<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Verfügbarkeitsirrtum Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/verfugbarkeitsirrtum/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/verfugbarkeitsirrtum/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 Jun 2021 04:50:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.3</generator>
	<item>
		<title>Rückkehr zur Besonnenheit</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/rueckkehr-zur-besonnenheit/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/rueckkehr-zur-besonnenheit/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 04:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Dot Plots]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13587</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sind die Finanzmärkte über das Wochenende zur Vernunft gekommen? Diesen Eindruck konnte man fast bekommen, wenn man die gestrigen Marktreaktionen registriert. Die anfangs teils veritablen Abtaucher bei den Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen und auch an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks wurden wieder wettgemacht und der Anstieg des Greenback vom vergangenen Freitag fast vollständig [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rueckkehr-zur-besonnenheit/">Rückkehr zur Besonnenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Sind die Finanzmärkte über das Wochenende zur Vernunft gekommen? Diesen Eindruck konnte man fast bekommen, wenn man die gestrigen Marktreaktionen registriert. Die anfangs teils veritablen Abtaucher bei den Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen und auch an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks wurden wieder wettgemacht und der Anstieg des Greenback vom vergangenen Freitag fast vollständig ausradiert. Nun hat sich eigentlich nichts an der Datenlage oder den Fed-Prognosen vom vergangenen Mittwoch geändert. Aber für diese Woche werden eben doch noch andere Mitglieder des Offenmarktausschusses zu vernehmen sein. Noten- Banker, deren Dot-Plots für eine erste Zinserhöhung höchstwahrscheinlich nicht allesamt bereits per Ende 2022 zu finden sein werden. Denn 11 der 18 Prognostikern gehen von einem ersten Zinsschritt erst für Ende 2023 aus. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13588" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/22062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/22062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/22062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein Überraschungs-Falke ist nicht genug</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht sind aber auch die Finanzmarkt-Entscheider zu dem Schluss gekommen, dass hinter den teils „hawkish“ anmutenden Prognosen der FOMC-Mitglieder weniger stecken könnte als angenommen. Möglicherweise war es lediglich ein dummer Zufall, dass mit James Bullard am Freitag ausgerechnet eine zum geldpolitischen Falken mutierte, vormals moderate Taube als erstes den Reigen der Fed-Sprecher nach der FOMC-Sitzung eröffnet hat. Nicht umsonst habe ich (<a href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/06/20/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a>) auf den möglichen Verfügbarkeitsirrtum der Marktteilnehmer hingewiesen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es fällt mir jedenfalls schwer, aus einer Verschiebung der Dot-Plots um 50 Basispunkte nach oben in zwei Jahren zu schließen, dass sich das FOMC nach zwei zugegebenermaßen hohen Inflationsdaten der Monate April und Mai bereits von der Idee verabschiedet haben könnte, in der derzeitigen Inflation nur ein vorübergehendes („transitory“) Phänomen zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber vielleicht sind die Teilnehmer an den Finanzmärkten ursprünglich davon ausgegangen, dass die Fed-Entscheider nicht zuletzt wegen der vorübergehenden Natur der jüngsten Inflationsdaten die Ausreißer von April und Mai bei den Prognosen unter den Tisch fallen lassen würden. Dies aber war zumindest bei einigen FOMC-Prognostikern offenbar nicht der Fall. Aber es handelt sich – und darauf habe ich in der vergangenen Woche schon mehrfach hingewiesen – um Prognosen und nicht um eine neue geldpolitische Strategie.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neu positioniert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber selbst wenn gesichert wäre, dass die Fed eine härtere Gangart in Sachen Geldpolitik angeschlagen hätte, tun sich Kommentatoren mit der Reaktion der Märkte in einigen Sektoren schwer. Denn ganz richtig beschrieb gestern der von mir so geschätzte John Authers (Bloomberg), dass eine aggressivere Fed letztlich zu höheren Renditen bei den US-Staatsanleihen hätte führen müssen. Stattdessen ist das Gegenteil passiert. Das von Februar bis April aufgebaute Reflations-Szenario wurde praktisch ausgepreist, die Rendite der zehnjährigen Papiere ist seither um rund 30 Basispunkte – gestern sogar zeitweise um rund 40 Basispunkten – gefallen. Man könnte es auch so ausdrücken: Die Bondmärkte trauen der Fed zu, auf steigende Inflation rechtzeitig zu reagieren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf der anderen Seite sollte man natürlich nicht übersehen, dass die internationalen Fondsmanager noch in der jüngsten Umfrage der Bank of America in Anleihen extrem untergewichtet waren, so dass die jüngste Entwicklung bei den Staatsanleihen auch durch Rückkäufe bzw. Gewinnmitnahmen von Shortpositionen verstärkt worden sein könnte. Ähnliches kann man auch für den Greenback annehmen, den viele Akteure noch eine Woche zuvor mittelfristig abgeschrieben hatten. Mit anderen Worten: Zu dem Prognose-Schocker des FOMC kamen noch mittelfristige Positionsverschiebungen, die den Euro zeitweise stark unter Druck setzten. Und selbst die technischen Analysten sprechen nun in Sachen Euro von einem Durchbruch der 200-Tage-Linie (von oben nach unten) und einer vollendeten Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Am kurzfristigen Abwärtstrend hat die gestrige Korrektur allerdings nichts geändert, zumal dessen Momentum überzeugend bleibt, solange <strong>1,1945</strong> nicht überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rueckkehr-zur-besonnenheit/">Rückkehr zur Besonnenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/rueckkehr-zur-besonnenheit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dot-Plots mit menschlichen Zügen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2021 10:33:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Bullard]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13583</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dass die Woche an den Finanzmärkten für viele Akteure vermutlich unangenehm geendet hat, dürfte dem wahrscheinlicher gewordenen Kurswechsel der US-Notenbank zuzuschreiben sein. Wenn man es genau nimmt, ging es doch eigentlich nur ein paar geänderte ökonomische Prognosen und um die sogenannten Dot-Plots, die die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) einmal im Quartal abgeben. Vorhersagen, aus denen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/">Dot-Plots mit menschlichen Zügen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die Woche an den Finanzmärkten für viele Akteure vermutlich unangenehm geendet hat, dürfte dem wahrscheinlicher gewordenen Kurswechsel der US-Notenbank zuzuschreiben sein. Wenn man es genau nimmt, ging es doch eigentlich nur ein paar geänderte ökonomische Prognosen und um die sogenannten Dot-Plots, die die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) einmal im Quartal abgeben. Vorhersagen, aus denen ersichtlich wurde, dass erste Zinsanhebungen nun mehrheitlich für Ende 2023 erwartet werden. Einige FOMC-Vertreter – es handelt sich um sieben Mitglieder – gehen davon aus, dass dies schon Ende 2022 geschehen könnte. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13584" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/20062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/20062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/20062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bullards Auftritt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat einer dieser Dot-Plots am Freitag ein Gesicht bekommen. Und zwar in Gestalt des Chefs der regionalen Fed von St. Louis, James Bullard, der sich in einem CNBC-Interview als einer derjenigen outete, die sich für eben dieses frühe Datum zum Einleiten erster Zinsschritte entschieden haben. Vergessen war das Statement von Fed-Chef Jerome Powell, dass die Projektionen der FOMC-Mitglieder keine Entscheidung des Ausschusses oder gar einen Plan darstellten. Vergessen war auch, dass James Bullard derzeit im Ausschuss nicht stimmberechtigt ist. Was allein aus psychologischer Sicht zählte, war das, was James Bullard über die Kamera dem Zuschauer nahebrachte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Opfer des Verfügbarkeitsirrtums</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man könnte auch sagen, dass Bullard dafür gesorgt hat, dass die Akteure an den Finanzmärkten Opfer einer in der Behavioral Finance als Verfügbarkeitsirrtu<span style="color: #000000;">m<a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></span> bezeichneten Heuristik wurden. Denn Bullard hat den abstrakten und trockenen Prognosepunkten plötzlich Leben eingehaucht, indem er sie mit Erklärungen, mit Farbe versah. Bullard erklärte genauestens, warum er auf einen Zinsschritt der Fed im kommenden Jahr setzt: Er rechnet mit einer Kerninflation (gemessen am PCE) von 3 Prozent für 2021 und 2,5 Prozent im Jahr 2022. Klingt logisch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Komitee sei in den vergangenen sechs Monaten positiv überrascht worden. Sowohl in Sachen Wachstum als auch hinsichtlich der Inflation. Und wenn dann Bullard auch noch gegenüber CNBC feststellt, dass Fed-Chef Jerome Powell die Tapering-Diskussion bei der vergangenen FOMC-Sitzung eröffnet habe, gewinnt man fast den Eindruck, dass in der Fed ein Umdenken stattgefunden haben könnte. Bullard sprach nicht mehr von der erhöhten Inflation als vorübergehendem Phänomen, sondern schien stattdessen davon auszugehen, dass Zinserhöhungen notwendig sind, um diese in den Griff zu bekommen</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zum Falken mutiert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn Bullard betonte, dass es im FOMC auch andere Meinungen gebe und ökonomische Vorhersagen bisweilen von Unsicherheit behaftet seien, attestierte er dem Ausschuss in der Sitzung der vergangenen Woche eine hawkishe Neigung. Was manch einen irritiert haben mag: Die einstige moderate Taube Bullard ist anscheinend zu einem geldpolitischen Falken mutiert. Nicht umsonst rätselte ein Kommentator, wie sich wohl eingefleischte Falken im FOMC erst gerieren würden, wenn sich schon ein Bullard als „hawk“ fühle.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kashkari kommt zu spät</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun werden in der kommenden Woche noch andere Mitglieder des Offenmarktausschusses zu Wort kommen, darunter auch Jerome Powell im Rahmen einer Anhörung vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses. Einer von ihnen ergriff bereits am Freitag das Wort, allerdings zu spät, um etwa noch die gefallenen Aktienmärkte zu stützen. Die Rede ist vom Chef der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, einer ausgewiesenen Zinstaube, aber ebenfalls derzeit ohne Stimmrecht im FOMC. Abgesehen davon, dass Kashkari die hohen Inflationsraten als vorübergehend sieht, machte er einen konstruktiven Vorschlag: Den Dot-Plots ein Ende zu bereiten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der US-Dollar stabilisierte sich auch am Freitag noch einmal deutlich, nicht zuletzt, weil sich die Kurse der langfristigen US-Staatsanleihen, vermutlich auch durch Stopp-Loss-Käufe getrieben, nach oben entwickelten. Der Euro verbuchte im Gegenzug die schlechteste Woche seit Anfang April 2020: Wir sprechen von einem Verlust von rund 2,0 Prozent. Damit hat sich der kurzfristige Abwärtstrend (Potenzial <strong>1,1755, </strong>darunter<strong> 1,1655</strong>) fortgesetzt, dessen Momentum überdies unterhalb von <strong>1,1945</strong> hoch bleiben wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1</span>]</a> Der Verfügbarkeitsirrtum besagt, dass zeitnahe, ortsnahe, farbige, leicht erklärbare, also leicht verfügbare Informationen anderen Nachrichten oft vorgezogen, mithin zu stark bewertet werden.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/">Dot-Plots mit menschlichen Zügen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/dot-plots-mit-menschlichen-zuegen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ausgestochen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/ausgestochen/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/ausgestochen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 05:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[AstraZeneca]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<category><![CDATA[Versunkene Kosten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=13217</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nun war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland die Impfungen mit AstraZeneca vorübergehend eingestellt würden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, versteht sich. Und es sollte auch niemanden verwundern, dass die Aktienmärkte hierzulande kaum darauf reagiert haben. Ob die Vorbehalte gegenüber AstraZeneca berechtigt sind oder nicht – in jedem Fall bedeutet der kurzfristige [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ausgestochen/">Ausgestochen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland die Impfungen mit AstraZeneca vorübergehend eingestellt würden. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, versteht sich. Und es sollte auch niemanden verwundern, dass die Aktienmärkte hierzulande kaum darauf reagiert haben. Ob die Vorbehalte gegenüber AstraZeneca berechtigt sind oder nicht – in jedem Fall bedeutet der kurzfristige Stopp eine weitere Verzögerung bei den Verimpfungen, und damit rückt die Rückkehr zur Normalität noch mehr in die Ferne. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13218" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/17032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/17032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/17032021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer etwa noch am Sonntag eine Impfung verpasst bekommen hat, mag sich, zusätzlich zu den erwarteten normalen Impfnebenwirkungen, nun besonders unwohl fühlen. Ein Umstand, der auch dem Verfügbarkeitsirrtum geschuldet sein mag, wonach Menschen dramatische, zeitnahe und medial stark hervorgehobene Informationen bevorzugt (und häufig überstark) wahrnehmen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>In letzter Minute</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es gab aber auch in meinem entfernteren Bekanntenkreis den Fall einer älteren Dame, die gestern zum Impftermin geladen war. Ja, sie wollte geimpft werden, aber nur mit einem bestimmten Impfstoff, der dummerweise nicht angeboten wurde. Zwei schlaflose Nächte wegen eventueller Nebenwirkungen hatte sie bereits hinter sich, und das Testament hatte sie am Tag des Impftermins für alle Fälle auf ihrem Schreibtisch platziert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mit gemischten Gefühlen fuhr sie zum Impfzentrum. Und nach 90 Minuten Fragebogen, Bürokratie und Wartezeit war es soweit und die Dame nur noch wenige Sekunden vom Einstich der Nadel entfernt. Der Arzt hatte die mit dem AstraZeneca-Vaccine gefüllte Spritze bereits in der Hand und wollte gerade die Einstichstelle am Oberarm der Patientin desinfizieren, als plötzlich sein Smartphone klingelte. Die Anweisung der Stimme aus dem Off war eindeutig: Stopp! Die Impfung darf auf keinen Fall vorgenommen werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Versunkene Kosten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eigentlich hätte die Dame ja erleichtert sein müssen, weil der Impf-Kelch mit dem Vaccine, das nicht das ihrer Wahl war, an ihr vorübergegangen war. Aber ihre Reaktion bestand aus Ärger und Unmut. 90 Minuten Warten für nichts? Verhaltensökonomen sprechen in diesem Fall von versunkenen Kosten, die einen wesentlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten haben. „Jetzt, nachdem ich so lange gewartet habe, möchte ich auch meine Impfung bekommen“, empörte sich die Dame. Vergessen waren die schlaflosen Nächte und all die Angst zuvor.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist eine Geschichte, die mich an Anleger erinnert, die nach 30 Minuten Informationsbeschaffung und Analyse einer mittelprächtige Aktie diese alleine deswegen kaufen möchten, weil der zeitliche Einsatz nicht umsonst gewesen sein soll. Egal, ob das Papier etwas taugt oder nicht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fragwürdige Korrelation</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich gab es gestern auch noch Märkte, deren Akteure sich jedoch eher abwartend zu verhalten schienen. Zumal das Hauptereignis in dieser Woche die am Mittwoch endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank sein wird. Per Saldo war der Dollar gegenüber dem Euro leicht im Vorteil, obwohl sich mancherorts Analysten ganz bewusst von der Idee vieler Kommentatoren distanzierten, dass die Stärke des Greenback zurzeit mit der Entwicklung der US-Anleiherenditen korreliert sei. Auch wenn ich selbst von derlei Zusammenhängen grundsätzlich nichts halte, muss ich einräumen, dass die Gemeinschaftswährung derzeit in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend verharrt, der allerdings nach Überschreiten von <strong>1,1990</strong> große Teile seines Momentums verlieren würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ausgestochen/">Ausgestochen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/ausgestochen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von allem ein bisschen zu viel</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/von-allem-ein-bisschen-zu-viel/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/von-allem-ein-bisschen-zu-viel/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2020 04:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12609</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein solcher Tag musste kommen, werden sich viele Akteure gestern gesagt haben. Die Rede ist von einer Korrektur an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks, insbesondere beim EURO STOXX 50, der einen Tagesverlust von zeitweise 3 Prozent zeitigte. Nun hat es solche Einbrüche in den vergangenen Monaten schon häufiger gegeben, und jedes Mal hatte man den Eindruck, es könnte das Ende des Aufwärtstrends bedeuten, der im März seinen Ursprung hatte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-allem-ein-bisschen-zu-viel/">Von allem ein bisschen zu viel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>705)             </strong>Ein solcher Tag musste kommen, werden sich viele Akteure gestern gesagt haben. Die Rede ist von einer Korrektur an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks, insbesondere beim EURO STOXX 50, der einen Tagesverlust von zeitweise 3 Prozent zeitigte. Nun hat es solche Einbrüche in den vergangenen Monaten schon häufiger gegeben, und jedes Mal hatte man den Eindruck, es könnte das Ende des Aufwärtstrends bedeuten, der im März seinen Ursprung hatte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12610" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/16102020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/16102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/16102020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Explosive Mischung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Den Marktteilnehmern dürfte es gestern nicht schwer gefallen sein, die Gründe für den Aktien-Abverkauf aufzuzählen. Gründe, die den Akteuren schon längst bekannt waren und für sich allein betrachtet mental schon längst abgearbeitet schienen. Aber es mag wohl an der Zusammensetzung der gestrigen Informationen gelegen haben, die zu einer Entladung in den Märkten geführt hat.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allen voran die Covid-19-Ängste, die nun selbst in Deutschland so real geworden sind, dass man sie nicht mehr einfach wegdiskutieren kann. Vor allen Dingen nicht an einem Tag, an dem bei den Neuinfektionen ein neuer Rekordwert vermeldet wird. Aber der Trend und die teils massive Steigerung bei den Infektionszahlen, samt der Maßnahmen, die die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken, bis hin zu einem irgendwie gearteten Lockdown in manchen Ländern, waren eigentlich bereits in der vergangenen Woche erkennbar. Und bis Montag legten Aktien der Eurozone, gemessen am EURO STOXX 50, immerhin noch sechs Tage hintereinander einen Gewinn hin.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kleineres Päckchen packen </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch die schwindende Wahrscheinlichkeit der Verabschiedung eines Stimulus-Pakets in den USA noch vor dem Wahltermin am 3. November, weil sich Demokraten und Republikaner über dessen Größenordnung nicht einigen können, sollte die Akteure nicht wirklich irritiert haben. Aber dennoch hofft man mancherorts offenbar immer noch auf einen Last-Minute-Kompromiss – schließlich sollen Finanzminister Steven Mnuchin und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, angeblich unermüdlich daran arbeiten. Ganz zu schweigen von US-Präsident Donald Trump, der sich auch gestern immer noch für einen großen Deal mit einem Volumen von fast 1,9 Billionen Dollar stark machte. Wenn da der US-Senat nicht wäre. Und dabei ist es nicht einmal nur der Mehrheitsführer Mitch McConnell, der nur ein abgespecktes Konjunkturpaket (500 Mrd. USD) durchwinken würde. Manche Republikaner im Senat lehnen selbst das ab.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Stillstand nicht ausgeschlossen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun gehen viele Marktteilnehmer und vor allem die Meinungsforschungsinstitute davon aus, dass Joe Biden Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl um Längen schlagen wird. Und auch das Repräsentantenhaus dürfte demnach mit großer Mehrheit an die Demokraten gehen, die nach gängigem Verständnis ein riesiges Stimulus-Paket auf den Weg bringen könnten. Vielerorts glaubt man sogar an einen Erdrutschsieg der Demokraten. Aber selbst wenn Donald Trump die Wahl tatsächlich verlieren sollte, heißt das noch nicht, dass die Republikaner auch im Senat ihre Mehrheit abgeben müssten. Ein Punkt, der derzeit mancherorts ausgeblendet wird. Aber es ist die genau diese Mehrheit, die die Demokraten benötigen, um ein substanzielles Konjunkturpaket tatsächlich verabschieden zu können. Andernfalls droht nämlich sogar ein fiskalpolitischer Stillstand.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Trendlos und angezählt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man könnte die Liste der Belastungen (etwa die nicht enden wollenden Brexit-Verhandlungen, die wieder einmal in die Verlängerung zu gehen scheinen) beliebig erweitern. Aber es war wahrscheinlich vor allen Dingen dem Verfügbarkeitsirrtum<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong></span>]</a> geschuldet, dass die gestrigen Covid-19-Nachrichten aufgrund ihrer örtlichen Nähe und dramatischen Kommentierung besonders stark wahrgenommen wurden. Und so war es auch kein Wunder, dass der Dollar wieder einmal als „sicherer Hafen“ gefragt war. Ohnehin sehen wir den Euro derzeit in einer trendlosen, aber angeschlagenen Position mit Risiko bis auf zunächst <strong>1,1655/60</strong>, darunter auch bis <strong>1,1590</strong>. Eine Stabilisierung der Gemeinschaftswährung wäre nach Überschreiten von <strong>1,1820</strong> möglich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong></span>]</a> Der Verfügbarkeitsirrtum besagt, dass orts- und zeitnahe sowie farbige und dramatische Informationen gegenüber anderen Nachrichten vorgezogen werden, was häufig zu deren Überbewertung führt.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-allem-ein-bisschen-zu-viel/">Von allem ein bisschen zu viel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/von-allem-ein-bisschen-zu-viel/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Frage der Perspektive</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/eine-frage-der-perspektive/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/eine-frage-der-perspektive/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2020 09:25:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrasteffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus-Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.joachim-goldberg.com/?p=12590</guid>

					<description><![CDATA[<p>Viele Marktteilnehmer mögen sich während der vergangenen Handelswoche gefragt haben, wie es denn sein kann, dass sowohl der DAX als auch der EURO STOXX 50 am Ende dieses Zeitraums mit einem Gewinn von rund 2,9 bzw. 2,6 Prozent aufwarteten. Darüber hinaus wurde außerdem jeder einzelne Handelstag aus der vergangenen Woche mit einem Plus beendet. Wo doch in Europa die Covid-19-Krise sich verschärft und das mit teils dramatisch steigender Tendenz. Steigende Aktienkurse trotz des Risikos einer sich erneut abschwächenden Wirtschaft?...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-frage-der-perspektive/">Eine Frage der Perspektive</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>825)             </strong>Viele Marktteilnehmer mögen sich während der vergangenen Handelswoche gefragt haben, wie es denn sein kann, dass sowohl der DAX als auch der EURO STOXX 50 am Ende dieses Zeitraums mit einem Gewinn von rund 2,9 bzw. 2,6 Prozent aufwarteten. Darüber hinaus wurde außerdem jeder einzelne Handelstag aus der vergangenen Woche mit einem Plus beendet. Wo doch in Europa die Covid-19-Krise sich verschärft und das mit teils dramatisch steigender Tendenz. Steigende Aktienkurse trotz des Risikos einer sich erneut abschwächenden Wirtschaft?<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12591" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/12102020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/12102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/12102020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Warum Corona-Nachrichten nicht negativ auf Aktien wirkten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch aus Sicht der Behavioral Finance hätten die Aktienkurse auf den ersten Blick eigentlich nicht steigen dürfen. Denn die steigenden Infektionszahlen bei der Corona-Pandemie und die dazu gehörenden Einschränkungsmaßnahmen sind örtlich immer näher gerückt. Und glaubt man den Erkenntnissen des Verfügbarkeitsirrtums, werden orts- und zeitnahe, farbige Nachrichten deutlich stärker wahrgenommen als andere Informationen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist es nicht so, dass die Erkenntnisse des Verfügbarkeitsirrtums plötzlich ihre Gültigkeit verloren hätten. Denn etwa aus US-Sicht wirken die Nachrichten zur Entwicklung der Corona-Infektionszahlen in Europa nur aus der Ferne. Kurzum: Sie werden unterbewertet. Aus US-Sicht sind die Nachrichten aus dem eigenen Land, insbesondere diejenigen über den Präsidenten Donald Trump, zumindest in der Wahrnehmung der dort befindlichen Investoren, vielfach auch unbewusst, einfach wichtiger. Und sei es auch nur die Hoffnung, dass es nun doch noch zu einem Konjunkturpaket vor den Wahlen kommen wird. Denn sobald diese Hoffnung auflebt, wächst auch die Angst der Investoren, die nächste Rallye zu verpassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wechselbad für Investoren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Um die Entwicklung von DAX und EURO STOXX 50 zu verstehen, sollte man auch auf den Wechselkurs des Euro blicken, der sich gegenüber dem Dollar zwar nicht markant, aber doch mit einem Wochengewinn von rund 0,9 Prozent ins Wochenende verabschiedet hat. Gut möglich, dass hinter dieser Bewegung wie schon so oft in den vergangenen Monaten Kapitalströme aus den USA in Richtung Eurozone stehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man kann natürlich der Meinung sein, dass US-Präsident Donald Trump angesichts sinkender Umfragewerte zu den Aussichten auf seine Wiederwahl in der vergangenen Woche – bildlich gesprochen – wie ein Westernheld mehrfach aus der Hüfte geschossen hat. Denn innerhalb von drei Tagen hat sich Trump vom Verhinderer eines Stimulus-Pakets zu dessen wohl glühendstem Befürworter im Weißen Haus und bei den Republikanern aufgeschwungen. Von einem noch überschaubaren „Stand Alone Bill“-Gesetzentwurf bis zum Wunsch, einen Deal in Höhe von 1,8 Billionen USD als Kompromiss zwischen den streitenden Republikanern und Demokraten zu sehen, hat Trump seinen Einsatz drastisch erhöht. Aber damit nicht genug: Am Freitag erklärte Trump, er wolle ein Konjunkturpaket sehen, das sogar jenseits der derzeitigen Gebote beider Parteien liegen soll. Also eine Steigerung von Null auf 100+. Oder anders ausgedrückt: Die Marktteilnehmer wurden einem massiven Wechselbad, einem deutlichen Kontrast, ausgesetzt: Von eiskalt blitzartig auf sehr warm, von negativ auf positiv.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gegenwind für Mnuchin und Pelosi </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun waren Finanzminister Steven Mnuchin und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die während der Woche trotz der verschiedenen Ankündigungen des Präsidenten abseits der Öffentlichkeit weiterverhandelt haben, auch am Wochenende nicht untätig. Allerdings ohne sich auf einen Kompromiss zu einigen. Aber würde der Kongress überhaupt so kurz vor dem Wahltermin noch ein Super-Konjunkturpaket verabschieden können bzw. wollen, das wahrscheinlich Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl deutlich verbessern könnte? Ganz zu schweigen davon, dass ein solches Paket dem Mehrheitsführer im Senat, dem Republikaner Mitch McConnell, sowie einigen anderen Senatoren aufgrund der damit einhergehenden Neuverschuldung im Magen liegen würde. Zumal man nicht vergessen darf, dass Mitch McConnell auch noch vor der Wahl die vorgeschlagene Richterin für den Supreme Court, Amy Coney Barrett, vom Senat bestätigen lassen muss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für den Euro bleibt die Ausgangsposition jedenfalls weiterhin positiv, insbesondere, solange nun <strong>1,1695</strong> nicht mehr unterlaufen wird. Mehr noch: Oberhalb von <strong>1,1860</strong> könnte ein neuer kurzfristiger Aufwärtstrend beginnen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-frage-der-perspektive/">Eine Frage der Perspektive</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/eine-frage-der-perspektive/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Börsen, Beulenpest und Blumenzwiebeln</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/von-boersen-beulenpest-und-blumenzwiebeln/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/von-boersen-beulenpest-und-blumenzwiebeln/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2020 14:51:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[irrationaler Überschwang]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Tulpenhausse]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=12034</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eigentlich sollte ich an dieser Stelle in erster Linie über den Dollar und den Euro schreiben. Aber was dieses Währungspaar angeht, liegt abermals eine vergleichsweise unspannende Woche hinter uns. Um es kurz zu machen: Dem Euro gelang es zwar kurz, über die „big figure“ von 1,10 zu lugen, aber am Ende blieb, möglicherweise auch wegen des bevorstehenden langen Feiertagswochenendes in den USA, zum Handelsschluss am Freitag gerade mal die Hälfte vom zeitweise erreichten Wochengewinn übrig. Um wie vieles interessanter waren dagegen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-boersen-beulenpest-und-blumenzwiebeln/">Von Börsen, Beulenpest und Blumenzwiebeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0900)</strong>             Eigentlich sollte ich an dieser Stelle in erster Linie über den Dollar und den Euro schreiben. Aber was dieses Währungspaar angeht, liegt abermals eine vergleichsweise unspannende Woche hinter uns. Um es kurz zu machen: Dem Euro gelang es zwar kurz, über die „big figure“ von 1,10 zu lugen, aber am Ende blieb, möglicherweise auch wegen des bevorstehenden langen Feiertagswochenendes in den USA, zum Handelsschluss am Freitag gerade mal die Hälfte vom zeitweise erreichten Wochengewinn übrig.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12035" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/25052020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Spekulation aus Langeweile</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Um wie vieles interessanter waren dagegen wieder einmal die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Nicht nur, weil sich immer mehr Menschen die Frage stellen, ob sich die auch in der vergangenen Woche wieder gestiegenen Aktienkurse vollends von der ökonomischen Realität abgekoppelt haben. Vor allem ein Beitrag der Nachrichtenagentur Bloomberg vom vergangenen Freitag ließ mich aufmerken. Sinngemäß hieß es darin, dass die wegen der Corona-Krise zu Hause eingesperrten Privatanleger sich zu Tode langweilten und daher Aktien(optionen) für sich entdeckt hätten und von diesem neuen Spielzeug geradezu besessen seien<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a>. Und diese Privatinvestoren bildeten eine starke Triebfeder hinter der jüngsten deutlichen Erholung an den Aktienmärkten. In Einzelwerten, ETFs, Optionen – you name it. Und das mit steigender Tendenz.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zurück ins 17. Jahrhundert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die aktuelle Corona-Pandemie mag wohl mit der Pest in früheren Jahrhunderten vergleichbar sein. Und das wiederum bringt mich zur berühmten Tulpeneuphorie, die sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden ereignete. So verweist etwa der US-Wirtschaftshistoriker Peter M. Garber in seinem Buch „Famous First Bubbles“ auf die erhöhte Risikobereitschaft der Menschen während Pestzeiten hin. Tatsächlich wütete in den Niederlanden ausgerechnet zwischen 1635 und 1637, also zu Zeiten besagter Tulpenzwiebel-Spekulation<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[<span style="color: #000000;"><strong>2</strong></span>]</a>, die Beulenpest, und bekanntlich nahm diese Geschichte kein gutes Ende, weder was die Gesundheit noch die Spekulation betraf. So raffte die Epidemie seinerzeit allein in Amsterdam ein Siebtel der Bevölkerung dahin.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Sinnlose Vergleiche</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stellen sich auch heute die Kommentatoren vielerorts die Frage, ob es sich bei der derzeitigen Entwicklung an den Aktienmärkten ebenfalls um den Beginn einer Spekulationsblase oder eine irrationale Übertreibung handelt. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell selbst namhafte Ökonomen mit historischen Vergleichen zur Hand sind, um die derzeitige Rallye einzuordnen. Eine Tendenz, die ich bereits zu Beginn der Corona-Pandemie feststellen konnte und die vermutlich einem zutiefst menschlichen Kontrollbedürfnis geschuldet ist: Man betrachtet die historische Entwicklung der Aktienmärkte und sucht sich hervorstechende Ereignisse heraus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So etwa den Crash von 1929, das Platzen der Dotcom-Blase kurz nach der Jahrtausendwende, die Finanzkrise im Jahr 2008: Nach einem starken Einbruch der Kurse gab es im Bärenmarkt jeweils eine deutliche Rallye. Und dann bräuchte man, so las ich, eigentlich nur noch die durchschnittliche Größenordnung dieser Erholungsbewegungen festzustellen und hochzurechnen, wie stark die derzeitige Rallye im Aktienmarkt ausfallen darf, um noch als „normal“ zu gelten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen davon, dass all diese Ereignisse nicht miteinander vergleichbar sind, sorgt der Verfügbarkeitsirrtum dafür, dass sich der Blick des Analysten automatisch nur auf diese hervorstechenden Kurseinbrüche konzentriert. Dabei gab es natürlich noch viele andere, nicht so bekannte Einbrüche an den Aktienmärkten mit signifikanten Erholungen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rationalität muss bezahlbar bleiben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ist es nun rational, derzeit an den Aktienmärkten „short“ oder nach unten abgesichert zu sein? Es mag gute rationale Gründe geben, an eine zweite Verkaufswelle zu glauben. Etwa weil die Entwicklung in den US-chinesischen Beziehungen innerhalb von Tagen so schlecht wie noch nie während der Amtszeit von US-Donald Trump geworden sind. Ein mögliches Extrem-Risiko, das zumindest in der jüngsten Umfrage der Bank of America unter globalen Fondsmanagern (8. bis 14. Mai) noch keine Rolle gespielt hatte.  Aber deswegen ist es nicht zwangsläufig irrational, Aktien long zu sein. Zumal, wenn man mit seiner Positionierung auf Seiten einer Notenbank steht, die ohne weiteres dazu imstande ist, fast unbegrenzt Geld zu drucken und damit für eine Inflationierung der Vermögens- und möglicherweise auch der Konsumentenpreise zu sorgen. Nicht umsonst hat John Maynard Keynes einmal im übertragenen Sinne geäußert, dass man sich letztlich Rationalität nur leisten kann, wenn man diese Haltung auch [bei widrigen Marktumständen] bezahlen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vergleichsweise einfach gestaltet sich dagegen derzeit die Beurteilung des Euro, vielleicht auch deswegen, weil dort kein Trend erkennbar ist. Damit bleibt die Gemeinschaftswährung zwar stabil, aber solange <strong>1,0865</strong> gehalten werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wegen der Feiertage in den USA und Großbritannien am Montag werde ich den nächsten Kommentar erst Mittwochfrüh zur Verfügung stellen</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Fußnoten</span></strong></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;">1]</span></a><span style="color: #000000;"> <a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-05-22/options-are-now-all-the-rage-for-bored-day-traders-locked-inside">https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-05-22/options-are-now-all-the-rage-for-bored-day-traders-locked-inside</a></span></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2"><span style="color: #000000;">[2]</span></a><span style="color: #000000;"> Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundaments of Early Manias. MIT Press, Cambridge, Mass. 2000, S. 37–38.</span></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-boersen-beulenpest-und-blumenzwiebeln/">Von Börsen, Beulenpest und Blumenzwiebeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/von-boersen-beulenpest-und-blumenzwiebeln/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fed fängt fallende Engel auf</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/fed-faengt-fallende-engel-auf/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/fed-faengt-fallende-engel-auf/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 04:50:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Junk-Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=11854</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die zurückliegende vorösterliche Karwoche bedeutete vor allem für die Börsianer jenseits des Atlantiks eine Woche der Superlative. So produzierte etwa der breitgestreute US-Aktienindex S&#038;P 500 den stärksten Kursanstieg innerhalb einer Woche seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Und selbst für die globalen Aktienmärkte insgesamt war diese Woche die beste seit 2008. Ja, es hatte schon etwas Verführerisches, mitzuerleben, wie die wichtigen US-Aktienindices vor Ostern mehr als die Hälfte der nach den Allzeithochs vom 19. Februar in Folge von Corona erlittenen Kursverluste wieder wettmachen konnten. Sollte dies tatsächlich, wie es ein bekannter Kommentator kürzlich ausdrückte, der „kürzeste Börsencrash aller Zeiten“ sein?...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fed-faengt-fallende-engel-auf/">Fed fängt fallende Engel auf</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0940)</strong>             Die zurückliegende vorösterliche Karwoche bedeutete vor allem für die Börsianer jenseits des Atlantiks eine Woche der Superlative. So produzierte etwa der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 den stärksten Kursanstieg innerhalb einer Woche seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Und selbst für die globalen Aktienmärkte insgesamt war diese Woche die beste seit 2008. Ja, es hatte schon etwas Verführerisches, mitzuerleben, wie die wichtigen US-Aktienindices vor Ostern mehr als die Hälfte der nach den Allzeithochs vom 19. Februar in Folge von Corona erlittenen Kursverluste wieder wettmachen konnten. Sollte dies tatsächlich, wie es ein bekannter Kommentator kürzlich ausdrückte, der „kürzeste Börsencrash aller Zeiten“ sein?<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11855" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/14042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/14042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/14042020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Börsencrash schon vorbei?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Darüber dürften die Analysten geteilter Meinung sein, und es gibt nicht wenige, die von einem abermaligen Kurssturz der Aktienmärkte ausgehen. Dieser ist vor allen Dingen deswegen ausgeblieben, weil sich zum einen die Nachrichtenlage zur Corona-Pandemie besser als zunächst angenommen entwickelt hat. Zu dieser relativ positiven Sichtweise hat sicherlich auch ein gewisser Gewöhnungseffekt beigetragen, der dazu führt, dass neue Informationen mit weniger Aufmerksamkeit und Erregung aufgenommen werden. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf der anderen Seite hängen viele ökonomische Prognosen von eben diesem weiteren Verlauf der Pandemie ab, auch wenn dieser in der Projektion auf die Zukunft mit hoher Unsicherheit behaftet ist. Hinzu kommt, dass die Einschätzung der Gesamtsituation maßgeblich dadurch beeinflusst wird, wie nahe das Virus einem selbst gekommen ist, ob man selbst unter Quarantäne steht, ob Freunde und Verwandte erkrankt sind oder die eigene Heimatregion besonders stark betroffen scheint (Verfügbarkeitrsirrtum).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Alles außer Aktien</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein viel wichtiger Treiber für die Aktienkurse scheinen mir allerdings die vor der Osterpause noch von der US-Notenbank verkündeten aufsehenerregenden Maßnahmen zu sein. Zusätzlich zu den quantitativen Lockerungsmaßnahmen, erweiterten Swap-Linien für ausländische Zentralbanken, dem Ankauf von Commercial Papers und Unternehmensanleihen als Reaktion auf die Corona-Krise verkündete die Fed am Gründonnerstag ein noch nie dagewesenes Anleihekaufprogramm in einem Volumen von weiteren 2,3 Billionen USD. Diese Maßnahme ist deswegen so spektakulär, weil die Fed von nun an unter anderem auch hochverzinsliche US-Anleihen – sprich: Junkbonds – ankaufen wird. Die Folge: Junk Bonds verzeichneten am Donnerstag einen rekordhohen Tagesgewinn. Allerdings wird vielerorts übersehen, dass die Fed nur Anleihen von sogenannten „fallen angels“ ankaufen wird, die vor dem 22. März noch sehr gute bzw. gute Bonität aufwiesen. Mit anderen Worten: Es geht „nur“ um Unternehmen, deren Anleihe-Bonität sich infolge der Corona-Krise verschlechtert hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auf dem Weg zur Inflation?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese Junk Bonds, die auch als Schrottanleihen bezeichnet werden, weil ihre Schuldner von zweifelhafter Bonität sind, rentieren naturgemäß deutlich höher, oft sogar um ein Vielfaches, als etwa Staatsanleihen. Ein Kommentator sprach bereits (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://finanzmarktwelt.de/warum-federal-reserve-und-ezb-die-inflation-erzwingen-163773/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) von einem Paradigmenwechsel bei der US-Notenbank, handelt es sich doch beim Ankauf dieser Papiere um Anleihen mit einer hohen Ausfallwahrscheinlichkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während eine Anleihe von guter Bonität mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Fälligkeit zurückgezahlt wird und so gleichzeitig theoretisch dem Geldkreislauf einst zugeführte Liquidität wieder entzogen wird<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><strong><span style="color: #000000;">[1]</span></strong></a><strong><span style="color: #000000;">,</span></strong> steht es beim Ausfall eines Schuldners anders: Das Geld bleibt im Kreislauf und wirkt tendenziell inflationär. Wie das sogenannte Helikoptergeld.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei müssen nicht einmal die Verbraucherpreise zwingend steigen, zumal niemand weiß, wie sich das Konsumverhalten nach der Corona-Krise tatsächlich verändern wird. Aber es kann durchaus zu einer erhöhten Inflation bei den Vermögenspreisen kommen. Mit anderen Worten: Langfristig betrachtet sind steigende Aktienkurse nicht nur Ausdruck einer Hoffnung auf eine gute Konjunktur und hohe Unternehmensgewinne. Vielmehr reflektiert ihr Anstieg auch eine mögliche Geldentwertung. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Notenbanken Aktien kaufen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Interessanterweise geriet der US-Dollar infolge der jüngsten Ankündigung der Fed über die Feiertage nicht massiv unter Druck. Und so konnte der Euro im Gegenzug zwar auch nicht gerade großartig zulegen, verlor aber im kurzfristigen Abwärtstrend einen guten Teil seines Momentums. Dieser ist nach wie vor erst nach Überschreiten von <strong>1,0995/00</strong> beendet, während das ursprüngliche Momentum (mit Risiko bis 1,0500) unterhalb von <strong>1,0840/45</strong> wieder aufleben würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a> Tatsächlich wurden getilgte Anleihen von den Zentralbanken in den vergangenen Jahren reinvestiert, um so die Geldmenge nicht zu verknappen</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fed-faengt-fallende-engel-auf/">Fed fängt fallende Engel auf</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/fed-faengt-fallende-engel-auf/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Angesteckt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 05:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=11650</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&#038;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/">Angesteckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0850)</strong>             Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11651" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings scheint die Kennzeichnung als Panik unangemessen zu sein. Denn mit Panik wird ein kollektiver Kontrollverlust umschrieben, jener Zustand also, wenn sich die eintretenden Ereignisse nicht mehr richtig einordnen lassen und man sich nicht länger als Herr des Geschehens wähnt. So ganz auf dem falschen Fuß dürften manche Anleger nämlich nicht erwischt worden sein, zumindest, sofern man etwa die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt vom vergangenen Mittwoch (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/930cfae3-03c9-4f6a-9d3e-dfb2c465b4e9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zurate zieht. Denn dort herrschte ohnehin mehrheitlich kein Optimismus unter den institutionellen Akteuren, und die Privatanleger waren zumindest in besagter Umfrage sogar überwiegend pessimistisch eingestellt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Näher gekommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber ist tatsächlich geschehen? Das COVIT-19 Virus ist geographisch deutlich näher und in Europa offenbar richtig angekommen. Aber war es denn realistisch, davon auszugehen, dass außerhalb Chinas die Welt von diesem Virus verschont bliebe? Tatsächlich berichten die Medien etwa seit dem 19. Januar über den Ausbruch des Virus. Aber das hat an den Aktienmärkten bis vor kurzem kaum enrsthaft interessiert. Aber jetzt plötzlich!</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist unserer Wahrnehmung geschuldet, dass wir dramatische Ereignisse in Ortsnähe stärker wahrnehmen als diejenigen, die weit weg liegen. Auch nehmen wir Farbiges und Drastisches besonders stark wahr. In der Behavioral Economics spricht man vom Verfügbarkeitsirrtum und meint damit die oftmals unangemessene Bevorzugung leicht verfügbarer Information.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Geschichte des COVIT-19 Virus hat auch gezeigt, wie schnell sich Menschen an Zahlen von Infizierten und Todesfällen gewöhnen, wenn diese nicht mehr exponentiell steigen. Stichwort: abnehmende Sensitivität. Und von dieser abnehmenden Sensitivität hatten die Aktienmärkte im Februar immerhin drei Wochen lang profitiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrolldefizite</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben wir also gestern in Europa zumindest das Kontrolldefizit der Akteure zu spüren bekommen. Um die daraus resultierende Angst wieder in den Griff zu bekommen, orientiert man sich an Bezugspunkten, die in den Medien gerne präsentiert werden. Auch wenn diese Bezugspunkte manchmal ungeeignet oder gar irrelevant sein mögen. Das Virus ist nähergekommen, und man fängt neu an zu zählen. Die Infizierten und die Todesfälle in Italien. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren den Zahlen der Grippeinfizierten und -toten – und hierzulande lagen diese manchmal im fünfstelligen Bereich – ähnlich große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Um es klarzustellen: Ich möchte die Epidemie nicht verharmlosen oder herunterspielen. Aber wenn Referenzpunkte als Orientierung hinzugezogen werden, dann sollte man sich nicht nur auf das verlassen, was medial präsentiert wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorbote klopft stärker an</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stehen also die Börsenbarometer auf Sturm, und die Vorboten einer (globalen) Rezession folgerichtig vor der Tür. Ja, es ist richtig, dass eines dieser Warnzeichen, die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Treasuries und dreimonatigen T-Bills, nun ein Minus von 18 Basispunkten aufweist. Aber eine invertierte Zinsstrukturkurve in diesem Bereich gibt es nicht erst seit gestern. Doch ist es hilfreich, wenn etwa der frühere Chef der Fed von Minneapolis und Ökonom, Narayana Kocherlakota, die US-Notenbank in einer Bloomberg-Kolumne (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-24/coronavirus-gives-the-federal-reserve-reason-to-cut-rates-now" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zu einer sofortigen Zinssenkung von mindestens 25, besser noch 50 Basispunkten aufruft? Sozusagen als günstige Versicherung („cheap insurance“) gegen einen Konjunktureinbruch? Solche Versicherungen kann sich die Fed nicht mehr allzu oft leisten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht hat sich der Euro gestern und auch bereits am vergangenen Freitag gegenüber dem Dollar erholt, weil es diese Zinssenkungsfantasien zurzeit gibt. Dabei gibt es durchaus nicht wenige Akteure, die sich im Krisenfall auch eine Leitzinssenkung durch die EZB vorstellen können. Vermutlich sollte man aber nicht versucht sein, das gestrige Aufbäumen der Gemeinschaftswährung – es handelt sich ohnehin um eine Dollarschwäche und weniger um eine intrinsische Eurostärke – überzubewerten. Denn es dürfte sich dabei um nicht viel mehr als eine technische Korrektur im kurzfristigen Abwärtstrend handeln. Für eine <em>erste </em>Stabilisierung des Euro wäre ohnehin nach wie vor ein Überschreiten von <strong>1,0895/00</strong> erforderlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/">Angesteckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn das Virus näherkommt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-virus-naeherkommt/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-virus-naeherkommt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2020 05:46:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Virus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=11534</guid>

					<description><![CDATA[<p>Spätestens am vergangenen Freitag konnte man sagen, dass der Ausbruch des Corona-Virus in den Finanzmärkten angekommen ist. Vor allen Dingen in den US-Aktienmärkten. Und es liest sich recht dramatisch, wenn Kommentatoren von der schlechtesten Woche für den breit gestreuten S&#038;P 500-Index seit August vergangenen Jahres sprechen. Tatsächlich beträgt der Wochenverlust des Index gerade einmal rund 0,8 Prozent. Wobei die Handelsaktivität vom vergangenen Freitag etwas verschleiert wird, als der Index anfangs...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-virus-naeherkommt/">Wenn das Virus näherkommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1025)</strong>             Spätestens am vergangenen Freitag konnte man sagen, dass der Ausbruch des Corona-Virus in den Finanzmärkten angekommen ist. Vor allen Dingen in den US-Aktienmärkten. Und es liest sich recht dramatisch, wenn Kommentatoren von der schlechtesten Woche für den breit gestreuten S&amp;P 500-Index seit August vergangenen Jahres sprechen. Tatsächlich beträgt der Wochenverlust des Index gerade einmal rund 0,8 Prozent. Wobei die Handelsaktivität vom vergangenen Freitag etwas verschleiert wird, als der Index anfangs fast noch versuchte, ein neues Allzeithoch zu markieren, um dann den Gewinn von fünf Handelstagen zunichte zu machen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11535" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/27012020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/27012020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/27012020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verfügbarkeitsirrtum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Viel interessanter ist allerdings die Tatsache, dass die europäischen Aktienmärkte, obwohl der Ausbruch des Corona-Virus längst bekannt war, den Freitag sogar mit einem Tagesgewinn beschlossen. Und beim hiesigen DAX spekulierten Kommentatoren, dass sogar das bisherige Allzeithoch womöglich in dieser Woche überwunden werden könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese bullishen Träume dürften sich spätestens mit der Markteröffnung am heutigen Montag vorerst zerschlagen haben, denn am Samstag wurde ja bekannt, dass es jetzt auch in Europa an dem Corona-Virus erkrankte Personen gibt. Und alles, was an Gefahren geografisch näher rückt, wird zunächst mit wachsender Intensität wahrgenommen. Die Handelssitzung am vergangenen Freitag in Europa war ein klassisches Beispiel für den sogenannten Verfügbarkeitsirrtum. Obwohl in China Millionen von Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt worden waren, beruhigten sich viele hierzulande mit dem Gedanken: „Das ist ja noch weit weg, und die chinesischen Behörden werden das sicher schnell in den Griff bekommen.“ Kurzum: Informationen, die auffällig, zeit- und ortsnah sind, werden stärker wahrgenommen als Nachrichten, die über Ereignisse berichten, die kompliziert, unspektakulär und in der Ferne stattfinden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auf der Suche nach dem günstigen Einstieg</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat man allerdings zum vergangenen Wochenende nicht den Eindruck bekommen können, dass sich an den Aktienmärkten eine Panik breitgemacht hätte. Vielmehr ist es bemerkenswert, wie Kommentatoren und Analysten sogleich in den Annalen blätterten, um herauszufinden, wie lange die negative Wirkung ähnlicher Bedrohungsszenarien wie das durch das Corona-Virus hervorgerufene früher angedauert hat. Tatsächlich war die negative Preisentwicklung an den Aktienmärkten nach Bekanntwerden von SARS, H1N1, Ebola etc. kurzlebig. Man spricht von zwei bis drei Wochen, nachdem die Mainstream-Medien erstmals darüber berichten. Tatsächlich gewinne ich den Eindruck, dass viele Marktteilnehmer gar nicht einmal Angst vor einer – es mag angesichts der Neuigkeiten etwas makaber klingen – „gesunden Korrektur“ haben, die doch schon längst „überfällig“ gewesen ist. Die größere Angst scheint immer noch zu sein, den Boden dieser Korrektur zu verpassen, um noch relativ günstig in den Bullenmarkt einsteigen zu können.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Bondrenditen seit Jahresbeginn auf Rückzug</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Interessanter scheint mir allerdings die Entwicklung am US-Bondmarkt zu sein, wo etwa der Rückgang der Rendite zehnjähriger Treasuries schon seit einigen Tagen zu denken gibt. Abgesehen vom vergangenen Montag zeichnete sich nämlich eine Abwärtsentwicklung ab, die am Freitag mit 1,68 Prozent das niedrigste Niveau seit Anfang November des vergangenen Jahres markierte. Eine Entwicklung, die man nicht nur den Ängsten vor einer Pandemie zuschreiben kann. Weil der Renditerückgang – abgesehen von einem kurzzeitigen, heftigen Aufbäumen – seit Jahresbeginn über 20 Basispunkte ausmacht. Trotz weithin unverändert positiver Wachstumserwartungen für die kommenden Monate.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese werden auch durch die vorläufigen Einkaufsmanager-Indices (Markit) bestätigt, die in den USA in der aus Industrie und Dienstleistern zusammengesetzten Version (53,1) leicht positiv überraschten. Weil man Derartiges allerdings nicht für die Eurozone sagen konnte, schwächte sich die Gemeinschaftswährung bereits Freitagvormittag weiter ab und schloss mit <strong>1,1025</strong> praktisch auf dem niedrigsten Kurs der Woche und gleichzeitig auf dem tiefsten Niveau seit dem 29. November. Wie bereits an den Tagen zuvor dürfte sich die latente Euro-Schwäche verstärken, falls <strong>1,0980</strong> fallen sollte. Der Stabilitätspunkt liegt nun bei <strong>1,1135</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-virus-naeherkommt/">Wenn das Virus näherkommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-virus-naeherkommt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Welt ohne Risiken?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/welt-ohne-risiken-2/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/welt-ohne-risiken-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 05:45:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[implizite Volatilität]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.joachim-goldberg.com/?p=11368</guid>

					<description><![CDATA[<p>Spürbar ist der Devisenhandel im Euro gegenüber dem Dollar seit Wochen immer ruhiger geworden. Offenbar hat das laufende Jahr das Zeug dazu, mit der niedrigsten Bandbreite seit Einführung der Gemeinschaftswährung beschlossen zu werden. Und noch nie hat es seit Einführung des Euro zum Dollar eine so niedrige implizite Volatilität für Währungsoptionen mit ein- und dreimonatiger Fälligkeit gegeben. Plötzlich wird vielen Beobachtern klar: Die Händler sind es scheinbar leid geworden, auf immer ähnlich lautende Nachrichten...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/welt-ohne-risiken-2/">Welt ohne Risiken?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0995)</strong>             Spürbar ist der Devisenhandel im Euro gegenüber dem Dollar seit Wochen immer ruhiger geworden. Offenbar hat das laufende Jahr das Zeug dazu, mit der niedrigsten Bandbreite seit Einführung der Gemeinschaftswährung beschlossen zu werden. Und noch nie hat es seit Einführung des Euro zum Dollar eine so niedrige implizite Volatilität für Währungsoptionen mit ein- und dreimonatiger Fälligkeit gegeben. Plötzlich wird vielen Beobachtern klar: Die Händler sind es scheinbar leid geworden, auf immer ähnlich lautende Nachrichten zu reagieren und sich mal gegen Brexit-Risiken, mal gegen irgendwelche positiven oder negativen Nachrichten vom US-chinesischen Handelskonflikt oder eine Wachstumsschwäche in der Eurozone abzusichern. Schon gar nicht vor Thanksgiving oder Weihnachten, wie man gestern lesen konnte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11369" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/28112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/28112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/28112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Historisch niedrige Volatilität</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein Kommentator schrieb gestern bereits davon, dass die niedrige Volatilität zur Norm werden könnte. Bei solchen Äußerungen klingeln bei mir stets die Alarmglocken, wenn über Jahre bestehende Wertmaßstäbe plötzlich geändert werden oder gar von einem Paradigmenwechsel die Rede ist. Nicht selten ist dann ein Extrempunkt im laufenden Trend erreicht. Das sagt einem zumindest die Intuition – oder die Erinnerung. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber sich auf die Erinnerung zu verlassen ist gerade in Timing-Fragen nicht ganz unproblematisch. Natürlich ist es reizvoll, gegen den Trend eine Behauptung oder gar eine Position zu eröffnen. Bei den Positionen stellt sich schnell heraus, ob sie sinnvoll waren. Eine falsche Meinung gerät dagegen schnell in Vergessenheit, vor allen Dingen in der eigenen Erinnerung. Die Menschen sind – laut Dissonanztheorie – Meister im Verdrängen unpassender Inhalte und Informationen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man braucht sich nur die Crashpropheten der Aktienmärkte der vergangenen Jahre anzusehen. Von dieser Spezies gibt es viele, und sicher wird jemand von ihnen eines Tages sogar Recht bekommen, wenn das von ihm vorhergesagte Szenario wirklich eintritt. Das ist die beste Voraussetzung, um zum Finanzmarktguru zu werden. Oder man geht als Kontraindikator in die Geschichte der Finanzmärkte ein, weil man als Boulevardblatt das Pech hatte, gerade am Höhepunkt eines Aktientrends mit „Börsenfieber“ zu titeln. Farbiges wird (vgl. zum Verfügbarkeitsirrtum <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2016/06/22/die-wohlfuehl-wahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) eben besonders leicht erinnert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Informations-Overkill</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht sind die Händler gestern aber einfach nur einem Overkill an wichtigen ökonomischen Daten erlegen, wie sie etwa für die USA publiziert wurden. Da kam kurz vor Thanksgiving einiges zusammen. Sei es die erste Revision des US-Wirtschaftswachstums für das dritte Quartal, das mit einem Plus von 2,1 Prozent (annualisiert) stärker als ursprünglich geschätzt ausgefallen war. Die von der Fed vorzugsweise für die Beurteilung der Inflation hinzugezogene Kernrate des Index der privaten Konsumausgaben (PCE) enttäuschte mit +1,6 Prozent (ggü. Vorjahr) im Oktober geringfügig. Aber das Datum wird nicht zu einer Neubewertung der geldpolitischen Situation führen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Aufzählung der restlichen, gestern publizierten Daten können wir uns eigentlich sparen, zumal ein Blick auf das viel beachtete Modell der Fed von Atlanta, GDPNow, zeigt: In Summa wird nun annualisiert ein Wachstum von 1,7 Prozent für das vierte Quartal – das bedeutet einen deutlichen Sprung von 1,3 Prozent gegenüber der vorherigen Berechnung vom 19. November – vorhergesagt. Zumindest was dieses Modell angeht, gibt es noch genügend Volatilität. Und die US-Ökonomie scheint gesünder, als wir alle dachten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Trotz dieser Erkenntnis blieb der Euro auch gestern tendenziell nur leicht angeschlagen, wäre aber erst nach Überschreiten von <strong>1,1060/65</strong> wirklich aus dem Schneider. Unterdessen hat sich die Nachfragesituation an der Unterseite oberhalb von <strong>1,0925</strong> (modifiziert) sogar wieder etwas verbessert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen des Thanksgiving-Wochenendes in den USA gibt es den nächsten „Dollar am Morgen“ erst am kommenden Montag.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/welt-ohne-risiken-2/">Welt ohne Risiken?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/welt-ohne-risiken-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
