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	<title>self-fulfilling destruction Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 09 Sep 2020 05:44:35 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Euro wird schwach geredet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2020 05:04:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Devisenhändler mussten sich gestern letztlich mit drei Themenblöcken beschäftigen. Der erste betraf die Entwicklung des Euro, bei dem zuletzt eine gewisse Abkühlung des vorherrschenden mittelfristigen Aufwärtstrends, dessen bestes Stück im Mai dieses Jahres begann, zu beobachten war. Einerseits wegen Glattstellung mitunter recht hoher Euro-Long-Positionen. Diese konnten von einem Trend profitieren, der sich zu einem guten Teil auch auf eine immanente Dollarschwäche zurückzuführen lässt. Zum anderen dürften sich vor allen Dingen kurzfristig orientierte Akteure wegen der Morgen anstehenden Sitzung des EZB-Rates nicht großartig festlegen wollen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/euro-wird-schwach-geredet/">Euro wird schwach geredet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1780)</strong>             Devisenhändler mussten sich gestern letztlich mit zwei Themenblöcken beschäftigen. Der erste betraf die Entwicklung des Euro, bei dem zuletzt eine gewisse Abkühlung des vorherrschenden mittelfristigen Aufwärtstrends, dessen bestes Stück im Mai dieses Jahres begann, zu beobachten war. Einerseits wegen Glattstellung mitunter recht hoher Euro-Long-Positionen. Diese konnten von einem Trend profitieren, der sich zu einem guten Teil auch auf eine immanente Dollarschwäche zurückzuführen lässt. Zum anderen dürften sich vor allen Dingen kurzfristig orientierte Akteure wegen der Morgen anstehenden Sitzung des EZB-Rates nicht großartig festlegen wollen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12463" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/09092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/09092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/09092020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB-Sitzung der Worte?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn man vielerorts nicht damit rechnet, dass die EZB neue geldpolitische Maßnahmen verkünden wird, werden die Akteure auf etwaige Statements zur derzeitigen Euro-Stärke warten. Dabei dürfte es bestenfalls bei der Bekundung von Besorgnis bleiben. Zwar mag der während der vergangenen Monate gestiegene Euro inflationsdämpfend wirken und die Position der europäischen Exporteure außerhalb der Eurozone schwächen. Aber für einen geldpolitischen Schritt wegen der Währungssituation scheint es zu früh. Zumal nicht vorstellbar ist, dass die EZB allein aus diesem Grunde reagieren würde. Man kann sich sogar darüber hinaus durchaus vorstellen, dass die USA bzw. die Trump-Administration bei einem derartigen Schritt im derzeitigen Stadium von einer Währungsmanipulation sprechen würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die Angst, etwas zur verpassen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der zweite Themenblock betraf gestern den erneuten Schwächeanfall der Aktienkurse, insbesondere der Tech-Werte an der Wall Street. Denn nach dem US-Feiertag vom Montag rechnete man vielerorts mit einer Erholung der Aktienkurse – ein Trugschluss, wie sich herausstellte. Tatsächlich verloren der Nasdaq Composite gestern 4,7, der breit gestreute S&amp; P 500 Aktienindex immerhin noch 2,7 Prozent an Wert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich kommt diese Reaktion für viele Akteure nicht unerwartet, denn schon lange ist man vielerorts der Ansicht, dass sich die Aktienkurse dramatisch von der Realwirtschaft abgekoppelt hätten – das Adjektiv „absurd“ klingt in diesem Zusammenhang fast schon harmlos. Eine technische Korrektur war überfällig. Allein über deren Ausmaß schien man sich allerdings nicht einig zu sein. Gut möglich, dass einige Börsianer nicht zuletzt, weil derartige Korrekturbewegungen bislang immer recht dürftig ausgefallen waren, bereits frühzeitig als Käufer aktiv geworden sind. Noch ist die Angst, die nächste Aufwärtsbewegung zu verpassen, größer als die Furcht vor Verlusten, die sich durch einen zu frühen Einstieg ergeben könnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Self-fulfilling prophecy</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So war gestern hinsichtlich der Euro-Bewegung hier und da wieder einmal von gestiegener Risikoaversion und damit einhergehender Dollar-Nachfrage die Rede. Tatsächlich geriet der Euro im gleichen Zuge nicht deutlich unter Druck, aber für Charttechniker schrillten die Alarmglocken. Denn die Gemeinschaftswährung war an der Unterseite aus einem im August entstandenen und selten schönen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal herausgefallen. Ein Verkaufssignal also?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die Gefahr eines Fehlsignals ist bei so perfekt geschnittenen Formationen erfahrungsgemäß wesentlich größer, als dass sich solche Chartmuster als profitabel herausstellen. Ganz einfach, weil derart klar geschnittene Trendkanäle selbst für Laien erkennbar sind.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Und die Rolle der langfristig orientierten Marktteilnehmer</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Somit entsteht bei deren Versagen ein Verkaufssignal, verstärkt durch eine sogenannte „self-fulfilling prophecy“, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – ich habe darüber schon häufiger geschrieben –, die aber ganz schnell zu einer „self-fulfilling destruction“ mutieren kann. Nämlich, wenn die erhoffte Kursentwicklung versandet, weil sich große und schwere Marktteilnehmer gerade solche Informationen gerne zu Nutze machen. Diese würden nämlich bevorzugt als Käufer aktiv, wenn das Euro-Angebot durch klare technische oder ökonomische Signale besonders hoch ist. Nach dem Motto: Wenn alle verkaufen, können langfristig orientierte Marktteilnehmer klammheimlich ihre (Euro)-Engagements erhöhen, ohne dass sich das sofort in den Kursen niederschlägt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so spricht vieles dafür, dass sich der Euro im Rahmen kleinerer Korrekturen in Richtung <strong>1,1690</strong> entwickeln kann. Auf der anderen Seite ist die Wiederaufnahme des kurzfristigen Aufwärtstrends und das Ende der Korrekturphase bereits nach Überschreiten von <strong>1,1920</strong> wahrscheinlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ist der Euro viel zu billig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2019 05:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[OECD Kaufkraftmodell]]></category>
		<category><![CDATA[S&P 500]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>US-Präsident Donald Trump deutete gestern in einem seiner Tweets unmissverständlich auf den Schuldigen: Der Euro. Er sei gegenüber dem Dollar unterbewertet und das sei ein großer Nachteil für die USA, wetterte der US-Präsident wieder einmal.<br />
Und wie zum Beweis führten Kommentatoren gestern das unter Ökonomen beliebte Kaufkraftmodell der OECD an, wonach der Euro 22 Prozent unterbewertet ist. Aber...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1330)</strong>             Während es gestern beim Euro-Handel ausgesprochen ruhig blieb, setzten die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks ihre zu Beginn der vergangenen Woche begonnene Rallye zunächst fort. Die (angeblichen) Gründe: Hoffnungsvolle Aussichten auf ein baldiges Ende der Handelskonflikte, Risikofreude und die Erwartung von Zinssenkungen der US-Notenbank. Dabei gibt es für eine bevorstehende Einigung im Handelskonflikt der USA mit China wenig Grund zu Optimismus. Und der von Donald Trump als Erfolg gefeierte Kompromiss im möglicherweise nicht einmal nachhaltig beigelegten Streit mit Mexiko kann bestenfalls nachträglich als Begründung für die seit mehr als einer Woche steigenden Aktienkurse herhalten.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10686" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/12062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch fällt es schwer, an eine Serie von Zinssenkungen zu glauben, wenn sich der breit gestreute S&amp;P 500-Index für US-Aktien demnächst an seinem Allzeithoch befinden sollte, von dem er gestern kurzzeitig nur noch 1,5 Prozent entfernt war. Und das, nachdem man noch zwei Wochen zuvor vielerorts von einem massiven Einbruch der Aktienmärkte weltweit ausgegangen war. Rezessionsängste, ein eskalierender Handelskrieg und massive technische Verkaufssignale sorgten für eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die sich für die Pessimisten später als eine Self-fulfilling destruction (mehr zu diesem Begriff <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2015/09/11/unsterbliche-technische-analyse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></span></strong>) erweisen sollte. Viele Akteure mussten schleunigst umschalten und ihre Short-Engagements teils mit Verlust wieder eindecken. Obwohl sich die ökonomischen Rahmenbedingungen während der ganzen Zeit nicht wesentlich geändert hatten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial black, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vom Handels- zum Währungskrieg?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Sind die Währungshändler damit cooler als ihre Kollegen an den Aktienmärkten geblieben? Tatsächlich hat sich der Dollar gegenüber einem Korb von Währungen, gemessen am Dollar-Index, seit Beginn des Monats gerade einmal um 0,8 Prozent abgeschwächt, während der S&amp;P 500 während der gleichen Zeit in der Spitze – von seinem Tiefpunkt aus gemessen – zeitweise um mehr als 6,5 Prozent zulegen konnte. US-Präsident Donald Trump deutete gestern in einem seiner Tweets unmissverständlich auf den Schuldigen: der Euro. Dieser sei gegenüber dem Dollar unterbewertet und das bringe einen großen Nachteil für die USA, wetterte der US-Präsident wieder einmal.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wie zum Beweis führten Kommentatoren gestern das unter Ökonomen beliebte Kaufkraftmodell der OECD an, wonach der Euro 22 Prozent unterbewertet ist. Und selbst gegenüber dem nicht-veganen Big-Mac-Index ist die Gemeinschaftswährung 15 Prozent zu billig. Nun hat sich der Kurs des Euro (vor dessen Einführung die D-Mark) gegenüber dem Dollar nur selten diesem theoretischen Diktum gebeugt und sich über Jahrzehnte hinweg teils stark über- oder unterbewertet präsentiert. Tatsächlich ist es fast fünf Jahre her, dass der Euro, gemessen am Kaufkraftmodell der OECD, fair bewertet war.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass es Donald Trump mit der Unterbewertung des Euro ausgesprochen ernst ist, zeigt ein Medienbericht vom vergangenen Freitag, wonach das US-Handelsministerium ungenannten Quellen zufolge zurzeit einen (allerdings noch unausgegorenen) Vorschlag ausarbeitet, der den bestehenden Handelskrieg noch einmal verschärfen würde. Danach hätten Staaten, die nach Ansicht der USA ihre Währungen zu stark abgewertet hätten, mit Strafzöllen zu rechnen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn wir uns bei unseren Analysen nicht auf Kaufkraftmodelle stützen, spricht derzeit kurzfristig einiges für eine weitere Befestigung des Euro. Dieser bleibt jedenfalls stabil, solange an der Unterseite <strong>1,1210/15</strong> nicht unterlaufen wird, und hat überdies die Chance, <strong>1,1450/55</strong> zu testen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Sentiment vom 29. Mai &#8211; DAX: eine Self-fulfilling-prophecy?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/sentiment-vom-29-mai-dax-eine-self-fulfilling-prophecy/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2019 14:08:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurtb Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
		<category><![CDATA[Technische Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man braucht nur auf die Kursentwicklung von DAX, EURO STOXX 50 und S&#38;P 500 zu blicken und wird das erkennen, wovon Charttechniker schon seit einiger Zeit sprechen. Die Rede ist von mehr oder weniger schön geschnittenen Head &#38; Shoulders Formationen, die das Ende des mittelfristigen Aufwärtstrends ankündigen sollen. Seit gestern sind diese Formationen zum Teil [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/sentiment-vom-29-mai-dax-eine-self-fulfilling-prophecy/">Sentiment vom 29. Mai &#8211; DAX: eine Self-fulfilling-prophecy?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man braucht nur auf die Kursentwicklung von DAX, EURO STOXX 50 und S&amp;P 500 zu blicken und wird das erkennen, wovon Charttechniker schon seit einiger Zeit sprechen. Die Rede ist von mehr oder weniger schön geschnittenen Head &amp; Shoulders Formationen, die das Ende des mittelfristigen Aufwärtstrends ankündigen sollen. Seit gestern sind diese Formationen zum Teil bereits vollendet und auch beim DAX scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Aber werden diese Formationen funktionieren? Ein Caveat ist angebracht:</p>
<p>Denn ein Irrglaube hält sich immer noch hartnäckig:* Die Idee, dass Charts vor allen Dingen deswegen gut funktionierten, weil so viele Akteure ihnen folgen. Genau diese sich selbst erfüllende Prophezeiung wurde mir schon vor Jahrzehnten von Kritikern immer wieder entgegengehalten.</p>
<p>Leider habe ich immer wieder das Gegenteil erfahren. Denn je mehr Chartjünger an einem bestimmten weithin kommunizierten Preisniveau als Folge bestimmter Kauf-oder Verkaufssignalen handeln, desto schneller und kräftiger reagieren die Kurse an dieser Stelle, so dass der kleine vermeintliche Vorteil gegenüber der Masse der Marktteilnehmer schnell dahinschmilzt. Man könnte auch sagen, aus der self-fulfilling prohecy wird mit zu starkem Gebrauch eines Handelsansatzes jedweder Art eine self-fulfilling destruction, eine sich selbst erfüllende Zerstörung. Weil sich große, schwere Marktteilnehmer freuen, wenn eine Analysemethode – dazu gehören auch fundamentale und ökonomische Analysen – en vogue ist. Nicht weil sie ihren Signalen folgen möchten. Im Gegenteil. Solche Marktteilnehmer können nur dann weitestgehend unbemerkt etwa als Käufer agieren, wenn möglichst viele der anderen Akteure an den „Untergang“ glauben. Oder verkaufen, wenn der Rest der Welt euphorisch ist.</p>
<p>Nun haben wir es mit einer Head &amp; Shoulders Umkehrformation beim DAX zu tun, bei der viele Akteure offenbar bereits im Vorfeld gehandelt und als Bären aktiv waren. Lesen Sie <span style="color: #ff0000;"><strong><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Dunkle-Wolken-und-viele-Schwarzseher-2452871" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> meinen Kommentar, den ich wie immer für die Börse Frankfurt geschrieben habe. Oder verfolgen Sie <strong><span style="color: #00ff00;"><a style="color: #00ff00;" href="https://www.youtube.com/watch?time_continue=29&amp;v=jExCiImNrPs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></span></strong> das Skype Interview, das Edda Vogt (Börse Frankfurt) mit mir geführt hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Auszug aus meinen <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2015/09/11/unsterbliche-technische-analyse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag</a></span></strong> vom September 2015</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/sentiment-vom-29-mai-dax-eine-self-fulfilling-prophecy/">Sentiment vom 29. Mai &#8211; DAX: eine Self-fulfilling-prophecy?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Böses Wachstum</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/boeses-wachstum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2017 14:52:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Chartmuster]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/boeses-wachstum/">Böses Wachstum</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen Sprung der Gemeinschaftswährung ein besser als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum in Deutschland verantwortlich, da dieses ja letztlich auch der Eurozone zugutekäme. Eine Begründung, die auf den ersten Blick durchaus plausibel erscheint, aber angesichts der ohnehin ausgesprochen positiven Erwartungshaltung hinsichtlich des hiesigen Wirtschaftswachstums eigentlich niemanden mehr derart überrascht haben sollte, dass er sich eiligst mit Euro eingedeckt hat. Zumal die Börsianer sich der positiven Bewertung der deutschen Wachstumszahlen offensichtlich nicht anschließen wollten. Den während der Euro nach oben kletterte, sackte gleichzeitig der DAX nach unten ab: Was anfangs nur wie eine harmlose Korrektur aussah, hat sich nun doch zu einer etwas kräftigeren Reaktion als vielerorts erwartet ausgewachsen.</p>
<p>Diese recht kräftige DAX-Korrektur, die seit dem Allzeithoch vom 7. November per Schlusskurs gestern eine Größenordnung von 3,6 Prozent erreichte, während der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 während des gleichen Zeitraums nicht einmal ein Prozent an Wert verlor, ist angesichts der jüngsten ökonomischen Entwicklung hierzulande sogar noch weniger zu begreifen. Ein Blick auf die gestern veröffentlichte BofA Merrill Lynch Fondsmanager-Umfrage, die vom 3. bis 9. November erhoben wurde, bringt jedoch etwas Licht ins Dunkel. Denn nachdem im Oktober noch netto 58 Prozent der Befragten angaben, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein, hat sich dieser Saldo nunmehr auf 47 Prozent verringert. Diese Kapitalabflüsse könnten dafür gesorgt haben, dass der Euro während der vergangenen Wochen eine für Chartgläubige wunderschön geschnittene Head &amp; Shoulders Umkehrformation vollendet hatte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction statt self-fulfilling prophecy</strong></p>
<p>Aber, wie schon häufiger in der Vergangenheit zu beobachten, sind es gerade diese sauber geschnittenen Muster, die nicht nur von Profis sofort erkannt und mit entsprechenden Engagements belegt werden, die dann aber nicht das halten, was sie eigentlich versprechen: Im Falle des Euro handelte es sich um deutlich fallende Kurse, die dieser Theorie zufolge durchaus das Niveau von 1,13 USD hätten erreichen sollen. Gestern ist nun auch aufgrund von kräftigen Stopp-Loss-Käufen (auch enttäuschter Chart-Follower) diese Baisse-Formation des Euro eindrucksvoll zerstört worden (vgl. etwa <a href="https://www.godmode-trader.de/analyse/eurusd-starke-intraday-kaeufe-sks-topformation-erstmal-geschichte,5610320" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a>).</p>
<p>Was übrigens mit den verkauften Aktien der ausländischen Kapitalanleger geschehen ist, können Sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Jahresschlussrallye-nur-ein-Wintermaerchen-2319151" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">HIER</span></strong></a> in schriftlicher Form oder via Skype-Interview<span style="color: #ff0000;"> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=n7GUMT1uUi0" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a></span> von mir erfahren. Beide Kommentare habe ich wie immer für die Börse Frankfurt erstellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/boeses-wachstum/">Böses Wachstum</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Unsterbliche Technische Analyse</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/unsterbliche-technische-analyse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2015 08:14:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Teschnische Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich vorgestern im Finanzteil der online-Ausgabe der FAZ las, dass fundamentale Aktienanalysen praktisch wertlos seien[1], dachte ich mir, diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu. Aber der Beitrag geht noch weiter, da er sich auf eine Studie stützt[2], die die Prognosen der Fundamentalanalysten mit denen von technisch orientierten Prognostikern vergleicht. Natürlich haben die Techniker besser [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/unsterbliche-technische-analyse/">Unsterbliche Technische Analyse</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich vorgestern im Finanzteil der online-Ausgabe der FAZ las, dass fundamentale Aktienanalysen praktisch wertlos seien<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, dachte ich mir, diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu. Aber der Beitrag geht noch weiter, da er sich auf eine Studie stützt<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>, die die Prognosen der Fundamentalanalysten mit denen von technisch orientierten Prognostikern vergleicht. Natürlich haben die Techniker besser abgeschnitten, werden jetzt einige meiner Leser sagen. Das sei doch auch nicht überraschend. Auch ich kam ins Grübeln, zumal ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Technische Analyse seit einiger Zeit hierzulande eine regelrechte Renaissance erfährt. So viel wie jetzt anlässlich der jüngsten Korrektur in den globalen Aktienmärkten wurde selten über die 200-Tage-Linie diskutiert. Bekanntermaßen habe ich Vorbehalte gegen diese Betrachtungsweise, die ich <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ungebrochener-mythos/"><strong>HIER</strong></a> schon einmal geäußert habe.</p>
<p>Das Interessante an dieser Studie ist indes die Erkenntnis, dass die Prognosen der Charttechniker nur bei Einzelaktien treffsicherer sind als die der „Fundis“. Geht es um Aktienindices oder andere Anlageklassen wie Staatsanleihen oder Rohstoffe, treffen die Vorhersagen der Techniker anscheinend genauso wenig ein wie die der Fundamental-Analysten. Verwenden die technischen Analysten bei der Analyse von Aktien womöglich weniger bekannte Indikatoren, um aus den Chartbildern verborgene Informationen –</p>
<p>möglicherweise sogar Insider-Trading-Muster – zu extrahieren, die sich nur auf die einzelnen Unternehmen beziehen? Das wären Informationen, die sich naturgemäß in den breiteren Indices verflüchtigen müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction</strong></p>
<p>Auch ich habe mich vor langer Zeit (und das mit Herzblut) mit der so genannten technischen Analyse beschäftigt und habe Formationen und Kursverläufe der Vergangenheit studiert, um aus früheren Marktpositionierungen der Akteure Rückschlusse zu ziehen, zu welchen Preisen sich in der Zukunft Angebot und Nachfrage  ergeben könnten. Ich habe aber die Chartanalyse vor langer Zeit nicht auf den Müllhaufen geworfen, weil diese Methode immer gerne mit Verschwörungstheoretikern und Kaffeesatzlesern in Verbindung gebracht wurde. Sondern, weil ich durch das Studium der Behavioral Finance zu der Erkenntnis gelangt war, eine tickende Zeitbombe in der Hand zu haben. Allein schon deswegen, weil auch Chartisten vor der selektiven Wahrnehmung von grafischen Bildern genauso wenig gefeit sind, wie Ökonomen und Händler vor der selektiven Auswahl Ihrer Informationen.</p>
<p>Jeder soll mit seiner Lieblingsanalysemethode glücklich werden. Und ich will auch gar nicht den Stab über technische Analysten brechen. Ein Irrglaube hält sich jedoch, immer noch hartnäckig: Die Idee, dass Charts vor allen Dingen deswegen gut funktionierten, weil so viele Akteure ihnen folgen. Genau diese sich selbst erfüllende Prophezeiung wurde mir schon vor Jahrzehnten von Kritikern immer wieder entgegengehalten.</p>
<p>Wenn das doch nur gestimmt hätte!</p>
<p>Leider habe ich immer wieder das Gegenteil erfahren. Denn je mehr Chartjünger an einem bestimmten weithin kommunizierten Preisniveau als Folge bestimmter Kauf-oder Verkaufssignalen handeln, desto schneller und kräftiger reagieren die Kurse an dieser Stelle, so dass der kleine vermeintliche Vorteil gegenüber der Masse der Marktteilnehmer schnell dahinschmilzt. Man könnte auch sagen, aus der self-fulfilling prohecy wird mit zu starkem Gebrauch eines Handelsansatzes jedweder Art eine self-fulfilling destruction, eine sich selbst erfüllende Zerstörung. Weil sich große, schwere Marktteilnehmer freuen, wenn eine Analysemethode – dazu gehören auch fundamentale und ökonomische Analysen – en vogue ist. Nicht weil sie ihren Signalen folgen möchten. Im Gegenteil. Solche Marktteilnehmer können nur dann weitestgehend unbemerkt etwa als Käufer agieren, wenn möglichst viele der anderen Akteure an den „Untergang“ glauben. Oder verkaufen, wenn der Rest der Welt euphorisch ist.</p>
<p>Am Ende ist die Aufzeichnung vergangener Kurse dennoch sinnvoll – sofern sie man unvoreingenommen wahrnimmt und die richtigen Schlüsse aus Ihnen zieht. Chartmuster, Wolkenbilder und die Prognosen aus 200-Tage-Linien gehören für mich jedenfalls nicht dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Vgl. Kuls, Norbert in FAZ.net, gelesen am 9. September 2015: <em>„Fundamentale Aktienanalyse ist praktisch wertlos“</em></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Avramov D., Kaplanski G., Levy H.: <em>Talking Numbers: Technical versus Fundamental Recommendations, </em>Version vom 20. August 2015<em>, </em>Hebrew University of Jerusalem und Bar-Ilan University, Israel</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wettlauf gegen den Kalender</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2015 15:28:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
		<category><![CDATA[Sell-in-May-Regel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie auch während der vergangenen Jahre ist jetzt, am Ende des Monats April, wieder die beliebte Börsenregel „Sell in May and go away“ erneut in aller Munde. Immerhin hat eine Studie der TU Darmstadt, die heute im Handelsblatt vorgestellt wurde, gezeigt, dass sich diese Regel während der vergangenen 25 Jahre in 70 Prozent der untersuchten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie auch während der vergangenen Jahre ist jetzt, am Ende des Monats April, wieder die beliebte Börsenregel „Sell in May and go away“ erneut in aller Munde. Immerhin hat eine Studie der TU Darmstadt, die heute im Handelsblatt vorgestellt wurde, gezeigt, dass sich diese Regel während der vergangenen 25 Jahre in 70 Prozent der untersuchten Zeiträume bewahrheitet hat – natürlich unter der Prämisse, dass man die im Mai verkauften Aktien im September wieder zurückgekauft hat, wie es diese Börsenweisheit verlangt. Schade eigentlich, dass die Regel ausgerechnet seit dem Jahr 2000 nur noch in sechs der 15 Börsenjahre funktioniert hat. Ist hier im Laufe der Zeit aus einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung eine sich selbst erfüllende Zerstörung („self fulfilling destruction“) geworden, weil sich zu viele Akteure auf deren Profitabilität verlassen hatten?</p>
<p>Abgesehen davon, dass die Mai-Regel schon wesentlich länger als die vergangenen 25 Jahre aufgesagt wird, hat mir bis heute niemand mitgeteilt, ob man am besten am 2. (geht dieses Jahr nicht), am 3. (geht dieses Jahr auch nicht) am 4. oder am besten erst Mitte Mai verkauft. Falls Sie, liebe(r) Leser(in), das herausgefunden haben, dann geben Sie mir bitte zuerst (anderen Aktienliebhabern bitte erst hinterher) und diskret Bescheid, damit ich vor der Masse aktiv werden kann. Die heutige Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+sell+in+may+no+way+82672" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a> kommentiert habe, legt jedenfalls den Verdacht nahe, dass mancher Investor mir zuvorgekommen ist und das „Sell in May“ bereits auf den April vorverlegt hat. Im kommenden Jahr verkaufe ich im März.</p>
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		<title>Ungebrochener Mythos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 17:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[200-Tage Linie]]></category>
		<category><![CDATA[Charts]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleitende Durchschnitte]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obgleich ich über dieses Thema schon einmal geschrieben habe, muss ich jetzt noch einmal darauf zurückkommen. Es geht um den Mythos 200-Tage-Linie, der sich nicht nur wegen der Erwähnung in den Finanzmedien immer noch hartnäckig am Leben hält und sich sogar großer Beliebtheit erfreut. Erschreckenderweise auch unter Anlageprofis und Finanzberatern. Ich selbst habe mich vor [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Obgleich ich über dieses Thema schon einmal geschrieben habe, muss ich jetzt noch einmal darauf zurückkommen. Es geht um den Mythos 200-Tage-Linie, der sich nicht nur wegen der Erwähnung in den Finanzmedien immer noch hartnäckig am Leben hält und sich sogar großer Beliebtheit erfreut. Erschreckenderweise auch unter Anlageprofis und Finanzberatern.</p>
<p>Ich selbst habe mich vor sehr langer Zeit intensiv mit der technischen Analyse beschäftigt. Dabei verfolgte ich das Ziel, aus Formationen und Kursverläufen der Vergangenheit Rückschlüsse auf die Positionierungen der Marktteilnehmer und deren Einstandspreise ziehen zu können. Einstandspreise, die nichts anderes als Referenzpunkte aus der Behavioral Finance darstellen und deren Wahrnehmung darüber entscheidet, ob man ein Engagement als Gewinn oder Verlust wahrnimmt. Mit den entsprechenden Folgen. Dabei interessieren naturgemäß die Engagements der Gewinner weniger als die der Verlierer. Denn diese sind es, die oftmals über lange Zeit in den Finanzmärkten wie gefesselt verharren und erst dann im Stande sind, ihr Engagement klarzustellen, wenn sie entweder kapitulieren oder ihren wahrgenommenen Einstandspreis wieder erreichen. Die Betonung liegt auf wahrgenommen. Denn es handelt sich bei diesen Referenzpunkten oft nicht um die ursprünglichen Einstandspreise, die auf einer Chart als Umsatz in der Vergangenheit erkennbar wären. Vielmehr verändern sich diese Referenzpunkte durch Gewöhnungseffekte oft innerhalb kurzer Zeit und werden daher auf einer Chart gar nicht abgebildet.</p>
<p>Es sind aber gerade die Bilder der Chartanalyse, die der selektiven Wahrnehmung besonderen Vorschub leisten. Nicht umsonst behaupten viele Charttechniker, ihre Methode sei mehr Kunst denn Wissenschaft.</p>
<p>Zu einer „guten“ Chartanalyse gehört seit jeher auch die Anwendung von technischen Indikatoren, zu denen auch die so genannten gleitenden Durchschnitte zählen, so etwas wie eben die stark beachtete 200-Tage-Linie. Es handelt sich dabei um die Aneinanderreihung täglich ermittelter Durchschnittskurse, beispielsweise des DAX‘ (Schlusskurse) über die vergangenen 200 Tage. Bereits vor vielen Dekaden hat sich dabei folgende Börsenregel herausgebildet. In ihrer einfachsten Form besagt sie, dass ein Überschreiten dieser Linie durch den Aktienindex (das gilt auch für andere Märkte) von unten nach oben einen Kauf signalisiert, während ein Überqueren von oben nach unten ein Verkaufssignal bedeutet.</p>
<p>Auf einer Chart mag diese Regel gerade nach längeren Trends im Nachhinein profitabel aussehen. Vor allem wenn man für deren Betrachtung nur den Zeitraum von ein oder zwei Jahren wählt. Abgesehen davon, dass sich bei genauerem Nachrechnen oftmals herausstellt, dass diese Regel doch nicht so toll ist, wie sie auf einer Grafik aussehen mag, ist sie bei der Anwendung auf lange Zeitabschnitte, etwa mehrere Jahrzehnte, in den meisten Fällen nichts wert, weil sie einerseits zu träge ist und in ausgeprägten Seitwärtsphasen häufig kostspielige Fehlsignale auslöst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Seltsame Kräfte wirken an der 200-Tage-Linie</strong></p>
<p>Es gibt aber auch Analysten und Kommentatoren, die der 200-Tage-Linie seltsame Kraft bescheinigen. Danach sollen die Kurse häufig an diesem Durchschnitt der vergangenen 200 Tage abprallen und nicht selten das Ende wichtiger Korrekturbewegungen markieren. Abprallen können die Kurse allerdings nur, wenn an dieser Linie tatsächlich Angebot oder Nachfrage besteht. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass sich ausgerechnet an diesem Durchschnittswert der vergangenen 200 Tage alte Positionen schiefliegender Akteure befinden.</p>
<p>So bleibt nur die Annahme, dass Angebot oder Nachfrage kurz vor dieser Linie entstehen, weil so viele Akteure in diesem Bereich aktiv sind, der Boden also vorhanden ist für eine self-fulfilfing prophecy, eine Prophezeiung die sich erfüllt, weil viele danach handeln. Das mag eine gewisse Zeit lang tatsächlich auch gut gehen. Aber je mehr Chartjünger an einem bestimmten, weithin bekannten Preisniveau als Folge bestimmter Kauf- oder Verkaufssignale handeln, desto schneller und kräftiger reagieren die Kurse an dieser Stelle, so dass der kleine vermeintliche Vorteil gegenüber der Masse der Marktteilnehmer schnell dahinschmilzt. Außerdem freuen sich große und schwere Marktteilnehmer, wenn möglichst viele Marktteilnehmer einer Meinung sind. Gerade wenn viele glauben, man müsse zu einem bestimmten Punkt kaufen bzw. verkaufen, können die Schwergewichte in den Finanzmärkten ihre Position oft unbemerkt abstoßen oder umgekehrt diese aufbauen, indem sie <em>gegen</em> die vermeintlich klaren Kauf- oder Verkaufssignale handeln. Und so wird aus einer self-fulfilling prophecy allzu oft eine sich selbst erfüllende Zerstörung, eine self-fulfilling destruction.</p>
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		<title>Nichts als die reine Strategie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2014 15:01:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gute Freunde von mir wissen, dass ich mich gelegentlich in einem bekannten Frankfurter Fitnessstudio mit angeschlossenem Schwimmbad zwecks Konditionstrainings aufhalte. Und weil es sich um ein Studio handelt, das etwas auf sich hält, wundert es nicht, wenn dieser Tempel eine gewisse Anziehungskraft auf trendorientierte Menschen ausübt. Wie in anderen Fitnessstudios gibt es auch in meinem einen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nichts-als-die-reine-strategie/">Nichts als die reine Strategie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gute Freunde von mir wissen, dass ich mich gelegentlich in einem bekannten Frankfurter Fitnessstudio mit angeschlossenem Schwimmbad zwecks Konditionstrainings aufhalte. Und weil es sich um ein Studio handelt, das etwas auf sich hält, wundert es nicht, wenn dieser Tempel eine gewisse Anziehungskraft auf trendorientierte Menschen ausübt. Wie in anderen Fitnessstudios gibt es auch in meinem einen hohen Prozentsatz an Karteileichen. Zumal ja bekannt ist, dass die meisten Sportwilligen ohnehin nicht nachhaltig trainieren. So bleibt es schon nach mehreren Trainingseinheiten beim guten Willen, der sich vor allem darin ausdrückt, dass man die guten Vorsätze nicht gleich wieder durch eine Kündigung torpediert.</p>
<p>Wenn allerdings die Verkäufer dieser Verträge so richtig gut sind und tagtäglich ihre volle Sales-Power zur Geltung bringen, treibt dies trotz allem die Zahl  der „Willigen“ mit der Zeit nach oben. Was leider mit teils längerer Wartezeit an den Geräten verbunden ist, wenn man zur falschen Zeit am richtigen Ort erscheint. Noch enger wird’s dann im Schwimmbad, wo die paar Bahnen oft bis an die Kapazitätsgrenze belegt sind.</p>
<p>Aber ich hatte vor einiger Zeit Glück. Denn ein Mitschwimmer gab mir den heißen Tipp: „Komm am besten um 17.30 Uhr und du hast freie Bahn“. Eine Empfehlung, die wirklich gut war. Zumindest eine Zeit lang, bis sich der Geheimtipp (weil jeder einen besten Freund hat) herumgesprochen hatte. Ich aber, nicht faul, reagierte prompt und kam einfach eine Viertelstunde früher ins Bad und hatte wieder meine Bahn für mich. Eine Idee, auf die andere Sportsfreunde natürlich mit der Zeit auch kamen. Mittlerweile ist die beste Zeit, im Hallenbad zu schwimmen, auf 15.30 Uhr vorgerückt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Natürlich ist alles eingepreist</strong></p>
<p>Ähnliches scheint derzeit auch beim DAX stattzufinden, wo die Börsianer seit Tagen so mit Spannung auf die morgige Sitzung der europäischen Zentralbank warten, dass man es nicht mehr hören kann. Da soll ja nach vorherrschender Meinung der Ökonomen eine geldpolitische Entscheidung bevorstehen, die theoretisch auch dem Aktienmarkt zugute kommen müsste. Wie ich aber immer wieder lese, ist diese Meinung schon längst in den Kursen eingepreist, weswegen man, so schließe ich aus den Kommentaren, derzeit besser nicht auf steigende Aktien setzen sollte. Und wenn ich die heutige Stimmungserhebung der Börse Frankfurt betrachte, habe ich den Eindruck, dass ich nicht der einzige bin, der über diese Information verfügt.</p>
<p>Nicht nur deswegen habe ich (<span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+alles+positive+ist+eingepreist+negatives+auch+68784">hier</a></strong></span>) meinen Kommentar dazu hinterlassen. Unterdessen glaube ich jedoch, dass mittlerweile auch eine vielfach erwartete EZB-Enttäuschung in geldpolitischer Hinsicht nunmehr in den Kursen eingepreist sein dürfte, wobei ich es schon erstaunlich finde, dass der DAX trotz einer erheblichen Stimmungsverschlechterung und geringem Interesses nicht deutlicher an Boden verloren hat.</p>
<p>Aus meiner Schwimmbaderfahrung weiß ich, dass es Zeit ist, in einer derartigen Situation umzudenken. Wenn also das Gros der Akteure jetzt auf fallende Kurse setzt, sollte man also „rein strategisch“ das Gegenteil tun. Ich hoffe nur, dass nicht allzu viele die gleiche Idee wie ich haben.</p>
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		<title>Computerhandel III: Zyklische Erfolge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2012 06:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Computerhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Dispositionseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[slippage]]></category>
		<category><![CDATA[Track Record]]></category>
		<category><![CDATA[Trendfolger]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlbefinden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte. Schon [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-iii-zyklische-erfolge/">Computerhandel III: Zyklische Erfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne <span id="more-4881"></span>mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte.</p>
<p>Schon bald gab es daher etliche Nachahmer, Trendfolger, die allesamt nach einem ähnlichen Ansatz handelten, deren Positionen aber insgesamt so groß wurden, dass sie den Markt beeinflussten. Aus Trendfolgern wurden Trenderzeuger. Mit der Folge, dass Trends nicht durch Fehlentscheidungen und Verlustpositionen von Menschen, sondern durch die Handelsmodelle selbst kreiert wurden, weswegen sie auch nicht von allzu langer Dauer sein konnten. Anders ausgedrückt: Systematische Ansätze gingen an ihrer eigenen Größe zugrunde. Die Gewinner dabei waren übrigens jene, die die großen Orders ausführten und aufgrund von deren hohen Volumina eine  entsprechend hohe Sicherheitsmarge verlangten, die natürlich (als Slippage) zu Lasten der Performance der Computertrader ging. Übrig blieben also, trotz aller Disziplin beim Handeln, Verluste, durch die die meisten computerisierten Trendjünger entmutigt und aus dem Markt geworfen wurden. Also waren es wieder Menschen, die in der Mehrheit dort die Entscheidungen trafen, und dank ihrer Schieflagen und Verluste bildeten sich auch wieder ausgedehnte Trends heraus. Und mit den Trends kamen die Gewinne zurück, auch für die wenigen hartgesottenen Computertrader, die bis dahin immer noch nicht aufgegeben hatten. Ihr Erfolg sprach sich schnell herum, auch andere Händler probierten computergestützte Modelle aus, so dass das ganze Spiel wieder von vorne begann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction</strong></p>
<p>Die größte Gefahr für den trendfolgenden Computerhandel besteht jedoch nicht nur im oben beschriebenen „Dinosaurier“-Effekt, wenn zu hohe Volumina letztlich zu einer so genannten s<em>elf-fulfilling destruction</em> führen können. Vielmehr ist es der Mensch selbst, der seinen ursprünglich selbst einmal gesetzten Regeln besonders nach einer Serie kleinerer Verluste nicht mehr folgen möchte. Meist rechtfertigt er diesen Abbruch damit, dass die Märkte sich irgendwie geändert hätten und sich plötzlich ganz anders und unberechenbar gebärdeten oder dass Fundamentaldaten (die in solchen Modellen normalerweise ohnehin nichts zu suchen haben!) nicht die gewohnten Reaktionen hervorrufen würden.</p>
<p>Dabei sind es nur eben jene kleinen Verluste, die uns ähnlich ärgern wie mehrere kleine Taxirechnungen. Aber hätte man das nicht vorher wissen müssen, als man sich den viel gerühmten so genannten <em>Track Record</em>, die Erfolgsbilanz des Trendfolgesystems oder -fonds zur Kontrolle angesehen hatte? Und wenn man diesen dann noch einmal genau betrachtet, findet man tatsächlich häufig nur Einzelverluste in einer Größenordnung von weniger als einem Prozent der Performance. Sieht auf dem Papier eigentlich harmlos aus. Selbst wenn das dreimal hintereinander geschieht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wohlbefinden kostet Geld</strong></p>
<p>Tatsächlich ist etwa ein Gewinn von 10 Prozent beeindruckend. Aber bei den Verlusten vergisst man schnell, dass sie in der Realität viel schmerzhafter sind als in der Theorie. Und man unterschätzt überdies, wie schnell man sich in Wirklichkeit an einen Gewinn gewöhnen kann. Ein Gewinn, den man übrigens bei Trendfolgern oft nicht an der Performancespitze realisiert, sondern erst nach einem Rücksetzer. Und von einem bereits mental vereinnahmten Gewinn etwas wieder hergeben zu müssen, ist besonders unangenehm.</p>
<p>Am Ende ist der Handel mit Trendfolgemodellen langfristig sicherlich als erfolgreich zu bezeichnen. Allerdings besteht das Hauptproblem für den Anwender darin, dass die Gewinne oftmals auf psychisch denkbar unangenehme Weise erwirtschaftet werden müssen. Denn Marktineffizienzen auszunutzen, die durch den Dispositionseffekt anderer Marktteilnehmer entstehen, bedeutet in der Konsequenz, das Gegenteil von sehr menschlichen Verhaltensmustern durchhalten zu müssen. Verhaltensmustern, die auf dem Wunsch beruhen, auf möglichst angenehme Art profitabel handeln zu können. Also mit vielen kleinen Gewinnen und nur wenigen, aber dafür größeren Verlusten. Doch das Handeln mit Computermodellen verläuft anders: möglicherweise sehr viel profitabler, aber durchaus auch unangenehmer. Zwar soll der Rechner die Disziplin aufbringen, die dem Menschen fehlt, aber es wird einem auch viel Disziplin dabei abverlangt, ihm dabei zuzusehen zu müssen, ohne eingreifen zu dürfen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-iii-zyklische-erfolge/">Computerhandel III: Zyklische Erfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Der Besserwisser-Konjunktiv</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/der-besserwisser-konjunktiv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2012 05:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Blockupy]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=4019</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Peinlich für Frankfurt&#8220;, „was für eine &#8222;Blamage&#8220; oder &#8222;eine völlig überzogene Aktion der Polizei&#8220; – so oder so ähnlich lauteten viele Reaktionen auf die Blockupy-Tage in Deutschlands Finanzmetropole. Nicht nur aus der politischen linken Szene, sondern auch von Menschen, die man dem bürgerlichen Lager zurechnen kann, hörte man nach vier Tagen Blockupy, dass die Demonstranten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/der-besserwisser-konjunktiv/">Der Besserwisser-Konjunktiv</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Peinlich für Frankfurt&#8220;, „was für eine &#8222;Blamage&#8220; oder &#8222;eine völlig überzogene Aktion der Polizei&#8220; – so oder so ähnlich lauteten viele Reaktionen auf die Blockupy-Tage in Deutschlands Finanzmetropole. Nicht nur aus der politischen<span id="more-4019"></span> linken Szene, sondern auch von Menschen, die man dem bürgerlichen Lager zurechnen kann, hörte man nach vier Tagen Blockupy, dass die Demonstranten durch ihr friedliches, kreatives und buntes Treiben gewonnen und die Stadt Frankfurt verloren hätte. Ganz besonders schlecht soll dabei die Polizei ausgesehen haben, die Frankfurt in eine Festung verwandelt habe, wo doch weit und breit nichts von den Demonstranten wahrzunehmen war. Als ob sich 20.000 Menschen einfach so in Luft auflösen könnten und 5.000 Polizisten de facto umsonst aufgeboten worden wären, um die Stadt zu schützen.</p>
<p>Ich möchte mich an dieser Stelle nicht darüber auslassen, ob das Aufgebot an Polizisten als Reaktion auf die Gerichtsurteile und die damit verbundenen Demonstrationsverbote am Himmelfahrtstag und dem darauf folgenden Freitag für deren Durchsetzung angemessen waren oder nicht. Auch nicht, ob die Protestierenden durch ihr friedfertiges Verhalten Stadt und Polizei als übertrieben ängstlich und sicherheitsfanatisch blamiert haben oder nicht. Klar, dass sich jetzt alle kaputtlachen, allen voran die Kommentatoren, die sich ja gerne hinterher als die Schlaueren gerieren und sowieso immer alles schon gewusst haben. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Geschichte tatsächlich so friedvoll und glimpflich abgelaufen wäre, wenn es möglicherweise nur 2.000, 1.000 oder noch weniger Polizisten gegeben hätte, die am Samstag in den Seitenstraßen für alle Fälle bereitstanden, während sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt bewegte. Denn man sollte nicht vergessen, dass die Veranstalter von Blockupy ursprünglich das geplant hatten, was nun durch die List der Vernunft die Polizei durch ihre Omnipräsenz bewerkstelligt hat: die Stadt für mehrere Tage zu blockieren.</p>
<p>Mich hat die ganze Angelegenheit an Situationen erinnert, wie man sie in den Finanzmärkten immer wieder erleben kann. Wir versuchen so oft, uns gegen den so genannten Worst-Case, den schlimmsten Fall, zu versichern. Zurzeit etwa für den Fall eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone oder auch gegen andere Unwägbarkeiten. Schlicht aus einem Kontrollbedürfnis heraus, das auch noch die schlechte Eigenschaft hat, äußerst ansteckend zu sein. Und da viele Akteure in solchen Fällen oftmals zu denselben Mitteln greifen, entsteht so etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Und wenn das Ungemach dann schließlich eintritt, erlebt man häufig – weil bereits alle Marktteilnehmer positioniert sind – nach dem Motto „buy the rumour, sell the fact“ eine Marktentwicklung in die Richtung, mit der keiner gerechnet hatte. So verhielt es sich auch,  als beispielsweise die Rating-Agentur Standard &amp; Poor&#8217;s am 13. Januar dieses Jahres die Bonität mehrerer europäischer Staaten herabstufte und viele Händler deswegen mit einem Absturz des deutschen Aktienmarktes gerechnet hatten. Stattdessen legte der DAX in den kommenden Wochen um mehr als 1.000 Punkte zu. Mit anderen Worten: Aus der self-fulfilling prophecy wurde eine self-fulfilling destruction, eine sich selbst erfüllende Zerstörung der Absicherung. Und genau wie bei Blockupy Frankfurt fragte sich hinterher mancher Akteur, ob denn die ganze Hysterie nicht ein bisschen übertrieben gewesen sei.</p>
<p>Allerdings gibt es in beiden Fällen keine Garantie dafür, dass eine entgegengesetzte Strategie – also beim nächsten Mal kein Polizeiaufgebot bzw. beim nächsten Katastrophenszenario keine Absicherung – eher zum Erfolg führen würde. Denn die Frage nach dem &#8222;Was wäre, wenn&#8220; wird man nie beantworten können. Das sollten sich übrigens auch diejenigen sagen, die heute für die Abschaffung des Euro sind.</p>
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