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	<title>Stopp-Loss Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Von Fröschen lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 05:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>775)</strong>             Hieß es nicht lange Zeit hierzulande, dass es auf keinen Fall einen zweiten totalen Lockdown geben werde? Nicht zuletzt, weil man ihn sich ökonomisch nicht leisten könne? Nun scheint aber genau dieser Lockdown immer wahrscheinlicher zu werden. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schließt einen solchen Schritt nicht mehr aus, und in Deutschland tastet man sich ganz vorsichtig an das eigentlich Undenkbare heran. Nach der Vorstellung einiger Ministerpräsidenten der Bundesländer könnte es aber auch ein stufenweiser Weg hinein in den vollständigen Lockdown sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam oder sofort zum Lockdown 2.0?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch vor einer Woche wollte eigentlich kaum jemand über einen Lockdown 2.0 öffentlich sprechen. Dennoch diskutierte ich (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/10/21/lockdown-2-0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), dass die seinerzeit noch lokal begrenzten Aktionen an einen Flickenteppich erinnerten, der mit der Zeit immer einheitlicher werden würde. Nun haben die stark gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen dafür gesorgt, dass alles noch viel schneller geht. Und der stufenweise Lockdown scheint auf den ersten Blick den Eindruck zu vermitteln, noch sei man Herr der Lage, ohne zum Äußersten greifen zu müssen. Als Alternative war gestern aber auch von der Möglichkeit eines sogenannten kurz angelegten „Wellenbrecher-Lockdowns“ die Rede, wie ihn etwa der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ins Spiel brachte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Langsam zu Tode gekocht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei interessiert mich weniger, welche Methode nun am Ende die erfolgreichere wäre. Aus psychologischer Sicht ist aber zumindest anzumerken, dass Menschen selbst den Widerwillen gegen eine bestimmte Situation nicht absolut, sondern in seiner Intensität relativ empfinden. Um dieses Phänomen erklären zu können, bedient man sich manchmal des grausamen Experiments mit einem Frosch zur Veranschaulichung. Würde man das arme Geschöpf in kochend heißes Wasser werfen, so würde es sofort versuchen, wieder aus dem Topf herauszuspringen. Wenn man den Frosch stattdessen in kaltes Wasser setzt und dieses langsam erhitzt, wird er in aller Ruhe hinnehmen, wie man ihn langsam zu Tode kocht. Kein schöner Gedanke.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aussitzen oder Stopp Loss?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Übertragen auf die Covid-19-Problematik scheinen einige Ministerpräsidenten der Länder die betroffenen Menschen schrittweise, möglicherweise auch schneller, wenn es die Infektionszahlen notwendig machen, in Richtung Lockdown 2.0 zu manövrieren. Verbunden mit der zweifelhaften Chance, dass sie sich an die weitreichenden Einschränkungen langsam gewöhnen würden. Das erinnert mich an einen Händler mit einer schiefen Position, die zwar noch nicht existenzbedrohende Verluste zeitigt, aber jeden Tag ein bisschen weiter ins Minus absinkt. Während der Händler weiterhin die Hoffnung hegt, um die aufgelaufenen Verluste doch noch herumzukommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz im Gegensatz zu Lauterbachs Idee, die auf den ersten Blick brutal erscheint, aber vergleichbar ist mit einem heftigen, aber möglicherweise Schlimmeres verhindernden Stopp-Loss. Die Erkenntnisse der Verhaltensökonomik besagen auf jeden Fall, dass Menschen vielfach eine Aversion gegen die Realisierung von Verlusten haben. Daher wahrscheinlich auch die erste intuitive Abwehrreaktion vieler Menschen gegenüber einem sofortigen Lockdown.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risikoaversion herrscht vor</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An den Aktienmärkten ging es gestern ebenfalls schrittweise nach unten, und wer den Mut hatte, nach dem bisherigen altbekannten Muster der vergangenen Monate im fallenden Markt, aus Erfahrung also, auf der Kaufseite einzusteigen, ist zumindest gestern psychisch nicht sonderlich stark unter Druck geraten – die Kursverluste hielten sich in überschaubarem Rahmen. Und der Euro blieb angesichts der auf den Finanzmärkten lastenden Risikoaversion immer noch stabil und bewegte sich fast schon provokant in einer Handelsspanne, die weniger als 50 Stellen betrug. Tatsächlich hat die Gemeinschaftswährung die Bandbreite vom vergangenen Freitag auch gestern bis zum Handelsschluss in New York nicht verlassen können. Dennoch bleibt sie zumindest in positivem Fahrwasser, solange <strong>1,1755/60</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Stopp-Loss-Aversion reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2015 12:02:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Blitzkorrektur]]></category>
		<category><![CDATA[Flash Crash]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss-Aversion]]></category>
		<category><![CDATA[WGZ Bank]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verluste sind nicht angenehm, vor allem nicht wenn man sich mit ihnen bereits vor einer Entscheidung auseinandersetzen soll. Denn die meisten von uns gehen prinzipiell davon aus, dass ihre Entscheidungen profitabel verlaufen. Und wenn doch Verluste eintreten, gleichen sich diese ohnehin wieder aus, sind viele Anleger überzeugt. Man müsse nur genug Zeit und Geduld mitbringen, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verluste sind nicht angenehm, vor allem nicht wenn man sich mit ihnen bereits vor einer Entscheidung auseinandersetzen soll. Denn die meisten von uns gehen prinzipiell davon aus, dass ihre Entscheidungen profitabel verlaufen. Und wenn doch Verluste eintreten, gleichen sich diese ohnehin wieder aus, sind viele Anleger überzeugt. Man müsse nur genug Zeit und Geduld mitbringen, um in 80 Prozent der Fälle seinen Einstandspreis wiederzusehen.<br />
Davon gehen selbst die meisten Profis an der Börse aus. Und weil man in 20 Prozent der verbleibenden Fälle – dieser Anteil mag durchaus auch noch niedriger ausfallen – mit einem oft recht hohen Verlust konfrontiert wird, sind für mich Stopp-Loss-Marken unerlässlich. Dies habe ich immer wieder in diversen Blogs erläutert. Doch ein Leser wies mich bereits vor Jahren darauf hin, dass man mit einem Stopp-Loss am berüchtigten Tag des „Flash Crash“ an Wall Street, am 6. Mai 2010, alt ausgesehen hätte. Wir erinnern uns: Der US-Aktienmarkt hatte innerhalb einer Nacht nicht nur 10 Prozent seines Wertes verloren, sondern sich anschließend so schnell erholt, dass man, wenn man ohne Stopp-Loss gearbeitet hätte, ein paar Tage später sogar reicher als vor dem besagten Flash Crash gewesen wäre. Soll man also doch keine Verlustbegrenzungen setzen?</p>
<p>Diese Frage habe ich nunmehr in meinem jüngsten Thema des Monats November <strong><u><a href="https://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">HIER</a></u></strong> für die WGZ Bank zu beantworten versucht.</p>
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		<title>Computerhandel im Test</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 05:47:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Trendfolgemodelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer schon träumten viele Händler und Anleger an den Finanzmärkten von einem Computer, der nicht nur unnötige und oft verlustbringende Emotionen ausschaltet, sondern auch noch systematisch Gewinne erwirtschaftet. Doch las ich neulich in der FTD (Ausgabe vom 7.8.2012), dass zumindest die Devisenmärkte für Rechner zu sprunghaft seien und computergestützte Fonds beim Aufspüren von Trends an [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer schon träumten viele Händler und Anleger an den Finanzmärkten von einem Computer, der nicht nur unnötige und oft verlustbringende Emotionen ausschaltet, sondern auch noch systematisch Gewinne erwirtschaftet. Doch las ich neulich in der FTD (Ausgabe vom 7.8.2012), dass zumindest die Devisenmärkte für Rechner zu sprunghaft seien<span id="more-4861"></span> und computergestützte Fonds beim Aufspüren von Trends an Währungsmärkten (Trendfolgemodelle) in jüngster Zeit nicht gerade erfolgreich gewesen sein sollen. Und sofort erinnerte ich mich an die vielen Diskussionen, die meine Kollegen und ich schon zu diesem Thema geführt hatten. Denn ob der computergesteuerte Handel Sinn macht oder nicht, ist bis heute umstritten. So zeigt auch die Performance-Aufstellung in der FTD , dass sich die von ihr ausgewählten Devisenfonds mit Trendfolgestrategie in ihrer Performance zum Teil dramatisch unterscheiden. Vor allem im Einjahresvergleich ergeben sich Unterschiede, die von einem winzigen Plus von 1,4 Prozent Gewinn bis zu einem Verlust von mehr als 9 Prozent reichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Computermodelle auch für Devisenmärkte</strong></p>
<p>Daraus zu schließen, dass Computerhandelsmodelle generell ungeeignet für die Devisenmärkte seien, erscheint mir dennoch ein bisschen vorschnell. Denn die Performanceunterschiede können sich schon alleine durch unterschiedliche Handelsansätze – auch wenn diese durchweg trendfolgend sein sollten – ergeben. Etwa im Umgang mit Verlustbegrenzungen, die jedes gute Programm in irgendeiner Weise berücksichtigen muss, genau wie jeder Händler auch, der sich zumindest in der Theorie eine Verlustbegrenzung setzen sollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nicht jeder Stopp-Loss ist sinnvoll</strong></p>
<p>Leider hat die Risikoaversion vieler Akteure dazu geführt, dass man bei systematischen Handelsansätzen vorwiegend mit einem Intraday-Stopp-Loss<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> arbeitet. Ich selbst habe mich von diesen Stopps auf Grund eigener, bitterer Erfahrung (mehr dazu können Sie<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/stopp-loss-aversion-ii/" target="_blank"> hier </a>lesen) bereits vor etlichen Jahren verabschiedet. Stattdessen zog ich es vor, mir einen ganz bestimmten Tageszeitpunkt auszusuchen, an dem ich überprüfte, ob meine Position den von mir gesetzten Stopp-Loss verletzt hat. Und wenn ja, wurde das Engagement aufgelöst. Jene Methode hat immerhin den Vorteil, dass man nicht durch etwaige Marktmanipulation oder eine ungünstige temporäre Zufallsbewegung aus dem Markt geworfen wird.</p>
<p>Aber auch diese Methodik ist nicht ohne Probleme. Selbst wenn man ein Computermodell diese Arbeit verrichten lässt, kann sich durch eine unglückliche Wahl des Handelszeitpunkts zumindest auf 12-Monats-Sicht ein vollkommen unterschiedliches Bild ergeben. So weist etwa ein Handelsmodell, angewandt zu einem Zeitpunkt am frühen Vormittag, eine völlig andere Performance aus, als wenn es zu einer bestimmten Uhrzeit nachmittags angewendet worden wäre. Über lange Zeiträume gleichen sich derartige Unterschiede jedoch meist weitgehend aus.</p>
<p>Gerade in Phasen, in denen sich Computermodelle nicht so gut schlagen, kann man immer wieder beobachten, wie sich Händler schadenfroh auf die Schenkel klopfen und eifrig gute Ratschläge anbieten. Aber dazu lesen Sie mehr am Montag im zweiten Teil des Blogs.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Intraday-Stopp-Loss bedeutet, dass das Engagement mit einer permanenten Verlustbegrenzung geschützt wird.</p>
</div>
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		<title>Was Sie im August möglicherweise verpasst haben&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 06:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Monat August hat sich nicht nur als ein neuer Horrormonat vor allem für die deutschen Aktienmärkte erwiesen. Dabei haben die Anleger jedoch nicht so sehr die Entwicklungen in der Euro-Zone oder die US-Schuldensituation samt eines möglichen neuen quantitativen Lockerungsprogramms QE3  bewegt. Auch waren konjunkturelle Analysen zumindest bei uns weniger als im Vormonat gefragt. Vielmehr [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Monat August hat sich nicht nur als ein neuer Horrormonat vor allem für die deutschen Aktienmärkte erwiesen. Dabei haben die Anleger jedoch nicht so sehr die Entwicklungen in der Euro-Zone oder die US-Schuldensituation samt eines möglichen neuen quantitativen Lockerungsprogramms QE3  bewegt. Auch waren konjunkturelle Analysen <span id="more-2394"></span>zumindest bei uns weniger als im Vormonat gefragt. Vielmehr muss das Thema Verlustbegrenzung bei vielen Akteuren im Vordergrund gestanden haben. Denn die „Hitliste“ unserer schriftlichen Blog-Beiträge wird von „<a href="http://www.blognition.de/markte/ohne-rucksicht-auf-verluste" target="_blank">Ohne Rücksicht auf Verluste</a>“ angeführt, wobei sich ausgerechnet nach Veröffentlichung dieses Artikels am Aktienmarkt wieder einmal zeigte, dass es ohne Stopp-Loss richtig teuer werden kann. Auch das Thema „<a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/panik-mit-ansage" target="_blank">Panik mit Ansage</a>“ hat die Leser kaum weniger bewegt und zeigt, wie wenig fundamentale Faktoren eigentlich den DAX beeinflusst haben. Vielmehr wurden als typische Erklärungsansätze für einen zeitweisen Kontrollverlust in diesen Marktphasen „Wurstfinger“ „Algotrader“ „Systemhandel“ gewählt. Den dritten Platz belegte das Thema Doppelmoral in Gestalt des Titels „<a href="http://www.blognition.de/markte/das-schaf-im-wolfspelz" target="_blank">Das Schaf im Wolfspelz</a>“ der auch ohne weiteres hätte lauten dürfen: „Können Hedgefonds böse sein?“</p>
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		<title>Stop-Loss mit Falltür</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 09:03:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anscheinend lässt das Thema Verlustbegrenzung den Kommentatoren immer noch keine Ruhe. Angesichts des starken Kursverfalls beim DAX während der vergangenen Wochen ist das auch nicht weiter verwunderlich. Und so widmete auch die Frankfurter Sonntagszeitung (FAS) vom 28. August unter der Rubrik „Geld &#38; Mehr“ dem umstrittenen Thema Verlustbegrenzung einen umfangreichen Beitrag. Mich interessierte dabei nicht [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stop-loss-mit-falltur/">Stop-Loss mit Falltür</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anscheinend lässt das Thema Verlustbegrenzung den Kommentatoren immer noch keine Ruhe. Angesichts des starken Kursverfalls beim DAX während der vergangenen Wochen ist das auch nicht weiter verwunderlich. Und so widmete auch die Frankfurter Sonntagszeitung (FAS) vom 28. August unter der Rubrik „Geld &amp; Mehr“ dem umstrittenen Thema <span id="more-2360"></span>Verlustbegrenzung einen umfangreichen Beitrag. Mich interessierte dabei nicht die Frage, ob ein solches Werkzeug funktioniert und was es kosten könnte. Über das Ob und Wenn einer wie auch immer gearteten Verlustbegrenzung diskutiere ich sowieso nicht mehr: Sie ist für mich, um es mit Frau Merkel zu sagen, schlichtweg alternativlos.</p>
<p>Vielmehr wurde mir beim Lesen des Artikels bewusst, wie kostspielig manchmal Stopp-Loss-Orders sein können, wenn etwa über Nacht, zwischen Börsenschluss und Eröffnung am nächsten Tag, eine Aktie fünf Prozent ihres Wertes verlieren sollte und die Order irgendwo innerhalb dieser Spanne platziert wurde. Womit die Order oft erheblich schlechter als ursprünglich geplant ausgeführt werden würde.</p>
<p>Damit derlei Unheil nicht noch einmal passiert, haben die Börsianer eine neue Variante der Stopp-Loss-Order entwickelt, und zwar mit Hilfe eines so genannten Stopp-Limits. Dabei wird eine Aktie zwar verkauft, nachdem ein bestimmter Kurs unterschritten wurde, zum Beispiel mit 34 Euro oder weniger. Gleichzeitig wird aber auch ein Mindestkurs festgelegt, unterhalb dessen die Aktie nicht mehr veräußert werden darf. In unserem Beispiel liegt diese Grenze bei 30 Euro. De facto ist die Stopp-Loss-Order also nur innerhalb eines bestimmten Bandes gültig. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass bei einer Panik das Engagement zu Schleuderkursen aufgelöst werden könnte. Der Nachteil dieser Strategie liegt jedoch auf der Hand. Denn so ein Stopp-Loss mit Limit würde nur Sinn machen, wenn die Kurse nach einer Verkaufswelle, schnell wieder ansteigen sollten.</p>
<p>Allerdings gab es in der Historie der Finanzmärkte genügend andere Fälle, in denen bereits deutlich vom Verlust gezeichnete Aktien noch mehr an Wert verloren und sich erst Jahre später, manchmal aber auch überhaupt nicht wieder erholten. Und das sind doch genau die Fälle, gegen die man sich im Zweifel versichert sehen möchte. Wer also einen Stopp-Loss mit Limit tatsächlich in Betracht zieht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er im ungünstigen Falle keine Versicherung hat, so als ob sich im scheinbar sicheren Betonboden plötzlich eine Falltür öffnete. So gesehen, ist der Preis für das gute Gefühl, womöglich nicht über den Tisch gezogen worden zu sein, zu hoch. Anders ausgedrückt: Es würde wohl wenig Sinn machen, eine Versicherung abzuschließen, die nur für die kleinen Brände aufkäme, während man, um Versicherungskosten zu sparen, etwaige große Feuersbrünste lieber selber löschen möchte, im Selbstvertrauen darauf, selbst inmitten von hochlodernden Flammen die Übersicht behalten zu können<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>.  Außerdem bleibt bei diesem Konstrukt ungeklärt, was der Akteur eigentlich tun soll, nachdem das zweite Limit bei 30 Euro unterschritten wurde.</p>
<p>Wer derartige Absicherungen empfiehlt, unterstellt letztlich, dass der Investor im Zweifel einen Totalverlust seines Engagements verkraften kann. Wozu braucht er dann überhaupt einen Stopp-Loss?</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Eine Alternative habe ich in meinem Blog-Beitrag <a href="http://www.blognition.de/markte/stopp-loss-aversion-ii" target="_blank">Stopp-Loss-Aversion II </a>aufgezeigt </span></span></p>
</div>
</div>
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		<title>Verlustbegrenzung ohne Stopp-Loss</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/verlustbegrenzung-ohne-stopp-loss/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 07:31:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustbegrenzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich meinen letzten Blog über Verlustbegrenzung am Aktienmarkt schrieb, konnte ich nicht ahnen, wie schnell dieses Thema Tagesaktualität gewinnen würde. Denn mittlerweile ist sogar derjenige, der etwa ein DAX-Indexzertifikat sein Eigen nennen durfte, mit einem Stopp-Loss von 10 Prozent – so er denn diszipliniert gehandelt hat – nicht mehr im Markt. Und wenn mancher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/verlustbegrenzung-ohne-stopp-loss/">Verlustbegrenzung ohne Stopp-Loss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich meinen letzten Blog über Verlustbegrenzung am Aktienmarkt schrieb, konnte ich nicht ahnen, wie schnell dieses Thema Tagesaktualität gewinnen würde. Denn mittlerweile ist sogar derjenige, der etwa ein DAX-Indexzertifikat sein Eigen nennen durfte, mit einem Stopp-Loss von 10 Prozent – so er denn diszipliniert gehandelt hat – nicht mehr im Markt.<span id="more-2172"></span> Und wenn mancher Kommentator derzeit von einer Panik der Privatanleger spricht, dann zeigt dies eigentlich nur, wie sich eine Buy-and-Hold-Strategie bei einem Kurssturz des DAX von rund 20 Prozent in der Spitze anfühlen muss. Es ist immer so leicht gesagt, man müsse seine Aktien nur halten, weil sie langfristig nur steigen könnten. Wenn da unsere Psyche nicht wäre.</p>
<p>Über den Sinn von Verlustbegrenzung in Form von Stopp-Loss-Marken wird vermutlich schon so lange gestritten, wie es Finanzmärkte gibt. Nun habe ich immer behauptet, ich ließe in Sachen Stopp-Loss für kurz- und mittelfristige Akteure nicht mit mir reden. Dazu stehe ich auch. Obgleich die jüngste Entwicklung am Aktienmarkt wieder einmal gezeigt hat (auch ich greife mir jetzt einfach einmal ein Beispiel aus der Historie heraus) wie richtig ich mit der Bedeutung von Stopp-Loss-Marken lag, bin ich trotzdem noch einmal in mich gegangen. Denn mich fragte jemand unlängst, ob es denn unbedingt ein kursabhängiges Verlustlimit sein müsste, mit dem man in den Finanzmärkten zu Werke geht. Stopp-Loss sei doch eher etwas für kurzfristig orientierte Trader wandte er ein.</p>
<p>Dabei klebe nicht an irgendwelchen prozentualen Verlustlimits. Aber Anleger sollten gerade dann einen Plan haben, was zu tun ist, wenn sich die Dinge am Aktienmarkt nicht wie vorgestellt entwickeln. Vor allem, wenn sich die Verluste so schnell vollziehen, dass unser Tempo mit dem wir uns an letztere normalerweise an sie gewöhnen könnten, nicht mehr mithalten kann, fangen nämlich viele Anleger zu zweifeln an, ob Durchhalten tatsächlich die richtige Strategie sein kann. Und weil wir unsere Börsen-Umwelt, sobald wir eine Position eingegangen sind, bei Verlusten ohnehin nur noch selektiv wahrnehmen, muss ein solcher Plan vor Umsetzung einer Entscheidung festgelegt werden. Am besten schriftlich, damit man am Abend noch weiß, was man am frühen Morgen noch gedacht und gesagt hat.</p>
<p>Nein, es muss keine preisgebundene Verlustbegrenzung sein. Man könnte ja auch sagen, ich steige aus, wenn bestimmte Voraussetzungen, die man eigentlich für die Grundlage seiner Entscheidung ursprünglich einmal gewählt hat, nicht mehr gegeben sind. Wenn diese Kriterien jedoch nicht aus harten Zahlen, sondern etwa aus weichen Qualitätsmerkmalen einer Aktiengesellschaft bestehen, wird es aufgrund der selektiven Wahrnehmung und der mentalen Bindung an das bestehende Engagement schwierig, einigermaßen objektiv zu bleiben. Marktpreise haben einfach den Vorteil, klar und unmissverständlich zu sein. Zudem sind sie das Resultat von Angebot und Nachfrage.</p>
<p>Wer heute bislang ohne Notfallplan entscheiden muss, ob er angesichts der Verluste der vergangenen Woche die Notbremse ziehen sollte, kann sich als erstes folgende Frage stellen: Wäre man heute – lassen Sie dabei ihr derzeitiges Engagement einmal außer Acht (was wegen des damit verbundenen Commitments per se nicht leicht sein dürfte) – bereit, dieselbe Position mit dem jetzigen Wissen noch einmal einzugehen? Und wenn die  Antwort auf diese Frage ein Nein ist, dann ist dieses Engagement schon umgehend glatt zu stellen. Alles andere wäre inkonsequent.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Was Sie im Mai möglicherweise verpasst haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 09:56:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier sind sie wieder die Top 3 der Wortbeiträge vergangenen Monats! Unsere Leser interessierten sich vor allem, ob die nächste Finanzkrise unmittelbar bevorsteht. Heiß und kontrovers diskutiert war wieder einmal das Stopp-Loss-Thema sowie der erste Regen seit Wochen im Mai: 1) Wie lange dauert es bis zur nächsten Finanzkrise? 2) Stopp-Loss-Aversion II 3) Teurer Regen</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Hier sind sie wieder die Top 3 der Wortbeiträge vergangenen Monats! Unsere Leser interessierten sich vor allem, ob <span id="more-1774"></span>die nächste Finanzkrise unmittelbar bevorsteht. Heiß und kontrovers diskutiert war wieder einmal das Stopp-Loss-Thema sowie der erste Regen seit Wochen im Mai:</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>1) <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/wie-lange-dauert-es-bis-zur-nachsten-finanzkrise" target="_blank">Wie lange dauert es bis zur nächsten Finanzkrise?</a></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>2) <a href="http://www.blognition.de/markte/stopp-loss-aversion-ii" target="_blank">Stopp-Loss-Aversion II</a></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>3) <a href="http://www.blognition.de/behavioral-livin/teurer-regen" target="_blank">Teurer Regen</a></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Stopp-Loss-Aversion II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 08:54:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Flash Crash]]></category>
		<category><![CDATA[Intraday-Stopp]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verluste sind nicht angenehm, vor allem nicht wenn man sich mit ihnen bereits vor einer Entscheidung auseinandersetzen soll. Denn die meisten von uns gehen prinzipiell davon aus, dass ihre Entscheidungen profitabel verlaufen. Und wenn doch Verluste eintreten, gleichen sich diese ohnehin wieder aus, sind viele Anleger überzeugt. Man müsse nur genug Zeit und Geduld mitbringen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion-ii/">Stopp-Loss-Aversion II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>Verluste sind nicht angenehm, vor allem nicht wenn man sich mit ihnen bereits vor einer Entscheidung auseinandersetzen soll. Denn die meisten von uns gehen prinzipiell davon aus,<span id="more-1709"></span> dass ihre Entscheidungen profitabel verlaufen. Und wenn doch Verluste eintreten, gleichen sich diese ohnehin wieder aus, sind viele Anleger überzeugt. Man müsse nur genug Zeit und Geduld mitbringen, um in 80 Prozent der Fälle seinen Einstandspreis wiederzusehen.<br />
Davon gehen selbst die meisten Profis an der Börse aus. Und weil man in 20 Prozent der verbleibenden Fälle – dieser Anteil mag durchaus auch noch niedriger ausfallen – mit einem oft recht hohen Verlust konfrontiert wird, sind für mich Stopp-Loss-Marken unerlässlich. Dies habe ich unlängst in einem <a href="http://www.blognition.de/markte/stopp-loss-aversion">Blog erläutert</a>. Doch ein Leser wies darauf hin, dass man mit einem Stopp-Loss am berüchtigten Tag des „Flash Crash“ an Wall Street, am 6. Mai 2010, alt ausgesehen hätte. Wir erinnern uns: Der US-Aktienmarkt hatte innerhalb einer Nacht nicht nur 10 Prozent seines Wertes verloren, sondern sich anschließend so schnell erholt, dass man, wenn man ohne Stopp-Loss gearbeitet hätte, ein paar Tage später sogar reicher als vor dem besagten Flash Crash gewesen wäre. Soll man also doch keine Verlustbegrenzungen setzen?</p>
<p>Tatsächlich hatte es ein derartiges Ereignis an der Börse zuvor noch nie gegeben. Viel häufiger ist hingegen in der Geschichte der Fall aufgetreten, dass Märkte in einer Abwärtsbewegung selbst nach Auslösen vieler Stopp-Loss-Marken noch tiefer gefallen sind. Man denke nur an die Zeiten der Dotcom-Blase oder an die Telekom-Aktie, wobei sich viele Anleger darüber ärgern dürften, nicht vor Jahren diszipliniert diesen Märkten den Rücken gekehrt zu haben. Weil man sich dachte: Das wird schon werden. Den weiteren Verlauf der Geschichte kennen Sie.</p>
<p>Allerdings habe ich in meiner Zeit als Devisenhändler Situationen erlebt, die durchaus mit oben genanntem „Flash Crash“ vergleichbar waren. So hatte ich etwa eine Dollar-Position übers Wochenende brav mit einem Stopp-Loss versehen. Wurde dann am darauf folgenden Montag im dünnen Markt in Neuseeland ausgestoppt – drei Prozent Verlust waren festgeschrieben. Es dauerte nur Stunden, meist nur bis zur Eröffnung des Handels in Europa, bis der Dollar wieder auf sein altes Kursniveau zurückgefunden hatte. Da saß ich nun, ausgestoppt, und der Dollar lachte mir entgegen, als ob nichts passiert wäre. Und ich musste auch noch weiterhandeln!</p>
<p>Ich habe aus dieser Geschichte eine Konsequenz gezogen und benutze seither keine Intraday-Stopps mehr. Stattdessen suche ich mir einen ganz bestimmten Zeitpunkt des Tages aus, an dem ich jeweils überprüfe, ob meine Position den von mir gesetzten Stopp-Loss verletzt hat. Wenn ja, wird das Engagement aufgelöst. Das gleiche gilt übrigens auch für Gewinnmitnahmen. Diese Methode hat den klaren Vorteil, dass man nicht durch eine Zufallsbewegung oder gar temporäre Manipulationen aus dem Markt geworfen wird. Leider ist damit auch ein Nachteil verbunden: Sie müssen im Ernstfall bis zu 24 Stunden (am Wochenende auch länger), also bis zum theoretischen nächsten Handelszeitpunkt ausharren, wenn die Kurse gegen Sie, aber auch wenn Sie zu ihren Gunsten laufen. Gewinne laufen zu lassen (verbunden mit der Angst, sie wieder hergeben zu müssen) fällt vielen nämlich noch schwerer, als Verluste zu begrenzen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion-ii/">Stopp-Loss-Aversion II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Stopp-Loss-Aversion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2011 09:28:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Regretaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Stopp-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder bin ich erstaunt, wie viele Händler und andere Akteure an den Finanzmärkten nach wie vor nicht mit einer Verlustbegrenzung arbeiten. Sicherlich ist eine solche als Stopp-Loss oder Risikolimit bezeichnete Marke nicht gerade angenehm und erfreulich, weil sie ja gerade dann in Aktion tritt, wenn der zunächst ungünstigste Punkt innerhalb der laufenden Marktentwicklung erreicht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder bin ich erstaunt, wie viele Händler und andere Akteure an den Finanzmärkten nach wie vor nicht mit einer Verlustbegrenzung arbeiten. Sicherlich ist eine solche als Stopp-Loss oder Risikolimit bezeichnete Marke nicht gerade angenehm und erfreulich, weil sie ja gerade dann in Aktion tritt, <span id="more-1475"></span>wenn der zunächst ungünstigste Punkt innerhalb der laufenden Marktentwicklung erreicht ist. Interessanterweise hört man auch immer genau das als Hauptgrund von Marktteilnehmern, die erklären, warum sie sich solcher Verlustbegrenzungen nicht bedienen wollen. Mit dem Unbehagen, einen Verlust realisieren zu müssen (Verlustaversion), würde man ja noch fertig werden, argumentieren sie. Schlimmer aber wiege in diesem Fall die Angst, dass sich die Kurse im Anschluss an eine durch Stopp-Loss exekutierte Position dann doch noch in die ursprünglich erhoffte Richtung bewegen könnten. Anders ausgedrückt: Zur Verlustaversion würde sich, sofern diese Entwicklung tatsächlich einträte, auch noch das Bedauern (<em>regret</em>) über den schlecht gewählten Ausstieg aus dem Engagement hinzugesellen.</p>
<p>Oftmals spielt uns dabei allerdings auch die eigene Wahrnehmung einen Streich, denn nach einem Verlust wenden sich viele Anleger zunächst einmal von ihrem geliebten Markt ab, womit auch dessen weiterer Kursverlauf ausgeblendet wird. Durch dieses Wegschauen entgeht einem mitunter aber auch die Erleichterung darüber, dass der einst unangenehme Stopp-Loss einen vor noch weit höheren Verlusten bewahrt hat. Aber auch für einen Händler, der jeden Tag im gleichen Markt aktiv ist, mag ein so vermiedener größerer Verlust nicht mehr ins Auge springen.</p>
<p>Häufig höre ich aber auch den Einwand, wer von vornherein mit einer Verlustbegrenzung in den Markt einsteige, müsse ja dermaßen risikoscheu sein, dass er sein Geld doch lieber gleich woanders verdienen solle. Überdies hätte doch die Erfahrung gezeigt, wie überflüssig ein Stopp-Loss im Grunde sei. Und wenn die Dinge wirklich schief liefen, könne man ja noch rechtzeitig mit einem mentalen Stopp im Hinterkopf reagieren.</p>
<p>Abgesehen davon, dass mir bislang niemand von diesen Akteuren sagen konnte, was „rechtzeitig“ genau bedeutet, sprechen zwei psychische Einflussfaktoren ganz sicher gegen eine solche Verhaltensweise. Zum einen erhöhen Verluste, aber auch deren Rechtfertigung gegenüber Dritten, die emotionale Bindung (Commitment) an unsere Entscheidungen, was, wenn der Markt dann tatsächlich weiter gegen einen laufen sollte, den Ausstieg deutlich erschwert. Mindestens genauso gravierend ist jedoch die Tatsache, dass wir uns mit der Zeit an Verluste gewöhnen (Adaption), so dass diese in unserer Wahrnehmung immer kleiner werden, während sie in Wahrheit leider gleich hoch bleiben. Und weil beide Einflussfaktoren so stark sind, wird uns – sofern wir an den Finanzmärkten systematisch Geld verdienen statt verlieren wollen – kaum etwas anderes übrig bleiben, als <em>vor</em> dem Einstieg schon für den Exit vorzusorgen. Unter geringem Commitment sind wir noch diszipliniert genug, um bereits einen Punkt festlegen zu können an dem wir wieder aussteigen, sollte die Fahrt rasant in die falsche Richtung gehen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion/">Stopp-Loss-Aversion</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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