklerin vorgestellt, die sich natürlich nur mit den Allerreichsten befasst. Denn in Beverly, so scheint es, kann man über Nacht zum Millionär werden. Man muss nur das Richtige tun: Sechs Prozent Maklerprovision können einen im Erfolgsfall so richtig reich machen. „Sechs Prozent auf 50 Millionen Dollar“, rechnet uns die Stimme aus dem Off beflissen vor, „macht drei Millionen.“ Leicht zu rechnen, aber dennoch schwer zu bekommen. Hm, so richtig Neidstimmung will bei mir dennoch nicht aufkommen, auch nicht beim 500 Quadratmeter großen Haus aus dem Portfolio für Interessenten. Wahrscheinlich auch bei den meisten anderen Fernsehzuschauern nicht, weil als Grundvoraussetzung für das Entstehen von Neid soziale Vergleichbarkeit mit dem zu Beneidenden gegeben sein muss. Und die Reichen und Schönen von Beverly spielen einfach in einer anderen Liga als unsereins.</p>
<p>Dennoch: Ein Satz aus dem TV-Beitrag will mir nicht aus dem Kopf gehen: „Wer es hier geschafft hat, der zeigt das auch.“ Wo doch, so könnte man meinen, in diesen Vermögensregionen und bei so viel Reichtum der Status keine große Rolle mehr spielen sollte.</p>
<p>Und bei diesem grenzenlosen Wohlstand und ewigem Sonnenschein klang es fast schon ein bisschen scheinheilig, als uns die Stimme aus dem Off auch auf die Armen dieser Welt hinwies und darauf, dass Los Angeles eigentlich eine Stadt der Gegensätze sei. Nur wenige Kilometer von Beverly Hills, quasi um die Ecke, fristen anscheinend Hunderte von Heimatlosen ihr Dasein. Was für ein Gegensatz! Ja, das Thema Ungleichheit ist momentan derart präsent, dass es sich das n-tv Team nicht nehmen ließ, einen Blick auf das Elend in Downtown L. A. zu riskieren. Natürlich wurde nur mit Polizeischutz und aus dem fahrenden Auto heraus gefilmt. Gott sei Dank gebe es nur 42 Heimatlose in Beverly Hills, konnte die Immobilienmaklerin sofort etwaige Kaufinteressenten am Bildschirm beschwichtigen, wo immer sie diese Statistik auch herhaben mag. Alles unter Kontrolle also, oder?</p>
<p>Schnell wechselte ich das Programm, denn ich wollte mir nicht vorstellen, wie eines Tages die Armen von Downtown den Hügel nach Beverly erklimmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-gruesse-aus-beverly-hills/">Schöne Grüße aus Beverly Hills</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/schoene-gruesse-aus-beverly-hills/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bitcoins reloaded</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Besitztumseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[entgangene Gewinne/Verluste]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Tulpenhausse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=7608</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/">Bitcoins reloaded</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar mehr wert war als eine Unze Gold.</p>
<p>Und als der Kurs kurz darauf wieder nach oben schnellte und die 220 USD überschritt, musste ich nicht lange warten, bis mich mein ehemaliger Kompagnon Herman darauf ansprach, aber nicht, weil die 220er Marke einen wichtigen Chartpunkt dargestellt hätte. Vielmehr handelte es sich um den Preis, bei dem auch ich im Spätherbst 2013 nahe dran war, an der sich damals mit überwältigender Kraft aufbauenden Hausse teilzunehmen. Aber dann war mir der Markt davongelaufen.</p>
<p>Nun geriet ich erneut ins Grübeln, weil dieser Referenzpunkt sich fest in meinem Kopf verankert hatte. Denn ich musste mir ja selbst eingestehen, damals eine vermeintliche Kaufgelegenheit verpasst zu haben (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/verpasste-gelegenheit/">HIER</a></strong> und <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), während mein Kompagnon schon Kursziele von bis zu 10.000 USD pro Bitcoin ausrief – allerdings ohne ein einziges virtuelles Geldstück gekauft zu haben. Ich habe die Tage von damals nicht vergessen, an denen ich angesichts meines Pre-Commitments (eigentlich wollte ich ursprünglich kaufen) während der massiven Hausse verschiedene Stadien des Bedauerns und der Reue (Regret) durchlebte.</p>
<p>Umso mehr erfüllte es mich mit Genugtuung, als sich im Laufe des vergangenen Jahres mein Verdacht, es müsse sich bei der Entwicklung der Bitcoin-Mania um eine Abwandlung der Tulpenhausse aus dem 17. Jahrhundert handeln, bestätigte. Der Kurssturz der virtuellen Währung sollte heftiger ausfallen als die jüngste Abwertung des russischen Rubels. Und als der Wert eines Bitcoins unlängst wieder unter meinen virtuellen Einstandspreis von 220 USD fiel, sagte ich mir: „Zum Glück war ich nicht dabei!“ Mir war diese schmerzhafte Episode eines großen Gewinns, gefolgt von einem genauso großen Verlust, erspart geblieben. Denn auch ich hätte etwas, das ich bereits gewonnen hatte, nicht mehr gerne hergegeben, weil Verluste schwerer als Gewinne in gleicher Höhe wiegen. Mit anderen Worten: Ich fühlte mich plötzlich wegen dieser vermeintlich verpassten Gelegenheit sogar richtig gut<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkte als Anker</strong></p>
<p>Fast ein wenig triumphierend rief ich Herman an: „Hast Du Bitcoins gesehen? Zum Glück habe ich da nicht mitgemacht. Und Du hast mich damals deswegen ausgelacht!“ – „Dann kannst Du ja jetzt genau bei dem Niveau von 220 $ einsteigen, das Du damals verpasst hast!“, erwiderte die Stimme am anderen Ende des Telefons.</p>
<p>Ich dachte nicht im Traum daran.</p>
<p>Gestern – Bitcoins wechselten wahrscheinlich aufgrund der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB und der Wahlen in Griechenland mit einem Male für mehr als 300 USD den Besitzer – bekam ich wieder einen Anruf. „Ich habe gekauft“, teilte mir Herman trocken mit, und auch ohne dass er mir sagte, was er erworben hatte, wusste ich sofort, wovon er sprach. „Viel?“, fragte ich daher nur und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme leicht verunsichert klang. Denn sofort beschlich mich die böse Ahnung, Herman könnte jetzt mit „meinem(!)“ einstigen selbst gewählten Referenzpunkt sogar Gewinne machen. Ich fühlte mich, als ob jemand die Zahlen von meinem Lottoschein heimlich abgeschrieben und damit einen Hauptgewinn gemacht hätte, während ich selbst es versäumt hatte, den Schein am Lottoschalter abzugeben.</p>
<p>Glücklicherweise hat Herman nur einen einzigen Bitcoin gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Genau genommen hatte ich einen entgangenen Gewinn (wirkt ähnlich wie ein Verlust) in meiner Vorstellung wieder durch einen entgangenen Verlust (wirkt ähnlich wie ein Gewinn) wettgemacht</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/">Bitcoins reloaded</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bitcoins, bitte!</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2014 16:22:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Tulipmania]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=7411</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich sie schon längst vergessen. Ich meine die Bitcoins. Aber am Montag fiel mir die ganze Geschichte wieder ein, als ich las, dass die virtuelle Währung die 300-Dollar-Linie unterschritten habe. Das wirkt schon ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Ende November 2013 ein Bitcoin sogar einmal teurer als eine Unze Feingold war. Aber nur [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/">Bitcoins, bitte!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich sie schon längst vergessen. Ich meine die Bitcoins. Aber am Montag fiel mir die ganze Geschichte wieder ein, als ich las, dass die virtuelle Währung die 300-Dollar-Linie unterschritten habe. Das wirkt schon ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Ende November 2013 ein Bitcoin sogar einmal teurer als eine Unze Feingold war. Aber nur einen Tag lang. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie mir damals Experten in schönsten Farben ausmalten, dass der Wert eines Bitcoin mit Leichtigkeit auf fünf oder 10.000 US-Dollar ansteigen könne. Da sah ein Einstiegskurs von rund 1.200 USD, damals auf dem Allzeithoch, gegenüber dem vollmundigen Versprechen einer möglichen Verachtfachung des Wertes der Bitcoins immer noch günstig aus.</p>
<p>Aber ich fühlte mich damals gewissermaßen wie ein gebranntes Kind, denn ich hatte vier Wochen zuvor die Gelegenheit verpasst, für sage und schreibe 220 USD pro BTC einzusteigen. Auch höre ich noch die Stimme meines Kollegen und Freundes Herman in meinen Ohren: „Ich hab‘ Dir doch gesagt, dass man Bitcoins haben muss.“ Das tat richtig weh, auch wenn es sich um das Resultat eines Hindsight-Bias vom Feinsten handelte. Aber da Herman damals seiner eigenen Prognose nicht wirklich traute, hatte auch er (aus meiner Sicht glücklicherweise) keine Reichtümer mit der virtuellen Währung verdient. Anders ausgedrückt: Mir fehlte bei einem Kurs von 1.200 USD ein triftiger Grund, bei diesem Wahnsinn mitzumachen, weil es niemanden in meinem Umfeld gab, mit dem ich um den Titel „Reichster Mann durch cleveren Bitcoin-Deal“ konkurrieren musste.</p>
<p>Dass ich damals schon mutmaßte, es könne sich beim Bitcoin-Markt um eine Spekulationsblase handeln (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), die den Charakter der Tulipmania annehme, ist eine Geschichte. Aber ich habe auch gelernt, dass der Vergleich mit Nachbarn, Freunden und Verwandten in finanziellen Angelegenheiten vermieden werden sollte. Denn deren Erfolg oder Misserfolg führt zu Referenzpunkten, die auf Entscheidungen der Vergangenheit beruhen. Über künftige Gewinne sagen diese Geschichten zwar nichts aus, aber solche Referenzpunkte wirken manchmal wie Anker. Vor allem wenn Andere Gewinne gemacht haben, die wir als fast so deprimierend wie einen eigenen Verlust wahrnehmen, den man glaubt wettmachen zu müssen. Das führt manchmal zu einem Aktionismus, der ohne diesen Vergleich nicht stattgefunden hätte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/">Bitcoins, bitte!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues von den Superreichen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/neues-von-den-superreichen/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/neues-von-den-superreichen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2014 07:26:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[n-tv DeLuxe]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Schadenfreude]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Statussymbole]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=7279</guid>

					<description><![CDATA[<p>Meistens komme ich während meines Trainings im Sportstudio zum Fernsehen. So auch am letzten Wochenende geschehen, als ich, sozusagen „alternativlos“, wieder einmal beim Magazin „n-tv Deluxe – Alles was Spaß macht“ hängenblieb. Fast ist es schon ein running gag, wenn die Moderatorin des Magazins, Jennifer Knäble, ihre, sagen wir diskret, handverlesene Zielgruppe mit „Hallo, liebe [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/neues-von-den-superreichen/">Neues von den Superreichen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Meistens komme ich während meines Trainings im Sportstudio zum Fernsehen. So auch am letzten Wochenende geschehen, als ich, sozusagen „alternativlos“, wieder einmal beim Magazin „n-tv Deluxe – Alles was Spaß macht“ hängenblieb. Fast ist es schon ein running gag, wenn die Moderatorin des Magazins, Jennifer Knäble, ihre, sagen wir diskret, handverlesene Zielgruppe mit „Hallo, liebe Milliardäre“ begrüßt. Nachdem ich erst vor kurzem eine ähnliche Sendung gesehen hatte, wurde mir jetzt klar: Das neuste Statussymbol ist eine eigene Insel. Vorgestellt wurde dem unbefangenen Zuschauer der Luxus-Concierge Doug Turner, der den Superreichen der Welt so ziemlich alles besorgt. Ja, Doug hat natürlich beste Verbindungen zu einem Aerotoys Store, bei dem man einen Mega-Privatjet für 6000 US-Dollar die Stunde mieten kann. Oder darf‘s die private Insel sein, natürlich mit dem „Rundum-sorglos-Paket“?</p>
<p>Und Doug selbst? Der guckt sich mal ganz schnell ein neues Eigenheim an und entscheidet dann („Ich nehm‘ die Hütte“) ganz spontan, die Immobilie im Vorbeigehen zu erwerben, weil er selbst mittlerweile zum Multimillionär mutiert ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sozialer Vergleich</strong></p>
<p>Muss man da neidisch werden? Ich selbst habe mich schon oft mit diesem wenig sympathischen Gefühl beschäftigt. Denn es handelt sich ja immerhin um eine ziemlich schmerzhafte Regung, die einen Menschen überkommt, wenn er erkennen muss, dass ein anderer etwas hat – eine Sache, eine Eigenschaft oder einen Status –, was er selbst für erstrebenswert hält, aber eben nicht besitzt. Immerhin zählt Neid zu den sieben Todsünden. Aber im Verlauf dieser Fernsehsendung wollte bei mir ein solches Gefühl nicht aufkommen. Ob es daran lag, dass ich mich bereits eine Dreiviertelstunde auf meinem Sportgerät derart verausgabt hatte, dass die Glücksgefühle woanders her kamen?</p>
<p>Dann fiel mir aber wieder ein, dass eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Neid der soziale Vergleich (vgl. <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/neidgesellschaft-und-schwarzgeldgauner/"><strong>hier</strong></a></span>) ist. Je näher sich Menschen stehen, desto größer wird die Gefahr von Neid. Und deswegen beneidet man viel eher Nachbarn, Bekannte, Freunde oder Verwandte oder vielleicht sogar die eigenen Geschwister als den Superreichen, der in einer ganz anderen Liga spielt. Und dann sah ich ihn wieder, diesen Doug, wie er dieses Mal auf einer Yacht an den Prachtvillen vorbeifuhr. Hier die Behausung von Nick Nolte, die immerhin 12 Millionen US-Dollar gekostet haben soll. „Aber es geht noch fetter“, verkündete die Stimme aus dem Off verheißungsvoll. Und dann kam es, das Herrenhaus auf 3000 Quadratmetern, das für 40 Millionen Dollar zum Verkauf angeboten wurde. Mit dem eigentlich unwichtigen Hinweis, der Besitzer sei blind. Oder sollte da dem TV-Zuseher vermittelt werden, dass Geld eben doch nicht alles ist? Mir ging sofort durch den Kopf, dass wer nicht neidisch ist, glücklicherweise auch nicht schadenfroh sein kann. Und deswegen fand ich das nicht nach echtem Mitgefühl klingende „Ja, das ist natürlich traurig“, ebenfalls aus dem Off gesprochen, unsensibel und so deplatziert, dass ich die Fernbedienung ergriff, den Off-Schalter drückte und mich fortan, ohne TV-Berieselung, ganz und gar auf mein Training konzentrierte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/neues-von-den-superreichen/">Neues von den Superreichen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/neues-von-den-superreichen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Peinlicher Patzer</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/peinlicher-patzer/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/peinlicher-patzer/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2013 09:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA["Wer wird Millionär?"]]></category>
		<category><![CDATA[Fairness]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Schadenfreude]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=6718</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unlängst widerfuhr mir ein Missgeschick. Ich stand morgens in aller Frühe vor dem Garderobenspiegel und sah mich außerstande, etwas zu tun, was ich normalerweise jeden Morgen automatisch erledige: Plötzlich war es mir unmöglich, meine Krawatte zu binden. Es ging einfach nicht. Ich überlegte und überlegte. Ohne Erfolg. Alles schien vergessen – ich hatte schlichtweg einen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/peinlicher-patzer/">Peinlicher Patzer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst widerfuhr mir ein Missgeschick. Ich stand morgens in aller Frühe vor dem Garderobenspiegel und sah mich außerstande, etwas zu tun, was ich normalerweise jeden Morgen automatisch erledige: Plötzlich war es mir unmöglich, meine Krawatte zu binden. Es ging einfach nicht. <span id="more-6718"></span>Ich überlegte und überlegte. Ohne Erfolg. Alles schien vergessen – ich hatte schlichtweg einen Blackout. Schließlich nahm ich eine kalte Dusche, und mit einem Male funktionierte die Routine wieder. Zum Glück hat das niemand gesehen, dachte ich mir. Außerdem gelte ich ja auch nicht als Experte im Krawattenbinden. Und peinlich wird so etwas sowieso erst, wenn andere einem bei einem solchen Aussetzer zusehen.</p>
<p>So oder so ähnlich muss es dem Sportmoderator und Fußball-Experten Waldemar Hartmann gegangen sein, als er als Telefonjoker bei der TV-Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ die falsche Antwort gab. Ganz Fußball-Deutschland wusste, welches von vier Ländern noch nie eine Weltmeisterschaft im eigenen Lande gewonnen hatte. Nur er, der Experte, wusste es nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fairness ist nicht gleich Fairness</b></p>
<p>Bei „Wer wird Millionär?“ haben aber auch schon andere selbst bei leichten Fragen einen Blackout gehabt. So wurde zum Beispiel vor einigen Jahren im französischen Fernsehen gefragt, welcher der vier Himmelskörper Venus, Mars, Mond oder Sonne um die Erde kreisen würde. Und weil der Kandidat damals nicht weiter wusste, sollte das fachkundige Publikum per Knopfdruck die richtige Antwort geben. Aber wie eine Aufzeichnung der TV-Sendung<a href="http://www.myvideo.de/watch/2077020/In_Frankreich_dreht_sich_die_Sonne_um_die_Erde"><span style="text-decoration: underline;"> (hier)</span> </a>zeigt, müsste man eigentlich bei erstem Hinsehen am Verstand des Publikums zweifeln, das sich mit großer Mehrheit für „Sonne“ entschied. Oder hatten einige womöglich absichtlich auf den falschen Knopf gedrückt hat, nach dem Motto: „Wenn der noch nicht einmal eine so leichte Frage beantworten kann, hat er es im Zweifel auch nicht verdient, eine Million Euro mit nach Hause zu nehmen.“ Das nennt man dann Sinn für Gerechtigkeit.</p>
<p>Aber bei Waldemar Hartmann scheint es nicht um Fairness zu gehen, war mein Eindruck, als ich die vielen hämischen Kommentare im Internet zu seinem Lapsus las. Von Mitgefühl kaum eine Spur. Nein, einem Experten darf so etwas nicht passieren, war der Tenor. Vor allem unter dem Deckmantel der Anonymität im Internet ist offenbar alles erlaubt: Hohn, Verachtung und vor allem Schadenfreude. Schadenfreude, die als „Schwester“ des Neids normalerweise dort entsteht, wo man sich mit anderen Menschen vergleichen kann. Also unter Nachbarn, Freunden und Verwandten. Und Waldemar Hartmann? Der mag den meisten vielleicht volkstümlich nah vorkommen, aber als Experte und Sportkommentator wird er mehr bewundert als beneidet und steht, auch was sein Einkommen betrifft, seinen meisten Zuschauern doch eher fern.</p>
<p>Günther Jauch, der Moderator von „Wer wird Millionär?“ sprach bezeichnenderweise davon er [schaden]freue sich über die Fallhöhe, die Waldi jetzt bei diesem Telefonanruf habe. Ja, nicht nur in Jauchs Wahrnehmung fiel da jemand von ganz oben nach ganz unten und wird für uns zumindest für ein paar Tage auf diesem Sturzflug vergleichbar. Begleitet von dem fragwürdigen Wohlgefühl, an diesem Abend für einen Moment lang sogar mehr als der Experte gewusst zu haben, der aber auch nur ein Mensch ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/peinlicher-patzer/">Peinlicher Patzer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/peinlicher-patzer/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Münzen-Manie</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 09:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Tulpenhausse]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=6699</guid>

					<description><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit wurde [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">Münzen-Manie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit<span id="more-6699"></span> wurde die virtuelle Währung bei 220 US-Dollar  gehandelt und jetzt, während ich dies hier schreibe, liegt deren Wert bereits bei knapp 400 Dollar! Nein, ich schwöre, dass ich mich nicht darüber geärgert habe, diese Aufwärtsbewegung verpasst zu haben. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich meinem ersten Kaufdrang nicht nachgegeben, sondern mich stattdessen an meine mir vor vielen Jahren selbst auferlegte Regel gehalten habe, die da lautet: „Schlafe mindestens eine Nacht darüber, bevor Du Dich für ein Investment in einer Anlageklasse, in der Du Dich nicht wirklich auskennst, entscheidest!“</p>
<p>Dann deutete auch mein Freund und Kompagnon Herman an, dass es für einen Einstieg noch längst nicht zu spät sei. Und ein Bekannter, den ich während der Gold-Haussezeiten von 2010 und 2011 ins Herz geschlossen hatte, raunte mir verschwörerisch ins Ohr, dass man bei den Bitcoins einfach dabei sein müsse. Da seien möglicherweise Preise von zwischen fünf und 10.000 Dollar pro „BTC“ drin, meint er, vor allen Dingen wenn die US-Notenbank weiter so viel Geld drucken würde, wie sie dies zurzeit täte. Schon rechnete ich mich reich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bitcoins erreichen „Marktreife“</b></p>
<p>Dann fielen mir aber wieder meine beiden Blogbeiträge vom April (<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">hier</a> und <a href="http://www.blognition.de/blog/marketing/flucht-von-bitcoins-ins-gold/">hier</a>) ein, in denen ich die Kursentwicklung bei den Bitcoins mit der berüchtigten Tulipmania des 17. Jahrhundert verglich. So hatte sich am 4. April dieses Jahres die virtuelle Währung in weniger als zwei Wochen in ihrem Wert  verdoppelt, um dann allerdings innerhalb von sechs Stunden von 266 auf 105 Dollar herunter zu krachen. So schnell waren noch nicht einmal die Tulpenträume von vor über 300 Jahren verwelkt.</p>
<p>Heute, ein gutes halbes Jahr später, erklärte mir ein Experte, der jüngste Kursanstieg sei doch ein klarer Beweis dafür, dass Bitcoins nun endlich Marktreife erreicht hätten. „Aber nun stell dir einmal vor, wenn erst einmal PayPal Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wie ich gerüchteweise gehört habe…“, fuhr der Experte fort, „dann wirst du eine wahre Kursrakete sehen.“ Klarer Fall, wenn die breite Masse Bitcoins akzeptiert. Und PayPal könnte dafür ein Indikator sein. Aber, Vorsicht! Dieses Unternehmen wird sich vermutlich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Sofern angediente Bitcoins nicht zur Begleichung einer Rechnung im Internet akzeptiert werden, könnte PayPal aber bei Bedarf den Part eines Geldwechslers von Euro in BTC und umgekehrt spielen. Natürlich gegen stattliche Provisionen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wieder einmal schneller Reichtum für alle?</b></p>
<p>Daraufhin habe ich mir für meinen Teil im Internet die Charts diverser Spekulationsblasen angeschaut. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir erst am Anfang eines neuen Trends stehen, der gerade größeres Medieninteresse zu wecken scheint. Das sieht nach einem wunderbaren Eldorado für alle aus, könnte man meinen. Ich höre sie schon jetzt in meinem Ohr, all‘ die sagen- und märchenhaften Erzählungen davon, wie viel einige Leute mit Bitcoins verdient haben, obwohl ich die Funktionsweise und den Sinn dieser virtuellen Währung bis heute nicht richtig durchschaue.</p>
<p>Woher rührt die Faszination für dieses unsichtbare Geld, wo doch die meisten Menschen keine abstrakten Dinge mögen? Aber Bitcoin, das klingt nach harter Währung, das hat etwas von „in eine Münze  beißen“ (to bit[e in a ]coin) – hat man früher nicht so auch Goldmünzen geprüft? Da kommt einiges an psychologischen Momenten und Fallen zusammen. Die vermeintlich leichte Vorstellbarkeit einer abstrakten Währung. Oder geht es darum, im Trend zu liegen, weil Bitcoins so zukunftsweisend wirken und womöglich noch zum Statussymbol werden? Auch Neid mag dabei eine Rolle spielen, die Angst, mit dem Nachbarn nicht mithalten zu können, wenn der in großer Runde mit seinen Bitcoin-Gewinnen prahlt. Oder ist es wieder einmal der alte, nie ausgeträumte Traum, innerhalb kürzester Zeit steinreich zu werden? Das alles sind nur allzu menschliche Motive.</p>
<p>Aber erst hinterher werden wir wissen, ob wir tatsächlich reicher geworden sind. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Gerade erfuhr ich, dass eine chinesische Bitcoin-Plattform, die 1.000 Kundenkonten im Gegenwert von 4,1 Millionen US-Dollar unterhielt, sang- und klanglos „offline“ gegangen sein soll.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">Münzen-Manie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fluch des ewigen Vergleichens (Positionsgüter Teil 5)</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/fluch-des-ewigen-vergleichens-positionsgueter-teil-5/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/fluch-des-ewigen-vergleichens-positionsgueter-teil-5/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2013 05:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[böser Trieb]]></category>
		<category><![CDATA[interner Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Statussymbole]]></category>
		<category><![CDATA[Todsünde]]></category>
		<category><![CDATA[zehn Gebote]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=6656</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen vier Beiträgen zu Positionsgütern dürfte bei manchem Leser der Eindruck entstanden sein, dass diesen Dingen eigentlich nicht allzu viel Positives abzugewinnen ist. Wozu der ganze Stress, mag mancher denken, wozu dieses ewige Wettrennen um den besseren gesellschaftlichen Status, dieses permanente  Vergleichen, diese dauernde Frustration, weil es immer andere geben wird, die mehr [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fluch-des-ewigen-vergleichens-positionsgueter-teil-5/">Fluch des ewigen Vergleichens (Positionsgüter Teil 5)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen vier Beiträgen zu Positionsgütern dürfte bei manchem Leser der Eindruck entstanden sein, dass diesen Dingen eigentlich nicht allzu viel Positives abzugewinnen ist. Wozu der ganze Stress, mag mancher denken, wozu dieses ewige Wettrennen um den besseren gesellschaftlichen Status, dieses permanente  Vergleichen, diese dauernde Frustration, <span id="more-6663"></span>weil es immer andere geben wird, die mehr haben oder mehr können. Aber auch der teilweise hemmungslose Tausch von positionsunabhängigen Gütern wie Freizeit, Familienleben, Arbeitsplatzsicherheit, Schlaf etc. gegen das Positionsgut Geld hinterlässt bei vielen Menschen Spuren. Und glücklicher wird die Gesellschaft als Ganzes dadurch auch nicht: Nicht zufällig ist der Burnout die Modekrankheit unserer Epoche. Nicht umsonst befassen sich zwei der zehn biblischen Gebote mit dem Problem, dass sich zu allen Zeiten Menschen der Positionsgüter anderer bemächtigen oder mit deren Eigentümern mindestens gleichziehen wollen. „Du sollst nicht stehlen!“, heißt es im 2. Buch Mose, und weiter: „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut sowie Deines Nächsten Weib“. Woraus auch abzulesen wäre, dass eine Ehefrau damals ebenfalls als Positionsgut angesehen wurde.</p>
<p>Allein schon die Tatsache, dass den Menschen schon vor Jahrtausenden solche Gebote gegeben wurden, um ihrem unentwegten Streben nach Mehr, ihrem Wachstumstrieb, ihrer Gier Einhalt zu gebieten, zeigt: Die Frage, welchen Rang bekleide ich innerhalb meiner sozialen Gruppe und wie kann ich ihn gegebenenfalls verbessern, treibt den Einzelnen seit Menschheitsgedenken um. Das zeigt sich auch indirekt darin, dass sich gleich drei der sieben Todsünden, auf die ich (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/markte/die-borse-und-das-bose-ii/">hier</a></span>) und<span style="text-decoration: underline;"> (</span><a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/die-borse-und-das-bose/">hier</a>) eingegangen bin, mit negativen Charaktereigenschaften beschäftigen, die allesamt im Zusammenhang mit der dauernden Konkurrenz um den höheren Status stehen.  Gemeint sind Gier, Neid und Stolz – alle gelten sie als schwere Verfehlungen, die der christlichen Lehre zufolge zur ewigen Verdammnis in der Hölle führen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wider den „bösen Trieb“</b></p>
<p>Warum also Positionsgüter nicht einfach abschaffen oder zumindest weniger attraktiv machen? Der Kommunismus hat genau das versucht, wenn auch ohne Erfolg. Es gibt nicht wenige, die am liebsten sogar Geld als fungibelstes aller Positionsgüter oder zumindest Zins und Zinseszins als Ursache gesellschaftlichen Übels abschaffen würden und sich dann paradoxerweise für Gold oder gar Bitcoins stark machen. Wo doch gerade seine relative Knappheit Gold zum Positionsgut par excellence gemacht hat.</p>
<p>Auch haben sich schon viele Menschen seit Jahrtausenden den Kopf darüber zerbrochen, wie man diesen „bösen Trieb“ des Menschen nach Mehr in den Griff bekommen könnte<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Vor allem, wenn Menschen wegen sozialer Vergleiche Gesetze brechen oder Dinge tun, die sie normalerweise nie begehen würden, zu denen sie sich aber im Wettbewerb um den besten Rang in der Gesellschaft genötigt sehen. Oder sie geraten unter Zugzwang, weil alle anderen an einem Trend partizipieren. So könnte allein  aus Gründen der Sicherheit die Anschaffung eines Positionsgutes geradezu zwingend angezeigt sein. Wer sich beispielsweise als Einziger mit einem alten Austin Mini zwischen lauter gepanzerten SUVs im Straßenverkehr fortbewegt, droht zerquetscht zu werden. Schon weil sein niedriges Chassis vor ihrem mächtigen Kühlergrill verschwindet.</p>
<p>Bieten denn also Regeln und Reglementierungen die einzige Lösung des Problems? Soll man den „bösen Trieb“ per Gesetz unterdrücken? Das würde allerdings auch bedeuten, dass damit jedes  gesellschaftliche Wachstum, jede Weiterentwicklung genauso im Keim erstickt würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Interne statt externe Bezugspunkte</b></p>
<p>Immerhin gelingt es vielen Menschen immer wieder, ihren Selbstwert nicht allein aus dem Vergleich mit anderen zu beziehen, sondern diesen vielmehr an internen Bezugspunkten festmachen. Vielleicht sollte man sich einfach viel häufiger fragen, ob man diese oder jene Anschaffung auch tätigen würde, wenn der Bekannte oder Freund nicht neulich damit voller Besitzerstolz bei einem aufgetaucht wäre, so dass unsere Begehrlichkeit geweckt wurde. In einer Straße, die nicht vollgeparkt mit den teuren Schlitten der Nachbarn wäre, würde man vielleicht auch eher aufs Fahrrad umsatteln.  </p>
<p>Aus gesellschaftlicher Sicht bestünde daher ein erster Schritt gegen Positionsgüter darin, diese weniger attraktiv erscheinen zu lassen. Möglicherweise durch eine (be)steuernde Gesetzgebung. Aber wer möchte das tatsächlich und wie effektiv wären entsprechende Maßnahmen, wenn sich die Führenden auf der Positionsleiter diese Güter trotz einer massiven Verteuerung immer noch leisten könnten?  Ein anderer Weg bestünde darin, die Wertschätzung von positionsunabhängigen Gütern zu erhöhen und diese zu schützen.</p>
<p>Der wichtigste Schritt, sich von der Fessel der Statussymbole und Positionsgüter zu befreien, muss aus der Gesellschaft selbst heraus gemacht werden, denn Gesetze können – wenn überhaupt – immer nur einen Entscheidungsrahmen bilden, und Sündenregister und Moralkeulen funktionieren nur als Drohung oder Appell. Vielmehr sollte man daher das Bewusstsein für die negativen Mechanismen des sozialen Vergleichs schärfen. Mehr aber noch ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Menschen tatsächlich wahrnehmen, bewerten und entscheiden. Dazu kann die Behavioral Economics einen wichtigen Beitrag leisten. Wer die Mechanismen des ewigen sozialen Vergleichens durchschaut und wer andererseits begreift, was Menschen langfristig wirklich glücklich macht, wird vielleicht eher zu dem Schluss kommen, nicht bei jedem Gerangel ums Sozialprestige mehr mitmachen zu müssen.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Stellvertretend seien hier die „Fabel des bösen Triebs“ aus dem Babylonischen Talmud („The Fable of the Evil Impulse“, zitiert aus Ohrenstein, Roman A. und Gordon, Barry L. J. (2009): <i>Economic Analysis in Talmudic Literature</i>, 3rd revised Ed., Brill NV, Leiden, pp. 48 ff.) oder die von mir häufig erwähnte <i>Bienenfabel </i>von Bernard Mandeville erwähnt. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fluch-des-ewigen-vergleichens-positionsgueter-teil-5/">Fluch des ewigen Vergleichens (Positionsgüter Teil 5)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/fluch-des-ewigen-vergleichens-positionsgueter-teil-5/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
