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	<title>abnehmende Sensitivität Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Auf der Suche nach mehr positiven Meldungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2020 05:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Windfall-Profit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist immer schön, wenn sich die Akteure an den Finanzmärkten weitgehend einig sind wie am gestrigen Handelstag. Denn dieser kann getrost als „Versuch einer Verarbeitung“ der heftigen Ereignisse an den globalen Aktienmärkten verbucht werden, die im November bislang etwa 10 Prozent an Wert gewonnen hatten. Etwa die Hälfte davon entstand allein am vergangenen Montag, als die BioNTech/Pfizer-Meldung und der damit verbundene Impfstoff-Optimismus vor allem die Aktienmärkte...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>805)</strong>             Es ist immer schön, wenn sich die Akteure an den Finanzmärkten weitgehend einig sind wie am gestrigen Handelstag. Denn dieser kann getrost als „Versuch einer Verarbeitung“ der heftigen Ereignisse an den globalen Aktienmärkten verbucht werden, die im November bislang etwa 10 Prozent an Wert gewonnen hatten. Etwa die Hälfte davon entstand allein am vergangenen Montag, als die BioNTech/Pfizer-Meldung und der damit verbundene Impfstoff-Optimismus vor allem die Aktienmärkte mit einer Welle der Euphorie überrollte.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12731" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/13112020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/13112020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/13112020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Abnehmende Sensitivität bei positiven Nachrichten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun wäre es wirklich vermessen gewesen, weitere starke Aufwärtsbewegungen zu erwarten. Denn hierfür hätte es höchstwahrscheinlich zusätzlicher Super-Meldungen bedurft, die wohl kaum das Zeug dazu gehabt hätten, die Impfstoff-Nachrichten vom Montag deutlich zu toppen. Das aber wäre die Bedingung gewesen, um der Aktienrallye einen weiteren Impuls zu verleihen. Stattdessen waren die Akteure vermutlich halbwegs froh, dass sie die Zeit hatten, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Und so mussten etwa die allerersten vorsichtigen Anzeichen einer Verbesserung bei der Corona-Infektionssituation in Europa im Tagesgeschäft untergehen – sie wurden einfach nicht gebührend wahrgenommen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Große Gewinnmitnahmen bleiben bislang aus</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings sollte es nicht erstaunen, dass etwa der DAX-Rücksetzer hierzulande nicht gerade riesig ausgefallen ist. Gerne werden dafür Gewinnmitnahmen verantwortlich gemacht, aber ich habe den Eindruck, dass sich die Profite infolge der Montags-Euphorie vielerorts in Grenzen gehalten haben. Und wenn sie entstanden sind, dann möglicherweise sogar eher zufällig. Man könnte auch von sogenannten Windfall-Profits sprechen. Mit diesen gehen die Akteure naturgemäß etwas risikofreudiger um als mit „normalen“ Gewinnen, die man normalerweise gerne schnell realisiert. Kurzum: Gemessen am Kursanstieg seit Anfang November verdient der vorsichtige Rücksetzer von Dienstag bis zum gestrigen Handelsschluss nicht einmal das Prädikat einer technischen Korrektur.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro versuchte unterdessen gestern, gegenüber dem US-Dollar etwas Boden gutzumachen, was auch zeitweise gelang. Aber die Handelsspanne von 0,6 Prozent und der übersichtliche Tagesgewinn von rd. 30 Stellen waren nicht dazu geeignet, von einem positiven Impuls für die Gemeinschaftswährung zu sprechen. Denn diese befindet sich immer noch innerhalb einer Seitwärtsentwicklung. An dieser relativ ausgewogenen Situation dürfte sich auch nichts ändern, solange sich der Euro oberhalb von <strong>1,1735</strong> bewegt. Darunter würden die Bären allerdings zunehmend die Oberhand gewinnen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Vertane Chance</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/vertane-chance/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2020 15:27:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsreduzierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Blick auf die vergangene Handelswoche kann man sagen, dass der Euro eine gute Chance vergeben hat, sich aus der anhaltenden Seitwärtsentwicklung während der letzten Zeit zu befreien. Zwar können wir für die Gemeinschaftswährung den höchsten Wochengewinn seit gut einem Monat verzeichnen. Aber dieser Zugewinn beträgt nur noch die Hälfte des rund 1,1prozentigen Aufwärtsimpulses, den der Euro zwischenzeitlich erreicht hatte. Ein Impuls, der einige Kommentatoren immerhin dazu veranlasst hatte...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/vertane-chance/">Vertane Chance</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1300)</strong>             Mit Blick auf die vergangene Handelswoche kann man sagen, dass der Euro eine gute Chance vergeben hat, sich aus der anhaltenden Seitwärtsentwicklung während der letzten Zeit zu befreien. Zwar können wir für die Gemeinschaftswährung den höchsten Wochengewinn seit gut einem Monat verzeichnen. Aber dieser Zugewinn beträgt nur noch die Hälfte des rund 1,1prozentigen Aufwärtsimpulses, den der Euro zwischenzeitlich erreicht hatte. Ein Impuls, der einige Kommentatoren immerhin dazu veranlasst hatte (ich berichtete darüber am vergangenen Freitag <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/07/10/ist-der-euro-wirklich-bullish/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></span></strong>), über einen baldigen Aufwärtstrend nachzudenken.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12258" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/13072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/13072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/13072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risikofreude – aber eher in den USA</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein bisschen Euro-Stärke hat in der vergangenen Woche auf der anderen Seite spiegelbildlich auch ein wenig Dollarschwäche bedeutet. Im gleichen Zuge waren naturgemäß auch die Stimmen derjenigen Kommentatoren zu vernehmen, die diese leichte Dollarschwäche mit einer gestiegenen Risikofreude und verstärkten Hoffnung auf die Entwicklung von Covid-19-Medikamenten begründeten. Das mag für die US-Aktienmärkte gelten, die die abgelaufene Handelswoche mit einem leichten Plus beendeten – genauso wie der hiesige DAX. Für die Aktien der Eurozone insgesamt, gemessen am EURO STOXX 50, gilt dies allerdings nicht. Der Index befand sich bei Handelsschluss in etwa auf dem Niveau wie zum selben Zeitpunkt in der Vorwoche.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zunehmend immun gegen Infektionsrekorde</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die vergangene Woche hat einmal mehr gezeigt, dass die Aktienmärkte immer weniger auf neue Covid-19-Infektionsrekorde in Arizona, Texas, Kalifornien oder anderen US-Bundesstaaten reagieren. Dabei lässt sich beobachten, dass sich die Teilnehmer an den Finanzmärkten umso unbeeindruckter von den in den Online-Medien teilweise hochgespielten Rekordzahlen zeigten, je weiter entfernt sie sich von den Infektionsherden entfernt befanden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zudem wird nicht nur von Finanzmarktanalysten auf Studien verwiesen, wonach der Anteil der tödlich endenden Covid-19-Infektionen im Vergleich zur ersten Corona-Welle deutlich gesunken ist. Allerdings mag diese optimistische Sichtweise zu simpel sein. Denn es gibt auf der Skala zwischen einer symptomlosen und einer tödlich verlaufenden Covid-19-Infektion viele Ausprägungsmöglichkeiten. Ganz zu schweigen von den Spätfolgen einer Corona-Erkrankung, über die noch nicht allzu viel bekannt ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Mittelfristig immer noch pessimistisch</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zwar mag zur Zeit der Optimismus bei den Akteuren an den Finanzmärkten immer mal wieder kurz aufflammen, zusätzlich befeuert durch positive Überraschungen beim Bekanntwerden neuer ökonomischer Daten, so gibt es trotzdem, vor allem unter den hiesigen mittelfristigen orientierten Investoren, noch genügend Pessimisten. Dies vermittelt etwa die Umfrage der Börse Frankfurt vom vergangenen Mittwoch, die ich <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/58afca88-314e-42af-b304-3a0be5184348" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> kommentiert hatte. In den USA zeigte jedoch die Sentiment-Erhebung der AAII (American Association of Individual Investors) per 8. Juli<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span style="color: #000000;">[1</span>]</a> einen reduzierten Pessimismus als Spiegel verringerter bearisher Engagements.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat der Euro am Freitag seinen Stabilitätspunkt bei <strong>1,1250</strong> an der Unterseite getestet – dieses Niveau muss gehalten werden, damit die Gemeinschaftswährung ihre kurzfristige Stabilität innerhalb der Seitwärtsentwicklung beibehalten kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a><span style="color: #000000;"> Vgl. <a style="color: #000000;" href="https://www.aaii.com/sentimentsurvey">https://www.aaii.com/sentimentsurvey</a></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/vertane-chance/">Vertane Chance</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Dogville</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2014 19:51:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiebung von Referenzpunkten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise gebe ich nicht gerne Tipps, aber mein jüngster Besuch im Frankfurter Schauspielhaus erwies sich als Volltreffer. Dort wurde nämlich Dogville von Lars von Trier aufgeführt, ein Drama, das ich schon einmal als großartigen Film vor einigen Jahren bei einem Kinobesuch sehen durfte. Und wer Zeit hat, Dogville, den Ort von Rechtschaffenheit und Hilfsbereitschaft einmal [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/dogville/">Dogville</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise gebe ich nicht gerne Tipps, aber mein jüngster Besuch im Frankfurter Schauspielhaus erwies sich als Volltreffer. Dort wurde nämlich Dogville von Lars von Trier aufgeführt, ein Drama, das ich schon einmal als großartigen Film vor einigen Jahren bei einem Kinobesuch sehen durfte. Und wer Zeit hat, Dogville, den Ort von Rechtschaffenheit und Hilfsbereitschaft einmal live zu erleben, sollte sich schnellstens einen Platz für eine der verbliebenen Veranstaltungen sichern.</p>
<p>In Dogville wird nämlich gezeigt, wie eine schöne Heldin (im Film gespielt von Nicole Kidman) namens Grace Schritt für Schritt ihre Persönlichkeit zu Gunsten der Bewohner eines Dorfes aufgibt, das sich permanent „moralisch aufrüsten“ muss. Und wenn man das erste und das siebte Kapitel der berühmten Verfilmung, miteinander vergleicht, hält man es kaum für möglich, wie Menschen einen anderen innerhalb von fünf Akten auf grausamste und unerträgliche Weise unterwerfen können.</p>
<p>Dieser erste Film aus von Triers Trilogie <em>USA – Land der Möglichkeiten </em>wurde von US-Kritikern als sinnloser und ignoranter Antiamerikanismus abgetan, was jedoch am Kern der Sache vorbeigeht. Denn eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses philosophischen Dramas besteht nämlich darin, wie sich Menschen peu à peu an immer stärkere Grausamkeiten <em>gewöhnen</em> können, während die Selbstwahrnehmung der moralischen Integrität intakt bleibt &#8211; ein Klassiker übrigens für die &#8222;Abteilung&#8220; Behavioral Ethics. Anders ausgedrückt: Eine kaum wahrnehmbare Verschiebung von Referenzpunkten kann mit der Zeit zu massiven Verhaltensänderungen führen.</p>
<p>Weniger um Ethik, aber dafür um Finanzmärkte, geht es in einem anderen „Filmchen“, dem allmonatlichen Interview zur Stimmungslage beim DAX, dass Viola Grebe vom Deutschen Anlegerfernsehen (DAF) heute (<a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-markt-hat-noch-luft-nach-oben-50169439.html"><strong>hier</strong></a>) mit mir führte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/dogville/">Dogville</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2013 07:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Normen]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. Später [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich kleine Verfehlungen mit der Zeit zu großen Sünden auswachsen können, ohne dass das schlechte Gewissen der Betroffenen im selben Umfang mitwächst, zeigte sich am Ende meines dritten Blogs zum Kulturwandel und der neuen  Behavioral Ethics. Am Anfang war es doch nur ein Kugelschreiber, der aus dem Büro mit nach Hause genommen wurde. <span id="more-6493"></span>Später wird erst die Reisekostenabrechnung, dann die Steuererklärung zum eigenen Vorteil „frisiert“. Ein kleiner Versicherungsbetrug wiegt schließlich moralisch auch nicht mehr so richtig schwer, selbst beim „Incentive“-Besuch, zu dem der Chef in einen osteuropäischen Puff geladen hat, melden sich keine Skrupel. Dabei handelt es sich nicht einmal in allen Fällen um gesetzlich strafbare Vergehen. Im Nachhinein kann man das ja auch alles rechtfertigen und relativieren: Der Verlust eines Kugelschreibers wird dem Arbeitgeber kein Loch in die Bilanz reißen, und mit der leicht veränderten Reisekostenabrechnung wolle man sich ja nur zurückholen, was man dem Chef an unbezahlten Überstunden geschenkt habe. Und mogeln andere nicht auch beim selbstverursachten Haftpflichtschaden?</p>
<p>Bei vielen Sündern handelt es sich nicht immer um von Grund auf schlechte oder unehrliche Menschen. Häufig haben sie aber jede Tuchfühlung mit den gesellschaftlichen Normen verloren, schon weil in den Kreisen, in denen sie verkehren, weniger strenge oder sogar andere Normen gelten. (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/politik/zweierlei-moral/">vgl. auch Blogbeitrag von Herman Brodie</a></span>).</p>
<p>Genauso muss man sich die Frage stellen, wie es möglich sein kann, dass sich Menschen in einem Bereich ihres Lebens moralisch einwandfrei verhalten und sogar mit ihrem Geld großzügig soziale Einrichtungen unterstützen, während sie eine zweite Existenz in einer anderen Welt führen, wo sie dann in großem Stile Steuern hinterziehen? Wie kann es sein, dass ein fürsorglicher Familienvater seinen Kindern Respekt und Rücksichtnahme predigt, um nur wenige Stunden später kaltblütig einen langjährigen Mitarbeiter zu feuern?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Keine gespaltenen Persönlichkeiten</b></p>
<p>Man muss nicht an Schizophrenie leiden, um zu derartig widersprüchlichen Verhalten fähig zu sein. Vielmehr bieten die Erkenntnisse der Behavioral Economics eine plausible und nicht pathologische Erklärung für dieses Phänomen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Genau wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern <b>relativ</b> zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit „Gut“ und „Böse“ (vgl. auch Beitrag zum <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-ethics/kulturwandel-teil-3-behavioral-ethics-als-loesung/">Kulturwandel Teil 3</a>). Tatsächlich geht es vor allem darum, „besser“ oder „schlechter“ im Vergleich zu anderen zu sein. Und so wie Gewinne und Verluste, mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen werden, ergeht es auch dem Guten und Schlechten. Der erste Ladendiebstahl lastet demnach schwerer auf dem Gewissen als der siebte. Und auch das Hochgefühl, das sich beim „Sozialen Tag“ eingestellt hatte, als man im Auftrag des Arbeitgebers Suppen in einer Armenküche austeilen sollte, schwindet mehr und mehr, je öfter der Chef einen zu diesem Engagement verpflichtet. Zudem unterliegt der Referenzpunkt, die Trennlinie zwischen Gut und Böse, auch noch Veränderungen, besonders in Folge von Gewöhnungseffekten.</p>
<p>Ethik kommt vornehmlich dann ins Spiel, wenn Verluste entstanden sind, weil jemandes Verhalten unter dem Standard der sozialen Normen liegt. Um solche Situationen zu vermeiden, genügt es jedoch nicht, sich auf Regeln und Regulierungen zu verlassen. Vielmehr müssen wir erkennen, dass es keine absolute Moral und keine ethisch völlig korrekte Menschen gibt. Und verstehen, warum Menschen unter bestimmten Bedingungen Dinge tun, die sie selbst nie für möglich gehalten hätten. Situationsabhängige Einflussfaktoren, die schleichende Veränderung von Normen, manchmal alleine durch Fortschreiten der Zeit, haben leider das Zeug, uns alle zu korrumpieren.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Genauso wie es in der verhaltensorientierten Ökonomie die mentale Kontoführung gibt, wonach Menschen für jede ihrer Entscheidungen im Kopf ein eigenes Konto führen, gilt dies auch für den ethischen Aspekt von Entscheidungen<i>. </i></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/am-anfang-war-der-kugelschreiber-kulturwandel-teil-4/">Am Anfang war der Kugelschreiber (Kulturwandel und Behavioral Ethics Teil 4)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Behavioral Training</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-training/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jan 2013 06:44:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Cross-Trainer]]></category>
		<category><![CDATA[Framing]]></category>
		<category><![CDATA[Prospect Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dreimal pro Woche gehe ich ins Sportstudio. Und das schon seit etlichen Jahren. Daher werde ich immer wieder einmal gefragt, ob ich das, was ich dort an einem so genannten Cross-Trainer vollbringe – es handelt sich in der Regel um ein 45minütiges Training – nicht allmählich als langweilig empfände. Gott sei Dank könne man ja [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-training/">Behavioral Training</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dreimal pro Woche gehe ich ins Sportstudio. Und das schon seit etlichen Jahren. Daher werde ich immer wieder einmal gefragt, ob ich das, was ich dort an einem so genannten Cross-Trainer vollbringe – es handelt sich in der Regel um ein 45minütiges Training – nicht allmählich als langweilig empfände. Gott sei Dank <span id="more-5658"></span>könne man ja dabei fernsehen, wiegele ich dann meistens ab. Aber es gibt dennoch durchaus Tage, an denen das Training richtig ätzend sein kann. Und dann blicke ich doch recht häufig auf die Uhr, wann das Ganze endlich überstanden ist und ich verschwitzt, aber mit gutem Gewissen vom Gerät wieder absteigen kann.</p>
<p>Unlängst hatte ich während der Weihnachtsferien in Norddeutschland auch das dortige Sportstudio  aufgesucht, welches sich, wohl in bewusster Abgrenzung zur rauen Landschaft Schleswig-Holsteins, „California-Club“ nennt. Dort hängen nicht wie in Frankfurt acht Bildschirme an der Hallendecke, von denen ganz verschiedene Programme flimmern. Vielmehrt gibt es nur einen Fernseher und damit auch nur einen Sender. Dafür handelt es sich bei den Cross-Trainern um hochwertige Maschinen der Firma precor, ausgestattet mit einer Uhr der besonderen Art. Auf ihr sieht man nämlich nicht wie sonst üblich nur die bereits absolvierte Trainingszeit, sondern man kann sich stattdessen auch die noch verbleibende Zeit bis zum Erreichen des Trainingsziels anzeigen lassen. Eine tolle Idee, denn oft kommt es mir geradezu endlos vor, bis 45 Minuten verstrichen sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Nur eine Frage der Präsentation (Framing)</b></p>
<p>Aber da ich mittlerweile immer mehr versuche, mein Leben verhaltensökonomisch so angenehm wie möglich zu gestalten, setzte ich die Umschaltmöglichkeit zwischen verstrichener und noch zu absolvierender Zeit ganz gezielt bei meinem Training ein. Denn eine Uhr, die ausgehend vom Bezugspunkt 0 nur das bereits abgeleistete Training misst, hat den gravierenden Nachteil, dass jeder Trainingsfortschritt mental zwar als Gewinn, aber (gemäß der Prospect Theorie der Psychologen Kahneman &amp; Tversky) leider gleichzeitig auch mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen wird.</p>
<p>Andererseits würde eine Uhr, die nur die noch abzuleistende Zeit anzeigt und deren Anzeige sich demzufolge ausgehend von 45 Minuten in Richtung 0 bewegte, das Training mental im Verlustbereich starten lassen. Was zur Folge hätte, dass man sich zu Beginn so demotivierend weit vom Referenzpunkt „Ziel“ entfernt fühlt, dass man am liebsten gar nicht erst anfangen möchte. Doch je kleiner die Zahlen gegen Ende der Übung werden, desto besser, so meine Erfahrung im Selbstversuch, fühlte ich mich im Gegensatz zu früher, weil ich jede verbleibende Minute mit wachsender Sensitivität wahrnahm.</p>
<p>Die Konsequenz für mich lautete also, mit dem Modus „Verstrichene Zeit“ das Training zu beginnen und es im umgekehrten Modus „Verbleibende Zeit“ zu beenden. Doch wann sollte ich umschalten? Um den besten Effekt zu erzielen, nahm ich wiederum die Erkenntnisse der Prospect Theorie zu Hilfe, wonach Menschen Verluste etwa doppelt so stark wie Gewinne in gleicher Höhe bewerten. Und da ich im Modus „Verbleibende Zeit“ quasi Verluste wettmache und die „Gewinne“ der „Verstrichenen“ Trainingszeit auch noch mit abnehmender Sensitivität wahrnehme, bietet es sich an, im ersten Modus doppelt so viel Zeit zu verbringen wie im zweiten. Um also 45 Minuten Trainingszeit psychologisch optimal einzuteilen, sollte man sich von der Uhr während der ersten 15 Minuten die verstrichene und für die übrigen 30 Minuten die verbleibende Zeit anzeigen lassen.</p>
<p>Bei so viel Motivation braucht man wahrscheinlich kein TV-Programm zur Ablenkung mehr.</p>
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		<title>Spanische Eröffnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Aug 2012 05:43:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es also heraus: Spaniens Regierung braucht offenbar gar nicht die 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer maroden Banken, die ihnen die Euro-Retter bereits in Aussicht gestellt hatten. 60 Milliarden seien genug, hat Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach Angaben der International Herald Tribune[1] erklärt. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Spaniens Bankensituation [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es also heraus: Spaniens Regierung braucht offenbar gar nicht die 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer maroden Banken, die ihnen die Euro-Retter bereits in Aussicht gestellt hatten. 60 Milliarden seien genug, hat Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach Angaben der International Herald Tribune<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> erklärt. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Spaniens Bankensituation tatsächlich zum Guten gewendet hat. Aber eben auch nicht zum Schlechten. Wie ich bereits Mitte Juni in meinem Blogbeitrag <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/gut-verkauftes-defizit/">Gut verkauftes Defizit </a> gemutmaßt hatte, war der angeblich benötigte Hilfsbetrag von 100 Milliarden Euro ohnehin viel zu hoch gegriffen. So hatte seinerzeit der IWF einen deutlich niedrigeren Betrag veranschlagt. Die Schätzungen lagen damals zwischen 40 und 80 Milliarden Euro, und der jetzt ermittelte Betrag befindet sich, oh Wunder, genau in der Mitte dieser Bandbreite, die allerdings von den meisten Menschen schon längst vergessen worden sein dürfte. Was jetzt für die Wahrnehmung zählt, ist einzig und allein der leicht zu vergegenwärtigende Referenzpunkt der ursprünglich verlautbarten 100 Milliarden Euro. Dagegen sieht ein Hilfsvolumen von „nur“ 60 Milliarden mental zwar immer noch wie ein Verlust aus, der gleichzeitig aber viel geringerer als erwartet ausgefallen ist. Mithin könnte man auch von einem relativen Gewinn sprechen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Cleverer Schachzug</strong></p>
<p>Ein cleverer Schachzug für die Öffentlichkeit also. 60, 80 oder 100 Milliarden: Diese Summen sind so unvorstellbar groß, dass die meisten ohnehin keinen großen Unterschied mehr zwischen diesen Beträgen machen würden. Wohl aber hätten alle erschrocken reagiert, wenn der Betrag zur Rettung spanischer Banken von den Offiziellen womöglich nachträglich noch einmal hätte aufgestockt werden müssen, weil er ursprünglich zu niedrig angesetzt worden war. Das hätten wir in unserer Wahrnehmung wie zwei separate Verluste erlebt. So aber haben wir alle das gute Gefühl, dass es nicht so schlimm gekommen ist, wie wir befürchtet haben. Aber wir sollten uns dennoch darüber im Klaren sein, dass sich im Grunde an der bedenklichen Lage Spaniens rein gar nichts geändert hat.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p>[1] <a href="http://www.nytimes.com/2012/08/27/business/global/spain-expects-to-use-60-billion-of-100-billion-in-banking-rescue-funds.html?_r=1&amp;pagewanted=all">http://www.nytimes.com/2012/08/27/business/global/spain-expects-to-use-60-billion-of-100-billion-in-banking-rescue-funds.html?_r=1&amp;pagewanted=all</a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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		<title>Gut verkauftes Defizit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jun 2012 05:49:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sich Spanien am Samstag dem Druck der Euro-Staaten gebeugt hat und nun anscheinend Hilfskredite aus dem EFSF-Krisenfonds beantragen möchte, um seine Banken zu retten, dürfte wohl nur wenige Marktteilnehmer überrascht haben. Mich eingeschlossen. Denn im Grunde hatte sich dieser Schritt bereits am vergangenen Freitag angebahnt. Allein die Höhe des angekündigten Gesamtbedarfs von 100 Mrd. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich Spanien am Samstag dem Druck der Euro-Staaten gebeugt hat und nun anscheinend Hilfskredite aus dem EFSF-Krisenfonds beantragen möchte, <span id="more-4349"></span>um seine Banken zu retten, dürfte wohl nur wenige Marktteilnehmer überrascht haben. Mich eingeschlossen. Denn im Grunde hatte sich dieser Schritt bereits am vergangenen Freitag angebahnt. Allein die Höhe des angekündigten Gesamtbedarfs von 100 Mrd. EUR, der angeblich zur Rettung der taumelnden spanischen Banken benötigt wird, hat die bisherigen Schätzungen noch einmal an der Oberseite deutlich übertroffen. Ja, er scheint fast etwas übertrieben, wenn man etwa den bisherigen Schätzungen des IWF glaubt. Nein, es waren keine 40, keine 80 Mrd. EUR, sondern noch mehr. Und ganz unverblümt verkündet man auf offizieller Seite, mit der Summe von 100 Mrd. wolle man alle denkbaren Risiken abdecken. Das ist lobenswert. Wollen wir hoffen, dass da nicht noch ein paar schwarze Schwäne über die Biskaya fliegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abnehmende Sensitivität bei höherem Kreditbedarf</strong></p>
<p>Gleichwohl scheint man bei den Krisenländern, zumindest was die Außendarstellung betrifft, etwas aus der verhaltensorientierten Ökonomie gelernt zu haben. Denn statt wie sonst bei Verkündung hoher Verluste, vielleicht aus Angst vor einem drohenden Sturm der Entrüstung, eher tiefzustapeln und das Ausmaß des Defizits herunterzuspielen, statt zu knapp bemessene Rettungsschirme aufzuspannen, an die dann immer noch hier und da ein Kredit angeflickt werden muss, damit er ausreichend Schutz bietet, hat Spanien gleich richtig zugelangt und möglicherweise einen zu hohen Kreditbedarf angegeben. Denn es hätte für die öffentliche Wahrnehmung vermutlich sowieso keine Rolle mehr gespielt, ob man nun 80 oder 100 Mrd. EUR beantragt. Dazu haben wir uns alle schon viel zu sehr an diese astronomisch hohen Summen gewöhnt. Vielleicht wollte man sich auch das lästige Procedere ersparen, durch später notwendige „Korrekturen“ und neue Stresstests der Banken um mehr Geld bitten zu müssen, als man ursprünglich für erforderlich gehalten hatte. Denn jedes Nachbessern wäre in der Außenwirkung als weiterer Verlust empfunden worden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ende gut, alles gut à la Behavioral Finance</strong></p>
<p>Und wenn das Land am Ende für die Rettung seiner Banken weniger Geld benötigen sollte, folgt diesem ersten und einzigen Verlust sogar noch ein relativer Gewinn, entstanden durch den geringer als erwartet ausgefallenen Kreditbedarf.</p>
<p>Übrigens gilt diese Regel für alle Lebensbereiche. Denn die Neigung der Menschen, für jede Entscheidung ein separates mentales Konto zu eröffnen, legt nahe, Verluste (die ohnehin schwerer als Gewinne wiegen) möglichst zu aggregieren und Profite zu segregieren, d.h. einzeln auszuweisen. Und wem es dann noch gelingt, die Episode eines anfänglich horrend erscheinenden Verlustes mit einem kleinen Gewinn etwas versöhnlicher ausklingen zu lassen, der hat zumindest trotz Krise noch etwas gut gemacht. Und das wahrscheinlich auch noch kostenlos.</p>
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		<title>Ein harmloses Spiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 07:04:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst, ich weiß nicht, warum, erinnerte ich mich plötzlich wieder an meine erste intensive Erfahrung mit Geld. Ich muss damals ungefähr neun Jahre alt gewesen sein, als eines Tages ein bislang eher schüchtern und unscheinbar wirkender Schulkamerad alle Kinder in meiner Klasse aufforderte, unser Spielgeld von zu Hause mitzubringen und bei ihm abzuliefern. Anfangs waren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;">Unlängst, ich weiß nicht, warum, erinnerte ich mich plötzlich wieder an meine erste intensive Erfahrung mit Geld. Ich muss damals ungefähr neun Jahre alt gewesen sein, als eines Tages ein bislang eher schüchtern und unscheinbar wirkender Schulkamerad <span id="more-2624"></span>alle Kinder in meiner Klasse aufforderte, unser Spielgeld von zu Hause mitzubringen und bei ihm abzuliefern. Anfangs waren wir überrascht, dann wurden wir neugierig. Und tatsächlich begannen wir, die Registrierkassen in unseren Kaufmannsläden zu plündern oder ganze Monopoly-Bestände mit in die Schule zu bringen. Der Mitschüler musste nur noch die gesamte Barschaft einsammeln. Ein harmloses Spiel begann.<strong></strong></span></p>
<p><span style="font-size: small;">Jeden Tag bekam ein Großteil der Klassenkameraden einen Teil des Spielgeldes wieder ausbezahlt. Kinder, die dem kleinen Bankier nahestanden, erhielten etwas mehr, die weniger Wohlgelittenen etwas weniger. Jeden Tag gab es neues Geld, und jeder bekam, abhängig von Rang und Status, was ihm zustand. Wobei man durch Wohlverhalten und andere Gefallen seinen Tageslohn erheblich steigern konnte. Es dauerte nicht lange, und es traten zwei wesentliche Erkenntnisse zu Tage. Die eigene Position innerhalb der Klasse war extrem wichtig. Zum anderen entschieden nicht länger körperliche Kraft und schulische Leistung über den Rang innerhalb der Gemeinschaft, sondern die auf den Spielgeldscheinen aufgedruckten Ziffern. Keiner meiner Mitschüler unternahm irgendeine Anstrengung, diese teils willkürliche Ordnung etwa durch heimliches Beimengen zusätzlichen Spielgeldes zu verbessern. Etwas anderes war viel dringlicher. Jeder meiner Klassenkameraden verlangte von Tag zu Tag mehr Geld, so dass die Geldreserven alsbald aufgebraucht waren. In seiner Not hatte der Finanzstratege einen scheinbar großartigen Einfall: Er begann einfach weiteres Spielgeld zu drucken. Bald reichten nicht mehr die 100er Noten, auch nicht die Tausender. Ganz schnell landeten wir bei Millionen- und Milliardenscheinen. Schließlich wurden selbst die einfältigsten Mitschüler misstrauisch. Und es dauerte nicht lange, bis von Betrug die Rede war. Schnell breitete sich Wut aus – der kleine Große Gatsby war entzaubert. Und wenn die Lehrerin nicht dazwischen gegangen wäre, hätte es vermutlich Klassenkeile gegeben. </span></p>
<p>Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger wundert es mich, dass mir diese längst vergessene Geschichte gerade jetzt wieder eingefallen ist.</p>
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		<title>Kuriertes Mitgefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 08:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestern habe ich Ihnen von einem Bekannten erzählt, dessen Vorsatz, für die Flutopfer in Pakistan eine größere Summe zu spenden, durch einen unerwarteten persönlichen „Verlust“ deutlich reduziert wurde. Kurz nachdem ich diesen Blog abgeschickt hatte, fiel mir noch eine weitere Geschichte zu diesem Thema ein. So erinnerte ich mich an eine entfernte Bekannte, die von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blognition.de/?p=432">Vorgestern habe ich Ihnen von einem Bekannten</a> erzählt, dessen Vorsatz, für die Flutopfer in Pakistan eine größere Summe zu spenden, durch einen unerwarteten persönlichen „Verlust“ deutlich reduziert wurde. Kurz nachdem ich diesen Blog abgeschickt hatte, <span id="more-442"></span>fiel mir noch eine weitere Geschichte zu diesem Thema ein. So erinnerte ich mich an eine entfernte Bekannte, die von all ihren Freundinnen wegen ihres Arbeitseifers bewundert, manchmal aber insgeheim auch ein wenig beneidet wird. Und so erstaunt es nicht, dass mitunter die eine oder andere weniger wohlwollende Erzählung über meine Bekannte die Runde macht. Aber uneingeschränkte Bewunderung erntete sie für ihre großherzige Spendenfreudigkeit, die sich nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti Anfang dieses Jahres zeigte. So sehr hatte sie das Schicksal der Tausenden von Opfern und deren Hinterbliebenen bewegt, dass sie sich unter den Augen ihrer Kollegen spontan dazu entschloss, einen Überweisungsträger mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro auszufüllen. Aber weil sie wie immer im Stress war, verschwand das Papier erst einmal unter einen großen Stapel von Akten und wichtigen Papieren, wo er denn auch für die nächste Monate verblieb, während die Armen der Ärmsten auf Haiti weiter im Elend ihr Dasein fristeten.</p>
<p>Was den Medien allerdings schon lange keine Schlagzeile und keine „breaking news“ mehr wert war. Obgleich sich die Zahl der Traumatisierten und Obdachlosen auf der Karibikinsel  in der Zwischenzeit kaum verringert hatte, wurden keine Sondersendungen mehr zu diesem Thema ausgestrahlt. Und wenn es überhaupt noch Bilder vom Erdbebenunglück zu sehen gab, hatte man sich längst an ihre Schrecknisse gewöhnt. Und so erging es auch meiner Bekannten. Als sie endlich einmal wieder Zeit fand, ihren Schreibtisch aufzuräumen und dabei den Überweisungsträger unterm Papierstapel entdeckte, meinte sie plötzlich, 1.000 Euro seien vielleicht doch ein bisschen zu viel der Mildtätigkeit. Die Hälfte tut’s doch auch, dachte sie, zerriss den Beleg und stellte einen neuen über 500 Euro aus, den sie dann auch tatsächlich am Bankschalter einreichte. So jedenfalls erzählte es mir eine ihrer lieben Freundinnen neulich im Café.</p>
<p>Was war passiert? Meine gutherzige Bekannte unterlag, wie andere Menschen auch, einem ganz natürlichen <em>Adaptionsprozess</em>, der von dem Phänomen einer <em>abnehmenden Sensitivität</em> begleitet wird, die sich immer dann einstellt, wenn man für längere Zeit einem gleich bleibenden Reiz ausgesetzt ist. Ein Stimulus, der am Ende keinerlei Reaktionen mehr auslöst. Deswegen sollten wir – egal, wie sehr uns ein Ereignis schockieren mag – immer damit rechnen, dass sich die Intensität dieser Erfahrung auf Dauer nicht aufrechterhalten lässt. „Die Zeit heilt alle Wunden“, sagt man ja, und manchmal, leider, „kuriert“ sie uns auch von unserem Mitgefühl.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kuriertes-mitgefuhl/">Kuriertes Mitgefühl</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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