<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Anker Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/anker/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/anker/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Sun, 13 Jun 2021 09:14:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.3</generator>
	<item>
		<title>Zu viel Angst gehabt?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-angst-gehabt/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-angst-gehabt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 09:14:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[US-Staatsanleihen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13555</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die vergangene Handelswoche mag sicherlich einige Akteure in einer gewissen Ratlosigkeit zurückgelassen haben. Zumindest dürfte es nicht ganz einfach sein, eine Erklärung dafür zu finden, warum etwa die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit einem Minus von fast 11 Basispunkten den größten Wochenverlust seit einem Jahr zeitigten. Und das, obwohl die Konsumentenpreisinflation im Mai weiter angezogen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-angst-gehabt/">Zu viel Angst gehabt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die vergangene Handelswoche mag sicherlich einige Akteure in einer gewissen Ratlosigkeit zurückgelassen haben. Zumindest dürfte es nicht ganz einfach sein, eine Erklärung dafür zu finden, warum etwa die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit einem Minus von fast 11 Basispunkten den größten Wochenverlust seit einem Jahr zeitigten. Und das, obwohl die Konsumentenpreisinflation im Mai weiter angezogen hat und in der Kernrate mit einem Plus von 3,8 Prozent im Jahresvergleich den Konsens der Ökonomen um rund 0,4 Prozents übertraf. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13556" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/14062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/14062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/14062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich könnte ich jetzt ketzerisch sagen, dass die Medianschätzung als Referenzpunkt womöglich für manchen Akteur nicht deutlich genug überschritten worden ist. Aber in einer Zeit, in der es erforderlich ist, in der Inflationsrate im Jahresvergleich einen Basiseffekt zu berücksichtigen und auch der Effekt von unterbrochenen Lieferketten nicht genau berechnet werden kann, spielen doch Referenzpunkte – auch wenn es nur Schätzungen sind – als Anker eine wesentliche Rolle.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hat die Fed doch recht?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jetzt, da die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen etwas mehr als 30 Basispunkte (inflationsbereinigt -22 Bp.) von ihrem von Ende März resultierenden Jahreshoch gefallen sind, könnte man natürlich in der Nachbetrachtung behaupten, dass die Inflationserwartungen bzw. die Angst vor einem Tapering der US-Notenbank, die noch Ende des ersten Quartals zu spüren waren, womöglich übertrieben gewesen sein könnten. Ich kann mich noch an Kommentatoren im März erinnern, die seinerzeit die US-Notenbank von den Märkten geradezu in die Enge getrieben gesehen hatten. Als ob die Anleihehändler den Notenbankern diktieren wollten, dass eine etwaige spätere Inflation nicht vorübergehender („transitory“) Natur sein würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Heute, rund drei Monate später, scheint sich zumindest ein Teil der Akteure an den Finanzmärkten nicht mehr ganz sicher zu sein, ob die Fed nicht doch noch recht bekommt. Zumindest zeigt die vergangene Woche, dass Händler, die zuletzt immer noch im großen Stil auf fallende Anleihekurse gesetzt hatten, offenbar doch nicht bis zum Herbst abwarten wollten, ob nun die hohe US-Inflation tatsächlich nur vorübergehend oder nachhaltiger Natur sein wird. Denn solange wird man warten müssen, bis man einen ersten greifbaren Anhaltspunkt zur Beantwortung dieser Frage erhalten wird. Und erst dann wird sich frühestens erweisen, ob die Fed (und auch andere Notenbanken) mit ihrer Ansicht recht gehabt haben wird. Kurzum: Es wurden wohl während der vergangenen Woche Short-Positionen im größerem Stile via Stop-Loss eingedeckt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gedämpfte Inflationserwartung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So gesehen hat es auch gepasst, dass die Inflationserwartung auf Basis vorläufiger Zahlen zum am Freitag publizierten Verbrauchervertrauen der Uni Michigan gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken ist. Während die US-Verbraucher im Mai noch von einer Inflation von 4,6 Prozent auf Sicht von einem Jahr ausgingen, hatte der Juni-Wert von 4,0 Prozent etwas Relativierendes. Wobei letzterer Wert immer noch hoch ist. Indes: Der Gesamtindex der Uni Michigan lag für Juni mit 86,4 oberhalb des Marktkonsenses.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der letzte Handelstag der vergangenen Woche zeigte einen Euro, der doch noch recht stark unter Druck geriet. Zumindest war der Dollar so gut nachgefragt, dass fast schon der Eindruck entstehen musste, dass es demnächst keine US-Staatsanleihen mehr zu einem vernünftigen Preis geben würde. Am Ende des Tages bleibt die Gemeinschaftswährung in angeschlagener Position, die sich erst oberhalb von <strong>1,2215/20</strong> wieder verbessern kann. Im gleichen Zuge ist der kurzfristige Aufwärtstrend in eine Seitwärtsbewegung umgeschwenkt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-angst-gehabt/">Zu viel Angst gehabt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-angst-gehabt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein déjà-vu Erlebnis</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/ein-deja-vu-erlebnis/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/ein-deja-vu-erlebnis/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2021 09:55:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13531</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unter normalen Umständen würde man einen Zuwachs von 559 Tsd. Stellen innerhalb eines Monats (Nonfarm Payrolls, Landwirtschaft nicht miteingerechnet) als einen außergewöhnlich guten Wert bezeichnen. Aber bevor dieser erfreuliche Stellenzuwachs im Rahmen des Mai-Arbeitsmarktberichts am Freitag veröffentlicht wurde, lagen die Erwartungen bereits ganz woanders (vgl. meinen Kommentar HIER), so dass die 559 Tsd. neu geschaffenen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-deja-vu-erlebnis/">Ein déjà-vu Erlebnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unter normalen Umständen würde man einen Zuwachs von 559 Tsd. Stellen innerhalb eines Monats (Nonfarm Payrolls, Landwirtschaft nicht miteingerechnet) als einen außergewöhnlich guten Wert bezeichnen. Aber bevor dieser erfreuliche Stellenzuwachs im Rahmen des Mai-Arbeitsmarktberichts am Freitag veröffentlicht wurde, lagen die Erwartungen bereits ganz woanders (vgl. meinen Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/06/04/die-1-million-jobs-frage/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>), so dass die 559 Tsd. neu geschaffenen Stellen in einem anderen, weniger hellen Licht erschienen. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13532" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wichtige Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der eine Bezugspunkt resultierte von den Arbeitsmarkdaten, die die private Arbeitsmarktagentur ADP am Donnerstag zuvor publiziert hatte: ADP ging von einem Plus in Höhe von 978 Tsd. aus, also von rund 1 Million neu geschaffener Stellen. Ein Anker, der nicht nur für Händler leicht zu merken war. Dann gab es für die Nonfarm-Payrolls-Zahlen vom Freitag noch eine zweite Prognose in Gestalt der Median-Erwartung der Ökonomen, die leicht oberhalb von 600 Tsd. neu geschaffenen Stellen lag. So gesehen bedeutete dann die tatsächliche Zahl von 559 Tsd. in der Wahrnehmung der meisten Akteure eben doch eine leichte Enttäuschung.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zumindest reagierten die Finanzmärkte – trotz der überraschend deutlich gestiegenen durchschnittlichen Stundenlöhne (2 Prozent gegenüber Vorjahr) –, wie man es bereits vom Arbeitsmarktbericht des Monats April gewohnt war: Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit fiel per Saldo am letzten Tag der Woche um 7 Basispunkte. Denn eines schien klar: Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) würden keinen Grund haben, ihre geldpolitische Linie und mögliche Diskussionen darüber vorzuziehen. Ein déjà-vu-Erlebnis sozusagen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bewusst geduldig bleiben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, kann man die Chefin der regionalen Fed von Cleveland, Loretta Mester zitieren, die in einem Interview sagte, der Arbeitsmarktbericht sei zwar sehr gut gewesen, aber sie wolle noch weitere Fortschritte sehen. Um es deutlich zu machen: „We want to be deliberately patient“ – wir [Anmerkung: Das FOMC] wollen bewusst geduldig sein, so die Haltung Mesters. Zur Erinnerung: Mester ist derzeit im FOMC nicht stimmberechtigt und wird tendenziell eher zu den Falken im Komitee gerechnet. Allerdings: Weitere Stimmen aus dem FOMC werden nun aufgrund der Schweigeperiode im Vorfeld der Notenbanksitzung vom 15./16. Juni nicht mehr zu hören sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>In die Flasche zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen mögen sich zumindest die bullishen Akteure an den Aktienmärkten einmal mehr bestätigt gefühlt haben. Nicht wenige dürften sich abermals eine Art Goldilocks Szenario zusammengezimmert haben: Ein Arbeitsmarktbericht, der immer noch gut genug, aber nicht so positiv ausfiel, um eine Überhitzung der US-Ökonomie befürchten zu müssen. Für die US-Notenbank also kein Grund, über eine Änderung ihrer abwartenden Strategie nachzudenken. Kurzum: Das Tapering-Gespenst wurde wieder in die Flasche zurückgedrängt, aus der es am Donnerstag noch zu entfliehen versuchte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der <em>relativ</em> enttäuschende Arbeitsmarktbericht vom Mai und auch die kaum revidierten und ebenfalls als enttäuschend wahrgenommenen Nonfarm Payrolls-Zahlen vom April sowie die daraus resultierenden fallenden US-Anleiherenditen haben konsequenterweise auch wieder den Greenback unter Druck gesetzt. Im Gegenzug konnte der Euro einen Teil der am Vortag erlittenen Verluste wettmachen, bleibt allerdings in einem fragilen Umfeld, solange im Rahmen des übergeordneten kurzfristigen Aufwärtstrends <strong>1,2205</strong> nicht überwunden werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-deja-vu-erlebnis/">Ein déjà-vu Erlebnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/ein-deja-vu-erlebnis/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Angeblich kein Anreiz zum Arbeiten</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/angeblich-kein-anreiz-zum-arbeiten/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/angeblich-kein-anreiz-zum-arbeiten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2021 04:51:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13436</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gestern hatte es den Anschein, als hätten die Aktien- und Anleihemärkte sowie auch der Devisenhandel am jüngsten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag noch „zu kauen“. Tatsächlich ist es ja auch bemerkenswert, wie sehr eine Nonfarm Payrolls-Zahl, die die Median-Schätzung der Ökonomen grob um 725 Tsd. Stellen verfehlte, für Furore sorgen konnte. Hätte es diese Abweichung von [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angeblich-kein-anreiz-zum-arbeiten/">Angeblich kein Anreiz zum Arbeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern hatte es den Anschein, als hätten die Aktien- und Anleihemärkte sowie auch der Devisenhandel am jüngsten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag noch „zu kauen“. Tatsächlich ist es ja auch bemerkenswert, wie sehr eine Nonfarm Payrolls-Zahl, die die Median-Schätzung der Ökonomen grob um 725 Tsd. Stellen verfehlte, für Furore sorgen konnte. Hätte es diese Abweichung von der Medianschätzung nach oben gegeben, wäre die publizierte Zahl immer noch in der von 77 Ökonomen angegebenen Bandbreite (700 Tsd. bis 2,1 Mio.) geblieben und wäre damit in den Ankerbereich gefallen. Mit anderen Worten: Eine positive Überraschung beim Arbeitsmarktbericht wäre sowieso kaum möglich gewesen. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13437" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auf der Suche nach Begründungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun konnte man über das Wochenende hinweg unterschiedliche Begründungen vernehmen, warum die Zahl der neu geschaffenen Stellen so miserabel ausgefallen war. Eine davon: Die Unterstützung, die arbeitslosen Amerikanern von staatlicher Seite gezahlt wird, hätte dafür gesorgt, dass mancher Arbeitnehmer wenig Anreiz verspürt habe, für das gleiche Geld malochen zu gehen. Ein Argument, das übrigens nur begrenzt zieht, wenn man bedenkt, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Aprilwoche einen weiteren Tiefstand (knapp 500 Tsd.) seit Beginn der Pandemie markiert haben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein anderes Argument, das zu hören war: Viele Menschen könnten gar nicht arbeiten gehen, weil die Betreuung ihrer Kinder nicht gewährleistet sei. Man kann nun darüber denken, wie man möchte – trotzdem bleibt der Eindruck bestehen, als wollten manche Strategen ihre zu optimistische Einschätzung nachträglich rechtfertigen. Obwohl beide vorgenannten Argumente bei Abgabe der Prognosen eigentlich bekannt gewesen sein sollten.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kein Grund zum Umdenken</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eigentlich sollte ein einzelner Arbeitsmarktbericht nicht dafür sorgen, dass nun Investmentstrategien überdacht oder gar über den Haufen geworfen werden. Zumal auch die Notenbank sich nicht von einem einzelnen Datum in ihrer Meinung beeinflussen lassen wird. Natürlich haben es dort die Entscheider leichter, denn der Arbeitsmarktbericht hat ihre Haltung bestätigt. Zumindest dürften die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, die sich in dieser Woche zahlreich zu Wort melden werden, weiterhin an ihrer Einstellung festhalten, dass die US-Wirtschaft zwar gut läuft, aber sich trotzdem nicht überhitzt. Und ein etwaiger Anstieg der Inflation wird als „vorübergehend“ angesehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar angeht, so markierte dieser gestern ein marginal höheres Hoch, aber die vergleichsweise engen Handelsbandbreite von etwas mehr als 50 Stellen steht möglicherweise als Sinnbild für das Nachdenken darüber, ob der Anstieg der Gemeinschaftswährung der Vorwoche womöglich doch etwas übertrieben war. Indes: Der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro scheint nicht überzogen, zumal das Potenzial zunächst ohnehin nur bis <strong>1,2270</strong> reicht. Unterdessen darf ein möglicher Rückschlag bis <strong>1,2055/60</strong> reichen, ohne das Momentum des Aufwärtstrends infrage zu stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angeblich-kein-anreiz-zum-arbeiten/">Angeblich kein Anreiz zum Arbeiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/angeblich-kein-anreiz-zum-arbeiten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Noch mehr Billionen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-billionen/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-billionen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 05:54:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[US-Konjunkturprogramm]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13247</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bisher war immer von „trillions of dollars“ (Billionen USD) die Rede. Gemeint ist das nächste große Konjunkturpaket, das die US-Regierung unter Führung von Präsident Joe Biden auf den Weg bringen möchte. Und wenn von trillions die Rede ist, sind eigentlich immer mindestens 2 davon gemeint. Dass das neue Konjunkturpaket nun 3 Billionen USD stark sein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-billionen/">Noch mehr Billionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bisher war immer von „trillions of dollars“ (Billionen USD) die Rede. Gemeint ist das nächste große Konjunkturpaket, das die US-Regierung unter Führung von Präsident Joe Biden auf den Weg bringen möchte. Und wenn von trillions die Rede ist, sind eigentlich immer mindestens 2 davon gemeint. Dass das neue Konjunkturpaket nun 3 Billionen USD stark sein soll, konnte man gestern etwa aus der New York Times erfahren<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span style="color: #000000;">[<strong>1</strong>]</span></a>, wonach die ökonomischen Berater des Präsidenten diese Zahl ins Spiel gebracht haben sollen. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-13248" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/23032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/23032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/23032021-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mit diesen 3 Billionen USD soll die Konjunktur angekurbelt, die CO2-Emissionen reduziert und die wirtschaftliche Ungleichheit in der Bevölkerung bekämpft werden. Beginnend mit einem riesigen Infrastrukturprogramm, das teilweise durch Steuererhöhungen für Unternehmen und Reiche finanziert werden könnte. Wobei die Zahl von 3 Billionen USD noch nicht einmal die Kosten für die Verlängerung vorübergehender Steuersenkungen zur Armutsbekämpfung enthalten soll; nach Schätzung von Regierungsbeamten geht es um weitere hunderte Milliarden von Dollar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neuer Anker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun wird dieses Konjunkturpaket über viele Jahre verteilt werden, und es ist auch noch ziemlich unklar, wie der Vorschlag am Ende den Kongress passieren soll. Ob die Republikaner mitspielen, hängt wohl ganz davon ab, wie das Paket finanziert wird. Vor allem, was mögliche Steuererhöhungen betrifft, dürfte es „keine Begeisterung dafür“ geben, wenn es nach Mitch McConnell, dem republikanischen Oppositionsführer im Senat, geht. Aber selbst, wenn die Details für dieses Programm noch unklar sind, steht nun ein Anker im Raum, an dem sich die Finanzmärkte orientieren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB hält Wort</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat die Europäische Zentralbank ihre Ankündigung wahrgemacht und ihre Anleihekäufe im Rahmen ihres pandemisches Not-Kaufprogramms PEPP in der Woche zum 17. März deutlich erhöht. Und zwar auf 21,1 Mrd. nach 14 Mrd. EUR in der Vorwoche. Mit dem Zweck, den Anstieg bei den Renditen langfristiger Staatsanleihen einzudämmen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wir erinnern uns: Im Anschluss an die EZB-Sitzung der vorvergangenen Woche hatten sogenannte gutinformierte Quellen eine vage Auskunft über die mögliche Höhe künftiger Anleihekäufe gegeben: Mehr als die bisherigen 60 Mrd. EUR pro Monat, aber keine 100 Mrd. EUR, lautete ihr Orakel. Damals habe ich die Mutmaßung (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/03/14/was-tatsaechlich-gemeint-war/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) geäußert, man müsse eigentlich nur den Mittelwert aus beiden Beträgen nehmen, um auf das künftige Kaufvolumen zu schließen. Rechnet man nun die 21,1 Mrd. EUR auf den Monat hoch, so liegt dieser Betrag sogar deutlich über dem Rechenergebnis von 80 Mrd. EUR.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So gesehen hätte sich eigentlich niemand beschweren dürfen, wenn der Euro gestern seine Korrekturphase beendet und seinen kurzfristigen Abwärtstrend fortgesetzt hätte. Aber die Unterseite der korrektiven Zone bei 1,1870 (nunmehr <strong>1,1865</strong>, Obergrenze <strong>1,2015/20</strong>) hat einem frühen Angriff standgehalten. Stattdessen hat sich der Greenback wieder abgeschwächt, zumal die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen gestern eine Pause im Aufwärtstrend einlegte. Davon hat der Euro im Verlauf ordentlich profitiert und erholte zum Handelsschluss zeitweise bis auf 1,1945.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">P.S.: Über den Absturz der türkischen Lira, nachdem Präsident Erdoğan überraschend den Notenbankchef gefeuert hat, ist gestern anderweitig genug geschrieben worden, so dass ich nicht auch noch darauf eingehen muss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> </span><a href="https://www.nytimes.com/2021/03/22/business/biden-infrastructure-spending.html"><span style="color: #000000;">https://www.nytimes.com/2021/03/22/business/biden-infrastructure-spending.html</span></a></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-billionen/">Noch mehr Billionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-billionen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was tatsächlich gemeint war</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/was-tatsaechlich-gemeint-war/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/was-tatsaechlich-gemeint-war/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2021 11:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Ratssitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus-Pakete]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13211</guid>

					<description><![CDATA[<p>Normalerweise beschäftige ich mich nicht lange mit EZB-Ratssitzungen. Und normalerweise hätte dies auch für diejenige vom vergangenen Donnerstag gegolten. Denn vordergründig zeigten sich die EZB-Entscheider und ihre Chefin Christine Lagarde fast schon abgeklärt ruhig, aber dennoch entschieden: Die EZB will auf jeden Fall ihr Anleihekaufprogramm in den kommenden drei Monaten mit einem deutlich höheren Tempo [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-tatsaechlich-gemeint-war/">Was tatsächlich gemeint war</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Normalerweise beschäftige ich mich nicht lange mit EZB-Ratssitzungen. Und normalerweise hätte dies auch für diejenige vom vergangenen Donnerstag gegolten. Denn vordergründig zeigten sich die EZB-Entscheider und ihre Chefin Christine Lagarde fast schon abgeklärt ruhig, aber dennoch entschieden: Die EZB will auf jeden Fall ihr Anleihekaufprogramm in den kommenden drei Monaten mit einem deutlich höheren Tempo durchführen, als dies im ersten Quartal der Fall gewesen war.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-13212" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/15032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/15032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/15032021-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Sprudelnde Informationsquellen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun habe ich mich dieses Mal allerdings darüber besonders aufgeregt, dass im Gefolge der EZB-Sitzung wieder einmal sogenannte Quellen – die naturgemäß nicht genannt werden wollen – dem interessierten Publikum implizit mitzuteilen versuchten, dass es nicht so wichtig sei, was die EZB via Christine Lagarde offiziell mitteilt, sondern was tatsächlich besprochen und entschieden wurde. Wobei sich diese Quellen stets in der komfortablen Lage befinden, sich im Zweifel nicht zu committen, sprich festlegen müssen. Reuters zitiert sie trotzdem.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verankert, aber nichts ausgeplaudert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vage bleibt zum Beispiel ihre Aussage dazu, wie stark denn nun die Anleihekäufe im kommenden Quartal genau ausfallen werden. Natürlich muss es mehr sein als die bisherigen 60 Mrd. EUR pro Monat. Vielleicht kennen die besagten Quellen sogar die exakte Höhe des Betrags, aber da Stillschweigen darüber vereinbart wurde, setzt man einen Anker von 100 Mrd. an der Oberseite, ein Betrag, der genauso wenig erreicht werden wird. Der Mittelwert der beiden Anker liegt womöglich simpel bei 80 Mrd. EUR und könnte zumindest aus meiner verhaltensorientierten Sicht wahrscheinlich dem entsprechen, was vereinbart worden sein könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Was mit dem Stimulus-Geld gemacht wird</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Viel interessanter finde ich allerdings einen weiteren Aspekt, den die „Quellen“ beleuchten. Demnach sollen innerhalb des EZB-Rates auch die wahrscheinlichen Auswirkungen diskutiert worden sein, die das soeben von US-Präsident Biden unterzeichnete US-Stimulus-Paket auf die Wirtschaft der Eurozone haben könnte. Dabei lassen wir einmal außer Acht, was die US-Bürger mit den nun auf den Weg gebrachten Einmalzahlungen tatsächlich anfangen werden. Das Geld wird, sofern man Experten Glauben schenken mag, direkt verbraucht oder in Aktien investiert. Was dabei immer wieder gerne ausgeblendet wird, sind die zurückzuzahlenden Kredite und privaten Darlehen, die viele Bürger im Zuge der Pandemie aufgenommen haben. Kredite, deren Rückzahlung mit dem Erhalt der staatlichen Hilfen zuerst einmal getilgt werden müssen, insbesondere, wenn sie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis stammen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vergleich von zwei Konjunkturpaketen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch sollen einige EZB-Entscheider davor gewarnt haben, dass die direkten Hilfszahlungen wahrscheinlich die Inflationserwartungen in den USA, die dortigen Anleiherenditen und in der Folge auch die Kreditkosten hierzulande nach oben treiben würden. Bezeichnenderweise soll bei der Sitzung auch hervorgehoben worden sein, dass US-Präsident Joe Biden sozusagen ins Amt kam, ein gerade beschlossenes Konjunkturpaket nur noch unterzeichnen musste und die damit verbundenen Stimulus-Schecks bereits in der kommenden Woche auf den Weg gebracht würden. Und was geschehe derweil in der EU? Seit einem Jahr spreche man über ein vergleichsweise kleines Paket [Anm.: es geht um das Wiederaufbauprogramm von 750 Mrd. EUR], das vermutlich einmal nicht vor Oktober dieses Jahres zur Auszahlung gelangen würde, so die Quelle sinngemäß. Tatsächlich haben bis heute gerade einmal neun EU-Staaten das Fiskalpaket von ihren nationalen Parlamenten ratifizieren lassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Renditeabhängig</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für den Euro ergibt sich als Resultat aus der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche wenig Belastendes. Denn der Rahmen des pandemisches Notfallprogramms PEPP bleibt unverändert, Anleihekäufe sind lediglich vorgezogen worden. Und auch fiskalpolitisch werden keine Schleusen geöffnet, die die Inflationsbefürchtungen hierzulande nachhaltig steigen lassen sollten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so behält er beim Wechselkurs gegenüber dem Dollar die passive Rolle. Dass dessen Nachfrage von der Rendite der US-Staatsanleihen abhängt – diejenige zehnjähriger Bonds schloss auf einem neuen Jahreshoch von 1,635 Prozent –, ist in der abgelaufenen Woche offenkundig geworden. Allerdings ist der Greenback zuletzt immer nur dann gestiegen, solange die Rendite der Treasuries tatsächlich angezogen hat. Bereits bei deren Stillstand scheint der Dollar indes leicht unter Druck zu geraten. Und so war der Euro in der vergangenen Woche in der Lage, seine anfänglichen deutlichen Verluste sogar leicht mehr als wett zu machen. Die Gemeinschaftswährung bleibt dennoch in einem kurzfristigen Abwärtstrend, der allerdings nach Überschreiten von 1,1990 erhebliches Momentum einbüßen und eine korrektive Gegenbewegung über sich ergehen lassen müsste.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-tatsaechlich-gemeint-war/">Was tatsächlich gemeint war</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/was-tatsaechlich-gemeint-war/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die ausgebremste Revolution</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2021 05:56:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Reddit Crowd]]></category>
		<category><![CDATA[Reflations-Trade]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13054</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es ist derzeit nicht ganz einfach, alles, was sich aktuell an den Finanzmärkten abspielt, unter einen Hut zu bekommen. Da haben wir auf der einen Seite haussierende Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Unter anderem mit der Begründung, dass das Reflations-Narrativ nach einer kurzen Winterpause nunmehr wieder zurück sei. Und es sieht für viele Akteure [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/">Die ausgebremste Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist derzeit nicht ganz einfach, alles, was sich aktuell an den Finanzmärkten abspielt, unter einen Hut zu bekommen. Da haben wir auf der einen Seite haussierende Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Unter anderem mit der Begründung, dass das Reflations-Narrativ nach einer kurzen Winterpause nunmehr wieder zurück sei. Und es sieht für viele Akteure tatsächlich so aus, als ob die Phase ganz niedriger Inflationsraten, ausgedrückt in den Konsumentenpreisindices, bald verschwinden würde. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-13055" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Reflations-Narrativ kommt zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dieser Gedanke wird durch die Entwicklung der ökonomischen Daten in den USA unterstützt. Nicht nur weil der ISM-Preisindex des verarbeitenden Gewerbes in dieser Woche den neunten Monat hintereinander auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2011 gestiegen ist. Auch am US-Arbeitsmarkt scheint sich die Lage zu verbessern, weil gestern etwa die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 29 Januar zum dritten Mal hintereinander, und stärker als dies die Ökonomen erwartet hatten, gefallen ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Anker im Kopf</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und für heute rechnet man vielerorts hinter vorgehaltener Hand mit einer dicken positiven Überraschung beim US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Januar. Für die sogenannten Nonfarm-Payrolls geht man in der Konsensprognose von einem Zuwachs von +85 Tsd. neu geschaffenen Stellen aus, wobei das Prognoseband allerdings sehr weit gefasst ist. So war gestern in einer Extremschätzung ein Zuwachs der Stellen im Nichtagrarbereich von 800 Tsd. angenommen worden. Eine Outsider-Prognose, die sich dennoch als Anker in den Köpfen mancher Akteure festgesetzt haben dürfte. Mit der Folge, dass eine positive Überraschung an der Oberseite wohl bereits weitgehend eingepreist sein könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verpuffter Aufstand</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch ein anderer Effekt wurde bei der Aktienmarktrallye mancherorts mit einer gewissen Schadenfreude, mindestens aber mit Erleichterung positiv konnotiert. Denn es sieht so aus, als ob der Aufstand der sogenannten „Reddit Crowd“ wohl doch nicht das US-Finanzsystem in Schutt und Asche legen wird. Zumindest was die Aktie von GameStop betrifft, ist deren Kurs gestern praktisch auf das Ausgangsniveau von rund 55 USD vor der Boomphase von vergangener Woche zurückgefallen. Offenbar ging es dann bei manchen Akteuren doch mehr darum, das eingesetzte Geld irgendwie zu retten, als sich einer Art französischer Revolution im Aktienmarkt anzuschließen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar-Stärke gibt Rätsel auf</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was gestern allerdings nicht ins Bild passte, war die Entwicklung des US-Dollar, der weiterhin sehr gut nachgefragt war. Dort scheint man nicht an das Reflations-Narrativ zu glauben, obwohl in den USA – so die Geschichte am US-Aktienmarkt – Geld- und Fiskalpolitik an einem Strang ziehen. Auch wenn die Positionen bei den Gesprächen zum US-Konjunkturpaket noch weit auseinanderliegen, glaubt man, dass zumindest irgendein Paket am Ende zum Tragen kommen wird. Und wenn es die Demokraten allein durchpeitschen müssen. Allerdings wird dieses Paket mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Größenordnung von 1,9 Billionen USD erreichen. Doch bin ich keineswegs der Meinung, dass der Greenback gestern deswegen den vierten Handelstag hintereinander mit einem Gewinn beschloss.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch hinsichtlich des damit einhergehenden Euro-Kursrückgangs scheinen sich einige Analysten schwer zu tun, sofern sie nicht technisch orientiert sind. Man darf nicht vergessen: Es ist nicht allzu lange her – und auch an dieser Einschätzung hat sich bei manchen Strategen noch nicht viel geändert –, dass man vielerorts von einem Euro-Anstieg auf 1,25 ausging. Die dahinter stehenden Positionierungen sind auch gestern unter Druck geraten, so dass die mittelfristige Perspektive für den Euro bestenfalls seitwärts gerichtet ist. Kurzfristig bleibt die Gemeinschaftswährung allerdings unter Druck, wobei wir in Richtung 1,1850 schielen. Das Ganze allerdings nur unter der Prämisse, dass nun <strong>1,2095</strong> nicht mehr überschritten wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/">Die ausgebremste Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ein Sonderangebot</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/wie-ein-sonderangebot/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/wie-ein-sonderangebot/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2021 10:42:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Runde Zahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12962</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die abgelaufene Handelswoche war im Wesentlichen durch die Ereignisse vom vergangenen Donnerstag gekennzeichnet. Bis dahin erlebten die Akteure mit der US-Notenbank nämlich mental eine Art Round-Trip, der genau genommen dort endete, wo er vor etwas über einem Monat begonnen hatte. Vor allem zu Wochenbeginn gab es unter den Kommentatoren angesichts der deutlich gestiegenen Renditen an den US-Anleihemärkten Diskussionen, ob die Fed sich womöglich motiviert sehen könnte, bereits in diesem Jahr ihre ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wie-ein-sonderangebot/">Wie ein Sonderangebot</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die abgelaufene Handelswoche war im Wesentlichen durch die Ereignisse vom vergangenen Donnerstag gekennzeichnet. Bis dahin erlebten die Akteure mit der US-Notenbank nämlich mental eine Art Round-Trip, der genau genommen dort endete, wo er vor etwas über einem Monat begonnen hatte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12963" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vorwärts …</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vor allem zu Wochenbeginn gab es unter den Kommentatoren angesichts der deutlich gestiegenen Renditen an den US-Anleihemärkten Diskussionen, ob die Fed sich womöglich motiviert sehen könnte, bereits in diesem Jahr ihre Anleihekäufe zurückzufahren. Diese Fantasien wurden nicht nur durch die Befürchtung, eine zügellose US-Schuldenpolitik könnte womöglich zu einem Anstieg der Inflation führen, befeuert. Vielmehr waren es auch einige Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank (FOMC), die sich mit einem Male bereits im Laufe dieses Jahres ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik vorstellen konnten – der Begriff Tapering, das schrittweise Zurückfahren der Anleihekaufprogramme, machte mit einem Mal die Runde. Zumindest hatte es den Anschein, dass man demnächst zumindest über ein Tapering ernsthaft diskutieren wollte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… und zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei hatte Fed-Chef Jerome Powell erst wenige Wochen zuvor fast händeringend klarzumachen versucht, dass sich die US-Wirtschaft ohne ein Stimulus-Programm der Fiskalpolitik nicht erholen könne. So gesehen war es kein Wunder, dass Powell diesen Spekulationen in seiner Rede am vergangenen Donnerstagabend (MEZ) zumindest ein vorläufiges Ende setzte und die Investoren daran erinnerte, dass die ultralockere Geldpolitik noch für lange Zeit vorherrschen würde. Es sei angesichts der Tatsache, dass die US-Wirtschaft die Ziele der Fed bei weitem noch nicht erreicht habe, jetzt nicht der Zeitpunkt, über einen Ausstieg aus der derzeitigen Geldpolitik zu sprechen, so Powell.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>1,9 statt 2</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun könnte man sagen, dass Powell die Geister, die einige seiner Kollegen riefen, möglicherweise nicht mehr los wird. Zumindest reagierten die Finanzmärkte kaum auf die Ausführung des Fed-Präsidenten, was aber eher daran gelegen haben mag, dass kurze Zeit später die Eckpunkte für das Stimulus-Programm des designierten US-Präsidenten Joe Biden bekannt wurden. Ein Programm, dessen Volumen von den Akteuren aufgrund eines Medienberichts zunächst mit 2 Billionen USD beziffert wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende stellte Joe Biden aber „nur“ ein Programm mit einem Volumen von 1,9 Billionen USD vor, was ich am Freitag (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/15/gute-anker-schlechte-anker/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) noch als unwesentliche Abweichung vom ursprünglichen Referenzpunkt 2 Billionen USD leicht heruntergespielt hatte. Die Finanzmarktteilnehmer mögen indes tatsächlich enttäuscht gewesen sein. Nicht nur weil 1,9 gegenüber 2 Billionen als relativer Verlust wahrgenommen wurden, sondern weil ein Preisschild mit einer 1,9 gegenüber 2 wie ein Sonderangebot aussieht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Unterschätzter Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kein Wunder also, dass es an den Aktienmärkten zu den gern in diesem Zusammenhang zitierten Gewinnmitnahmen kam und sich auch eine gewisse Risikoaversion breitmachte. Garniert von zahlreichen Kommentaren, die Joe Bidens Konjunkturpaket in seine Einzelteile zerpflückten und letztlich genauso wie die Finanzmarktteilnehmer von anfänglichem Optimismus bis hin zur Sorge, das Paket könne womöglich zu einer Überhitzung der US-Wirtschaft führen, (vgl. etwa Larry Summers<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><strong>[<span style="color: #000000;">1</span>]</strong></a>) dieses kritisch hinterfragten. Um am Ende festzustellen, dass der tatsächliche Betrag vielleicht gar nicht so hoch ausfallen könnte wie ursprünglich gedacht. Nicht zuletzt, wie ich an dieser Stelle schon in der vergangenen Woche mehrfach betonte, weil die US-Demokraten, um langwierigen Diskussionen<a href="#_ftn2" name="_ftnref2"><strong>[<span style="color: #000000;">2</span>]</strong></a> mit den Republikanern aus dem Weg zu gehen, Kompromisse eingehen werden müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der US-Dollar setzte unterdessen am Freitag seine Erholungstour fort und zeitigte den höchsten Wochengewinn seit Ende Oktober vergangenen Jahres. Das Gleiche gilt umgekehrt für den Euro, der im selben Zeitraum analog nicht nur ähnlich schwach performte, sondern auch noch auf dem tiefsten Kurs der Woche schloss. Sollte die Gemeinschaftswährung im Rahmen weiterer Korrekturen auch noch <strong>1,1990</strong> verletzen, würde dies dem vorherrschenden Aufwärtstrend einen massiven Dämpfer versetzen. Auf der anderen Seite wäre die vorherrschende korrektive Schwäche nunmehr mit Überschreiten von <strong>1,2240 </strong>beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><strong>[1]</strong></a> Larry Summers war in den 1990er Jahren einmal Chef der Weltbank und Regierungsberater unter Barack Obama.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2"><strong>[2]</strong></a> Gemeint ist das sogenannte <em>filibustering</em>, das bei einer Mehrheit von 60 Stimmen im Senat entfallen würde.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wie-ein-sonderangebot/">Wie ein Sonderangebot</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/wie-ein-sonderangebot/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gute Anker, schlechte Anker</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/gute-anker-schlechte-anker/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/gute-anker-schlechte-anker/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2021 05:53:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Lockdown]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[US-Stimulus-Program]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12958</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die korrektive Erholung des US-Dollar hat sich gestern fortgesetzt und letztlich den Euro mit zutiefst 1,2110 auf den niedrigsten Stand seit dem 10. Dezember gedrückt. Das alles geschah, bevor die neuesten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Woche per 8. Januar) in den USA publiziert wurden. Nun sind 965 Tsd. Erstanträge noch keine Million, aber [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gute-anker-schlechte-anker/">Gute Anker, schlechte Anker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die korrektive Erholung des US-Dollar hat sich gestern fortgesetzt und letztlich den Euro mit zutiefst 1,2110 auf den niedrigsten Stand seit dem 10. Dezember gedrückt. Das alles geschah, bevor die neuesten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Woche per 8. Januar) in den USA publiziert wurden. Nun sind 965 Tsd. Erstanträge noch keine Million, aber es wird, wie auch gestern, in den Medien gern aufgerundet. Aber abgesehen davon, mag die Zahl vor allen Dingen deshalb schockiert haben, weil sie die Konsens-Erwartung der Ökonomen von rund 785 Tsd. Anträgen – nichts anderes als ein Anker – deutlich übertraf; selbst die pessimistischste Prognose lag nur bei 875 Tsd. Man könnte jetzt wie mancher Kommentator noch weitere negative Bezugspunkte anführen, um zu „beweisen“, wie schlecht – vor allen Dingen im Kontext mit dem Arbeitsmarktbericht vom Dezember – diese Daten sind.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12959" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Das 2 Billionen Dollar Preisschild</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber Gott sei Dank gibt es in den USA ja das Stimulus-Programm, das der designierte Präsident Joe Biden gestern Nacht vorgestellt hat. Und auch dort wurde im Voraus für das Volumen dieses Pakets ein Anker gesetzt, der einem Medienbericht zufolge bei 2 Billionen USD liegen sollte. Am Ende stellte Joe Biden ein Programm mit einem Volumen von 1,9 Billionen USD vor, nur unwesentlich weniger. Dabei muss man allerdings davon ausgehen, dass jener Betrag am Ende nicht so hoch ausfallen wird, weil die US-Demokraten – man plant ein Paket, das im Senat zumindest die Zustimmung von zehn Republikanern bekommt, um langwierigen Diskussionen<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong>1</strong>]</a></span> aus dem Weg zu gehen – Kompromisse eingehen werden müssen. Auch in der eigenen Partei (vgl. auch meine Kommentare <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/13/den-schalter-umgelegt/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong> und <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/10/gegenwind-fuer-dollar-baeren/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong>)</span>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der 2.000 USD Anker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Einzige, was wohl einer breiten überparteilichen Mehrheit sicher scheint, sind die einkommensabhängigen 2.000-USD-Schecks, als Hilfe für die US-Bürger. Auch bei diesen 2.000 USD handelt es sich um einen Anker, der bereits im vergangenen Jahr gesetzt wurde und an den sich die meisten US-Bürger schon längst gewöhnt haben. Dabei war mir bis gestern immer noch nicht klar, ob die bereits im Rahmen des vergangenen Stimulus-Pakets unter dem scheidenden Finanzminister Steven Mnuchin zugesagten 600 USD pro Kopf auf die 2000 USD angerechnet werden. Das würde nämlich für manchen Bürger nur einen Betrag von 1.400 USD bedeuten und wäre verglichen mit dem Bezugspunkt von 2.000 USD mental ein herber Verlust. Nun ist es genau so geplant.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Lockdown extrem</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hierzulande versucht man in Sachen Covid-19 Krise ebenfalls Anker zu setzen. So ist seit einigen Tagen zu vernehmen, dass der derzeitige Lockdown möglicherweise bis Ostern verlängert wird, was zumindest den Effekt hat, dass eine derartige Maßnahme, sofern sie später offiziell verkündet werden sollte, keine Überraschung mehr darstellen würde. Auch dass gestern kolportiert wurde, die Lockdown-Schraube könne noch stärker und bundesweit angezogen werden, bis hin zu Ausgangssperren und eventuell sogar bis zu einer Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs, kann als Anker begriffen werden, der sich unweigerlich in den Köpfen festsetzt. Auch wenn Dementi folgen sollten. Sollte es dann nicht ganz so schlimm kommen, würde das verglichen mit dem worst case für viele Menschen immerhin einen relativen mentalen Gewinn bedeuten. Indes: An den Finanzmärkten waren bislang keine Reaktionen auf diese Gemengelage festzustellen. Der Euro bleibt somit in seinem Korrekturmodus des Aufwärtstrends, solange an der Oberseite nunmehr <strong>1,2255/60</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[<strong>1</strong>]</span></a> Gemeint ist das sogenannte filibustering, das bei einer Mehrheit von 60 Stimmen im Senat entfallen würde</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gute-anker-schlechte-anker/">Gute Anker, schlechte Anker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/gute-anker-schlechte-anker/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kurzer Ausflug</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/kurzer-ausflug/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/kurzer-ausflug/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2020 04:57:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12323</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bis gestern Abend kurz, bevor die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende ging, hatte der Euro kaum nennenswertes an Kursbewegung produziert. Aber bei einem Blick auf eine Chart konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass die Akteure in den Startlöchern saßen, um den kurzfristigen Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung weiter nach oben zu treiben. Diese Startlöcher dürften sich kurz vor 1,1780 befunden haben. Und den Startschuss sollte vermutlich die Fed geben. Allein: Der Ausflug des Euro an der Oberseite war kurzlebig und kam bei rund 1,1805 zum Erliegen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurzer-ausflug/">Kurzer Ausflug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1770)</strong>             Bis gestern Abend kurz, bevor die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende ging, hatte der Euro kaum nennenswertes an Kursbewegung produziert. Aber bei einem Blick auf eine Chart konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass die Akteure in den Startlöchern saßen, um den kurzfristigen Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung weiter nach oben zu treiben. Diese Startlöcher dürften sich kurz vor 1,1780 befunden haben. Und den Startschuss sollte vermutlich die Fed geben. Allein: Der Ausflug des Euro an der Oberseite war kurzlebig und kam bei rund 1,1805 zum Erliegen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12324" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/30072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/30072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/30072020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Quartalszahlen<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ich war gestern mental eigentlich schon eine Runde weiter. Denn für heute wird nicht nur die erste Schnellschätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal erwartet. Vielmehr steht auch eine erste Schätzung für Deutschland an. Und die Medianerwartung der Ökonomen liegt hierfür bei einem Minus von 9 Prozent (ggü. Vorquartal). Für das US-BIP erwartet man hingegen noch viel Dramatischeres. In der mittleren Schätzung gehen die Ökonomen von einer Schrumpfung des BIP von knapp 35 Prozent gegenüber dem Vorquartal aus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass diese Zahl mittelfristig einen Position begründenden Charakter haben könnte, habe ich gestern trotzdem einen kleinen Blick auf das von mir vor Corona so geschätzte und viel beachtete Modell der Fed von Atlanta, GDPNow, riskiert. Seit Ausbruch der Pandemie waren die Prognosen ausgesprochen volatil und nicht brauchbar. Zumal in der Anfangsphase noch Wirtschaftsdaten in die Berechnungen eingingen, die naturgemäß zu stark der Realität hinterherhinkten, weil sie noch nicht die Corona-Folgen beinhalten konnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Referenzpunkte des Negativen</span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So berechnete GDPNow als erste Schrumpfungsschätzung Ende April „nur“ ein Minus von 12,1 Prozent. Der traurige Höhepunkt der negativen Vorhersagen des Modells lag bislang am 4. Juni bei -53,8 Prozent. Und die gestrige Berechnung kam dann allerdings schon der Medianprognose der Ökonomen recht nah (-32,1 Prozent, annualisiert und saisonbereingt). Zumindest haben die Finanzmarktteilnehmer nun zwei Anker, was schlecht und was richtig schlecht ist. Weitaus wichtiger als die BIP Zahlen dürften allerdings die ebenfalls heute zur Veröffentlichung anstehenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der vergangenen Woche sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Sitzung ohne Überraschung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zunächst gab es aber erst einmal die FOMC-Sitzung zu verarbeiten, von der sich kaum ein Marktteilnehmer etwas Sensationelles versprach. Ob Fed-Chef Jerome Powell die über das Corona-Hilfspaket streitenden Parteien im Kongress ermahnen würde, angesichts der unübersichtlichen ökonomischen Situation doch bald zu einem Kompromiss zu kommen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es gab dann tatsächlich keine Überraschung. Schon der Anfang des Statements des Offenmarktausschusses las sich genau wie zu erwarten: Die Fed verspricht, alle möglichen Werkzeuge zu benutzen, um die US-Wirtschaft in diesen herausfordernden Zeiten zu unterstützen. Natürlich wollte Powell gestern dem Kongress keine Ratschläge in Sachen Corona-Hilfspaket erteilen. Aber während der Pressekonferenz machte der Fed-Chef doch deutlich, dass die direkte Hilfe der Fiskalpolitik weiterhin vonnöten sei.  </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro bleibt jedenfalls in der steilen Version seines kurzfristigen Aufwärtstrends mit Potenzial bis <strong>1,1865</strong> (darüber auch <strong>1,2020</strong>), solange nun <strong>1,1630</strong> an der Unterseite nicht mehr verletzt wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurzer-ausflug/">Kurzer Ausflug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/kurzer-ausflug/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nicht nur Ökonomen brauchen Anker</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-nur-oekonomen-brauchen-anker/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-nur-oekonomen-brauchen-anker/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2020 04:54:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12188</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was die ökonomische Situation in den USA betrifft, brachte der gestrige Handelstag wenig Erhellendes. Ja, das Plus bei den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter war in der Kernrate mit 4,0 Prozent (ggü. Vormonat) fast doppelt so stark wie die Medianprognose der Ökonomen ausgefallen. Schon bei dem Minus von 7,7 Prozent desselben Datums im Mai war ich kaum imstande einzuschätzen, wie schlimm dieser Einbruch tatsächlich war. Und auch jetzt fällt es mir schwer, die aktuelle Erholung einzuordnen. Abgesehen davon, dass...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nicht-nur-oekonomen-brauchen-anker/">Nicht nur Ökonomen brauchen Anker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1225)</strong>             Was die ökonomische Situation in den USA betrifft, brachte der gestrige Handelstag wenig Erhellendes. Ja, das Plus bei den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter war in der Kernrate mit 4,0 Prozent (ggü. Vormonat) fast doppelt so stark wie die Medianprognose der Ökonomen ausgefallen. Schon bei dem Minus von 7,7 Prozent desselben Datums im Mai war ich kaum imstande einzuschätzen, wie schlimm dieser Einbruch tatsächlich war. Und auch jetzt fällt es mir schwer, die aktuelle Erholung einzuordnen. Abgesehen davon, dass man sich auch kaum vorstellen kann, was diese Zahlen für die Betroffenen bedeuten. Und so ist dieses Plus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zwar gut, aber eben nur relativ gut. Denn seine Bewertung hängt von den Bezugspunkten ab, auf die die Marktteilnehmer ihr Urteil stützen. Kurzum: Diese Zahl von +4,0 Prozent sieht gegenüber dem Vormonat gut aus und auch gegenüber dem, was die Ökonomen vorhergesagt hatten.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12189" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/26062020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/26062020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/26062020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bezugspunkte gesucht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: All diese Daten sind aufgrund eines bislang noch nie dagewesenen „Wachkomas“ der Volkswirtschaften in vielen Ländern entstanden, hervorgerufen durch den Lockdown, der in den USA und anderswo verhängt wurde. Volkswirtschaften, von denen man annimmt, dass sie hoffentlich bald aus der Narkose erwachen und schnell genesen. Aber genau so wenig, wie die langfristigen gesundheitlichen Folgen einer Corona-Infektion bisher eingehend erforscht werden konnten, können wir jetzt schon die Folgen und Nebenwirkungen des Narkosemittels für die Weltwirtschaft abschätzen. Und es ist ganz natürlich, dass sich Analysten und Akteure an den Finanzmärkten genauso schwertun wie „Joe Normal“, wenn sie etwas einschätzen sollen, was sie so noch nie erlebt haben. Und in dieser Orientierungslosigkeit verlässt man sich gerne auf Bezugspunkte, die allerdings nicht immer richtig sein müssen. Man spricht man diesem Zusammenhang von (manchmal irrelevanten) Ankern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Einfluss von Ankern auf Unwissenheit</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich erinnern mich die Ökonomen und Kommentatoren zurzeit an die orientierungslosen Probanden aus einem Experiment der Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman aus dem Jahr 1974. So sollten sie schätzen, wie hoch der prozentuale Anteil der afrikanischen Staaten an den Vereinten Nationen sei. Gleichzeitig wurde für die Probanden mithilfe eines Glücksrads (mit Zahlen zwischen 1 und 100) zufällig eine Zahl ermittelt – mit einem eindrucksvollen Resultat. Denn der Prozentsatz des von den Probanden angegebenen Anteils der afrikanischen Staaten wurde durch die vom Glücksrad gefundene Zahl deutlich beeinflusst: Die Schätzungen gingen in Richtung dieser eigentlich irrelevanten Zahl. Gleichzeitig war mit dem Experiment die sogenannte Verankerungsheuristik nachgewiesen. Dabei sei betont, dass natürlich nicht nur Ökonomen, sondern jeder Mensch – auch diejenigen, die von der Existenz dieser Anker wissen – tagtäglich und oft unbewusst von eben manchmal irrelevanten Ankern beeinflusst werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch Trendeinschätzungen können als Anker wirken, um Marktentwicklungen beurteilen zu können. Und genau so ein Trend, nämlich der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro, ist gestern gegenüber dem Dollar verletzt worden. Nicht richtig deutlich („nur“ 10 Stellen), so dass man geneigt sein könnte, noch einmal ein Auge zuzudrücken. Aber Händler wissen, dass das nicht klug ist. Damit ist die Gemeinschaftswährung kurzfristig in eine Seitwärtsentwicklung gedrängt, bleibt aber oberhalb von <strong>1,1095/00</strong> noch ordentlich nachgefragt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus persönlichen Gründen erscheint der nächste „Dollar am Morgen“ erst am Dienstag, den 30. Juni.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nicht-nur-oekonomen-brauchen-anker/">Nicht nur Ökonomen brauchen Anker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/nicht-nur-oekonomen-brauchen-anker/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
