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	<title>Panik Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 Mar 2020 07:58:02 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von Kontrollverlust und Panik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 05:52:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es liegt in der Natur des Menschen und somit auch der Anleger und Investoren, die Zukunft, und sei es auch nur die materielle, irgendwie beherrschen zu wollen. Dieses sogenannte Kontrollbedürfnis ist bei den einen stärker, bei den anderen etwas schwächer ausgeprägt. In diesem Zusammenhang spielt unter verhaltensorientierten Gesichtspunkten unter anderem die Kompetenz des Akteurs eine große Rolle. Sie entscheidet darüber, wie groß das individuelle Bedürfnis nach Kontrolle ausfällt. Ein Anleger oder Investor, der seit einigen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1125)</strong>             Obwohl die Kurse an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks mal 10 Prozent runter, mal 10 Prozent rauf gehen – und das innerhalb weniger Tage, glauben manche Marktteilnehmer immer noch, dass es sich um keine Panik gehandelt habe. Wohl dem, der angesichts dieser rasanten Achterbahnfahrt keine Schwindelanfälle bekommen hat. Kurzum: Die Märkte scheinen während der vergangenen Tage außer Kontrolle geraten zu sein. Und wir lernen gerade wieder einmal, dass es Situationen an der Börse wie auch im Leben gibt, die sich menschlicher Kontrolle entziehen. Gerade die jüngsten dramatischen Entwicklungen bei der Korona-Krise lehren uns, dass Sicherheit eine Illusion ist. Und wenn Menschen dies realisieren, reagieren sie oftmals geschockt.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11740" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kompetenz bestimmt Kontrollbedürfnis</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es liegt in der Natur des Menschen und somit auch der Anleger und Investoren, die Zukunft, und sei es auch nur die materielle, irgendwie beherrschen zu wollen. Dieses sogenannte Kontrollbedürfnis ist bei den einen stärker, bei den anderen etwas schwächer ausgeprägt. In diesem Zusammenhang spielt unter verhaltensorientierten Gesichtspunkten unter anderem die Kompetenz des Akteurs eine große Rolle. Sie entscheidet darüber, wie groß das individuelle Bedürfnis nach Kontrolle ausfällt. Ein Anleger oder Investor, der seit einigen Jahrzehnten mit DAX-Werten handelt, wird sicherlich weniger nervös jeder neuen Information hinterherjagen als ein Anfänger. Er vertraut auf seine Erfahrung. Allerdings läuft er Gefahr, diese zu überschätzen. Und wenn sich bei ihm auch noch reihenweise profitable Erfolge einstellen, besteht nicht nur die Gefahr eines zu starken Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten (Overconfidence), sondern im Extremfall die Einbildung, alles sicher im Griff zu haben (Kontrollillusion).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Von der Sorglosigkeit zum Kontrollverlust</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun kann die rund elf Jahre währende Börsenhausse, die wohl am 19. Februar ihren Höhepunkt erreicht hatte, fast schon als Spiegelbild einer erlernten Sorglosigkeit betrachtet werden. Eine Sorglosigkeit, aus der binnen drei Wochen eine gewisse Hilflosigkeit geworden ist. Spätestens als deutlich wurde, dass wir es an den Aktienmärkten mit mehr als einer gesunden Korrektur des Aufwärtstrends zu tun bekommen haben, meldete sich das Bedürfnis nach Kontrolle wieder. Weil die Bezugspunkte von tief und hoch verloren gegangen waren. Referenzpunkte, die wir uns von den Experten erhoffen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Prognosen selbst derjenigen, die schon immer alles gewusst und vorhergesehen hatten, haben nicht geholfen, dieses Kontrollbedürfnis zu stillen. Und gerade wenn Menschen zunächst meinen, eine Situation beeinflussen oder gar beherrschen zu können, später jedoch durch die Realität eines Besseren belehrt werden, sprechen die Psychologen von einem Kontrollverlust. Und spätestens, wenn dieser ansteckend ist, spricht man an den Finanzmärkten von einer Panik.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht überall herrscht Panik</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im Gegensatz zu den großen Börsenkrisen der Jahre 1929 und 2008, mit denen die Situation von heute gerne verglichen wird, ist der jetzige Kontrollverlust nicht primär an den Finanzmärkten selbst entstanden. Vielmehr stand am Anfang die Corona-Epidemie, die sich nunmehr zur Pandemie ausgeweitet hat. Interessanterweise gab es auch in der Bevölkerung sicherlich Kontrolldefizite und manchmal auch phasenweise Kontrollverluste. Aber bislang keine echte Panik.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Stattdessen herrscht immer noch relative Besonnenheit. Weil man versucht, etwaige Kontrolldefizite dadurch zu reduzieren, dass man sich Informationen besorgt oder sich an jemanden wendet, der zum Beispiel etwas von Viren versteht. Und dann werden auch staatlicherseits Maßnahmen ergriffen, die letztlich den Eindruck vermitteln sollen, dass man die Gefahr, die von Covid-19 ausgeht, irgendwie in den Griff bekommen oder zumindest in ihrer Wirkung verlangsamen wird. Selbst wenn dafür die Bewegungsfreiheit der Menschen und der Alltag massiv beschränkt werden müssen. </span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schickt die Märkte in Urlaub!</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern hörte ich irgendwo im Radio sinngemäß den Satz: „Wir schicken die Wirtschaft eine Zeit lang in Urlaub“. Könnte man dies nicht auch für die Aktienmärkte sagen, an denen gleich zweierlei Kontrolldefizite zu bewältigen sind? Zum einen die unsichere Zukunft für unsere Gesundheit und zum zweiten auch noch die ökonomische Zukunft der Anleger und Investoren. Auch wenn sich für manch einen eine solche Ruhepause fürchterlich anfühlen mag, weil man für gewisse Zeit womöglich nicht mehr aus seinen Engagements heraus kann. Aber die Vorteile einer Zwangspause wären nicht zu vernachlässigen. Vor allem wenn die führenden Nationen dieser Welt mitmachen. Abgesehen davon, dass wir durch unsere menschliche Fähigkeit, uns ziemlich schnell an neue Situationen anzupassen (Gewöhnung), Zeit gewännen, um unsere Bezugspunkte (was ist hoch – was ist tief?) neu zu kalibrieren, würden im gleichen Zuge Kontrolldefizite und -verluste von heute verringert werden können.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Bazooka gegen Kontrollverlust</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat die US-Notenbank gestern Abend erneut außerplanmäßig (zwei Tage vor dem Ende der regulären Sitzung am Mittwoch) den Zielkorridor für die Fed Funds gesenkt, und zwar auf 0 bis 0,25 Prozent, also drastisch um einen Prozentpunkt. Darüber hinaus wurde unter anderem ein Anleihekaufprogramm (QE) in Höhe von 700 Mrd. USD verkündet und die Mindestreservesätze auf Null gesenkt. Obgleich es sich um das größte Programm handelt, das jemals an einem Tag von der Fed verabschiedet wurde, reagierten die US-Aktien-Futures mit deutlichen Abschlägen. Der Euro bleibt unterdessen in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend, solange er sich oberhalb von <strong>1,1050</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Rohöl, Aktien-Futures und US-Renditen im freien Fall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2020 06:02:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[CFTC-Meldungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute früh in Fernost haben die Rohölpreise einen Kurssturz von mehr als 30 Prozent hinnehmen müssen, nachdem die Gespräche zur Begrenzung der Fördermengen zwischen der OPEC und Russland am Freitag gescheitert waren. In einem Markt, der ohnehin schon einen schweren Schlag bedingt durch die Coronavirus-Epidemie und die daraus resultierenden Konjunkturängste hinnehmen musste, kündigte Saudi-Arabien Medienberichten zufolge an...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1400)</strong>             Heute früh in Fernost haben die Rohölpreise einen Kurssturz von mehr als 30 Prozent hinnehmen müssen, nachdem die Gespräche zur Begrenzung der Fördermengen zwischen der OPEC und Russland am Freitag gescheitert waren. In einem Markt, der ohnehin schon einen schweren Schlag bedingt durch die Coronavirus-Epidemie und die daraus resultierenden Konjunkturängste hinnehmen musste, kündigte Saudi-Arabien an, die Ölfördermenge hoch zu fahren. Im gleichen Zuge gaben in einer panikartigen Eröffnung die Preise der S&amp;P 500 Futures heute früh um 5 Prozent nach, die Renditen der US-Staatsanleihen befinden sich im freien Fall.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11712" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/09032020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/09032020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/09032020-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch der Dollar hat sich deutlich abgeschwächt, so dass der Euro gegenüber dem Greenback heute früh auf rund 1,1490 anzog. Dabei sei dahingestellt, ob die Stärke der Gemeinschaftswährung nun der Rückabwicklung von sogenannten Carry Trades oder den US-Zinserwartungen geschuldet ist. Offensichtlich ist auf jeden Fall, gemessen an der Stärke der Kursreaktion, dass die Devisenhändler auch noch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem falschen Fuß erwischt worden sind.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immer noch hohe Euro-Schieflagen möglich</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein Indiz dafür sind die am Freitag veröffentlichten CFTC-Meldungen zu den Positionen an der Chicagoer Futures-Börse, wonach die Summe der spekulativen Euro-Short-Engagements immer noch die höchste Position unter allen Valuten darstellte. Und dies, obwohl das Gesamtvolumen von 114.000 Kontrakten aus der Vorwoche bereits um fast ein Viertel reduziert worden war. Allerdings – und das muss immer wieder betont werden – handelt es sich bei diesen Daten vom Freitag um den Stand der Positionen per Dienstag, den 3. März. Mit anderen Worten: Es ist gut möglich, dass in der Zwischenzeit weitere Glattstellungen dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit schiefliegenden Engagements vorgenommen wurden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist am Ende der Woche eines offenkundig geworden: Die außerplanmäßige Zinssenkung der US-Notenbank vom vergangenen Dienstag in Höhe von 50 Basispunkten ist spätestens mit dem weltweiten Einbruch in der Aktienkurse in Fernost als verpufft zu betrachten. Auch weil die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries mit zeitweise weniger als 0,5 Prozent ein neues Rekordtief markierte. Oder weil die Rendite der Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit bereits am Freitag den größten Tagesverlust seit November 2008 zeitigte und die Woche unter 1,0 Prozent beginnt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Positive Arbeitsmarktzahlen interessieren nicht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Fast hätte ich es vergessen – am Freitag gab es ja auch noch den US-Arbeitsmarktbericht, der in normalen Zeiten für Furore gesorgt hätte. Denn im Februar wurden in den USA 273.000 neue Stellen geschaffen, weit ab von der Median-Prognose der Ökonomen, die von einem Plus von 175.000 Stellen ausgingen. Außerdem ergaben die Revisionen für Dezember und Januar per Saldo noch einmal ein Stellenplus von 85.000, das zu den bisher publizierten guten Zahlen noch hinzugefügt werden muss. Aber all das dürfte Händler kaum geschert haben, weil infolge der Corona-Krise diese Zahlen veraltet und wertlos sein dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat der Euro die vergangene Woche mit einem Plus von knapp 2,6 Prozent beschlossen und seinen kurzfristigen Aufwärtstrend bis über den Potenzialpunkt von 1,1450 hinaus fortgeschrieben. Und solange sich der Euro oberhalb von 1,1210/15 bewegt, bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend intakt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ein bemerkenswert starker Euro</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/ein-bemerkenswert-starker-euro/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2020 05:53:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Carry Trades]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Eigentlich bin ich langfristig von der Aktienanlage überzeugt, sie ist alternativlos“, habe ich immer noch im Ohr. Trotz des Corona-Virus, dessen Existenz schon vor Wochen bekannt war. Aber jetzt plötzlich kurzfristig verkaufen, weil die Akteure vielerorts in Panik verfallen sind? Ist das, was noch vor etwas mehr als einer Woche gegolten hat, plötzlich nicht mehr richtig?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0995)</strong>             Immer wieder wurde ich während der vergangenen Tage gefragt, wie weit es noch mit den Aktienmärkten nach unten gehen könne. Und was man nun dem gestressten Anleger raten könne. Es ist gerade einmal eine gute Woche her, da waren viele entschlossen, ihre Aktienbestände – trotz niedriger Optionsprämien – nicht abzusichern. Zur Erinnerung: Der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 hatte noch am 19. Februar ein neues Allzeithoch markiert. Und jede Form von Absicherung sei rausgeworfenes Geld, so die meinem Eindruck nach weitverbreitete Haltung, die ich aus all den Kommentaren und Erfahrungen der Monate zuvor hatte heraushören können. Natürlich gab es auch Warner, aber die gibt es schon seit Jahren.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11676" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/28022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/28022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/28022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Guter Rat kann teuer sein</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">„Eigentlich bin ich langfristig von der Aktienanlage überzeugt, sie ist alternativlos“, habe ich immer noch im Ohr. Trotz des Corona-Virus, dessen Existenz schon vor Wochen bekannt war. Aber jetzt plötzlich kurzfristig verkaufen, weil die Akteure vielerorts in Panik verfallen sind? Ist das, was noch vor etwas mehr als einer Woche gegolten hat, plötzlich nicht mehr richtig?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nein, ich kann Ihnen nicht sagen, wie tief bergab es mit den Aktienmärkten geht. Ob es nur eine Korrektur ist? Oder doch ein Abwärtstrend? Das spielt eigentlich keine Rolle. Da helfen keine gleitenden Durchschnitte und andere vermeintliche Zaubermittel und Referenzpunkte. Wer heute überstürzt aus dem Aktienmarkt herausgeht, wird es schwer haben, wieder zurückzukommen. Das Risiko ist sogar hoch, dass eine Rückkehr gar nicht mehr stattfindet. Denn sollte es weiter in hohem Tempo nach unten gehen, ist die Risikoaversion der Betroffenen wahrscheinlich noch höher als heute. Würde man dann ins fallende Messer greifen und kaufen?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>1000 Beweise für die Rückkehr</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn sich die Aktienmärkte eines Tages wieder erholen, wird man 1000 Beweise anfordern, ob es denn auch wirklich wieder nach oben geht. Eine Rückkehr, die dann zu spät, weil teuer sein wird. Natürlich sind Langfristinvestoren von den vergangenen Haussejahren verwöhnt und jetzt plötzlich verunsichert. Aber auch Rückschläge gehören zur vielbeschworenen Aktienkultur dazu. Aber deswegen ein über Jahre aufgebautes Aktiendepot, womöglich zur Altersvorsorge, einfach aufgeben? Nach wie vor gilt der Grundsatz, dass ein über mehrere Anlageklassen breit gestreutes Depot langfristig einkömmliche Erträge bringt. Man denke nur an die Anleihemärkte, die gerade in den USA zuletzt richtig haussiert haben. Oder an Gold.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Panik als Feind der langfristigen Aktienanlage</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern las ich irgendwo, dass es Zeit sei, die Gewichtung in den Portfolien zu adjustieren. Also etwa einen naturgemäß angewachsenen Bond-Anteil zugunsten vom zuletzt geschrumpften Aktienanteil zu reduzieren, um die ursprünglich gewählte Gewichtung im Depot wiederherzustellen. Ausgerechnet jetzt? Und wenn es noch viel weiter geht und ganz brutal wird? Bei den Anleihen noch weiter aufwärts und bei den Aktien fortschreitend nach unten? Zumindest weiß ich eines: Panik ist kein guter Ratgeber, und irgendwann ist auch die Corona-Virus-Epidemie vorbei. Und wenn wir das überstanden haben, wollen wir doch wieder leben. Nicht wahr?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong><span style="font-size: 10pt;">Gefragter Euro</span></strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch ein paar Worte zum Euro, der auch gestern gegenüber dem Dollar wieder zulegte und überraschenderweise den prozentual höchsten Tagesgewinn seit dem Januar 2018 produzierte. Nein, auf ökonomische Daten hat gestern vermutlich kaum jemand geblickt, denn niemand weiß derzeit abzuschätzen, wie sich diese Daten in den kommenden Monaten erst einmal verschlechtern werden. Die Gemeinschaftswährung hat jedenfalls gestern ihren kurzfristigen Abwärtstrend beendet. Mag sein, weil nach wie vor die von mir gestern beschriebenen Carry Trades (vgl. <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/02/27/in-panik-geraten-sind-die-anderen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a>) zurückgedreht wurden. Der Euro bleibt jedenfalls zunächst stabil, solange er sich oberhalb von <strong>1,0860</strong> bewegt. Bemerkenswert übrigens: Der Euro war gestern stärker als die typischen Fluchtwährungen Schweizer Franken und Yen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Angesteckt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 05:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&#038;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0850)</strong>             Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11651" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings scheint die Kennzeichnung als Panik unangemessen zu sein. Denn mit Panik wird ein kollektiver Kontrollverlust umschrieben, jener Zustand also, wenn sich die eintretenden Ereignisse nicht mehr richtig einordnen lassen und man sich nicht länger als Herr des Geschehens wähnt. So ganz auf dem falschen Fuß dürften manche Anleger nämlich nicht erwischt worden sein, zumindest, sofern man etwa die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt vom vergangenen Mittwoch (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/930cfae3-03c9-4f6a-9d3e-dfb2c465b4e9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zurate zieht. Denn dort herrschte ohnehin mehrheitlich kein Optimismus unter den institutionellen Akteuren, und die Privatanleger waren zumindest in besagter Umfrage sogar überwiegend pessimistisch eingestellt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Näher gekommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber ist tatsächlich geschehen? Das COVIT-19 Virus ist geographisch deutlich näher und in Europa offenbar richtig angekommen. Aber war es denn realistisch, davon auszugehen, dass außerhalb Chinas die Welt von diesem Virus verschont bliebe? Tatsächlich berichten die Medien etwa seit dem 19. Januar über den Ausbruch des Virus. Aber das hat an den Aktienmärkten bis vor kurzem kaum enrsthaft interessiert. Aber jetzt plötzlich!</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist unserer Wahrnehmung geschuldet, dass wir dramatische Ereignisse in Ortsnähe stärker wahrnehmen als diejenigen, die weit weg liegen. Auch nehmen wir Farbiges und Drastisches besonders stark wahr. In der Behavioral Economics spricht man vom Verfügbarkeitsirrtum und meint damit die oftmals unangemessene Bevorzugung leicht verfügbarer Information.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Geschichte des COVIT-19 Virus hat auch gezeigt, wie schnell sich Menschen an Zahlen von Infizierten und Todesfällen gewöhnen, wenn diese nicht mehr exponentiell steigen. Stichwort: abnehmende Sensitivität. Und von dieser abnehmenden Sensitivität hatten die Aktienmärkte im Februar immerhin drei Wochen lang profitiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrolldefizite</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben wir also gestern in Europa zumindest das Kontrolldefizit der Akteure zu spüren bekommen. Um die daraus resultierende Angst wieder in den Griff zu bekommen, orientiert man sich an Bezugspunkten, die in den Medien gerne präsentiert werden. Auch wenn diese Bezugspunkte manchmal ungeeignet oder gar irrelevant sein mögen. Das Virus ist nähergekommen, und man fängt neu an zu zählen. Die Infizierten und die Todesfälle in Italien. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren den Zahlen der Grippeinfizierten und -toten – und hierzulande lagen diese manchmal im fünfstelligen Bereich – ähnlich große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Um es klarzustellen: Ich möchte die Epidemie nicht verharmlosen oder herunterspielen. Aber wenn Referenzpunkte als Orientierung hinzugezogen werden, dann sollte man sich nicht nur auf das verlassen, was medial präsentiert wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorbote klopft stärker an</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stehen also die Börsenbarometer auf Sturm, und die Vorboten einer (globalen) Rezession folgerichtig vor der Tür. Ja, es ist richtig, dass eines dieser Warnzeichen, die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Treasuries und dreimonatigen T-Bills, nun ein Minus von 18 Basispunkten aufweist. Aber eine invertierte Zinsstrukturkurve in diesem Bereich gibt es nicht erst seit gestern. Doch ist es hilfreich, wenn etwa der frühere Chef der Fed von Minneapolis und Ökonom, Narayana Kocherlakota, die US-Notenbank in einer Bloomberg-Kolumne (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-24/coronavirus-gives-the-federal-reserve-reason-to-cut-rates-now" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zu einer sofortigen Zinssenkung von mindestens 25, besser noch 50 Basispunkten aufruft? Sozusagen als günstige Versicherung („cheap insurance“) gegen einen Konjunktureinbruch? Solche Versicherungen kann sich die Fed nicht mehr allzu oft leisten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht hat sich der Euro gestern und auch bereits am vergangenen Freitag gegenüber dem Dollar erholt, weil es diese Zinssenkungsfantasien zurzeit gibt. Dabei gibt es durchaus nicht wenige Akteure, die sich im Krisenfall auch eine Leitzinssenkung durch die EZB vorstellen können. Vermutlich sollte man aber nicht versucht sein, das gestrige Aufbäumen der Gemeinschaftswährung – es handelt sich ohnehin um eine Dollarschwäche und weniger um eine intrinsische Eurostärke – überzubewerten. Denn es dürfte sich dabei um nicht viel mehr als eine technische Korrektur im kurzfristigen Abwärtstrend handeln. Für eine <em>erste </em>Stabilisierung des Euro wäre ohnehin nach wie vor ein Überschreiten von <strong>1,0895/00</strong> erforderlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ein denkwürdiges Jubiläum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2016 10:14:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
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		<category><![CDATA[T-Aktie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute wird die T-Aktie 20 Jahre alt – wahrscheinlich nicht für jeden ein Grund zum Feiern. Und wenn ich heutzutage bei Veranstaltungen oder auch in meinem Bekanntenkreis nachfrage, wer denn noch T-Aktien von damals im Depot habe, sind es doch immer noch überraschend viele, die diesem Wert die Treue gehalten haben. Sicherlich nicht immer aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8860 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/05/Fotolia-Mikro-300x114.jpg" alt="Fotolia Mikro" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/05/Fotolia-Mikro-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/05/Fotolia-Mikro.jpg 695w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Heute wird die T-Aktie 20 Jahre alt – wahrscheinlich nicht für jeden ein Grund zum Feiern. Und wenn ich heutzutage bei Veranstaltungen oder auch in meinem Bekanntenkreis nachfrage, wer denn noch T-Aktien von damals im Depot habe, sind es doch immer noch überraschend viele, die diesem Wert die Treue gehalten haben. Sicherlich nicht immer aus Überzeugung und wegen großer Erfolgsaussichten der Aktie, sondern häufig leider wegen teils horrender Buchverluste, die bis heute nicht realisiert worden sind.</p>
<p>Die T-Aktie war vor 20 Jahren der Beginn dessen, was man seinerzeit mit dem Begriff Börsenkultur verband. Und tatsächlich konnte die Aktie anfangs vom damaligen Börsenboom profitieren, der kurz nach der Jahrtausendwende dann sein jähes Ende fand. Viele Menschen, die auch aufgrund teils massiver Werbung zum allerersten Mal eine so genannte Volksaktie ihr Eigen nennen konnten, mussten in den folgenden Jahren erleben, dass es an der Börse eben nicht nur nach oben geht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Klassiker der Behavioral Finance</strong></p>
<p>Hatten die Akteure am Anfang noch die Erwartung, dass es sich bei den Kursrückgängen, die im Februar 2000 begannen, nur um „gesunde Korrekturen“ handelte, sollte sich dies später als Trugschluss herausstellen. Dennoch wurden viele schal gewordene Engagements ausgesessen, mancherorts gar zusätzlich in den fallenden Markt durch Hinzukäufe erhöht, um den Einstandspreis der früheren Transaktionen so zu „verbilligen“. Letztlich natürlich mit der Absicht, noch mit einigermaßen heiler Haut aus der ganzen Geschichte herauszukommen, wenn sich der Kurs erst einmal erholt hätte. Viele Anleger von damals haben selbst diese verbilligten Einstandspreise nie mehr wiedergesehen und wären heute vermutlich bereit, sogar  zu erheblich niedrigeren Preisen (um 18 Euro herum?) ihre T-Aktien aus ihren Depots zu werfen.</p>
<p>Die T-Aktie steht also für all das was man an der Börse an emotionalen Zuständen erleben kann: Hoffnung, Freude, Gier, Euphorie, Angst, Panik und manchmal auch Verzweiflung. Und wenn man Entscheidungen von Börsianern aus Sicht der Behavioral Finance beurteilen möchte, dient die Entwicklung der T-Aktie als klassisches Beispiel dafür, was man an den Finanzmärkten richtig und was man alles falsch machen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Special von börse.ard.de</strong></p>
<p>Das Jubiläum war daher für börse.ard.de Grund genug, ein Special online<strong> <em>20 Jahre T-Aktie: Ein Phänomen an der Börse</em></strong> zu produzieren, in dem<strong>,</strong> neben vielen bekannten Zeitzeugen<strong>,</strong> auch ich zum Interview gebeten wurde. Das komplette Special finden Sie <span style="color: #808000;"><a style="color: #808000;" href="http://multimedia.boerse.ard.de/20-jahre-t-aktie#2728" target="_blank"><strong>HIER</strong></a> </span>und meinen eigenen Beitrag <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://multimedia.boerse.ard.de/20-jahre-t-aktie#2526" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span>.</p>
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		<title>Reizthema Stopp-Loss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 14:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Intraday-Stopp]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenreaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzsichtige Verlustaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Situative Stopps]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps der gleichen Größenordnung wäre gleich mehrfach eiskalt erwischt worden. Darüber hat sich unlängst ein Kommentator im Internet dermaßen aufgeregt, dass er von einem Joch der Stopp-Loss-Order schrieb. Und wenn von einem Joch die Rede ist, dann schwingt auch immer mit, dass man dieses gefälligst abzuschütteln habe.</p>
<p>Über den Sinn von Verlustbegrenzungen in Form von Stopp-Loss-Marken wird immer wieder heiß diskutiert. Dies geschieht umso mehr, als viele Anlagekonzepte heute so ausgelegt sind, dass sie mit automatischen Verlustgrenzen arbeiten. Die einen mit einem engen Stopp-Loss, die anderen mit einer großzügigeren Grenzziehung – wer erst bei einem Verlust von 20 Prozent die Bremse ziehen wollte, den hätte es in diesem Jahr zum Beispiel nicht erwischt. Aber hinterher ist man immer schlauer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der erste kleinste Verlust wiegt am schwersten</strong></p>
<p>Auch mag es in Märkten, die nicht sehr liquide sind, geradezu Kettenreaktionen von Stopp-Loss-Orders geben, die eng gestaffelt bei hohen Handelsvolumina wie eine Reihe umfallender Dominosteine nacheinander ausgelöst werden, was mitunter auch dazu führen kann, dass sich solche Bewegungen panikartig verselbstständigen. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden: Derartige Kettenreaktionen stehen naturgemäß nicht am Anfang einer solchen Entwicklung; vielmehr treten sie in einer späteren Phase des Kurseinbruchs auf oder aber auch bei einer Kaufpanik nach einigen Prozent schneller Kursgewinne. Denn im Frühstadium solcher Kursentwicklungen ist die Bereitschaft zur Verlustbegrenzung besonders gering. Denn Menschen reagieren paradox: Auch wenn der erste Verlust der kleinste ist, wiegt er für sie dennoch am schwersten.</p>
<p>Ich klebe nicht an irgendwelchen prozentualen Verlustlimits. Aber Anleger sollten einen Plan haben, was zu tun ist wenn sich die Dinge an ihrem Markt nicht so wie vorgestellt entwickeln. Vor allem wenn sich Verluste so richtig schnell vollziehen, fangen viele Anleger zu zweifeln an, ob Durchhalten tatsächlich die richtige Strategie sein kann. Gerade, weil wir unser Marktumfeld, sobald wir eine Position eingegangen sind, unter dem Eindruck von Verlusten ohnehin nur noch selektiv wahrnehmen, muss es einen Plan geben, der vor Eingehen eines Engagements festgelegt wurde. Am besten schriftlich.</p>
<p>Auch muss eine Verlustbegrenzung durchaus nicht preisgebunden sein. Man kann ja auch aussteigen, wenn bestimmte Voraussetzungen, die man eigentlich für die Grundlage seiner Entscheidung ursprünglich einmal gewählt hat, nicht mehr gegeben sind. Doch wird es schwierig, wenn diese Kriterien nicht aus harten Zahlen sondern womöglich aus weichen Qualitätsmerkmalen einer Aktiengesellschaft bestehen. Ohnehin verhindert es die selektive Wahrnehmung, einigermaßen objektiv zu bleiben – Marktpreise sind klar und unmissverständlich und das Resultat von Angebot und Nachfrage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Situative Stopps, wenn es bereits brennt?</strong></p>
<p>Natürlich kann man angesichts der jüngsten DAX-Erholung sagen, es wäre besser gewesen keinen Stopp-Loss gehabt zu haben. Vor allem keinen großzügigen Stopp, wo man mit einem zweistelligen Prozentverlust aus dem Markt geworfen wurde und nun Schwierigkeiten hat, den Wiedereinstieg zu finden. Im Nachhinein lässt sich da immer gut argumentieren. Was wäre denn passiert, wenn der DAX 25 Prozent an Wert verloren hätte? Wäre man dann auch noch ruhig geblieben?</p>
<p>Soll man nun das Joch des Stopp-Loss abstreifen? Oben genannter Kommentator gibt eine findige Antwort: „Nein, sicher nicht generell, aber begreifen, dass sie nicht Allheilmittel sind“. Verlustbegrenzung also nach Gusto? Ein Engagement womöglich durchzuhalten, weil es fundamental das richtige ist?</p>
<p>In einer Zeit, wo die Finanzmärkte – vor allem die Aktienmärkte – wie nie zuvor durch Notenbankinterventionen geradezu manipuliert werden, tue ich mich schwer an fundamentale Bewertungsmaßstäbe zu glauben. Aber auch in normalen Zeiten haben wir immer wieder erlebt, dass sich Aktienkurse durchaus und für lange Zeit von ihren fundamental gerechtfertigten Bewertungsmaßstäben entfernt haben.</p>
<p>Egal, woran man glaubt, ob an enge Verlustbegrenzungen oder großzügige Stopps oder gar ein Aktieninvestment ohne Netz<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Situativ, also mal so oder mal so zu agieren, halte ich selbst für hart gesottene Börsenprofis für eine große Herausforderung. Ab und zu vielleicht einen Stopp zu nutzen? Eine solche Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Es kann teuer werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Wie ich selbst mit Verlustbegrenzungen umgehe, können Sie übrigens <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion-ii/"><strong>HIER</strong></a> nachlesen</p>
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		<title>Schweizer Bluff?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/schweizer-bluff/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 07:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[SNB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es ja bald fünf Monate her, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro mit einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro binden. Und dass sie im Zweifel dazu bereit sei, zur Verteidigung dieses Kursniveaus ausländische Valuten in unbegrenzter Höhe zu kaufen. Bis dahin hatte die SNB den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es ja bald fünf Monate her, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro mit einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro binden. Und dass sie im Zweifel dazu bereit sei, zur Verteidigung dieses Kursniveaus ausländische Valuten in unbegrenzter Höhe zu kaufen. Bis dahin <span id="more-3113"></span>hatte die SNB den Schweizer Franken immer wieder durch Interventionen erfolglos zu schwächen versucht. Damals, im September 2011, habe ich dieses Vorgehen als <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall" target="_blank">schweren Sündenfall </a>bezeichnet, vielleicht auch, weil ich mir bis dahin nicht hatte vorstellen können, dass eine konservative eidgenössische Zentralbank jemals ein derartiges Statement abgeben würde. Geschweige denn, dass sie ihr Versprechen einlösen könnte. Immerhin: Theoretisch bräuchte die SNB nur ihre eigene Währung  in großem Stile zu drucken und gegen ausländische Devisen, etwa Euros, zu tauschen.</p>
<p>Bis heute ist die besagte Untergrenze des Euro gegenüber dem Franken von den Marktteilnehmern nicht einmal ansatzweise getestet worden. Im Gegensatz etwa zur Bank von Japan (BoJ), die unter ähnlichen Kapitalzuflüssen zu leiden hatte und erhebliche Beträge zur Stützung des US-Dollar aufbringen musste, reichte der SNB über Monate hinweg alleine die Drohung, dass sie im Ernstfall eingreifen würde. Ja, der vorauseilende Gehorsam der Marktteilnehmer war so stark, dass viele Akteure der Nationalbank sogar die Arbeit abnahmen und bis heute teils stattliche Long-Positionen in Euro gegen Schweizer Franken unterhalten. Engagements, von denen auch spekulativ veranlagte Privatanleger glauben, sie seien bei 1,20 CHF pro Euro geschützt. Nicht umsonst haben immer wieder Gerüchte die Runde gemacht, die SNB werde diesen Interventionsboden, um ihrer Politik Nachdruck zu verleihen, sogar auf 1,25 wenn nicht gar 1,30 CHF anheben. Gerüchte allerdings, die besonders gerne von denen verbreitet wurden, die in diesem Falle einen von der Zentralbank subventionierten Gewinn ohne großes Risiko, einen so genannten „Free Lunch“, erhalten hätten.</p>
<p>Wenn man unterdessen die Kursentwicklung des Euro gegenüber der Schweizer Valuta während der vergangenen neun Wochen verfolgt, lässt sich ein langsames, aber verdächtig stetiges Abgleiten des Wechselkurses  beobachten. Demnach scheint die Interventionsdrohung vieles von ihrem Schrecken verloren zu haben. Allein schon durch den Rücktritt ihres Präsidenten Hildebrand hat die SNB an Glaubwürdigkeit und damit einen Vertrauensvorschuss der Akteure verloren, von dem ihre Politik monatelang profitiert hat.</p>
<p>Aber auch der Zeitverlauf selbst – der ganz alltägliche Gewöhnungseffekt – hat dazu geführt, dass die einstige Drohung der SNB mittlerweile nicht mehr ganz so ernst genommen wird. Zumal massive Interventionen für die schweizerische Wirtschaft nicht folgenlos blieben. Es würde mich daher kaum verwundern, wenn die Marktverhältnisse die SNB schon bald dazu zwängen, ihr Pokerblatt auf den Tisch zu legen. Wollen wir hoffen, dass die Notenbanker dann genügend Asse auf der Hand haben, um all die Investoren bedienen zu können, die bislang wegen der Interventionsdrohung davor zurückschreckten, ihr Geld in Schweizer Franken anzulegen. Mehr noch, würde sie von all den Marktteilnehmern unter Druck gesetzt werden, die im Glauben auf einen sicheren Gewinn ihre Positionen mit Verlust (und hoffentlich ohne Panik) wieder auflösen müssten.</p>
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		<title>Starkes Stück</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/starkes-stuck/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 18:30:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Starkes Stück, dachte ich, als ich heute Nachmittag vom Rücktritt des Chef-Volkswirts der EZB hörte. Und meine erste Reaktion mag der vieler anderer Marktteilnehmer geähnelt haben. So schoss mir sofort durch den Kopf, dass mit Jürgen Stark bereits der zweite Falke innerhalb nicht einmal eines Jahres die europäische Zentralbank verlässt. Und das auch noch zur [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Starkes Stück, dachte ich, als ich heute Nachmittag vom Rücktritt des Chef-Volkswirts der EZB hörte. Und meine erste Reaktion mag der vieler anderer Marktteilnehmer geähnelt haben. So schoss mir sofort durch den Kopf, dass mit Jürgen Stark bereits der zweite Falke innerhalb nicht einmal eines Jahres die europäische Zentralbank verlässt. <span id="more-2461"></span>Und das auch noch zur Unzeit, mitten in der Krise. Ich möchte aber an dieser Stelle ganz bewusst nicht darüber spekulieren, ob es tatsächlich persönliche Gründe waren, die den Chef-Volkswirt zu diesem Schritt bewogen haben, oder doch Dissonanzen innerhalb der Zentralbank, weil Stark aus seiner kritischen Haltung gegenüber den Staatsanleihekäufen nie einen Hehl gemacht hatte.</p>
<p>Vielmehr hat mich der Zeitpunkt aufgeregt, zu dem der Rücktritt bekannt wurde: Nämlich ebenfalls zur Unzeit, an einem Freitagnachmittag, wenn die Liquidität an den Finanzmärkten meist schwach ist, so dass eine Meldung von solcher Tragweite in einem ohnehin stark verunsicherten Markt durchaus zu einer Panik führen kann. Hätte man – ohne diese Personalie jetzt zu hoch hängen zu wollen – nicht mit dieser Nachricht bis zum Börsenschluss oder Samstagvormittag warten können? Damit man Zeit gehabt hätte, die Botschaft bis zur Eröffnung des Handels am Montag in Ruhe zu verarbeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was Sie im August möglicherweise verpasst haben&#8230;</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/was-sie-im-august-moglicherweise-verpasst-haben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 06:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Monat August hat sich nicht nur als ein neuer Horrormonat vor allem für die deutschen Aktienmärkte erwiesen. Dabei haben die Anleger jedoch nicht so sehr die Entwicklungen in der Euro-Zone oder die US-Schuldensituation samt eines möglichen neuen quantitativen Lockerungsprogramms QE3  bewegt. Auch waren konjunkturelle Analysen zumindest bei uns weniger als im Vormonat gefragt. Vielmehr [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-sie-im-august-moglicherweise-verpasst-haben/">Was Sie im August möglicherweise verpasst haben&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Monat August hat sich nicht nur als ein neuer Horrormonat vor allem für die deutschen Aktienmärkte erwiesen. Dabei haben die Anleger jedoch nicht so sehr die Entwicklungen in der Euro-Zone oder die US-Schuldensituation samt eines möglichen neuen quantitativen Lockerungsprogramms QE3  bewegt. Auch waren konjunkturelle Analysen <span id="more-2394"></span>zumindest bei uns weniger als im Vormonat gefragt. Vielmehr muss das Thema Verlustbegrenzung bei vielen Akteuren im Vordergrund gestanden haben. Denn die „Hitliste“ unserer schriftlichen Blog-Beiträge wird von „<a href="http://www.blognition.de/markte/ohne-rucksicht-auf-verluste" target="_blank">Ohne Rücksicht auf Verluste</a>“ angeführt, wobei sich ausgerechnet nach Veröffentlichung dieses Artikels am Aktienmarkt wieder einmal zeigte, dass es ohne Stopp-Loss richtig teuer werden kann. Auch das Thema „<a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/panik-mit-ansage" target="_blank">Panik mit Ansage</a>“ hat die Leser kaum weniger bewegt und zeigt, wie wenig fundamentale Faktoren eigentlich den DAX beeinflusst haben. Vielmehr wurden als typische Erklärungsansätze für einen zeitweisen Kontrollverlust in diesen Marktphasen „Wurstfinger“ „Algotrader“ „Systemhandel“ gewählt. Den dritten Platz belegte das Thema Doppelmoral in Gestalt des Titels „<a href="http://www.blognition.de/markte/das-schaf-im-wolfspelz" target="_blank">Das Schaf im Wolfspelz</a>“ der auch ohne weiteres hätte lauten dürfen: „Können Hedgefonds böse sein?“</p>
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		<title>Panik mit Ansage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 05:08:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In vielen Blogs konnte man es schon seit Wochen nachlesen: Das, was von offizieller Seite den Marktteilnehmern und auch denen, die sich nicht alltäglich mit den Finanzmärkten befassen, erzählt werde, stimme in Wahrheit gar nicht. Die einzige Frage, die vor allem die Verschwörungstheoretiker beschäftigte, war, welcher der vier apokalyptischen Reiter[1] derzeit durch die Märkte galoppiere. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/panik-mit-ansage/">Panik mit Ansage</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>In vielen Blogs konnte man es schon seit Wochen nachlesen: Das, was von offizieller Seite den Marktteilnehmern und auch denen, die sich nicht alltäglich mit den Finanzmärkten befassen, <span id="more-2164"></span> erzählt werde, stimme in Wahrheit gar nicht. <!--more--> Die einzige Frage, die vor allem die Verschwörungstheoretiker beschäftigte, war, welcher der vier apokalyptischen Reiter<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=3393a#_ftn1">[1]</a> derzeit durch die Märkte galoppiere. Aber auch in den herkömmlichen Zeitungen <!--more-->und bekannten Fernsehsendern wurde der Kurssturz, der seit Montag vergangener Woche alleine den DAX vorübergehend mehr als bis zu 15 Prozent seines Wertes gekostet hat, unter der Überschrift „Panik“ verbucht.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Dabei hätte doch die meisten diese Entwicklung gar nicht überraschen dürfen. Denn schon seit einigen Monaten haben sich die Akteure immer wieder gefragt, warum es mit dem Aktienmarkt nicht schon längst nach unten gegangen ist. Genau genommen haben wir in einer Woche das erlebt, was sich in früheren Zeiten über mehrere Monate hinweg abgespielt hätte.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Aus Sicht der verhaltensorientierten Analyse ist Panik allerdings nichts anderes als ein kollektiver Kontrollverlust. Eine hoch ansteckende Verunsicherung, weil niemand mehr die (Börsen)welt versteht. Obwohl man interessanterweise aus fundamentaler Sicht meinte, alle Krisen und Probleme psychisch bereits bewältigt zu haben. So wusste man um die immer wieder aufflammende Euro- Krise, die immer noch ungelöst ist. Und beim quälenden Theater um den US-Schulden Kompromiss war den meisten bereits ziemlich früh klar, dass die USA in letzter Minute doch noch aus diesem Schlamassel herausfinden würden. Wenn auch nur mit einem Minimalkonsens. Und selbst die seit Wochen ausgesprochene Drohung der Ratingagentur Standard &amp; Poor&#8217;s, der USA die Top-Bonität abzusprechen, sofern die Sparprogramme nicht mindestens ein Volumen von vier Billionen Dollar aufwiesen, hat viele Akteure nie wirklich beunruhigt.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Die Frage, die ich jedoch in den vergangenen 48 Stunden am meisten zu hören bekam, war, ob es am heutigen Montag zu einer neuerlichen Panik käme, weil eben diese Ratingagentur die Vereinigten Staaten von Amerika nun tatsächlich herabgestuft hat. Das machte mich stutzig, weil eine Panik mit Ansage ein Widerspruch in sich selbst ist. Immerhin war Standard &amp; Poor&#8217;s so gnädig, diese Entscheidung am Wochenende zu publizieren und gönnte der Welt damit eine kleine Atempause, um diese Nachricht verdauen zu können. Obwohl sie ja alles andere als unerwartet eintraf. Was wäre denn andererseits geschehen, wenn Standard &amp; Poor&#8217;s seiner Drohung keine Taten hätte folgen lassen? In großes Geschrei wären viele Akteure ausgebrochen: Das sei ja mal wieder typisch, bei den USA drücke man beide Augen zu, während man die anderen, europäische Länder zum Beispiel, eiskalt deklassiere.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Im Grunde haben die Börsen nur vollzogen, was längst fällig gewesen war. So gesehen hätte es gar keinen kollektiven Kontrollverlust, keine Panik geben dürfen. Zumal sich die fundamentale Situation während der vergangenen beiden Wochen nicht verändert hat. Das Einzige, was uns wohl alle erschreckt hat, war das Tempo, mit dem sich dieser Absturz vollzog, und das nach einer Phase relativer Ruhe, an die sich offenbar viele gewöhnt hatten. Dabei wissen – und das ist eher untypisch für eine Panik – viele Analysten und Händler, warum dies alles geschieht. Nein, die Krise, die einst in den USA mit einer Immobilienmisere begann,  sei eigentlich nie zu einem Ende gekommen, war gestern in einer renommierten Tageszeitung zu lesen. Von der „Road to Recovery“, die im Jahr 2009 von einem US-Fernsehsender pathetisch beschworen wurde, scheint man also schon recht bald wieder abgebogen zu sein.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Mir ist das Panikgeschrei ein bisschen zu laut geworden. Und es heulen anscheinend diejenigen am heftigsten, die vermutlich schon längst keine Aktien mehr besitzen. Ja, wenn ich manchen Kommentar durchlese, meine ich, eine gewisse Genugtuung darin zu spüren. Dieses Gefühl wohligen Grauens in Anbetracht der Lage, welche man allerdings aus sicherer Distanz beobachtet, gepaart mit der Gewissheit, dass man selbst das alles ja habe kommen sehen und oft genug davor gewarnt hatte. Aber wurden diese Warnungen leichtfertig in den Wind geschlagen, haben die Märkte sie nicht ernst genommen? Im Grunde stimmt das nicht. Denn vielleicht hat am vergangenen Montag ja nur ein großer Fonds, ein mächtiger Marktteilnehmer, seine Aktienquote adjustieren wollen und Papiere im großen Stil verkauft. Zu einem in seinen Augen günstigen Zeitpunkt, weil der Rest der Börsenwelt gerade meinte, nach dem Schuldenkompromiss in den USA sei das Schlimmste überstanden. Am Ende aber zählen bei der Entwicklung eines Marktpreises allein  Angebot und Nachfrage, ungeachtet aller rationalen Begründungen. Angebot, das sich in einer gehebelten („geleveragten“) und mittlerweile hoch korrelierten Finanzwelt mit ganz anderer Wucht als zu früheren Zeiten entfaltet. Und das ist ein Umstand, an den wir uns schleunigst gewöhnen sollten.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<div>
<span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"></p>
<hr size="1" />
<p></span></p>
<div><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=3393a#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Darunter versteht man die Boten des nahenden Weltuntergangs, vgl. Johannesevangelium, Buch der Offenbarung, Kapitel 6</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></div>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></div>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/panik-mit-ansage/">Panik mit Ansage</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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