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	<title>SNB Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Neuer Free Lunch der SNB?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 07:34:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen wird im Handel, aber auch in den Medien darüber spekuliert, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder Fremdwährungen gegen Franken kauft, um dessen Aufwertung zu verhindern. Nun ist es nicht einmal drei Wochen her, dass die SNB, verbunden mit schweren Bewertungsverlusten ihrer Währungsreserven, die feste Untergrenze des Euro von 1,20 CHF aufgeben musste. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen wird im Handel, aber auch in den Medien darüber spekuliert, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder Fremdwährungen gegen Franken kauft, um dessen Aufwertung zu verhindern. Nun ist es nicht einmal drei Wochen her, dass die SNB, verbunden mit schweren Bewertungsverlusten ihrer Währungsreserven, die feste Untergrenze des Euro von 1,20 CHF aufgeben musste. Die Folge: Wer sich auf die Zentralbank verlassen oder sich gar auf ihre Seite geschlagen hatte, musste dies teuer bezahlen. Hatte bis dahin die Börsenweisheit gegolten, man solle sich mit seiner Position nie gegen die Zentralbank stellen, wurde plötzlich genau dieses Verhalten fürstlich belohnt.</p>
<p>Wenn nun die SNB tatsächlich – und die Indizien sprechen dafür – erneut und möglicherweise verdeckt interveniert haben sollte, ist das eine Sache. Zumal inoffizielle, also verdeckte Interventionen schon seit Jahrzehnten zum Arsenal der Wechselkurspolitik einer Zentralbank gehören. Im Gegensatz zur offenen Intervention, bei der die Zentralbank direkt mit den Kontrahenten handelt, tritt jene bei der verdeckten Intervention über eine dritte Adresse (die natürlich zum Stillschweigen verpflichtet ist) mit ihren Handelspartnern in Verbindung. Gerade das Beispiel der Bank von Japan und anderen Zentralbanken hat in früheren Zeiten immer wieder gezeigt, dass diese Art des Markteingriffs besonders beliebt ist, weil sie eine Notenbank weniger berechenbar macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Interventionsband mit fatalen</strong> <strong>Folgen </strong></p>
<p>Umso mehr erstaunt es mich, dass schon wieder Gerüchte die Runde machen, die SNB hätte sich womöglich für eine Bandbreite zwischen 1,05 und 1,10 CHF entschieden, innerhalb derer sie mit Eurokäufen (bzw. Frankenverkäufen) stützenderweise zu operieren beabsichtige. Tatsächlich hat sich der Kurs während der vergangenen fünf Handelstage von der Parität wie von Geisterhand ziemlich exakt auf die Untergrenze dieser Zone hin bewegt. Mit anderen Worten: Der Euro hat in Folge von Käufen im Vergleich zum US-Dollar erheblich stärker, und zwar um satte fünf Prozent, zugelegt, getragen natürlich von der Hoffnung der Spekulanten, die SNB werde im Zweifel diese gekauften Euro eben zumindest mit 1,05 CHF ankaufen. Sollte sich dieses Gerücht bewahrheiten, würde die neue Strategie der SNB nicht nur einem neuerlichen <em>free lunch </em>für die betroffenen Devisenakteure gleichkommen. Vielmehr würde ein derartiges Verhalten die Währungsreserven der Zentralbank – und das zu einem möglicherweise unnötig künstlich hochgehaltenen Kurs – weiter aufblähen.</p>
<p>Bei allen anderen Finanzmarktteilnehmern würde man eine derartige Strategie als „verbilligen“ [des Einstandspreises] oder als „Hinzumischen“ zu einem bereits bestehenden (schal gewordenen) Engagement bezeichnen. Die Behavioral Finance spricht übrigens von einem so genannten <em>Sunk Cost Effect</em>, Finanzmarktstrategen liebevoll von einer „strategischen Position“.</p>
<p>Ich kenne übrigens keine einzige strategische Position, die jemals größere Gewinne gezeitigt hätte.</p>
<p>Sollte sich die Erwartung eines neuen Interventionsbandes bestätigen, fehlte eigentlich nur noch das Versprechen der SNB, notfalls erneut unbegrenzt ausländische Valuten aufzukaufen. Dabei ist das neue Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank, das angeblich die SNB dazu bewogen hatte, ihre Interventionsbereitschaft bei 1,20 CHF aufzugeben, noch nicht einmal in Gang gesetzt. Und sollte die SNB dann tatsächlich aus irgendwelchen Gründen ihr Versprechen nicht einhalten können, würde ein neuerlicher Kapitalfluss in Richtung des „sicheren Hafens“ Schweiz dafür sorgen, dass die Nationalbank weitere milliardenschwere Verluste bei ihren Währungsreserven zu verbuchen hätte.</p>
<p>Oder ist alles nur ein Bluff der Nationalbank, um weitere drohende Kapitalflüsse in die Schweiz abzuwehren? Die Akteure an den Finanzmärkten werden mit der Zeit auch das schonungslos testen. Und hoffentlich war dann alles nur ein Gerücht.</p>
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		<title>Teures Unterfangen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 06:50:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) tatsächlich die Interventionsgrenze des Franken im Verhältnis zum Euro von 1,20 CHF aufgegeben. Naturgemäß haben die Märkte darauf mit einem Schock reagiert. Gleichwohl spielt es für mich eine eher untergeordnete Rolle, auf welchem Niveau sich der Wechselkurs des Franken in den kommenden Tagen etablieren wird. Immerhin ist es der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) tatsächlich die Interventionsgrenze des Franken im Verhältnis zum Euro von 1,20 CHF aufgegeben. Naturgemäß haben die Märkte darauf mit einem Schock reagiert. Gleichwohl spielt es für mich eine eher untergeordnete Rolle, auf welchem Niveau sich der Wechselkurs des Franken in den kommenden Tagen etablieren wird. Immerhin ist es der SNB gelungen, seit Herbst 2011 den von ihr gewünschten Wechselkurs standhaft zu verteidigen – damals und zuletzt im Dezember 2014 hatte die Nationalbank immer wieder betont, sie werde ausländische Valuten (notfalls in unbegrenzter Höhe) kaufen, um dieses Ziel zu erreichen. Damals sprach ich von einem schweren Sündenfall (vgl. <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-schwerer-sundenfall/"><strong>HIER</strong></a>), zumal sich seinerzeit keine andere Zentralbank finden wollte, die die SNB in ihrem Vorhaben unterstützte. Psychologisch gesehen war dies ein riesiges eskalierendes Commitment, das über die Jahre mit einer massiven Erhöhung der Währungsreserven einherging. Diese erfahren nun mit der gestrigen Entscheidung der SNB eine kräftige Abwertung, die sie Milliarden Franken kosten wird.</p>
<p>Auf den ersten Blick dürfte sich die SNB mit der Aufgabe der Interventionsgrenze einen massiven psychologischen Vertrauensverlust eingehandelt haben. So stellte sich mancher Händler in einer ersten Reaktion die Frage, ob denn die Zentralbank völlig die Kontrolle über das Marktgeschehen verloren habe, wenn sie so heftig reagiere. Wie stünde es in einer vergleichbaren Situation um das Versprechen der Europäischen Zentralbank, für die Stützung des Euro alles Erdenkliche zu tun? – Ein Gedanke, der in diesem Augenblick so manchem Devisenhändler durch den Kopf gegangen sein mag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Kapitulation</strong></p>
<p>Bei genauerem Hinsehen kann man sich natürlich auch darüber streiten, ob angesichts eines bevorstehenden quantitativen Lockerungsprogramms der EZB, das mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit den Euro weiter geschwächt hätte, ein stures Festhalten am 1,20er Interventionskurs tatsächlich sinnvoll gewesen wäre. Wenn mancher Kommentator nun von einer Kapitulation der SNB spricht, hat er natürlich Recht, denn mit der Aufgabe des Interventionskurses entstehen nach dem Anstieg der Währungsreserven auf zuletzt (Oktober 2014) mehr als 500 Milliarden Franken mit einem Schlage riesige (Buch)verluste. Zur Erinnerung: Jene Reserven betrugen im August 2011, also kurz vor Einführung der Euro-Untergrenze zum Franken, noch 253 Milliarden Schweizer Franken. Kritiker sollten allerdings auch nicht vergessen, dass der Wechselkurs des Franken seinerzeit, bevor eine möglichen Bindung der Schweizerischen Währung an den Euro angekündigt wurde, schon einmal aufgrund der damaligen massiven Kapitalzuflüsse in die Schweiz ein Niveau von zutiefst 1,0070 CHF pro Euro erreicht hatte. Ein Kurs, der gestern – allerdings nur kurzzeitig – in einer ersten Panik deutlich unterschritten wurde.</p>
<p>Es ist müßig, darüber zu debattieren, ob eine andere Strategie der SNB – etwa verdeckte Interventionen im freien Markt – besser gewesen wäre oder weniger Geld gekostet hätte. Wie auch bei anderen Ereignissen in der Geschichte der Devisenmärkte hat sich erneut gezeigt, dass sich keine Zentralbank der Welt (vgl. etwa die Bank von Japan oder die Bank von England) langfristig erfolgreich gegen große Kapitalflüsse stemmen kann. Dass dies der SNB – ungeachtet aller Nachteile, die nun für die Notenbank und Schweizerische Wirtschaft entstehen – über mehr als drei Jahre hinweg gelungen ist, bleibt für mich als ehemaligem Devisenhändler dennoch bemerkenswert.</p>
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		<title>Wenn das Volk entscheidet II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 16:33:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vielen Medien war es nur noch eine Randnotiz wert, dass der Volksentscheid zu einer Unverkäuflichkeit der Goldreserven sowie deren Bindung an die Aktiven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) keine Mehrheit fand. Aber es ist schon beeindruckend, dass die Gold-Bugs auch ohne diese Unterstützung aufatmen konnten. Denn zumindest aus technischer Sicht ist eine Wochenrange, die die Abwärtsbewegung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Medien war es nur noch eine Randnotiz wert, dass der Volksentscheid zu einer Unverkäuflichkeit der Goldreserven sowie deren Bindung an die Aktiven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) keine Mehrheit fand. Aber es ist schon beeindruckend, dass die Gold-Bugs auch ohne diese Unterstützung aufatmen konnten. Denn zumindest aus technischer Sicht ist eine Wochenrange, die die Abwärtsbewegung der vorangegangenen drei Wochen zumindest temporär – und das mit hohen Handelsvolumina – wettmacht, aufsehenerregend. Wenn dann auch noch der Schlusskurs am kommenden Freitag oberhalb von 1.210 USD pro Feinunze liegen sollte, dürfen sich die Bullen berechtigte Hoffnung auf eine nachhaltigere Erholung des gelben Metalls machen.</p>
<p>Was die Aktienmärkte angeht, beherrschen in dieser Woche wieder einmal zwei so genannte Event-Risiken die Szene. Dabei dürfte die EZB-Sitzung am Donnerstag wahrscheinlich von größerer Bedeutung sein als die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarkdaten am Freitag.</p>
<p>Eigentlich hatte ich vor vier Wochen noch die Hoffnung gehabt, dass Bundesbankpräsident Jens Weidmann in Sachen Staatsanleihekäufe zumindest ein wenig eingelenkt hätte, da die EZB nach außen hin zumindest nach der vergangenen Sitzung Einigkeit zeigte. Aber ich habe wohl zu viel in die Randbemerkungen des Bundesbankpräsidenten hineininterpretiert. So bleibt die nüchterne Erkenntnis, dass sich zumindest an der deutschen Position nichts im EZB-Rat verändert hat. Letztere ist nicht nur durch eine starre Nein-Haltung gekennzeichnet. Vielmehr werden Deflationsgefahren bei der Entwicklung der Verbraucherpreise immer noch negiert, was die Gegner von Staatsanleihekäufen (unverständlicherweise) offenbar davon entbindet, einen Alternativplan zu entwickeln.</p>
<p>Ob sich die Börsianer dennoch so optimistisch zeigen wie in der Vorwoche, entnehmen Sie bitte <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+verspaetete+gewinnmitnahmen+76687" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> meinem wöchentlichen Kommentar zur Stimmungserhebung der Börse Frankfurt.</p>
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		<title>Wenn das Volk entscheidet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 16:22:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht ist es die letzte Hoffnung der Goldbugs, dass am 30. November in der Schweiz über die Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) befunden werden wird. Und zwar per Volksentscheid. Dabei soll die Bundesverfassung insofern geändert werden, dass zum einen die Goldreserven der (SNB) unverkäuflich bleiben und in der Schweiz zu lagern sind. Am interessantesten ist [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-volk-entscheidet/">Wenn das Volk entscheidet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist es die letzte Hoffnung der Goldbugs, dass am 30. November in der Schweiz über die Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) befunden werden wird. Und zwar per Volksentscheid. Dabei soll die Bundesverfassung insofern geändert werden, dass zum einen die Goldreserven der (SNB) unverkäuflich bleiben und in der Schweiz zu lagern sind. Am interessantesten ist jedoch Absatz Nr. 3 des neu zu gestaltenden Artikels 99a der Verfassung, denn er sieht vor, dass der Goldanteil der Aktiva der Notenbank 20 Prozent nicht unterschreiten darf.</p>
<p>Auch wenn die meisten Beobachter davon ausgehen, dass das Volksbegehren keinen Erfolg haben wird, darf man in diesem Fall Volkes Meinung und Stimme nicht unterschätzen. Denn jeder Schweizer Bürger, sofern er nur ein bisschen Gold besitzt, müsste in seinem eigenen Interesse – unabhängig davon, ob sie tatsächlich sinnvoll ist – einer Verfassungsänderung zustimmen. Denn falls das Referendum entgegen aller Erwartung doch noch eine Mehrheit zustande bringt, hätte das zur Folge, dass die Goldreserven der SNB von derzeit 7,5 Prozent der Aktiva (per Oktober) auf 20 Prozent innerhalb von fünf Jahren hochzuschrauben wären. Mit der Folge, dass sich der Preis des Goldes mehr als deutlich von seiner derzeit kränklichen Verfassung erholen würde.</p>
<p>Dieses Risiko haben auch die Devisenhändler erkannt, denn zum ersten Mal seit zwei Jahren nähert sich der Euro seiner von der SNB gesetzten Interventionslinie von 1,20 CHF an. Natürlich spiegelt sich darin auch eine anhaltende Euro-Schwäche wider, aber man kann sich vorstellen, dass sich die Nationalbank mittelfristig schwertun würde, große Euro-Beträge zu kaufen, wenn 20 Prozent der Interventionssumme mit Gold unterlegt werden müssten. Da würde es dann tatsächlich mehr Sinn machen, die Verteidigungslinie aufzugeben. Natürlich mit der Folge, dass auf die bisherigen Euro-Bestände der SNB wahrscheinlich ein Verlust hinzunehmen wäre, der in meinen Augen locker eine Größenordnung von 10 bis 15 Prozent betragen dürfte. Womit aber immerhin auch der Vorteil verbunden wäre, dass durch den dann gleichzeitig gestiegenen Schweizer Franken die anstehenden Goldkäufe günstiger ausfallen würden. Man darf jedenfalls gespannt sein.</p>
<p>Weniger gespannt scheinen indes die mittelfristig orientierten Anleger zu sein, wie die allwöchentliche Umfrage der Börse Frankfurt ergab.Ich habe wie immer meinen Kommentar dazu abgegeben – Sie können ihn <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+schoene+bescherung+75709" target="_blank">HIER</a></strong> lesen.</p>
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		<title>Währungskrieg? Crash? – Kein Ende der Manipulationen in Sicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2013 07:22:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich, als Jon Hilsenrath am Samstag vor zwei Wochen im Wall Street Journal über einen Ausstiegsplan der US-Notenbank vom geldpolitischen Lockerungsprogramm sinnierte, es sei ein Umdenken entstanden. Und auch nach der gestrigen Anhörung Ben Bernankes vor dem US-Kongress in Washington könnte man zu dem Schluss kommen, der Fed-Chef werde bereits in einer der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wahrungskrieg-crash-kein-ende-der-manipulationen-in-sicht/">Währungskrieg? Crash? – Kein Ende der Manipulationen in Sicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich, als Jon Hilsenrath am Samstag vor zwei Wochen im Wall Street Journal über einen Ausstiegsplan der US-Notenbank vom geldpolitischen Lockerungsprogramm sinnierte, es sei ein Umdenken entstanden. Und auch nach der gestrigen Anhörung <span id="more-6117"></span>Ben Bernankes vor dem US-Kongress in Washington könnte man zu dem Schluss kommen, der Fed-Chef werde bereits in einer der kommenden Sitzungen der Notenbank den Umfang weiterer quantitativer Lockerungen reduzieren. Allerdings nicht vorschnell, wie Bernanke deutlich machte. Und nur, <i>wenn</i> es die ökonomischen Rahmendaten erlauben. Aber jedes Wenn bedeutet eine Verringerung der Wahrscheinlichkeit, dass eine an Bedingungen geknüpfte Maßnahme auch tatsächlich vorgenommen wird. Wenn man sich überdies das zuvor entstandene Interview von Fed-Mitglied William Dudley bei Bloomberg zu Gemüte führt, dürften die Entscheider im Offenmarktausschuss (FOMC) sowieso erst in drei bis vier Monaten beurteilen können, ob die Konjunktur stark genug sein wird, etwa die Ausgabenkürzungen im US-Haushalt zu verkraften.</p>
<p>Aber machen wir uns nichts vor. Selbst wenn die US-Notenbank sich zu einem derartigen Schritt durchringen sollte, bedeutet das noch lange nicht, dass sie das Volumen des bereits gedruckten Geldes in irgendeiner Weise reduzieren wird. Es wird nur nicht <i>mehr</i> werden.</p>
<p>Eine Erkenntnis bleibt jedenfalls: Solange die Notenbanken der USA, Japans und letztlich auch die EZB – wenn auch bislang nur in Form einer Absichtserklärung, den Euro im Notfall auf alle erdenkliche Weise unterstützen zu wollen – in den Märkten intervenieren, sind Letztere extrem schwierig einzuschätzen. Weil sie anderen Gesetzmäßigkeiten als denen der freien Entfaltung von Angebot und Nachfrage folgen. Das Resultat: Man hat wegen der fehlgeleiteten Geldströme (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/wo-der-crash-tatsachlich-entsteht/">vgl. auch mein Blogbeitrag hier</a></span>) vielerorts Angst vor Blasenbildungen und den möglicherweise nachfolgenden Crashes.</p>
<p>Aber auch die Schweizer Notenbank (SNB) macht wieder von sich Reden. So musste ich gestern etwa lesen, ihr Präsident, Thomas Jordan, wolle nicht ausschließen, dass die derzeit geltende Euro-Franken-Grenze von 1,20 CHF pro Euro geändert werden könnte. Allerdings kann ich mir nur eine Anhebung derselben vorstellen, was jedoch einem so genannten Free Lunch (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/gruse-aus-der-schweiz/">vgl. auch ein früherer Beitrag hier</a></span>) gleichkäme. Denn diejenigen Marktteilnehmer, die einst im Vertrauen auf die SNB Schweizer Franken gegen Euro verkauft hatten, bekämen so automatisch einen garantierten Gewinn, den die Notenbank oder andere bezahlen müssten. Auch das wäre eine Form der Marktmanipulation, möglicherweise sogar eine kostspielige. Aber die eigene Währung herunterzureden und zu handeln gehört ja offenbar zum guten Ton an den Devisenmärkten – ein Verhalten das andere bereits weniger nett mit dem Begriff Währungskrieg umschrieben haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wenn der Wolf erst später kommt</b></p>
<p>Die größte Gefahr sehe ich aber darin, wenn sich Horrorszenarien, vor denen monatelang gewarnt wurde, nicht einstellen und die Warner immer ruhiger werden oder gar „Foul“ bzw. „Manipulation“ schreien müssen, um überhaupt noch Gehör zu finden. Das Ganze erinnert mich stark an die Aesop‘sche Fabel, wo ein Junge immer wieder vor dem Wolf warnte, bis ihm eines Tages niemand mehr glauben wollte. Natürlich hat der Junge im Gegensatz zu den vielen Horror-Szenario-Analysten und Experten, die ja immerhin (hoffentlich) in gutem Glauben handeln, absichtsvoll gelogen. Aber der Effekt ist derselbe: Wenn der Wolf (wie heute früh im japanischen Aktienmarkt) dann wirklich kommt, ist es zu spät.</p>
<p>Wen der Wolf beim DAX möglicherweise fressen wird, erfahren Sie in der neuesten Sentiment-Analyse, die Gianni Hirschmüller für die Börse Frankfurt <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+der+markt+muss+fallen+51382">(hier)</a></span> erstellt hat. Um die Detailanalyse habe ich mich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+der+markt+muss+fallen+51382#reiter=detailanalyse">(hier)</a></span> gekümmert. </p>
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		<title>Gefährlicher Unsinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2013 08:24:56 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Zentralbankintervention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass Japan nun unlimitierte Anleihekäufe ab Januar 2014 angekündigt hat, und zwar so lange, bis das neu gesetzte Inflationsziel von 2 Prozent erreicht ist, stellt keine Überraschung dar. Und wenn Wirtschaftsminister Amari beim Weltwirtschaftsforum in Davos behaupten wird, Japan habe keine Absicht, den Yen zu manipulieren, dann stimmt das zumindest teilweise. Denn die Bank von [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gefahrlicher-unsinn/">Gefährlicher Unsinn</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Japan nun unlimitierte Anleihekäufe ab Januar 2014 angekündigt hat, und zwar so lange, bis das neu gesetzte Inflationsziel von 2 Prozent erreicht ist, stellt keine Überraschung dar. Und wenn Wirtschaftsminister Amari beim Weltwirtschaftsforum in Davos behaupten wird, Japan habe keine Absicht,<span id="more-5678"></span> den Yen zu manipulieren, dann stimmt das zumindest teilweise. Denn die Bank von Japan (BoJ) stimmt damit eigentlich nur in den von der US-Notenbank angestimmten Kanon des Gelddruckens ein. Insofern handelt es sich „nur“ um ein Nachziehen, auch mit dem Effekt, dass auf diese Weise einer drohenden Erhöhung des Außenwerts des Yen entgegengewirkt wird. Nicht umsonst warnte sogar Bundesbankpräsident Weidmann unlängst vor einer Abwertungsspirale, bei der, global gesehen, nicht nur die USA, Großbritannien und Japan als Nebeneffekt ihrer Gelddruckaktivitäten gerne die Abwertung ihrer eigenen Währung in Kauf nehmen. Auch andere Staaten, von China bis Russland und von den Philippinen bis Südkorea, erwärmen sich für (geld)politische Vorgehensweisen, die letztlich ebenfalls für eine Schwächung der eigenen Währungen sorgen sollen. Fragt sich nur, wessen Währung am Ende zwangsläufig aufgewertet wird – denn nicht alle können gleichzeitig abwerten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Psychologischer Schaden wäre programmiert</b></p>
<p>Umso mehr hat es mich erstaunt, dass Professor Hans-Werner Sinn vor kurzem in einem Interview mit der Wirtschafts- und Finanzplattform cash.ch der Schweizer Nationalbank (SNB) empfahl, den seit einiger Zeit schwächeren Kurs des Schweizer Franken dazu zu nutzen, die während der Interventionsphase angehäuften Währungsreserven „wieder etwas abzubauen“. Tatsächlich konnte sich der Euro gegenüber dem Franken zuletzt vom Interventionsniveau der SNB bei 1,20 CHF, das diese mit unbegrenzten Mitteln verteidigen wird, lösen und einen Kursgewinn von rund 4 Prozent für sich verbuchen. Allerdings erscheint es mir viel zu früh, überhaupt nur an ein Auflösen dieser Euro-Reserven zu denken. Abgesehen davon, dass selbst die Interventionsbänder des Europäischen Währungsverbundes (EWS) vor einigen Jahrzehnten mit einer engen Spanne von jeweils 4,5 Prozent noch großzügiger als der jetzige Kursgewinn des Euro bemessen waren, dürfte der psychologische Schaden, der sich aus Euro-Verkäufen gegen Schweizer Franken ergeben kann, den Nutzen eines vergleichsweise geringen Abbaus der Reserven bei weitem überwiegen. Sollten sich nämlich derartige Transaktionen im Markt herumsprechen, dürfte die 1,20er-Linie des Euro schon bald wieder getestet werden, womit die SNB gezwungen wäre, weitere Währungsreserven anzusammeln. Deswegen gilt auch für die SNB der Wahlspruch: „Gewinne laufen lassen“, um nicht den gerade erst begonnenen Trend eines sich abschwächenden Schweizer Franken, vor allen Dingen auch in Hinblick auf den drohenden globalen Abwertungswettlauf, vorzeitig abzuwürgen.</p>
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		<title>Starker Euro, starke SNB</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 10:53:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Las heute Morgen in der Online Ausgabe des Wall Street Journal, dass die Währungsreserven der Schweizer Nationalbank (SNB) per Ende September auf knapp 430 Milliarden Franken gestiegen sind – gegenüber den starken Zuwächsen der Vormonate kann man den jüngsten Anstieg von 8,5 Milliarden Franken fast schon als marginal bezeichnen. Viel interessanter als der absolute Zuwachs [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Las heute Morgen in der Online Ausgabe des Wall Street Journal, dass die Währungsreserven der Schweizer Nationalbank (SNB) per Ende September auf knapp 430 Milliarden Franken gestiegen sind – gegenüber den starken Zuwächsen der Vormonate<span id="more-5351"></span> kann man den jüngsten Anstieg von 8,5 Milliarden Franken fast schon als marginal bezeichnen. Viel interessanter als der absolute Zuwachs der Währungsreserven ist jedoch deren Verteilung auf die verschiedenen Valuten. Die hat sich nämlich gewaltig verändert: Während per Mitte 2012 noch 60 Prozent der Devisen in Euro gehalten wurden, hat sich dessen Anteil zum Ende des dritten Quartals deutlich verringert – er fiel auf 48 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind vor allem die Dollar-und Pfund-Reserven der Zentralbank deutlich angestiegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ohne Draghi hätte es nicht geklappt</strong></p>
<p>Nun könnte man geneigt sein, die Interventionspolitik der SNB<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> seit Herbst 2011, habe Früchte getragen. Eine Politik, die ich übrigens schon verschiedentlich kritisiert hatte. Doch diesen Erfolg allein der SNB zuzuschreiben, mag vielleicht etwas vorschnell sein. Denn man darf nicht vergessen, dass EZB Präsident Mario Draghi mit seiner berühmten Londoner Rede Ende Juli dieses Jahres, die EZB werde alles tun, um den Euro zu unterstützen – samt der späteren Ankündigung unlimitierter Anleihekäufen im Rahmen ihres Mandats  – das Vertrauen in den Euro wieder hergestellt hat. Vertrauen dass der Gemeinschaftswährung auch aus dem Ausland entgegengebracht wurde. Der Kapitalstrom, vornehmlich aus dem Dollarraum, in den Euro muss jedoch so stark gewesen sein, dass sich die SNB ohne dass dies der Markt wirklich zur Kenntnis genommen hätte, von ihren überproportional hohen Euro-Beständen klammheimlich trennen konnte. Mehr noch, hat mit dem zurückgekehrten Vertrauen in den Euro die Fluchtbewegung in den Schweizer Franken ihren Schwung verloren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Keine weiteren Euro-Verkäufe zu erwarten</strong></p>
<p>Das Problem der hohen Devisenreserven der SNB ist damit zwar noch nicht gelöst, aber immerhin sind jene besser als zuvor diversifiziert, der Anteil des Euro liegt nunmehr etwa auf dem von der Zentralbank angestrebten langfristigen Anteil von 50 Prozent. Damit sind weitere massive Euroverkäufe gegenüber dem US-Dollar der SNB wohl nicht mehr zu erwarten, womit dem EUR/USD- Wechselkurs das Tor zu einer weiteren Aufwertung weit offen steht. Sofern noch weitere gute Nachfrage besteht. Nachfrage die den Euro übrigens seit Mitte Juli bis Mitte September trotz der SNB-Verkäufe bereits von rund 1,21 auf 1,31 USD getrieben hat.</p>
<p>Unterdessen scheint sich am deutschen Aktienmarkt stimmungstechnisch vordergründig nicht allzu viel getan zu haben. Welche Perspektiven sich bei genauerem Hinsehen jedoch für den DAX ergeben, erfahren Sie in der Analyse meines Kollegen Gianni Hirschmüller, die er <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+dax+haendler+machen+um+sandy+keinen+wirbel+42720" target="_blank">hier</a> für die Börse Frankfurt erstellt hat. Meine Detaileinschätzung können Sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/detailanalyse+investoren+behalten+die+uebersicht+42721">hier</a> einsehen.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Im Falle einer Befestigung des Frankens gegenüber dem Euro verspricht die SNB den Euro bei 1,20 CHF stabil zu halten, notfalls mit unlimitierten Euro-Käufen</p>
</div>
</div>
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		<title>Noch stärkere Bias im DAX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2012 12:12:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich am vergangenen Freitag im Anschluss an die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten meine Hoffnung zum Ausdruck gebracht hatte, dass die damit in Verbindung stehende Aufwärtsbewegung deutscher Aktien den heimischen institutionellen Akteuren genutzt haben könnte, muss ich wohl zu optimistisch gewesen sein. Denn ich hatte mir natürlich gedacht, dass die vorherige Abwärtskorrektur beim DAX (ausgelöst durch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich am vergangenen Freitag im Anschluss an die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten meine Hoffnung zum Ausdruck gebracht hatte, dass die damit in Verbindung stehende Aufwärtsbewegung<span id="more-4847"></span> deutscher Aktien den heimischen institutionellen Akteuren genutzt haben könnte, muss ich wohl zu optimistisch gewesen sein. Denn ich hatte mir natürlich gedacht, dass die vorherige Abwärtskorrektur beim DAX (ausgelöst durch die „EZB-Enttäuschung“) von den Händlern genutzt wurde, um ihre teils deutlichen Schieflagen abzubauen. Sicher wäre im besten Fall immer noch ein Verlust von 3 Prozent zu realisieren gewesen. Aber das war jedoch für die meisten offenbar zu viel des Schlechten. Und so ist das Resultat der gestrigen Sentiment-Umfrage mit der Börse Frankfurt entsprechend düster ausgefallen: Obwohl sich der DAX noch einmal im Wochenvergleich um 2,7 Prozent befestigt hatte, ist der Pessimismus, gemessen an unserem Bull/Bear-Index, wieder auf den Stand der Vorwoche gestiegen, womit sich die ohnehin schon auf Jahreshoch befindliche Bias noch einmal verstärkt hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SNB-Reserven im Juli über 400 Mrd. Franken</strong></p>
<p>Wenn also nicht die institutionellen Investoren gekauft haben, müssen andere für den Anstieg deutschen Aktienmarkt, der sich übrigens auch im EuroStoxx50 niederschlug, verantwortlich gewesen sein. Ein Indiz, dass diese Nachfrage aus den USA gekommen sein dürfte, ist der bis heute früh gut nachgefragte Euro, der für meinen Geschmack zum Dollar eigentlich deutlich niedriger notieren müsste. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Schweizer Nationalbank unlängst abermals deutlich gestiegene Währungsreserven vermeldet hat – im Juli allein haben sich  diese noch einmal um mehr als zehn Prozent erhöht. Währungsreserven die aus dem Euro wegdiversifiziert werden müssen, vornehmlich in den Dollarraum. Wozu dies führen kann und welche Kapitalströme am Ende die Oberhand behalten sollten, erfahren Sie im <a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-die-glocke-zu-lockerungsmassnahmen-wird-in-usa-gelaeutet-50156301.html" target="_blank">heutigen TV-Interview, das Melanie Kösser vom deutschen Anlegerfernsehen</a> mit mir führte. Die Stimmung im deutschen Aktienmarkt hat mein Kollege <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+kursanstieg+ergibt+fuer+haendler+wenig+sinn+39207" target="_blank">Gianni Hirschmüller hier</a> kommentiert.</p>
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		<title>Schwerfällig wie ein Supertanker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2012 11:35:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schweiz sei das neue China der Währungen, ist in der heutigen Ausgabe der Financial Times zu lesen. Da mag tatsächlich was dran sein, denn die Währungsreserven des Landes sind in diesem Jahr nicht nur um 40 Prozent auf umgerechnet 375 Mrd. USD gestiegen, sondern das Land auf Platz sechs der globalen Halter von Fremdwährungen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweiz sei das neue China der Währungen, ist in der heutigen Ausgabe der Financial Times zu lesen. Da mag tatsächlich was dran sein, denn die Währungsreserven des Landes sind in diesem Jahr nicht nur um 40 Prozent auf umgerechnet 375 Mrd. USD gestiegen, sondern das Land auf Platz sechs der globalen Halter von Fremdwährungen<span id="more-4776"></span> vorgestoßen ist. Die Ursache hierfür ist bekannt: anhaltende Deviseninterventionen, um den Euro gegenüber dem Franken stabil bei 1,20 zu halten.</p>
<p>Schlimm genug, dass es der SNB bislang offenbar nicht gelungen ist, die gekauften Euro nachhaltig wegzudiversifizieren, wenn man bedenkt das deren Anteil an den Währungsreserven im zweiten Quartal auf 60 Prozent gestiegen ist, während der Anteil der Dollar-Anlagen von 28 auf 22 Prozent schrumpfte. Offenbar sind die Währungsreserven der SNB so schwer steuerbar wie ein Supertanker.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Erfreuliche SNB-Gewinne… </strong></p>
<p>Umso mehr erstaunt es mich, wenn Kommentatoren den Gewinn der SNB im ersten Halbjahr in Höhe von umgerechnet 5,4 Mrd. EUR bejubeln, der in erster Linie auf die auf 365 Mrd. CHF angeschwollenen Devisenreserven zurückzuführen sein soll. Mehr noch, soll dieser Gewinn dazu geeignet sein, dem SNB-Präsidenten Thomas Jordan den Rücken zu stärken und ihm so gegenüber seinen geldpolitischen Kritikern ein handfestes Argument zu bieten. Kritiker, die vor allen Dingen immer darauf verweisen, dass ein Kursrückgang des Euro sich negativ auf die Bewertung der Schweizer Reserven auswirken würde. Ein Argument, dem ich übrigens nicht folgen kann, denn ein Wertverlust des Euro gegenüber dem Franken würde sich erst dann negativ auswirken, wenn das Kaufversprechen der SNB nicht mehr eingehalten werden könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>&#8230;aber Diversifizierung ist noch nicht abgeschlossen</strong></p>
<p>Viel mehr als die Frage, wie diese Währungsgewinne entstanden sind – vermutlich hat die SNB durch ihre Umschichtungen von Euro in andere Valuten selbst zu deren Anstieg beigetragen – treibt mich um, ob die Nationalbank angesichts ihres mittlerweile erreichten Schwergewichts im Devisenmarkt diese Profite wird jemals realisieren können. Bis dahin bleibt alles nur ein Rechenexempel.</p>
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		<title>Grüße aus der Schweiz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 08:17:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Eskaliertes Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Interventionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, die guten Wachstumszahlen aus der Schweiz haben auch mich überrascht. Aber nicht aus ökonomische Interesse, sondern, weil SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine sich sogleich bemüßigt fühlte, das Commitment der Nationalbank bestätigen zu müssen, sie werde die 1,20er Linie gegenüber dem Euro mit unbegrenztem Einsatz verteidigen. Tatsächlich soll die SNB heute Früh entweder selbst direkt als Käufer [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gruse-aus-der-schweiz/">Grüße aus der Schweiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die guten Wachstumszahlen aus der Schweiz haben auch mich überrascht. Aber nicht aus ökonomische Interesse, sondern, weil SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine sich sogleich bemüßigt fühlte,<span id="more-4126"></span> das Commitment der Nationalbank bestätigen zu müssen, sie werde die 1,20er Linie gegenüber dem Euro mit unbegrenztem Einsatz verteidigen. Tatsächlich soll die SNB heute Früh entweder selbst direkt als Käufer oder über eine Drittbank aufgetreten sein.</p>
<p>Tatsächlich besteht das Interventionsversprechen der Schweizer Nationalbank seit September vergangenen Jahres (vgl. <a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall/" target="_blank">hier</a> und<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/schweizer-bluff/" target="_blank"> hier</a>)und nicht wenige Akteure hatten sich seinerzeit bereits nach wenigen Wochen ausgerechnet, die SNB werde womöglich ihren Interventionsboden von 1,20 CHF pro Euro auf sogar 1,25 anheben könnte. Diese Hoffnung auf einen so genannten <em>Free Lunch</em> hatte im Devisenmarkt zum Aufbau milliardenschwerer Euro-Long-Positionen gegen Schweizer Franken geführt, die allerdings in den vergangenen Wochen während des starken Rückgang des Euro teils aufgelöst wurden. In der verständlichen Angst, die SNB werde im Zweifel ihr Versprechen nicht einlösen können. Mit der Folge, dass die SNB in großem Umfang als Euro-Käufer im Markt auftreten musste. Mehr noch dürften diese Käufe aus Risikoaspekten über andere Valuten, allen voran den US-Dollar, wegdiversifiziert worden sein, wodurch der Abwärtstrend des EUR/USD-Wechselkurs erst recht befeuert wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gute Wachstumszahlen beflügeln Fantasien</strong></p>
<p>Die guten Schweizer Wachstumszahlen haben bei einigen Analysten sogar Spekulationen ausgelöst, die SNB werde es sich à la long – solange die Eurozone nicht auseinanderbricht und eine noch größere Krise auslöst  – sogar leisten können, ihr Interventionsversprechen wegfallen zu lassen.</p>
<p>Dies hätte allerdings nicht nur zur Folge, dass sich bei der nächsten Krise und einem entsprechenden Kapitalfluss in die Schweiz wahrscheinlich kaum mehr Investoren finden dürften, die sich auf die Seite der Zentralbank schlagen möchten, um so einem unerwünschten Trend entgegenzuwirken. Ganz zu schweigen vom Abschreibungsbedarf der dann bei den Währungsreserven der SNB vorgenommen werden müsste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fluch des Commitments</strong></p>
<p>Aber auch eine Erhöhung des Interventionsniveaus der SNB auf 1,25 CHF dürfte genauso wenig zur Debatte stehen. Weil sie die Zentralbank unnötig unter Handlungsdruck setzen würde, gepaart mit der Kritik, sie verhelfe Spekulanten zu einem Gewinn. Tatsächlich wird der SNB nur eines übrig bleiben: die Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses, egal was passiert. Das ist der Fluch dieses Commitments – einer Entscheidung, die nicht mehr ohne gravierende Folgen zurückgenommen werden kann.</p>
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