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	<title>Status Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Schöne Grüße aus Beverly Hills</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2015 08:47:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich passiert es mir nur im Sportstudio, dass ich „n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht“ als Format meiner Wahl unter den vielen anderen langweiligen TV-Angeboten heraussuche. Nicht dass diese Sendung besonders geistvoll wäre, aber um sich ein wenig vom eintönigen, aber notwendigen Ausdauertraining abzulenken, eignet sich Jennifer Knäbles Einladung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ schon. Und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich passiert es mir nur im Sportstudio, dass ich „n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht“ als Format meiner Wahl unter den vielen anderen langweiligen TV-Angeboten heraussuche. Nicht dass diese Sendung besonders geistvoll wäre, aber um sich ein wenig vom eintönigen, aber notwendigen Ausdauertraining abzulenken, eignet sich Jennifer Knäbles Einladung: „Hallo, liebe Milliardäre!“ schon. Und für gesellschaftliche Studien.</p>
<p>Der erste Beitrag führte uns zum x-ten Mal (n-tv Deluxe scheinen wohl langsam die Milliardäre auszugehen) Richtung Los Angeles zu den Reichen und Superreichen von Beverly Hills. Und weil sich dort mit Grundstücken und Immobilien besonders viel Geld verdienen lässt, wird uns eine Immobilienmaklerin vorgestellt, die sich natürlich nur mit den Allerreichsten befasst. Denn in Beverly, so scheint es, kann man über Nacht zum Millionär werden. Man muss nur das Richtige tun: Sechs Prozent Maklerprovision können einen im Erfolgsfall so richtig reich machen. „Sechs Prozent auf 50 Millionen Dollar“, rechnet uns die Stimme aus dem Off beflissen vor, „macht drei Millionen.“ Leicht zu rechnen, aber dennoch schwer zu bekommen. Hm, so richtig Neidstimmung will bei mir dennoch nicht aufkommen, auch nicht beim 500 Quadratmeter großen Haus aus dem Portfolio für Interessenten. Wahrscheinlich auch bei den meisten anderen Fernsehzuschauern nicht, weil als Grundvoraussetzung für das Entstehen von Neid soziale Vergleichbarkeit mit dem zu Beneidenden gegeben sein muss. Und die Reichen und Schönen von Beverly spielen einfach in einer anderen Liga als unsereins.</p>
<p>Dennoch: Ein Satz aus dem TV-Beitrag will mir nicht aus dem Kopf gehen: „Wer es hier geschafft hat, der zeigt das auch.“ Wo doch, so könnte man meinen, in diesen Vermögensregionen und bei so viel Reichtum der Status keine große Rolle mehr spielen sollte.</p>
<p>Und bei diesem grenzenlosen Wohlstand und ewigem Sonnenschein klang es fast schon ein bisschen scheinheilig, als uns die Stimme aus dem Off auch auf die Armen dieser Welt hinwies und darauf, dass Los Angeles eigentlich eine Stadt der Gegensätze sei. Nur wenige Kilometer von Beverly Hills, quasi um die Ecke, fristen anscheinend Hunderte von Heimatlosen ihr Dasein. Was für ein Gegensatz! Ja, das Thema Ungleichheit ist momentan derart präsent, dass es sich das n-tv Team nicht nehmen ließ, einen Blick auf das Elend in Downtown L. A. zu riskieren. Natürlich wurde nur mit Polizeischutz und aus dem fahrenden Auto heraus gefilmt. Gott sei Dank gebe es nur 42 Heimatlose in Beverly Hills, konnte die Immobilienmaklerin sofort etwaige Kaufinteressenten am Bildschirm beschwichtigen, wo immer sie diese Statistik auch herhaben mag. Alles unter Kontrolle also, oder?</p>
<p>Schnell wechselte ich das Programm, denn ich wollte mir nicht vorstellen, wie eines Tages die Armen von Downtown den Hügel nach Beverly erklimmen.</p>
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		<title>Münzen-Manie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 09:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit wurde [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit<span id="more-6699"></span> wurde die virtuelle Währung bei 220 US-Dollar  gehandelt und jetzt, während ich dies hier schreibe, liegt deren Wert bereits bei knapp 400 Dollar! Nein, ich schwöre, dass ich mich nicht darüber geärgert habe, diese Aufwärtsbewegung verpasst zu haben. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich meinem ersten Kaufdrang nicht nachgegeben, sondern mich stattdessen an meine mir vor vielen Jahren selbst auferlegte Regel gehalten habe, die da lautet: „Schlafe mindestens eine Nacht darüber, bevor Du Dich für ein Investment in einer Anlageklasse, in der Du Dich nicht wirklich auskennst, entscheidest!“</p>
<p>Dann deutete auch mein Freund und Kompagnon Herman an, dass es für einen Einstieg noch längst nicht zu spät sei. Und ein Bekannter, den ich während der Gold-Haussezeiten von 2010 und 2011 ins Herz geschlossen hatte, raunte mir verschwörerisch ins Ohr, dass man bei den Bitcoins einfach dabei sein müsse. Da seien möglicherweise Preise von zwischen fünf und 10.000 Dollar pro „BTC“ drin, meint er, vor allen Dingen wenn die US-Notenbank weiter so viel Geld drucken würde, wie sie dies zurzeit täte. Schon rechnete ich mich reich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bitcoins erreichen „Marktreife“</b></p>
<p>Dann fielen mir aber wieder meine beiden Blogbeiträge vom April (<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">hier</a> und <a href="http://www.blognition.de/blog/marketing/flucht-von-bitcoins-ins-gold/">hier</a>) ein, in denen ich die Kursentwicklung bei den Bitcoins mit der berüchtigten Tulipmania des 17. Jahrhundert verglich. So hatte sich am 4. April dieses Jahres die virtuelle Währung in weniger als zwei Wochen in ihrem Wert  verdoppelt, um dann allerdings innerhalb von sechs Stunden von 266 auf 105 Dollar herunter zu krachen. So schnell waren noch nicht einmal die Tulpenträume von vor über 300 Jahren verwelkt.</p>
<p>Heute, ein gutes halbes Jahr später, erklärte mir ein Experte, der jüngste Kursanstieg sei doch ein klarer Beweis dafür, dass Bitcoins nun endlich Marktreife erreicht hätten. „Aber nun stell dir einmal vor, wenn erst einmal PayPal Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wie ich gerüchteweise gehört habe…“, fuhr der Experte fort, „dann wirst du eine wahre Kursrakete sehen.“ Klarer Fall, wenn die breite Masse Bitcoins akzeptiert. Und PayPal könnte dafür ein Indikator sein. Aber, Vorsicht! Dieses Unternehmen wird sich vermutlich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Sofern angediente Bitcoins nicht zur Begleichung einer Rechnung im Internet akzeptiert werden, könnte PayPal aber bei Bedarf den Part eines Geldwechslers von Euro in BTC und umgekehrt spielen. Natürlich gegen stattliche Provisionen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wieder einmal schneller Reichtum für alle?</b></p>
<p>Daraufhin habe ich mir für meinen Teil im Internet die Charts diverser Spekulationsblasen angeschaut. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir erst am Anfang eines neuen Trends stehen, der gerade größeres Medieninteresse zu wecken scheint. Das sieht nach einem wunderbaren Eldorado für alle aus, könnte man meinen. Ich höre sie schon jetzt in meinem Ohr, all‘ die sagen- und märchenhaften Erzählungen davon, wie viel einige Leute mit Bitcoins verdient haben, obwohl ich die Funktionsweise und den Sinn dieser virtuellen Währung bis heute nicht richtig durchschaue.</p>
<p>Woher rührt die Faszination für dieses unsichtbare Geld, wo doch die meisten Menschen keine abstrakten Dinge mögen? Aber Bitcoin, das klingt nach harter Währung, das hat etwas von „in eine Münze  beißen“ (to bit[e in a ]coin) – hat man früher nicht so auch Goldmünzen geprüft? Da kommt einiges an psychologischen Momenten und Fallen zusammen. Die vermeintlich leichte Vorstellbarkeit einer abstrakten Währung. Oder geht es darum, im Trend zu liegen, weil Bitcoins so zukunftsweisend wirken und womöglich noch zum Statussymbol werden? Auch Neid mag dabei eine Rolle spielen, die Angst, mit dem Nachbarn nicht mithalten zu können, wenn der in großer Runde mit seinen Bitcoin-Gewinnen prahlt. Oder ist es wieder einmal der alte, nie ausgeträumte Traum, innerhalb kürzester Zeit steinreich zu werden? Das alles sind nur allzu menschliche Motive.</p>
<p>Aber erst hinterher werden wir wissen, ob wir tatsächlich reicher geworden sind. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Gerade erfuhr ich, dass eine chinesische Bitcoin-Plattform, die 1.000 Kundenkonten im Gegenwert von 4,1 Millionen US-Dollar unterhielt, sang- und klanglos „offline“ gegangen sein soll.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hochgestapelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Aug 2013 06:25:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Ethische Korrektheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hochstapelei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich neulich das neue Buch der Psychologin und Harvard Professorin Francesca Gino mit dem Titel „Sidetracked“ aufschlug, fühlte ich mich sofort an unseren jüngsten Venedig-Urlaub erinnert. Denn ich glaube, es gibt kaum einen anderen Platz in Europa, an dem den Touristen so viele Kopien edler Handtaschen angeboten werden. Ob Louis Vuitton, Chanel, Prada oder [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich neulich das neue Buch der Psychologin und Harvard Professorin Francesca Gino mit dem Titel „Sidetracked“ aufschlug, fühlte ich mich sofort an unseren jüngsten Venedig-Urlaub erinnert. Denn ich glaube, es gibt kaum einen anderen Platz in Europa, an dem den Touristen so viele Kopien edler Handtaschen angeboten werden. <span id="more-6434"></span>Ob Louis Vuitton, Chanel, Prada oder Gucci: Alles gibt es in mehr oder weniger guter Qualität zu kaufen. Und das zu erheblich günstigeren Preisen als die Originale, die unter den Wohlhabenden dieser Welt als Statussymbole, also als typische Positionsgüter gelten. Kein Wunder, dass diejenigen, die sich derlei Taschen im Original nicht leisten können oder wollen, zumindest dann und wann den Eindruck erwecken möchten, zum Kreis ihrer Besitzer zugerechnet zu werden. Vermutlich setzen sie darauf, dass die meisten Menschen ohnehin nicht in der Lage wären, Original und Fälschung voneinander zu unterscheiden.</p>
<p>Aber zurück nach Venedig. Wie klein doch die Welt ist, dachte ich mir, als ich eines Abends über den Markusplatz schlenderte und plötzlich in der Menschenmenge eine Bekannte aus Frankfurt erblickte. Wir begrüßten uns überschwänglich.  P. wollte allerdings die Lagunenstadt schon am nächsten Tage wieder verlassen und erklärte mir, nachdem wir uns ausgiebig darüber ausgetauscht hatten, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt besichtigt haben müsse, sie habe jetzt noch etwas Dringendes zu erledigen. Denn sie müsse unbedingt eine dieser wunderbaren Handtaschenkopien erwerben. Innerlich schüttelte ich zwar den Kopf, aber dennoch konnte ich es mir nicht verkneifen, meiner Bekannten einen Verhaltenstipp mit auf den Weg zu geben: Nie zu viel Interesse zeigen! „Komm doch am besten mit, dann kann mir nichts passieren“, forderte sie mich schließlich auf. Als wir gerade einmal ein paar Schritte nebeneinander her gelaufen waren, kam uns bereits der erste Straßenhändler entgegen. „Lauf einfach weiter!“ zischte ich P. zu, und prompt verfolgte uns der Verkäufer und rief: „Nice bag, nice bag!“ – „Geh weiter!“ – „Tell me, what’s your price?“ insistierte der Händler. „Das muss der doch besser wissen“, dachte ich, wohlwissend, dass selbst die Mitte zwischen meinem theoretischen Angebot von null Euro und dem angesagten Verkaufspreis des Händlers immer noch viel zu viel Geld für das Plagiat gewesen wäre. Aber es war zu spät. Denn meine Bekannte wollte – in einem fragwürdigen Sinne ethisch korrekt – den armen Straßenhändler, der womöglich auch noch in einem Flüchtlingsboot nach Italien gelangt war, nicht mit einem unverschämten Angebot herunterhandeln. Am Ende hatte P. für eine Fälschung viel zu viel bezahlt. Aber immerhin in dem Bewusstsein, dem armen Mann zu einem guten Deal verholfen zu haben. Wer weiß, was der sonst von seinem Chef zu erwarten gehabt hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fälschung mit Folgen</b></p>
<p>Was hat das nun alles mit dem Buch von Francesca Gino zu tun? Sehr viel! Gleich zu Beginn ihres Buches verweist die Psychologin auf eine ihrer Studien, die sie zusammen mit zwei anderen Wissenschaftlern<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> durchgeführt hat. Ziel dabei war, herauszufinden, ob Menschen, die gefälschte Waren kaufen, sich genauso gut wie diejenigen fühlten, die ein Original erworben hatten. Denn eigentlich muss man doch davon ausgehen, dass jeder mit einem scheinbar  hochwertigen Produkt, mit einer teuren Marke signalisieren möchte, ein bewunderns- und begehrenswerter Mensch zu sein.</p>
<p>Doch die Studie förderte vor allem zu Tage, dass sich Menschen, die sich mit unechten Produkten ausstaffieren, nicht nur weniger authentisch fühlen, sondern auch noch einen starken Hang zur Unehrlichkeit haben. So zeigte sich in einem entsprechenden Versuch: 74 Prozent der Träger gefälschter Edel-Sonnenbrillen tendierten zu einem erhöht unehrlichen Verhalten, während von denjenigen, die eine echte Sonnenbrille trugen – nur 30 Prozent diese Neigung offenbarten.</p>
<p>Erst zögerte ich, aber dann rief ich doch meine Bekannte an, um ihr von der Studie zu erzählen. Nein, sie sei sich – wie übrigens auch ein Teil der Probanden aus dem Versuch – nicht darüber im Klaren, dass sich das von ihr günstig erworbene Handtaschenplagiat langfristig möglicherweise zumindest moralisch als teuer erweisen könnte, erklärte sie. Ihr ginge es ja auch gar nicht um Status und Sozialprestige. Sie habe nur einfach einen Handtaschenfimmel. Außerdem besitze sie in ihrer Sammlung durchaus auch einige wertvolle Originale. Womit sie sich  &#8211; und mich – gleichermaßen beruhigte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Gino, Francesca, Norton, Michael I., Ariely, Dan (2010): <i>The Counterfeit Self: The Decptive Costs of faking It, </i>Psychological Science 21 (5) pp. 712-720</p>
</div>
</div>
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		<title>Das kalte Herz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 07:39:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Homo oeconomicus]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Hauff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Mal wenn ich zu einem Besuch in meiner Vaterstadt Freiburg weile und Abstand zu den Finanzmärkten gewinnen möchte, unternehme ich einen Ausflug in den Schwarzwald. Wenn ich dann so durch den Wald schlendere, kommt mir immer wieder das Märchen von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“ aus meiner Kindheit in den Sinn. Und während ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Mal wenn ich zu einem Besuch in meiner Vaterstadt Freiburg weile und Abstand zu den Finanzmärkten gewinnen möchte, unternehme ich einen Ausflug in den Schwarzwald. Wenn ich dann so durch den Wald schlendere, kommt mir immer wieder das Märchen von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“ aus meiner Kindheit in den Sinn. <span id="more-6022"></span>Und während ich an einem Bach, der in der Frühjahrssonne so vor sich hin plätschert, vorbeiwandere, kehrt mit einem Male die Erinnerung an Peter Munk, den Kohlenbrenner zurück. Weil er als Sonntagskind geboren worden war, hatte er beim „Schatzhauser“, einem wundersamen Glasmännchen, drei Wünsche frei. Wer das Märchen kennt, weiß, welche törichte Wahl Peter traf. Als erstes wünschte er sich, besser tanzen zu können als der Tanzbodenkönig und als zweites, immer genauso viel Geld in der Tasche zu haben wie der reiche Ezechiel. Sowie andere Insignien des Wohlstands, etwa eine Glashütte samt einem Pferdewägelchen.</p>
<p>Tatsächlich gingen Peters Wünsche alle in Erfüllung. Der Kohlenmunk Peter tanzte schneller und sprang höher als der Tanzbodenkönig, so dass bald jedes fesche junge Mädchen ihm zu Füßen lag. Aber die 2000 Gulden Startkapital, die er von seinem Gönner erhielt, waren bald sinnlos zum Fenster herausgeworfen. Denn das Wirtshaus war zu Peters Lieblingsort geworden. Dort verbrachte der reiche Ezechiel fast jeden Abend und wartete stets schon auf den Peter zum Würfelspiel. Vor ihm auf dem Tisch waren sie aufgetürmt, die Taler des Spielmeisters, und zur Sicherheit griff Peter noch einmal tief in seine Tasche: Es klimperte darinnen, wie versprochen. Dann ging es Schlag auf Schlag, immer wilder wurde das Spiel, bis der reiche Ezechiel all sein Geld verloren hatte und den Peter um Kredit bat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Den Reichen an die Wand gespielt</b></p>
<p>Wie großartig muss sich Peter Munk gefühlt haben, hatte er doch den Reichen an die Wand gespielt, dorthin, wo er ihn immer hatte haben wollen. Und mit gönnerhafter Miene, vielleicht mit dem Hintergedanken, dem Ezechiel endlich den Garaus zu machen, griff er in seine Tasche. Nichts. Und mit einem Male dämmerte es ihm: Sein Wunsch, genau so viel Geld wie der reiche Ezechiel in der Tasche zu haben, war in Erfüllung gegangen.</p>
<p>Eigentlich geht das Märchen noch viel weiter. Es handelt von der Wichtigkeit der Vernunft im Leben und einer wenn auch frühromantischen Charakterisierung des kalten Herzens, wie es später auch dem Homo oeconomicus zugeschrieben wurde. Denn der Kohlenmunk Peter lässt sich in seiner Verzweiflung auch noch mit dem bösen Holländer Michel ein, der ihm an die Stelle seines pulsierenden Herzens einen Stein einpflanzt. Natürlich für unendlich viel Geld. Aber Sie ahnen es schon: Geld ist zumindest in diesem Märchen nicht alles und macht schon gar nicht glücklich. Den hartherzigen Peter Munk, dessen neue Brutalität und Härte nicht einmal vor seiner Frau halt macht, will niemand mehr zum Freunde haben.</p>
<p>Aber das Märchen handelt auch vom sozialen Vergleich, denn der reiche Ezechiel mag unser Nachbar, unser Kollege womöglich sogar unser Freund sein, mit dem wir uns so gerne messen. Genauso viele Euro wie der andere zu haben ist ein so drängendes Motiv, dass man schnell übersieht, dass der uns nahestehende Mensch nicht immer nur ein Gewinner sein muss, sondern auch verlieren kann. Die Geschichte vom Kohlenmunk Peter zeigt uns also heute noch, wie wichtig es für viele ist, anderen nachzueifern oder in Hinblick auf Status und Wohlstand mit ihnen gleichzuziehen. Wer sich jedoch besser als der reiche Ezechiel stellen möchte, darf nicht mit ihm spielen und schon gar nicht erst versuchen, ihn zu kopieren.</p>
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		<title>Mitflugzentrale</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/mitflugzentrale/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 08:10:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jet-Sharing]]></category>
		<category><![CDATA[n-tv]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
		<category><![CDATA[Wettrüsten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin oft gefragt worden, ob man materiellen Reichtum – sofern man ihn besitzt – herumzeigen soll oder nicht. Offen gesagt, rate ich eher dazu, die Insignien des Wohlstands, also Statussymbole oder so genannte Positionsgüter, so weit wie möglich zu verbergen. Dabei geht es mir weniger darum, dass Neider einem möglicherweise diese Güter nicht gönnen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mitflugzentrale/">Mitflugzentrale</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin oft gefragt worden, ob man materiellen Reichtum – sofern man ihn besitzt – herumzeigen soll oder nicht. Offen gesagt, rate ich eher dazu, die Insignien des Wohlstands, also Statussymbole oder so genannte Positionsgüter, so weit wie möglich zu verbergen. Dabei geht es mir weniger darum, dass Neider <span id="more-3457"></span>einem möglicherweise diese Güter nicht gönnen könnten. Vielmehr zeigen bestimmte Güter den eigenen sozialen Rang an, das heißt, es geht im Zweifel nicht um einen absoluten, sondern um einen relativen Vorsprung oder auch Nachteil gegenüber anderen. Und da nicht alle das schönste Haus, das schnellste Auto oder die höchste berufliche Position haben können, ist die so genannte Positions-Ökonomie ein Null-Summen-Spiel, bei dem die einen gewinnen und andere zwangsläufig verlieren müssen. Im Extremfall gewinnt sogar nur einer, und alle anderen verlieren. Dabei kommt es fast zwangsläufig zu manchmal sinnlosen Wettbewerben, bei denen die Verfolger versuchen, den Abstand zur Spitzenposition zu verringern oder diese gar zu überholen.</p>
<p>Aber nur sichtbare Positionsgüter heizen den Wettbewerb um Status und Sozialprestige an. Wer hingegen auf das Herumzeigen von Statussymbolen verzichtet, entzieht sich diesem Wettrüsten, weil die anderen dann nicht daran den eigenen Rang ablesen können und also nicht in Versuchung geraten, einen etwaigen Vorsprung aufholen zu wollen.</p>
<p>Trotzdem war ich erstaunt, als ich in der jüngsten Ausgabe von n-tv Deluxe (Sie wissen schon, „Hallo, liebe Milliardäre“, meine „Lieblingssendung“, auch wenn ich nicht zu deren Zielgruppe zähle) erfuhr, dass neuerdings – möglicherweise in Anlehnung an das in Deutschland mittlerweile beliebt gewordene Carsharing oder die studentischen Mitfahrzentralen – reiche Geschäftsleute nicht mehr alleine mit dem Privatjet durch die Weltgeschichte fliegen, sondern sich per Makler immer wieder neue Mitreisende suchen. Dabei lässt sich der Vermittler gleich einmal 30 Prozent Provision für jeden vermieteten Sitzplatz im Lear-Jet bezahlen. Dennoch gilt natürlich auch beim Jet-Sharing: Je mehr mitmachen, desto günstiger wird der Trip für den einzelnen, manchmal kostet der Flug dann nicht viel mehr als ein ordinäres Ticket in der Business Class. Da könnte man fast meinen, die Wohlhabenden dieser Welt müssten neuerdings auf den Euro achten. „Mitnichten&#8220;, werden Kapitalismuskritiker an dieser Stelle sicher einwenden. Denn man braucht nur einmal auf die Einkommensentwicklung in den USA im Jahr 2010 zu blicken, um sofort zu erkennen, dass das oberste Zehntausendstel der amerikanischen Gesellschaft von der konjunkturellen Erholung wieder einmal deutlich stärker profitiert hat als die restlichen 99,99 Prozent<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn1">[1]</a>.</p>
<p>Umso interessanter wäre es, wenn sich dieser neue Trend, auf das Positionsgut „Privatjet“ zu verzichten, durchsetzen würde. Sollten die Superreichen beim Pendeln zwischen den Hot-Spots, In-Locations und Nobelherbergen dieser Welt künftig soziale Fluggemeinschaften bilden, dann würde nicht nur die Umwelt davon profitieren. Vielmehr käme man sich über den Wolken bei einem Glas Champagner wohl auch menschlich etwas näher, was nicht nur neue Freundschaften, sondern auch weitere lukrative Geschäftsverbindungen befördern könnte.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"> Saez, Emmanuel 2012<em>: Striking it Richer: The Evolution of Top Incomes in the United States</em></span></p>
<p><em>(Updated with 2009 and 2010 estimates)</em> <em>http://elsa.berkeley.edu/~saez/saez-UStopincomes-2010.pdf</em></p>
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		<title>Laborversuch mit Lottoglück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 07:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Lotterie]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen las ich in der New York Times eine Geschichte darüber, wie ein ganzes spanisches Dorf namens Sodeto, etwa drei Autostunden nordwestlich von Barcelona gelegen, bei der nationalen Weihnachtslotterie richtig abgeräumt hatte: Der Gewinn von mehr als 100 Millionen Euro verteilte sich auf 250 Einwohner, die meisten von ihnen Bauern oder arbeitslose [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen las ich in der New York Times eine Geschichte darüber, wie ein ganzes spanisches Dorf namens Sodeto, etwa drei Autostunden nordwestlich von Barcelona gelegen, bei der nationalen Weihnachtslotterie richtig abgeräumt hatte: Der Gewinn von mehr als 100 Millionen Euro <span id="more-3211"></span>verteilte sich auf 250 Einwohner, die meisten von ihnen Bauern oder arbeitslose Handwerker – 70 Haushalte, die bis dahin nicht nur unter der schlechten konjunkturellen Situation des Landes, sondern auch noch unter einer extremen Dürre gelitten hatten.</p>
<p>Nun ist es nicht so, dass alle Einwohner von Sodeto gleichviel von den 100 Millionen Euro abbekommen hätten, also 400.000 Euro für jeden von ihnen. Bis auf einen Griechen, den es aus Liebe zu einer Frau in dieses Nest verschlagen hatte und den die Losverkäuferin der Hausfrauenorganisation offenbar übergangen hatte, erhielt allerdings jeder Dorfbewohner mindestens 100.000 Euro, andere jedoch wiederum bekamen ein Vielfaches davon ausgezahlt. Und wenn man den Journalisten Glauben schenken darf, die sich sofort nach Bekanntwerden dieses Geldregens und -segens nach Sodeto begaben, hatte es bis dahin in der Dorfgemeinschaft weder Neid, Missgunst noch sinnlose Prasserei gegeben. Und das, obwohl bereits jede Menge Glücksritter und Autoverkäufer, angezogen vom Geld wie die Motten vom Licht, dieses gottverlassene Dorf aufgesucht hatten, für das sich normalerweise kein Mensch interessiert hätte.</p>
<p>Mag sein, dass es auch an den vielen alten Leuten unter den Dorfbewohnern lag, dass man sich bislang große Anschaffungen oder gar sinnlosen Konsum versagte. Vielleicht machte aber auch die Angst, das viele Geld könne die Menschen und die ganze Dorfgemeinschaft ins Unglück stürzen, die plötzlich zu Reichtum Gelangten vorsichtig und zurückhaltend. Denn bislang saß man im gleichen Boot, hielt zusammen und pflegte eine Fairness, die so weit ging, dass eine Losverkäuferin den Gewinn einer Freundin nicht für sich behielt, obgleich diese bis zur Ziehung des Hauptgewinns ihr Ticket noch nicht einmal bezahlt hatte.</p>
<p>Ich wünsche den Bürgern von Sodeto von Herzen, dass die Stimmung im Dorf so bleiben wird, bin aber trotzdem pessimistisch. Zum einen, weil sich mehrere Arme und Mittellose im Dorf nur ein Viertellos leisten konnten und somit natürlich auch nur einen relativ kleinen Gewinn bekamen. Geld, das nach der Bezahlung aller Kredite und der längst notwendig gewordenen Hausrenovierung schnell aufgebraucht sein könnte. Und wenn dann der Erste der Großgewinner nach Verstreichen einer gewissen Schamfrist doch einen nagelneuen Jaguar, einen Porsche oder Maserati vor seinem Haus parkt,  dürften die anderen Neureichen nicht lange zögern und nachziehen<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>. Anders ausgedrückt: In diesem Augenblick beginnt das Wettrüsten um so genannte Positionsgüter<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn2">[2]</a>. Verbunden mit Neid und Missgunst derer, die nicht mithalten können. Da wird das neue Statussymbol des Nachbarn schnell wie ein eigener Verlust wahrgenommen<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn3">[3]</a>. Am Ende besteht also die große Gefahr, dass sich Zufriedenheit und Harmonie im Dorf, trotz des Geldsegens, über den sich heute noch alle freuen mögen, dramatisch verringern werden.</p>
<p>Die neugierigen Journalisten dürften bis dahin längst schon wieder abgereist sein. Aber es wäre zu wünschen, dass sich vielleicht zumindest Psycholog(inn)en in regelmäßigen Abständen in dieses Dorf aufmachen, um die Bewohner nach ihrem Wohlergehen zu fragen. Die Glücksforschung ist doch momentan groß in Mode. In Sodeto kann man zurzeit fast so etwas wie perfekte Laborbedingungen vorfinden.</p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Um es  mit den Worten John Stuart Mills auszudrücken: “Men do not desire merely to be rich, but to be richer than other men“</span></span></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref2">[2]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Das sind messbare Güter, mithin Statussymbole, die den Zweck haben, gegenüber denjenigen mit denen man sich sozial vergleichen kann, eine bessere „Position“ zu erreichen.</span></span></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref3">[3]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> vgl. auch Luttmer, Erzo F. P. (2005): <em>Neighbors as Negatives: Relative Earnings and Well-Being, </em>The Quarterly Journal of Economics</span></span></p>
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		<title>Von der Euro-Krise zur Währungsreform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 10:15:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Reset]]></category>
		<category><![CDATA[Status]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen bin ich oft gefragt worden, wie denn der so genannte worst case am Ende einer ungelösten europäischen Schuldenkrise aussehen könnte. Zugegebenermaßen ist dies eine Frage, die ich nicht gerne beantworte. Zumal man aufgrund der vielen verschiedenen Faktoren, die eine Rolle spielen könnten, und der tausendfachen, nicht mehr zu überschauenden Lösungsmöglichkeiten aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Wochen bin ich oft gefragt worden, wie denn der so genannte worst case am Ende einer ungelösten europäischen Schuldenkrise aussehen könnte. Zugegebenermaßen ist dies eine Frage, die ich nicht gerne beantworte. <span id="more-2939"></span>Zumal man aufgrund der vielen verschiedenen Faktoren, die eine Rolle spielen könnten, und der tausendfachen, nicht mehr zu überschauenden Lösungsmöglichkeiten aus heutiger Sicht kaum auch nur ein halbwegs seriöses Szenario mit einer halbwegs großen Eintrittswahrscheinlichkeit konstruieren kann. Seit kurzem fällt immer häufiger der Begriff &#8222;Reset&#8220;, was man wohl als Forderung nach einem Währungsschnitt oder einer Währungsreform verstehen kann. Eine Maßnahme, die ich in naher Zukunft für wenig wahrscheinlich, aber dennoch für diskutabel halte. Obgleich ein derartiger Schritt bei vielen Menschen Ängste auslöst, allein schon aufgrund der Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern, die davon häufig wie von einem erlittenen Trauma sprachen, taucht dieser Begriff dennoch plötzlich wieder allerorten und in den unterschiedlichsten Kreisen auf. Das Motiv, warum man sich mit derlei Untergangsszenarien beschäftigen möchte, liegt wohl vor allem in dem Bedürfnis begründet, die derzeitige unüberschaubare Lage in der Eurozone endlich mental unter Kontrolle bekommen zu wollen. Mit anderen Worten: Die Ungewissheit soll ein Ende haben. Außerdem sehen die Menschen nicht nur Negatives in einem Neuanfang. Denn bei meinen Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass viele mit einem Reset die Hoffnung auf mehr Fairness, die Wiederherstellung einer gewissen gesellschaftlichen Gerechtigkeit, verbinden.</p>
<p>Dann aber keimt auch wieder die Angst auf, es könne angesichts einer Währungsreform zu sozialen Unruhen kommen, es könnten Demagogen, wie in der Weimarer Zeit, die Verunsicherung zu ihrem Vorteil ausnutzen. Leo Tolstoi hat einmal gesagt – und diese Einsicht hat mich ermutigt – es gäbe keinerlei Lebensumstände, an die sich der Mensch nicht gewöhnen könnte, besonders wenn er sieht, dass alle in seiner Umgebung genauso leben. Mit anderen Worten: Tolstoi hat bereits im 19. Jahrhundert erkannt, dass Menschen sich mit anderen vergleichen und ihre eigene Situation relativ bewerten – eine Erkenntnis, mit der ein wichtiger Rahmen für eine Reform gesetzt werden könnte. Aber man findet immer noch Anhänger der Standardökonomie, die solches nicht glauben möchten. Stattdessen denken sie weiterhin in absoluten Beträgen, bei deren Bewertung das Vermögen der anderen keine Rolle spielt. Diese Vorgehensweise wird indes ständig durch die Realität widerlegt. Mehr noch: Wer das Phänomen des relativen Bewertens ignoriert, riskiert den sozialen Frieden.</p>
<p>Wenn man sich einmal theoretisch mit einem solchen reformatorischen Schritt auseinandersetzt, sollte man immer vor Augen haben, dass Menschen nichts so sehr fürchten wie eine Notlage, in der sie ihre Position gegenüber ihren sozialen Mitstreitern, also Verwandten, Freunden, Bekannten, Nachbarn etc.,  aufgeben oder nach unten korrigieren müssen. Gerade im Augenblick spielt der soziale Status eine enorme Rolle und viele Menschen scheinen geradezu Wettrennen zu veranstalten, nur um gegenüber denjenigen, mit denen sie sich vergleichen können, eine Verbesserung ihrer Position zu erreichen. Oft sind sie sogar dazu bereit, dafür auf nicht messbare Güter wie Glück, Gesundheit oder seelische Ausgeglichenheit zu verzichten, nur um eventuell im Konzert der Statussymbole – sie werden mithin als Positionsgüter bezeichnet – die erste Geige spielen zu können.</p>
<p>Und so kennen wir relatives Bewerten meist nur in einem Kontext eines Weges nach oben. Wie man auf jenen Umstand jedoch etwa im negativen Zusammenhang einer Währungsreform Rücksicht nehmen muss, erfahren Sie Morgen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform/">Von der Euro-Krise zur Währungsreform</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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