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	<title>Politik Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 28 Oct 2020 05:58:21 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von Fröschen lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 05:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Lockdown 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-froeschen-lernen/">Von Fröschen lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>775)</strong>             Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein in den vollständigen Lockdown sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam oder sofort zum Lockdown 2.0?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch vor einer Woche wollte eigentlich kaum jemand über einen Lockdown 2.0 öffentlich sprechen. Dennoch diskutierte ich (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/10/21/lockdown-2-0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), dass die seinerzeit noch lokal begrenzten Aktionen an einen Flickenteppich erinnerten, der mit der Zeit immer einheitlicher werden würde. Nun haben die stark gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen dafür gesorgt, dass alles noch viel schneller geht. Und der stufenweise Lockdown scheint auf den ersten Blick den Eindruck zu vermitteln, noch sei man Herr der Lage, ohne zum Äußersten greifen zu müssen. Als Alternative war gestern aber auch von der Möglichkeit eines sogenannten kurz angelegten „Wellenbrecher-Lockdowns“ die Rede, wie ihn etwa der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ins Spiel brachte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam zu Tode gekocht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei interessiert mich weniger, welche Methode nun am Ende die erfolgreichere wäre. Aus psychologischer Sicht ist aber zumindest anzumerken, dass Menschen selbst den Widerwillen gegen eine bestimmte Situation nicht absolut, sondern in seiner Intensität relativ empfinden. Um dieses Phänomen erklären zu können, bedient man sich manchmal des grausamen Experiments mit einem Frosch zur Veranschaulichung. Würde man das arme Geschöpf in kochend heißes Wasser werfen, so würde es sofort versuchen, wieder aus dem Topf herauszuspringen. Wenn man den Frosch stattdessen in kaltes Wasser setzt und dieses langsam erhitzt, wird er in aller Ruhe hinnehmen, wie man ihn langsam zu Tode kocht. Kein schöner Gedanke.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aussitzen oder Stopp Loss?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Übertragen auf die Covid-19-Problematik scheinen einige Ministerpräsidenten der Länder die betroffenen Menschen schrittweise, möglicherweise auch schneller, wenn es die Infektionszahlen notwendig machen, in Richtung Lockdown 2.0 zu manövrieren. Verbunden mit der zweifelhaften Chance, dass sie sich an die weitreichenden Einschränkungen langsam gewöhnen würden. Das erinnert mich an einen Händler mit einer schiefen Position, die zwar noch nicht existenzbedrohende Verluste zeitigt, aber jeden Tag ein bisschen weiter ins Minus absinkt. Während der Händler weiterhin die Hoffnung hegt, um die aufgelaufenen Verluste doch noch herumzukommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz im Gegensatz zu Lauterbachs Idee, die auf den ersten Blick brutal erscheint, aber vergleichbar ist mit einem heftigen, aber möglicherweise Schlimmeres verhindernden Stopp-Loss. Die Erkenntnisse der Verhaltensökonomik besagen auf jeden Fall, dass Menschen vielfach eine Aversion gegen die Realisierung von Verlusten haben. Daher wahrscheinlich auch die erste intuitive Abwehrreaktion vieler Menschen gegenüber einem sofortigen Lockdown.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risikoaversion herrscht vor</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An den Aktienmärkten ging es gestern ebenfalls schrittweise nach unten, und wer den Mut hatte, nach dem bisherigen altbekannten Muster der vergangenen Monate im fallenden Markt, aus Erfahrung also, auf der Kaufseite einzusteigen, ist zumindest gestern psychisch nicht sonderlich stark unter Druck geraten – die Kursverluste hielten sich in überschaubarem Rahmen. Und der Euro blieb angesichts der auf den Finanzmärkten lastenden Risikoaversion immer noch stabil und bewegte sich fast schon provokant in einer Handelsspanne, die weniger als 50 Stellen betrug. Tatsächlich hat die Gemeinschaftswährung die Bandbreite vom vergangenen Freitag auch gestern bis zum Handelsschluss in New York nicht verlassen können. Dennoch bleibt sie zumindest in positivem Fahrwasser, solange <strong>1,1755/60</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Aufgewacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2020 05:54:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativitätsirrtum]]></category>
		<category><![CDATA[US-Konjunkturprogramm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der gestrige Handelstag hat wieder einmal gezeigt, dass sich die Akteure keineswegs an die gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen gewöhnt haben. Auch wenn in der vergangenen Woche mitunter dieser Eindruck entstanden sein mag. Nun hat es unter den Aktien-Indices den heimischen DAX mit einem Tagesverlust von 3,7 Prozent besonders stark erwischt, nicht zuletzt wegen des dramatischen Absturzes der SAP-Aktie von mehr als 20 Prozent. Und weil es sich dabei um den wertvollsten deutschen Konzern im DAX handelt, wurde besonders stark wahrgenommen, dass die Covid-19-Pandemie...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>830)</strong>             Der gestrige Handelstag hat wieder einmal gezeigt, dass sich die Akteure keineswegs an die gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen gewöhnt haben. Auch wenn in der vergangenen Woche mitunter dieser Eindruck entstanden sein mag. Nun hat es unter den Aktien-Indices den heimischen DAX mit einem Tagesverlust von 3,7 Prozent besonders stark erwischt, nicht zuletzt wegen des dramatischen Absturzes der SAP-Aktie von mehr als 20 Prozent. Und weil es sich dabei um den wertvollsten deutschen Konzern im DAX handelt, wurde besonders stark wahrgenommen, dass die Covid-19-Pandemie Europas größtem Softwarehersteller SAP stärker als bisher gedacht zugesetzt hat. Denn der aus der Verhaltensökonomik bekannte, sogenannte Repräsentativitätsirrtum dürfte möglicherweise bei manchem Anleger überdies zu einem gedanklichen Schnellschuss geführt haben, so dass sie die Situation von SAP stellvertretend auch für andere (DAX)-Unternehmen gesehen haben.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12647" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/27102020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/27102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/27102020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zu viel des Negativen auf einmal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man könnte natürlich noch andere Gründe für die gestrige Risikoaversion der Akteure anführen. Rasant steigende Covid-19-Infektionsfälle in Europa, wobei Deutschland aufgrund des Wochenendeffekts und der damit verzögerten Meldungen montags naturgemäß mit niedrigen Zahlen aufwartet. Für Gewöhnung an diese dramatischen Zahlen blieb also ohnehin kein Spielraum. Ganz zu schweigen von der Drohung Chinas, Boeing mit Sanktionen zu belegen, oder die Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar. Letztere befindet sich schon seit geraumer Zeit in einem Abwärtstrend, zeitweise verbunden mit neuen Allzeittiefs. Aber gestern überquerte der Greenback zum ersten Mal die runde Marke von 8,0000, ein Umstand der nicht nur bei Kommentatoren besonderes Aufsehen erregte. Über die gestern publizierten ökonomischen Daten aus den USA zu den enttäuschend ausgefallenen Neubauverkäufen möchte ich mich gar nicht erst auslassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hoffnung auf US-Konjunkturprogramm erloschen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hatte in der vergangenen Woche die Hoffnung auf die Einigung über ein Konjunkturprogramm noch vor dem Wahltag dafür gesorgt, dass bei den Teilnehmern an den Aktienmärkten die Covid-19-Sorgen nicht mit voller Wucht durchschlugen, ist davon zu Wochenbeginn praktisch nichts mehr übrig geblieben. Zwar gingen die Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern weiter, aber nichts deutete auf eine Einigung hin. Mehr noch: Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hat gestern Nacht dessen nächste Sitzung auf den 9. November vertagt, so dass die Verabschiedung eines Konjunkturprogramms vor dem Wahltermin am 3. November nicht mehr möglich ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Angesichts der Kursverluste an den Aktienmärkten und der damit einhergehenden Risikoaversion bleibt es zumindest für gestern ein bemerkenswertes Phänomen, dass der US-Dollar nicht viel stärker als Fluchtwährung profitieren konnte. Gegenüber dem Euro, der sich zwar leicht abschwächte, konnte noch nicht einmal die Handelsbandbreite des Vortages verletzt werden. Und so bleibt die Gemeinschaftswährung, auch wenn sie angesichts der negativen Rahmenbedingungen gestern nichts für ihren kurzfristigen Aufwärtstrend tun konnte, zumindest in positivem Fahrwasser, solange, was auch schon an den Vortagen galt, <strong>1,1760</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Angst, etwas zu verpassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2020 05:54:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach wie vor bleibt das Handelsgeschehen bei Euro und Dollar sehr überschaubar. Dazu kam gestern auch noch, dass es an ökonomischen Daten fast nichts zu begutachten gab, geschweige, dass die Devisenmarktentwicklung interessante Ausmaße annahm – der Euro produzierte gerade einmal eine Handelsspanne von rund 30 Stellen. Dies soll allerdings nicht heißen, dass die Finanzmärkte ansonsten gestern nichts Spannendes anzubieten gehabt hätten. Dass dabei die Bullen an den Aktienmärkten das Zepter übernommen haben, sollte angesichts der zumindest vordergründig abnehmenden Spannungen und der in der Wahrnehmung der Akteure fast auf null gesunkenen Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung im Nahen Osten...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1105)</strong>             Nach wie vor bleibt das Handelsgeschehen bei Euro und Dollar sehr überschaubar. Dazu kam gestern auch noch, dass es an ökonomischen Daten fast nichts zu begutachten gab, geschweige, dass die Devisenmarktentwicklung interessante Ausmaße annahm – der Euro produzierte gerade einmal eine Handelsspanne von rund 30 Stellen. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dies soll allerdings nicht heißen, dass die Finanzmärkte ansonsten gestern nichts Spannendes anzubieten gehabt hätten. Dass dabei die Bullen an den Aktienmärkten das Zepter übernommen haben, sollte angesichts der zumindest vordergründig abnehmenden Spannungen und der in der Wahrnehmung der Akteure fast auf null gesunkenen Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung im Nahen Osten kein Wunder darstellen. Aber diese für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks positive Nachrichtenlage, die an den US-Märkten mit neuen historischen Hochs, aber auch vom heimischen DAX mit Kursen unweit vom Allzeithoch quittiert wurde, macht nur einen Teil der Bullensaga aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11480" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/10012020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/10012020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/10012020-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Angst vor Aufwärtstrend größer als vor Aktienkorrektur </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass es nämlich in der ersten Woche des Jahres am Ende zu einer Aufwärtsbewegung kam, die einer Shortsqueeze ähnelte, war in erster Linie auf die vorsichtige Positionierung institutioneller Marktteilnehmer zurückzuführen, die sich zu Jahresbeginn mehrheitlich zunächst eher auf eine Korrektur der Aktienkurse eingestellt hatten. Dies vermittelte zumindest die Stimmungserhebung, die die Börse Frankfurt am Mittwoch (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/27d0190c-dcb2-4125-a4d6-3e2edb13ffe7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) durchgeführt hatte und die ich in der Conclusio so kommentiert hatte: <em>Mit einer sinkenden Aufregung und Gewöhnung an die derzeitige [geopolitische] Situation würde gleichzeitig die Angst wachsen, eine weitere Aufwärtsbewegung im Aktienmarkt zu verpassen</em>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In den USA dürfte die Ausgangslage ähnlich gewesen sein, denn die gestern publizierten Ergebnisse der Sentiment-Umfrage der AAII (American Association of Individual Investors) vermittelte per 8. Januar, dass das Gros der dortigen Anleger offenbar nicht angemessen auf weitere größere Aufwärtsbewegungen am Aktienmarkt vorbereitet war. Auf einer Skala zwischen +100 und -100 lag der Stimmungsindex gerade einmal bei +3, was einem unterdurchschnittlichen Optimismus entspricht. Unterdessen spricht einiges dafür, dass sich das Stimmungsbild wahrscheinlich bereits gedreht hat. Die Angst, eine Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt zu verpassen, scheint jedenfalls größer als die Angst vor einem großen Rücksetzer zu sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Handels-Deal wird wieder wahrgenommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei ist es müßig, darauf hinzuweisen, dass nun angesichts der schwindenden Angst vor einem Krieg im Nahen Osten thematisch wieder der sogenannte „Phase eins Deal“ zwischen den USA und China in den Vordergrund gerückt ist. Dabei ist es fast schon fahrlässig zu glauben, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten nichts mehr vom Konflikt zwischen den USA und dem Iran hören würden. Aber es hat gestern prima ins Bild gepasst, dass der Sprecher für das chinesische Handelsministerium, Gao Feng, nun (endlich) Einzelheiten zur Zusammensetzung der chinesischen Delegation bekanntgab, die den Vizepremier und Chefunterhändler Liu He auf seiner Reise nach Washington (vom 13. bis 15. Januar) zur Unterzeichnung des Teilabkommens zur Beilegung des US-chinesischen Handelskonflikts begleiten wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während die Aktienmärkte haussierten, hielt sich die Dollarstärke, die immerhin zum dritten Tagesgewinn hintereinander geführt hatte, in Grenzen. Ähnliches gilt analog auch für den Euro, der sich allerdings gestern schwertat, noch einmal ein neues Tagestief zu produzieren. Zu gut scheint (noch) die Nachfragesituation vor <strong>1,1080/85</strong> zu sein, um auf die Schnelle den Weg für weitere Schwäche der Gemeinschaftswährung freizumachen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD ab sofort 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angst-etwas-zu-verpassen/">Angst, etwas zu verpassen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Mindesterwartung erfüllt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 04:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[G20-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlstrategie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Waffenstillstand im US-chinesischen Handelskonflikt ist das Mindeste vereinbart worden, was sich die Akteure weithin erhofft hatten. Und es passt zur typischen Strategie Trumps im Handelskonflikt, zwei Schritte aggressiv nach vorne zu machen, um dann – möglicherweise auch nur scheinbar – konziliant und entgegenkommend wieder einen Schritt zurückzunehmen. Denn vieles fühlte sich am vergangenen Freitag und Samstag so an wie das Treffen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mindesterwartung-erfuellt/">Mindesterwartung erfüllt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1350)</strong>             Was sollen nun die Finanzmarktteilnehmer mit dem Ergebnis des Treffens von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des G20-Treffens im japanischen Osaka anfangen? Die Aktienbörsen dies- und jenseits des Atlantiks dürften anziehen. Zumindest vorübergehend. Zwar haben sich die beiden Staatschefs auf eine Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen geeinigt und die USA angekündigt, ihre Absicht, die Zölle zwischen 10 bis 25 Prozent auf China-Importe im Wert von 300 Milliarden USD auszuweiten, zunächst einmal nicht weiter zu verfolgen. Auch bei den Lieferungen technologischer Produkte an den chinesischen Telekomgiganten Huawei zeigte sich Trump kompromissbereit und will diese teilweise wieder zulassen. Allerdings bleibt offen, wie lange diese Ausnahmeregelung Bestand haben wird. Offen, wie so vieles, denn tatsächlich ist doch bei jenen bilateralen Gesprächen nicht viel mehr herausgekommen als gute Absichten und große Versprechen. Und ein unbefristeter Waffenstillstand. Natürlich hätte es schlimmer kommen können.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10764" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/01072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwei Schritte vor, einer zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzum: Mit dem Waffenstillstand im US-chinesischen Handelskonflikt ist das Mindeste vereinbart worden, was sich die Akteure weithin erhofft hatten. Und es passt zur typischen Strategie Trumps im Handelskonflikt, zwei Schritte aggressiv nach vorne zu machen, um dann – möglicherweise auch nur scheinbar – konziliant und entgegenkommend wieder einen Schritt zurückzunehmen. Denn vieles fühlte sich am vergangenen Freitag und Samstag so an wie das Treffen von Trump und Xi während des G20-Gipfels in Buenos Aires im vergangenen Jahr. Letztlich scheint für Trump aber nur eines wichtig: Seine Wiederwahl als US-Präsident im kommenden Jahr. Und dafür braucht er eine Entwicklung im Handelskonflikt mit China, die sowohl eine stabile Aktienbörse als auch eine florierende Wirtschaft gewährleistet. Und eine zu schnelle Lösung könnte sich aufgrund schneller Gewöhnungseffekte der Märkte (und der US-Wähler) dabei sogar als kontraproduktiv herausstellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Deal für EU und Mercosur</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen sind Europäer und Südamerikaner enger zusammengerückt. Denn nach einer Verhandlungsdauer von 20 Jahren (!) haben sich die EU und der südamerikanische Staatenbund Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) beim Gipfel in Osaka zusammengerauft und gemeinsam beschlossen, die größte Freihandelszone der Welt aufzubauen. Abgesehen von der ökonomischen Dimension (2018 betrugen die Exporte von EU-Unternehmen in die Mercosur-Staaten rund 45 Mrd. EUR, verglichen mit Importen von rund 43 Mrd. EUR), wird die Übereinkunft als klares politisches Signal an die USA gewertet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An der Situation des Euro hat sich indes nicht viel verändert, zumal das erste wichtige Nachfrageniveau bei <strong>1,1345</strong> auch am Freitag nicht beschädigt wurde. Im kurzfristigen Bild bleibt allerdings <strong>1,1265</strong> die wichtigere Marke, da unterhalb davon vor <strong>1,1170</strong> (oder erst bei <strong>1,1110</strong>) nur wenig Nachfrage zu erwarten wäre. Um jedoch das Momentum für weitere Avancen des Euro zu erhalten, sollte möglichst schnell die erste Hürde an der Oberseite bei <strong>1,1425/30</strong> genommen werden. Darüber reicht die Perspektive für weitere Kursgewinne bis <strong>1,1515</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Durch nichts zu erschütterndes Vertrauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2019 04:52:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Dot Plots]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[GDPNow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielen Akteuren und Kommentatoren dürfte die Sitzung der US-Notenbank am kommenden Dienstag und Mittwoch noch mehr zu denken geben. Vor allen Dingen nach den am Freitag publizierten ökonomischen US-Daten, die kaum Anzeichen für eine bevorstehende Rezession enthielten. Die Einzelhandelsumsätze des Monats Mai waren schon etwas besser als von den meisten Ökonomen erwartet ausgefallen. Aber es waren die teils deutlichen Aufwärtsrevisionen für den Monat April, die positiv überraschten. Und auch die Daten zur US-Industrieproduktion wussten zu überzeugen. Das Resultat: Das vielbeachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, berechnete zum Wochenende ein von 1,4 auf 2,1 Prozent erhöhtes Bruttoinlandsprodukt</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1220)</strong>             Euro-Händler dürften mit einem mulmigen Gefühl ins Wochenende gegangen sein. Aber sollte man sich tatsächlich über einen Tagesverlust von 0,6 Prozent gegenüber dem Dollar aufregen? Ist das nicht vielmehr nur ein Sturm im Wasserglas? Aber man muss eben doch bis zum 24. April zurückgehen, um einen Tagesverlust in ähnlicher Größenordnung zu finden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gleichzeitig dürfte vielen Akteuren und Kommentatoren die Sitzung der US-Notenbank am kommenden Dienstag und Mittwoch noch mehr zu denken geben. Vor allen Dingen nach den am Freitag publizierten ökonomischen US-Daten, die kaum Anzeichen für eine bevorstehende Rezession enthielten. Die Einzelhandelsumsätze des Monats Mai waren schon etwas besser als von den meisten Ökonomen erwartet ausgefallen. Aber es waren die teils deutlichen Aufwärtsrevisionen für den Monat April, die positiv überraschten. Und auch die Daten zur US-Industrieproduktion wussten zu überzeugen. Das Resultat: Das vielbeachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, berechnete zum Wochenende ein von 1,4 auf 2,1 Prozent erhöhtes Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal dieses Jahres. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10705" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/17062019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immun gegen gute Daten</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch haben die Finanzmärkte auf diese Entwicklung praktisch nicht reagiert. Anhand der Fed-Funds-Futures ergibt sich für eine Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten bei der Juli-Sitzung immer noch eine implizite Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent – bis zum Jahresende ist ein derartiger Schritt weiterhin zu 99 Prozent eingepreist. Aber auch hinsichtlich mehrerer Zinssenkungen in diesem Jahr scheint das Vertrauen der Marktteilnehmer unerschüttert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es sind nicht nur die Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer, die die Entscheider im Offenmarktausschuss der Notenbank (FOMC) massiv unter Druck setzen. Allen voran machte US-Präsident Donald Trump noch einmal deutlich, was er von der bisherigen Geldpolitik der Fed hält: nämlich nichts. Und der ökonomische Chefberater Donald Trumps, Larry Kudlow, brachte indirekt sogar eine erste Zinssenkung für die Juni-Sitzung ins Spiel. Auch wenn die meisten Marktteilnehmer momentan nicht von einem derartigen Schritt ausgehen, setzt dieses Statement einen unbewussten Anker.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während sowohl die jüngsten ökonomischen Daten als auch die Entwicklung am US-Aktienmarkt für sich betrachtet noch nicht einmal einen Hinweis auf bevorstehende Zinssenkungen der Fed rechtfertigen, haben die Marktteilnehmer Jerome Powell (und seine Kollegen) bildlich gesprochen in die Ringecke gedrängt. Jene müssen auch noch ihre Einschätzung zur Entwicklung in der US-Handelspolitik bei ihrer Entscheidung am Mittwoch berücksichtigen. Eine Einschätzung, die angesichts eines extrem sprunghaft agierenden Donald Trump erschwert wird. Zumal man sich – dies zeigt etwa die Entwicklung im Handelsstreit mit Mexiko – auf Trumps Zusagen nicht verlassen kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ungeliebte DOT-Plots</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie bereits an anderer Stelle erwähnt (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/14/im-zinssenkungsfieber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> hier), sind die Erwartungen an die Notenbanker nun extrem hochgesteckt, und auch das Enttäuschungspotenzial bei den Prognosen zur Zinsentwicklung, den sogenannten DOT-Plots der FOMC-Mitglieder, riesengroß. Prognosen, die nur die Meinung der einzelnen Fed-Mitglieder reflektieren sollen, aber dennoch als geldpolitische Wetterkarte von den Marktteilnehmern in ihrer Bedeutung überbewertet werden. So gesehen ist es nachvollziehbar, wenn einzelne Kommentatoren und auch Mitglieder des Offenmarktausschusses die zeitnahe Publikation der DOT-Plots um Wochen verschieben oder gar ganz abschaffen möchten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allein der Dollar hat am Freitag gegenüber einem Korb an verschiedenen Valuten (gemessen am Dollar-Index) durch seinen Aufwärtsimpuls verdeutlicht, dass sich das FOMC am 19. Juni womöglich weniger taubenhaft als vielfach erwartet gerieren könnte. Gleichzeitig hat der Euro durch Unterlaufen der Marke von 1,1210/15 am Freitag seine Stabilität verloren – auch wenn es sich nur um Glattstellungen durch risikoscheue kurzfristige Akteure gehandelt haben sollte. Im gleichen Zuge ist ein Test der Unterseite der erweiterten Konsolidierungszone (1,1110-1,1345) wesentlich wahrscheinlicher geworden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Nicht so schlimm wie erwartet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 05:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[EU Schuldenregeln]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn die Zeitungen in ihren Schlagzeilen Nationalisten wie Matteo Salvini (Italien), Marine Le Pen (Frankreich) oder den Chef der Brexit Partei, Nigel Farage, hervorheben, dürften deren Erfolge das Europäische Parlament kaum in seinen Grundfesten erschüttern. Vielmehr werden sich die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1180)</strong>             Nicht nur an den Aktienmärkten gilt der Satz, dass politische Börsen kurze Beine haben. Und ein Ökonom stellte gestern treffend fest, dass politische Börsen offenbar gar keine Beine mehr hätten. Nun bezog sich dieses Statement nicht nur auf die Wahlen zum Europäischen Parlament. Vielmehr haben Kommentatoren gerade in den vergangenen Wochen immer wieder festgestellt und bemängelt, die Finanzmärkte würden Risiken, die in Folge politischer Ereignisse entstehen, nicht mehr angemessen widerspiegeln. Wie zum Beispiel die Entwicklung im US-chinesischen Handelskrieg.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10610" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/28052019-2.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nachdem sich mit dem Ausgang der Europawahlen die Befürchtung vieler Beobachter nicht erfüllt hat, dass es womöglich zu einem großen Sieg der Euro-Gegner auf Seiten der extremen Rechten kommen könnte, ist die Wahl in der Wahrnehmung der Finanzmarktteilnehmer fast in Richtung Bedeutungslosigkeit mutiert. Auch wenn die Zeitungen in ihren Schlagzeilen Nationalisten wie Matteo Salvini (Italien), Marine Le Pen (Frankreich) oder den Chef der Brexit Partei, Nigel Farage, hervorheben, dürften deren Erfolge das Europäische Parlament kaum in seinen Grundfesten erschüttern. Vielmehr werden sich die Wahlergebnisse vor allem auf die nationale Politik der jeweiligen Staaten auswirken. Kurzum: Es ist nicht so schlimm gekommen wie erwartet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zu dieser Einschätzung hat wesentlich beigetragen, dass sich die Erwartung, welche Rolle die Euroskeptiker im EU-Parlament künftig spielen würden, nicht erfüllt hat. Zwar haben jene ihren prozentualen Anteil gegenüber 2014 deutlich erhöht, aber ein Drittel aller Sitze, wie mancherorts befürchtet, ist es eben auch nicht geworden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn der Handel gestern wegen der Feiertage in Großbritannien und den USA in sehr ruhigen Bahnen verlief, versuchten Kommentatoren, die Mini-Spanne des Eurokurses von 30 Stellen bis zum Schluss der europäischen Handelssitzung zu erklären. Nicht zuletzt, weil einem Medienbericht zufolge, der sich auf ungenannte Quellen berief, bereits am 5. Juni ein Verfahren gegen Italien eingeleitet werden könnte. Und zwar wegen des Verstoßes gegen die EU-Schuldenregeln, der eine Strafe von 3,5 Mrd. Euro zur Folge hätte. Auch wenn ein solcher noch nie dagewesener Schritt tatsächlich umgesetzt würde, müsste er zuvor in einem monatelangen Verfahren zunächst das Placet der EU-Finanzminister bekommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die Renditen italienischer Staatsanleihen haben reagiert und nach Tagen der Konsolidierung ihren Vorsprung gegenüber Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit im zehnjährigen Bereich wieder schlagartig um 15 auf 280 Basispunkte erhöht. Der Euro bleibt unterdessen in seiner Konsolidierungszone zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong> stabil, solange an der Unterseite <strong>1,1145/50</strong> nicht verletzt wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nicht-so-schlimm-wie-erwartet/">Nicht so schlimm wie erwartet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Gedämpfte Wachstumsaussichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2019 05:01:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[CME FedWatch Tool]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stellen sich vor, Sie hätten bereits vor der Europawahl gewusst, wie diese ausgehen würde. Hätten Sie tatsächlich etwas mit dieser Information anfangen können? Hätte ein Devisenhändler im Vorfeld Euro gegenüber dem Dollar verkauft? Zumindest die Kommentare in etlichen Medien legten dem Leser diesen Schluss nahe. Von Politikern, die in die Ringecke geprügelt würden...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gedaempfte-wachstumsaussichten/">Gedämpfte Wachstumsaussichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1210)</strong>             Stellen sich vor, Sie hätten bereits vor der Europawahl gewusst, wie diese ausgehen würde. Hätten Sie tatsächlich etwas mit dieser Information anfangen können? Hätte ein Devisenhändler im Vorfeld Euro gegenüber dem Dollar verkauft? Zumindest die Kommentare in etlichen Medien legten dem Leser diesen Schluss nahe. Von Politikern, die in die Ringecke geprügelt würden, von Demütigung, von Protest, von brüchigen Koalitionen und dergleichen mehr war vielfach die Rede. Kurzum: Eigentlich konnte kaum Positives von der Wahl ausgehen. Und trotzdem scheint sich bislang kaum jemand getraut zu haben, Euros in großem Stil deswegen zu shorten.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10601" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/27052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Etwa weil sich die Euro-Bären in der vergangenen Woche eine blutige Nase geholt hatten? Oder weil die Liquidität am heutigen Montag wegen der Feiertage in Großbritannien und den USA zu dünn sein würde, um sich aus einer möglichen Schieflage mit halbwegs geringem Schaden befreien zu können? Oder weil die Folgen des Wahlausgangs einfach nicht übersehbar, weil zu komplex, sein könnten? Devisenhändler hassen wie andere Finanzmarktteilnehmer komplexe Sachverhalte und halten sich im Zweifel aus dem Marktgeschehen heraus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so wundert es auch nicht, dass der Euro heute früh, nachdem eine Reihe von Prognosen und Hochrechnungen zur Wahl des Europäischen Parlaments vorliegen, keine große Volatilität an den Tag legt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei ist es in der vergangenen Woche keineswegs so gewesen, dass die Marktteilnehmer besonders risikofreudig gewesen wären. Denn tatsächlich waren etwa die sogenannten Fluchtwährungen Franken und Yen weiterhin gesucht. Indes: Die Kursveränderungen blieben überschaubar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Handelskrieg wichtiger als Europawahl</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Ursache dafür wird weiterhin in erster Linie dem eskalierten Verlauf des US-chinesischen Handelskrieges zugeschrieben, den auch die Aktienmärkte mit einem Wochenverlust quittierten. Einzig und allein die Rolle des Dollar hat wohl einige Analysten überrascht. Denn es galt doch bisher die Faustregel, dass ein ungelöster Handelskrieg für den Greenback als Zeichen der Risikoaversion der Händler positiv zu werten sei. Aber nun scheint sich mehr und mehr die Meinung durchzusetzen, dass die US-Strafzölle zunächst einmal hauptsächlich von US-Unternehmen bezahlt werden müssten, weil deren Gewinnmargen dadurch unter Druck gerieten. Und seit Freitag ist es amtlich: Bereits jetzt muss US-Präsident Donald Trump den dortigen Farmern mit rund 16 Mrd. USD unter die Arme greifen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In der abgelaufenen Woche wurden zunächst die wenig erfreulichen ersten Schätzungen zu den Einkaufsmanagerindices in den USA und dann am Freitag auch die enttäuschenden Zahlen zu den Aufträgen langlebiger Wirtschaftsgüter für April (inklusive einer Abwärtsrevision des guten Vormonatswertes) publiziert. Sofort wurde daraufhin gemutmaßt, dass jetzt wohl die Wachstumsaussichten für das zweite Quartal 2019 nach unten korrigiert werden müssen. Derzeit liegt der Konsens der Ökonomen bei einem Plus des US-Bruttoinlandprodukts von 2,0 Prozent, während die Prognosemodelle der Fed von Atlanta (GDPNow) und der New York Fed mit 1,3 bzw. 1,4 Prozent deutlich tiefer liegen. Auch die Zinsstrukturkurve hat reagiert: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist unter diejenige von T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit gefallen und zeigt somit eine Inversion an, die mancherorts als Vorbote einer Rezession gewertet wird. Gleichzeitig haben die US-Futures-Märkte (vergleiche CME FedWatch Tool) die Wahrscheinlichkeit von mindestens einer US-Zinssenkung in diesem Jahr zu 77 Prozent eingepreist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zu Wochenbeginn zeigt sich der Euro leicht oberhalb des Schlusskursniveaus vom Freitag (1,1202) und befindet sich damit fast in der Mitte seiner Konsolidierung zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong>. Die Gemeinschaftswährung bleibt dabei jedenfalls stabil, solange das Niveau von <strong>1,1145/50</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gedaempfte-wachstumsaussichten/">Gedämpfte Wachstumsaussichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Vergleich mit 2003?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/vergleich-mit-2003/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2019 04:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Achse des Bösen]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalströme]]></category>
		<category><![CDATA[Kfz-Zoll-Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Umschichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[War of choice]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Mulmig konnte einem werden, als US-Präsident Donald Trump gestern von einem Journalisten gefragt wurde, ob die USA gegen den Iran in den Krieg ziehen würden. Denn die Antwort Trumps lautete: „Ich hoffe nicht“. Manche deuteten das bereits als ein „Ja“. Und es dauerte nicht lange, bis...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/vergleich-mit-2003/">Vergleich mit 2003?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1175)</strong>             Mulmig konnte einem werden, als US-Präsident Donald Trump gestern von einem Journalisten gefragt wurde, ob die USA gegen den Iran in den Krieg ziehen würden. Denn die Antwort Trumps lautete: „Ich hoffe nicht“. Manche deuteten das bereits als ein „Ja“. Und es dauerte nicht lange, bis etwa die<em> Financial Times</em> (<a href="https://www.ft.com/content/a12e5bdc-774f-11e9-be7d-6d846537acab" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a>) sinngemäß titelte, die USA würden die Weichen für ihren nächsten Krieg im Mittleren Osten stellen. Ein Krieg, der eigentlich nicht zwingend notwendig sei („war of choice“), weil keine größeren Gefahren drohten, falls man ihn nicht führen würde. Und so braucht man auch nicht viel Fantasie, um, wie der Kommentator der <em>Financial Times</em>, Parallelen zum Irak-Krieg des Jahres 2003 zu sehen. So werden etwa der nationale Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo als „würdige Erben“ von Donald Rumsfeld und Dick Cheney bezeichnet [Anm: der damalige Verteidigungsminister bzw. Vizepräsident der USA].<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10560" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/17052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Möglicherweise gab es gestern auch andere Motive, warum etwa die typischen Fluchtwährungen Schweizerfranken und Yen gegenüber dem Euro unterschwellig nachgefragt waren. Zumindest kann man andere Ursachen dafür benennen, warum der Franken innerhalb einer Woche in der Spitze fast 1,4 Prozent gegenüber dem Euro (gegenüber dem Dollar sogar noch ein wenig mehr) an Wert gewonnen hat. Etwa die Eskalation im US-chinesischen Handelskrieg. Eine Entwicklung, die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantik mittlerweile jedoch gut weggesteckt haben. Ganz zu schweigen von der Jubel-Rally, die durch die Ankündigung der USA, die Erhöhung der Strafzölle auf Kraftfahrzeug-Importe zu verschieben, ausgelöst worden war.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langfristige Kapitalströme könnten Euro stützen</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Euro-Händler schien das nicht wirklich zu interessieren. Vielleicht sehen Devisenhändler die Dinge realistischer als die anderen Finanzmarktteilnehmer. Denn das Kfz-Zoll-Thema, unter dem Europa und ganz besonders Deutschland leiden würden, ist längst noch nicht vom Tisch. Aber auch ohne die 25-prozentige Importsteuer hat bereits allein der eskalierte Handelskonflikt zwischen den USA und China für genügend Unsicherheit gesorgt. Nicht umsonst sprach Bundesbankpräsident Jens Weidmann gestern in einer Rede davon, dass diese Zölle deutsche Auto-Produzenten hart treffen würden. Also nicht unbedingt ein Kaufargument für den Euro.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zwar ist die Gemeinschaftswährung erneut leicht unter Druck geraten, aber es ist schon erstaunlich, dass die Abwärtsimpulse angesichts der gestern bekannt gewordenen, überraschend positiven Wirtschaftsdaten aus den USA (Neubaubeginne, Philly-Fed-Index) nicht deutlicher ausgeprägt haben. Und fast hat es den Anschein, als ob der Euro seit Beginn dieses Jahres jedes Mal beim Abdriften in Richtung 1,12 und nun 1,11 abgefangen würde. Möglicherweise verursacht von langfristigen Kapitalströmen vom Dollar in Richtung Euro. Und wenn man den eingangs erörterten Vergleich eines drohenden Krieges der USA mit dem Iran mit dem Irak-Krieg von 2003 ziehen möchte, fällt auf, dass ein ähnlicher Kapitalstrom auch damals existierte. Bereits mit der Rede des damaligen US-Präsidenten George W. Bush über die „Achse des Bösen“ im Jahr zuvor begannen viele langfristig orientierte Investoren ihre Dollarbestände in Richtung Euro umzuschichten. Eine ähnliche Tendenz könnte übrigens durch die jüngste Eskalation im Handelskonflikt durch schrittweise Umschichtungen chinesischer Währungsreserven von US-Dollar in Euro begünstigt werden. Kurzfristig bleibt der Euro allerdings in seiner Seitwärtsentwicklung zwischen <strong>1,1110</strong> (modifiziert) und <strong>1,1375</strong> gefangen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Verspätete Angst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2019 05:29:35 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun scheint es im US-chinesischen Handelskonflikt offensichtlich doch richtig ernst zu werden. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man auf die Entwicklung der Aktienmärkte am gestrigen Handelstag blickt, wo etwa der S&amp;P 500 Index an einem Tag mehr Federn lassen musste als in der kompletten Woche zuvor. Die Ursache liegt auf der Hand, denn im Handelskonflikt mit den USA hat China nun seinerseits die Zölle auf US-Importe im Gesamtwert von 60 Mrd. USD erhoben. Dabei gelten nun Strafzölle in Höhe von 5 bis 25 Prozent, dem Vernehmen nach ab 1. Juni. Aber kam diese <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10540" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/14052019.jpg" alt="" width="150" height="469" />Vergeltungsmaßnahme für die Marktteilnehmer so überraschend? Hat man ernsthaft gedacht, dass China auf die jüngste Erhöhung der Strafzölle seitens der USA und die Drohgebärden von US-Präsident Donald Trump nicht reagieren würde? Oder hat man ernsthaft geglaubt, dass China Sojabohnen, Energie und andere Güter von den USA weiterhin im bisherigen Maße kaufen würde? Chinesischen Medienberichten zufolge denken dortige Wissenschaftler bereits laut über die (nicht ganz neue) Möglichkeit nach, ob China seine Bestände an US-Staatsanleihen senken solle. Vor allem aber, auf welche Weise dies geschehen würde.</p>
<p>Auch wenn gestern Szenarien entwickelt wurden, denen zufolge  die Auswirkungen der Strafzölle zwar die politischen Beziehungen zwischen Washington und Peking stark beeinflussen würden. Aber dramatische ökonomische Folgen? Der Nobelpreisträger Paul Krugman etwa vergleicht (<strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.nytimes.com/2019/05/11/opinion/killing-the-pax-americana.html">HIER</a></span></strong>) einen Importzoll mit einer Steuer. Und da gewinnt man fast den Eindruck, als ob der Handelskrieg zwischen den USA und China zumindest bis jetzt schwerlich eine globale Rezession auslösen könnte. Auch andere Kommentatoren schienen  sichtlich bemüht, die makroökonomischen Folgen des Handelskonflikts eher herunterspielen zu wollen.</p>
<p>Aber das Entscheidende ist wohl, dass die Akteure an den Finanzmärkten vielfach ihre Hoffnung begraben haben, dass Peking und Washington noch miteinander kommunizieren würden. Denn das war die Mindestvoraussetzung für die Hoffnung, dass es bestimmt „nicht so schlimm werden wird“.</p>
<p>Ganz nebenbei bemerkt: Der stellvertretende Fed-Chef Richard Clarida ging gestern in einer Rede nicht auf den Handelskonflikt ein. Dennoch dürfte das Thema Zinssenkungen bei den Mitgliedern der US-Notenbank bald schon wieder stärker, wenn auch nicht explizit, in den Vordergrund treten. Zumindest in der Gestalt, dass die Risiken für die Einschätzung der ökonomischen Gesamtlage wieder stärker betont werden. Immerhin: Die implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung noch in diesem Jahr (vgl. CME FedWatch Tool) hatte sich gestern Abend deutlich auf 72 Prozent (Anfang vergangener Woche lag diese noch bei etwas mehr als 50 Prozent) erhöht. Und diejenige für mindestens zwei Zinsschritte lag gestern bei mehr als 30 Prozent.</p>
<p>Während gestern die Nachfrage nach den typischen Fluchtwährungen Schweizerfranken und Yen deutlicher als in der vergangenen Woche angezogen hatte, profitierte auch der Euro gegenüber dem Dollar. Allerdings nur zeitweise, aber dennoch reichte der Ausflug in Richtung 1,1265 aus, um den kurzfristigen Abwärtstrend in eine Seitwärtsentwicklung zwischen <strong>1,1125</strong> und <strong>1,1375</strong> zu überführen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Hinweis</strong></p>
<p>Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Alles nur Taktik?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 May 2019 05:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Strafzölle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Es mag gestern Marktteilnehmer gegeben haben, die die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Strafzölle auf China-Importe zu erhöhen, mit Entsetzen aufgenommen haben. Denn jetzt war sie wieder da, die alte Drohung des US-Präsidenten, die Zölle auf Importe chinesischer Güter im Volumen von 200 Mrd. USD von derzeit 10 auf 25 Prozent zu erhöhen, falls es bis Freitag ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1210)</strong>             Es mag gestern Marktteilnehmer gegeben haben, die die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Strafzölle auf China-Importe zu erhöhen, mit Entsetzen aufgenommen haben. Denn jetzt war sie wieder da, die alte Drohung des US-Präsidenten, die Zölle auf Importe chinesischer Güter im Volumen von 200 Mrd. USD von derzeit 10 auf 25 Prozent zu erhöhen, falls es bis Freitag keine Einigung im Handelskonflikt geben sollte. Und dazu sollen noch weitere bislang unbesteuerte chinesische Güter im Volumen von 325 Mrd. USD kommen, die dann ebenfalls mit einer Strafsteuer von 25 Prozent belegt werden. Wo es doch in der vergangenen Woche bereits so aussah, also ob ein Kompromiss im Handelsstreit der USA mit China nur noch eine Sache von wenigen Wochen wäre.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10500" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/07052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Gleichwohl mag es gestern aber auch Akteure gegeben haben, die zwar ebenfalls leicht aufgeschreckt waren, aber <em>nicht</em> mit Entsetzen reagierten. Ganz einfach, weil die Erfolgsmeldungen in Sachen Handelskonflikt seit Wochen von US-Seite fast einschläfernd immer gleich lauteten. Es gebe sehr gute Fortschritte, hieß es, aber auch noch bedeutende Hindernisse. Insgesamt sei man optimistisch, trugen Vertreter der Trump-Administration gebetsmühlenartig vor. Bis gestern.  </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Natürlich haben sich die Aktienmärkte – darunter ganz besonders der Shanghai Composite mit Verlusten von zeitweise mehr als 6 Prozent – anfänglich mehr oder weniger deutlich abgeschwächt. Aber sie haben sich anschließend auch wieder erholt. Und die Wechselkurse? Die typischen Krisenwährungen Schweizerfranken und Yen waren zwar anfangs gesucht, mussten aber im Verlauf der europäischen Handelssitzung (unter der feiertagsbedingten Abwesenheit japanischer und britischer Händler) diese Gewinne wieder abgeben. Mit anderen Worten: Die Trumpschen Tweets haben längst nicht so eingeschlagen, wie man es vielleicht hätte erwarten können.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bezugspunkt „100“</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Manche Akteure haben sich vermutlich auch die Frage gestellt, ob die jüngsten Drohungen des US Präsidenten lediglich Teil einer Verhandlungstaktik sein könnten. Dann wäre ja alles nicht so schlimm, so die Schlussfolgerung mancher Kommentatoren. Andere warnten indes davor, dass China womöglich die Verhandlungen ganz abbrechen könnte. Aber gestern Nachmittag schien es so, als ob sich China nicht vollends abwenden würde. Nachdem anfangs noch Meldungen die Runde machten, dass die chinesischen Unterhändler ihre Reise nach Washington – man erwartet dort Morgen eine chinesische Delegation unter Führung des chinesischen Vizepremiers Liu He – verschieben könnte, scheint sich China trotz der Drohungen Trumps kompromissbereit zu zeigen. Zumindest hörte man aus dem Außenministerium, dass eine Delegation nach Washington reisen werde. Allerdings ist unklar, ob der Vizepremier tatsächlich an den Verhandlungen teilnehmen wird und ob die angekündigten 100 Delegierten wirklich anreisen werden. Bereits jetzt scheinen sich Marktstrategen an diesen Bezugspunkt „100“ zu klammern. Denn daran, wie viele Vertreter von den 100 am Ende in die US-Hauptstadt anreisen, lässt sich nach Ansicht einiger Beobachter ermessen, wie es um die Beilegung des Handelskonflikt bestellt ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Unterdessen war auch der Dollar nur zur Handelseröffnung gestern früh in Australien vorübergehend etwas stärker gefragt, musste aber gegenüber dem Euro seine ohnehin überschaubaren Gewinne (rund 40 Stellen) allesamt wieder abgeben. Erneut wurde gestern wieder klar, dass der schwache Abwärtstrend des Euro (zwischen <strong>1,1270</strong> und <strong>1,1045/50</strong>) selbst unter dem Eindruck ungünstiger Nachrichten derzeit nicht ins Laufen kommt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/alles-nur-taktik/">Alles nur Taktik?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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