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	<title>Tulpenhausse Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Von Börsen, Beulenpest und Blumenzwiebeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2020 14:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[irrationaler Überschwang]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Tulpenhausse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich sollte ich an dieser Stelle in erster Linie über den Dollar und den Euro schreiben. Aber was dieses Währungspaar angeht, liegt abermals eine vergleichsweise unspannende Woche hinter uns. Um es kurz zu machen: Dem Euro gelang es zwar kurz, über die „big figure“ von 1,10 zu lugen, aber am Ende blieb, möglicherweise auch wegen des bevorstehenden langen Feiertagswochenendes in den USA, zum Handelsschluss am Freitag gerade mal die Hälfte vom zeitweise erreichten Wochengewinn übrig. Um wie vieles interessanter waren dagegen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0900)</strong>             Eigentlich sollte ich an dieser Stelle in erster Linie über den Dollar und den Euro schreiben. Aber was dieses Währungspaar angeht, liegt abermals eine vergleichsweise unspannende Woche hinter uns. Um es kurz zu machen: Dem Euro gelang es zwar kurz, über die „big figure“ von 1,10 zu lugen, aber am Ende blieb, möglicherweise auch wegen des bevorstehenden langen Feiertagswochenendes in den USA, zum Handelsschluss am Freitag gerade mal die Hälfte vom zeitweise erreichten Wochengewinn übrig.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12035" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Spekulation aus Langeweile</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Um wie vieles interessanter waren dagegen wieder einmal die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Nicht nur, weil sich immer mehr Menschen die Frage stellen, ob sich die auch in der vergangenen Woche wieder gestiegenen Aktienkurse vollends von der ökonomischen Realität abgekoppelt haben. Vor allem ein Beitrag der Nachrichtenagentur Bloomberg vom vergangenen Freitag ließ mich aufmerken. Sinngemäß hieß es darin, dass die wegen der Corona-Krise zu Hause eingesperrten Privatanleger sich zu Tode langweilten und daher Aktien(optionen) für sich entdeckt hätten und von diesem neuen Spielzeug geradezu besessen seien<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a>. Und diese Privatinvestoren bildeten eine starke Triebfeder hinter der jüngsten deutlichen Erholung an den Aktienmärkten. In Einzelwerten, ETFs, Optionen – you name it. Und das mit steigender Tendenz.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zurück ins 17. Jahrhundert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die aktuelle Corona-Pandemie mag wohl mit der Pest in früheren Jahrhunderten vergleichbar sein. Und das wiederum bringt mich zur berühmten Tulpeneuphorie, die sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden ereignete. So verweist etwa der US-Wirtschaftshistoriker Peter M. Garber in seinem Buch „Famous First Bubbles“ auf die erhöhte Risikobereitschaft der Menschen während Pestzeiten hin. Tatsächlich wütete in den Niederlanden ausgerechnet zwischen 1635 und 1637, also zu Zeiten besagter Tulpenzwiebel-Spekulation<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[<span style="color: #000000;"><strong>2</strong></span>]</a>, die Beulenpest, und bekanntlich nahm diese Geschichte kein gutes Ende, weder was die Gesundheit noch die Spekulation betraf. So raffte die Epidemie seinerzeit allein in Amsterdam ein Siebtel der Bevölkerung dahin.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Sinnlose Vergleiche</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stellen sich auch heute die Kommentatoren vielerorts die Frage, ob es sich bei der derzeitigen Entwicklung an den Aktienmärkten ebenfalls um den Beginn einer Spekulationsblase oder eine irrationale Übertreibung handelt. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell selbst namhafte Ökonomen mit historischen Vergleichen zur Hand sind, um die derzeitige Rallye einzuordnen. Eine Tendenz, die ich bereits zu Beginn der Corona-Pandemie feststellen konnte und die vermutlich einem zutiefst menschlichen Kontrollbedürfnis geschuldet ist: Man betrachtet die historische Entwicklung der Aktienmärkte und sucht sich hervorstechende Ereignisse heraus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So etwa den Crash von 1929, das Platzen der Dotcom-Blase kurz nach der Jahrtausendwende, die Finanzkrise im Jahr 2008: Nach einem starken Einbruch der Kurse gab es im Bärenmarkt jeweils eine deutliche Rallye. Und dann bräuchte man, so las ich, eigentlich nur noch die durchschnittliche Größenordnung dieser Erholungsbewegungen festzustellen und hochzurechnen, wie stark die derzeitige Rallye im Aktienmarkt ausfallen darf, um noch als „normal“ zu gelten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen davon, dass all diese Ereignisse nicht miteinander vergleichbar sind, sorgt der Verfügbarkeitsirrtum dafür, dass sich der Blick des Analysten automatisch nur auf diese hervorstechenden Kurseinbrüche konzentriert. Dabei gab es natürlich noch viele andere, nicht so bekannte Einbrüche an den Aktienmärkten mit signifikanten Erholungen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rationalität muss bezahlbar bleiben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ist es nun rational, derzeit an den Aktienmärkten „short“ oder nach unten abgesichert zu sein? Es mag gute rationale Gründe geben, an eine zweite Verkaufswelle zu glauben. Etwa weil die Entwicklung in den US-chinesischen Beziehungen innerhalb von Tagen so schlecht wie noch nie während der Amtszeit von US-Donald Trump geworden sind. Ein mögliches Extrem-Risiko, das zumindest in der jüngsten Umfrage der Bank of America unter globalen Fondsmanagern (8. bis 14. Mai) noch keine Rolle gespielt hatte.  Aber deswegen ist es nicht zwangsläufig irrational, Aktien long zu sein. Zumal, wenn man mit seiner Positionierung auf Seiten einer Notenbank steht, die ohne weiteres dazu imstande ist, fast unbegrenzt Geld zu drucken und damit für eine Inflationierung der Vermögens- und möglicherweise auch der Konsumentenpreise zu sorgen. Nicht umsonst hat John Maynard Keynes einmal im übertragenen Sinne geäußert, dass man sich letztlich Rationalität nur leisten kann, wenn man diese Haltung auch [bei widrigen Marktumständen] bezahlen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vergleichsweise einfach gestaltet sich dagegen derzeit die Beurteilung des Euro, vielleicht auch deswegen, weil dort kein Trend erkennbar ist. Damit bleibt die Gemeinschaftswährung zwar stabil, aber solange <strong>1,0865</strong> gehalten werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wegen der Feiertage in den USA und Großbritannien am Montag werde ich den nächsten Kommentar erst Mittwochfrüh zur Verfügung stellen</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Fußnoten</span></strong></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;">1]</span></a><span style="color: #000000;"> <a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-05-22/options-are-now-all-the-rage-for-bored-day-traders-locked-inside">https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-05-22/options-are-now-all-the-rage-for-bored-day-traders-locked-inside</a></span></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2"><span style="color: #000000;">[2]</span></a><span style="color: #000000;"> Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundaments of Early Manias. MIT Press, Cambridge, Mass. 2000, S. 37–38.</span></span></p>
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		<title>Bitcoins reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/">Bitcoins reloaded</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar mehr wert war als eine Unze Gold.</p>
<p>Und als der Kurs kurz darauf wieder nach oben schnellte und die 220 USD überschritt, musste ich nicht lange warten, bis mich mein ehemaliger Kompagnon Herman darauf ansprach, aber nicht, weil die 220er Marke einen wichtigen Chartpunkt dargestellt hätte. Vielmehr handelte es sich um den Preis, bei dem auch ich im Spätherbst 2013 nahe dran war, an der sich damals mit überwältigender Kraft aufbauenden Hausse teilzunehmen. Aber dann war mir der Markt davongelaufen.</p>
<p>Nun geriet ich erneut ins Grübeln, weil dieser Referenzpunkt sich fest in meinem Kopf verankert hatte. Denn ich musste mir ja selbst eingestehen, damals eine vermeintliche Kaufgelegenheit verpasst zu haben (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/verpasste-gelegenheit/">HIER</a></strong> und <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), während mein Kompagnon schon Kursziele von bis zu 10.000 USD pro Bitcoin ausrief – allerdings ohne ein einziges virtuelles Geldstück gekauft zu haben. Ich habe die Tage von damals nicht vergessen, an denen ich angesichts meines Pre-Commitments (eigentlich wollte ich ursprünglich kaufen) während der massiven Hausse verschiedene Stadien des Bedauerns und der Reue (Regret) durchlebte.</p>
<p>Umso mehr erfüllte es mich mit Genugtuung, als sich im Laufe des vergangenen Jahres mein Verdacht, es müsse sich bei der Entwicklung der Bitcoin-Mania um eine Abwandlung der Tulpenhausse aus dem 17. Jahrhundert handeln, bestätigte. Der Kurssturz der virtuellen Währung sollte heftiger ausfallen als die jüngste Abwertung des russischen Rubels. Und als der Wert eines Bitcoins unlängst wieder unter meinen virtuellen Einstandspreis von 220 USD fiel, sagte ich mir: „Zum Glück war ich nicht dabei!“ Mir war diese schmerzhafte Episode eines großen Gewinns, gefolgt von einem genauso großen Verlust, erspart geblieben. Denn auch ich hätte etwas, das ich bereits gewonnen hatte, nicht mehr gerne hergegeben, weil Verluste schwerer als Gewinne in gleicher Höhe wiegen. Mit anderen Worten: Ich fühlte mich plötzlich wegen dieser vermeintlich verpassten Gelegenheit sogar richtig gut<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkte als Anker</strong></p>
<p>Fast ein wenig triumphierend rief ich Herman an: „Hast Du Bitcoins gesehen? Zum Glück habe ich da nicht mitgemacht. Und Du hast mich damals deswegen ausgelacht!“ – „Dann kannst Du ja jetzt genau bei dem Niveau von 220 $ einsteigen, das Du damals verpasst hast!“, erwiderte die Stimme am anderen Ende des Telefons.</p>
<p>Ich dachte nicht im Traum daran.</p>
<p>Gestern – Bitcoins wechselten wahrscheinlich aufgrund der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB und der Wahlen in Griechenland mit einem Male für mehr als 300 USD den Besitzer – bekam ich wieder einen Anruf. „Ich habe gekauft“, teilte mir Herman trocken mit, und auch ohne dass er mir sagte, was er erworben hatte, wusste ich sofort, wovon er sprach. „Viel?“, fragte ich daher nur und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme leicht verunsichert klang. Denn sofort beschlich mich die böse Ahnung, Herman könnte jetzt mit „meinem(!)“ einstigen selbst gewählten Referenzpunkt sogar Gewinne machen. Ich fühlte mich, als ob jemand die Zahlen von meinem Lottoschein heimlich abgeschrieben und damit einen Hauptgewinn gemacht hätte, während ich selbst es versäumt hatte, den Schein am Lottoschalter abzugeben.</p>
<p>Glücklicherweise hat Herman nur einen einzigen Bitcoin gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Genau genommen hatte ich einen entgangenen Gewinn (wirkt ähnlich wie ein Verlust) in meiner Vorstellung wieder durch einen entgangenen Verlust (wirkt ähnlich wie ein Gewinn) wettgemacht</p>
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		<title>Gutes neues Jahr?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/gutes-neues-jahr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2014 16:31:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoins]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ich lese, dass 2 Millionen europäische Yahoo-Nutzer auf Ihren PCs über vireninfizierte Anzeigen zwischen dem 31. Dezember und dem 3. Januar ungewollt Malware installiert bekommen haben und einige dieser Schadprogramme einen großen Teil der Rechnerkapazität dieser befallenen Maschinen zur „Schürfung“ von Bitcoins verwendet haben soll, frage ich mich langsam, ob diese virtuelle Währung nicht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich lese, dass 2 Millionen europäische Yahoo-Nutzer auf Ihren PCs über vireninfizierte Anzeigen zwischen dem 31. Dezember und dem 3. Januar ungewollt Malware installiert bekommen haben<span id="more-6836"></span> und einige dieser Schadprogramme einen großen Teil der Rechnerkapazität dieser befallenen Maschinen zur „Schürfung“ von Bitcoins verwendet haben soll, frage ich mich langsam, ob diese virtuelle Währung nicht mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Nicht nur wegen ihrer Anziehungskraft auf kriminelle Zeitgenossen, wenn etwa Bitcoins mit gestohlener Energie oder auf geklauten Computern erstellt werden. Ob bei der Tulpenzwiebelhausse des 17. Jahrhunderts, mit der ich die Bitcoin-Entwicklung manchmal gerne vergleiche, eine ähnlich hohe kriminelle Energie aufgewandt wurde, um möglicherweise die Knospen einer Semper Augusta zu fälschen?</p>
<p>Jenseits dieser Betrachtungen muss man sich fragen, ob dieser teils massive Einsatz von Ressourcen zur Herstellung neuer Bitcoins gesellschaftlich und ökonomisch nicht sinnvoller verwendet werden kann. Da halte ich es dann doch lieber mit deutschen Aktien, deren Sentiment heute die Börse Frankfurt zum ersten Mal in diesem Jahr erhoben hat. Die manch einen möglicherweise überraschenden Ergebnisse können Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+ein+ernuechternder+start+ins+neue+jahr+62389">(hier)</a></span> kommentiert nachlesen – um die Details hat sich dieses Mal mein Mitstreiter Gianni Hirschmüller <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+ein+ernuechternder+start+ins+neue+jahr+62389#reiter=detailanalyse">(hier)</a></span> gekümmert.</p>
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		<title>Münzen-Manie</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 09:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit wurde [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit<span id="more-6699"></span> wurde die virtuelle Währung bei 220 US-Dollar  gehandelt und jetzt, während ich dies hier schreibe, liegt deren Wert bereits bei knapp 400 Dollar! Nein, ich schwöre, dass ich mich nicht darüber geärgert habe, diese Aufwärtsbewegung verpasst zu haben. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich meinem ersten Kaufdrang nicht nachgegeben, sondern mich stattdessen an meine mir vor vielen Jahren selbst auferlegte Regel gehalten habe, die da lautet: „Schlafe mindestens eine Nacht darüber, bevor Du Dich für ein Investment in einer Anlageklasse, in der Du Dich nicht wirklich auskennst, entscheidest!“</p>
<p>Dann deutete auch mein Freund und Kompagnon Herman an, dass es für einen Einstieg noch längst nicht zu spät sei. Und ein Bekannter, den ich während der Gold-Haussezeiten von 2010 und 2011 ins Herz geschlossen hatte, raunte mir verschwörerisch ins Ohr, dass man bei den Bitcoins einfach dabei sein müsse. Da seien möglicherweise Preise von zwischen fünf und 10.000 Dollar pro „BTC“ drin, meint er, vor allen Dingen wenn die US-Notenbank weiter so viel Geld drucken würde, wie sie dies zurzeit täte. Schon rechnete ich mich reich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bitcoins erreichen „Marktreife“</b></p>
<p>Dann fielen mir aber wieder meine beiden Blogbeiträge vom April (<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">hier</a> und <a href="http://www.blognition.de/blog/marketing/flucht-von-bitcoins-ins-gold/">hier</a>) ein, in denen ich die Kursentwicklung bei den Bitcoins mit der berüchtigten Tulipmania des 17. Jahrhundert verglich. So hatte sich am 4. April dieses Jahres die virtuelle Währung in weniger als zwei Wochen in ihrem Wert  verdoppelt, um dann allerdings innerhalb von sechs Stunden von 266 auf 105 Dollar herunter zu krachen. So schnell waren noch nicht einmal die Tulpenträume von vor über 300 Jahren verwelkt.</p>
<p>Heute, ein gutes halbes Jahr später, erklärte mir ein Experte, der jüngste Kursanstieg sei doch ein klarer Beweis dafür, dass Bitcoins nun endlich Marktreife erreicht hätten. „Aber nun stell dir einmal vor, wenn erst einmal PayPal Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wie ich gerüchteweise gehört habe…“, fuhr der Experte fort, „dann wirst du eine wahre Kursrakete sehen.“ Klarer Fall, wenn die breite Masse Bitcoins akzeptiert. Und PayPal könnte dafür ein Indikator sein. Aber, Vorsicht! Dieses Unternehmen wird sich vermutlich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Sofern angediente Bitcoins nicht zur Begleichung einer Rechnung im Internet akzeptiert werden, könnte PayPal aber bei Bedarf den Part eines Geldwechslers von Euro in BTC und umgekehrt spielen. Natürlich gegen stattliche Provisionen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wieder einmal schneller Reichtum für alle?</b></p>
<p>Daraufhin habe ich mir für meinen Teil im Internet die Charts diverser Spekulationsblasen angeschaut. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir erst am Anfang eines neuen Trends stehen, der gerade größeres Medieninteresse zu wecken scheint. Das sieht nach einem wunderbaren Eldorado für alle aus, könnte man meinen. Ich höre sie schon jetzt in meinem Ohr, all‘ die sagen- und märchenhaften Erzählungen davon, wie viel einige Leute mit Bitcoins verdient haben, obwohl ich die Funktionsweise und den Sinn dieser virtuellen Währung bis heute nicht richtig durchschaue.</p>
<p>Woher rührt die Faszination für dieses unsichtbare Geld, wo doch die meisten Menschen keine abstrakten Dinge mögen? Aber Bitcoin, das klingt nach harter Währung, das hat etwas von „in eine Münze  beißen“ (to bit[e in a ]coin) – hat man früher nicht so auch Goldmünzen geprüft? Da kommt einiges an psychologischen Momenten und Fallen zusammen. Die vermeintlich leichte Vorstellbarkeit einer abstrakten Währung. Oder geht es darum, im Trend zu liegen, weil Bitcoins so zukunftsweisend wirken und womöglich noch zum Statussymbol werden? Auch Neid mag dabei eine Rolle spielen, die Angst, mit dem Nachbarn nicht mithalten zu können, wenn der in großer Runde mit seinen Bitcoin-Gewinnen prahlt. Oder ist es wieder einmal der alte, nie ausgeträumte Traum, innerhalb kürzester Zeit steinreich zu werden? Das alles sind nur allzu menschliche Motive.</p>
<p>Aber erst hinterher werden wir wissen, ob wir tatsächlich reicher geworden sind. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Gerade erfuhr ich, dass eine chinesische Bitcoin-Plattform, die 1.000 Kundenkonten im Gegenwert von 4,1 Millionen US-Dollar unterhielt, sang- und klanglos „offline“ gegangen sein soll.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">Münzen-Manie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Doppelblase oder doch nur ein Dead Cat Bounce?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/doppelblase-oder-doch-nur-ein-dead-cat-bounce/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 08:06:16 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Dead Cat Bounce]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle sprechen wieder über Gold, seitdem das gelbe Metall gut die Hälfte seines Kurseinbruchs vom vorvergangenen Wochenende wieder wettgemacht hat. Zumindest sind die Stimmen der Kommentatoren auf dem Weg nach oben wieder lauter zu vernehmen als zuvor auf dem Weg nach unten. Ist das jetzt nur selektive Wahrnehmung derjenigen, die auf Goldbeständen sitzen oder derjenigen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle sprechen wieder über Gold, seitdem das gelbe Metall gut die Hälfte seines Kurseinbruchs vom vorvergangenen Wochenende wieder wettgemacht hat. Zumindest sind die Stimmen der Kommentatoren auf dem Weg nach oben wieder lauter zu vernehmen als zuvor auf dem Weg nach unten. Ist das jetzt nur selektive Wahrnehmung <span id="more-6030"></span>derjenigen, die auf Goldbeständen sitzen oder derjenigen die diese mit aufmunternden Geschichten versorgen? Ich habe zumindest den Eindruck, dass über die virtuelle „Schwester-Anlage“ Bitcoin viel weniger Aufhebens gemacht wird. Aber Bitcoins sind nicht so populär wie das gelbe Metall, obwohl sie doch von ihren Anhängern gerne mit Gold verglichen werden.</p>
<p>Aber zurück zu den Bitcoins, dessen kometenhafter Aufstieg auf zuhöchst 233 USD samt des darauf folgenden Kurssturzes nicht nur von <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">mir mit der Tulpenzwiebelhausse</a></span> des 17. Jahrhunderts verglichen wurde. Im Gegensatz zu den schönen Semper Augusta, deren Preis sich vor mehr als 300 Jahren nach dem Platzen der großen Blase nicht mehr deutlich erholen konnte, meldeten sich Bitcoins zuletzt mit aller Macht zurück. Deren Kurs erreichte nämlich gestern schon wieder 190 USD, so dass man eigentlich nicht mehr von einem so genannten Dead Cat Bounce<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>, sprechen kann. Haben wir es am Ende womöglich mit einem neuartigen Phänomen einer Doppelblase unvorstellbaren Ausmaßes zu tun?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Gehacktes zum Mittagessen</b></p>
<p>Wenn da nicht die Cyber-Attacken wären vor denen potentielle Fans abgeschreckt werden, wäre der Kurs von Bitcoins womöglich noch viel höher. Aber wir werden uns wohl an gehackte Informationen und den damit verbundenen Mini-Flash-Crashes, die wie zuletzt in auch in weitaus etablierteren Märkten Wirkung zeigten,  gewöhnen müssen. Immerhin: Ein stabiler US-Aktienmarkt steckt selbst eine Twitter-Ente wie etwa den vorgestern kolportierten Angriff aufs Weiße Haus weg. In einem kritischeren Marktumfeld hätte diese Meldung, auf die offenbar auch Handelscomputer blind reagiert hatten, möglicherweise für eine gefährliche Kettenreaktion sorgen können, weswegen einer meiner Mitstreiter vorschlug, man solle doch den Intra-Day-Handel in Aktien am besten gleich ganz einstellen und nur noch einmal am Tag eine amtliche Kursfeststellung für Aktien durchführen. Ein Verbot, für das selbst ich mich erwärmen könnte.</p>
<p>Zum Glück brauchen wir bei der allwöchentlichen Sentiment-Erhebung mit der Börse Frankfurt für den DAX noch keine Hackerattacken zu befürchten – die gestrige Erhebung <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+neue+kaeufer+lassen+trotz+korrektur+auf+sich+warten+49914">habe ich hier kommentiert</a></span>, während sich mein Kollege Gianni Hirschmüller dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+neue+kaeufer+lassen+trotz+korrektur+auf+sich+warten+49914#reiter=detailanalyse">um die Erhebungsdetails</a> gekümmert hat.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Als Dead Cat Bounce beschreibt man das letzte Aufbäumen von Aktienkursen nach einem massiven Kurssturz vor deren endgültigem Zusammenbruch, gleich einer Katze die aus großer Höhe aus dem Fenster geworfen wurde</p>
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		<title>Flucht von Bitcoins ins Gold?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 07:39:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Balse]]></category>
		<category><![CDATA[Bit-Crash]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist gerade einmal eine Woche her, dass ich mich erstmals zu Bitcoins geäußert habe und angesichts des exponentiellen  Anstiegs dieser virtuellen Währung einen Vergleich mit der Tulipmania des 17. Jahrhunderts zog. Gestern Nacht haben wir einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, was ein „BitCrash“ bedeutet. Denn nachdem der Kurs für die Kunstwährung ein neues Allzeithoch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist gerade einmal eine Woche her, dass ich mich erstmals zu Bitcoins geäußert habe und angesichts des exponentiellen  Anstiegs dieser virtuellen Währung einen Vergleich mit der <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">Tulipmania des 17. Jahrhunderts zog</a>. Gestern Nacht haben wir einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, was ein „BitCrash“ bedeutet. <span id="more-5986"></span>Denn nachdem der Kurs für die Kunstwährung ein neues Allzeithoch von 266 USD an der größten Bitcoin-Börse der Welt <i>Mt. Gox</i> erreicht hatte, kam es innerhalb von sechs Stunden zu einem Sturz, der Bitcoins temporär auf ein Tief von 105 USD krachen ließ. Das entspricht einem Wertverlust von 60 Prozent – so schnell ist noch nicht einmal der Markt für Tulpenzwiebeln vor rund 300 Jahren zusammengebrochen. Natürlich klingt es bösartig, wenn der Blogger Tyler Durden (<a href="http://www.zerohedge.com/news/2013-04-10/bitcrash-continues-down-40-and-dumping">zerohedge.com, vgl. auch den dort aufgezeigten Kursverlauf</a>) darauf hinweist, bei einem derartigen Markt gäbe es keine automatischen Trading-Unterbrechungen wie an der NYSE oder gar ein Plunge Protection Team, das ähnlich wie beim US-Aktienmarkt im Notfall in Aktion treten würde, um den Verfall der Kurse abzufangen. Unabhängigkeit von staatlichen Interventionsmöglichkeiten hat eben ihren Preis und womöglich ist gestern bereits eine Blase geplatzt, die sich mancher Akteur vor einigen Tagen noch nicht vorstellen konnte beziehungsweise überhaupt nicht für möglich hielt. Ganz zu schwiegen von denjenigen, die sich in Bitcoins bezahlen lassen und ihre Erlöse in fungiblere Valuten umtauschen möchten. Wo bleibt die ewige Nachfrage? Aber vielleicht war das alles ja nur eine „gesunde technische Korrektur“ im Aufwärtstrend. Nein, ich sollte den später folgenden „Bounce“ der Kurse auf 180 USD (das sind satte 70 Prozent!) nicht unterschlagen.</p>
<p>Allerdings glaube ich nicht, dass die gestrigen Verkäufe einen Exodus der Anleger in Richtung Gold bedeuten, auch wenn Letzteres immer wieder mit den Bitcoins gerne verglichen wird. Tatsächlich sind die Gold-Lagerbestände von ETF-Anbietern (SPDR Holdings) gestern auf den niedrigsten Stand seit Mai 2010 gefallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Manipulative Überschrift</b></p>
<p>Unterdessen sorgt sich der Daily Telegraph um die Deutschen und titelt heute (vgl. Online Ausgabe) ein Viertel der Deutschen wolle den Euro loswerden<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> – ein klassischer Fall, wie man durch „Gestaltung“ des Bezugsrahmens (Framing) einen Sachverhalt verzerrt darstellen kann. Denn die Zeitung bezieht sich auf eine bereits vor einigen Tagen publizierte Forsa-Umfrage des Handelsblatts, wonach trotz der andauernden Schuldenkrise fast 70 Prozent der Deutschen (der bislang höchste Zustimmungswert!) den Euro behalten wollen. So lässt sich richtig gut Stimmung machen.</p>
<p>Um Stimmung ging es auch bei unserer jüngsten Sentiment-Erhebung, die wir wie immer mit der Börse Frankfurt durchgeführt haben und die ich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+ein+zu+glattes+baeren+szenario+49287">hier kommentiert</a></span> habe. Um die Detailanalyse hat sich dieses Mal mein Mitstreiter <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+ein+zu+glattes+baeren+szenario+49287#reiter=detailanalyse">Gianni Hirschmüller hier</a></span> gekümmert.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Quarter of Germans ’want to drop the euro’</p>
</div>
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		<title>Wenn Goldbarren zu Bitcoins werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 08:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Lotto]]></category>
		<category><![CDATA[negativer Erwartungswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute zeitgemäß [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">Wenn Goldbarren zu Bitcoins werden</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute <span id="more-5962"></span>zeitgemäß mit Bitcoins, einer virtuelle Währung, deren Wert sich innerhalb von weniger als zwei Wochen verdoppelt hat. Es scheint also doch Menschen zu geben, die sich angesichts der Sonderbelastungen, die den Anlegern in Zypern drohen, nach alternativen Währungen umsehen, die (angeblich) nicht konfisziert werden können. Ein Analyst sprach sogar von einer Art Gold für Computer-Nerds. Da habe ich mich sofort gefragt, ob der jüngste Einbruch beim Goldpreis womöglich auf eine Flucht der Anleger zurückzuführen ist, die sich statt mit schwer transportablen Goldbarren lieber mit den leichteren, aber eben auch nicht unbegrenzt vermehrbaren Bitcoins umgeben wollen. Und das auch noch mit der Aussicht über Nacht reich zu werden, sofern sich ein anderer findet, der bereit ist, noch mehr für die gerade erst erworbene Kunstwährung zu bezahlen. Es zeigt sich also wieder einmal: Vertrauen ist mithin eine Frage von Konventionen, selbst wenn diese nur Modecharakter haben sollten. Wollen wir hoffen, dass beim nächsten Deal in Bitcoins nicht das Endgerät beim Anleger gerade den Geist aufgibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ärger mit der Lostrommel</b></p>
<p>Natürlich möchte auch ich über Nacht reich werden, weswegen ich mich gestern dazu entschlossen hatte, mit einem Quicktipp am Mittwochslotto teilzunehmen. Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich dabei nicht nur meine extrem niedrigen Gewinnwahrscheinlichkeiten überbewerte, sondern auch noch an einem Spiel mit negativem Erwartungswert teilnehme. Aber der Spaß ist mir manchmal mehr wert als jede ökonomische Vernunft. Dieser sogenannte Spaß hörte jedoch gestern Abend auf, als ich erfuhr, dass die Ausspielung der Lottozahlen, bei der ich auch noch ausgerechnet vier richtige Zahlen getippt hatte, annulliert worden war, weil zwei Kugeln beim Start des Spielgeräts nicht in die Trommel gefallen waren. Stattdessen gab es eine Ersatzziehung, bei der ich natürlich leer ausging. Nicht auszudenken, wenn ich bei der ersten Ziehung gar sechs Richtige gehabt hätte! Aber auch für meinen „Vierer“ hätte es etwas gegeben – gerade kleine entgangene Gewinne können besonders viel Unmut bereiten.</p>
<p>Über entgangene Gewinne müssen sich indes die Anleger, die bei der jüngsten Korrektur des DAX rechtzeitig eingestiegen sind, nicht ärgern. Ob für diese Investoren weiterhin Anlass zur Freude besteht, können sie dem Kommentar meines Kollegen Gianni Hirschmüller zum DAX-Sentiment, die die Börse Frankfurt jede Woche erhebt, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821">hier entnehmen</a>. Ich selbst habe mich um die Prognosedetails gekümmert, die Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821#reiter=detailanalyse">hier lesen</a></span> können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">Wenn Goldbarren zu Bitcoins werden</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Rotes Gold</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 14:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor kurzem wurde in den hiesigen Medien von einer sagenhaften Teehausse in China berichtet, die einen fast schon an die Tulpeneuphorie von 1637 erinnerte. Und schon wieder sorgt China für eine Mega-Hausse: Jetzt ist der Bordeaux-Weinmarkt dran. Worüber ich als Wein-Liebhaber, der sich seit Jahren ausgerechnet auf dieses Segment konzentriert hat, eigentlich glücklich sein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rotes-gold/">Rotes Gold</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor kurzem wurde in den hiesigen Medien von einer sagenhaften Teehausse in China berichtet, die einen fast schon an die Tulpeneuphorie von 1637 erinnerte. Und schon wieder sorgt China für eine Mega-Hausse: <span id="more-6636"></span>Jetzt ist der Bordeaux-Weinmarkt dran. Worüber ich als Wein-Liebhaber, der sich seit Jahren ausgerechnet auf dieses Segment konzentriert hat, eigentlich glücklich sein müsste. Das werden mir vermutlich jetzt einige meiner Freunde sagen. Für mich allerdings ist dieses Glück sehr zwiespältig, denn ich, der Genussmensch, muss mich wieder einmal zwischen Geldverdienen und Genießen entscheiden.</p>
<p>Was ist passiert? Bereits seit einigen Jahren befinden sich Weine aus Bordeaux in einem relativ stabilen Aufwärtstrend, der sich – gemessen am Live-Ex Fine Wine 100  Index* – zuletzt noch einmal deutlich verstärkt hat: In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Preise für die besten Rotweine mehr als verdreifacht. Richtig dramatisch wurde es jedoch erst Ende Oktober, als bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s in Hongkong eine Flasche Chateau Lafite-Rothschild aus dem Jahre 1869 alle Rekorde brach und für mehr als 233.000 USD den Besitzer wechselte. Und zwei Kisten des gleichen Weines aus dem Jahr 2009, deren Preis vor der Auktion mit 10.000 bis 15.000 USD je Kiste taxiert wurde, fanden erst bei 68.832 USD den Zuschlag. Übrigens: Alle 284 Lots gingen ausnahmslos an asiatische Bieter.</p>
<p>Mehr als 1.000 USD für eine Flasche Wein bei der 2009er Subskription zu bezahlen fand ich schon vor ein paar Monaten irrwitzig, wenn nicht gar dekadent. Aber mehr als 5.000 USD? Klar, den 1869er Lafite wird man vermutlich nie öffnen, sondern als Status-Symbol irgendwo in eine Vitrine stellen. Und auch die anderen überteuren Weine werden zumindest hierzulande nur in seltenen Fällen geöffnet werden. Kein Wunder, dass sich angesichts dieses Höhenrausches allerorten Spekulanten melden, die den schnellen Dollar machen wollen. Zum Nachteil aller Weinliebhaber, die sich das rote Gold nicht mehr leisten, geschweige denn sich trauen, dasselbe die Kehle herunterlaufen zu lassen.</p>
<p>Und so kann man sich glücklich schätzen, wenn man sich bei einer längst ausgebuchten Raritätenprobe des Schweizer Weinpapstes im Herbst 2011 einen Platz ergattert hat. Auch wenn ich selbst diesmal nicht teilnehmen kann, hat mich <a href="http://www.weingabriel.ch/360101/index.html">René Gabriels Versprechen auf seiner Homepage beeindruckt</a>. Er versichert, dieses Event, an dem unter anderem ein 1878er und ein 1887er Chateau Lafite-Rothschild geöffnet werden sollen, nicht unter fadenscheinigen Gründen abzusagen, um die Preziosen mit hohem Gewinn nach Fernost zu verkaufen. Es gibt also doch noch Menschen, denen der gemeinsame Genuss über ihre Gier geht. Auch ich werde meine Weine nicht verkaufen, sondern lieber selbst trinken – und das mit Freude!</p>
<p>*Es handelt sich dabei um die führende Benchmark der Weinindustrie – Bordeaux ist mit etwa 91 Prozent im Index am stärksten vertreten.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Der_Goldberg">Folgen Sie mir auf Twitter!</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rotes-gold/">Rotes Gold</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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