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	<title>Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 19 Feb 2020 05:52:31 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Schlechte Stimmung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Feb 2020 05:52:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun musste ich gestern in meinem Euro-Tagebuch den elften Handelstag in Folge notieren, an dem die Gemeinschaftswährung ein niedrigeres Tagestief markierte. Natürlich gibt es hierfür einen offensichtlichen Grund, wie dies die meisten Kommentatoren festgestellt haben: Die ZEW-Stimmungsumfrage war sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone hinsichtlich der jeweiligen Erwartungskomponente deutlich schlechter als von den Ökonomen im Mittel erwartet ausgefallen. Und hinzu kam, dass...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0795)</strong>             Nun musste ich gestern in meinem Euro-Tagebuch den elften Handelstag in Folge notieren, an dem die Gemeinschaftswährung ein niedrigeres Tagestief markierte. Natürlich gibt es hierfür einen offensichtlichen Grund, wie dies die meisten Kommentatoren festgestellt haben: Die ZEW-Stimmungsumfrage war sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone hinsichtlich der jeweiligen Erwartungskomponente deutlich schlechter als von den Ökonomen im Mittel erwartet ausgefallen. Und hinzu kam, dass die Median-Prognosen der Analysten ohnehin schon deutlich niedriger als die ZEW-Januar Werte ausgefallen waren. Auch diese deutliche Stimmungsverschlechterung lässt sich offenbar auf den zu erwartenden negativen Effekt der Coronavirus-Epidemie auf den Welthandel – insbesondere den hiesigen Export – zurückführen. Grund genug, den Euro vom Tageshoch aus gerechnet etwa um 30 Stellen herunter zu prügeln.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11631" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/19022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/19022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/19022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro erholt sich kaum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vermutlich wäre der Euro aber auch ohne den ZEW-Index gestern weiter gefallen. Insgesamt belaufen sich die im Einzelnen gar nicht einmal so krassen täglichen Kursverluste gegenüber dem Dollar seit Anfang des Monats auf rund 2,8 Prozent. Aber ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Erwartungskomponente des ZEW-Index weniger die Konjunkturerwartungen, sondern in erster Linie die Anlegerstimmung am Aktienmarkt und die zugrundeliegenden Positionierungen der institutionellen Investoren widerspiegelt. Und die Anlegerstimmung war, sozusagen im Einklang mit dem gestern publizierten ZEW-Index, bereits am vergangenen Mittwoch gemäß der Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt deutlich abgekühlt, um nicht zu sagen „leicht pessimistisch“. Für heute Nachmittag erwarten wir übrigens die Ergebnisse der jüngsten Umfrage.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar weiterhin für überbewertet gehalten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zum gestrigen Euro-Rückgang trug schließlich auch eine deutliche Dollarstärke – gemessen am Dollar-Index – bei, die ihren Höhepunkt nach Publizierung des Empire State Index für das produzierende Gewerbe erreichte, der wiederum auf der positiven Seite überraschte. Die Folge: Ein Tagestief (33-Monatstief) bei rund 1,0785, also nicht allzu weit von der ersten Potenzialmarke bei <strong>1,0755/60 </strong>entfernt, die übrigens noch nicht das Ende des kurzfristigen Abwärtstrends bedeuten muss.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Per Saldo können sich heute Euro-Erholungen etwas leichter durchsetzen, da die Einstandspreise schiefliegender Akteure – etwa US-Investoren, die ihre Engagements in der Eurozone noch nicht gegen Kursrückgänge abgesichert haben – schon recht weit entfernt liegen. Dass dies mit hoher Wahrscheinlichkeit so sein dürfte, vermittelt auch die gestern publizierte BofA Merrill Lynch Fondsmanager-Umfrage, wonach nun netto 54 Prozent der Befragten (Januar-Umfrage: 53 Prozent) den Dollar für überbewertet halten – es handelt sich immerhin um das zweithöchste Niveau seit dem Jahr 2002. Die Umfrage fand zwischen dem 6. und 13. Februar statt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unser auf Erkenntnissen der Behavioral Finance basierendes Modell berechnet übrigens einen (wahrgenommenen) Einstandspreis der derzeitigen Schieflagen etwa bei <strong>1,1005</strong>. Eine erste Stabilisierung des Euro wäre allerdings bereits nach Überschreiten von <strong>1,0925</strong> möglich. Unterdessen bleibt der Euro in seinem kurzfristigen Abwärtstrend mit Potenzial bis <strong>1,0755/60</strong>, möglicherweise auch tiefer.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Eine kleine Dosis Risikoaversion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 05:50:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus-Epidemie]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was den Euro angeht, mag sich hier und da Unbehagen breitmachen. Denn während der vergangenen Monate war immer zu wieder beobachten, dass Euro-Kursrückgänge über mehrere Tage hinweg an Momentum verloren, gefolgt von einer meist kräftigen Erholung. Diese Art des Abebbens ist dieses Mal bislang ausgeblieben. Gut möglich, dass mittel-bis langfristig orientierte Marktteilnehmer nun reagieren müssen. Denn wir erinnern uns:...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-kleine-dosis-risikoaversion/">Eine kleine Dosis Risikoaversion</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0830)</strong>             Nun hat der Euro heute früh den neunten Handelstag hintereinander ein niedrigeres Tagestief markiert und damit naturgemäß auch ein neues 33-Monats-Tief. Diese Bewegung ist nicht übertrieben schnell, aber gemessen an der teilweise niedrigen Volatilität der Monate November bis Januar doch relativ deutlich. Mehr noch: Eine halbwegs signifikante Erholungskorrektur der Gemeinschaftswährung ist seither ausgeblieben. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und nun kam gestern auch noch der unerwartet hohe Zuwachs der Fälle von Coronavirus-Infizierten aus China hinzu – über 15.000 Neuerkrankungen und eine deutliche Steigerung der Todesfälle wurden registriert. Indes: Wie die Entwicklung an den Aktienmärkten in den USA und zuvor auch hierzulande zeigte, kann bestenfalls von zeitweiser Risikoaversion der Akteure die Rede sein, zumal vorherige Rücksetzer umgehend wieder wettgemacht wurden.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11618" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /> </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen gab es für die USA den höchsten Anstieg der Konsumentenpreise seit Oktober 2018 zu vermelden. Aber es schien kaum jemanden zu geben, den diese Zahlen interessierten.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro ohne Erholungschance</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es sei nun dahingestellt, ob der Euro wegen der neu aufgekommenen Corona-Angst gestern nicht steigen konnte. Natürlich gab es auch noch entsprechende Nachfrage nach den in Krisensituationen gesuchten Währungen Schweizer Franken und Yen. Allerdings hauptsächlich gegenüber dem Euro. Dabei ist es schon bemerkenswert, wie gelassen die Akteure mit den gestern veröffentlichten Zahlen zur Virusepidemie umgingen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich haben die meisten ohnehin damit gerechnet, dass sich die sinkenden Zuwachsraten bei den Erkrankungen nicht fortsetzen würden. Nun also der fünfstellige Zuwachs, mit entsprechenden eigentlich beruhigenden Begründungen. Es ist schon makaber, wenn Kommentatoren den Eindruck vermitteln, dass es sich bei diesen Zahlen ähnlich wie mit ökonomischen Daten verhalte, die nun auf einen Schlag aufgrund geänderter Erhebungsmethoden – diese dürften den meisten Akteuren nicht geläufig und viel zu komplex sein – revidiert werden müssten. Mit anderen Worten: Es soll sich um eine einmalige „Berichtigung“ der Daten handeln, aber der Grundtrend, eine vorsichtige Abnahme bei den Neuinfektionen, sei doch unverändert, war mancherorts zu lesen.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Inflationsdaten anscheinend bedeutungslos</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so wundert es auch nicht, dass der gestern in den USA publizierte Konsumentenpreisindex kaum das Interesse der Marktteilnehmer wecken konnte. Ja, die Preise sind im Januar gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent und in der Kernrate mit 2,3 Prozent etwas stärker als erwartet ausgefallen. Zu diesem Desinteresse mag zum einen beigetragen haben, dass die ökonomischen Folgen der Corona-Epidemie derzeit noch nicht absehbar sind. Zum anderen hat die US-Notenbank zuletzt immer wieder klargemacht, dass sie eine asymmetrische Geldpolitik verfolge. Dabei ist die Hürde für weitere Zinssenkungen wesentlich niedriger als diejenige für eine erste Zinserhöhung. Mehr noch: Der Konsumentenpreisindex ist ohnehin nicht das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, sondern der Index der privaten Verbrauchsausgaben (PCE).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kurssicherungsbedarf </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was den Euro angeht, mag sich hier und da Unbehagen breitmachen. Denn während der vergangenen Monate war immer zu wieder beobachten, dass Euro-Kursrückgänge über mehrere Tage hinweg an Momentum verloren, gefolgt von einer meist kräftigen Erholung. Diese Art des Abebbens ist dieses Mal bislang ausgeblieben. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gut möglich, dass mittel-bis langfristig orientierte Marktteilnehmer nun reagieren müssen. Denn wir erinnern uns: Bei der BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern hielten netto 53 Prozent der Befragten den Dollar für überbewertet (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/01/23/latente-euroschwaeche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) Dies war der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2002. Viel wichtiger aber: Hinter diesem für überbewertet gehaltenen Dollar könnten sich möglicherweise signifikante Dollar-Short-Positionen, aber auch Euro-Engagements aus dem Ausland, die bis vor kurzem womöglich (nach dem Motto: „Es wird ja mit dem Euro weiter seitwärts gehen“) nicht abgesichert wurden. Damit bleibt der Euro unter Druck und der kurzfristiger Abwärtstrend in Richtung <strong>1,0755/60</strong> erhalten. Eine erste Stabilisierung ist nur nach Überschreiten von <strong>1,0950/55</strong> möglich. Solange</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Grüße aus Davos: Untergang oder hemmungsloser Optimismus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2020 05:53:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Crash]]></category>
		<category><![CDATA[Euphorie]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwirtschaftsforum Davos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Teilnehmer an den Finanzmärkten mussten sich gestern mit wenig ökonomischen Daten, aber dafür mit vielen anderen Nachrichten herumschlagen. Natürlich galt das Hauptinteresse dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo die Reden von US-Präsident Donald Trump und der Klimaaktivistin Greta Thunberg die Gemüter polarisiert haben dürften. Anders ausgedrückt: Donald Trump stand für einen ungebremsten Optimismus, während Greta Thunberg für einen Klima-Pessimismus stand, der sich hoffentlich...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1085)</strong>             Die Teilnehmer an den Finanzmärkten mussten sich gestern mit wenig ökonomischen Daten, aber dafür mit vielen anderen Nachrichten herumschlagen. Natürlich galt das Hauptinteresse dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo die Reden von US-Präsident Donald Trump und der Klimaaktivistin Greta Thunberg die Gemüter polarisiert haben dürften. Anders ausgedrückt: Donald Trump stand für einen ungebremsten Optimismus, während Greta Thunberg für einen Klima-Pessimismus stand, der sich hoffentlich als überzogen erweist. Genauso, wie man Donald Trumps selbstdienlichen Optimismus nicht folgen muss.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11519" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/22012020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/22012020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/22012020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Marktbewegend war auf jeden Fall keiner der beiden Vorträge, wobei Trump mit seiner Absage an Unkenrufer und ihre Untergangsprognosen möglicherweise nicht nur die Warner vor dem Klimawandel gemeint haben könnte. Sondern auch diejenigen, die immer wieder, mitunter nahezu lustvoll den Untergang der Finanzmärkte, die viel zu lockere Geldpolitik der Notenbanken – für Trump indes, was die Fed betrifft, immer noch nicht locker genug – und insbesondere den großen Crash an den Aktienmärkten beschwören.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Investoren noch nicht bullish genug</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass der Aktienmarkt vermutlich noch nicht reif für ein Crash ist, könnte man aus den Ergebnissen der gestern publizierten BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern herauslesen. Zwar gaben netto 32 Prozent der Befragten an, in Aktien übergewichtet zu sein. Aber auch wenn es sich seit August 2019 um die größte 180°-Wende zum Positiven seit 2011 handelt – damals waren netto 12 Prozent der Vermögensverwalter in Aktien untergewichtet –, reflektiert das gestrige Umfrageergebnis noch keine Euphorie. Interessant in diesem Zusammenhang: Bereits in der Dezember-Umfrage gaben 31 Prozent der Fondsmanager an, in globalen Aktien übergewichtet zu sein. Und diese Umfrage fand deutlich vor der Bekanntgabe einer Einigung im US-chinesischen Handelsstreit statt! Damit sieht es so aus, als ob dieser sogenannte „Phase-eins-Deal“ von den Befragten als „non event“ verbucht wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In Anbetracht einer Kassequote, die nun den dritten Monat hintereinander bei 4,2 Prozent liegt, bezeichnete der BofA-Chefanlagestratege Michael Hartnett übrigens die Investoren als „bullish, aber nicht euphorisch“. Dafür wäre dem Vernehmen nach außerdem eine Übergewichtung von netto 50 Prozent und mehr, gemessen an früheren Bullenmärkten, erforderlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kaufargument ZEW-Index?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so ist es auch kein Wunder, dass der gestern ebenfalls publizierte ZEW-Index für Deutschland wieder einmal besser ausfiel, als von den Ökonomen im Mittel prognostiziert worden war. Dies gilt insbesondere für die Erwartungskomponente, die meiner Erfahrung nach häufig die Anlegerstimmung im Aktienmarkt widerspiegelt. Diese wird übrigens heute von der Börse Frankfurt erhoben. Immerhin scheint der ZEW-Index von den Euro-Händlern gestern positiv aufgenommen worden zu sein, weswegen die Gemeinschaftswährung vorübergehend fast 1,1120 berührte, diese Gewinne aber zum Handelsschluss komplett wieder abgeben musste.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich der Euro an der Oberseite nicht signifikant weiterentwickeln kann und latent unter Druck bleibt. Und das gilt, wie bereits an den Tagen zuvor so lange, wie sich die Gemeinschaftswährung unterhalb von <strong>1,1175/80</strong> bewegt. Übrigens: Laut oben genannter Umfrage halten per Saldo 53 Prozent der befragten Fondsmanager den US-Dollar für überbewertet. Das ist der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2002 und könnte sich für den Euro als Belastung herausstellen.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Es wird schwieriger</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/es-wird-schwieriger/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 05:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gering dürfte die Zahl derer gewesen sein, die sich von der gestrigen Rede Jerome Powells vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses tatsächlich etwas Neues, Wegweisendes in Sachen Geldpolitik erwartet hatten. Wie schon häufiger in der jüngeren Vergangenheit vermied es Powell, durch unbedachte Wortwahl irgendwelches Porzellan zu zerschlagen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1000)</strong>             Gering dürfte die Zahl derer gewesen sein, die sich von der gestrigen Rede Jerome Powells vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses tatsächlich etwas Neues, Wegweisendes in Sachen Geldpolitik erwartet hatten. Wie schon häufiger in der jüngeren Vergangenheit vermied es Powell, durch unbedachte Wortwahl irgendwelches Porzellan zu zerschlagen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11313" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/14112019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/14112019-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/14112019-1-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für den Fed-Präsidenten bleibt die US-Wirtschaft in guter Verfassung, und gäbe es da nicht das träge Wachstum im Ausland und die unklare Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, wäre die Welt der Notenbank wohl in Ordnung. Auch überraschte es gestern niemanden mehr, als Powell betonte, die Notenbank werde reagieren, falls es zu einer wesentlichen („material“) Veränderung des ökonomischen Ausblicks kommen sollte. Wobei eigentlich immer noch nicht klar ist, was unter „wesentlich“ genau zu verstehen ist.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nichts Neues von Powell</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nur so viel ist sicher: Die Fed wird, wie ich schon <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/11/01/asymmetrische-geldpolitik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> einmal schrieb, asymmetrisch reagieren. Und zwar schneller auf Ereignisse, die sich negativ auf den ökonomischen Ausblick auswirken könnten, als auf Positives. Insofern sollte es auch niemanden verwundern, dass die Finanzmarktakteure auf die Publizierung der US-Konsumentenpreise für Oktober kaum reagierten. Der Zuwachs beim Konsumentenpreisindex blieb in der Kernrate mit einem Plus von 2,3 Prozent (ggü. Vorjahr) geringfügig hinter der Medianerwartung der Ökonomen zurück und liegt damit sogar über dem von der Fed ausgerufenen Ziel von 2 Prozent. Indes: Die US-Notenbank bevorzugt ein anderes Inflationsmaß, den Index der privaten Konsumausgaben (PCE).</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während der Eurohandel gestern scheinbar fast zum Erliegen kam, galt das Hauptinteresse der Kommentatoren ohnehin der Entwicklung an den Aktienmärkten. Es könne schwierig werden, so der Tenor einiger Analysten. Und das klang ganz anders, als dies etwa die vorgestern veröffentlichte Umfrage von BofA Merrill Lynch noch durchblicken ließ. Danach haben die internationalen Fondsmanager Angst, einen bullishen Aktienmarkt zu verpassen. Aber das war vor einer Woche per 7. November, zu einem Zeitpunkt, als viele Akteure noch an einen schnellen Abschluss der „Phase eins“, einem Teilabschnitt im US-chinesischen Handelsstreit glaubten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Buy the rumour, sell the fact</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Seither hatte US-Präsident Donald Trump immer wieder durchblicken lassen, dass er sich für eine Zusage zu einem Deal mit China möglicherweise viel mehr Zeit einräume, als dies von den Finanzmarktakteuren derzeit erwartet wird. Jetzt ist es natürlich gut möglich, dass Trump mit dieser Andeutung, dass ein Deal zwar kurz vor dem Abschluss stehe, er aber noch nicht wisse, wann er diesem zustimme, eine gezielte Taktik verfolgt. Sollte er dieses Geplänkel allerdings zu sehr in die Länge ziehen, werden die Aktienbullen wahrscheinlich nervös werden und versuchen, ihre Gewinne festzuschreiben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ähnliches erwarte ich auch, wenn es tatsächlich zu einem kleinen „Deal“ zwischen den USA und China kommen sollte, verbunden mit einer Aufhebung der für den 15. Dezember geplanten Handelszölle. Dies ist alles schon längst eingepreist, so dass eine mögliche Verkündigung der „frohen Botschaft“ zu entsprechenden Positionsglattstellungen nach dem Motto „buy the rumour, sell the fact“ führen dürfte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen haben sich Euro-Pessimisten auch gestern abgemüht, die Gemeinschaftswährung stärker unter Druck zu setzen. Aber das trendauslösende Niveau von <strong>1,0985/90</strong> an der Unterseite scheint potentiellen Verkäufern wie ein riesiger Felsbrocken im Wege zu stehen. Durch die nun bereits vier Handelstage andauernden Versuche der Akteure, den Euro per Saldo gerade einmal 20 Stellen (gemessen an den Tagestiefs) nach unten zu treiben, ist das entscheidende Euro-Angebot an besagter Stelle womöglich soweit aufgebraucht, dass es am Ende gar nicht mehr zu einem neuen kurzfristigen Abwärtstrend, sondern nur noch für eine Fehlentwicklung („false break) reichen könnte. Die latente Schwächephase des Euro ist auf der anderen Seite nach Überschreiten von <strong>1,1105/10</strong> beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Novembersonne für Aktien-Bullen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2019 07:02:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[ZEW-Umfrage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für Devisenhändler war gestern abermals kein Tag großer Aufregung. Zumal es auch keine wichtigen Wirtschaftsdaten zu begutachten gab. Umso mehr hatten es gestern Umfragen in sich. Dabei verstehe ich darunter nicht unbedingt die Entwicklung des ZEW-Index, der für Deutschland immerhin mit -2,1 nicht nur viel besser als von den Analysten im Mittel erwartet ausfiel. Dieser höchste Stand der Investorenerwartungen seit sechs Monaten mag vielleicht sogar deswegen bemerkenswert sein,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1015)</strong>             Für Devisenhändler war gestern abermals kein Tag großer Aufregung. Zumal es auch keine wichtigen Wirtschaftsdaten zu begutachten gab. Umso mehr hatten es gestern Umfragen in sich. Dabei verstehe ich darunter nicht unbedingt die Entwicklung des ZEW-Index, der für Deutschland immerhin mit -2,1 nicht nur viel besser als von den Analysten im Mittel erwartet ausfiel. Dieser höchste Stand der Investorenerwartungen seit sechs Monaten mag vielleicht sogar deswegen bemerkenswert sein, weil es sich um eine Verbesserung von mehr als 20 Punkten gegenüber dem Vormonat handelt. Allerdings blieben die Auswirkungen auf den Euro ausgesprochen überschaubar, handelt es sich doch bei der Publikation der ZEW-Daten häufig weniger um ein fundamentales Stimmungsbild als um einen Spiegel der Erwartungen von Analysten und Börsianern. Und Letztere sind zumindest im privaten Bereich, vermutlich mittlerweile aber auch bei den institutionellen Anlegern optimistisch gestimmt, wenn man die vergangene Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt zurate zieht.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11302" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/13112019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aus Angst etwas zu verpassen?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die gestern publizierte BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern förderte Beachtliches zu Tage. So schossen die globalen Wachstumserwartungen geradezu in die Höhe: Nichts mehr ist von Rezessionsängsten zu spüren. Denn nachdem sich im Oktober noch netto 37 Prozent der vom 1. bis 7. November befragten Fondsmanager negativ zum globalen Wachstum äußerten, rechnen nun per Saldo 6 Prozent der Befragten mit einem positiven globalen Wachstum auf Sicht der kommenden zwölf Monate. Dabei handelt es sich nach Angaben von BofA Merrill Lynch um den größten Stimmungsumschwung seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so wundert es auch nicht, dass der entsprechende Kommentar von einer „Angst des Verpassens“ („Fear of missing out“ bzw. “FOMO“) spricht. Ganz nebenbei ist die Kassequote der Fondsmanager von 5 auf 4,2 Prozent gesunken, das ist der niedrigste Stand seit Juni 2013. Überflüssig zu erwähnen, dass hinter diesem massiven Stimmungsumschwung und der „Rückkehr der Bullen“ große Hoffnung auf einen Fortschritt im US-chinesischen Handelsstreit steht. Letzterer stellt übrigens immer noch das größte Extrem-Risiko dar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der Dollar als Ausreißer</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Interessant: Die gute Stimmung übertrug sich nicht auf den US-Dollar. Ganz im Gegenteil: Netto 37 Prozent der Fondsmanager gehen davon aus, dass sich der Dollar über die kommenden zwölf Monate abschwächen wird. Dabei handelt es sich um den schlechtesten Ausblick der Umfrage für den Greenback seit September 2007. Eigentlich ein Grund, angesichts dieser Skepsis, hinter der naturgemäß entsprechende langfristige Engagements stecken dürften, eine konträre Haltung einzunehmen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings scheinen kurz- und mittelfristig engagierte Marktteilnehmer derzeit keinen größeren Appetit auf eine derartige Positionierung zu haben. Zumal der faire Wert des Euro unseres verhaltensorientierten Modells für mittelfristig agierende Investoren derzeit mit 1,1060 nicht allzu weit vom aktuellen Niveau entfernt liegt. Tatsächlich hängt der Euro zwar etwas in den Seilen, aber niemand wagt es, die Gemeinschaftswährung unter das trendauslösende Niveau von <strong>1,0985/90</strong> (modifiziert) zu stoßen. Eine Situation, die mich gestern an Friedrich von Schillers Ballade vom Taucher erinnerte, die mit den Worten „Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, zu tauchen in diesen Schlund?“ beginnt. Denn unterhalb besagten Niveaus ist die Gemeinschaftswährung bis <strong>1,0835</strong> schlecht unterstützt – eine Stabilisierung des schwächelnden Euro ist dagegen erst oberhalb von <strong>1,1105/10</strong> möglich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Handelskrieg als Normalzustand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2019 04:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[IWF Prognose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der gestrige Handelstag bestand nicht nur aus optimistischen Meldungen. So nahm etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) seine halbjährlich erscheinende Prognose für das globale Wachstum auf 3,0 Prozent für das laufende Jahr zurück – die Vorhersage lag vor sechs Monaten noch...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1025)</strong>             Es sind momentan nicht die Devisenkurse, die – abgesehen vom britischen Pfund – besonders stark auf Neuigkeiten im US-chinesischen Handelskonflikt oder bei den Brexit-Verhandlungen reagieren. Optimismus machte sich gestern vor allen Dingen an den Aktienmärkten breit, nachdem durch Medienberichte bekannt wurde, dass Vertreter der EU und des Vereinigten Königreichs dem Entwurf zu einem Vertragstext des Brexit Abkommens einen guten Schritt näher gekommen seien. Allein: Jeder noch so schön geartete Vertragstext muss vom britischen Unterhaus abgesegnet werden, und dort sind die konservativen Torys auf die Zustimmung der nordirischen DUP angewiesen. Und diese ließen gestern bereits durchblicken, dass ein Deal mit weiteren Konzessionen gegenüber der EU keine Chance auf Zustimmung hätte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11193" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/16102019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/16102019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/16102019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gesenkte Wachstumsprognose</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber der gestrige Handelstag bestand nicht nur aus optimistischen Meldungen. So nahm etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) seine halbjährlich erscheinende Prognose für das globale Wachstum auf 3,0 Prozent für das laufende Jahr zurück – die Vorhersage lag vor sechs Monaten noch um 0,3 Prozentpunkte höher. Gleichzeitig handelte es sich um die niedrigste Wachstumsrate seit der globalen Rezession im Jahr 2009. Für die Eurozone erwartet der IWF nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent für dieses Jahr und für 2020 von 1,4 Prozent. Hauptursache für die pessimistischen Wachstumsvorhersagen: die gestiegenen Strafzölle. Und tatsächlich sähe es noch dramatischer aus, wenn die Zentralbanken weltweit nicht mit geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen reagiert hätten, so der IWF-Bericht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„the new normal“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mit anderen Worten: Ohne den US-chinesischen Handelskonflikt sähe alles besser aus. Allerdings sehen 43 Prozent der von BofA Merrill Lynch im Oktober befragten Fondsmanager den Handelskrieg als Maßstab für eine neue Normalität an. Weil er nicht gelöst werden wird. Etwa 30 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass immerhin noch vor den Präsidentschaftswahlen in gut einem Jahr ein Deal erreicht werden kann. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so erstaunt es auch nicht, dass ein Ende des Handelskriegs in den kommenden sechs Monaten von über 70 Prozent der zwischen dem 4. und 10. Oktober befragten Fondsmanager als wichtigster Treiber für bullishe Aktienmärkte genannt wurde. An zweiter Stelle – wenngleich mit sehr großem Abstand – würde übrigens ein fiskalpolitischer Stimulus in Deutschland ebenfalls als ausgesprochen positives Signal gesehen. Allein: Wirtschaftsminister Altmaier machte gestern erst wieder deutlich, dass Deutschland kein derartiges Programm benötige. Wahrscheinlich wartet die Regierung hierzulande erst auf einen stichhaltigen Beweis, dass sich die hiesige Wirtschaft tatsächlich in einem Schlamassel befindet. Und bis der vorliegt, könnte es bereits zu spät sein.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so war es kein Wunder, dass der Euro gestern bis zum Nachmittag unter Druck geriet, dann aber an unserem ersten wichtigen Nachfrageniveau aufgefangen wurde. Die anschließende Erholung war allerdings kurzlebig und beließ den Euro zum Handelsschluss auf dem Niveau von gestern früh. Damit bleibt die Gemeinschaftswährung (mit Potenzial bis <strong>1,1085/90</strong>, darüber auch höher) stabil, darf aber in diesem Zusammenhang <strong>1,0970/75</strong> nicht verletzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Auf der Suche nach der richtigen Balance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2019 04:57:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einen interessanten Aspekt offenbarte die gestern publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern, die vom 6. bis 12. September durchgeführt wurde. Gefragt danach, welche politischen Maßnahmen in den kommenden sechs Monaten als am positivsten für Risiko-Investments anzusehen seien, lag auf Platz eins der Nennungen nicht etwa eine kräftige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in den USA...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1070)</strong>             Das Hauptereignis des heutigen Handelstages dürfte ohne Zweifel die am Abend endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sein. Und dabei wird Fed-Chef Jerome Powell wieder einmal die undankbare Aufgabe zukommen, die richtige Balance zu finden. Und zwar auf der einen Seite die Finanzmarktteilnehmer nicht zu enttäuschen, die einen weiteren ökonomischen Stimulus in Form einer Leitzinssenkung erwarten. Andererseits dürften zu starke geldpolitische Maßnahmen nicht die breite Unterstützung im FOMC finden. Und deswegen ist es auch wenig wahrscheinlich, dass sich die Fed-Entscheider – abgesehen von der Leitzinssenkung von 25 Basispunkten, die weithin erwartet wird – zu sehr in die Karten schauen lassen werden. Gilt es doch letztlich, nur so viel Stimulus zur Gewährleistung des Wachstums wie nötig zu beschließen, ohne dabei allzu viel für die Zukunft zu versprechen. Zumal die Einigkeit unter den Mitgliedern des Offenmarktausschusses angesichts der Unsicherheit, die vor allen Dingen vom US-chinesischen Handelskrieg und dem schleppenden Wachstum außerhalb der USA ausgeht, nicht besonders groß zu sein scheint.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11092" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/18092019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ausgerechnet Deutschland gefragt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einen interessanten Aspekt offenbarte übrigens die gestern publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern, die vom 6. bis 12. September durchgeführt wurde. Gefragt danach, welche politischen Maßnahmen in den kommenden sechs Monaten als am positivsten für Risiko-Investments und Aktien anzusehen seien, lag auf Platz eins der Nennungen nicht etwa eine kräftige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in den USA. Oder erhöhte Investitionen in die chinesische Infrastruktur. Ganz zu schweigen von einer Lösung im Brexit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielmehr sehen rund 30 Prozent der Befragten den größten positiven Impuls für Risiko-Anlagen in Deutschland. Und zwar in Gestalt eines fiskalpolitischen Stimulus-Programms. Etwas, das bereits EZB-Präsident Mario Draghi im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats am vergangenen Donnerstag forderte. Allein: Es sieht nicht danach aus, als ob die deutsche Regierung auf die Schnelle diesem Wunsch nachkommen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im Vorfeld der heute endenden Notenbanksitzung hat der Dollar wieder nachgegeben und damit dem Euro zu einer Erholung verholfen, bei der ein großer Teil der Verluste des Vortages wieder wettgemacht wurden. Grundsätzlich bleibt die Gemeinschaftswährung jedoch in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend, der zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,0870</strong> verläuft.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-der-suche-nach-der-richtigen-balance/">Auf der Suche nach der richtigen Balance</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>DAX-Sentiment vom 17. Juli 2019</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/dax-sentiment-vom-17-juli-2019/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2019 16:27:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mag in der vergangenen Woche Kommentatoren gegeben haben, die sich über den Anstieg der US-Indices, vor allem beim breitgestreuten S&#38;P 500, überschwänglich geäußert haben. Zwar kann man es bemerkenswert finden, dass dieser die runde 3.000er Marke überschritten hat – für das Gros der Investoren dürfte dies dennoch kein Anlass für Freudentänze gewesen sein. Ohnehin: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mag in der vergangenen Woche Kommentatoren gegeben haben, die sich über den Anstieg der US-Indices, vor allem beim breitgestreuten S&amp;P 500, überschwänglich geäußert haben. Zwar kann man es bemerkenswert finden, dass dieser die runde 3.000er Marke überschritten hat – für das Gros der Investoren dürfte dies dennoch kein Anlass für Freudentänze gewesen sein. Ohnehin: Hierzulande war die Entwicklung des DAX sogar vergleichsweise mau. Und das, obwohl&#8230; lesen Sie <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/news/26f65e52-6230-471e-94f6-5c12441e15f1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> weiter oder verfolgen Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7SuMEEHvvao" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000000;"><strong>HIER</strong></span></a> das Skype-Interview, das Edda Vogt von der Börse Frankfurt mit mir führte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/dax-sentiment-vom-17-juli-2019/">DAX-Sentiment vom 17. Juli 2019</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Und er bewegt sich doch</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/und-er-bewegt-sich-doch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2019 04:56:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommissionspräsidentin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Devisenhändler dürften sich gestern darüber gefreut haben, dass sich der Euro zumindest ein bisschen bewegt hat – sofern sie auf der richtigen Seite lagen. Denn die gestrige Handelsbandbreite war mit rund 65 Stellen immerhin die zweitgrößte aus den zurückliegenden beiden Wochen. Aber lag es tatsächlich an den Fundamentaldaten, dass der Euro leicht unter Druck geriet? Oder hatten sich kurzfristig orientierte Akteure wegen der gestern anstehenden Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin durch das EU-Parlament positioniert? ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1210)</strong>             Devisenhändler dürften sich gestern darüber gefreut haben, dass sich der Euro zumindest ein bisschen bewegt hat – sofern sie auf der richtigen Seite lagen. Denn die gestrige Handelsbandbreite war mit rund 65 Stellen immerhin die zweitgrößte aus den zurückliegenden beiden Wochen. Aber lag es tatsächlich an den Fundamentaldaten, dass der Euro leicht unter Druck geriet? Oder hatten sich kurzfristig orientierte Akteure wegen der gestern anstehenden Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin durch das EU-Parlament positioniert? Das Ergebnis der Abstimmung war nicht gerade überzeugend ausgefallen, und vorher galt es keinesfalls als gesichert, dass von der Leyen überhaupt genügend Stimmen zusammenbekommen würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Fundamentaldaten betrifft, wäre immerhin die ZEW-Umfrage zu erwähnen, die bezüglich der Lageeinschätzung als auch der Erwartungen für Deutschland hinter der Median-Prognose der Ökonomen zurückgeblieben war. Indes: Trotz der miserablen Zahlen hatte der Euro bereits vor der Publikation der ZEW-Daten, die übrigens sehr häufig die Erwartung von Analysten und Börsianern widerspiegeln (vgl. auch den Börse Frankfurt Sentiment-Index vom vergangenen Mittwoch, der die Stimmung für Aktien auf dem tiefsten Stand des Jahres offenbarte), bereits die Hälfte seiner kleinen Abwärtsbewegung bis zum europäischen Handelsschluss absolviert. Dass gleichzeitig die Handelsbilanz der Eurozone positiv überraschte, interessierte dagegen kaum jemanden.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10848" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/17072019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Weniger Angst bei den Fondsmanagern</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus den USA gab es dann Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen, die auch bezüglich der Kernrate unerwartet positiv ausfielen. Aber diese Daten wurden vielerorts damit abgetan, dass sich die Fed über den US-Verbraucher ohnehin keine Sorgen macht und sich somit die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung per 31. Juli nicht verändert hat – sie bleibt bei 100 Prozent, ist aber damit dennoch keineswegs gewiss.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Interessantes förderte übrigens die gestern publizierte BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern zu Tage. Denn das Extremrisiko, der Handelskrieg zwischen den USA und China, liegt zwar immer noch auf Platz eins, wurde aber von deutlich weniger Fondsmanagern (36 Prozent nach 56 Prozent im Juni) als solches benannt. In der vom 5. bis 11. Juli zusammengestellten Umfrage ergab sich auch, dass die Fondsmanager nach extremer Vorsicht im Juni wieder risikofreudiger geworden sind. Kurzum: Das antizyklische Kaufsignal, das sich aus den Ergebnissen der vergangenen BofA Merrill Lynch-Erhebung ergab, wie auch unsere Vermutung, dass sich die Rallye am Aktienmarkt vor allem einer Kapitulationsbewegung und Fehleinschätzung vieler internationaler Fondsmanager verdankte, hat sich bestätigt. Indes: Extrem bleiben anscheinend die Positionierungen im US-Anleihen: Denn auch im zweiten Monat hintereinander gelten Long-Positionen in US-Bonds als das am meisten genannte Engagement („most crowded trade“), und die Renditeerwartungen lagen laut dieser Umfrage auf dem niedrigsten Stand seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen bleibt die Position des Euro weiterhin leicht angeschlagen, obgleich Ursula von der Leyen am Abend dann doch zur neuen EU-Kommissionspräsidentin gewählt wurde. Zumal der Stabilisierungspunkt bei <strong>1,1330</strong> ohnehin recht weit entfernt liegt und die Unterseite bis <strong>1,1135/40</strong> nach wie vor offen bleibt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Draghis kleine Überraschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2019 04:56:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Contrarian signal]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine gute Frage eines Investors am gestrigen Handelstag lautete: „Warum hat Draghi das eigentlich jetzt gemacht?“ Gemeint ist natürlich die gestrige Rede, in der der EZB-Präsident auf einem Treffen von Notenbankern im portugiesischen Sintra die Bereitschaft erklärte, falls dies erforderlich sein sollte, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Eurozone weiter zu lockern. Die Reaktion der Finanzmärkte war deutlich: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein neues historisches Tief...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1190)</strong>             Eine gute Frage eines Investors am gestrigen Handelstag lautete: „Warum hat Draghi das eigentlich <em>jetzt</em> gemacht?“ Gemeint ist natürlich die gestrige Rede, in der der EZB-Präsident auf einem Treffen von Notenbankern im portugiesischen Sintra die Bereitschaft erklärte, falls dies erforderlich sein sollte, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Eurozone weiter zu lockern. Die Reaktion der Finanzmärkte war deutlich: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein neues historisches Tief (-0,32 Prozent), während die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks jubilierten. Einzig und allein US-Präsident Donald Trump schien etwas angesäuert zu sein und machte seinem Zorn via Twitter Luft. Die Ankündigung Draghis, weitere geldpolitische Stimuli aufzufahren, sei gegenüber den USA unfair. Natürlich ist der Euro gestern in der Folge zurückgefallen, aber doch in sehr überschaubarem Maße. Gut möglich, dass Trump seiner eigenen Notenbank auf die Sprünge helfen möchte, bei ihrer heute endenden Sitzung angemessen zu reagieren.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10713" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/19062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Investoren auf dem falschen Fuß erwischt?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Selbst die US-Aktienmärkte dürften von der Rede Mario Draghis profitiert haben. Gut möglich, dass internationale Investoren hinsichtlich des US-Aktienmarkts auch noch auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Denn die jüngste Umfrage von BofA Merrill Lynch, die vom 7. bis 13. Juni durchgeführt wurde, brachte zutage, dass die Investoren so bearish wie zuletzt im März 2009 gewesen waren. Gleichzeitig sind die Anlagen in US-Anleihen auf das höchste Niveau seit September 2011 gestiegen! Naturgemäß sind die Renditen von US-Staatsanleihen während der vergangenen Wochen gesunken. Renditen, die letztlich auch die Zinsstrukturkurve beeinflussen. Dort zeigte sich, dass der viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit bei -17 Basispunkten lag und daher seit Wochen vielerorts als Vorbote einer späteren Rezession gesehen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber nun, wenn sich die Angst der Investoren als falsch erweist? Es gibt nämlich nicht wenige Kommentatoren, die in der jüngsten BofA Merrill Lynch-Umfrage ein sogenanntes antizyklisches Signal („contrarian signal“) sehen. Sollte sich das bewahrheiten, würden in der Folge die Aktienmärkte abermals haussieren und die US-Anleiherenditen wieder steigen. Immerhin hat US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert, so dass es so aussieht, als würden die beiden im Rahmen des G-20 Treffens am 28./29. Juni in Japan doch noch ein Treffen planen. Auch wenn niemand weiß, was dabei herauskommen wird: Die Aktienmärkte haben diesen Versuch einer Annäherung honoriert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Längst Fälliges nur nachgeholt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Doch zurück zur Anfangsfrage, zu deren Beantwortung wir zum 6. Juni, dem Termin der vergangenen EZB-Sitzung, gehen müssen (vgl. <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/07/ein-bisschen-taubenhaft-ist-nicht-genug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a>). Eine Sitzung, von der viele Marktteilnehmer enttäuscht waren, weil sich Mario Draghi nicht taubenhaft genug gerierte. Letztlich scheint der EZB-Präsident mit seiner Ankündigung vielleicht noch gerade rechtzeitig vor der heute endenden Fed-Sitzung etwas nachgeholt zu haben, was die Marktteilnehmer längst erwartet hatten. Ob dafür eine Zinssenkung von 10 Basispunkten im September, wie sie von den Marktteilnehmern derzeit eingepreist wird, ausreicht? </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So gesehen ist die gestern gezeigte, nur leichte Schwächetendenz des Euro zum US-Dollar sogar als angemessen zu bewerten. Der Abgabedruck hat jedenfalls nicht dazu ausgereicht, gestern das untere Ende der Konsolidierungszone zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1345</strong> zu testen, geschweige denn – unser präferiertes Szenario reicht danach bis <strong>1,1040/45</strong> – zu durchbrechen. Ganz nebenbei bemerkt: Netto 60 Prozent der Teilnehmer oben genannter Umfrage halten den US-Dollar für überbewertet – das ist ein neuer Rekord.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen des morgigen Fronleichnamstages erscheint die nächste Ausgabe von „Dollar am Morgen“ erst am Freitag, den 21. Juni.</span></p>
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