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	<title>Spekulationsblase Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Blow-off</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 09:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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		<category><![CDATA[US-Staatsanleihen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was die Aktienmärkte angeht, sind die Blasen-Ängste in der vergangenen Woche keineswegs verschwunden. Im Gegenteil: Immer wieder verweisen Kommentatoren und Experten auf die Gefahr hin, dass die Bubble zum Platzen reif sei. Bislang ist nichts passiert, aber natürlich kann so etwas tatsächlich irgendwann geschehen, und dann wird mindestens einer der warnenden Auguren Recht bekommen. Obwohl es keinen objektiven Maßstab dafür gibt, wann eine Spekulationsblase in einem Markt vorhanden ist, ganz zu schweigen davon ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blow-off/">Blow-off</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer die Medienberichte der vergangenen Woche über die USA verfolgt hat, konnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass mit der Vereidigung Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA ein neues Zeitalter angebrochen sei. Die Aktienmärkte jedenfalls applaudierten auf ihre Art und warteten mit neuen Höchstständen auf. Wahrscheinlich nicht, weil Joe Bidens im Vergleich zu seinem Vorgänger Donald Trump einen menschlicheren Anstrich zu haben scheint. Vielmehr geht es an den Finanzmärkten nur um eines: Geld. Und Geld soll nun gleich am Anfang der Ära Biden reichlich fließen, sofern man an das verkündete 1,9 Billionen USD schwere Konjunkturpaket denkt. Und an ein Statement der designierten Finanzministerin Janet Yellen, dass Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen steigenden US-Staatsverschuldung hintanzustehen hätten. Und Steuererhöhungen? Die werden irgendwann später kommen, aber eben nicht in der nahen Zukunft, so die Wahrnehmung vieler Akteure. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12991" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bereits eingepreist</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während die Aktienmärkte in Feierlaune waren und selbst hierzulande einen kleinen Wochengewinn beim DAX zeitigten, ist beim Handel mit den US-Staatsanleihen merklich Ruhe eingekehrt. Während die Renditen in den ersten Tagen nach der Stichwahl in Georgia, die den Demokraten eine hauchdünne Mehrheit im US-Senat bescherte, im Vorgriff auf das Konjunkturpaket rasant nach oben zogen, ist nun etwa bei den Renditen der Anleihen mit zehnjähriger Fälligkeit die zweite Woche hintereinander jeweils ein – wenn auch winziger – Verlust zu verbuchen. Kurzum: Der starke Abverkauf der Staatsanleihen ist unterbrochen worden. Nicht zuletzt, weil nun ein deutlicher Anstieg der Kerninflation eingepreist scheint und zudem sehr wahrscheinlich ist, dass das Konjunkturpaket in der ursprünglich geplanten Höhe nicht ohne Probleme den Senat passieren wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Reich sein und reich werden</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Aktienmärkte angeht, sind die Blasen-Ängste in der vergangenen Woche keineswegs verschwunden. Im Gegenteil: Immer wieder verweisen Kommentatoren und Experten auf die Gefahr hin, dass die Bubble zum Platzen reif sei. Bislang ist nichts passiert, aber natürlich kann so etwas tatsächlich irgendwann geschehen, und dann wird mindestens einer der warnenden Auguren Recht bekommen. Obwohl es keinen objektiven Maßstab dafür gibt, wann eine Spekulationsblase in einem Markt vorhanden ist, ganz zu schweigen davon – und das ist entscheidend –, wann diese platzt, habe ich <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://heisenbergreport.com/2021/01/22/those-who-want-to-stay-rich/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong> ein wunderbares Zitat des Chef-Investmentstrategen der Bank of America vom vergangenen Donnerstag gefunden. „Es gibt zwei Arten von Investoren. Diejenigen, die reich werden wollen, und diejenigen, die reich bleiben wollen. Wenn sich diejenigen, die reich bleiben wollen, so verhalten, wie diejenigen, die es werden wollen, befinden wir uns vermutlich in einer späten Phase eines spekulativen Blow-off“, so Michael Hartnett.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Illusionäre Absicherung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Statement passt trefflich zu einer Erfahrung, die ich unlängst gemacht habe. Ein(e) durchaus eher konservative(r) Investor(in) wollte eigentlich nie etwas mit dem Bitcoin Markt zu tun haben, weil dieser „viel zu spekulativ“ und unüberschaubar sei. Bis zum Ende vorvergangener Woche. Plötzlich änderte sich, vermutlich angeregt durch die exponentiellen Kurssteigerungen der Crypto-Währung, seine/ihre Einstellung. Darüber war ich nachgerade richtig erschrocken, zumal ich bekanntlich nicht viel mit Bitcoins am Hut habe (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/12/kleine-und-grosse-korrekturen/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>). Meine Warnung, dass die digitale Bitcoin-Brieftasche, die sogenannte <em>Wallet</em>, gehackt werden oder, wie kürzlich zu hören war, ein verlorenes Passwort den Zugang zu gekauften Coins im Gegenwert von mehreren Millionen USD für immer verwehren könnte, wurde von meinem Gegenüber umgehend entkräftet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Er/sie habe ein Vehikel gefunden, wie man indirekt am Bitcoin-Boom teilnehmen könne, ohne die von mir genannten Risiken eingehen zu müssen. Ich erfuhr zwar nicht, welches Vehikel gemeint war, aber ich denke, es handelt sich möglicherweise um börsennotierte handelbare Anteile am Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a>. Mental mag sich ein solches Investment wie das in eine Aktie anfühlen. Eine Aktie, deren Kurs allerdings immer noch zu großen Teilen von einem hochspekulativen Investment abhängt. Wollen wir hoffen, dass alles gut geht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Euro-Händler haben es dagegen zurzeit halb so wild, aber immerhin konnte die Gemeinschaftswährung einen kleinen Wochengewinn in Höhe von 0,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar verbuchen. Auch wenn die Gemeinschaftswährung während der vergangenen vier Handelstage graduell steigende Tageshochs produzierte, ist sie dennoch erst oberhalb von <strong>1,2235</strong> und insofern auch nur halbwegs aus dem Schneider.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong></span>]</a> GBTC ist der mit Abstand größte Bitcoin Trust (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://decrypt.co/resources/gbtc-everything-you-need-to-know-about-the-grayscale-bitcoin-trust" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>).</span></p>
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		<title>Dollar-Interventionen doch nicht vom Tisch?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2019 04:54:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Interventionen]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsstrukturkurve]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am gestrigen Handelstag haben die Finanzmärkte spürbar Luft geholt, und auch der Dollar-Handel verlief in relativ engen Bahnen. Vermeintliche Ursache: Die People‘s Bank of China hatte gestern ihre Währung gegenüber dem US-Dollar fester als erwartet amtlich fixiert. Vielerorts wurde diese Aktion als Zeichen gewertet, dass sich die Zentralbank darum bemüht, ihre eigene Währung zu stabilisieren. Ob dieses Verhalten dauerhaft sein wird, kann man durchaus bezweifeln. Aber letztlich greifen</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1190)</strong>             Am gestrigen Handelstag haben die Finanzmärkte spürbar Luft geholt, und auch der Dollar-Handel verlief in relativ engen Bahnen. Vermeintliche Ursache: Die People‘s Bank of China hatte gestern ihre Währung gegenüber dem US-Dollar fester als erwartet amtlich fixiert. Vielerorts wurde diese Aktion als Zeichen gewertet, dass sich die Zentralbank darum bemüht, ihre eigene Währung zu stabilisieren. Ob dieses Verhalten dauerhaft sein wird, kann man durchaus bezweifeln. Aber letztlich greifen die Marktteilnehmer gerade in Zeiten eines eskalierten Handelskrieg und wenn Spekulationen über einen drohenden Währungskrieg die Runde machen, nach jedem Indiz, dass solche Szenarien weniger wahrscheinlich aussehen lässt. Dazu gehörten auch die chinesischen Handelsbilanzdaten von gestern.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10946" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/09082019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/09082019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/09082019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jedenfalls fiel die Reaktion an den Finanzmärkten dies- und jenseits des Atlantiks gleich aus. So konnten sich die Aktienkurse etwas erholen, und die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen zog vorübergehend auf 1,79 Prozent an, nachdem sie am Mittwoch noch marginal unter der Marke von 1,6 Prozent gelegen hatte. Und dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die US-Zinsstrukturkurve, bei der die Akteure ganz besonders auf den Renditeabstand zwischen besagten Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit blicken. Ist dieser sogenannte Spread aufgrund der (abschnittsweise) invertierten Zinsstrukturkurve negativ, gilt dies als Vorbote einer Rezession in den darauffolgenden 12 bis 24 Monaten. Zumindest zeigt dies eine Studie der Fed von San Francisco aus dem vergangenen Jahr. Danach ist allen neun Rezessionen in den USA während der vergangenen 50 Jahre ein negativer Spread zwischen jenen beiden Fälligkeiten vorausgegangen. Man kann sich vorstellen, dass das Entsetzen groß war, als sich der Abstand zwischen den zehnjährigen Treasuries und den dreimonatigen T-Bills am vergangenen Mittwoch auf -40 Basispunkte vergrößerte. Aber weil sich gestern glücklicherweise die Rendite der zehnjährigen Papiere erholt hatte, schrumpfte der Abstand auf -30 Punkte.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsrisiko „viel höher als nötig“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings wird häufig unterschlagen, dass es in den der Vergangenheit auch Fälle gab, in denen auf eine inverse Zinsstrukturkurve keine Rezession folgte. Außerdem wiesen wir erst gestern darauf hin, dass die große Gefahr einer solchen Betrachtungsweise darin besteht, dass sich die Rezessionsängste in einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale, sozusagen als Self-fulfilling prophecy, niederschlagen können. Mehr Angst bedeutet gleichzeitig Suche nach sicheren Anlagen wie den langlaufenden US-Staatsanleihen, deren Rendite durch die gestiegene Nachfrage abermals sinkt, so dass sich gleichzeitig deren negativer Abstand zu den dreimonatigen T-Bills weiter vergrößert. Nicht umsonst hat der frühere US-Finanzminister und Regierungsberater während der letzten Rezession, Lawrence Summers, gestern darauf hingewiesen, dass das Risiko einer Rezession eigentlich „viel höher als notwendig“ sei.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">     </span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Blasengefahr</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch machte gestern ein Kommentator darauf aufmerksam, dass die globalen Anleihemärkte mit vielfach negativen Renditen, begleitet von einer Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen nahe dem Allzeittief, eventuell zu heiß gelaufen seien. Eine Situation, die möglicherweise mit der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende vergleichbar sei.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es gibt vermutlich zwei Dinge, die sich Finanzmarktakteure derzeit kaum vorstellen können. Dass es tatsächlich eine Einigung im US-chinesischen Handelskonflikt gibt, was sinkende Anleihekurse und schwindende Rezessionsängste zur Folge hätte. Zum anderen scheint es das Wort „Inflation“ im Vokabular der Akteure nicht mehr zu geben. Möglicherweise wird dieser Begriff auch nicht so schnell wieder auftauchen. Aber sollten die Strafzölle im Handelskrieg und der damit verbundene Protektionismus tatsächlich mittelfristig greifen, hätte dies nach gängiger Definition eine Wirkung: Inflation und letztlich fallende Anleihekurse.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Unterdessen hat sich der Euro gegenüber dem US-Dollar gestern regelrecht eingeigelt und den zweiten Handelstag hintereinander eine noch engere Handelsspanne als am Vortag produziert. Der Euro bleibt in seiner Seitwärtsentwicklung mit Grenzen zwischen <strong>1,1100/05 </strong>und <strong>1,1365/70</strong> (<strong>1,1410</strong>), wobei wir weiterhin die Chance für einen Test der oberen beiden Begrenzungen höher einschätzen. Daran änderten auch die von Matteo Salvini (Lega Nord) gestern Abend geforderten Neuwahlen in Italien nichts.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">PS: In einem Tweet wurde gestern Abend deutlich: Donald Trump ist von einem festen Dollar nicht begeistert. Sind etwaige US-Interventionen gegen den Dollar, entgegen eines früheren Statements seines Chefberaters Larry Kudlow vom 26. Juli (vgl. <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/07/29/us-wachstumsueberraschung-laesst-dollar-kalt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></span></strong>) doch nicht vom Tisch?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Belcanto und Börse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2015 16:05:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Kunsterlebnis, so lehrt der Philosoph Kant, soll uns vorübergehend aus der Welt der Zweckmäßigkeit, des Gewinnstrebens und der Nutzenmaximierung entführen und vielmehr unser „interesseloses Wohlgefallen“ wecken, uns für einen Moment innehalten lassen. Bis vor ein paar Tagen glaubte auch ich, dass mich gelungene Opernaufführungen und die Beschäftigung mit dieser Welt aus dem Börsenalltag entführen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Kunsterlebnis, so lehrt der Philosoph Kant, soll uns vorübergehend aus der Welt der Zweckmäßigkeit, des Gewinnstrebens und der Nutzenmaximierung entführen und vielmehr unser „interesseloses Wohlgefallen“ wecken, uns für einen Moment innehalten lassen. Bis vor ein paar Tagen glaubte auch ich, dass mich gelungene Opernaufführungen und die Beschäftigung mit dieser Welt aus dem Börsenalltag entführen könnten. Zumal ich als Späteinsteiger in dieses Sujet noch so viel Neues wahrnehmen und erleben darf, dass jeder Komponist und jedes Werk aus jener Zeit meine volle Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.</p>
<p>Und da Anfang Juni in Halle die Händelfestspiele stattfinden werden und ich mich schon jetzt auf den Genuss mehrerer Aufführungen freue, begann ich vor wenigen Tagen, mich ein wenig intensiver mit Leben und Werk des neben Johann Sebastian Bach wohl bedeutendsten Komponisten des Barock zu beschäftigen.</p>
<p>Aber ich staunte nicht schlecht, als ich in der Händel-Biografie von Christopher Hogwood las, dass Händel ab dem Frühjahr 1719 auch als Opernunternehmer tätig war, die Leitung der Royal Academy of Music übernahm und ein Jahr später sogar einen formalen Antrag auf die Gründung einer Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 10.000 englischen Pfund stellte. Wenn ich an das Jahr 1720 denke, fällt mir natürlich fast sofort die große Spekulationsblase ein, die in jenem Jahr geplatzt war. Die Rede ist vom so genannten „South Sea Bubble“ und der South Sea Company, wobei ich mir immer schon die Frage gestellt habe, was die Investoren seinerzeit dazu veranlasst haben mag, Aktien von Gesellschaften zu zeichnen, deren konkrete Zielsetzung gemäß Satzung darin bestand, „etwas Großartiges zu schaffen“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Arien treiben Kurse</strong></p>
<p>Offensichtlich muss es damals ein richtiges Börsenfieber gegeben haben, denn auch die Opernaktien von Georg Friedrich Händel wurden mit viel Volatilität an der Londoner Börse gehandelt. Konnte man auch mit den Aktien einer Operngesellschaft tatsächlich reich werden? Damals war der Falsettgesang in Mode, so dass die Opernhäuser regelrecht darum wetteiferten, die bedeutendsten Kastraten engagieren zu können. Und der Aktienkurs von Händels Opern-AG reagierte anscheinend genauso auf Neuigkeiten wie die Papiere heutzutage. So soll etwa in einer Notiz aus <em>The Theatre</em> vom 8. März 1720 zu lesen gewesen sein<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>: „Bei der Probe am vergangenen Freitag übertraf Signor Nihilini Beneditti seine bisher bekannte Tonhöhe um einen Halbton. Die Opernaktien standen auf 83einhalb, als er begann, auf 90, als er endete“– Da musste ich doch schmunzeln. Wo doch im Sommer 1720 die Aktien der South Sea Company einen massiven Kurssturz hinnehmen mussten. Ein Crash, der nicht ohne Folgen für Londons Gesellschaft und die großen Banken bleiben sollte. Großaktionäre verschwanden, Direktoren wichtiger Banken gingen bankrott, irgendwie waren alle vom Börsencrash betroffen.</p>
<p>Dennoch: Trotz des Zusammenbruchs der South Sea Company machte die Operngesellschaft Händels weiter. Im November 1720 begann die zweite Spielzeit in bester Besetzung. Und die Gage des ersten Sängers, besetzt vom Kastraten Francesco Bernardi Senesino, soll sogar trotz des Aktiencrashs immer noch 2000 Pfund pro Jahr betragen haben! Mit anderen Worten: Gesungen wird immer.</p>
<p>Dass wir von Börsenfieber am deutschen Aktienmarkt noch ein gute Stück entfernt sind, zeigt auch die jüngste Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt, die ich dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+kaufgelegenheit+ohne+nachfrager+82344"><strong>HIER</strong></a> kommentiert habe. Immerhin sind die Barockopern – heute oft mit großartigen Countertenören besetzt – derzeit wohl genauso gut besucht wie vor knapp 300 Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Hogwood, Christopher (2000): <em>Händel, eine Biographie</em>, Insel Verlag Frankfurt und Leipzig, S. 140</p>
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		<title>„Blase, na und?“</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/blase-na-und/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2014 07:22:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
		<category><![CDATA[Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An den ersten Handelstagen im neuen Jahr wird immer nach Vorzeichen und Hinweisen gesucht, wie es denn weitergehen könne mit dem DAX. Vor allen Dingen die Nachfrage nach Punktprognosen, wo das Börsenbarometer wohl Ende des Jahres 2014 stehen werde, ist groß. Da ich solche Vorhersagen als Gesellschaftsspiel für Börsianer betrachte, bei denen ohnehin mit hoher [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An den ersten Handelstagen im neuen Jahr wird immer nach Vorzeichen und Hinweisen gesucht, wie es denn weitergehen könne mit dem DAX. Vor allen Dingen die Nachfrage nach Punktprognosen, wo das Börsenbarometer wohl Ende des Jahres 2014 stehen werde, ist groß. Da ich solche Vorhersagen als Gesellschaftsspiel für Börsianer betrachte,<span id="more-6830"></span> bei denen ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit diejenigen richtig tippen werden, die mit den Märkten am wenigsten zu tun haben, war ich richtig froh, als ich am Wochenende bei Spiegel online drei gute Gründe für einen Einstieg in den Aktienmarkt (und drei dagegen) serviert bekam. Wobei mich zugegebenermaßen die Kaufargumente mehr interessierten. Die Aktie, so las ich, sei momentan alternativlos, die deutsche, aber auch die europäische Wirtschaft laufe gut und habe teilweise noch Nachholbedarf. Meinetwegen. Das dritte Argument klang dagegen fast schon ein wenig keck: „Blase, na und?“, fragte der Autor und erklärte, die aktuelle Hausse beim DAX sei ja nicht einmal fünf Jahre alt. Frühere Boomphasen hätten indes  länger gedauert. Und am Ende münde die Stimmung in eine allgemeine Euphorie. Dass wir noch nicht so weit sind, kann auch ich bestätigen. Aber die Sorglosigkeit des Autors, der zu glauben scheint, man könne, selbst wenn sich derzeit eine solche Blase ausdehnen sollte, noch ordentlich Geld bis zu deren Platzen verdienen, stimmte mich dann doch nachdenklich.</p>
<p>Tatsächlich konnte man in der Börsenszene noch Mitte vergangenen Jahres viele Menschen antreffen, die angesichts der starken Aufwärtstrends an manchen Aktienmärkten schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kamen. Verbunden mit dem kategorischen Imperativ eines „Finger weg!“ So auch beim DAX. Was danach kam, ist hinlänglich bekannt – es ging weiter nach oben, und das vergangene Jahr wurde knapp unter dem Allzeithoch beendet. Für viele stiegen die Kurse also viel weiter als gedacht. Und wer in den vergangenen beiden Jahren aus nachvollziehbaren Gründen gegen diesen Trend gehalten hat oder gar zum x-ten Mal dessen großen Zusammenbruch ausrief, mag nunmehr zu dem Schluss gekommen sein, dass sich die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt möglicherweise selbst jetzt noch viel weiter nach oben entwickeln könnte, als man das bisher geglaubt hatte. Vielleicht mag dies den Autor von Spiegel online zu der kühnen Annahme verleitet haben, man könne Blasen womöglich sogar reiten. Und zwar so lange, bis sie platzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ritt auf der Blase</b></p>
<p>Ich hingegen bin skeptisch, ob dergleichen gelingen kann. Denn Blasen sind typischerweise dadurch gekennzeichnet, dass Menschen ein viel zu starkes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten (overconfidence) an den Tag legen, so dass, vor allem in Phasen der Euphorie, ihr Blick auf die Märkte vernebelt ist. Zusätzlich kann uns das Erfolgsgerede der anderen, erfolgreichen Mitstreiter an den Märkten am Ende einer Blasenphase ohnehin so sehr beeindrucken, dass wir gerade dann auf keinen Fall aussteigen möchten. Genauso wie der sichtbare Beweis täglicher Erfolge, der selbst eingefleischte Warner verstummen lässt.</p>
<p>Und wer am Allzeithoch steht und gerade darüber nachgrübelt, ob er die Party verlassen möchte, dann aber zulange zögert und schließlich mitansehen muss, wie sein Lieblingsinvestment plötzlich und scheinbar aus dem Nichts an einem Tag mehrere Prozent seines Wertes verliert, wird sich schnell damit beruhigen, es handele sich doch nur um eine gesunde Korrektur. Und mental sorgt der Bezugspunkt <i>verpasstes Allzeithoch</i> ohnehin dafür, dass sich die meisten Akteure in diesem Moment in einer Verlustsituation wähnen. Relative Verluste, die man versucht wieder wettzumachen, statt sie im Zweifel zu realisieren und auszusteigen. Nein, die meisten von uns werden es nicht merken, wenn just in einem solchen Augenblick die Blase platzt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blase-na-und/">„Blase, na und?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Hässliches Ende einer Blase</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2013 07:12:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Heute scheint wieder Blasentag zu sein. Zu dieser Erkenntnis gelange ich, wenn ich mir den derzeitigen Aufmacher von Spiegel online Die Billionen-Blase betrachte. Danach pumpen sich bei Aktien und Anleihen – aber nur „womöglich“ – gewaltige Spekulationsblasen auf. Denn wenn die Zinsen steigen, drohe der Crash, lese ich. Auch dass die Börsenkurse nicht den Fundamentaldaten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute scheint wieder Blasentag zu sein. Zu dieser Erkenntnis gelange ich, wenn ich mir den derzeitigen Aufmacher von Spiegel online <i>Die Billionen-Blase</i> betrachte. Danach pumpen sich bei Aktien und Anleihen<span id="more-6160"></span> – aber nur „womöglich“ – gewaltige Spekulationsblasen auf. Denn wenn die Zinsen steigen, drohe der Crash, lese ich. Auch dass die Börsenkurse nicht den Fundamentaldaten gehorchten – das taten sie auch häufig schon vor der Krise nicht – wird vom Verfasser bemängelt. Dann wird die Politik des billigen Geldes der USA und Japans, die &#8222;normalerweise&#8220; zu Inflation führen soll, als weiteres Blasenindiz angeführt. Aber von Inflation sei gar nicht so viel zu sehen, wird sogleich wieder relativiert. Wahrscheinlich ist jedoch der Waren- und Güterkorb einfach nicht richtig zusammengesetzt. Aber: im Mai sind Lebensmittel und Lottospielen (das habe selbst ich gemerkt) teurer geworden. Schließlich wird auch noch eine Studie angeführt, wonach eine lockere Geldpolitik die Risikoaversion der Investoren zu verringern scheint und diese deswegen mehr Risiken in Form von Aktieninvestments eingehen. Die Folge: eine Vermögenspreisinflation.</p>
<p>Jetzt könnte ich mich natürlich zurücklehnen und ganz schnell damit beruhigen, es handele sich lediglich um einen dieser reißerischen Artikel, wie man sie im Internet jeden Tag zu lesen bekommen kann. Aber solch prominent platzierte Beiträge werden natürlich von einer breiten Leserschaft wahrgenommen. Und wenn man jene dann so liest, sieht auch noch alles plausibel und einfach aus. Ja, der Leser möchte Finanzmärkte zum Anfassen, hat mir unlängst ein Bekannter gesagt. „Bitte nichts Kompliziertes zum Thema Geld“. Doch diese Einfachheit hat den Preis, dass man recht leicht eine Suppe aus Hausmacherökonomie und viel Spekulativem, gewürzt mit ein, zwei wissenschaftlichen Studien serviert bekommen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Trampelt die Herde wieder?</b></p>
<p>Am Ende bleibt der Anleger mit der Erkenntnis, er werde auf dem Sparkonto keine Zinsen bekommen, und dass sich Anleihen und Aktienkurse, aber auch Immobilien  in einer gefährlichen Blase befinden. Es handele sich um einen herdengetriebenen Boom, dessen Entstehung zwar nicht durch makroökonomische Daten gedeckt und durch die realwirtschaftliche Entwicklung nicht mehr zu begründen sei, wird schließlich Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI, zitiert. Das riecht nach irrationalem Verhalten. Dann aber sollten wir zumindest nicht erwarten, dass sich die Blase nach rationalen Gesetzmäßigkeiten und den darauf basierenden Expertenprognosen entladen wird. Tatsächlich weiß niemand so richtig, was eigentlich passieren wird. Eine Unsicherheit, die vor allem Analysten und Experten hassen. Deswegen <i>muss</i> die Blase zwangsläufig „hässlich“ enden.</p>
<p>Von euphorisierten Anlegern, scheint zumindest bei den von der Börse Frankfurt allwöchentlich Befragten institutionellen und privaten Investoren indes nichts zu sehen zu sein. Vielmehr herrscht weiterhin eine gesunde, aber vielfach leider kostspielige Skepsis vor. Also etwas, das nicht so recht zu einem Börsenboom passen will. Die Auswertung der <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+ein+unerfuellter+baeren+traum+51730">gestrigen Stimmungserhebungen</a></span> können Sie hier lesen – um die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+ein+unerfuellter+baeren+traum+51730#reiter=detailanalyse">Detailanalyse</a></span> hat sich mein Kollege Gianni Hirschmüller kümmert.</p>
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		<title>Doppelblase oder doch nur ein Dead Cat Bounce?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 08:06:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Dead Cat Bounce]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle sprechen wieder über Gold, seitdem das gelbe Metall gut die Hälfte seines Kurseinbruchs vom vorvergangenen Wochenende wieder wettgemacht hat. Zumindest sind die Stimmen der Kommentatoren auf dem Weg nach oben wieder lauter zu vernehmen als zuvor auf dem Weg nach unten. Ist das jetzt nur selektive Wahrnehmung derjenigen, die auf Goldbeständen sitzen oder derjenigen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle sprechen wieder über Gold, seitdem das gelbe Metall gut die Hälfte seines Kurseinbruchs vom vorvergangenen Wochenende wieder wettgemacht hat. Zumindest sind die Stimmen der Kommentatoren auf dem Weg nach oben wieder lauter zu vernehmen als zuvor auf dem Weg nach unten. Ist das jetzt nur selektive Wahrnehmung <span id="more-6030"></span>derjenigen, die auf Goldbeständen sitzen oder derjenigen die diese mit aufmunternden Geschichten versorgen? Ich habe zumindest den Eindruck, dass über die virtuelle „Schwester-Anlage“ Bitcoin viel weniger Aufhebens gemacht wird. Aber Bitcoins sind nicht so populär wie das gelbe Metall, obwohl sie doch von ihren Anhängern gerne mit Gold verglichen werden.</p>
<p>Aber zurück zu den Bitcoins, dessen kometenhafter Aufstieg auf zuhöchst 233 USD samt des darauf folgenden Kurssturzes nicht nur von <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">mir mit der Tulpenzwiebelhausse</a></span> des 17. Jahrhunderts verglichen wurde. Im Gegensatz zu den schönen Semper Augusta, deren Preis sich vor mehr als 300 Jahren nach dem Platzen der großen Blase nicht mehr deutlich erholen konnte, meldeten sich Bitcoins zuletzt mit aller Macht zurück. Deren Kurs erreichte nämlich gestern schon wieder 190 USD, so dass man eigentlich nicht mehr von einem so genannten Dead Cat Bounce<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>, sprechen kann. Haben wir es am Ende womöglich mit einem neuartigen Phänomen einer Doppelblase unvorstellbaren Ausmaßes zu tun?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Gehacktes zum Mittagessen</b></p>
<p>Wenn da nicht die Cyber-Attacken wären vor denen potentielle Fans abgeschreckt werden, wäre der Kurs von Bitcoins womöglich noch viel höher. Aber wir werden uns wohl an gehackte Informationen und den damit verbundenen Mini-Flash-Crashes, die wie zuletzt in auch in weitaus etablierteren Märkten Wirkung zeigten,  gewöhnen müssen. Immerhin: Ein stabiler US-Aktienmarkt steckt selbst eine Twitter-Ente wie etwa den vorgestern kolportierten Angriff aufs Weiße Haus weg. In einem kritischeren Marktumfeld hätte diese Meldung, auf die offenbar auch Handelscomputer blind reagiert hatten, möglicherweise für eine gefährliche Kettenreaktion sorgen können, weswegen einer meiner Mitstreiter vorschlug, man solle doch den Intra-Day-Handel in Aktien am besten gleich ganz einstellen und nur noch einmal am Tag eine amtliche Kursfeststellung für Aktien durchführen. Ein Verbot, für das selbst ich mich erwärmen könnte.</p>
<p>Zum Glück brauchen wir bei der allwöchentlichen Sentiment-Erhebung mit der Börse Frankfurt für den DAX noch keine Hackerattacken zu befürchten – die gestrige Erhebung <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+neue+kaeufer+lassen+trotz+korrektur+auf+sich+warten+49914">habe ich hier kommentiert</a></span>, während sich mein Kollege Gianni Hirschmüller dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+neue+kaeufer+lassen+trotz+korrektur+auf+sich+warten+49914#reiter=detailanalyse">um die Erhebungsdetails</a> gekümmert hat.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Als Dead Cat Bounce beschreibt man das letzte Aufbäumen von Aktienkursen nach einem massiven Kurssturz vor deren endgültigem Zusammenbruch, gleich einer Katze die aus großer Höhe aus dem Fenster geworfen wurde</p>
</div>
</div>
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		<title>Wenn Goldbarren zu Bitcoins werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 08:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoins]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Lotto]]></category>
		<category><![CDATA[negativer Erwartungswert]]></category>
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		<category><![CDATA[Überbewertung kleiner Wahrscheinlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute zeitgemäß [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute <span id="more-5962"></span>zeitgemäß mit Bitcoins, einer virtuelle Währung, deren Wert sich innerhalb von weniger als zwei Wochen verdoppelt hat. Es scheint also doch Menschen zu geben, die sich angesichts der Sonderbelastungen, die den Anlegern in Zypern drohen, nach alternativen Währungen umsehen, die (angeblich) nicht konfisziert werden können. Ein Analyst sprach sogar von einer Art Gold für Computer-Nerds. Da habe ich mich sofort gefragt, ob der jüngste Einbruch beim Goldpreis womöglich auf eine Flucht der Anleger zurückzuführen ist, die sich statt mit schwer transportablen Goldbarren lieber mit den leichteren, aber eben auch nicht unbegrenzt vermehrbaren Bitcoins umgeben wollen. Und das auch noch mit der Aussicht über Nacht reich zu werden, sofern sich ein anderer findet, der bereit ist, noch mehr für die gerade erst erworbene Kunstwährung zu bezahlen. Es zeigt sich also wieder einmal: Vertrauen ist mithin eine Frage von Konventionen, selbst wenn diese nur Modecharakter haben sollten. Wollen wir hoffen, dass beim nächsten Deal in Bitcoins nicht das Endgerät beim Anleger gerade den Geist aufgibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ärger mit der Lostrommel</b></p>
<p>Natürlich möchte auch ich über Nacht reich werden, weswegen ich mich gestern dazu entschlossen hatte, mit einem Quicktipp am Mittwochslotto teilzunehmen. Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich dabei nicht nur meine extrem niedrigen Gewinnwahrscheinlichkeiten überbewerte, sondern auch noch an einem Spiel mit negativem Erwartungswert teilnehme. Aber der Spaß ist mir manchmal mehr wert als jede ökonomische Vernunft. Dieser sogenannte Spaß hörte jedoch gestern Abend auf, als ich erfuhr, dass die Ausspielung der Lottozahlen, bei der ich auch noch ausgerechnet vier richtige Zahlen getippt hatte, annulliert worden war, weil zwei Kugeln beim Start des Spielgeräts nicht in die Trommel gefallen waren. Stattdessen gab es eine Ersatzziehung, bei der ich natürlich leer ausging. Nicht auszudenken, wenn ich bei der ersten Ziehung gar sechs Richtige gehabt hätte! Aber auch für meinen „Vierer“ hätte es etwas gegeben – gerade kleine entgangene Gewinne können besonders viel Unmut bereiten.</p>
<p>Über entgangene Gewinne müssen sich indes die Anleger, die bei der jüngsten Korrektur des DAX rechtzeitig eingestiegen sind, nicht ärgern. Ob für diese Investoren weiterhin Anlass zur Freude besteht, können sie dem Kommentar meines Kollegen Gianni Hirschmüller zum DAX-Sentiment, die die Börse Frankfurt jede Woche erhebt, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821">hier entnehmen</a>. Ich selbst habe mich um die Prognosedetails gekümmert, die Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821#reiter=detailanalyse">hier lesen</a></span> können.</p>
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		<title>Segensreiche Steuerpläne &#8211; was Sie im März möglicherweise verpaßt haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 05:53:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Hitliste]]></category>
		<category><![CDATA[LTRO2]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldentilgung]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich war schon ein bisschen erstaunt, als ich vorgestern erfuhr, dass sich ausgerechnet  der Ex-Finanzminister Peer Steinbrück im Wahlkampf für höhere Steuern stark machen möchte. Vor allen Dingen, weil ich Herrn Steinbrück eher zum rechten Parteiflügel der SPD zähle. Noch mehr aber, weil die meisten Wahlkämpfe eigentlich eher mit Steuergeschenken, besser gesagt mit Versprechen derselben, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war schon ein bisschen erstaunt, als ich vorgestern erfuhr, dass sich ausgerechnet  der Ex-Finanzminister Peer Steinbrück im Wahlkampf für höhere Steuern stark machen möchte. Vor allen Dingen, weil ich Herrn Steinbrück eher zum <span id="more-3651"></span>rechten Parteiflügel der SPD zähle. Noch mehr aber, weil die meisten Wahlkämpfe eigentlich eher mit Steuergeschenken, besser gesagt mit Versprechen derselben, bestritten werden.</p>
<p>Aber Herr Steinbrück will ja nicht alle besteuern, sondern natürlich nur die Reichen. Stichwort: Anhebung des Spitzensteuersatzes. Und da dieser ohnehin nur 5 Prozent der deutschen Steuerzahler träfe, wäre dies zumindest eine leichte Korrektur der ungleich verteilten Einkommen in unserer Gesellschaft. Und da passt es auch, wenn man bei dieser Gelegenheit gleich die international vergleichsweise niedrige Kapitalertragssteuer ordentlich anheben möchte, um auch die Gleichheit der „Besteuerung von Kapital und Arbeit“ wiederherzustellen. Die Verwendung des Geldes ist altbekannt: Konsolidierung der Haushalte im Bund und den Kommunen sowie Investitionen in mehr Bildung. So weit, so altbacken.</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle eigentlich gar nicht über die Art der Steueranhebungen oder der Verwendung der daraus entstehenden Einnahmen diskutieren. Vielmehr geht es mir um einen Aspekt, den der ehemalige Finanzminister vermutlich nicht bedacht haben mag. Wir erinnern uns: Es ist gerade einmal einen guten Monat her, als die EZB mit ihrem LTRO2-Programm die Liquiditätsschleusen abermals öffnete. Dabei gab es nicht wenige Kritiker, die befürchteten dass sich daraus Inflationsgefahren ergeben könnten. Gefahren, die eigentlich erst dann realistisch wären, wenn dieses Geld in der Realwirtschaft ankommt. Wenn man jedoch bedenkt, dass von den 800 Banken, die seinerzeit am LTRO2-Programm der EZB teilgenommen haben, 460 Institute aus Deutschland kamen, zu denen nach Angaben von EZB-Präsident Mario Draghi auch Adressen kleinerer Städte gehörten, wird deutlich, dass diese Liquidität möglicherweise viel näher beim Endverbraucher angelangt ist und zur Kreditvergabe bereitsteht, als wir das derzeit wahrhaben mögen.</p>
<p>Doch dies ist allein ein deutsches Problem, das die EZB angesichts der Krise in den Ländern an der Peripherie Europas nicht stemmen kann. Und deswegen wäre die Politik aufgerufen, dieses deutsche Problem innerhalb Europas alleine zu lösen. Etwa indem man hierzulande die Steuern erhöht und so einen Teil der Liquidität aus dem Wirtschaftskreislauf wieder herauszieht. Dem Staat wäre bei der Schuldentilgung geholfen und die Inflationsgefahren würden eingedämmt.</p>
<p>Wir erinnern uns: Ein Teil der heutigen Euro-Krise ist darauf zurückzuführen, dass vor einigen Jahren die Leitzinsen für einige Länder der Eurozone so verführerisch niedrig waren, dass Verschwendung und Spekulationsblasen Tür und Tor geöffnet wurden. Eine entsprechende Steuerpolitik, etwa beim Grundstücksmarkt, hätte damals zumindest einen Teil dieser Übertreibungen mit all ihren meist katastrophalen Folgen verhindert.</p>
<p>Dass das Thema Geldpolitik – allerdings vornehmlich die USA betreffend – im Monat März auch bei unseren Lesern gefragt war, zeigt sich im Ranking der bei uns meist gelesenen Artikel, angeführt von <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/neues-von-der-fed/"><span style="color: #0000ff;">„Neues von der Fed“</span></a> und dem dritten Platz <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/eine-180-grad-wende/"><span style="color: #0000ff;">„Eine 180-Grad-Wende“</span></a>. Dazwischen lag übrigens auf Platz zwei die Geschichte der Busfahrerin <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/busfahrerin-steigt-zu-fruh-aus/"><span style="color: #0000ff;">Hazel Loveday</span></a>, die aus ihrer Lotto-Tippgemeinschaft zu früh ausgestiegen war.</p>
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		<title>Zweifelhafter Geschichtsunterricht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 06:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolldefizit]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativitätsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen bin ich immer wieder gefragt worden, ob denn die Situation an den Börsen, insbesondere die Entwicklung des DAX, mit den Ereignissen des Jahres 2008 verglichen werden könnte. Wahrscheinlich weil der jüngste Kursverfall für viele Akteure nicht mehr erklärbar ist. Denn außer den Theorien, Wurstfinger, Computerprogramme oder gar ein Jérôme-Kerviel-Double hätten wieder [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen bin ich immer wieder gefragt worden, ob denn die Situation an den Börsen, insbesondere die Entwicklung des DAX, mit den Ereignissen des Jahres 2008 verglichen werden könnte. Wahrscheinlich weil der jüngste Kursverfall für viele Akteure nicht mehr erklärbar ist.<span id="more-2346"></span> Denn außer den Theorien, Wurstfinger, Computerprogramme oder gar ein Jérôme-Kerviel-Double hätten wieder einmal für fallende Aktienkurse gesorgt, ist nicht allzu viel zu vernehmen. Und so – das mag ein Symptom für Kontrolldefizite bei den Händlern sein – verfällt man immer wieder in historische Vergleiche.</p>
<p>So forderte mich neulich ein Journalist auf, ich solle doch einmal alle wichtigen Börsen- und Finanzkrisen aufzählen und dann einen Vergleich mit der jetzigen Situation ziehen. Also ging ich in Gedanken rückwärts. Ich fing mit der Internetblase der Jahrtausendwende an, die sich fast wie Kleinkram anfühlt im Vergleich zur momentanen Krise. Die Krise und das Scheitern des Hedgefonds von LTCM im Jahre 1998? Fast schon banal. Der Börsencrash im Jahre 1987? Peanuts! Ich kam schließlich im Jahr 1929 an, und das könnte tatsächlich als Ankerpunkt für die Krise von 2008 gelten. Dann wären wir jetzt, 2011, im Jahre 1932 und am tiefsten Kurs der damaligen Aktienkursentwicklung angelangt. Das war zu Zeiten der Großen Depression. Dann fiel mir noch die eine oder andere Panik ein. Fast hätte ich darüber das Jahr 1873, welches das Ende des Gründerbooms einläutete, vergessen. Auch damals waren die Finanzmärkte weltweit eingebrochen. Und dann erinnerte ich mich an einen Zeitungsartikel des Historikers Scott Reynolds Nelson, für den schon die deutsche Reichsgründung 1871 der Beginn einer Spekulationsblase war. Und zwar wegen der französischen Reparationszahlungen. Damals war die Vergabe von Hypothekenkrediten von staatlicher Seite gefördert worden, so dass ein Bauboom losgetreten wurde, der von dramatisch ansteigenden Grundstückspreisen begleitet war. Seinerzeit spielten die USA die Rolle, die heute China innehat. Und was damals technologische Errungenschaften wie das Fließband und große Dampfschiffe waren, durch die die Amerikaner in die Lage versetzt wurden, Fleisch und Getreide zu Niedrigpreisen auf dem Weltmarkt anzubieten, das sind heute die chinesischen Billigexporte von Kleidern und Spielzeug.</p>
<p>Auf den Boom folgte der Zusammenbruch und in den USA eine Bankenkrise. Eisenbahngesellschaften, die für ihre Finanzierung komplexe Instrumente kreiert hatten, traf es zuerst. Auch vor rund 140 Jahren verstand kaum jemand, wie diese Kredite tatsächlich besichert worden waren. Am Ende konnten auch staatliche Regulierungen nicht verhindern, dass die Weltwirtschaft in einen Zustand geriet, der von den Historikern einmal mit dem Namen &#8222;Long Depression&#8220; bezeichnet werden sollte.</p>
<p>Trotz dieser verblüffenden Parallelen sind solche Vergleiche fragwürdig. Ich erinnerte mich, wie ich damals (noch als Charttechniker) die Kurven von 1929 und 1987 unmittelbar vor dem jeweiligen Crash übereinanderlegte, weil ich hoffte, die Zukunft aus der Vergangenheit ableiten zu können. Später wusste ich: Alles kam ganz anders. Heute weiß ich, dass ich ganz einfach dem Repräsentativitätsirrtum unterlegen war: Oft erkennen wir nur schemenhaft eine Ähnlichkeit mit historischen Ereignissen und glauben sofort, alles müsse genau wie damals ablaufen. Das mag in der Gegenwart für eine scheinbare Prognosesicherheit sorgen und Schwarzmaler in ihren Schreckensszenarien bestätigen. Dennoch: Eine Antwort auf die heutigen Probleme bietet die Geschichte der Finanzmärkte nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zweifelhafter-geschichtsunterricht/">Zweifelhafter Geschichtsunterricht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Blasenreiter</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/blasenreiter/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 11:50:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[relativer Verlust]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – <span id="more-6645"></span>schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen von Blasen hervorgegangen.Wobei die erste Reaktion eigentlich immer auf den kategorischen Imperativ eines „Finger weg!&#8220; vom gefährdeten Markt hinausläuft. In der Vergangenheit hatte das häufig zur Folge, dass sich Investoren viel zu früh aus den betroffenen Marktsegmenten zurückzogen. Wer etwa im Dezember 1996 auf den damaligen Fed-Chef Alan Greenspan gehört hatte, der eindringlichst vor dem irrationalen Überschwang gewarnt hatte, in welchen sich die Märkten hineingesteigert hätten, der musste im Anschluss daran ganze drei Jahre lang zusehen, wie jene erst recht zu einer Mega-Hausse ansetzten, bevor die Blase dann tatsächlich platzte.</p>
<p>&#8222;Blasen kann man richtig reiten&#8220;, sinnierte unlängst ein Profi-Bekannter von mir, um unvermittelt fortzufahren: &#8222;Und ich glaube, dass die meisten von uns mittlerweile clever genug sind, um rechtzeitig wieder abzusteigen.“ Ich dachte mir meinen Teil, denn ich kenne nicht viele, die damals, am Höhepunkt der Dotcom-Blase, wirklich den Ausstieg geschafft haben. So hatte etwa ein guter Freund von mir lediglich Glück gehabt, weil er Anfang März 2000 zufällig gerade sein neues Eigenheim bezahlen und dafür einen Großteil seiner Aktien verkaufen musste.</p>
<p>Auch bin ich skeptisch, ob heutzutage der Ausstieg aus einem „Blasenmarkt“ tatsächlich besser gelingen könnte. Und das nicht nur deshalb, weil ich glaube, dass die meisten Menschen sowieso viel zu overconfident sind, also ein zu großes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten setzen, was gerade in Phasen der Euphorie ihren Blick auf die Märkte vernebelt. Oder weil uns das Erfolgsgerede der anderen, erfolgreichen Mitstreiter an den Märkten am Ende einer Blasenphase allzu sehr beeindruckt und der sichtbare Beweis täglicher Erfolge selbst die Warner (die naturgemäß zu dieser Zeit von der Seitenlinie und ohne materielles Commitment zusehen) verstummen lässt.</p>
<p>Nein, es sind vor allem unsere eigenen Referenzpunkte, die uns immer wieder einen Streich spielen. Denn wer gerade an einem Jahres-oder Allzeithoch steht, dürfte unschlüssig sein, ob er die Party ausgerechnet dann verlassen möchte, wo es am schönsten ist. Sollte er jedoch mit ansehen müssen, wie sein Lieblingsinvestment urplötzlich und scheinbar aus dem Nichts an einem Tag 5 Prozent seines Wertes verliert, wird er sich alsbald beruhigen und glauben, dabei handele es sich nur um eine gesunde Korrektur. Mental aber sorgt der Bezugspunkt &#8222;Allzeithoch&#8220; dafür, dass sich die meisten Akteure bereits von diesem Moment an in einer Verlustsituation wähnen. Und wie versucht man gemeinhin,  einen solchen <em>relativen</em> Verlust wieder wett zu machen? Richtig! Durch Aussitzen. Und deswegen dürften die meisten von uns es nicht einmal bemerken, wenn just in diesem Augenblick die Blase platzt. Und ehe wir uns versehen, hat sie uns bereits aus dem Sattel geworfen, und wir landen unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Oder noch tiefer, dort, wo die Kurse in den Keller fallen.</p>
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