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	<title>Adaption Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 28 Oct 2020 05:58:21 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von Fröschen lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 05:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Lockdown 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-froeschen-lernen/">Von Fröschen lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>775)</strong>             Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein in den vollständigen Lockdown sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam oder sofort zum Lockdown 2.0?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch vor einer Woche wollte eigentlich kaum jemand über einen Lockdown 2.0 öffentlich sprechen. Dennoch diskutierte ich (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/10/21/lockdown-2-0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), dass die seinerzeit noch lokal begrenzten Aktionen an einen Flickenteppich erinnerten, der mit der Zeit immer einheitlicher werden würde. Nun haben die stark gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen dafür gesorgt, dass alles noch viel schneller geht. Und der stufenweise Lockdown scheint auf den ersten Blick den Eindruck zu vermitteln, noch sei man Herr der Lage, ohne zum Äußersten greifen zu müssen. Als Alternative war gestern aber auch von der Möglichkeit eines sogenannten kurz angelegten „Wellenbrecher-Lockdowns“ die Rede, wie ihn etwa der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ins Spiel brachte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam zu Tode gekocht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei interessiert mich weniger, welche Methode nun am Ende die erfolgreichere wäre. Aus psychologischer Sicht ist aber zumindest anzumerken, dass Menschen selbst den Widerwillen gegen eine bestimmte Situation nicht absolut, sondern in seiner Intensität relativ empfinden. Um dieses Phänomen erklären zu können, bedient man sich manchmal des grausamen Experiments mit einem Frosch zur Veranschaulichung. Würde man das arme Geschöpf in kochend heißes Wasser werfen, so würde es sofort versuchen, wieder aus dem Topf herauszuspringen. Wenn man den Frosch stattdessen in kaltes Wasser setzt und dieses langsam erhitzt, wird er in aller Ruhe hinnehmen, wie man ihn langsam zu Tode kocht. Kein schöner Gedanke.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aussitzen oder Stopp Loss?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Übertragen auf die Covid-19-Problematik scheinen einige Ministerpräsidenten der Länder die betroffenen Menschen schrittweise, möglicherweise auch schneller, wenn es die Infektionszahlen notwendig machen, in Richtung Lockdown 2.0 zu manövrieren. Verbunden mit der zweifelhaften Chance, dass sie sich an die weitreichenden Einschränkungen langsam gewöhnen würden. Das erinnert mich an einen Händler mit einer schiefen Position, die zwar noch nicht existenzbedrohende Verluste zeitigt, aber jeden Tag ein bisschen weiter ins Minus absinkt. Während der Händler weiterhin die Hoffnung hegt, um die aufgelaufenen Verluste doch noch herumzukommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz im Gegensatz zu Lauterbachs Idee, die auf den ersten Blick brutal erscheint, aber vergleichbar ist mit einem heftigen, aber möglicherweise Schlimmeres verhindernden Stopp-Loss. Die Erkenntnisse der Verhaltensökonomik besagen auf jeden Fall, dass Menschen vielfach eine Aversion gegen die Realisierung von Verlusten haben. Daher wahrscheinlich auch die erste intuitive Abwehrreaktion vieler Menschen gegenüber einem sofortigen Lockdown.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risikoaversion herrscht vor</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An den Aktienmärkten ging es gestern ebenfalls schrittweise nach unten, und wer den Mut hatte, nach dem bisherigen altbekannten Muster der vergangenen Monate im fallenden Markt, aus Erfahrung also, auf der Kaufseite einzusteigen, ist zumindest gestern psychisch nicht sonderlich stark unter Druck geraten – die Kursverluste hielten sich in überschaubarem Rahmen. Und der Euro blieb angesichts der auf den Finanzmärkten lastenden Risikoaversion immer noch stabil und bewegte sich fast schon provokant in einer Handelsspanne, die weniger als 50 Stellen betrug. Tatsächlich hat die Gemeinschaftswährung die Bandbreite vom vergangenen Freitag auch gestern bis zum Handelsschluss in New York nicht verlassen können. Dennoch bleibt sie zumindest in positivem Fahrwasser, solange <strong>1,1755/60</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Finanzmarktanalysen mit Behavioral Finance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 08:23:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Akteure an den Finanzmärkten kennen im Grunde zwei Methoden, um künftige Kursentwicklungen zu prognostizieren. Bei der einen handelt es sich um die so genannte ökonomische Fundamentalanalyse, mit deren Hilfe häufig stichtagsbezogene Vorhersagen erstellt werden. Doch scheint dieses Verfahren nicht wirklich erfolgreich zu sein. Etwas besser schneidet die technische Analyse ab, die in Deutschland [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Akteure an den Finanzmärkten kennen im Grunde zwei Methoden, um künftige Kursentwicklungen zu prognostizieren. Bei der einen handelt es sich um die so genannte ökonomische Fundamentalanalyse, mit deren Hilfe häufig stichtagsbezogene Vorhersagen erstellt werden<a name="_ftnref1"></a>. Doch scheint dieses Verfahren nicht wirklich erfolgreich zu sein. Etwas besser schneidet die technische Analyse ab, die in Deutschland während der vergangenen Jahre eine Renaissance erlebte. Nach wie vor versuchen „Techniker“, aus Chartbildern und Kursverläufen der Vergangenheit Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung von Aktien, Anleihen, Devisen und Rohstoffmärkten zu ziehen. Im Gegensatz zu den unter Fundamentalanalysten beliebten (Stich)-<strong>Punkt-Prognosen</strong> ist es das Ziel der technischen Analysten, oftmals ganze <strong>Marktentwicklungen</strong> vorherzusagen.</p>
<p>Die Argumentation der Behavioral Finance stellt sowohl die fundamentalen als auch die technischen Analyseansätze in Frage. Doch haben bislang nur wenige Experten an den Finanzmärkten versucht, die Erkenntnisse dieser immer noch recht jungen Disziplin in der Praxis anzuwenden. Oftmals werden die Ergebnisse der Behavioral Finance sogar irrtümlicherweise mit denen der Chartanalyse gleichgesetzt. Zwar mag die Behavioral Finance teilweise die theoretische Grundlage für die Existenz mancher markttechnischer Ansätze bilden, doch geht sie in ihrem Potenzial als Prognoseinstrument weit darüber hinaus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dies sind die wichtigsten Argumente:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>a) Gewinn/Verlust-Asymmetrie</strong></p>
<p>Daniel Kahneman, einer der „Urväter“ der Behavioral Economics¹ wurde im Jahr 2002 mit dem Nobelpreis für Ökonomie ausgezeichnet, weil er unter anderem in zahllosen Experimenten nachweisen konnte, dass Verluste in der Wahrnehmung der Anlieger weit schwerer wiegen als Gewinne – häufig werden sie sogar als zwei bis zweieinhalb Mal so schwerwiegend empfunden wie Gewinne in gleicher Höhe. Dies führt letztlich zum sogenannten Dispositionseffekt, demzufolge Akteure an den Finanzmärkten – entgegen jeder rationalen Erwägung – dazu neigen, Gewinne zu realisieren, Verluste hingegen laufen zu lassen. Dieser unterschiedliche Umgang mit Gewinnen und Verlusten sorgt dafür, dass Finanzmärkte zumindest zeitweise nicht effizient sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>b) Bezugspunktabhängigkeit</strong></p>
<p>Gewinne und Verluste werden von den Teilnehmern an Finanzmärkten nicht als absolute Größe wahrgenommen. Vielmehr ist ihre Bewertung von einem Referenzpunkt abhängig. Bei diesem Referenzpunkt handelt es sich meistens um den Einstandspreis eines Engagements, doch können beispielsweise auch Extrempunkte früherer Kursverläufe als Referenzpunkt für die Marktteilnehmer dienen. Insofern haben technische Analysten scheinbar Recht, wenn sie etwa in Charts nicht nur eine Aufzeichnung der Einstandspreise aller Marktteilnehmer sehen. Ihrer Meinung nach beinhalten diese Marktpreise außerdem alle verfügbaren Informationen und Meinungen derjenigen, die sie zustande gebracht haben, also aller an der Preisbildung beteiligten Anbieter und Nachfrager. Deswegen bedarf es nach Ansicht der meisten Techniker auch keiner Fundamentalanalyse, weil deren Erkenntnisse im Marktpreis bereits enthalten sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>c) Selektive Wahrnehmung</strong></p>
<p>Das ist falsch, könnten die Vertreter der Behavioral Finance sagen: Der Marktpreis beinhaltet nicht alle Informationen und Meinungen der Akteure. Vielmehr sorgt der Mechanismus der <strong>selektiven </strong>Wahrnehmung vor allem unter dem Eindruck von Kursverlusten dafür, dass die Marktteilnehmer passende Informationen stark vergrößert wahrnehmen, während sie ihrem Engagement zuwiderlaufende Nachrichten in ihrer Bedeutung herunterspielen oder sogar völlig ignorieren. Insofern haben ökonomische Analysen – wie alle anderen Informationen – für Anbieter und Nachfrager nur dann einen Wert, wenn sie die eigene Position bestätigen.</p>
<p>Deshalb untersuchen die Analysten der Behavioral Finance, ob die Marktinformationen zu den Markttrends passen. Mit anderen Worten: Reflektieren die ökonomischen Erkenntnisse und Marktkommentare die Marktentwicklung oder widersprechen sie dieser? Ein wichtiges Instrument sind dabei <strong>Stimmungserhebungen</strong>, weil man davon ausgeht, dass das Markt-Sentiment ein Spiegel der wichtigsten Engagements der beteiligten Akteure darstellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>d) Gewöhnungseffekte und verschobene (wahrgenommene) Referenzpunkte</strong></p>
<p>Der Einstandspreis bildet häufig als Bezugspunkt die Grenze zwischen der Wahrnehmung von Gewinnen und Verlusten. Dieser Referenzpunkt bleibt jedoch nur in der Anfangsphase eines Engagements eine konstante Beobachtungsgröße, wobei er in erster Linie für die Verlierer an den Finanzmärkten eine ganz wichtige Rolle spielt. Es handelt sich nämlich um den Punkt, an dem sie einen zwischenzeitlichen Buchverlust wieder wettmachen können. Im Gegensatz zu den Gewinnern, die jederzeit ihren Profit realisieren <em>können</em>, sind die Verlierer, die ihren Buchverlust nicht realisieren<em> wollen</em> (Verlustaversion), mental an ihren Referenzpunkt gebunden. Mit anderen Worten: Diese Referenzpunkte sorgen in den Finanzmärkten für <strong>künftiges Angebot bzw. künftige Nachfrage</strong>.</p>
<p>Gerade bei anhaltenden und längeren Verlustphasen <strong>verändert</strong> sich jedoch die <strong>Wahrnehmung</strong> dieser Referenzpunkte. Durch Gewöhnungseffekte (<strong>Adaption</strong>) nähert sich der Bezugspunkt der Investoren oftmals immer mehr der neuen Marktsituation an. Daher ist die Kenntnis dieser als Grenze zwischen Gewinn und Verlust <strong>wahrgenommenen </strong>Referenzpunkte für eine Marktanalyse von wichtiger Bedeutung. Denn oft wiegen sie schwerer als jedes ökonomische Argument.</p>
<p>Mit anderen Worten: Die auf einer Chart sichtbaren einstigen Einstandspreise der Marktteilnehmer verlieren mit der Zeit ihre Relevanz und werden im Bewusstsein der Akteure je nach Kursverlauf mental verschoben, weshalb sie grafisch nicht mehr erkennbar sind. Deswegen kommt ein verhaltens­orientierter Analyst unter Berücksichtigung der Adaption der Referenzpunkte im Zeitablauf zu realistischeren Kursniveaus, bei denen künftiges Angebot und künftige Nachfrage auftreten können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit: </strong></p>
<p>Mit den Erkenntnissen der Behavioral Finance ist man gegenüber herkömmlichen Analysemethoden stets einen Schritt voraus. Am Ende könnte die wichtigste Frage bei der Beurteilung und Analyse von Finanzmarktentwicklungen lauten:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wer liegt zu welchem Kurs schief?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Häufig sind in den Finanzmärkten Verlierer über größere Strecken an ihre Engagements gefesselt, weil sie ihre <em>wahrgenommenen </em>Einstandspreise noch nicht wiedergesehen haben, aber auch noch nicht bereit sind, angesichts der aufgelaufenen Buchverluste zu kapitulieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>¹ Behavioral Economics ist der weiter gefasste Begriff für die Verhaltensökonomik, unter deren Dach auch die Behavioral Finance firmiert</p>
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		<title>Juli-Daten mit tagesaktueller Wirkung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2014 16:15:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
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		<category><![CDATA[Zinswende]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es erstaunt mich immer wieder, wie leicht sich Marktteilnehmer von Studien beeinflussen lassen und wie schnell sie daraus Schlüsse auf die zukünftigen Schritte einer Notenbank ziehen. So auch gestern. Auslöser war eine Studie der Federal Reserve Bank aus San Francisco. Darin äußern die Autoren, Jens H. E. Christensen und Simon Kwan, die Vermutung, dass der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es erstaunt mich immer wieder, wie leicht sich Marktteilnehmer von Studien beeinflussen lassen und wie schnell sie daraus Schlüsse auf die zukünftigen Schritte einer Notenbank ziehen. So auch gestern. Auslöser war eine Studie der Federal Reserve Bank aus San Francisco. Darin äußern die Autoren, Jens H. E. Christensen und Simon Kwan, die Vermutung, dass der Zinserhöhungszyklus in den USA nicht erst wie vielerorts erwartet im dritten Quartal 2015 beginnen wird. Außerdem würden ihrer Meinung nach sowohl Markterwartungen als auch Modelle zeigen, dass die Akteure irrigerweise eine lockerere Geldpolitik als die Teilnehmer des FOMC (Offenmarktausschuss der US-Notenbank) erwarteten. Auch seien sich die Marktteilnehmer ihrer Sache sicherer als der FOMC selbst.</p>
<p>Bei genauerem Hinsehen ist mir jedoch aufgefallen, dass die zum Vergleich hinzugezogenen FOMC-Prognosen („dots“) vom Juni und die den Modellen zugrundeliegenden Daten aus der Zeit vom 23. bis zum 31. Juli 2014 stammen. Auch die Befragung der Marktteilnehmer fand in diesem Zeitraum statt. Bereits damals zeigte man sich übrigens innerhalb der US-Notenbank über die Gleichgültigkeit der Marktteilnehmer und die extrem niedrige Volatilität des Aktienmarkts besorgt. Kurz darauf kam es ja dann auch zu einer entsprechenden Abwärtskorrektur, die hierzulande sogar mit zehn Prozent wesentlich höher als im US Aktienmarkt ausgefallen war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Den Frosch langsam ins Wasser lassen</strong></p>
<p>Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob die Notenbank nun mit ihrem Zinserhöhungszyklus früher als ursprünglich gedacht beginnen wird, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Sitzung des Offenmarktausschusses am kommenden Mittwoch gerichtet ist. Wird Janet Yellen womöglich den Begriff „considerable period“ in ihrer Presseerklärung streichen, wenn es um die etwaige Dauer der ultraniedrigen Zinsperiode geht? Ich finde dieses Herumgerate ohnehin blödsinnig. Aber wenn es der Notenbank darum gehen sollte, die Finanzmärkte nicht mit einer plötzlichen Zinswende schockieren zu wollen, könnte sie sich eines Bildes aus der Verhaltensökonomie bedienen.</p>
<p>Denn Menschen empfinden den Widerwillen gegen eine bestimmte Situation nicht als absolute Größe, sondern relativ. Um dieses Phänomen erklären zu können, bedient man sich manchmal der Legende des kochenden Frosches. Ein Frosch, der in heißes Wasser geworfen wird, wird nämlich sofort versuchen, wieder aus dem Topf herauszuspringen. Wenn man das arme Tier indes in kaltes Wasser setzt und dieses nur langsam erhitzt, wird das Geschöpf es in aller Ruhe hinnehmen, wie man es langsam zu Tode kocht. Das ist selbst für mich, dessen Herz für Tiere nicht besonders leidenschaftlich schlägt, ein fürchterlicher Gedanke.</p>
<p>Übertragen auf die Welt der US-Leitzinsen hieße das jedoch, dass die Notenbank direkt nach dem völligen Zurückfahren der Anleihekaufprogramme, also mit der Dezember-Sitzung, damit beginnen könnte, die Zinsen bei jedem Treffen um fünf Basispunkte anzuheben. Die Akteure an den Finanzmärkten würden einen derartigen ersten Schritt kaum wahrnehmen und aufgrund schneller Gewöhnung an weitere auch nicht wirklich spüren, dass die Fed Funds – ausgehend etwa vom unteren Bereich der seit Ende 2008 gültigen Spanne von 0 bis 0,25 Prozent – bereits im Juni 2015 bei 0,35 Prozent stehen könnten.</p>
<p>Die Anleger hierzulande scheinen sich derzeit kein einheitliches Bild von der künftigen Politik der EZB und Fed machen zu können. Zumindest hielt die heutige Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt Überraschendes parat, das ich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+notenbankpolitik+wirkt+unterschiedlich+72890" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> kommentiert habe.</p>
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		<title>Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2013 07:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Normen]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. Später [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. <span id="more-6493"></span>Später wird erst die Reisekostenabrechnung, dann die Steuererklärung zum eigenen Vorteil „frisiert“. Ein kleiner Versicherungsbetrug wiegt schließlich moralisch auch nicht mehr so richtig schwer, selbst beim „Incentive“-Besuch, zu dem der Chef in einen osteuropäischen Puff geladen hat, melden sich keine Skrupel. Dabei handelt es sich nicht einmal in allen Fällen um gesetzlich strafbare Vergehen. Im Nachhinein kann man das ja auch alles rechtfertigen und relativieren: Der Verlust eines Kugelschreibers wird dem Arbeitgeber kein Loch in die Bilanz reißen, und mit der leicht veränderten Reisekostenabrechnung wolle man sich ja nur zurückholen, was man dem Chef an unbezahlten Überstunden geschenkt habe. Und mogeln andere nicht auch beim selbstverursachten Haftpflichtschaden?</p>
<p>Bei vielen Sündern handelt es sich nicht immer um von Grund auf schlechte oder unehrliche Menschen. Häufig haben sie aber jede Tuchfühlung mit den gesellschaftlichen Normen verloren, schon weil in den Kreisen, in denen sie verkehren, weniger strenge oder sogar andere Normen gelten. (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/politik/zweierlei-moral/">vgl. auch Blogbeitrag von Herman Brodie</a></span>).</p>
<p>Genauso muss man sich die Frage stellen, wie es möglich sein kann, dass sich Menschen in einem Bereich ihres Lebens moralisch einwandfrei verhalten und sogar mit ihrem Geld großzügig soziale Einrichtungen unterstützen, während sie eine zweite Existenz in einer anderen Welt führen, wo sie dann in großem Stile Steuern hinterziehen? Wie kann es sein, dass ein fürsorglicher Familienvater seinen Kindern Respekt und Rücksichtnahme predigt, um nur wenige Stunden später kaltblütig einen langjährigen Mitarbeiter zu feuern?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Keine gespaltenen Persönlichkeiten</b></p>
<p>Man muss nicht an Schizophrenie leiden, um zu derartig widersprüchlichen Verhalten fähig zu sein. Vielmehr bieten die Erkenntnisse der Behavioral Economics eine plausible und nicht pathologische Erklärung für dieses Phänomen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Genau wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern <b>relativ</b> zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit „Gut“ und „Böse“ (vgl. auch Beitrag zum <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-ethics/kulturwandel-teil-3-behavioral-ethics-als-loesung/">Kulturwandel Teil 3</a>). Tatsächlich geht es vor allem darum, „besser“ oder „schlechter“ im Vergleich zu anderen zu sein. Und so wie Gewinne und Verluste, mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen werden, ergeht es auch dem Guten und Schlechten. Der erste Ladendiebstahl lastet demnach schwerer auf dem Gewissen als der siebte. Und auch das Hochgefühl, das sich beim „Sozialen Tag“ eingestellt hatte, als man im Auftrag des Arbeitgebers Suppen in einer Armenküche austeilen sollte, schwindet mehr und mehr, je öfter der Chef einen zu diesem Engagement verpflichtet. Zudem unterliegt der Referenzpunkt, die Trennlinie zwischen Gut und Böse, auch noch Veränderungen, besonders in Folge von Gewöhnungseffekten.</p>
<p>Ethik kommt vornehmlich dann ins Spiel, wenn Verluste entstanden sind, weil jemandes Verhalten unter dem Standard der sozialen Normen liegt. Um solche Situationen zu vermeiden, genügt es jedoch nicht, sich auf Regeln und Regulierungen zu verlassen. Vielmehr müssen wir erkennen, dass es keine absolute Moral und keine ethisch völlig korrekte Menschen gibt. Und verstehen, warum Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie selbst nie für möglich gehalten hätten. Situationsabhängige Einflussfaktoren, die schleichende Veränderung von Normen, manchmal alleine durch Fortschreiten der Zeit, haben leider das Zeug, uns alle zu korrumpieren.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Genauso wie es in der verhaltensorientierten Ökonomie die mentale Kontoführung gibt, wonach Menschen für jede ihrer Entscheidungen im Kopf ein eigenes Konto führen, gilt dies auch für den ethischen Aspekt von Entscheidungen<i>. </i></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kulturwandel Teil 3: Behavioral Ethics als Lösung</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/kulturwandel-teil-3-behavioral-ethics-als-loesung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 06:54:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Ethische Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturwandel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem vergangenen Blogbeitrag zum angestrebten Kulturwandel – vornehmlich im Investmentbanking – ging ich zum Schluss auf die so genannte Behavioral Ethics ein, die unter anderem helfen soll, ethisch bessere Entscheidungen zu treffen. Denn nach wie vor formulieren die meisten Unternehmen, Institutionen und Betriebe ihre ethischen Leitlinien und Verhaltenskodizes alleine auf Basis einer normativen Ethik, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem vergangenen Blogbeitrag zum angestrebten Kulturwandel – vornehmlich im Investmentbanking – ging ich zum Schluss auf die so genannte Behavioral Ethics ein, die unter anderem helfen soll, ethisch bessere Entscheidungen zu treffen. Denn nach wie vor formulieren die meisten Unternehmen, Institutionen <span id="more-6479"></span>und Betriebe ihre ethischen Leitlinien und Verhaltenskodizes alleine auf Basis einer normativen Ethik, was in etwa so effektiv ist wie ein moralischer Appell oder ein frommer Wunsch. Dabei wissen wir doch seit der Antike, dass als höchster moralischer Imperativ die Selbsterkenntnis gilt. Doch wie die Ökonomie operiert auch die Ethik mit idealisierten Modellen statt mit Menschen. Was diese tatsächlich im Innersten bewegt, wird in diesem Denken ausgespart. Kein Wunder also, dass die Welt seit Jahrtausenden kein besserer Ort geworden ist.</p>
<p>Erst vor wenigen Jahren entwickelte sich innerhalb der wissenschaftlichen Disziplin der Ethik eine neue Richtung, die als „Behavioral Ethics“ bezeichnet wird<a title="" href="#_ftn1"><i><b>[1]</b></i></a>. Einer ihrer Begründer ist der in Harvard lehrende Psychologe Max H. Bazerman. Ziel seiner Forschung sei es, so Bazerman, das tatsächliche Verhalten von Menschen zu beobachten und darzustellen, welche situativen und sozialen Kräfte sie beeinflussen, wenn sie sich mit einem ethischen Dilemma konfrontiert sehen. Die Erforscher der „Behavioral Ethics“ sind davon überzeugt, dass  sich das Entscheidungsverhalten von Menschen bei ethischen Fragestellungen systematisch erfassen, beschreiben und damit auch vorhersagen lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wenn Wunsch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen</b></p>
<p>Wenn wir etwa unser eigenes <i>künftiges</i> Verhalten vorhersagen sollen, formulieren wir zumeist Erwartungen, die mit unseren ethischen Vorsätzen, unseren Vorstellungen von Moral in Einklang stehen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung aber, also in der <i>Gegenwart</i>, benehmen wir uns dann aber doch eher so, wie es unserem Charakter am meisten entspricht – manchmal unbewusst und ohne es tatsächlich zu wollen, manchmal eben unethisch.</p>
<p>Wird dieses unethische Verhalten schließlich offenkundig oder sogar nachweisbar, sind viele Menschen darüber erstaunt, wie es so weit kommen konnte. Dieses befremdliche Bild und unser idealisiertes Selbstbild eines moralisch weitgehend einwandfreien Menschen stehen in einem Gegensatz, der bekanntermaßen kognitive Dissonanz<a title="" href="#_ftn2">[2]</a> auslöst. Diese wiederum gleicht einem Unbehagen, das sich nur auflösen ließe, wenn wir unseren moralischen Fehltritt rückgängig machen würden, was allerdings nur selten möglich ist. Außerdem hindert uns die nahezu jedem Menschen innewohnende Verlustaversion<a title="" href="#_ftn3">[3]</a> daran, einen solchen Schritt zu unternehmen.</p>
<p>Daher bleibt, um die Dissonanz zu verringern, oft nur das Umdeuten und Relativieren. Man nennt das auch Neutralisierungsstrategien (<a href="http://www.blognition.de/blog/gesellschaft/alles-ganz-harmlos%e2%80%a6/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span> </a>und <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-ethics/fragwuerdiger-kulturwandel/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a>). Eine besteht darin, dem Opfer eine etwaige Mitschuld an dem Vorfall anzuhängen. Oder man versucht, die eigenen Fehler samt ihren Folgen herunterzuspielen und zu verharmlosen. Ein besonders beliebtes und erfolgreiches Ablenkungsmanöver aber ist die moralische Entrüstung: Man gibt den Saubermann und verurteilt mit großer Empörung die Sünden Anderer, gegen die sich die eigenen Verfehlungen plötzlich ganz unbedeutend und harmlos ausnehmen. Und wer dem Anschein nach so hohe moralische Maßstäbe hat, dem traut die Umwelt ohnehin nichts Böses zu<a title="" href="#_ftn4">[4]</a>.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Eine Entscheidung zwischen relativ Gut und relativ Böse</b></p>
<p>Unsere eigene Moral ist oftmals nicht stabil und zeitweise sogar scheinheilig. Auch, weil sich die eigenen ethischen Bezugspunkte mit der Zeit verändern können. Damit ist Moral in erster Linie nicht absolut, sondern etwas Relatives. Denn wenn man Moral als eine Entscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“ auffasst, hängt dieses „Gut“ oder „Böse“ von Verhaltensstandards ab, die von der Mehrheit der Menschen <i>zurzeit </i>akzeptiert werden, also von der gegenwärtigen Kultur und den heute gültigen Normen. </p>
<p>So gesehen kann Verhalten, das in der Vergangenheit einmal als moralisch „schlecht“ angesehen wurde, für die Menschen heutzutage mit einem Male akzeptabel sein. Und was umgekehrt früher einmal hoffähig war, kann heute als verwerflich gelten. Folglich kann jemand ohne sein eigenes Zutun, allein durch einen schleichenden Wertewandel, vom einst moralisch Guten ins moralisch Schlechte abgleiten.  </p>
<p>Ohnehin dürfte sich nicht jeder stets an die moralischen Gebote halten – sie alle zu befolgen entspräche in den Augen Vieler einem zwar erstrebenswerten, aber unerreichbaren Idealzustand. Kleine Abweichungen von diesen Standards scheinen daher verzeihlich zu sein, doch was mit einer kleinen Verfehlung beginnt, kann sich mit der Zeit zu einer großen Sünde ausweiten, ohne dass das schlechte Gewissen im selben Umfang mitwächst.</p>
<p>Wie es dazu kommt, möchte ich im vierten und letzten Teil über den „fragwürdigen Kulturwandel“ darstellen.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Bazerman, Max H.; Tenbrunsel, Ann E. (2011): <i>Blind Spots, Why We Fail to Do What’s Right and What to Do about It</i>, Princeton University Press, Princeton New Jersey</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Festinger, Leon (1957): <i>A Theory of Cognitive Dissonance</i>, Stanford University Press, Stanford</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Das ist die dem Menschen innewohnende Abneigung, Verluste und Fehlentscheidungen nicht gerne  realisieren, d. h. festschreiben zu wollen.</p>
</div>
<div>
<p>&nbsp;</p>
<p>[4] Genau genommen, spricht man in der Behavioral Ethics von der sogenannten „Ethical Dissonance“ die enger als der ursprüngliche Begriff der kognitiven Dissonanz gefasst ist. Vgl. hierzu auch Barkan R., Ayal, S., Gino F., Ariely D. (2012): <i>The Pot Calling the Kettle Black: Distancing Response to Ethical Dissonance</i>, Journal of Experimental Psychology: General 2012, Vol 141, No. 4, 757-773 </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein ungeliebtes Commitment</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 08:30:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
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		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man zurzeit die Stimmen der Kommentatoren einsammelt, bekommt man sehr leicht den Eindruck, die Finanzmärkte würden in erster Linie durch die Entwicklungen in Syrien bestimmt werden. Und weil leicht verfügbar, greift man sich als analytische Blaupause für eine etwaige Intervention der USA im Mittleren Osten die damalige Entwicklung der Ereignisse im Irak-Krieg. Da muss [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man zurzeit die Stimmen der Kommentatoren einsammelt, bekommt man sehr leicht den Eindruck, die Finanzmärkte würden in erster Linie durch die Entwicklungen in Syrien bestimmt werden. Und weil leicht verfügbar, greift man sich als analytische Blaupause für eine etwaige Intervention der USA im Mittleren Osten<span id="more-6439"></span> die damalige Entwicklung der Ereignisse im Irak-Krieg. Da muss man nicht viel nachdenken und kommt ganz leicht zu (vor)schnellen Schlüssen. Vorsichtshalber fügt man von Analystenseite noch hinzu, dieses Mal sei die Situation noch vielschichtiger und viel vertrackter als damals. Das vermittelt Kompetenz.</p>
<p>Einige Beobachter werden auch nach dem Motto: „Was damals geschah“ nicht müde, Charts früherer Krisen hervorzukramen und aus der Entwicklung verschiedener Märkte in den Wochen vor und nach großen militärischen Interventionen, sei es im Kosovo, Libyen oder Afghanistan gewesen, Prognosen für die Zeit „nach Syrien“ zu erstellen. Das hinterlässt bei manchem Privatanleger und Investor den Eindruck, alles sei unter Kontrolle, als bräuchte man dafür nur die Historie der Finanzmärkte etwas zu durchleuchten. Aber, wie etwa Gideon Rachman in der heutigen Ausgabe der Financial Times schreibt, mag es zwar naheliegend sein, die damalige US-Intervention im Irak als Vergleich zur syrischen Krise heranzuziehen, doch dies führe in die Irre.</p>
<p>Natürlich möchten nicht nur politische Entscheider aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Vor allem sind Beobachter und Kommentatoren, aber auch viele Bürger der westlichen Welt heute wesentlich misstrauischer, wenn es etwa um Geheimdienstinformationen wie seinerzeit die des CIA und des britischen MI6 geht. Während es George W. Bush und der damalige britische Premier Tony Blair regelrecht darauf angelegt hatten, über derartige Informationen eine Rechtfertigung für einen Krieg mit dem Irak zu bekommen, kann ich mir gut vorstellen, wie der heutige US-Präsident im Innersten seines Herzens hoffen mag, von den Geheimdiensten keine eindeutigen Informationen über die Verantwortlichen des Giftgaseinsatzes in Syrien zu bekommen. Weil Klarheit vermutlich für massive kognitive Dissonanz bei Barack Obama sorgen würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ausweg Demokratie </b></p>
<p>Denn die von Obama gezogene rote Linie stellt unbestritten ein riesengroßes Commitment, eine so starke Verpflichtung dar, dass ihr Überschreiten eine Intervention in Syrien unumgänglich erscheinen lässt, will der US-Präsident nicht seine Glaubwürdigkeit verlieren. Es sei denn, die Informationen darüber, wer die rote Linie tatsächlich überschritten hat, sind zwei- oder mehrdeutig und damit selektiv interpretierbar. Womit etwaige Dissonanzen beim Entscheider vermindert werden könnten.</p>
<p>Auch die Tatsache, dass der heutige britische Premier David Cameron angesichts der Widerstände in seiner eigenen Regierungskoalition nicht so vorpreschen kann wie er dies anfänglich hatte durchblicken lassen, zeigt: Es gibt für Barack Obama durchaus noch Möglichkeiten, sich über den Weg demokratischer Prozesse in den Staaten der Verbündeten von der roten Linie ohne Gesichtsverlust zu entfernen. Vor allem, wenn er eigentlich nicht in einen syrischen Bürgerkrieg verwickelt werden möchte.</p>
<p>Je länger sich jedoch der Entscheidungsprozess über eine geeignete Antwort zu den schrecklichen Vorgängen in Syrien hinzieht, desto weniger dürfte dies wegen der damit einsetzenden Adaption einen nachhaltigen Einfluss auf die Finanzmärkte haben. Die jüngste Stimmungserhebung der Börse Frankfurt verdeutlicht sogar, dass die schwelende Krise im Mittleren Osten womöglich gar nicht der tatsächliche Beweggrund für die jüngsten Kursentwicklungen gewesen ist. Einen entsprechenden Kommentar meines Mitstreiters Gianni Hirschmüller finden Sie (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+syrien+konflikt+loest+fed+debatte+ab+55982">hier</a></span>), während ich mich (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+syrien+konflikt+loest+fed+debatte+ab+55982#reiter=detailanalyse">hier</a></span>) um die Detailanalyse gekümmert habe.</p>
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		<title>Drauf gepfiffen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2013 06:38:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist der US-Informant Edward Snowden ein Verräter oder ein Volksheld? – Eine Frage, die die Gemüter derzeit bewegt und für kontroverse Diskussionen sorgt. Ist Snowden ein Whistleblower, der einfach nur Alarm schlagen wollte, um Fehlverhalten, Missstände und Ähnliches an die Öffentlichkeit zu bringen? Jemand also, der von einem Denunzianten abzugrenzen ist, weil er uneigennützig handelt, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist der US-Informant Edward Snowden ein Verräter oder ein Volksheld? – Eine Frage, die die Gemüter derzeit bewegt und für kontroverse Diskussionen sorgt. Ist Snowden ein Whistleblower, der einfach nur Alarm schlagen wollte, um Fehlverhalten, Missstände und Ähnliches an die Öffentlichkeit zu bringen? <span id="more-6269"></span>Jemand also, der von einem Denunzianten abzugrenzen ist, weil er uneigennützig handelt, der seinen Arbeitsplatz, seine beruflichen und privaten Kontakte riskiert, um einzig aus Gewissensgründen auf gesetzeswidriges Verhalten hinzuweisen? Und der nicht wegen finanzieller Anreize aktiv wird und den man mancherorts sogar als positiven Verräter bezeichnen würde. Unzweifelhaft ist dennoch, dass dem Whistleblowing der Beigeschmack des Verrats anhaftet. Hätte sich Snowden darüber im Klaren sein müssen, bevor er seine Stelle bei der NSA (National Security Agency) antrat, dass Spionieren zu seinem täglichen Arbeitsgebiet gehören würde und er somit kein Recht haben sollte, Informationen über Späh- und Abwehrprogramme der Geheimdienste der USA und Großbritanniens an die Medien weiterzugeben? Oder hat Snowden anfangs das Ausmaß und die Bedeutung seines Arbeitsfeldes unterschätzt und erst mit der Zeit Skrupel bekommen? Dies alles sind Fragen, die ich weder bewerten noch endgültig beantworten kann. Das Einzige, was sicher scheint, ist: Die betroffenen Staaten haben kein Interesse daran, dass der tatsächliche Umfang ihrer Überwachungsmethoden an die Öffentlichkeit gerät.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Whistleblowing für Geld</b></p>
<p>Aber es scheint noch andere Formen des Whistleblowing zu geben, nämlich die Aufdeckung von Verbrechen und Straftaten gegen Geld. Sei es, dass eine Frau Informationen über den Hedgefonds ihres Ex-Manns an die US-Börsenaufsicht SEC liefert, der darauf des Insider-Tradings überführt werden kann und dafür eine Million US-Dollar kassiert (Näheres dazu in einem früheren <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/whistleblower/">Blogbeitrag hier</a></span>), sei es der Verkauf von Schweizer Kontendaten an die Steuerermittler europäischer Staaten. Verrat für einen guten Zweck also, der, obwohl in der Schweiz illegal, hierzulande legitimiert wird, weil der Staat ein starkes Interesse an diesen Informationen hat. Steuerhinterziehung und Insider-Tradings sind strafbar<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>;  deshalb ist auch das Pfeifen für Geld willkommen!</p>
<p>Vielleicht sollen die hohen Belohnungen ja auch diejenigen auf den Plan rufen, die bislang aufgrund materieller oder ideeller Hindernisse nicht bereit waren, gesetzwidriges Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten anzuzeigen, weil sie sich einer „lokalen“ Gruppennorm verbunden fühlten oder in einer vertrauensvollen Beziehung und nicht in Scheidung lebten. Hätte Judas Ischariot Jesus ohne finanziellen Anreiz verraten? Manchmal stellt Rache selbst in den Augen entlassener Mitarbeiter oder betrogener Ehefrauen und -männer einen zu niedrigen Beweggrund dar, als dass sie bereit wären, dem ehemaligen Arbeitgeber oder Partner auf diese Weise eins auszuwischen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Verrat nach Motivlage</b></p>
<p>Mir selbst geht es aber nicht um den Verrat nach Motivlage, denn Moral ist etwas Relatives und unterliegt Normen, die sich mitunter auch verändern können. Viel mehr stört mich, dass mit den Enthüllungen eines Edward Snowden ein Überwachungssystem ungeahnten Ausmaßes aufgedeckt wurde, das in wenigen Monaten bereits zur neuen Norm werden könnte. Dafür sorgt schon allein die Gewöhnung der Menschen an das heute Unerhörte, das Verbotene eines Überwachungsstaates. Da beruhigt mich nicht, dass der Absatz des Romans „1984“ von George Orwell in jüngster Zeit sprunghaft angestiegen ist und man sich hierzulande allzu schnell mit dem Versprechen mancher Politiker zufrieden gibt, dass sie für eine rückhaltlose Aufklärung sorgen wollen.</p>
<p>Wenn es zur Normalität wird, dass ein Staat über alles, das man tut, Aufzeichnungen machen und speichern darf, obwohl dies illegal ist, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn eines Tages Privatleute einander ausspähen. Zum Beispiel aus Neid und Rachsucht. „Was regst du dich denn auf? Du bist doch auch bei Facebook, Twitter et cetera, du bist doch eh schon nackt!“, werden manche das achselzuckend kommentieren. Und dann kommt meist der Satz: „Ich hab‘ ja sowieso nichts zu verbergen.“ Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Denn auch die Normen, was als erlaubt und was als schändlich oder verboten gilt, können sich leicht verschieben.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Streng genommen handelt es sich dabei nicht um Whistleblowing, denn die Motive dieser Menschen sind nicht uneigennützig</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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		<title>Denen man nicht mehr vergibt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/denen-man-nicht-mehr-vergibt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 07:32:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Boni]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. Das war mitten in einer Zeit, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/denen-man-nicht-mehr-vergibt/">Denen man nicht mehr vergibt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. <span id="more-3254"></span>Das war mitten in einer Zeit, als sich die Investmentbanken wegen ihrer Bonuspolitik vor allem in Großbritannien, aber auch hierzulande heftige Kritik aus der Bevölkerung und anschließend auch von der Politik gefallen lassen mussten. Gut ein Jahr später wurde dem früheren Chef der Royal Bank of Scotland, Fred Goodwin, wegen seiner zweifelhaften Rolle während der Finanzkrise die ihm einst mit allen Ehren verliehene Ritterwürde wieder aberkannt. Eine  öffentliche Demütigung, wie sie sonst nur Schwerverbrechern zuteilwird – zuletzt (2008) war der Adelstitel Robert Mugabe, dem Despoten von Zimbabwe, entzogen worden.</p>
<p>Aber Stephen Hester, den derzeitigen Vorstandschef der zwangsweise verstaatlichten Royal Bank of Scotland, hat es ebenfalls erwischt. So musste er vor kurzem, nach tagelangem Druck der Öffentlichkeit und genötigt von Politikern, Gewerkschaftern und Medien, seinen umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro schweren Bonus in Aktien wieder zurückgeben.</p>
<p>Und auch der frühere Präsident der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand, versuchte vergeblich,  <em>business as usual</em> zu mimen und einfach weiterzumachen, nachdem das unglückliche Timing der Währungsgeschäfte seiner Frau bekannt geworden war: Doch der öffentliche Zorn wollte einfach nicht schwinden.</p>
<p>Mitte Dezember 2011 geriet dann auch der am vergangenen Freitag zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff zum ersten Mal im Zusammenhang mit einem Hauskredit in die Schlagzeilen. Was daraufhin folgte, ist allseits bekannt. Teils unter kräftiger Mitwirkung der Medien gelangten fast schon mit einer gewissen Regelmäßigkeit kleinere oder größere Geschichten aus seiner früheren Amtszeit als Ministerpräsident von Niedersachsen ans Licht der Öffentlichkeit, in denen dieser immer wieder der Vorteilsnahme und Unaufrichtigkeit verdächtigt und als kleinlicher Schnäppchenjäger beschrieben wurde. Ob er dabei tatsächlich im juristischen Sinne gefehlt hatte, diesen Beweis blieben die <em>whistleblower</em> allerdings oftmals schuldig. Selbst die nunmehr in der Causa Wulff ermittelnde Staatsanwaltschaft legt größten Wert auf die Unschuldsvermutung, die auch für den Ex-Präsidenten gelten müsse.</p>
<p>Was haben all diese Geschichten gemeinsam? Zunächst fällt auf, dass sich die Menschen offenbar weder an millionenschwere Banker-Boni gewöhnen wollen noch an die Gefälligkeiten, die der Bundespräsident willig entgegennahm. Verglichen mit der Berichterstattung zu diesen Themen sind  die Naturkatastrophen in Thailand, Haiti und Japan, die das Schicksal tausender und abertausender Menschen betroffen haben, wesentlich schneller aus den Schlagzeilen verschwunden. Natürlich könnte man gerade im Falle Wulffs einwenden, die Medien hätten mit ihrer scheibchenweise erfolgten Veröffentlichung von in ihrer Schwere ganz unterschiedlichen Vorwürfen ja quasi selbst dafür gesorgt, dass keine Abstumpfung bei der Bevölkerung eintreten konnte. Mit anderen Worten: Der Adaptionsprozess der öffentlichen Meinung wurde durch überraschende und immer wieder verschieden gravierende neue Erkenntnisse zu Wulffs Amtsführung empfindlich gestört<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a>. Doch lässt sich dagegen sofort einwenden, dass die Medien mit Ausdauer eben nur darüber berichten, was vom interessierten Publikum auch nachgefragt wird.</p>
<p>Es muss sich also noch etwas geändert haben. Denn in früheren Zeiten hätte man sich wohl kaum jahrelang über die überzogene Bezahlung von Investmentbankern aufgeregt. So hatte noch der Banker Bob Diamond irrtümlicherweise angenommen, die Banken würden ihre Schuld wie in früheren Zeiten schon bald wieder abstreifen können. Auch Bagatellen wie Wulffs Hauskredit oder seine Probefahrt mit einem neuen Auto-Modell wären früher vermutlich schnell in Vergessenheit geraten. Ich kann mich an Verfehlungen und Skandale hochrangiger deutscher Persönlichkeiten und Ministerpräsidenten erinnern, die weitaus schwerer wogen; Politiker, die trotz alledem wieder zurückkamen und deren Altersversorgung nicht wie jetzt bei Wulff zur Disposition stand.</p>
<p>Offenbar hat die Gesellschaft ihr Verhalten insbesondere gegenüber denjenigen geändert, die dem obersten Ein-Prozent-Segment innerhalb der Einkommensverteilung angehören. Diese Gruppe scheint seit Entstehen der Occupy-Bewegung unter besonderer Beobachtung zu stehen. Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, wo binnen kürzester Zeit Menschen im Extremfall geradezu „hingerichtet“ werden können. Und weil dieses „alleroberste Prozent“ nach allgemeinem Verständnis als das Resultat einer ungerechten Verteilung der Einkommen gilt, ist man offenbar nicht mehr bereit, auch noch die kleinsten Verfehlungen dieser Leute hinzunehmen. Sie sind es, denen man nicht mehr vergibt.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. Im Zusammenhang mit unterbrochenen Gewöhnungsprozessen auch Hsee, Christopher K., (2008): <em>Two Recommendations on the Pursuit of </em></span></span><a href="http://www.blognition.de/tag/happiness"><em><span style="color: #0000ff; font-family: Calibri; font-size: x-small;">Happiness</span></em></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;">, Journal of Legal Studies vol. 37</span></span></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/denen-man-nicht-mehr-vergibt/">Denen man nicht mehr vergibt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Jenseits von Gut und Böse: In der Shoppingfalle</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/jenseits-von-gut-und-bose-in-der-shoppingfalle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 08:23:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Besitztumseffekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Voller guter Vorsätze für das neue Jahr bemühte ich mich schon an Weihnachten auf den Cross-Trainer im Fitnessstudio. Auf einem der acht Bildschirme vor mir flimmerte gerade &#8222;n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht&#8220;. Da kann ich einfach nicht abschalten, auch wenn die herzliche Begrüßung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ sicherlich nicht an mich gerichtet ist. Aber [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Voller guter Vorsätze für das neue Jahr bemühte ich mich schon an Weihnachten auf den Cross-Trainer im Fitnessstudio. Auf einem der acht Bildschirme vor mir flimmerte gerade &#8222;n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht&#8220;. Da kann ich einfach nicht abschalten, auch wenn die herzliche Begrüßung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ sicherlich nicht an mich gerichtet ist.<span id="more-3057"></span> Aber das, was ich dort präsentiert bekomme, weckt ganz widersprüchliche Gefühle in mir: etwas wie „schwermütigen Neid und ein ganz klein wenig Verachtung“. So jedenfalls hat Thomas Mann einmal treffend die Empfindung von Ambivalenz beschrieben. Ich hatte wohl etwas zu spät eingeschaltet, denn den Weihnachtsbaum für 15.000 Euro hatte ich bereits verpasst. Auch dem Beitrag über den Amor für Multimillionäre, den Heiratsvermittler, der sich um die Eheanbahnung zwischen zwei Vermögen bemüht, habe ich nur mit halbem Ohr gelauscht. Reich und allein, das war schließlich nicht mein Problem. Auch brauche ich keine mit Nerzteilen bestückten Christbaumkugeln, wie jene Geschäftsfrau, deren Weihnachtsbaum in einer Hotelsuite gerade noch rechtzeitig vor der Bescherung geschmückt werden konnte. „Jetzt muss sie sich nur noch in Weihnachtsstimmung bringen“, empfahl eine wohlwollende Stimme aus dem Off der erfolgreichen Unternehmerin, die da alleine auf ihrem Sessel thronte und den pelzbewehrten Baum anstarrte. Ich hoffe, das ist ihr dann gelungen.</p>
<p>Richtig interessant wurde es aus Behavioral-Economics-Sicht eigentlich erst, als die Shopping-Beraterin Barbara Wilcke-Schröder vorgestellt wurde. Die ist so etwas wie das Gegenteil einer Schnäppchenjägerin, denn Frau Wilcke-Schröder weiß, wo es für anspruchsvolle Kunden die besten und teuersten Weihnachtsgeschenke zu kaufen gibt. So trifft sie zum Beispiel schon einmal im Voraus für die gestresste Klientin eine Auswahl möglicher Bekleidungsstücke und präsentiert ihr diese in einem fast privat wirkenden Ambiente abseits vom hektischen Trubel in Kaufhäusern und Boutiquen. Zum Abschluss, bei einem Glase prickelnden Rosé-Champagners, legt sie der Luxus-Kundin dann noch, nur mal so zum Anfühlen, eine 20.000 Euro teure Armbanduhr aufs Handgelenk, aber die Dame bleibt merkwürdig zurückhaltend, will oder kann sich nicht so recht entscheiden, ob sie dieses Kleinod ihrer großen Schmucksammlung nun noch hinzufügen soll oder nicht. Doch da bedient sich die leicht düpiert wirkende Verkäuferin eines weiteren Verkäufer-Tricks: Sie bietet die kostbare Uhr für 14 Tage zum Probetragen an. Die Kundin, doch eigentlich an allerlei Vorzugsbehandlung gewöhnt, scheint fassungslos im Angesicht so freundlichem Entgegenkommens: „Dass so etwas möglich ist“, stammelt sie überwältigt nicht ahnend, dass sie soeben dem so genannten „Besitztumseffekt“ auf den Leim gegangen ist. Weil die Inbesitznahme der Armbanduhr wie ein Gewinn und deren Rückgabe nach zwei Wochen wie ein Verlust und damit deutlich schwerer wahrgenommen wird, steigen die Chancen auf einen Erwerb der Pretiose ob dieser Dissonanz dramatisch an.</p>
<p>Was bei Superreichen funktioniert, macht auch vor Normalbürgern nicht Halt – auch Letzterer wird natürlich immer wieder (Shopping-) Opfer des Besitztumseffekts, vermutlich jedoch nicht bei astronomischen Beträgen, die außerhalb seines Vermögenshorizonts liegen. Denn auch nach zwei Wochen wird er sich kaum an den Gedanken gewöhnen können, einfach mal 20.000 EUR für eine Uhr aufzuwenden. Die Uhr am Ende wieder herzugeben, würde bei Weitem nicht so schwer wiegen wie der Verlust von 20.000 EUR seines Ersparten. Doch handelt es sich nur um eine 200 EUR teure Uhr, hilft bei solch findigen Verkaufsstrategien auch dem Normalo nur noch eines: kaufen.</p>
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		<title>2011 im Stresstest – ein alternativloser Blick zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 07:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Schuldenkrise]]></category>
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		<category><![CDATA[SNB]]></category>
		<category><![CDATA[Sunk Cost Effect]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter psychologischen Gesichtspunkten sind im Jahr 2011 zwei Aspekte besonders hervorgetreten. Zum einen ist dies der so genannte Sunk-Cost-Effekt[i],  dem vor allem  Politiker erlegen waren. Diese haben es nämlich fertiggebracht, im Verlauf der EU-Schuldenkrise immer höhere (Eventual)verluste und Risiken einzugehen. Und wenn man gar bedenkt, dass der erste Rettungsschirm im Januar dieses Jahres noch ein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2011-im-stresstest-ein-alternativloser-blick-zuruck/">2011 im Stresstest – ein alternativloser Blick zurück</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter psychologischen Gesichtspunkten sind im Jahr 2011 zwei Aspekte besonders hervorgetreten. Zum einen ist dies der so genannte Sunk-Cost-Effekt<a title="" href="#_edn1">[i]</a>,  dem vor allem  Politiker erlegen waren. Diese haben es nämlich fertiggebracht, im Verlauf der EU-Schuldenkrise <span id="more-3011"></span>immer höhere (Eventual)verluste und Risiken einzugehen. Und wenn man gar bedenkt, dass der erste Rettungsschirm im Januar dieses Jahres noch ein Volumen von 620 Milliarden Euro umfasste, welches dann aber in der Summe aller Rettungsschirme bis heute auf mehr als 1.800 Milliarden Euro  angeschwollen ist, dann könnte man sogar von einem eskalierten Commitment sprechen.</p>
<p>Der zweite wichtige psychologische Aspekt, mit dem sich die Akteure konfrontiert sahen, waren Gewöhnungsprozesse, die dazu führten, dass sich längst nicht jede negative Botschaft aus der Eurozone in den Marktpreisen niedergeschlagen hat. Man denke nur einmal an den Euro, der gegenüber dem US-Dollar gerade einmal wieder auf das Niveau vom Jahresanfang (1,33 USD) gefallen ist &#8211; unterjährig hatte er sogar bis 1,50 USD zulegen können. Kurz gesagt: Die Akteure haben sich phasenweise relativ schnell an schlechte Nachrichten gewöhnt und diese zumindest vordergründig manchmal sogar ignoriert. Leider ließ sich aber auch beobachten, dass sich die Marktteilnehmer auch an Gutes – und das meist noch schneller als an Schlechtes – adaptierten. Man denke nur an die diversen EU-Gipfel, die manchmal durchaus auch positive Überraschungen mit sich brachten, die aber dennoch innerhalb kürzester Zeit vor allen Dingen von den Kommentatoren zerredet wurden. Anders ausgedrückt: Gute Nachrichten hatten im Jahresverlauf für die Marktteilnehmer eine abnehmende Halbwertszeit.</p>
<p>Immerhin hat es der Begriff &#8222;Stresstest&#8220; zum Wort des Jahres gebracht, während das Unwort 2011 noch nicht feststeht – wir erinnern uns: Für 2010 wurde im Januar das Wort „alternativlos“ für diesen Titel auserkoren. Nicht nur, weil es von deutschen Politikern, vor allem von der Kanzlerin, oft und gern benutzt wurde. Sondern vor allem, weil es so schamlos implizierte, dass es sich bei der jeweils getroffenen politischen Entscheidung im Rahmen der Euro-Krise um die einzig mögliche und einzig richtige gehandelt habe. Dass sich viele Maßnahmen ex post dann doch als korrekturbedürftig herausstellten, wurde nicht einmal bedauert und tat dem weiteren Gebrauch dieses Wortes keinen Abbruch.</p>
<p>Bei unserer Hitliste der am meisten gelesenen Blog-Beiträge des Jahres lag interessanterweise ein Währungsthema auf Platz fünf. Denn<a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall" target="_blank"> &#8222;Ein schwerer Sündenfall&#8220;</a> bezog sich auf die Ankündigung der schweizerischen Notenbank (SNB), den Euro, sofern er auf den Kurs von 1,20 CHF zurückfiele, unbegrenzt aufkaufen zu wollen. Natürlich standen auch bei Blognition die Euro-Krise und ihre möglichen Folgen im Mittelpunkt. So etwa der Blog-Beitrag <a href="http://www.blognition.de/politik/euro-2-0%E2%80%93wenn-der-neue-euro-kommt" target="_blank">&#8222;Euro 2.0 – wenn der neue Euro kommt&#8220;</a>, der auf Platz vier landete. Auch das Thema Währungsreform als <em>worst case</em> der Euro-Krise beschäftigte unsere Leser so sehr, dass der Artikel <a href="http://www.blognition.de/politik/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform" target="_blank">&#8222;Von der Euro-Krise zur Währungsreform&#8220;</a> als erster Teil einer Trilogie auf Platz drei landete. Reges Interesse weckte außerdem die US-Schuldenkrise. So wurde der Beitrag <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/us-pleite-ware-supernova" target="_blank">&#8222;US-Pleite wäre Supernova&#8220;</a> erst kurz vor Redaktionsschluss vom ersten Platz verdrängt. Diesen nimmt im Jahr 2011 nunmehr ein Beitrag ein, der anscheinend bei vielen Lesern Wehmut weckte, denn sein Titel lautete: <a href="http://www.blognition.de/politik/d-mark-fur-deutschland" target="_blank">&#8222;D-Mark für Deutschland&#8220;</a>.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="#_ednref1">[i]</a> Darunter versteht man die Tendenz, Verlustengagements unter erhöhtem Einsatz fortzusetzen, weil man bisherige Verluste (versunkene Kosten) einer Fehlentscheidung wieder wettmachen möchte</p>
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