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	<title>QE Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Einer gewinnt, viele verlieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 17:28:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die USA haben gewählt und nicht nur dortzulande steht vielen Menschen der Schrecken ins Gesicht geschrieben, wenn sie das Ergebnis betrachten: Donald Trump. Mich hat das, offen gesagt (vgl. HIER), nicht überrascht. Selbst die Einstellung möglicher FBI-Ermittlungen gegen Hillary Clinton kurz vor dem Wahltermin hätte daran nichts geändert, denn auch zu Unrecht erhobene Beschuldigungen werden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9263 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Senti_09112016-300x114.jpg" alt="senti_09112016" width="300" height="114" />Die USA haben gewählt und nicht nur dortzulande steht vielen Menschen der Schrecken ins Gesicht geschrieben, wenn sie das Ergebnis betrachten: Donald Trump. Mich hat das, offen gesagt (vgl. <span style="color: #008000;"><strong><a style="color: #008000;" href="http://joachim-goldberg.com/2016/11/02/in-richtung-ungewissheit/" target="_blank">HIER</a></strong></span>), nicht überrascht. Selbst die Einstellung möglicher FBI-Ermittlungen gegen Hillary Clinton kurz vor dem Wahltermin hätte daran nichts geändert, denn auch zu Unrecht erhobene Beschuldigungen werden nie völlig aus der Welt geräumt. Und mich überrascht auch nicht, dass unter den Staatschefs Vladimir Putin einer der Ersten ist, die dem designierten US-Präsidenten gratuliert haben. Auch möchte ich nicht darüber spekulieren, ob dies der Beginn einer neuen wunderbaren Männerfreundschaft ist. Und auch über die Befürchtung, dass wir möglicherweise zurzeit global den Anfang vom Ende der Demokratie als Staatsform erleben, möchte ich momentan nicht nachdenken. Die US-Bürger haben sich jedenfalls entschieden.</p>
<p>Das Gros der Finanzmarktteilnehmer dürfte das Wahlergebnis jedenfalls überrascht haben. Aber man war – ganz im Gegensatz zu den Stunden nach dem Brexit-Votum – dieses Mal vielerorts mit einem ausgeklügelten Plan für den Fall der Fälle gerüstet. In Anlehnung an das Geschehen an den Aktienmärkten nach dem Volksentscheid in Großbritannien, die EU verlassen zu wollen, schien der Gang der jetzigen Ereignisse ganz klar vorgezeichnet. Der DAX würde 10 Prozent fallen, und dann müsste man beherzt zugreifen und Aktien kaufen, so die Strategie. Nun ist das Börsenbarometer in den ersten Stunden des heutigen Handelstages – und auch das überrascht mich nicht – keine 10 Prozent, auch nicht 5 Prozent gefallen, sondern hat sich nach einem nicht einmal 3-prozentigen Kursrutsch bereits wie Phönix aus der Asche wieder nach oben aufgeschwungen. So ist es eben mit den weitverbreiteten Wunschszenarien: Einige Akteure konnten es wieder einmal nicht abwarten und haben vorsichtshalber bereits früher als geplant gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>US-Wahlen haben wenig mit Brexit-Votum gemein</strong></p>
<p>Nun kann man das US-Wahlergebnis nur insofern mit dem Brexit-Votum vergleichen, dass es sich – gemessen an den Umfragen – um eine Überraschung handelt. Die (geld)politischen Implikationen aus beiden Abstimmungen sind dabei völlig unterschiedlich. Während die Bank von England als Folge des Brexit-Votums sowohl den Leitzins senkte, als auch zusätzliche quantitative Lockerungsmaßnahmen durchzog, ist die Geschichte in den USA eine andere. Möglich, dass die für Dezember erwartete Zinserhöhung der US-Notenbank aufgrund von den Finanzmarktteilnehmern wahrgenommenen ökonomischen Unsicherheiten infolge der Trump-Wahl verschoben wird. Aber letztlich ergibt sich im Gegensatz zu Großbritannien, wo sich die Börsen unter anderem auch in Erwartung von Zentralbankmaßnahmen nach dem Brexit-Votum deutlich befestigten, kein derartiger Impuls für den US-Aktienmarkt.</p>
<p>Betrachtet man hingegen die heutige Stimmungserhebung der Börse Frankfurt, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Wenn-alle-billig-einsteigen-wollen%e2%80%a6-1651327" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> kommentiert habe, zeigt sich vor allen Dingen bei den Privatanlegern ein überraschend hoher Optimismus (Jahreshoch). Ganz im Gegensatz zu den institutionellen Marktteilnehmern, die offenbar einen anderen Weg eingeschlagen haben.</p>
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		<title>EZB-Vorweihnachtsgeschenke oder lange Gesichter?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2015 16:17:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Für viele Börsianer mag die Sitzung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest darstellen, bei der EZB-Präsident Mario Draghi für viele Daxianer die Rolle eines Santa Claus (vgl. etwa die jüngste Kolumne von Frank Meyer HIER) spielen mag. Allerdings scheint für die meisten Akteure bereits jetzt festzustehen, was der Geschenkesack [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für viele Börsianer mag die Sitzung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest darstellen, bei der EZB-Präsident Mario Draghi für viele Daxianer die Rolle eines Santa Claus (vgl. etwa die jüngste Kolumne von Frank Meyer <a href="http://www.rottmeyer.de/drogenkuriere-morgen-kinder-wirds-was-geben/"><strong>HIER</strong></a>) spielen mag. Allerdings scheint für die meisten Akteure bereits jetzt festzustehen, was der Geschenkesack enthalten wird – lediglich Größe und Gewicht der geldpolitischen Geschenke stehen noch nicht fest. Außerdem erwartet man natürlich, wie bereits in der Vergangenheit, noch eine kleine Überraschung Draghis als Zugabe. Ähnlich wie an Weihnachten, wenn sich Familienmitglieder, die es besonders gut mit ihren Lieben meinen, eine kleine Überraschung zusätzlich zum Gewünschten ausdenken. Überraschungen, die häufig gut gemeint sind, aber nicht immer den Geschmack der zu Beschenkenden treffen – ein Thema, zu dem ich mich unlängst erst <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/"><strong>HIER</strong></a> ausgelassen habe.</p>
<p>In Erwartung großzügiger Gaben haben sich in letzter Minute noch einmal private und institutionelle Akteure in größerem Stil dazu aufgerafft und ihre DAX-Engagements ein weiteres Mal deutlich erhöht – der Börse Frankfurt Sentiment-Index steht in der Summe auf dem höchsten Stand des Jahres.</p>
<p>Aber am Ende mag es viele Anleger geben, die sich mit dem Gedanken tragen, nach dem Auspacken der geldpolitischen Geschenke noch vor Weihnachten ihre Aktienengagements zu reduzieren oder ganz abzubauen. Wird es also am Donnerstagnachmittag zu einem Ausverkauf kommen, wenn das Zusatzgeschenk – auch das wird erwartet und erhöht so den Referenzpunkt der Börsianer – nicht wie erhofft ausfällt oder ganz ausbleibt?</p>
<p>Eine Antwort auf diese Frage könnte mein heutiger Kommentar (<strong><u><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Markstimmung-Vorweihnachtliche-Shopping-Tour-151295">HIER</a></u></strong>) zur jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt geben.</p>
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		<title>Die schwarze Null (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2014 08:44:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In der Eurozone herrschen Wachstumssorgen und Deflationsgefahren. Dabei bemüht sich die Europäische Zentralbank redlich, zumindest den Eindruck zu erwecken, sie werde im kommenden Jahr mit einem echten quantitativen Lockerungsprogramm (QE) in Form von Staatsanleihekäufen beginnen. Doch ist es dem EZB-Präsidenten bislang offenbar aber nicht gelungen, alle Mitglieder des EZB-Rats und offenbar auch nicht die Mehrheit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Eurozone herrschen Wachstumssorgen und Deflationsgefahren. Dabei bemüht sich die Europäische Zentralbank redlich, zumindest den Eindruck zu erwecken, sie werde im kommenden Jahr mit einem echten quantitativen Lockerungsprogramm (QE) in Form von Staatsanleihekäufen beginnen. Doch ist es dem EZB-Präsidenten bislang offenbar aber nicht gelungen, alle Mitglieder des EZB-Rats und offenbar auch nicht die Mehrheit des Direktoriums die Mehrheit des Direktoriums von seiner Mission zu überzeugen. Die größten Gegner eines derartigen Programms kommen aus Deutschland in Gestalt des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann und des EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger daher. Ihr Dauervotum zu einem Ankauf von Staatsanleihen lautet klar und deutlich: Nein. Aber auch andere EZB-Verantwortliche wollen erst einmal abwarten, ob die jüngst begonnenen Maßnahmen (Ankauf von Covered Bonds und ABS) nicht doch noch erfolgreich sein werden.</p>
<p>Man mag natürlich berechtigte Zweifel daran hegen, dass ein quantitatives Lockerungsprogramm à la QE zum gewünschten Erfolg führen wird. Aber ich vermisse bei den Gegnern dieser Programme eine konkrete Alternative, wie man der derzeitigen Probleme Herr werden kann. Auch behaupten die meisten QE-Gegner, es drohe derzeit gar keine Deflationsgefahr. Gleichzeitig ist ein Signal aus der EZB klar und deutlich zu vernehmen: Leute, hört auf zu sparen, sonst gibt es Strafzinsen!</p>
<p>Natürlich kann man es nur begrüßen, wenn Finanzminister Schäuble für das Jahr 2015 einen Haushalt mit einer schwarzen Null (vergleiche meinen Blogbeitrag <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/falsche-ehrfurcht-vor-der-schwarzen-null/">HIER</a></strong></span>) zum ersten Mal seit Jahrzehnten vorweisen kann. Und für das Erreichen dieses Ziels werden anscheinend alle Hebel in Bewegung gesetzt. Auch indirekte Steuererhöhungen (für echte hätte man vielerorts und auch in Deutschland selbst angesichts der Probleme in der Eurozone nur wenig Verständnis) sind kein Tabu.</p>
<p>So habe ich dann doch über Zeitungsberichte gestaunt, denen zufolge man im Finanzministerium offensichtlich zumindest im Kleinen ausgesprochen kreativ geworden zu sein scheint. Ich kann nicht beurteilen, wie viel Geld bei diesen kleinen Nadelstichen, die auch nicht jedem Steuerzahler zugemutet werden, herausspringen wird. Eines ist indes sicher: Es wird alles komplizierter und die Vorschläge sind unpopulär. Ich rege mich nicht darüber auf, wenn einige betriebliche Weihnachtsfeiern nicht mehr stattfinden können, weil künftig die Voraussetzung für das Ausschöpfen der Freibeträge seitens der Arbeitgeber an bestimmte Bedingungen (vgl. <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/jahressteuergesetz-das-aus-fuer-die-weihnachtsfeiern-13280285.html">HIER</a></strong></span>) geknüpft sein soll. Vielerorts sind solche Feiern sowieso schon dem Rotstift des Costcutters zum Opfer gefallen.</p>
<p>Eine Klarstellung des Bundesfinanzministeriums, einen im Flugzeug angebotenen Snack (vgl. <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.focus.de/finanzen/videos/teure-regel-chipstuete-im-flieger-zaehlt-steuerlich-als-mittagessen_id_4278167.html">HIER</a> </span>und <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.huffingtonpost.de/2014/11/18/chipstuete-flugzeuge_n_6175788.html">HIER</a></span></strong>) auf die ohnehin mickrige Verpflegungspauschale für Geschäftsreisende mit mehr als neun Euro anzurechnen, selbst wenn es sich nur um eine Chipstüte handelt, erinnert schon ein wenig an einen Schildbürgerstreich. Aber wer fliegt heute noch innerdeutsch in der Business-Class?</p>
<p>Als ich gestern außerdem erfuhr, dass die Steuergutschrift für Handwerkerrechnungen „wackelt“ – zumindest solange ein Mindestbetrag von 300 Euro bei einer Rechnung nicht überschritten wird (vgl. <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.welt.de/finanzen/steuern-recht/article134891956/Steuerbonus-fuer-Handwerkerrechnungen-wackelt.html">HIER</a></strong></span>) – verschlug es mir die Sprache.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kleine Verluste sind besonders ärgerlich</strong></p>
<p>Es geht mir nicht um die paar Euro Mehrbelastung. Viel eher geht es um die psychologische Signalwirkung und den Verlust kleiner Freuden wie ein betriebliches Weihnachtsessen, den die Bürger erleiden werden. Es sind nämlich gerade die kleinen Verluste, und seien sie noch so klein, die besonders schwer wiegen. Und je mehr man davon präsentiert bekommt, desto schlechter wird die Stimmung. Dabei hat doch die Regierung Merkel erst vor einigen Monaten Stellen für Verhaltensökonomen ausgeschrieben. Damit wir die Regierung besser verstehen.</p>
<p>Ob die wohl mit ihrer Arbeit schon begonnen haben?</p>
<p>Dann wäre zumindest der Unsinn solcher Mini-Maßnahmen, mit dem Zwecke, das Steuersäckel überdies mit viel Anstrengung aller Beteiligten etwas zu füllen, möglicherweise verhindert worden. Denn Verluste sollten den Betroffenen möglichst am Stück, d. h. aggregiert, präsentiert werden.</p>
<p>Nein, die deutsche Regierung bewirkt mit dem starren Festhalten an der schwarzen Null keine Lösung der Probleme in der Eurozone. Nein, sie möchte nicht wirklich für etwas Konjunkturbelebung sorgen. Aber zum Glück haben wir, so wird mir manch einer entgegenhalten, noch die angekündigten Strukturmaßnahmen, die in den kommenden Jahren, also in der ferneren Zukunft, am besten erst vor den kommenden Bundestagswahlen greifen sollen.</p>
<p>Manchmal kommt es mir so vor, die Bundesregierung handelt nach dem Motto vieler Anleger: „Wir sind gern bereit, etwas zu riskieren, aber es darf nichts kosten“. Erfahrungsgemäß führt diese ängstliche Haltung zur Untätigkeit. Ein Festhalten am Status quo, das, so fürchte ich, uns am Ende viel mehr kosten wird, als wir uns das alle heute vorstellen können.</p>
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		<title>Wenn der Euro zu viel Angst macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2014 16:52:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als der Euro gegenüber dem US-Dollar innerhalb von vier Handelstagen seine Handelsbandbreite der vergangenen drei Monate so einfach von oben nach unten durchpflügte, mag der eine oder andere Akteur erschrocken aufgewacht sein. Dennoch handelt es sich nicht um einen außerordentlichen Rückschlag der Gemeinschaftswährung. Zunächst ist es nicht mehr als eine relativ große Veränderung nach einer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als der Euro gegenüber dem US-Dollar innerhalb von vier Handelstagen seine Handelsbandbreite der vergangenen drei Monate so einfach von oben nach unten durchpflügte, mag der eine oder andere Akteur erschrocken aufgewacht sein. Dennoch handelt es sich nicht um einen außerordentlichen Rückschlag der Gemeinschaftswährung. Zunächst ist es nicht mehr als eine <em>relativ</em> große Veränderung nach einer vergleichsweise ruhigen Zeit und manch einer mag im ersten Moment gedacht haben: „Naja, jetzt hat Mario Draghi wieder allein aufgrund der Macht seiner Worte den Euro erfolgreich gedrückt“.</p>
<p>Dennoch frage ich mich, was die Devisenhändler von der EZB bei ihrer Sitzung Anfang Juni eigentlich erwarten, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittkurs der vergangenen 100 Handelstage von Euro/US-Dollar bei 1,3740, im 200-Tage-Fenster bei 1,3623 liegt. Als mich dann auch noch mein früherer Mitstreiter Herman Brodie darauf aufmerksam machte, der Euro-Index, also der Euro gegenüber einem Korb von mehreren Valuten, befände sich seit gestern sogar bereits unter seiner 200-Tage-Linie, muss ich ihm zustimmen, dass eine quantitative Lockerung in Form von Anleihekäufen alleine wegen eines angeblich zu festen Euro wohl keinen Sinn macht. Nach dieser Logik müssten sich die derzeitigen Euro-Baissiers mit jedem Prozent, das der Euro weiter an Wert verliert, sogar Sorgen um ihre Profitabilität machen.</p>
<p>Aber auch am Aktienmarkt scheinen zumindest die Kommentatoren davon auszugehen, dass eine Zinssenkung der EZB, möglicherweise gepaart mit irgendwelchen anderen Maßnahmen (nur kein Qe!), den DAX durch die Decke schießen lassen könnte. Aber warum nur? Die Mehrheit der Ökonomen war doch ohnehin schon seit Mitte April davon ausgegangen, die EZB werde im Juni aktiv werden. Wieso ist diese Erkenntnis erst gestern in den Aktienmärkten angekommen?</p>
<p>Oder handelt es sich um eine Aufwärtsbewegung des DAX, auf die sich keiner so recht einen Reim machen kann? Diesen Eindruck bekomme ich auch, wenn ich die Stimmungsentwicklung der heimischen mittelfristig orientierten Akteure zurate ziehe, die die Börse Frankfurt heute erhoben hat. Denn statt großer Freude über gestiegene Aktienkurse, herrscht sogar eine Reserviertheit der Akteure vor; handelt es sich doch um eine Kursentwicklung, die den einen oder anderen kalt erwischt haben dürfte. Meinen heutigen Sentiment-Kommentar finden Sie <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+zweckehe+67745">hier</a></strong>.</p>
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		<title>Vorbereitung auf eine Katastrophe?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2014 16:59:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind verschiedene Dinge an den Finanzmärkten, die mich derzeit zum Grübeln bringen. Zum einen irritiert mich, dass gestern einerseits argumentiert wurde, der DAX sei so stark gefallen, weil die Angst vor einer Zuspitzung des Konflikts in der Ukraine zunehme. Zum anderen sehe ich, wie etwa Gold als Krisenmetall am gleichen Tag deutlich an Wert [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind verschiedene Dinge an den Finanzmärkten, die mich derzeit zum Grübeln bringen. Zum einen irritiert mich, dass gestern einerseits argumentiert wurde, der DAX sei so stark gefallen, weil die Angst vor einer Zuspitzung des Konflikts in der Ukraine zunehme. Zum anderen sehe ich, wie etwa Gold als Krisenmetall am gleichen Tag deutlich an Wert verliert. Und der Euro ist nicht einmal mehr als ein Prozent von seinem Jahreshoch entfernt. Obwohl eine schwächere Gemeinschaftswährung angesichts der jüngsten Rhetorik der Notenbanker durchaus gerechtfertigt wäre. Denn in den USA wird die Fed ihr Tapering-Programm, das Zurückführen der Anleihekaufprogramme, wahrscheinlich linear in 10-Milliarden-Dollarschritten fortsetzen, während die EZB den Eindruck erweckt, sie würde womöglich schon bald mit quantitativen Lockerungsprogrammen beginnen.</p>
<p>Tatsächlich hat der Euro bislang nicht nennenswert darauf reagiert, weil vermutlich niemand in der Finanzgemeinde an einen solchen Schritt glaubt. Dies mag daran liegen, dass die jüngsten Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi, Benoît Cœuré und Jens Weidmann vor allem um den Euro und seine etwaige deflationäre Wirkung auf die Konjunktur kreisten. Ich finde es schon bemerkenswert, dass man seitens der EZB in aller Seelenruhe zugesehen hat, wie der Euro seit Sommer 2012 gegenüber dem US-Dollar gut 14 Prozent an Wert gewonnen hat. Ende Dezember 2013, als der Euro schon einmal ähnlich hoch wie heute stand, hat dies bei der EZB kaum jemanden geschert. Tatsächlich notiert der Euro doch nicht einmal zwei Prozent über seinem durchschnittlichen Wechselkurs, seit die Finanzkrise im vierten Quartal 2008 begann!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Scheingefecht </b></p>
<p>Muss also tatsächlich der Außenwert des Euro als Auslöser für ein milliarden­schweres quantitatives Lockerungsprogrammen, also für unkonventionelle Maßnahmen herhalten? Soll die EZB nur wegen eines Wechselkurses von 1,40 USD ein so hohes Commitment mit schwer überschaubaren Folgen eingehen? Als vorbeugende Maßnahme gegen ein drohendes, aber höchst umstrittenes Deflationsszenario? Nur wenige können sich derzeit so etwas tatsächlich vorstellen.</p>
<p>Außer wenn ein ökonomischer Schock direkt bevorstünde.</p>
<p>Dann würden selbst Zinsfalken wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann umdenken.</p>
<p>Ich persönlich halte die Geschichte vom zu hohen Wechselkurs für ein Ablenkungsmanöver.</p>
<p>Die von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten Investoren scheinen indes keine Katastrophe aufziehen zu sehen. Jedenfalls geben die Umfragewerte, die ich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+raetselhafter+ausverkauf+66472">hier</a></span> analysiert habe, dafür keinen Anhaltspunkt her.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/vorbereitung-auf-eine-katastrophe/">Vorbereitung auf eine Katastrophe?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Zum Glück keine Fehler gemacht</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/zum-gluck-keine-fehler-gemacht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2013 07:16:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir können eigentlich froh sein, dass Ben Bernanke gestern keine Fehler gemacht hat. Entsprechend positiv und erleichtert haben die Kommentatoren auf seine Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses reagiert. Ja, man konnte sogar lesen, der Fed-Chef habe endlich klare Worte gefunden. Ich würde es anders ausdrücken: Er hat sich alle Optionen offen gelassen, denn der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir können eigentlich froh sein, dass Ben Bernanke gestern keine Fehler gemacht hat. Entsprechend positiv und erleichtert haben die Kommentatoren auf seine Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses reagiert. Ja, man konnte sogar lesen, <span id="more-6347"></span>der Fed-Chef habe endlich klare Worte gefunden. Ich würde es anders ausdrücken: Er hat sich alle Optionen offen gelassen, denn der Satz „es gibt auf keinen Fall einen vorab feststehenden Kurs“ erinnert doch sehr an den früheren EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet, wonach dieser immer wieder betont hatte, die Zentralbank wolle sich nicht im Voraus festlegen. Eine Haltung, die man nicht gerade als transparent bezeichnen kann.</p>
<p>Und wenn Ben Bernanke dann auch noch fast gönnerhaft feststellt, die Märkte würden die Botschaft der Fed zu verstehen beginnen, mutet das auf den ersten Blick wie ein arrogantes Ratespiel an. Der Fed-Chef sagt etwas und die Akteure an den Finanzmärkten dürfen raten, was er gemeint hat. Implizit heißt das aber auch, die Finanzmärkte haben ihn in der Vergangenheit missverstanden. Will sagen: Sie haben sich nicht wie von ihm erwartet aufgeführt, sondern wie ein freches kleines Kind daneben benommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Es gibt keine freien Märkte mehr</b></p>
<p>Jetzt begreife ich es erst! Marktpreise dürfen sich nicht mehr frei als Resultat von Angebot und Nachfrage entwickeln, sondern letztlich von Bernankes Gnaden. Sind die Anleiherenditen zu hoch? – die Fed wird sich darum kümmern. Genauso, falls zu stark anziehende Hypothekenzinsen die positive Entwicklung am Häusermarkt abwürgen sollten. Der Aktienmarkt läuft nicht? Keine Sorge, es gibt ja die Fed!</p>
<p>Kein Wunder also, dass sich kurzfristig orientierte Händler gestern so gerierten, als ob sie auf jede Intonation, möglicherweise auf jede Geste, jedes Räuspern Bernankes schnellstens reagieren müssten. Aber Bernanke hat keine Fehler gemacht und so sind die Kursausschläge glücklicherweise im Rahmen geblieben.</p>
<p>Aber halten wir fest: Auch wenn Ben Bernanke gestern eher etwas taubenhafter für einige geklungen haben mag, hielt er doch an seiner zuletzt eingeschlagenen Strategie fest. Und so bleibt genau genommen alles beim Alten. In der Fed zerbricht man sich den Kopf darüber, ob man die quantitativen Lockerungsprogramme zurückfahren solle, weil in den USA Arbeitsplätze geschaffen werden, obgleich die Lage an der Beschäftigungsfront insgesamt unbefriedigend bleibt. Während vom Häusermarkt ermutigende Signale ausgehen, bleibt die Entwicklung bei den Konsumentenpreisen unter dem Inflationsziel. Die Konjunktur wächst, aber das Wachstum ist immer noch unter dem gewünschten Trend. Man kann also verstehen, warum die geldpolitischen Entscheider sich so uneins sind.</p>
<p>Da haben wir es in der Eurozone schon einfacher. Das Wachstum ist negativ, die Arbeitslosenquote auf Rekordhoch und die Inflationsrate unter Ziel. Obwohl alles doch viel klarer als in den USA scheint, ist man sich auch in der EZB offenbar über den nächsten Schritt uneins. Selbst das jüngere Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi, die Zinsen für längere Zeit niedrig zu halten, wurde umgehend von anderen Ratsmitgliedern konterkariert, die sich das Recht vorbehalten wollen, für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle auch kurzfristig die Zinsen anheben zu können.</p>
<p>Und was glauben die Börsianer, wenn sich schon die Notenbanker derzeit alle Optionen offen halten? Eine Antwort darauf könnte die jüngste Stimmungserhebung der Börse Frankfurt geben, die ich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+wenig+angst+vor+bernanke+54365">hier kommentiert</a></span> habe. Die Detailanalyse finden Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+wenig+angst+vor+bernanke+54365#reiter=detailanalyse">hier</a></span>.</p>
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		<title>Manche mögen’s einfach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2013 08:55:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin fast schon ein bisschen erleichtert gewesen, dass sich gestern kein Fed-Mitglied zu Wort gemeldet hat, um den Marktteilnehmern mitzuteilen, wie tief die Arbeitslosenquote in den USA fallen müsse, um die quantitativen Lockerungsmaßnahmen zu stoppen. Tatsächlich sind die Meinungen darüber zuletzt deutlich auseinandergegangen. Ohne jetzt einen Unterschied zwischen stimmberechtigten und nicht stimmberechtigten Mitgliedern des [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin fast schon ein bisschen erleichtert gewesen, dass sich gestern kein Fed-Mitglied zu Wort gemeldet hat, um den Marktteilnehmern mitzuteilen, wie tief die Arbeitslosenquote in den USA fallen müsse, um die quantitativen Lockerungsmaßnahmen zu stoppen. <span id="more-5663"></span>Tatsächlich sind die Meinungen darüber zuletzt deutlich auseinandergegangen. Ohne jetzt einen Unterschied zwischen stimmberechtigten und nicht stimmberechtigten Mitgliedern des Offenmarktausschusses machen zu wollen, scheint sich eine Zielzone zwischen 7,25 und 6,5 Prozent etabliert zu haben. Dass eine QE-Entscheidung an einem einzigen ökonomischen Indikator festgemacht werden soll, habe ich an dieser Stelle schon häufiger kritisiert. Aber nicht wenige Finanzmarktteilnehmer mögen es eben einfach und sind womöglich sogar froh, dass man sich in Zukunft für die Markteinschätzung eigentlich nur noch einmal im Monat, bei der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts, richtig konzentrieren und darüber urteilen muss, ob die jeweils publizierte Arbeitslosenquote samt Nonfarm Payrolls für den Markt eine Überraschung darstellt oder nicht. Mein Mitstreiter Herman Brodie brachte es in diesem Zusammenhang unlängst auf den Punkt, es widerspräche seiner Intuition, dass sich die Akteure immer nur Gedanken darüber machten, wann geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der US-Notenbank im Erfolgsfall beendet würden. Was geschähe denn, wenn die Arbeitslosenquote in den USA gar nicht erst auf 7,25 Prozent oder tiefer fallen würde? Setzt man dann ein offenbar wirkungsloses Lockerungsprogramm ad infinitum fort? Niemand bei der Fed würde sich (zumindest offiziell) Gedanken darüber machen, wann denn die quantitativen Lockerungsmaßnahmen im Falle ihrer Wirkungslosigkeit, eingestellt werden sollten. Ganz zu schweigen davon, dass für diesen Fall ein Alternativplan in der Schublade der Notenbanker liegen müsste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Seltsame Studie</b></p>
<p>Aufhorchen lassen hat mich auch eine Studie von Morgan Stanley, die gestern in der Online-Ausgabe des britischen Telegraph zitiert wurde. In jener will man nämlich herausgefunden haben, dass der faire Wechselkurs des Euro in Deutschland bei 1,53 USD, in Holland bei 1,23, in Italien bei 1,19 und in Griechenland bei 1,06 USD läge. Leider bin ich immer noch auf der Suche nach dem Erkenntniswert dieser Studie – gibt es da etwa Arbitragemöglichkeiten, um die jeweiligen theoretischen Kursdifferenzen auszunutzen?</p>
<p>Wer sich mit all diesen Dingen nicht auseinandersetzen möchte, aber trotzdem mit Aktien zu tun hat, mag sich die jüngste DAX-Stimmungserhebung zu Gemüte führen, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+fallender+optimismus+ohne+verkaeufe+45795">für die Börse Frankfurt</a> hier erstellt habe. Um die Detailanalyse hat sich dieses Mal Gianni Hirschmüller (<a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+fallender+optimismus+ohne+verkaeufe+45795">siehe entsprechender Reiter</a> auf derselben Seite) gekümmert.</p>
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		<title>Starker Konsens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Aug 2012 08:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[CBO]]></category>
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		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung vom 31.Juli/1.August zeigt offenbar einen überraschend deutlichen Konsens unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses, schon recht bald einen weiteren geldpolitischen Schritt vorzunehmen, sofern das Wachstum nicht nachhaltig und überzeugend Fahrt aufnähme. Ein klarer Fall für eine weitere quantitative Lockerung könnte man meinen. Aber die Sitzung des FOMC ist bereits Ende Juli [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung vom 31.Juli/1.August zeigt offenbar einen überraschend deutlichen Konsens unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses, schon recht bald einen weiteren geldpolitischen Schritt vorzunehmen,<span id="more-4931"></span> sofern das Wachstum nicht <em>nachhaltig und überzeugend</em> Fahrt aufnähme. Ein klarer Fall für eine weitere quantitative Lockerung könnte man meinen. Aber die Sitzung des FOMC ist bereits Ende Juli gewesen und seither hat es bei den US-Wirtschaftsdaten sogar ein paar positive Überraschungen gegeben. Etwa am Immobilienmarkt oder auch bei den Einzelhandelsumsätzen und nicht zuletzt bei den besser als erwartet ausgefallenen Nonfarm Payrolls. Interessanterweise lese ich gerade heute Morgen, dass sich die US-Notenbank bei ihrer vergangenen Sitzung womöglich anders festgelegt hätte, wenn Sie im Besitz der Arbeitsmarktdaten gewesen wäre.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auf Zinstauben hören</strong></p>
<p>Anscheinend ist es nicht aus den Köpfen vieler Analysten herauszubekommen, dass sich eine Notenbank bei der Festlegung auf einen so wichtigen und durchaus umstrittenen Schritt nicht auf eine volatile Zahl wie die der neu geschaffenen Stellen am Arbeitsmarkt stützen dürfte. Am Ende ist doch einzig und allein die Frage entscheidend, unter welchen Bedingungen ein <em>„substantial and sustainable strengthening“</em> der US-Konjunktur eintreten wird. Angesichts der immer noch schlechten Stimmungsdaten in den USA gehe ich davon aus, dass wir von diesem Punkt noch weit entfernt sind. Vielleicht sollte man sich tatsächlich auf das konzentrieren, was die Zinstauben in der Fed in den kommenden Wochen zum Wachstum von sich geben. Sollten von diesen Befürwortern quantitativer Lockerungen tatsächlich weniger düstere Wachstumseinschätzungen verbreitet werden, wäre dies ein Indiz, dass bei der kommenden Sitzung des FOMC im September keine weiteren Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden.</p>
<p>Der gestrige Bericht des Congressional Budget Office (CBO), wonach sich für die USA die Gefahr einer so genannten Double-Dip-Rezession erhöht habe, sofern es dem Kongress nicht gelänge, vor dem Jahreswechsel die fiskalische Klippe zu umschiffen, lässt für Wachstumsfantasien allerdings kaum Raum.  Für diesen Fall sieht das CBO auch die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr von 8,2 auf 9,1 Prozent steigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quantitative Lockerungen hierzulande wenig willkommen</strong></p>
<p>Wenn ich mir dann auch noch den gestrigen Beitrag von Jon Hilsenrath und Kristina Peterson – Ersterer wird von manchem Ökonomen derzeit als Sprachrohr Ben Bernankes wahrgenommen – im Wall Street Journal zu Gemüte führe, ist die Chance für einen geldpolitischen Schritt derzeit im September deutlich gestiegen. Dies dürfte manchem Börsianer hierzulande allerdings nicht so recht schmecken, denn zumindest für deutsche Aktien ist der Pessimismus im Vergleich zur Vorwoche noch einmal eindrucksvoll gestiegen und nähert sich damit seinem historischen Höchststand aus dem April 2008. Welche Folgen eine QE-induzierte Rallye für den DAX hätte, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+fester+dax+bereitet+wenig+freude+39776" target="_blank">lesen Sie hier</a> oder <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/arcmsdownload/ce0573c78bd81f8baa2750989dc29314/CONTENT.mp3/DAX_22082012.mp3" target="_blank">hören Sie als Podcast</a>  meines gestrigen Kommentars für die Börse Frankfurt.</p>
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		<title>An der richtigen Stelle stimulieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 May 2012 07:05:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[ESM]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[QE]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Allein schon der gestrige Handelstag hat ans Licht gebracht, dass sich bei einer Lösung der Probleme an der Peripherie der Eurozone derzeit nicht allzu viel bewegt. Natürlich kann man die Absicht der Europäischen Kommission, eine Rekapitalisierung der Banken über den ESM in Betracht zu ziehen, zunächst als positiven Versuch werten. Doch schon die schnelle Ablehnung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Allein schon der gestrige Handelstag hat ans Licht gebracht, dass sich bei einer Lösung der Probleme an der Peripherie der Eurozone derzeit nicht allzu viel bewegt. Natürlich kann man die Absicht der Europäischen Kommission, eine Rekapitalisierung der Banken über den ESM in Betracht zu ziehen, zunächst als positiven Versuch werten. Doch schon die schnelle Ablehnung<span id="more-4100"></span> des Vorschlags durch Finnland und Deutschland, zeigt Bewegungslosigkeit (oder schlimmer noch: Bewegungsunfähigkeit). Vor allem wenn man bedenkt, dass die Kommission ohnehin nicht in der Lage wäre, alleine derlei Vorschläge umzusetzen. So gesehen, ist auch das jüngste Arbeitspapier, das Spanien zur Lösung seiner Schuldenprobleme drängt, die im Vergleich zu anderen Staaten der Eurozone niedrige Mehrwertsteuer zu erhöhen, nicht mehr als ein Vorschlag, der überdies noch fragwürdig scheint. Zum einen inhaltlich, weil man sich von der Austeritätsideologie längst noch nicht verabschiedet hat. Ganz zu schweigen davon, dass der Wachstumsvorstoß des französischen Staatspräsidenten François Hollande längst im Sande verlaufen ist. Zum anderen, hat die Kommission auch schon Papiere über Eurobonds und Schuldentilgungsfonds geschrieben – Ideen die schlichtweg zum Sterben verurteilt sind, solange sie von den politischen Entscheidern der EU nicht aufgegriffen werden. Anders ausgedrückt: Diejenigen Staaten der Eurozone, die Stimulierung bräuchten, sind dazu aufgrund ihrer maroden Haushalte nicht in der Lage, und Länder, die stimulieren könnten, wollen dies offenbar nicht.</p>
<p>Aber auch in den USA scheint man zumindest seitens der Notenbank mit den Stimulierungsmöglichkeiten angesichts der niedrigsten Bond<strong>&#8211;</strong>Renditen seit mehr als 60 Jahren am Ende seines Lateins angelangt. Wenn etwa gestern Fed-Mitglied William Dudley äußerte, er glaube der Nutzen weiterer quantitativer Lockerungen dürfte kaum deren Kosten übersteigen, kommt darin zum Ausdruck, dass man an dem Sinn weiterer Anleihe-Kaufprogramme oder einer Neuauflage einer Operation Twist zweifeln darf. Und so zeigt sich, dass ökonomische Impulse auch in den USA von der Politik kommen müssen.</p>
<p>Dass die Investoren vor allem am deutschen Aktienmarkt Gefallen finden, zeigt unterdessen die jüngste Stimmungs-Umfrage der Börse Frankfurt, deren Kommentierung von<a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+dax+kaeufer+schielen+auf+den+euro+nicht+auf+die+eurozone+32974" target="_blank"> Gianni Hirschmüller Sie hier</a> finden.</p>
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		<title>Armes England</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:59:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[BoE]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/armes-england/">Armes England</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal<span id="more-3809"></span> zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England offensichtlich gerade erst darauf einstellen wollte, keine weiteren quantitativen Lockerungen vorzunehmen, werden jetzt einige Händler vorschnell behaupten. Ist das jetzt alles Makulatur, wird jetzt doch weiter gelockert?</p>
<p>Ja, es ist schon ein Kreuz mit der Definition einer technischen Rezession. Mental wird einfach der Schalter umgelegt. Die Welt ist nicht nur schlechter als erwartet, sondern richtig schlecht, könnte man meinen. Dabei wird vergessen, dass ein Wachstum von 0,2 oder 0,3 Prozent für Großbritannien auch nicht viel besser als die heutige Schätzung gewesen wäre. Auch wenn die Entwicklung des britischen BIP dann nicht das Label &#8222;Rezession&#8220; bekommen hätte. Ganz zu schweigen von den möglichen Revisionen dieser Zahl, die uns noch ins Haus stehen. Daraus auf ein baldiges Umdenken innerhalb der BoE zu schließen, wäre also vorschnell. Allein der unbeteiligte Beobachter, der sich nur gelegentlich mit der Finanzwelt beschäftigt, wird sich von der Stimmung, die jetzt wieder durch die Medien gemacht werden dürfte, anstecken lassen. Aber auch die Welt der Finanzmärkte funktioniert nicht wie ein Schalter – „ein“ oder „aus“. Stattdessen gibt es viele Facetten. Und Ausreden, warum die Prognosen eigentlich hätten anders lauten müssen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/armes-england/">Armes England</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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