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	<title>Kontrollverlust Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 23 Oct 2020 04:51:24 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wir verlieren sie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2020 04:51:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollillusion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Losing it“, der Betreff des Abend-Newsletters von Bloomberg, könnte den gestrigen Handelstag nicht treffender beschreiben. Tatsächlich scheinen wir sie zu verlieren, die Kontrolle über die Verbreitung der Covid-19-Infektionszahlen in Europa und auch hierzulande. Und unter diesem Motto verloren auch die deutschen Aktien, gemessen am DAX, anfangs vorübergehend 1,7 Prozent an Wert, um diesen Verlust später ganz schnell wieder aufzuholen. So gesehen kann man zumindest nicht von einem Kontrollverlust der Aktienmarktteilnehmer, aber von einem drohenden Kontrollverlust der Politiker sprechen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>800)</strong>             „Losing it“, der Betreff des Abend-Newsletters von Bloomberg, könnte den gestrigen Handelstag nicht treffender beschreiben. Tatsächlich scheinen wir sie zu verlieren, die Kontrolle über die Verbreitung der Covid-19-Infektionszahlen in Europa und auch hierzulande. Und unter diesem Motto verloren auch die deutschen Aktien, gemessen am DAX, anfangs vorübergehend 1,7 Prozent an Wert, um diesen Verlust später ganz schnell wieder aufzuholen. So gesehen kann man zumindest nicht von einem Kontrollverlust der Aktienmarktteilnehmer, aber von einem drohenden Kontrollverlust der Politiker sprechen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12638" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/23102020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/23102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/23102020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrollillusion bei den Börsianern?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Akteure an den Finanzmärkten scheinen noch einen klaren Kopf zu bewahren, vor allem wenn man bedenkt, dass der DAX ziemlich genau an seinem bisherigen Korrekturtief vom 25. September seinen Schwächeanfall beendete und von Nachfragern aufgefangen wurde. Wird daraus ein technischer „Doppelboden“, die Basis für einen neuerlichen Kursaufschwung? Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass solche klar geschnittenen Kursböden in der Nähe früherer Korrekturtiefs später relativ schnell wieder unterlaufen werden. Aber das Gefühl, am vermeintlich günstigsten Punkt eingekauft zu haben, hat schon bei manch einem Börsianer zur Kontrollillusion geführt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Noch ein Verlust?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für die spätere Erholung am gestrigen Handelstag gab es wie schon so häufig das immergleiche Argument, dass nun doch noch ein Stimulus-Deal in den USA vor dem Wahltermin in greifbare Nähe gerückt sei. Und wenn man den gestrigen Worten der Verhandlungsführerin der Demokraten, Nancy Pelosi, Vertrauen schenken will, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Verhandlungen mit Finanzminister Steven Mnuchin zu einem Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern gute Fortschritte machen würden. Oder trügt der Schein?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zweifel diesbezüglich konnte man nämlich bekommen, als der ökonomische Chefberater des US-Präsidenten, von größeren Differenzen sprach, die wahrscheinlich nicht gelöst würden. Wenn derartiges schon von einem ökonomischen Dauer-Optimisten wie Larry Kudlow geäußert wird, muss man wohl davon ausgehen, dass die Verhandlungen gescheitert sind.  </span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Den Schein wahren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Obwohl nun kaum jemand erwartet, dass es noch zu einer Vereinbarung hinsichtlich eines Konjunkturpakets und einem dazugehörenden Gesetz vor dem Wahltag kommen wird, würde eine offizielle Absage dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Abverkauf an den Aktienbörsen führen. Denn von der Hoffnung auf einen Deal lebte in den vergangenen Wochen bislang fast jede größere Aufwärtsbewegung. Während sich die europäischen Aktienmärkte gestern also erholten und die negativen Nachrichten zur Covid-19-Krise gut wegstecken, kann dies dagegen für den Euro nicht gesagt werden. Dieser blieb nämlich gegenüber dem US-Dollar trotz seines gerade erst begonnenen kurzfristigen Aufwärtstrends ausgesprochen reserviert und konnte seinen, wenn auch überschaubaren Rücksetzer bislang nicht wieder wettmachen. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung in positivem Terrain, solange <strong>1,1760</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Von Kontrollverlust und Panik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 05:52:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Gelernte Sorglosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolldefizit]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es liegt in der Natur des Menschen und somit auch der Anleger und Investoren, die Zukunft, und sei es auch nur die materielle, irgendwie beherrschen zu wollen. Dieses sogenannte Kontrollbedürfnis ist bei den einen stärker, bei den anderen etwas schwächer ausgeprägt. In diesem Zusammenhang spielt unter verhaltensorientierten Gesichtspunkten unter anderem die Kompetenz des Akteurs eine große Rolle. Sie entscheidet darüber, wie groß das individuelle Bedürfnis nach Kontrolle ausfällt. Ein Anleger oder Investor, der seit einigen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1125)</strong>             Obwohl die Kurse an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks mal 10 Prozent runter, mal 10 Prozent rauf gehen – und das innerhalb weniger Tage, glauben manche Marktteilnehmer immer noch, dass es sich um keine Panik gehandelt habe. Wohl dem, der angesichts dieser rasanten Achterbahnfahrt keine Schwindelanfälle bekommen hat. Kurzum: Die Märkte scheinen während der vergangenen Tage außer Kontrolle geraten zu sein. Und wir lernen gerade wieder einmal, dass es Situationen an der Börse wie auch im Leben gibt, die sich menschlicher Kontrolle entziehen. Gerade die jüngsten dramatischen Entwicklungen bei der Korona-Krise lehren uns, dass Sicherheit eine Illusion ist. Und wenn Menschen dies realisieren, reagieren sie oftmals geschockt.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11740" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/16032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kompetenz bestimmt Kontrollbedürfnis</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es liegt in der Natur des Menschen und somit auch der Anleger und Investoren, die Zukunft, und sei es auch nur die materielle, irgendwie beherrschen zu wollen. Dieses sogenannte Kontrollbedürfnis ist bei den einen stärker, bei den anderen etwas schwächer ausgeprägt. In diesem Zusammenhang spielt unter verhaltensorientierten Gesichtspunkten unter anderem die Kompetenz des Akteurs eine große Rolle. Sie entscheidet darüber, wie groß das individuelle Bedürfnis nach Kontrolle ausfällt. Ein Anleger oder Investor, der seit einigen Jahrzehnten mit DAX-Werten handelt, wird sicherlich weniger nervös jeder neuen Information hinterherjagen als ein Anfänger. Er vertraut auf seine Erfahrung. Allerdings läuft er Gefahr, diese zu überschätzen. Und wenn sich bei ihm auch noch reihenweise profitable Erfolge einstellen, besteht nicht nur die Gefahr eines zu starken Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten (Overconfidence), sondern im Extremfall die Einbildung, alles sicher im Griff zu haben (Kontrollillusion).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Von der Sorglosigkeit zum Kontrollverlust</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun kann die rund elf Jahre währende Börsenhausse, die wohl am 19. Februar ihren Höhepunkt erreicht hatte, fast schon als Spiegelbild einer erlernten Sorglosigkeit betrachtet werden. Eine Sorglosigkeit, aus der binnen drei Wochen eine gewisse Hilflosigkeit geworden ist. Spätestens als deutlich wurde, dass wir es an den Aktienmärkten mit mehr als einer gesunden Korrektur des Aufwärtstrends zu tun bekommen haben, meldete sich das Bedürfnis nach Kontrolle wieder. Weil die Bezugspunkte von tief und hoch verloren gegangen waren. Referenzpunkte, die wir uns von den Experten erhoffen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Prognosen selbst derjenigen, die schon immer alles gewusst und vorhergesehen hatten, haben nicht geholfen, dieses Kontrollbedürfnis zu stillen. Und gerade wenn Menschen zunächst meinen, eine Situation beeinflussen oder gar beherrschen zu können, später jedoch durch die Realität eines Besseren belehrt werden, sprechen die Psychologen von einem Kontrollverlust. Und spätestens, wenn dieser ansteckend ist, spricht man an den Finanzmärkten von einer Panik.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht überall herrscht Panik</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im Gegensatz zu den großen Börsenkrisen der Jahre 1929 und 2008, mit denen die Situation von heute gerne verglichen wird, ist der jetzige Kontrollverlust nicht primär an den Finanzmärkten selbst entstanden. Vielmehr stand am Anfang die Corona-Epidemie, die sich nunmehr zur Pandemie ausgeweitet hat. Interessanterweise gab es auch in der Bevölkerung sicherlich Kontrolldefizite und manchmal auch phasenweise Kontrollverluste. Aber bislang keine echte Panik.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Stattdessen herrscht immer noch relative Besonnenheit. Weil man versucht, etwaige Kontrolldefizite dadurch zu reduzieren, dass man sich Informationen besorgt oder sich an jemanden wendet, der zum Beispiel etwas von Viren versteht. Und dann werden auch staatlicherseits Maßnahmen ergriffen, die letztlich den Eindruck vermitteln sollen, dass man die Gefahr, die von Covid-19 ausgeht, irgendwie in den Griff bekommen oder zumindest in ihrer Wirkung verlangsamen wird. Selbst wenn dafür die Bewegungsfreiheit der Menschen und der Alltag massiv beschränkt werden müssen. </span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schickt die Märkte in Urlaub!</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern hörte ich irgendwo im Radio sinngemäß den Satz: „Wir schicken die Wirtschaft eine Zeit lang in Urlaub“. Könnte man dies nicht auch für die Aktienmärkte sagen, an denen gleich zweierlei Kontrolldefizite zu bewältigen sind? Zum einen die unsichere Zukunft für unsere Gesundheit und zum zweiten auch noch die ökonomische Zukunft der Anleger und Investoren. Auch wenn sich für manch einen eine solche Ruhepause fürchterlich anfühlen mag, weil man für gewisse Zeit womöglich nicht mehr aus seinen Engagements heraus kann. Aber die Vorteile einer Zwangspause wären nicht zu vernachlässigen. Vor allem wenn die führenden Nationen dieser Welt mitmachen. Abgesehen davon, dass wir durch unsere menschliche Fähigkeit, uns ziemlich schnell an neue Situationen anzupassen (Gewöhnung), Zeit gewännen, um unsere Bezugspunkte (was ist hoch – was ist tief?) neu zu kalibrieren, würden im gleichen Zuge Kontrolldefizite und -verluste von heute verringert werden können.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Bazooka gegen Kontrollverlust</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat die US-Notenbank gestern Abend erneut außerplanmäßig (zwei Tage vor dem Ende der regulären Sitzung am Mittwoch) den Zielkorridor für die Fed Funds gesenkt, und zwar auf 0 bis 0,25 Prozent, also drastisch um einen Prozentpunkt. Darüber hinaus wurde unter anderem ein Anleihekaufprogramm (QE) in Höhe von 700 Mrd. USD verkündet und die Mindestreservesätze auf Null gesenkt. Obgleich es sich um das größte Programm handelt, das jemals an einem Tag von der Fed verabschiedet wurde, reagierten die US-Aktien-Futures mit deutlichen Abschlägen. Der Euro bleibt unterdessen in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend, solange er sich oberhalb von <strong>1,1050</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>In Panik geraten sind die Anderen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2020 05:49:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus-Epidemie]]></category>
		<category><![CDATA[Helikoptergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Sekundärpanik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun war es gestern also offenbar doch genug des Schlechten, was sich an den Anleihe- und Aktienmärkten abgespielt hatte. Zumindest für einige Stunden war eine gewisse Beruhigung eingetreten. Dazu mögen auch Kommentatoren beigetragen haben, die sich bemühten, nicht von einer Panik der Börsianer, sondern lediglich von einer angemessenen Marktreaktion auf die Panik an anderer Stelle zu sprechen. Ein kollektiver Kontrollverlust, der sich aber nur scheinbar anderswo abzuspielen scheint...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0905)</strong>             Nun war es gestern also offenbar doch genug des Schlechten, was sich an den Anleihe- und Aktienmärkten abgespielt hatte. Zumindest für einige Stunden war eine gewisse Beruhigung eingetreten. Dazu mögen auch Kommentatoren beigetragen haben, die sich bemühten, nicht von einer Panik der Börsianer, sondern lediglich von einer angemessenen Marktreaktion auf die Panik an anderer Stelle zu sprechen. Ein kollektiver Kontrollverlust, der sich aber nur scheinbar anderswo abzuspielen scheint.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11671" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine Art von Sekundärpanik</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nein, es handele sich um keine „Marktpanik“, so etwa der von mir so geschätzte John Authers in seinem gestrigen Bloomberg-Beitrag <span style="color: #000000;">(<a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-26/coronavirus-don-t-mistake-this-stocks-selloff-for-a-panic" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a>)</span>. Also um eine rationale Antwort der Märkte auf eine panisch anmutende Reaktion anderer Menschen auf Nachrichten zum Coronavirus? Informationen, die verständlicherweise oftmals immer noch nicht einzuordnen sind. Also eine Art Sekundärpanik? Oder handelt es sich beim massiven Aktienkurseinbruch der vergangenen Tage sogar nur um eine ungewöhnlich heftige Korrektur eines Aufwärtstrends?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht rationaler als andere Menschen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dummerweise lässt sich das Leben der Finanzmarktteilnehmer nicht von den Sorgen und Nöten der übrigen Menschen auf dieser Welt trennen. Herrscht bei denen eine Art Kontrollverlust, springt dieser auch ganz schnell auf diejenigen über, die täglich mit Aktien, Anleihen, Währungen und Ähnlichem zu tun haben. Verunsicherte Menschen, was wir spätestens dann bemerken, wenn der liebe Kollege von seinem erkälteten Kind spricht und andere Händler-Kollegen unwillkürlich zurückweichen und ihre Hände vorsichtshalber ein paar Minuten später in der Toilette ganz schnell mit einem Desinfektionsmittel reinigen. Sind diese Marktteilnehmer tatsächlich rationaler als andere Menschen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine Art Helikoptergeld<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was erwarten nun die Finanzmarktteilnehmer? Eine schnelle Reaktion der US-Notenbank – manche fordern eine vorgezogene Sondersitzung – in Gestalt von einer Zinssenkung von bis zu 50 Basispunkten? 50 Basispunkte, die aufgrund der von der Fed immer wieder zitierten asymmetrischen Geldpolitik vielerorts bereits eingepreist sind und in ihrer Wirkung daher schnell verpuffen dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">US-Präsident Donald Trump, der sich fürchterlich über den Einbruch der Aktienkurse aufgeregt haben soll, scheint es verstanden zu haben und möchte zur Bekämpfung des Corona-Virus vorsorglich 2,5 Mrd. USD zur Verfügung stellen. „Zu wenig“, konterte der Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer und stellte sogleich einen eindrucksvollen 8,5 Mrd. USD schweren „COVID 19 Plan“ vor. Ja, diese Art von Helikoptergeld ist unterwegs, und selbst der von mir vor ein paar Tagen als zu langsam gescholtene deutsche Finanzminister Olaf Scholz möchte hierzulande sogar die Schuldenbremse vorübergehend aussetzen. Dafür müsste jedoch das Grundgesetz geändert werden, wofür eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und im Bundesrat erforderlich wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rückabwicklung von Carry Trades</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat sich der Euro gestern gegenüber dem US-Dollar zumindest soweit befestigt, dass er seinen allerersten Stabilisierungspunkt im Rahmen seines kurzfristigen Abwärtstrends nach vier positiv verlaufenen Handelstagen in Folge tatsächlich überwinden konnte. Und das, obwohl der Dollar bis vor kurzem immer noch zu den Fluchtwährungen gezählt hatte. Und obwohl das Corona-Virus nun auch die Eurozone erreicht hat. Aber auch dafür gibt es eine plausible Erklärung: Der Euro, bis vor kurzem im Rahmen von sogenannten „Carry Trades“ noch gerne als Verschuldungswährung benutzt, um damit Engagements in besseren rentierenden Valuten zu finanzieren, ist anscheinend plötzlich sehr gefragt. Nämlich, um diese Carry Trades im Zuge der jüngsten vorherrschenden Risikoaversion zurückzudrehen. Dennoch: Der kurzfristige Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung hat weiterhin Bestand und verläuft nun weniger steil zwischen <strong>1,0990</strong> und <strong>1,0735</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Angst vor Kontrollverlust</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/angst-vor-kontrollverlust/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2020 05:59:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus-Epidemie]]></category>
		<category><![CDATA[Gelernte Sorglosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es fällt schwer, den gestrigen Handelstag einzuordnen. Zumindest auf der Währungsseite. Denn der Euro produzierte gestern gegenüber einem Korb verschiedener Valuten einen Handelstag mit leicht negativem Vorzeichen. Aber dem Dollar ging es eben – gemessen am Dollar-Index – noch etwas deutlicher an den Kragen, so dass die Gemeinschaftswährung den dritten Tag hintereinander gegenüber dem Greenback ein kleines Plus verbuchen konnte...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0870)</strong>             Es fällt schwer, den gestrigen Handelstag einzuordnen. Zumindest auf der Währungsseite. Denn der Euro produzierte gestern gegenüber einem Korb verschiedener Valuten einen Handelstag mit leicht negativem Vorzeichen. Aber dem Dollar ging es eben – gemessen am Dollar-Index – noch etwas deutlicher an den Kragen, so dass die Gemeinschaftswährung den dritten Tag hintereinander gegenüber dem Greenback ein kleines Plus verbuchen konnte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11655" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/26022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/26022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/26022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Unterdrückte Schweizer-Franken-Nachfrage </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Besonders erstaunlich: Trotz aller Risikoaversion hat sich der Schweizer Franken als sogenannte Fluchtwährung gegenüber dem Euro nicht weiter befestigen können, während etwa der Yen, der einen ähnlichen Ruf genießt, gestern immerhin ein deutlicheres Plus produzierte. Trotz aller Wachstums-Hiobsbotschaften, die sich vor gut einer Woche in Japan ergeben hatten. Ob die Schweizerische Nationalbank gegen eine Franken-Aufwertung hält? Die Kursmuster gegenüber dem Euro vermitteln zumindest keine großangelegte Fluchtbewegung, die angesichts der starken Verunsicherung wegen des Corona-Virus durchaus viel deutlicher hätte ausfallen können/müssen. Stattdessen sieht es nach einem sehr kontrollierten Rückzug des Euro aus.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Medikament mit Nebenwirkungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An den Aktienmärkten der USA und Europas gab es auch gestern wieder massive Kursabschläge. Zum einen aus Angst vor einem Kontrollverlust, weil die Lage in Europa angesichts steigender Ansteckungsfälle durch das Corona-Virus auf den ersten Blick außer Kontrolle zu geraten scheint. Und das Medikament der Wahl scheint innerhalb Europas darin zu bestehen, das Virus durch „rote Zonen“ und eingeschränkte Bewegungsspielräume der Menschen in Zaum zu halten. Natürlich, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Es handelt sich allerdings auch um ein Medikament mit psychischen, aber auch mit ökonomischen Nebenwirkungen. Und deren Ausmaß scheint für die Teilnehmer an den Finanzmärkten derzeit mit einem Male nur noch schwer abschätzbar zu sein. Zumindest legt die Kursentwicklung der Aktien- und Anleihemärkte diese Schlussfolgerung nahe.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Plötzliches Erwachen aus der Sorglosigkeit </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bei den Aktienmärkten kommt noch hinzu, dass bis zum 20. Februar durch die geographisch noch als recht weit entfernt wahrgenommene Corona-Epidemie sogar das Gefühl vorgeherrscht haben muss, dass etwaige Kurseinbrüche schon bald wieder aufgefangen würden. Eine (gelernte) Sorglosigkeit, die nun mit einem Male in Angst umgeschlagen ist. Angst davor, dass es möglicherweise doch schlimmer kommen könnte. Vor allem, wenn die Virusgefahr präsent bleibt. Und deswegen sind bislang auch die Dip-Käufer ausgeblieben. Das Resultat an den Aktienmärkten möchte ich an dieser Stelle gar nicht näher kommentieren oder die Kursverluste prozentual nachrechnen. Geschweige denn, die Ausprägung der Kursverluste mit den Einbrüchen an Wall Street während des US-chinesischen Handelskonflikts zu vergleichen. Weil es sich um sinnlose Referenzgrößen handelt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kompass US-Anleihemärkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich zeigen die US-Anleihemärkte am ehesten und eigentlich bereits seit Anfang Februar, wie es derzeit tatsächlich um die (globalen) Wachstumsaussichten bestellt ist. Und diese betreffen längst nicht mehr die USA allein. So ist etwa die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries gestern vorübergehend auf ein Rekordtief (1,307 %) gefallen. Und der als Rezessionsvorbote – nicht nur in den USA – viel beachtete negative Renditeabstand zwischen US-Staatsanleihen mit eben dieser Laufzeit und dreimonatigen T-Bills betrug nun -18 Basispunkte zum gestrigen Handelsschluss. Auch der ähnlich prominente Renditevorsprung zehnjähriger Staatsanleihen gegenüber denjenigen mit zweijähriger Laufzeit ist seit Jahresanfang von rund 35 auf gerade einmal 13 Basispunkte zusammengeschnurrt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im gleichen Zuge hat sich die implizite Wahrscheinlichkeit laut CME FedWatch-Tool für mindestens eine Zinssenkung bis zur Jahresmitte binnen Wochenfrist von rund 48 auf 77 Prozent erhöht. Ähnlich hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit für mindestens zwei Zinserhöhung bis zum Jahresende. So gesehen kann man in begrenztem Maße nachvollziehen, weswegen der Dollar zuletzt leicht unter Druck geraten ist. Davon hat auch der Euro profitiert, der allerdings im Rahmen seines kurzfristigen Abwärtstrends immer noch nicht seinen ersten Stabilisierungspunkt bei <strong>1,0895</strong> überwunden hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angst-vor-kontrollverlust/">Angst vor Kontrollverlust</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Angesteckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 05:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&#038;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0850)</strong>             Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11651" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings scheint die Kennzeichnung als Panik unangemessen zu sein. Denn mit Panik wird ein kollektiver Kontrollverlust umschrieben, jener Zustand also, wenn sich die eintretenden Ereignisse nicht mehr richtig einordnen lassen und man sich nicht länger als Herr des Geschehens wähnt. So ganz auf dem falschen Fuß dürften manche Anleger nämlich nicht erwischt worden sein, zumindest, sofern man etwa die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt vom vergangenen Mittwoch (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/930cfae3-03c9-4f6a-9d3e-dfb2c465b4e9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zurate zieht. Denn dort herrschte ohnehin mehrheitlich kein Optimismus unter den institutionellen Akteuren, und die Privatanleger waren zumindest in besagter Umfrage sogar überwiegend pessimistisch eingestellt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Näher gekommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber ist tatsächlich geschehen? Das COVIT-19 Virus ist geographisch deutlich näher und in Europa offenbar richtig angekommen. Aber war es denn realistisch, davon auszugehen, dass außerhalb Chinas die Welt von diesem Virus verschont bliebe? Tatsächlich berichten die Medien etwa seit dem 19. Januar über den Ausbruch des Virus. Aber das hat an den Aktienmärkten bis vor kurzem kaum enrsthaft interessiert. Aber jetzt plötzlich!</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist unserer Wahrnehmung geschuldet, dass wir dramatische Ereignisse in Ortsnähe stärker wahrnehmen als diejenigen, die weit weg liegen. Auch nehmen wir Farbiges und Drastisches besonders stark wahr. In der Behavioral Economics spricht man vom Verfügbarkeitsirrtum und meint damit die oftmals unangemessene Bevorzugung leicht verfügbarer Information.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Geschichte des COVIT-19 Virus hat auch gezeigt, wie schnell sich Menschen an Zahlen von Infizierten und Todesfällen gewöhnen, wenn diese nicht mehr exponentiell steigen. Stichwort: abnehmende Sensitivität. Und von dieser abnehmenden Sensitivität hatten die Aktienmärkte im Februar immerhin drei Wochen lang profitiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrolldefizite</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben wir also gestern in Europa zumindest das Kontrolldefizit der Akteure zu spüren bekommen. Um die daraus resultierende Angst wieder in den Griff zu bekommen, orientiert man sich an Bezugspunkten, die in den Medien gerne präsentiert werden. Auch wenn diese Bezugspunkte manchmal ungeeignet oder gar irrelevant sein mögen. Das Virus ist nähergekommen, und man fängt neu an zu zählen. Die Infizierten und die Todesfälle in Italien. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren den Zahlen der Grippeinfizierten und -toten – und hierzulande lagen diese manchmal im fünfstelligen Bereich – ähnlich große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Um es klarzustellen: Ich möchte die Epidemie nicht verharmlosen oder herunterspielen. Aber wenn Referenzpunkte als Orientierung hinzugezogen werden, dann sollte man sich nicht nur auf das verlassen, was medial präsentiert wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorbote klopft stärker an</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stehen also die Börsenbarometer auf Sturm, und die Vorboten einer (globalen) Rezession folgerichtig vor der Tür. Ja, es ist richtig, dass eines dieser Warnzeichen, die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Treasuries und dreimonatigen T-Bills, nun ein Minus von 18 Basispunkten aufweist. Aber eine invertierte Zinsstrukturkurve in diesem Bereich gibt es nicht erst seit gestern. Doch ist es hilfreich, wenn etwa der frühere Chef der Fed von Minneapolis und Ökonom, Narayana Kocherlakota, die US-Notenbank in einer Bloomberg-Kolumne (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-24/coronavirus-gives-the-federal-reserve-reason-to-cut-rates-now" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zu einer sofortigen Zinssenkung von mindestens 25, besser noch 50 Basispunkten aufruft? Sozusagen als günstige Versicherung („cheap insurance“) gegen einen Konjunktureinbruch? Solche Versicherungen kann sich die Fed nicht mehr allzu oft leisten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht hat sich der Euro gestern und auch bereits am vergangenen Freitag gegenüber dem Dollar erholt, weil es diese Zinssenkungsfantasien zurzeit gibt. Dabei gibt es durchaus nicht wenige Akteure, die sich im Krisenfall auch eine Leitzinssenkung durch die EZB vorstellen können. Vermutlich sollte man aber nicht versucht sein, das gestrige Aufbäumen der Gemeinschaftswährung – es handelt sich ohnehin um eine Dollarschwäche und weniger um eine intrinsische Eurostärke – überzubewerten. Denn es dürfte sich dabei um nicht viel mehr als eine technische Korrektur im kurzfristigen Abwärtstrend handeln. Für eine <em>erste </em>Stabilisierung des Euro wäre ohnehin nach wie vor ein Überschreiten von <strong>1,0895/00</strong> erforderlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Kein Kontrollverlust bislang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2020 05:50:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Inverse Zinsstrukturkurve]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern war ein weiterer schwieriger Handelstag, insbesondere für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks, die unter den Nachrichten zum Coronavirus litten. Zwölf Tage ist es etwa her, dass dieses Thema zum ersten Mal in den Medien hierzulande stärker auftauchte – ich setze hier einmal den 19. Januar als Beginn. Zu jenem Zeitpunkt hielt etwa die Gesundheitskommission Chinas das Virus nach Aussagen von BBC noch für kontrollierbar. Zwischenzeitlich haben sich die Zahlen von Infizierten dramatisch beschleunigt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Nun hat...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1025)</strong>             Gestern war ein weiterer schwieriger Handelstag, insbesondere für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks, die unter den Nachrichten zum Coronavirus litten. Zwölf Tage ist es etwa her, dass dieses Thema zum ersten Mal in den Medien hierzulande stärker auftauchte – ich setze hier einmal den 19. Januar als Beginn. Zu jenem Zeitpunkt hielt etwa die Gesundheitskommission Chinas das Virus nach Aussagen von BBC noch für kontrollierbar. Zwischenzeitlich haben sich die Zahlen von Infizierten dramatisch beschleunigt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Nun hat die WHO den Gesundheitsnot ausgerufen. Dennoch halten sich die Verluste der Aktienindices hierzulande und in den USA durchaus in Grenzen. Von einem Kontrollverlust zu sprechen wäre wohl unangemessen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11563" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/31012020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/31012020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/31012020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Wachstum interessiert wenig</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So stellt sich die Frage, inwieweit ökonomische Daten, die sich rückblickend auf vormalige Zeiten beziehen, angesichts des Wuhan-Virus in der Wahrnehmung der Akteure noch eine große Rolle spielen. Die Rede ist insbesondere von der gestern publizierten ersten Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal 2019, das mit einem Plus von 2,1 Prozent annualisiert geringfügig über den mittleren Erwartungen der Ökonomen lag. Für das Gesamtjahr 2019 bedeutet dies ein Wachstumsplus von 2,3 Prozent, das damit deutlich unter dem von US-Präsident Donald Trump anvisierten Ziel von 3 Prozent liegt. Aber Trump wird für diesen Misserfolg sicher einen Sündenbock finden, dem er die Verantwortung zuschanzen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht der US-Verbraucher? Dessen Ausgaben sind nämlich im vierten Quartal gerade einmal um 1,8 Prozent gestiegen. Abgesehen davon, dass die Median-Schätzung der Ökonomen bei 2,0 Prozent lag, ist dies doch ein deutlicher Dämpfer, wenn man die hohen Werte der beiden vorherigen Quartale von 4,6 bzw. 3,2 Prozent in Betracht zieht. Aber Donald Trump würde es sicherlich nicht wagen, den US-Verbraucher zu kritisieren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Da gibt es sicherlich andere Aspiranten wie etwa den Präsidenten der US-Notenbank, Jerome Powell, der am Mittwoch den Verlauf einer wohl eher langweiligen Fed-Sitzung zusammenfassen durfte. Indes: Auch wenn die jüngsten Konjunkturdaten derzeit nicht die gewünschte Aufmerksamkeit erhalten sollten, kann sich dies ganz schnell wieder ändern, sobald der Fluss schlechter Virus-Nachrichten abebbt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorboten wieder am Horizont</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein Blick auf die Renditeentwicklung von US-Staatsanleihen, die im Zuge der allgemeinen Risikoaversion gestern naturgemäß erneut gut gefragt waren, vermittelt, dass der viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen Treasuries und dreimonatigen T-Bills gestern zeitweise mit einem negativen Vorzeichen versehen war. Wir erinnern uns: Eine inverse Zinsstrukturkurve in diesem Bereich wird häufig als Vorbote einer Rezession in 12 Monaten gesehen. Zuletzt gab es eine solche Inversion schon einmal zwischen Mai und Oktober des vergangenen Jahres.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings erscheint fraglich, ob sich der Euro gestern deswegen gegenüber dem Dollar etwas erholen konnte. Bis zum europäischen Handelsschluss befanden sich nämlich beide Valuten in schwächlicher Verfassung, wenn man deren Entwicklung gegenüber verschiedenen Währungen vergleicht. Und dabei hat der Greenback etwas stärker gelitten als die Gemeinschaftswährung. Trotz dieser vorwiegend technisch begründbaren Erholung ist der Euro allerdings längst nicht aus dem Schneider. Dies wäre erst nach Überschreiten von <strong>1,1085/90</strong> der Fall.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Kurzgeschnittene Wahrheit</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/kurzgeschnittene-wahrheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2016 08:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsreduzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Locus of Control]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich gehe ich gerne zum Friseur, denn dort kann ich stets auch ein wenig entspannen. Manchmal unterhalte ich mich auch mit der Friseurin, deren Alter ich auf deutlich unter 30 Jahren schätze, und dann plaudern wir über alles, was uns im Alltag beschäftigt. Aber bei meinem jüngsten Besuch ging es in unserem Gespräch nicht um [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurzgeschnittene-wahrheit/">Kurzgeschnittene Wahrheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9327 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/12/Barbier-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/12/Barbier-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/12/Barbier.jpg 695w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Eigentlich gehe ich gerne zum Friseur, denn dort kann ich stets auch ein wenig entspannen. Manchmal unterhalte ich mich auch mit der Friseurin, deren Alter ich auf deutlich unter 30 Jahren schätze, und dann plaudern wir über alles, was uns im Alltag beschäftigt. Aber bei meinem jüngsten Besuch ging es in unserem Gespräch nicht um Rezepte für Weihnachtsplätzchen oder wohin man das nächste Mal in den Urlaub fahren könnte. Stattdessen erfuhr ich beim Haareschneiden, dass mein Gegenüber politisch viel besser informiert war, als ich es je vermutet hätte.</p>
<p>Sicherlich hätte man den Mord an einer Freiburger Studentin, mit einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling als mutmaßlichem Täter, auch noch als typisches Skandalthema abtun können, wie es gerne zwischen Waschen, Schneiden, Föhnen erörtert wird. „Wissen Sie, wir werden permanent schlecht und falsch informiert – Spiegel, Focus, alles Lügenpresse“, brach es jedoch plötzlich aus der Friseurin hervor. Auch bei den Terroranschlägen des 11. September 2001 sei die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt worden, „das waren doch die Amerikaner selber [die den Anschlag verübten]“, bedeutete sie mir. Woher sie denn diese brisanten Informationen habe, fragte ich vorsichtig. Konkret konnte sie mir das natürlich nicht sagen, aber immerhin seien doch das Internet und die sozialen Medien voll davon, erfuhr ich. Wenn so viele das sagen, muss doch etwas dran sein, erläuterte sie mir. Damit war klar, dass sie offensichtlich alles, was in der Presse zu erfahren ist, für manipuliert und gelogen hielt und daraus die Schlussfolgerung gezogen hatte, dass diejenigen, die diese (vermeintlichen) Lügen aufdeckten, im Besitze der Wahrheit sein müssten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ja, aber</strong></p>
<p>Ich wollte keinen Streit anfangen, zumal die Friseurin schon begonnen hatte, während sie das alles mit erregter Stimme vorbrachte, aufgeregt mit dem Kamm die Luft zu durchfurchen. Doch fühlte ich mich verpflichtet, der jungen Frau zu erklären, dass diejenigen, die andere der Lügen- oder Lücken-Presse bezichtigten, nicht notwendigerweise ehrlich sein müssten. Beinahe glaubte ich, Erfolg gehabt und mein Gegenüber überzeugt zu haben, denn sie hielt beim Haareschneiden inne und schien für einen Moment sehr konzentriert nachzudenken. Aber spätestens, als sie die Schere mit dem berühmten „Ja, aber“ am Haaransatz oberhalb meines Ohres wieder ansetzte, hätte mir klar sein müssen, dass ich genauso gut gegen eine Wand hätte reden können.</p>
<p>„Haben Sie sich schon einmal die Rückseite Ihres Personalausweises genauer angesehen? – Da kann man bei genauem Hinsehen den Teufel erblicken!“ Und zum Beweis zeigte sie mir ihren Personalausweis (in der alten Ausführung). Ich drehte die Karte hin und her, aber wollte absolut keinen Teufel erkennen. „Mit etwas Fantasie kann ich ein Fruchtbarkeitssymbol, vielleicht so etwas wie eine abstrakte Gebärmutter und einen Phallus oder so etwas Ähnliches erkennen. Aber den Gehörnten?“ „Sie sehen doch nur, was Sie sehen wollen!“ erwiderte meine charmante Friseurin. „Und Sie?“ – Schweigen. Ich gab auf, denn ich wusste, sie würde auch beim Betrachten einer Aufnahme  von den Wolkenkratzern des 11. Septembers in New York in den auf dem Foto befindlichen Wolken womöglich die Fratze des Bösen erkennen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontrollbedürfnis sucht einfache Erklärungen</strong></p>
<p>Es ist wohl dem menschlichen Bedürfnis nach Kontrolle geschuldet, dass es für die wichtigen Dinge, die wir erleben, eine Ursache oder zumindest eine Erklärung geben muss. Viele Menschen halten den Kontrollverlust, den sie erleben, wenn sie bedeutsame Ereignisse nicht einem bestimmten Urheber zuschreiben können, kaum aus. Und Erklärungen, die plausibel scheinen, weil sie auch noch ein passendes Ventil für Empörung und Schuldzuweisung bieten oder besonders gut ins eigene Weltbild passen, sind besonders beliebt.  Anders ausgedrückt: Wer solche Erklärungen anbieten kann, gilt automatisch als glaubwürdig und ehrlich, weil er im Besitz des Mittels gegen einen als bedrohlich empfundenen Kontrollverlust ist. Kein Wunder, wenn neben diesen Erklärungen auch alle anderen Informationen ungeprüft als Wahrheit akzeptiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>…, die nicht richtig sein müssen </strong></p>
<p>Aus den Erkenntnissen der Verhaltensökonomik weiß man ohnehin, dass die Verfügbarkeitsheuristik dafür sorgt, dass farbige, auffällige, zeit- und ortsnahe Informationen gegenüber anderen bevorzugt wahrgenommen werden. Am besten kommt eine Geschichte an, in der ein Ereignis oder eine Aktion geheimen Machenschaften mächtiger Menschen zugeschrieben wird, die selbst nur im Verborgenen tätig sind, also mithin Verschwörungstheorien. Und wenn dann auch noch prominente oder anerkannte Autoritäten solche mitunter ziemlich zweifelhaften Erklärungen implizit oder explizit bestätigen, dann verleihen sie diesen so etwas wie ein Gütesiegel. Möglicherweise werden somit Lügen zur Wahrheit verklärt.</p>
<p>Nicht dass jene anerkannten Autoritäten, zu denen naturgemäß auch die Politiker zählen, in der Vergangenheit nie gelogen oder Geschichten erfunden hätten. Das dramatische Wesen der heutigen sogenannten Post-Fact-Welt liegt darin, dass – und gerade das Beispiel Donald Trump zeigt uns dies besonders gut – Lügen plötzlich egal und wenn auch nicht legal, so doch zumindest legitim zu sein scheinen. Und kommen sie aus der Politik, bleiben sie sogar ungeahndet. Im Gegenteil: Wer besonders dreist lügt, bekommt besonders viel Zuspruch. Eine Dreistigkeit, die nur deswegen möglich ist, weil sie eben auf einfach und schnell begreifbare Erklärungen rekurriert. Möglicherweise nicht einmal, weil die Menschen jemand gesucht haben, der ihnen eine bessere Zukunft verspricht. Es ist ausgerechnet die Transparenz des Internets, die zu einer solch horrend großen Menge an Information geführt hat, dass wir dieser aufgrund unserer begrenzten menschlichen Aufnahmekapazitäten nicht mehr Herr werden können.</p>
<p>Auf der Suche nach Transparenz und Wahrheit ist es zu einem Information-Overkill, einem Gemisch von Wahrheiten und Lüge und einem Kontrollverlust gekommen, der eben zu einer selektiven Wahrnehmung des Einfachen, leicht Erklärbaren führt. Verbunden mit dem Nachteil, dass diese Vereinfachungen und Komplexitätsreduzierungen dennoch nicht zur Wahrheit führen müssen. Informationen, mit denen meine Friseurin und ich demnächst wählen gehen. Gut möglich, dass wir uns beide so oder so für das Falsche entscheiden.</p>
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		<title>Es wird schlimm enden</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2016 06:46:33 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erst vor wenigen Tagen ließ der bekannte Aktienstratege eines international renommierten Geldhauses die Prognose verlauten, der DAX könne unter 3000 Punkte fallen. Und auch seine Vorhersage für den S&amp;P 500 fiel düster aus – so sieht er den breiten US-Aktienindex von derzeit mehr als 2000 Zählern auf 550 Punkte abstürzen. Ja, im Zuge einer Rezession könnte möglicherweise sogar der US-Leitzins auf minus 5 Prozent gedrückt werden. US-Staatsanleihen bei einer Rendite von minus einem Prozent? Das alles klingt vollkommen unrealistisch, und doch finden diese Prognosen Platz in einem renommierten deutschen Finanzblatt. Und das obwohl derselbe Anlagestratege bereits im Jahr 2010 mit einem ähnlich fürchterlichen Depressionsszenario nicht Recht behalten hatte.</p>
<p>Dennoch scheinen Anleger und Investoren solche Geschichten insgeheim zu lieben. Nicht umsonst bekommen Untergangsszenarien im Internet mehr „follower“ und „likes“ als eine fast schon langweilig anmutende Prognose, dass der DAX mittel- bis langfristig auf 18.000 Zähler steigen könnte. Warum wir den Börsenhorror – aus sicherer Entfernung versteht sich – so faszinierend finden, damit beschäftigt sich mein Thema des Monats Mai, das ich <a href="https://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html" target="_blank"><strong>HIER </strong></a>für die WGZ Bank erstellt habe.</p>
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		<title>Chinas Börsen – ein Psychogramm</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Sep 2015 11:34:36 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Aktienindex innerhalb eines Jahres um rund 157 Pro­zent an Wert gewinnt und danach in nicht einmal elf Wochen 45 Pro­zent verliert, ist man schnell geneigt, von einer Speku­lations­­blase und deren Platzen zu sprechen. Die Rede ist vom chine­sischen Aktienmarkt, gemessen am Shanghai Composite Index, der genau diesen Verlauf genommen hat. Und weil schätzungsweise 80 Prozent der Umsätze an der Börse in Shanghai Privatanlegern zugeschrieben werden, erinnert die ganze Geschichte an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende.</p>
<p>Motivation genug für mich, das Thema des Monats September, das ich wie immer <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> für die WGZ Bank erstellt habe, der Anlegerpsychologie an Chinas Börsen zu widmen. Der im August angekündigte zweite Teil zur Ökonomie des Glücks ist aus aktuellem Anlass auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden.</p>
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		<title>Deutschlands schönste Frau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2015 17:36:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann nicht immer nur bedeutend sein. Und anspruchsvoll. Manchmal braucht man einfach seichte Berieselung, um sich zu entspannen. Gestern war so ein Tag, an dem ich mich ziemlich ausgelaugt fühlte. Also zappte ich mich abends durchs Fernsehprogramm und blieb dann bei einer Sendung, die wohl eigentlich eher für ein weibliches Publikum gedacht ist, hängen. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann nicht immer nur bedeutend sein. Und anspruchsvoll. Manchmal braucht man einfach seichte Berieselung, um sich zu entspannen. Gestern war so ein Tag, an dem ich mich ziemlich ausgelaugt fühlte. Also zappte ich mich abends durchs Fernsehprogramm und blieb dann bei einer Sendung, die wohl eigentlich eher für ein weibliches Publikum gedacht ist, hängen. Aber ich gebe zu, dass ich mir schon einige Male auch „Germanys next Topmodel“, ein Muss für die drei Frauen in unserem Haushalt, mitangeschaut habe. Natürlich nicht aus Voyeurismus oder Neugier, sondern nur, um mir als verantwortungsbewusster Vater einen Eindruck davon zu verschaffen, welchem Schönheitsideal meine sechzehnjährige Tochter frönt. Gestern Abend aber lief so etwas wie eine Cover-Version von Heidi Klums Casting-Show, bei der die weiblichen Modelle allerdings nicht mehr ganz so jung aussehen – die älteste Kandidatin ist bereits 66 Jahre alt. Ich meine die RTL-Sendung „Deutschlands schönste Frau“ unter der Leitung von Guido Maria Kretschmer.</p>
<p>Schnell fand ich heraus, dass es bei dieser Serie offensichtlich nicht um das bestaussehende Model Deutschlands ging, sondern vor allem um innere Werte und nur ein wenig um äußerliche Schönheit. Kurzum, um Frauen, die wir auch in unserer Nachbarschaft finden könnten. Frauen mit Charakter, Emotionen und Schicksalen, die, so erfuhr ich von einer Bekannten, von der ungewollten Schwangerschaft mit 15 bis zur Mutter mit Alkoholproblemen reichen. Endlich eine menschliche TV-Sendung, kein gnadenloser Wettbewerb, sondern ein Casting mit Herz? Zumindest wurde viel geschluchzt und geweint. Aber das wird es bei Heidis Mädchen ja auch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Magische Altersgrenze</strong></p>
<p>Und damit alles halbwegs fair verläuft, haben sich die Macher etwas ganz Besonderes ausgedacht, indem sie die Kandidatinnen für „Deutschlands schönste Frau“ in zwei Gruppen aufteilten – die eine bestand aus den Unter-30-Jährigen und die anderen aus allen, die diese angeblich magische Altersgrenze im Leben einer Frau bereits überschritten hatten. Auch gibt es hier keine Jury, deren Sprecher am Ende mit schrillschneidender Stimme verkündet, man habe dieses Mal leider „kein Foto“ für die Kandidatin, die Metapher für deren sofortiges Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Nein, in Kretschmers Format müssen die Kandidatinnen den Rausschmiss der lästigen Konkurrenz schon selbst besorgen.</p>
<p>Natürlich erhält auch bei Kretschmer jede Frau ausreichend Gelegenheit, sich auf die eine oder andere Weise und nach verschiedenen Vorgaben zu präsentieren. Manchmal auch nackt. Aber der eigentliche Höhepunkt eines jeden Mittwochabends ist dann die „Ladies‘ Night“, in deren Verlauf die Kandidatinnen einander gegenseitig für den endgültigen Abschied bestimmen müssen – jeder soll dabei zwei Frauen – je eine aus jeder Gruppe – „nominieren“, was wiederum eine schöne Umschreibung dafür ist, dass man sich auf diese Weise einer gefährlichen Nebenbuhlerin um den Sieg elegant entledigen kann. Nein, da gibt es kein Pardon. Jetzt sind jede Menge niedrige Beweggründe wie Neid, Rivalität, Missgunst und andere Todsünden gefragt. Abgewählt wird natürlich die schärfste Konkurrenz. Und damit die Sendung nicht völlig aus dem Ruder läuft, greift Guido M. Kretschmer mitunter wie ein rettender Gott aus der Kulisse heraus ein und wählt schon einmal zwei Damen aus, die er unbedingt auch in der nächsten Runde noch dabeihaben möchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontrollverlust in der &#8222;Ladies&#8216; Night&#8220;<br />
</strong></p>
<p>Dass es tatsächlich noch so etwas wie innere Schönheit, Edelmut und Verzichtsbereitschaft gibt – bis gestern Abend hätte mir der Glaube an solche Werte nicht mehr als ein halb mitleidiges, halb zynisches Grinsen entlockt. So befürchtete ich das Schlimmste, als Kretschmer die Damen einzeln zum Nominieren bat.</p>
<p>Aber ich wurde eines Besseren belehrt.</p>
<p>Nicht weil mich Tränen, Verzweiflung und Ratlosigkeit der unfreiwilligen Schicksalsgöttinen – immerhin ging es um einsame Entscheidungen unter Unsicherheit – besonders mitgenommen hätten. „Ich kann doch meine beste Freundin jetzt hier nicht verraten“, diesen Satz konnte man unter Schluchzen und Tränen-Tremolo mehrfach vernehmen. Doch dann setzte ich mich überrascht auf meinem Sofa auf: Eine Kandidatin hatte doch tatsächlich aus lauter Menschlichkeit sich selbst für den Rausschmiss bestimmt! Aber die Welt war noch viel besser, als ich alter Pessimist zu glauben gewagt hatte: Es waren sogar drei (alle übrigens aus der Gruppe der Unter-30-Jährigen), die bereit waren, die eigenen Überlebenschancen im Kampf um den Titel als „Deutschlands schönste Frau“ durch Selbstnominierung erheblich zu verschlechtern.</p>
<p>Oder war es doch keine reine Fairness, die die Entscheidung dieser edlen Seelen beeinflusste? Die verhaltensorientierte Ökonomie kennt nämlich das stark verbreitete und mächtige Bedürfnis nach Kontrolle, das unser aller Handeln stärker bestimmt, als wir uns alle bewusst sind. So möchte sich jeder Mensch lieber als Verursacher von Veränderungen seiner Umwelt wahrnehmen denn als passives Objekt, das diese Veränderungen nicht beeinflussen kann, sondern nur erleidet. Wir möchten unsere Realität verstehen, vorhersagen und beeinflussen können, und das ist ein Wunsch, der seit Jahrtausenden biologisch fest in uns verankert ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abgang mit erhobenem Haupt </strong></p>
<p>Aber wenn einem andere durch den Rauswurf aus dem Wettbewerb um „Deutschlands schönste Frau“ quasi zu verstehen geben, „Du bist nicht schön genug“, dann hat das schon etwas von einem Kontrollverlust. Weil diese Situation außerhalb des eigenen Handlungsspielraums liegt. Ob die Selbstnominierung womöglich auch ein Versuch ist, sich einen Teil dieser verloren geglaubten Kontrolle zurückzuerobern? Wer freiwillig und aus Freundschaft und Mitgefühl mit den anderen Bewerberinnen auf seine Chance, zu „Deutschlands schönster Frau“ gekürt zu werden, verzichtet, kann erhobenen Hauptes die Bühne verlassen. Wer indes sich selbst aufzuwerten versucht, indem er Andere in ihrem Aussehen und Benehmen verunglimpft, der legt ein hässliches Verhalten an den Tag und hat sich beinahe selbst schon disqualifiziert. Vor allem nach dieser jüngsten Sendung.</p>
<p>Wie einfach habe ich es dagegen, ich muss keine Entscheidung unter Unsicherheit treffen. Denn für mich sitzt Deutschlands schönste Frau sowieso seit 20 Jahren neben mir, auf dem Sofa, in unserem Wohnzimmer.</p>
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