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	<title>Fed-Sitzung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2020 04:47:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Gleichklang ist am Ausklingen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2020 04:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Korrelationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade während der vergangenen Tage bekam ich immer wieder zu hören, dass der Kurs des Euro (zum USD) derzeit stark mit der Entwicklung an den Aktienmärkten korreliert sei. Vor allen Dingen mit den hiesigen. Nun hat es gestern beim DAX einen deutlichen Rücksetzer gegeben und anfangs auch beim Euro. Was den DAX bzw. auch den Euro Stoxx 50 und anfangs die US-Aktienmärkte angeht, war als Begründung für diese Entwicklung mehr als einmal das Wort „Gewinnmitnahmen“ zu hören. Ein Argument,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gleichklang-ist-am-ausklingen/">Gleichklang ist am Ausklingen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1340)</strong>             Gerade während der vergangenen Tage bekam ich immer wieder zu hören, dass der Kurs des Euro (zum USD) derzeit stark mit der Entwicklung an den Aktienmärkten korreliert sei. Vor allen Dingen mit den hiesigen. Nun hat es gestern beim DAX einen deutlichen Rücksetzer gegeben und anfangs auch beim Euro. Was den DAX bzw. auch den Euro Stoxx 50 und anfangs die US-Aktienmärkte angeht, war als Begründung für diese Entwicklung mehr als einmal das Wort „Gewinnmitnahmen“ zu hören. Ein Argument, das ich eigentlich nicht mag, weil es keine richtige Erklärung darstellt. Vor allen Dingen, wenn es möglicherweise gar nicht zu viele Gewinner gegeben hat.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12109" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/10062020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/10062020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/10062020-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zweifelhafte Begründungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich könnte man jetzt auch fundamental argumentieren, vor allen Dingen, weil die deutschen Exporte im April gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als 30 Prozent dramatisch eingebrochen waren. Ein Verkaufsargument, das gestern auch anfangs für den Euro gegolten haben könnte. Aber nicht viel später, als die Revision zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone während des ersten Quartals veröffentlicht und dieses etwas besser als erwartet ausgefallen war, begann die Gemeinschaftswährung zu steigen und ließ alsbald die Bären alt aussehen. Die Aktienmärkte hierzulande versuchten mitzuhalten, aber von der eingangs genannten Korrelation mit dem Euro war nicht viel zu merken.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Strategiewechsel der Fed kaum zu erwarten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei sollte ich nicht anzumerken vergessen, dass heute die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende gehen wird und bereits vereinzelte Stimmen laut wurden, die sich aufgrund des positiv „schockierenden“ Arbeitsmarktberichts vom vergangenen Freitag eine etwas hawkishere Intonation des heutigen Notenbankstatements vorstellen können. Allerdings dürfte sich die Fed nicht von einem einzelnen Arbeitsmarktbericht in ihrer Strategie beeinflussen lassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro-Schieflagen im Focus</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ich kann mir durchaus vorstellen, dass derzeit viele Marktteilnehmer auf einen viel deutlicheren Rücksetzer als den gestrigen im Aktienmarkt hoffen – ähnliches gilt auch für den Euro. Tatsächlich glaube ich nicht, dass es gestern primär aufgrund der Entwicklung irgendwelcher Wirtschaftsdaten zu Euro-Käufen gekommen ist. Vielmehr zeigt unser auf Erkenntnissen der Behavioral Finance beruhendes Modell, dass mittlerweile auch einige mittelfristig orientierte Akteure mit dem kurzfristigen Aufwärtstrend ihre liebe Not haben dürften. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wir schätzen, dass der Euro vielerorts als überbewertet wahrgenommen wird, und zwar in einer Größenordnung von etwas mehr als 2 Prozent. Mit anderen Worten: Der anfängliche Rücksetzer des Euro und die darauf folgende starke Performance am gestrigen Handelstag sprechen für einige Stopp-Loss-Käufe und sind ein Beleg für die Stärke des kurzfristigen Aufwärtstrends. Dieser hat nun das Zeug, auch das bisherige Jahreshoch von rund <strong>1,1430</strong> zu testen und darüber in die Region von <strong>1,1530</strong> vorzudringen. Zumindest bleibt der kurzfristige Trend in seiner steilen Version erhalten, solange nunmehr <strong>1,1240 </strong>nicht mehr unterlaufen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><em>Wegen des Feiertages Fronleichnam werde ich mich in ein verlängertes Wochenende begeben – der nächste Report erscheint somit erst am Montag.</em></span></p>
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		<title>Tag der Beruhigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2020 05:43:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Virus]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verfolgt man die Kommentatoren vor allen Dingen in den USA, konnte man gestern den Eindruck gewinnen, dass sich in Sachen Corona-Virus fast schon so etwas wie Entspannung breitgemacht hat. Dabei mag das Virus durchaus ernste Auswirkungen haben, und seine Verbreitung ist noch längst nicht gestoppt. Aber zumindest den Aktienmarktteilnehmern scheinen die globalen Bemühungen, die Ansteckungsgefahr in den Griff zu bekommen, genug Grund für eine Marktberuhigung zu sein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/tag-der-beruhigung/">Tag der Beruhigung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1010)</strong>             Verfolgt man die Kommentatoren vor allen Dingen in den USA, konnte man gestern den Eindruck gewinnen, dass sich in Sachen Corona-Virus fast schon so etwas wie Entspannung breitgemacht hat. Dabei mag das Virus durchaus ernste Auswirkungen haben, und seine Verbreitung ist noch längst nicht gestoppt. Aber zumindest den Aktienmarktteilnehmern scheinen die globalen Bemühungen, die Ansteckungsgefahr in den Griff zu bekommen, genug Grund für eine Marktberuhigung zu sein.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11543" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/29012020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/29012020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/29012020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn sich Prognostiker in den Banken uneins sind, welche ökonomische Auswirkungen die Corona-Epidemie am Ende haben wird, scheint man sich doch insofern einig, dass die negativen Konsequenzen erst in einiger Zukunft spürbar sein werden. Auch geht man mehrheitlich nicht davon aus, dass die US-Notenbank bei ihrer heutigen Sitzung etwas am Leitzins ändern wird. Aber was die Börsianer dies- und jenseits des Atlantiks unterschwellig zu beruhigen scheint, ist das implizite Versprechen der Fed, im Falle einer deutlichen Verschlechterung der Wachstumssituation entsprechend zu reagieren. Nicht sofort, aber eben in Zukunft.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Im Zweifel hilft die Fed</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die Zukunft möglicherweise nicht rosig aussehen könnte, zeigt zumindest ein Indikator. Die Rede ist vom viel beachteten Renditeabstand zehnjähriger US-Staatsanleihen gegenüber T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit, der gestern kurzzeitig ein negatives Vorzeichen aufwies. Aber dieser Vorbote für eine Rezession löste sich am Ende des Tages in Luft auf, der Renditevorsprung stieg wieder auf +8 Basispunkte an.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von den vermutlich wenig beachteten ökonomischen Daten aus den USA war indes Widersprüchliches zu vermelden. So enttäuschte der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in der Kernrate (Dezember), während der Index zum Verbrauchervertrauen des Conference Board positiv überraschte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gefahr einer Fehlentwicklung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Verhältnis des Euro zum Dollar hat sich auch gestern nicht viel geändert. Zwar markierte die Gemeinschaftswährung zum fünften Mal hintereinander ein niedrigeres Tagestief, blieb dann aber wiederum an dem ersten von uns indizierten stärkeren Nachfrageniveau hängen. Dieses liegt nun tiefer bei <strong>1,0980/85</strong>. Dies ist gleichzeitig das Niveau, mit dessen Unterlaufen eine Beschleunigung der derzeitigen Abwärtsbewegung angesagt wäre. Allerdings hat man den Eindruck, dass sich die Akteure nicht so recht trauen, den Euro unter dieses weithin bekannte Niveau zu treiben. Zumal die Nachfragesituation noch relativ stabil scheint und somit aus einem weiteren Abwärtsimpuls womöglich sogar ein Fehlsignal resultieren könnte. Da das Stabilisierungsniveau bei <strong>1,1100/05</strong> im Vergleich dazu recht weit entfernt ist und zuvor heute kein signifikanter Widerstand erkennbar ist, sieht das Chance/Risiko-Verhältnis für eine Euro-Short-Position nicht gerade attraktiv aus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Asymmetrische Geldpolitik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 05:46:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CME FedWatch Tool]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich im Anschluss an die am Mittwoch endende FOMC-Sitzung gedacht hatte – nicht wenige Kommentatoren gingen selbst gestern noch davon aus –, es sei nun vorerst Schluss mit weiteren Zinssenkungen, muss sich eigentlich getäuscht sehen. Zwar machte Jerome Powell deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick (gemeint ist wohl in erster Linie das Wachstum) schon wesentlich („material“) verschlechtern müsse, um eine weitere Zinssenkung auszulösen. Was aber auf der anderen Seite etwaige Zinserhöhungen angeht, scheint das Augenmerk</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1165)</strong>             Dass es sich US-Präsident Donald Trump nicht nehmen ließ, gestern wieder einmal gegen die Fed zu schießen, hat sicherlich kaum jemanden überrascht. Zumal Trump ohnehin gerne mit psychologischen Ankern arbeitet und folglich Messlatten unrealistisch hoch setzt. Diese Messlatten verfehlen nicht ihre Wirkung und ziehen die Entscheidungen derer, auf die diese Anker wirken sollen, unmerklich in die gewünschte Richtung. Tatsächlich kann man durchaus die Meinung vertreten, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) – wenn auch nicht alle in gleichem Maße – letztlich mit ihren Zinsentscheiden schrittweise genau das gemacht haben, was Trump eigentlich verlangt.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11266" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich vollzieht sich alles für den US-Präsidenten viel zu langsam. Aber die Finanzmärkte halfen kräftig mit und diktierten gewissermaßen im Laufe dieses Jahres, etwa über die Fed-Funds-Futures, der Notenbank häufiger, was sie eigentlich zu tun habe. Und hätte sich die Fed in diesem Jahr auch nur einmal erdreistet, dem Markt womöglich zu widersprechen, wäre dessen Damoklesschwert höchstwahrscheinlich zum Einsatz gekommen: Die Aktienmärkte hätten vermutlich wie angedroht deutlich gecrasht. Etwa wie im Dezember 2018, als die Fed zum letzten Male die Zielzone für die Fed Funds erhöht hatte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein kleiner Paradigmenwechsel</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer sich im Anschluss an die am Mittwoch endende FOMC-Sitzung gedacht hatte – nicht wenige Kommentatoren gingen selbst gestern noch davon aus –, es sei nun vorerst Schluss mit weiteren Zinssenkungen, muss sich eigentlich getäuscht sehen. Zwar machte Jerome Powell deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick (gemeint ist wohl in erster Linie das Wachstum) schon wesentlich („material“) verschlechtern müsse, um eine weitere Zinssenkung auszulösen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber auf der anderen Seite etwaige Zinserhöhungen angeht, scheint das Augenmerk der Fed eher auf der Inflationsentwicklung zu liegen. Aber nicht nur das. Vielmehr verdeutlichte Powell, es müsse sich um einen deutlichen und dauerhaften Anstieg der Inflation handeln, bevor die Fed eine Zinserhöhung überhaupt nur in Betracht ziehen würde. Mit anderen Worten: Die Hürde für eine weitere Zinssenkung liegt wesentlich niedriger als diejenige, die für eine Zinserhöhung übersprungen werden muss. Tatsächlich signalisierte Powell für die Zukunft eine asymmetrische Geldpolitik! Ein kleiner Paradigmenwechsel also.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich geht es also nicht mehr nur um eine Reihe präventiver Zinssenkungen, die nun beendet sein soll, um einer Wachstumsschwäche zuvorzukommen. Und eigentlich sollte Donald Trump der Fed sogar ein dickes Lob spendieren. Denn Powells Aussage sorgt dafür, dass sich die Fed einem wieder erstarkenden (globalen) Wachstum nicht entgegenstellen wird. Und wenn es im US-chinesischen Handelskrieg nun doch nicht zu einer Einigung kommen sollte, gibt es ja für alle Fälle eine Versicherung, den sogenannten Powell-Put. Und so wundert es auch nicht, dass sich aus den Fed-Funds-Futures (vgl. CME FedWatch Tool) für die Dezember-Sitzung der Notenbank bereits jetzt eine implizite Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent für eine weitere Zinssenkung berechnen lässt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Erste US-Wachstumsschätzungen für das vierte Quartal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ansonsten gab es gestern jede Menge wichtiger ökonomischer Daten zu begutachten, die aber allesamt nicht wirklich großartig überraschten. Das gilt für die vorläufigen Wachstumszahlen der Eurozone für das dritte Quartal sowie für die erste Schätzung der dortigen Konsumentenpreise für Oktober. In den USA gab es immerhin den für die US-Notenbank  wichtigen Index der privaten Verbrauchsausgaben (PCE) zu begutachten, der im September in der Kernrate mit einem Plus von 1,7 Prozent (gegenüber Vorjahr) etwas schwächer als im August, aber dennoch im Rahmen der Erwartungen der Ökonomen ausfiel. Wie müsste dieser Index wohl ausfallen, damit die Notenbank die Zinsen erhöhen würde? Wohl gemerkt: signifikant und dauerhaft. Ein Prozent höher?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die erste Schätzung des viel beachteten Prognosemodells der Fed von Atlanta wurde gestern erstmals für das vierte Quartal publiziert und dürfte mit einem annualisierten Wachstum von 1,5 Prozent nicht gerade für Euphorie sorgen. Der Euro hat es gestern allerdings nicht mehr geschafft, seine neutrale Zone zwischen <strong>1,1065/70</strong> und <strong>1,1180</strong> an der Oberseite zu verlassen. Bemerkenswert, wenn man den von mir beschriebenen Paradigmenwechsel der Fed ernst nehmen möchte. So gesehen hat sich der Dollar gestern sogar noch ganz gut aus der Affäre gezogen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Alles oder nichts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2019 05:49:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Fixed-term Parliaments Act]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, ich werde John Bercow vermissen, wenn er ab dem 31. Oktober nicht mehr der Sprecher des britischen Unterhauses sein wird. Es waren sicherlich auch die Ordnungsrufe Bercows, die mich neben meinem beruflichen Interesse in letzter Zeit vermehrt die Internet-Übertragungen britischer Unterhaussitzungen haben anschauen lassen. Gestern war es nun wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich dieses „Oardaa!“ live miterleben durfte. Und es wird in Großbritannien zum ersten Mal seit 1923 wieder eine Parlamentswahl im Dezember geben. So etwas hatte sich am Montag schon angedeutet,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/alles-oder-nichts/">Alles oder nichts</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1110)</strong>             Ja, ich werde John Bercow vermissen, wenn er ab dem 31. Oktober nicht mehr der Sprecher des britischen Unterhauses sein wird. Es waren sicherlich auch die Ordnungsrufe Bercows, die mich neben meinem beruflichen Interesse in letzter Zeit vermehrt die Internet-Übertragungen britischer Unterhaussitzungen haben anschauen lassen. Gestern war es nun wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich dieses „Oardaa!“ live miterleben durfte. Und es wird in Großbritannien zum ersten Mal seit 1923 wieder eine Parlamentswahl im Dezember geben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So etwas hatte sich am Montag fast schon angedeutet, nachdem Boris Johnson wie erwartet für seinen Antrag auf Neuwahlen im britischen Unterhaus nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit zusammenbekommen hatte. Denn der britische Premierminister war keinesfalls um eine Alternative verlegen. Johnson brachte flugs ein neues Gesetz ein. Diesem zufolge war für die Ansetzung vorgezogener Neuwahlen nur noch eine einfache Mehrheit notwendig. Ein „kurzes und einfaches“ Gesetz, um letztlich die Voraussetzung für Wahlen am 12. Dezember zu schaffen. Und spätestens gestern früh stand so gut wie fest, dass dieses Gesetz auf jeden Fall mithilfe <em>der</em> Schottischen Nationalpartei (SNP) als auch der Liberalen Demokraten im Unterhaus durchkommen würde. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11251" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/30102019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/30102019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/30102019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein Gesetz ausgehebelt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei schien es kaum jemanden zu stören, dass damit das Gesetz zu Parlamentswahlen aus dem Jahr 2011, der sogenannte <em>Fixed-term Parliaments Act</em>, ausgehebelt wurde. Zumindest dürfte sich der Gesetzgeber seinerzeit schon etwas dabei gedacht haben, die Hürde für vorgezogene Neuwahlen mit einer erforderlichen Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten des Unterhauses möglichst hoch zu setzen. Es mutete auf jeden Fall seltsam an, dass durch ein mit einfacher Mehrheit beschlossenes Gesetz besagte Hürde einfach herabgesetzt werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber sei‘s drum, zumal Labour-Chef Jeremy Corbyn am gestrigen Dienstag mit einem Mal erklärte, ebenfalls Neuwahlen unterstützen zu wollen. Denn die Bedingungen für eine vorgezogene Wahl seien erfüllt, weil ein sogenannter No-deal-Brexit [durch die sogenannte Flextension des Austrittsdatums Großbritanniens aus der EU bis zum 31. Januar] nun vom Tisch sei. Wohl gemerkt: [Nur] für die kommenden drei Monate. Offenbar wollte Jeremy Corbyn nach der sichtlichen Unterstützung Johnsons durch die SNP und die Liberalen Demokraten nicht im Regen stehen bleiben.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vorteil Johnson</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist damit allerdings die Unsicherheit für die Finanzmärkte in Sachen Brexit keineswegs beseitigt. Denn es ist nicht gewährleistet, dass die Wahlen im Dezember den konservativen Torys eine absolute Mehrheit bescheren werden. Allerdings haben Johnsons Konservative gegenüber den Oppositionsparteien einen Vorteil: Sie stehen (wie die Brexit-Partei von Nigel Farage) für den Austritt Großbritanniens aus der EU. Bei den Oppositionsparteien ist das indes nicht so ganz klar. Dies gilt insbesondere für Labour, deren Mitglieder diesbezüglich keine eindeutige Linie aufweisen. Lediglich die schottischen Nationalpartei und die Liberalen Demokraten haben sich deutlich für „remain“ positioniert. Tatsächlich beschreiben Kommentatoren die Dezember-Wahl als die letzte Chance für die Opposition, einen soften Brexit oder einen Verbleib Großbritanniens in der EU erreichen zu können. Mit anderen Worten: Es geht um alles oder nichts.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen sollte es nicht verwundern, dass der Euro auch gestern seine neutrale Zone zwischen <strong>1,1070</strong> und <strong>1,1155/60</strong> nicht verlassen hat. In erster Linie wahrscheinlich wegen der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC). Auch wenn weiterhin eine Leitzinssenkung von 25 Basispunkten erwartet wird, ist die Frage wesentlich spannender, inwieweit sich Fed-Chef Jerome Powell hinsichtlich des weiteren Kurses der Notenbank äußern wird. Um die leicht instabile Situation für den Euro zu beenden, müsste auf jeden Fall die Obergrenze der neutralen Zone bei 1,1155/60 überwunden werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Auf der Suche nach der richtigen Balance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2019 04:57:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einen interessanten Aspekt offenbarte die gestern publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern, die vom 6. bis 12. September durchgeführt wurde. Gefragt danach, welche politischen Maßnahmen in den kommenden sechs Monaten als am positivsten für Risiko-Investments anzusehen seien, lag auf Platz eins der Nennungen nicht etwa eine kräftige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in den USA...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1070)</strong>             Das Hauptereignis des heutigen Handelstages dürfte ohne Zweifel die am Abend endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sein. Und dabei wird Fed-Chef Jerome Powell wieder einmal die undankbare Aufgabe zukommen, die richtige Balance zu finden. Und zwar auf der einen Seite die Finanzmarktteilnehmer nicht zu enttäuschen, die einen weiteren ökonomischen Stimulus in Form einer Leitzinssenkung erwarten. Andererseits dürften zu starke geldpolitische Maßnahmen nicht die breite Unterstützung im FOMC finden. Und deswegen ist es auch wenig wahrscheinlich, dass sich die Fed-Entscheider – abgesehen von der Leitzinssenkung von 25 Basispunkten, die weithin erwartet wird – zu sehr in die Karten schauen lassen werden. Gilt es doch letztlich, nur so viel Stimulus zur Gewährleistung des Wachstums wie nötig zu beschließen, ohne dabei allzu viel für die Zukunft zu versprechen. Zumal die Einigkeit unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses angesichts der Unsicherheit, die vor allen Dingen vom US-chinesischen Handelskrieg und dem schleppenden Wachstum außerhalb der USA ausgeht, nicht besonders groß zu sein scheint.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11092" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ausgerechnet Deutschland gefragt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einen interessanten Aspekt offenbarte übrigens die gestern publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern, die vom 6. bis 12. September durchgeführt wurde. Gefragt danach, welche politischen Maßnahmen in den kommenden sechs Monaten als am positivsten für Risiko-Investments und Aktien anzusehen seien, lag auf Platz eins der Nennungen nicht etwa eine kräftige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in den USA. Oder erhöhte Investitionen in die chinesische Infrastruktur. Ganz zu schweigen von einer Lösung im Brexit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielmehr sehen rund 30 Prozent der Befragten den größten positiven Impuls für Risiko-Anlagen in Deutschland. Und zwar in Gestalt eines fiskalpolitischen Stimulus-Programms. Etwas, das bereits EZB-Präsident Mario Draghi im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats am vergangenen Donnerstag forderte. Allein: Es sieht nicht danach aus, als ob die deutsche Regierung auf die Schnelle diesem Wunsch nachkommen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im Vorfeld der heute endenden Notenbanksitzung hat der Dollar wieder nachgegeben und damit dem Euro zu einer Erholung verholfen, bei der ein großer Teil der Verluste des Vortages wieder wettgemacht wurden. Grundsätzlich bleibt die Gemeinschaftswährung jedoch in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend, der zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,0870</strong> verläuft.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Absehbare Enttäuschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2019 04:55:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Ratssitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verankern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind die kommenden Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank, die derzeit die Diskussionen der Händler und Kommentatoren beherrschen. Und dabei hat sich ein gewisser Unterton herauskristallisiert: Die Erwartungen der Marktteilnehmer an etwaige Maßnahmen der Notenbanken, um die Wirtschaft zu stimulieren, sind zu hoch – Enttäuschungspotenzial ist also durchaus vorhanden. Eigentlich spielt jetzt nur noch die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1045)</strong>             Es sind die kommenden Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank, die derzeit die Diskussionen der Händler und Kommentatoren beherrschen. Und dabei hat sich ein gewisser Unterton herauskristallisiert: Die Erwartungen der Marktteilnehmer an etwaige Maßnahmen der Notenbanken, um die Wirtschaft zu stimulieren, sind zu hoch – Enttäuschungspotenzial ist also durchaus vorhanden. Eigentlich spielt jetzt nur noch die Reihenfolge der möglichen Enttäuschungen eine Rolle, damit sich die Entwicklung des Euro zum US-Dollar einschätzen lässt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11061" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Den ersten Schritt macht bekanntlich die EZB mit ihrer Ratssitzung am kommenden Donnerstag, bei der zum einen eine Senkung des Einlagenzinses, möglicherweise verbunden mit einer Staffelung desselben, erwartet wird. Eine Senkung um 20 Basispunkte – die anderen Zinssätze bleiben unverändert – könnte es schon werden, so mancherorts die Erwartung. Plus möglicherweise einer veränderten Forward Guidance mit dem Hinweis, unter welchen Umständen überhaupt in der fernen Zukunft mit einer ersten Zinserhöhung zu rechnen sei. Zudem ist eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe im Gespräch, wobei mit dem Widerstand der Falken im EZB-Rat zu rechnen ist. Werden die Anleihekäufe eine Größenordnung von 45 bis 60 Mrd. Euro pro Monat erreichen?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Extreme unbewusste Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Egal, wie die tatsächlichen Maßnahmen und Werte ausfallen: Sie sind in den Köpfen der Händler bereits verankert, und zwar in ihrer bisherigen Extremform. Und genau dies macht es der EZB so gut wie unmöglich, die Teilnehmer an den Finanzmärkten in Sachen geldpolitischer Lockerung noch zu überraschen. Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Euro ist angesichts des Enttäuschungspotenzials aus dieser Sicht recht hoch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine Woche später endet die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), und auch dort sind die Markterwartungen insgeheim höher als das, was die Fed vermutlich liefern wird. Zwar signalisieren die Fed Funds-Futures derzeit keine Zinssenkung von 50 Basispunkten – die implizite Wahrscheinlichkeit dafür betrug gestern laut CME FedWatch Tool 0 Prozent –, die Zahl „50“ bleibt dennoch bei vielen Akteuren im Hinterkopf verankert. Selbst wenn diese Marktteilnehmer alles andere als eine Zinssenkung von 25 Basispunkten vordergründig sogar wegrationalisieren würden, sind 50 Basispunkte einmal als Option im Raum gestanden und bleiben unbewusst ein nicht zu unterschätzender Maßstab. Kurzum: Eine Senkung der Zielzone der Fed Funds um 25 Basispunkte wäre so gesehen eine Enttäuschung und ein späteres Kaufargument für den US-Dollar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Unter Druck<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es entsteht der Eindruck, als würden die Zentralbanken der Eurozone und der USA von den Teilnehmern an den Finanzmärkten indirekt massiv unter Druck gesetzt. Ein Druck, der letztlich, so die Meinung mancher Kommentatoren, nur von der Fiskalpolitik gesenkt werden kann. Und wie ein Stimulus diesbezüglich aussehen könnte, vermittelte gestern ein Medienbericht, der sich auf die Einlassungen mehrerer Regierungsbeamter stützt. Danach liebäugelt die deutsche Regierung offenbar mit einer zusätzlichen Verschuldung über einen Schattenhaushalt, um die Investments in die Infrastruktur und den Klimaschutz zu erhöhen. Und zwar unter Umgehung der Staatsschuldenregel. Aber natürlich nur, wenn sich der wirtschaftliche Ausblick verschlechtern sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin: Der Euro konnte sich gestern daraufhin etwas befestigen, aber der Ausschlag war letztlich recht überschaubar. Deswegen bleibt es beim kurzfristigen Abwärtstrend (<strong>1,1085</strong> (<strong>1,1145</strong>) bis <strong>1,0885/90</strong>, welcher derzeit korrigiert wird. Die aufwärtsgerichtete Korrekturphase wäre mit Unterlaufen von <strong>1,0985</strong> übrigens beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wieder keine Annäherung im Handelskonflikt?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/wieder-keine-annaeherung-im-handelskonflikt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2019 04:50:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Aktienmärkte in der Eurozone haben deutlich, die in den USA, gemessen am breit gestreuten S&#038;P 500-Index, schwächer, und der Euro hat überhaupt nicht darauf reagiert. Gemeint sind Donald Trumps neueste Tweets, denen zufolge die Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die gestern in Shanghai begonnen hatten, nicht allzu gut zu laufen scheinen. Nein, nicht dass die Marktteilnehmer bei dieser ersten Gesprächsrunde seit dem G20-Treffen in Osaka geglaubt hätten, dass zwischen den Parteien etwas Greifbares oder gar ein Durchbruch erzielt würde. Aber</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1150)</strong>             Die Aktienmärkte in der Eurozone haben deutlich, die in den USA, gemessen am breit gestreuten S&amp;P 500-Index, schwächer, und der Euro hat überhaupt nicht darauf reagiert. Gemeint sind Donald Trumps neueste Tweets, denen zufolge die Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die gestern in Shanghai begonnen hatten, nicht allzu gut zu laufen scheinen. Nein, nicht dass die Marktteilnehmer bei dieser ersten Gesprächsrunde seit dem G20-Treffen in Osaka geglaubt hätten, dass zwischen den Parteien etwas Greifbares oder gar ein Durchbruch erzielt würde. Aber statt Gesten des Entgegenkommens zu zeigen, präsentierte sich der US-Präsident wieder einmal von seiner aggressiven Seite. Es werde entweder einen großen „Deal“ mit China oder gar keinen geben, so Trump. Und er warnte China vor einem Spiel auf Zeit, womöglich in der Hoffnung, dass nach den US-Wahlen im kommenden Jahr ein anderer Präsident die Verhandlungen führen würde. Dabei sollte uns nicht wundern, wenn Donald Trump selbst auf Zeit spielt. Denn wir hatten an dieser Stelle schon einmal geäußert, dass der positive Effekt, den eine Einigung mit China für die mögliche Wiederwahl Trumps hätte, zu verpuffen drohte, sollte dieser Erfolg allzu frühzeitig vor dem Wahltermin eintreten.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10902" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/31072019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/31072019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/31072019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fingerspitzengefühl gefragt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Schließlich wetterte Donald Trump noch einmal gegenüber Reportern gegen die Fed, deren Offenmarktausschuss (FOMC) bekanntlich heute höchstwahrscheinlich eine Zinssenkung von 25 Basispunkten – es handelt sich um die erste Leitzinssenkung seit über zehn Jahren – bekanntgeben wird. Auch wenn die implizite Wahrscheinlichkeit für einen größeren Schritt (50 Basispunkte) lediglich bei rund 22 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) liegt, würde eine solche Maßnahme die Teilnehmer an den Finanzmärkten womöglich eher schockieren als beruhigen. Denn eine solche Haltung der Fed würde nicht nur ein Einknicken gegenüber den Trumpschen Forderungen bedeuten, sondern könnte auch als Panikreaktion der Notenbanker interpretiert werden. Zumal selbst Zinstauben wie James Bullard (Fed St. Louis) zuletzt nur von einer kleinen Zinssenkung ausgingen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Viel wichtiger scheint aber zu sein, wie sich die Fed in ihrem Statement am heute Abend und in der darauffolgenden Pressekonferenz geben wird. Alles andere als eine klares taubenhaftes Bekenntnis würde von den Teilnehmern an den Finanzmärkten vermutlich mit Enttäuschung quittiert werden. Vor allen Dingen, wenn sich herausstellen sollte, dass es sich bei der antizipierten Zinssenkung der Notenbank nur um eine einmalige präventive Maßnahme handeln sollte. Denn im Hinterkopf der Akteure stecken ganz andere Erwartungen. Dabei ergeben sich rechnerische Wahrscheinlichkeiten anhand der Fed-Funds-Futures von rund 52 Prozent für mindestens drei Zinssenkungen bis zum Jahresende. Und für Zinssenkungen in der Summe von sogar 100 Basispunkten ließ sich gestern rechnerisch immerhin eine Wahrscheinlichkeit von rund 16 Prozent ermitteln.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fundamentaldaten interessieren kaum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Außerdem wurde gestern das für die US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß publik gemacht. Danach fiel die Kernrate des Index der Privaten Konsumausgaben (PCE) im Juni mit 1,6 Prozent (ggü. Vorjahr) wie im Mai aus und lag etwas unter der Median-Erwartung der Ökonomen. Abgesehen davon, dass dies für die Mitglieder des Offenmarktausschusses eher ein Argument für eine Senkung des Leitzinses darstellt, wurde der PCE für das gesamte zweite Quartal bereits am vergangenen Freitag im Rahmen des US-Wachstumsberichtes präsentiert und hatte daher wenig Bedeutung.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende des gestrigen Handelstages hatte der Euro gegenüber dem US-Dollar die Nase ganz leicht vorne und notierte zum Ende der Handelssitzung bei 1,1150 und somit rund 80 Stellen schwächer als vor der am 20. Juni endenden Fed-Sitzung. Gleichzeitig bleibt der prominente Auslöser für Abwärtsbewegungen bei <strong>1,1100</strong> (theoretisches Potenzial darunter: <strong>1,1020/25</strong>). Ein Ausbruch des Euro an der Unterseite wäre allerdings immer noch mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines sogenannten „False Break“, einer Fehlentwicklung, behaftet. Auf der anderen Seite ist der Euro nach wie vor erst oberhalb von <strong>1,1220/25</strong> als stabil zu bezeichnen.</span></p>
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		<title>Draghis kleine Überraschung</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/draghis-kleine-ueberraschung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2019 04:56:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Contrarian signal]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine gute Frage eines Investors am gestrigen Handelstag lautete: „Warum hat Draghi das eigentlich jetzt gemacht?“ Gemeint ist natürlich die gestrige Rede, in der der EZB-Präsident auf einem Treffen von Notenbankern im portugiesischen Sintra die Bereitschaft erklärte, falls dies erforderlich sein sollte, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Eurozone weiter zu lockern. Die Reaktion der Finanzmärkte war deutlich: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein neues historisches Tief...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/draghis-kleine-ueberraschung/">Draghis kleine Überraschung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1190)</strong>             Eine gute Frage eines Investors am gestrigen Handelstag lautete: „Warum hat Draghi das eigentlich <em>jetzt</em> gemacht?“ Gemeint ist natürlich die gestrige Rede, in der der EZB-Präsident auf einem Treffen von Notenbankern im portugiesischen Sintra die Bereitschaft erklärte, falls dies erforderlich sein sollte, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Eurozone weiter zu lockern. Die Reaktion der Finanzmärkte war deutlich: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein neues historisches Tief (-0,32 Prozent), während die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks jubilierten. Einzig und allein US-Präsident Donald Trump schien etwas angesäuert zu sein und machte seinem Zorn via Twitter Luft. Die Ankündigung Draghis, weitere geldpolitische Stimuli aufzufahren, sei gegenüber den USA unfair. Natürlich ist der Euro gestern in der Folge zurückgefallen, aber doch in sehr überschaubarem Maße. Gut möglich, dass Trump seiner eigenen Notenbank auf die Sprünge helfen möchte, bei ihrer heute endenden Sitzung angemessen zu reagieren.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10713" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/19062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Investoren auf dem falschen Fuß erwischt?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Selbst die US-Aktienmärkte dürften von der Rede Mario Draghis profitiert haben. Gut möglich, dass internationale Investoren hinsichtlich des US-Aktienmarkts auch noch auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Denn die jüngste Umfrage von BofA Merrill Lynch, die vom 7. bis 13. Juni durchgeführt wurde, brachte zutage, dass die Investoren so bearish wie zuletzt im März 2009 gewesen waren. Gleichzeitig sind die Anlagen in US-Anleihen auf das höchste Niveau seit September 2011 gestiegen! Naturgemäß sind die Renditen von US-Staatsanleihen während der vergangenen Wochen gesunken. Renditen, die letztlich auch die Zinsstrukturkurve beeinflussen. Dort zeigte sich, dass der viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit bei -17 Basispunkten lag und daher seit Wochen vielerorts als Vorbote einer späteren Rezession gesehen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber nun, wenn sich die Angst der Investoren als falsch erweist? Es gibt nämlich nicht wenige Kommentatoren, die in der jüngsten BofA Merrill Lynch-Umfrage ein sogenanntes antizyklisches Signal („contrarian signal“) sehen. Sollte sich das bewahrheiten, würden in der Folge die Aktienmärkte abermals haussieren und die US-Anleiherenditen wieder steigen. Immerhin hat US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert, so dass es so aussieht, als würden die beiden im Rahmen des G-20 Treffens am 28./29. Juni in Japan doch noch ein Treffen planen. Auch wenn niemand weiß, was dabei herauskommen wird: Die Aktienmärkte haben diesen Versuch einer Annäherung honoriert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Längst Fälliges nur nachgeholt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Doch zurück zur Anfangsfrage, zu deren Beantwortung wir zum 6. Juni, dem Termin der vergangenen EZB-Sitzung, gehen müssen (vgl. <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/07/ein-bisschen-taubenhaft-ist-nicht-genug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a>). Eine Sitzung, von der viele Marktteilnehmer enttäuscht waren, weil sich Mario Draghi nicht taubenhaft genug gerierte. Letztlich scheint der EZB-Präsident mit seiner Ankündigung vielleicht noch gerade rechtzeitig vor der heute endenden Fed-Sitzung etwas nachgeholt zu haben, was die Marktteilnehmer längst erwartet hatten. Ob dafür eine Zinssenkung von 10 Basispunkten im September, wie sie von den Marktteilnehmern derzeit eingepreist wird, ausreicht? </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So gesehen ist die gestern gezeigte, nur leichte Schwächetendenz des Euro zum US-Dollar sogar als angemessen zu bewerten. Der Abgabedruck hat jedenfalls nicht dazu ausgereicht, gestern das untere Ende der Konsolidierungszone zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1345</strong> zu testen, geschweige denn – unser präferiertes Szenario reicht danach bis <strong>1,1040/45</strong> – zu durchbrechen. Ganz nebenbei bemerkt: Netto 60 Prozent der Teilnehmer oben genannter Umfrage halten den US-Dollar für überbewertet – das ist ein neuer Rekord.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen des morgigen Fronleichnamstages erscheint die nächste Ausgabe von „Dollar am Morgen“ erst am Freitag, den 21. Juni.</span></p>
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		<title>Durch nichts zu erschütterndes Vertrauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2019 04:52:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Dot Plots]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[GDPNow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielen Akteuren und Kommentatoren dürfte die Sitzung der US-Notenbank am kommenden Dienstag und Mittwoch noch mehr zu denken geben. Vor allen Dingen nach den am Freitag publizierten ökonomischen US-Daten, die kaum Anzeichen für eine bevorstehende Rezession enthielten. Die Einzelhandelsumsätze des Monats Mai waren schon etwas besser als von den meisten Ökonomen erwartet ausgefallen. Aber es waren die teils deutlichen Aufwärtsrevisionen für den Monat April, die positiv überraschten. Und auch die Daten zur US-Industrieproduktion wussten zu überzeugen. Das Resultat: Das vielbeachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, berechnete zum Wochenende ein von 1,4 auf 2,1 Prozent erhöhtes Bruttoinlandsprodukt</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1220)</strong>             Euro-Händler dürften mit einem mulmigen Gefühl ins Wochenende gegangen sein. Aber sollte man sich tatsächlich über einen Tagesverlust von 0,6 Prozent gegenüber dem Dollar aufregen? Ist das nicht vielmehr nur ein Sturm im Wasserglas? Aber man muss eben doch bis zum 24. April zurückgehen, um einen Tagesverlust in ähnlicher Größenordnung zu finden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gleichzeitig dürfte vielen Akteuren und Kommentatoren die Sitzung der US-Notenbank am kommenden Dienstag und Mittwoch noch mehr zu denken geben. Vor allen Dingen nach den am Freitag publizierten ökonomischen US-Daten, die kaum Anzeichen für eine bevorstehende Rezession enthielten. Die Einzelhandelsumsätze des Monats Mai waren schon etwas besser als von den meisten Ökonomen erwartet ausgefallen. Aber es waren die teils deutlichen Aufwärtsrevisionen für den Monat April, die positiv überraschten. Und auch die Daten zur US-Industrieproduktion wussten zu überzeugen. Das Resultat: Das vielbeachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, berechnete zum Wochenende ein von 1,4 auf 2,1 Prozent erhöhtes Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal dieses Jahres. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10705" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/17062019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immun gegen gute Daten</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch haben die Finanzmärkte auf diese Entwicklung praktisch nicht reagiert. Anhand der Fed-Funds-Futures ergibt sich für eine Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten bei der Juli-Sitzung immer noch eine implizite Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent – bis zum Jahresende ist ein derartiger Schritt weiterhin zu 99 Prozent eingepreist. Aber auch hinsichtlich mehrerer Zinssenkungen in diesem Jahr scheint das Vertrauen der Marktteilnehmer unerschüttert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es sind nicht nur die Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer, die die Entscheider im Offenmarktausschuss der Notenbank (FOMC) massiv unter Druck setzen. Allen voran machte US-Präsident Donald Trump noch einmal deutlich, was er von der bisherigen Geldpolitik der Fed hält: nämlich nichts. Und der ökonomische Chefberater Donald Trumps, Larry Kudlow, brachte indirekt sogar eine erste Zinssenkung für die Juni-Sitzung ins Spiel. Auch wenn die meisten Marktteilnehmer momentan nicht von einem derartigen Schritt ausgehen, setzt dieses Statement einen unbewussten Anker.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während sowohl die jüngsten ökonomischen Daten als auch die Entwicklung am US-Aktienmarkt für sich betrachtet noch nicht einmal einen Hinweis auf bevorstehende Zinssenkungen der Fed rechtfertigen, haben die Marktteilnehmer Jerome Powell (und seine Kollegen) bildlich gesprochen in die Ringecke gedrängt. Jene müssen auch noch ihre Einschätzung zur Entwicklung in der US-Handelspolitik bei ihrer Entscheidung am Mittwoch berücksichtigen. Eine Einschätzung, die angesichts eines extrem sprunghaft agierenden Donald Trump erschwert wird. Zumal man sich – dies zeigt etwa die Entwicklung im Handelsstreit mit Mexiko – auf Trumps Zusagen nicht verlassen kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ungeliebte DOT-Plots</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie bereits an anderer Stelle erwähnt (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/14/im-zinssenkungsfieber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> hier), sind die Erwartungen an die Notenbanker nun extrem hochgesteckt, und auch das Enttäuschungspotenzial bei den Prognosen zur Zinsentwicklung, den sogenannten DOT-Plots der FOMC-Mitglieder, riesengroß. Prognosen, die nur die Meinung der einzelnen Fed-Mitglieder reflektieren sollen, aber dennoch als geldpolitische Wetterkarte von den Marktteilnehmern in ihrer Bedeutung überbewertet werden. So gesehen ist es nachvollziehbar, wenn einzelne Kommentatoren und auch Mitglieder des Offenmarktausschusses die zeitnahe Publikation der DOT-Plots um Wochen verschieben oder gar ganz abschaffen möchten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allein der Dollar hat am Freitag gegenüber einem Korb an verschiedenen Valuten (gemessen am Dollar-Index) durch seinen Aufwärtsimpuls verdeutlicht, dass sich das FOMC am 19. Juni womöglich weniger taubenhaft als vielfach erwartet gerieren könnte. Gleichzeitig hat der Euro durch Unterlaufen der Marke von 1,1210/15 am Freitag seine Stabilität verloren – auch wenn es sich nur um Glattstellungen durch risikoscheue kurzfristige Akteure gehandelt haben sollte. Im gleichen Zuge ist ein Test der Unterseite der erweiterten Konsolidierungszone (1,1110-1,1345) wesentlich wahrscheinlicher geworden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Eine Bedrohung, die es gar nicht gab?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2019 05:01:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Strafzölle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist nicht einmal zwei Wochen her, da drohte US-Präsident Donald Trump, Mexiko mit Strafzöllen zu belegen, sofern das Land nicht den Strom von Flüchtlingen in Richtung USA stoppen würde. Aber genauso plötzlich, wie sie aufgekommen war, war die Trumpsche Drohung zum Ende der vergangenen Woche wieder verschwunden. Per Twitter, wie so häufig, wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Trump offenbar einen Deal mit Mexiko erreicht hat.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-bedrohung-die-es-gar-nicht-gab/">Eine Bedrohung, die es gar nicht gab?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1310)</strong>             Es ist nicht einmal zwei Wochen her, da drohte US-Präsident Donald Trump, Mexiko mit Strafzöllen zu belegen, sofern das Land nicht den Strom von Flüchtlingen in Richtung USA stoppen würde. Aber genauso plötzlich, wie sie aufgekommen war, war die Trumpsche Drohung zum Ende der vergangenen Woche wieder verschwunden. Per Twitter, wie so häufig, wurde die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Trump offenbar einen Deal mit Mexiko erreicht hatte – Details werden noch folgen –, demzufolge Mexiko nicht nur den illegalen Flüchtlingsstrom reduzieren oder gar völlig eindämmen, sondern angeblich auch noch große Mengen an US-Agrarprodukten ankaufen wird.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10681" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/11062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das klingt tatsächlich auf den ersten Blick wie eine Erfolg für den US-Präsidenten. Allerdings war Trumps aggressiver Schritt selbst in Teilen der US-Regierung von Sorge und Skepsis begleitet. Sowohl der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer als auch Finanzminister Steven Mnuchin schienen nicht glücklich über Trumps Vorpreschen. Und sogar einige republikanische Abgeordnete bezeichneten die angedrohten Strafzölle als falschen Schritt, um dem Strom illegaler Einwanderer in die USA Herr zu werden. Aber auch Ökonomen äußerten ihre Sorge darüber, dass die geplanten Strafzölle gerade bei der Fertigung von Kraftfahrzeugen, die im Laufe ihrer Produktion die US-mexikanische Grenze mehrere Male überqueren, auch den US-Kraftfahrzeug-Produzenten schaden würden. Kurzum: Was sich wie eine Erfolgsstory liest, könnte durchaus auch als ein, wenn auch nur temporärer, Rückzieher Donald Trumps interpretiert werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Drohung nicht ernst genommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die Finanzmärkte Trumps Strafzoll-Drohung nicht ernst genommen haben, zeigt sich etwa an der Entwicklung des US-Aktienmarktes. So konnte etwa der breitgestreute S&amp;P 500 Index vom Tiefpunkt zu Beginn der vergangenen Woche aus gerechnet mit einem Plus von mehr als 5 Prozent abschließen. Als ob es den US-mexikanischen Konflikt nie gegeben hätte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kritiker werden natürlich sofort einwenden, dass der Aktienmarkt in den USA doch vor allen Dingen wegen der Hoffnung vieler Akteure auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank so stark angezogen hätte. Dabei haben sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten für mindestens eine oder zwei Zinssenkungen in diesem Jahr per Saldo (vgl. CME FedWatch Tool) seit Beginn der vergangenen Woche nicht mehr wesentlich verändert. Aber durchaus die Stimmung der Marktteilnehmer und Analysten. Nicht zuletzt wegen des enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktberichts am vergangenen Freitag. Denn die Zahl der neu geschaffenen Stellen im Nicht-Agrarbereich (Nonfarm Payrolls), aber auch die Entwicklung bei den Stundenlöhnen blieb hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Übertriebene Erwartungen an die Fed</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie dem auch sei, gibt es mittlerweile sogar Strategen, die es für möglich halten, dass die US-Notenbank in einem ersten Schritt die Zinsen nicht nur um 25, sondern gar um 50 Basispunkte senken könnte. Befinden wir uns denn bereits in einer Finanzkrise? Glücklicherweise gibt es auch Analysten, die – vermutlich wie viele Mitglieder des Offenmarktausschusses selbst – nicht davon ausgehen, dass die Fed sogleich auf eine einzige schwache Nonfarm-Payrolls-Zahl reagiert. Mit Recht weisen Kommentatoren darauf hin, dass die Notenbank den sogenannten Powell Put nicht zu schnell ziehen solle.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Damit werden zweierlei Einflussfaktoren für den Dollar deutlich. Zum einen haben wir mit dem wohl vorläufig beendeten US-mexikanischen Strafzoll-Intermezzo nach derzeitiger Lesart ein Kaufargument für den Greenback vorliegen. Dieses könnte sich auch ergeben, wenn die Finanzmarktakteure zu dem Schluss kommen sollten, dass die Zinssenkungsfantasien wohl doch etwas übertrieben gewesen sein könnten. Zumindest hat nun die Schweigeperiode der Mitglieder des Offenmarktausschusses bis zur am 19. Juni endenden Fed-Sitzung begonnen, so dass aus dieser Ecke derzeit keine geldpolitischen Hinweise zu erwarten sind. Was den Euro dagegen angeht, hat dieser immerhin am vergangenen Freitag die Obergrenze seiner Konsolidierung bei 1,1320/25 durchbrochen, ohne allerdings einen neuen Trend auszulösen. Dennoch ist die Situation der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar als positiv einzustufen. Dies gilt zumindest, solange an der Unterseite <strong>1,1210/15</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-bedrohung-die-es-gar-nicht-gab/">Eine Bedrohung, die es gar nicht gab?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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