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	<title>Referenzpunkt(e) Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 09 Jun 2021 04:47:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Niemand hat etwas zu sagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jun 2021 04:47:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigeperiode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch gestern schien es, als ob jemand die Luft aus dem Finanzmärkten gelassen hätte. Dass der US-Dollar bereits seit einiger Zeit auch gegenüber dem Euro keine größere Dynamik für eine fortgesetzte Abwärtsbewegung entwickeln kann, ist sowieso nichts Neues – auch gestern blieb die Handelsbandbreite mit nicht einmal 40 Stellen ausgesprochen unauffällig. Aber auch an den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch gestern schien es, als ob jemand die Luft aus dem Finanzmärkten gelassen hätte. Dass der US-Dollar bereits seit einiger Zeit auch gegenüber dem Euro keine größere Dynamik für eine fortgesetzte Abwärtsbewegung entwickeln kann, ist sowieso nichts Neues – auch gestern blieb die Handelsbandbreite mit nicht einmal 40 Stellen ausgesprochen unauffällig. Aber auch an den Aktienmärkten hat man nicht nur hierzulande den Eindruck, dass niemand eine zündende Idee haben würde, um den nächsten Aufwärtsschub auszulösen. Von größeren Korrekturen nach unten einmal ganz abgesehen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13539" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/09062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/09062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/09062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwischen Arbeitsmarktbericht der Vorwoche …</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allein die US-Staatsanleihen zogen etwas an, so dass etwa die Rendite der zehnjährigen Papiere gestern in der Spitze um rund 4 Basispunkte absackte. Dabei handelte es sich um den niedrigsten Stand seit dem 7. Mai, dem Tag, als der vorvergangene US- Arbeitsmarktbericht publiziert wurde, der seinerzeit eigentlich noch mehr enttäuschte als die Mai-Zahlen vom vergangenen Freitag. Genau genommen war die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt im Mai gar nicht so schlecht, und hätte man nicht die klugen Prognosen der Experten und den bombastischen ADP-Bericht als Referenzpunkte für „besser oder schlechter als erwartet“ gehabt, sieht der Zuwachs von 559.000 neu geschaffenen Stellen im Nichtagrarbereich absolut betrachtet sogar recht robust aus.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… und Ereignisrisiko US-Konsumentenpreis-Index</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun wird für Donnerstag – es dürfte sich wohl um das größte Ereignisrisiko der Woche handeln – die Entwicklung des US-Konsumentenpreis-Index für den Monat Mai erwartet, wobei es am Ende auch nur wieder um ein „besser oder schlechter als erwartet“ geht. Anders ausgedrückt: Ob entweder die Fed mit ihrer Idee Recht bekommt, dass die hohe Inflation nur von vorübergehender („transitory“) Natur sei, falls der Konsumentenpreis- Index hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückbleiben sollte. Oder sich diejenigen Propheten bestätigt sehen, die von einer nachhaltig steigenden Inflation (Reflation wäre dann eine Verharmlosung) ausgehen. Indes: Wir werden es am Donnerstag nicht erfahren, ob die US-Notenbank aufgrund dieser Daten womöglich eine Diskussion über den Beginn einer Tapering-Diskussion anstoßen wird. Denn es gilt noch eine Woche lang die Schweigeperiode für die Mitglieder des Offenmarktausschusses, die am 15./16. Mai zur ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammenkommen werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so ist es dem Euro auch nicht gelungen, die Schwächephase innerhalb seines kurzfristigen Aufwärtstrends zu beenden. Denn dafür wäre mindestens ein Überschreiten von <strong>1,2205</strong> erforderlich – etwas mehr Momentum kann man jenseits von <strong>1,2220/25</strong> erwarten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein déjà-vu Erlebnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2021 09:55:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter normalen Umständen würde man einen Zuwachs von 559 Tsd. Stellen innerhalb eines Monats (Nonfarm Payrolls, Landwirtschaft nicht miteingerechnet) als einen außergewöhnlich guten Wert bezeichnen. Aber bevor dieser erfreuliche Stellenzuwachs im Rahmen des Mai-Arbeitsmarktberichts am Freitag veröffentlicht wurde, lagen die Erwartungen bereits ganz woanders (vgl. meinen Kommentar HIER), so dass die 559 Tsd. neu geschaffenen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unter normalen Umständen würde man einen Zuwachs von 559 Tsd. Stellen innerhalb eines Monats (Nonfarm Payrolls, Landwirtschaft nicht miteingerechnet) als einen außergewöhnlich guten Wert bezeichnen. Aber bevor dieser erfreuliche Stellenzuwachs im Rahmen des Mai-Arbeitsmarktberichts am Freitag veröffentlicht wurde, lagen die Erwartungen bereits ganz woanders (vgl. meinen Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/06/04/die-1-million-jobs-frage/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>), so dass die 559 Tsd. neu geschaffenen Stellen in einem anderen, weniger hellen Licht erschienen. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13532" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/06/07062021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wichtige Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der eine Bezugspunkt resultierte von den Arbeitsmarkdaten, die die private Arbeitsmarktagentur ADP am Donnerstag zuvor publiziert hatte: ADP ging von einem Plus in Höhe von 978 Tsd. aus, also von rund 1 Million neu geschaffener Stellen. Ein Anker, der nicht nur für Händler leicht zu merken war. Dann gab es für die Nonfarm-Payrolls-Zahlen vom Freitag noch eine zweite Prognose in Gestalt der Median-Erwartung der Ökonomen, die leicht oberhalb von 600 Tsd. neu geschaffenen Stellen lag. So gesehen bedeutete dann die tatsächliche Zahl von 559 Tsd. in der Wahrnehmung der meisten Akteure eben doch eine leichte Enttäuschung.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zumindest reagierten die Finanzmärkte – trotz der überraschend deutlich gestiegenen durchschnittlichen Stundenlöhne (2 Prozent gegenüber Vorjahr) –, wie man es bereits vom Arbeitsmarktbericht des Monats April gewohnt war: Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit fiel per Saldo am letzten Tag der Woche um 7 Basispunkte. Denn eines schien klar: Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) würden keinen Grund haben, ihre geldpolitische Linie und mögliche Diskussionen darüber vorzuziehen. Ein déjà-vu-Erlebnis sozusagen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bewusst geduldig bleiben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, kann man die Chefin der regionalen Fed von Cleveland, Loretta Mester zitieren, die in einem Interview sagte, der Arbeitsmarktbericht sei zwar sehr gut gewesen, aber sie wolle noch weitere Fortschritte sehen. Um es deutlich zu machen: „We want to be deliberately patient“ – wir [Anmerkung: Das FOMC] wollen bewusst geduldig sein, so die Haltung Mesters. Zur Erinnerung: Mester ist derzeit im FOMC nicht stimmberechtigt und wird tendenziell eher zu den Falken im Komitee gerechnet. Allerdings: Weitere Stimmen aus dem FOMC werden nun aufgrund der Schweigeperiode im Vorfeld der Notenbanksitzung vom 15./16. Juni nicht mehr zu hören sein.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>In die Flasche zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen mögen sich zumindest die bullishen Akteure an den Aktienmärkten einmal mehr bestätigt gefühlt haben. Nicht wenige dürften sich abermals eine Art Goldilocks Szenario zusammengezimmert haben: Ein Arbeitsmarktbericht, der immer noch gut genug, aber nicht so positiv ausfiel, um eine Überhitzung der US-Ökonomie befürchten zu müssen. Für die US-Notenbank also kein Grund, über eine Änderung ihrer abwartenden Strategie nachzudenken. Kurzum: Das Tapering-Gespenst wurde wieder in die Flasche zurückgedrängt, aus der es am Donnerstag noch zu entfliehen versuchte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der <em>relativ</em> enttäuschende Arbeitsmarktbericht vom Mai und auch die kaum revidierten und ebenfalls als enttäuschend wahrgenommenen Nonfarm Payrolls-Zahlen vom April sowie die daraus resultierenden fallenden US-Anleiherenditen haben konsequenterweise auch wieder den Greenback unter Druck gesetzt. Im Gegenzug konnte der Euro einen Teil der am Vortag erlittenen Verluste wettmachen, bleibt allerdings in einem fragilen Umfeld, solange im Rahmen des übergeordneten kurzfristigen Aufwärtstrends <strong>1,2205</strong> nicht überwunden werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Verbalinterventionen verpuffen schnell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 04:41:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verbalintervention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Kommentatoren haben Philipp Lane gestern ein gutes Timing bescheinigt. Der Chefvolkswirt der EZB scheint zumindest teilweise für die deutliche Korrektur des Euro seit vorgestern Abend verantwortlich zu sein. Und das, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor die „psychologisch wichtige Marke“ von 1,20 USD zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder überschritten hatte. Lanes Äußerungen, dass die Wechselkursentwicklung einen wichtigen Einfluss auf die geldpolitischen Rahmenbedingungen habe, wurden von vielen Akteuren und Kommentatoren als eine Art Verbalintervention ausgelegt. Auch wenn Lane betonte, die EZB strebe keinen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1810)</strong>             Nicht wenige Kommentatoren haben Philipp Lane gestern ein gutes Timing bescheinigt. Der Chefvolkswirt der EZB scheint zumindest teilweise für die deutliche Korrektur des Euro seit vorgestern Abend verantwortlich zu sein. Und das, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor die „psychologisch wichtige Marke“ von 1,20 USD zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder überschritten hatte. Lanes Äußerungen, dass die Wechselkursentwicklung einen wichtigen Einfluss auf die geldpolitischen Rahmenbedingungen habe, wurden von vielen Akteuren und Kommentatoren als eine Art Verbalintervention ausgelegt. Auch wenn Lane betonte, die EZB strebe keinen bestimmten Wechselkurs an. <img decoding="async" class="alignright wp-image-12450" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„Überfällige Korrektur“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man kann natürlich auch argumentieren, dass die Marktteilnehmer ohnehin im Vorfeld der Korrektur ziemlich stark im Euro auf der Long-Seite positioniert waren (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/09/01/bereits-gut-eingedeckt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> und <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/08/28/eine-neue-strategie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), so dass die recht deutliche Reaktion von bislang 1,7 Prozent in der Spitze überfällig gewesen sei. Aber war der Euro tatsächlich in zu kurzer Zeit zu stark gestiegen? Wobei nicht übersehen werden sollte, dass der Dollar im gleichen Zuge gegenüber einem Korb an Währungen, gemessen am Dollar-Index, in der Spitze um 1,3 Prozent zulegte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Irrelevante Bezugspunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hat sich der Euro zu Wochenbeginn auch im großen Bild zu fest gezeigt? Es gibt tatsächlich Analysten, die darauf verweisen, dass die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar nur unwesentlich von ihrem Eröffnungskurs von 1,1740 aus dem Jahr 1999 bzw. mit 1,20 ziemlich exakt auf ihrem Mittelwert seit der Einführung des Euro vor knapp 22 Jahren gelegen habe. Indes: Das ist in der Tat ein sehr langer Zeitraum, und seither ist viel zu viel passiert, als dass diese Werte noch eine Bedeutung haben könnten. Aber zur Orientierung und aus Gründen des menschlichen Kontrollbedürfnisses sind nun einmal Extrem- und Durchschnittswerte sowie runde Zahlen gefragt. Aber allzu oft stellen sich die für uns so wichtigen Bezugspunkte, um zu ermessen, was hoch oder tief sein soll, im Nachhinein als irrelevant dar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kurz bemerkt (Verbalinterventionen)</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und was Verbalinterventionen betrifft, zeigt meine jahrzehntelange Erfahrung, dass diese nicht nur relativ schnell verpuffen, wenn den Worten keine Taten folgen, sondern auch bei Wiederholung mit abnehmendem Interesse aufgenommen werden. Auch wenn das manche Währungsstrategen nicht wahrhaben wollen. Natürlich drückt ein weiter steigender Euro möglicherweise auf die Inflationserwartungen und die Exporte. Aber wenn „der Markt“ mit dem Euro etwas anderes im Sinn hat – etwa, weil es manchen schwergewichtigen Investor weg aus dem Dollar und in Richtung Euro zieht –, kann eine Zentralbank ohnehin nicht allzu viel dagegen ausrichten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat der Aufwärtstrend des Euro gestern deutlich an Momentum verloren und bleibt daher im Korrekturmodus, der sich auch noch in Richtung <strong>1,1740</strong> bzw. <strong>1,1705</strong> ausweiten kann. Auf der anderen Seite würde diese Phase nach Überschreiten von <strong>1,1935/40 </strong>jedoch beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Angesteckt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 05:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&#038;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/angesteckt/">Angesteckt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0850)</strong>             Nicht wenige Marktteilnehmer dürften mit Genugtuung festgestellt haben, dass sie die gestrige Korrektur an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks bereits hatten kommen sehen. Und man kann sich natürlich denken, warum diese Entwicklung für sie keine Überraschung darstellte. Vielleicht wird man später über diese heftige Korrektur nicht nur sagen, dass sie längst überfällig gewesen sei. Vielmehr könnte es gleichzeitig sein, dass sie als „Corona-Panik“ in die Annalen der Finanzmärkte eingeht. So schloss der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 mit einem Tagesverlust von 3,4 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ist nicht mehr weit von ihrem bisherigen historischen Rekordtief entfernt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11651" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/25022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings scheint die Kennzeichnung als Panik unangemessen zu sein. Denn mit Panik wird ein kollektiver Kontrollverlust umschrieben, jener Zustand also, wenn sich die eintretenden Ereignisse nicht mehr richtig einordnen lassen und man sich nicht länger als Herr des Geschehens wähnt. So ganz auf dem falschen Fuß dürften manche Anleger nämlich nicht erwischt worden sein, zumindest, sofern man etwa die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt vom vergangenen Mittwoch (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/930cfae3-03c9-4f6a-9d3e-dfb2c465b4e9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zurate zieht. Denn dort herrschte ohnehin mehrheitlich kein Optimismus unter den institutionellen Akteuren, und die Privatanleger waren zumindest in besagter Umfrage sogar überwiegend pessimistisch eingestellt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Näher gekommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber ist tatsächlich geschehen? Das COVIT-19 Virus ist geographisch deutlich näher und in Europa offenbar richtig angekommen. Aber war es denn realistisch, davon auszugehen, dass außerhalb Chinas die Welt von diesem Virus verschont bliebe? Tatsächlich berichten die Medien etwa seit dem 19. Januar über den Ausbruch des Virus. Aber das hat an den Aktienmärkten bis vor kurzem kaum enrsthaft interessiert. Aber jetzt plötzlich!</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist unserer Wahrnehmung geschuldet, dass wir dramatische Ereignisse in Ortsnähe stärker wahrnehmen als diejenigen, die weit weg liegen. Auch nehmen wir Farbiges und Drastisches besonders stark wahr. In der Behavioral Economics spricht man vom Verfügbarkeitsirrtum und meint damit die oftmals unangemessene Bevorzugung leicht verfügbarer Information.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Geschichte des COVIT-19 Virus hat auch gezeigt, wie schnell sich Menschen an Zahlen von Infizierten und Todesfällen gewöhnen, wenn diese nicht mehr exponentiell steigen. Stichwort: abnehmende Sensitivität. Und von dieser abnehmenden Sensitivität hatten die Aktienmärkte im Februar immerhin drei Wochen lang profitiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrolldefizite</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben wir also gestern in Europa zumindest das Kontrolldefizit der Akteure zu spüren bekommen. Um die daraus resultierende Angst wieder in den Griff zu bekommen, orientiert man sich an Bezugspunkten, die in den Medien gerne präsentiert werden. Auch wenn diese Bezugspunkte manchmal ungeeignet oder gar irrelevant sein mögen. Das Virus ist nähergekommen, und man fängt neu an zu zählen. Die Infizierten und die Todesfälle in Italien. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren den Zahlen der Grippeinfizierten und -toten – und hierzulande lagen diese manchmal im fünfstelligen Bereich – ähnlich große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Um es klarzustellen: Ich möchte die Epidemie nicht verharmlosen oder herunterspielen. Aber wenn Referenzpunkte als Orientierung hinzugezogen werden, dann sollte man sich nicht nur auf das verlassen, was medial präsentiert wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorbote klopft stärker an</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun stehen also die Börsenbarometer auf Sturm, und die Vorboten einer (globalen) Rezession folgerichtig vor der Tür. Ja, es ist richtig, dass eines dieser Warnzeichen, die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Treasuries und dreimonatigen T-Bills, nun ein Minus von 18 Basispunkten aufweist. Aber eine invertierte Zinsstrukturkurve in diesem Bereich gibt es nicht erst seit gestern. Doch ist es hilfreich, wenn etwa der frühere Chef der Fed von Minneapolis und Ökonom, Narayana Kocherlakota, die US-Notenbank in einer Bloomberg-Kolumne (<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-24/coronavirus-gives-the-federal-reserve-reason-to-cut-rates-now" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) zu einer sofortigen Zinssenkung von mindestens 25, besser noch 50 Basispunkten aufruft? Sozusagen als günstige Versicherung („cheap insurance“) gegen einen Konjunktureinbruch? Solche Versicherungen kann sich die Fed nicht mehr allzu oft leisten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht hat sich der Euro gestern und auch bereits am vergangenen Freitag gegenüber dem Dollar erholt, weil es diese Zinssenkungsfantasien zurzeit gibt. Dabei gibt es durchaus nicht wenige Akteure, die sich im Krisenfall auch eine Leitzinssenkung durch die EZB vorstellen können. Vermutlich sollte man aber nicht versucht sein, das gestrige Aufbäumen der Gemeinschaftswährung – es handelt sich ohnehin um eine Dollarschwäche und weniger um eine intrinsische Eurostärke – überzubewerten. Denn es dürfte sich dabei um nicht viel mehr als eine technische Korrektur im kurzfristigen Abwärtstrend handeln. Für eine <em>erste </em>Stabilisierung des Euro wäre ohnehin nach wie vor ein Überschreiten von <strong>1,0895/00</strong> erforderlich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Alles halb so schlimm?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2019 06:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Faustregel]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[technische Rezession]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Referenzpunkte haben etwas Verführerisches, vor allen Dingen, wenn es um ökonomische Daten geht. Denn wenn man eine Orientierung benötigt, genügt es manch einem, einfach nur die Median-Erwartung von Ökonomen zurate zu ziehen, um zu beurteilen, ob etwas hoch oder tief, gut oder schlecht ist. Und diese verkürzte Sichtweise mag auch für die gestrige Bekanntgabe der Frühschätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) gelten. Dieses ist im dritten Quartal mit einem Plus von 0,1 Prozent (ggü. Vorquartal) besser ausgefallen als gedacht – viele Ökonomen hatten eigentlich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Dies hätte nach dem BIP-Rückgang von 0,2 Prozent im zweiten Quartal eine „technische Rezession“ bedeutet...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1025)</strong>             Referenzpunkte haben etwas Verführerisches, vor allen Dingen, wenn es um ökonomische Daten geht. Denn wenn man eine Orientierung benötigt, genügt es manch einem, einfach nur die Median-Erwartung von Ökonomen zurate zu ziehen, um zu beurteilen, ob etwas hoch oder tief, gut oder schlecht ist. Und diese verkürzte Sichtweise mag auch für die gestrige Bekanntgabe der Frühschätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) gelten. Dieses ist im dritten Quartal mit einem Plus von 0,1 Prozent (ggü. Vorquartal) besser ausgefallen als gedacht – viele Ökonomen hatten eigentlich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Dies hätte nach dem BIP-Rückgang von 0,2 Prozent im zweiten Quartal eine „technische Rezession“ bedeutet<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. <img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11316" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/15112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/15112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/15112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine technische Rezession auf die Schnelle möglich<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch einmal Glück gehabt, könnte man sagen. Ja, die heimische Nachfrage – öffentlich wie privat – habe die Schwäche beim Auftragseingang der Industrie wettgemacht, stellten Kommentatoren vielerorts – leicht überrascht – fest. Nimmt man indes einen anderen Referenzpunkt, die ebenfalls gestern veröffentlichte vorläufige Wachstumszahl für die Eurozone von +0,2 Prozent im dritten Quartal, als Vergleich, hinkt Deutschland etwas hinterher. Aber: Das Plus der Eurozone entsprach „nur“ der Erwartung der Ökonomen. Also zählt dieser Vergleich nicht wirklich. Und in der Wahrnehmung vieler Akteure blieb unter dem Strich eine „deutsche Überraschung“ haften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn es sich beim deutschen BIP für das dritte Quartal nur um eine vorläufige Zahl handelt: Sollte diese sich bewahrheiten, könnten sich besorgte Mitbürger zurücklehnen, zumal die nächste technische Rezession frühestens nach zwei hintereinander liegenden Negativ-Quartalen möglich und deren Veröffentlichung ohnehin erst Mitte Mai 2020 zu erwarten wäre.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Stimulus-Paket bis auf weiteres verschoben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mich regen solche Wirtschaftszahlen nicht wirklich auf. Aber Andere machen zwischen einem kleinen Plus und einem kleinen Minus einen (zu) großen Unterschied. Zumindest dürften sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz bestätigt fühlen, nicht sogleich dem Ruf nach großen fiskalischen Stimulus-Paketen nachgegeben zu haben, weil bis vor kurzem noch eine Rezession für Deutschland erwartet worden war. Der von den Politikern geforderte Beweis, dass es tatsächlich schlecht um Deutschlands Wachstum steht, ist zumindest mit den gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten für Deutschland allem Anschein nach nicht erbracht worden. Und er ist nun, wie gesagt, erst Mitte Mai kommenden Jahres wieder möglich. Da kann die Europäische Zentralbank lamentieren, wie sie möchte – sie wird die von ihr geforderte fiskalpolitische Unterstützung für den geldpolitischen Kurs nicht bekommen. Nicht bevor das Kind richtig in den Brunnen gefallen ist. Was allerdings viel schneller als gedacht und ausgelöst durch eine externe Krise, etwa einem Scheitern der US-chinesischen Handelsgespräche, geschehen könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen, so scheint es, haben sich die Euro-Bären gestern umsonst abgemüht. Denn der Auslöser für einen kurzfristigen Abwärtstrend bei <strong>1,0985/90</strong> hat dem Abgabedruck standgehalten. Damit besteht, wie bereits am Vortag erwähnt, die Gefahr, dass das entscheidende Euro-Angebot an besagter Stelle soweit aufgebraucht sein könnte, dass statt eines Trends lediglich ein Rohrkrepierer („false break) herauskommt. Mehr noch: Das Risiko vergleichsweise heftiger Gegenbewegungen hat sich mittlerweile deutlich erhöht. Um den Euro allerdings nachhaltiger aus der derzeitigen Gefahrenzone zu bringen, müsste die Gemeinschaftswährung wie zuvor mindestens <strong>1,1105</strong> überschreiten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Eine „technische Rezession“ ist bekanntlich gegeben, wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei Quartale hintereinander negativ ausfällt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Eine gute Rückversicherung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Nov 2019 05:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[GDPNow]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine bemerkenswerte Woche liegt hinter uns. Aber in erster Linie waren es die US-Aktienmärkte, die regelrecht vor Kraft strotzten, so dass der breit gestreute S&#038;P 500 Index die vierte Woche hintereinander mit einem Plus und auf dem höchsten Niveau aller Zeiten beschloss. Vergleicht man dazu die Devisenmärkte, muss man fast schon von einer gewissen Teilnahmslosigkeit sprechen. Die Gründe für den neuerlichen Aktien-Hype</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1165)</strong>             Eine bemerkenswerte Woche liegt hinter uns. Aber in erster Linie waren es die US-Aktienmärkte, die regelrecht vor Kraft strotzten, so dass der breit gestreute S&amp;P 500 Index die vierte Woche hintereinander mit einem Plus und auf dem höchsten Niveau aller Zeiten beschloss. Vergleicht man dazu die Devisenmärkte, muss man fast schon von einer gewissen Teilnahmslosigkeit sprechen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11271" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/04112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/04112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/04112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Gründe für den neuerlichen Aktien-Hype sind zwar schnell ausgemacht, aber eigentlich nicht so eindeutig, wie es der Kursverlauf vom Freitag vermittelt. Natürlich gab es einen guten Arbeitsmarktbericht aus den USA. Der Zuwachs der Stellen im Nicht-Agrarbereich fiel im Oktober deutlich höher aus, als es von den meisten Ökonomen erwartet worden war. Und das Stellenplus von 128.000 wurde auch noch durch zusätzliche 95 Tsd. neu geschaffene Stellen unterstützt, eine Zahl, die sich aus den Revisionen der beiden Vormonate ergibt. Kurzum: Der Arbeitsmarkt hat sich viel besser entwickelt, als dies etwa die Unterkomponenten der Einkaufsmanagerindices (Markit) aus dem Vormonat ursprünglich hatten vermuten lassen. Ja, selbst die streikbedingten vorübergehenden Entlassungen bei General Motors, die zu einem Stellenminus von 41.600 Jobs führten, sind in der Zahl vom Freitag enthalten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Alles nur eine Frage des Referenzpunktes</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ja, die US-Wirtschaft befindet sich in einem guten Zustand, wie dies auch diverse Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zum Wochenschluss betonten. Dabei ist es keineswegs so, dass die Akteure an den Finanzmärkten kein Ohr für ungünstige US-Wirtschaftsdaten gehabt hätten. Zwar hat sich der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie im Oktober leicht erholt, lag aber mit 48,3 nicht nur unter der Medianerwartung der Ökonomen, sondern immer noch unter der 50er-Signallinie. Letztere trennt bekanntlich wirtschaftliche Expansion und Schrumpfung voneinander.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber man kann es auch anders sehen. Denn gemessen am Chicago Einkaufsmanagerindex vom vergangenen Donnerstag, der mit einem Wert von 43,2 noch viel niedriger ausgefallen war, hätte es eigentlich noch viel schlimmer kommen können. Dieser niedrige Referenzpunkt hat also dafür gesorgt, dass der ISM-Index vom Freitag gar nicht so schlimm für die Ökonomen aussah.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Angst, wir sind „Fed-versichert“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat die Fed von Atlanta die erste Veränderung ihres viel beachteten Prognosemodells GDPNow im vierten Quartal bekannt gegeben. Aber es hat niemanden gestört, dass die Wachstumsprognose für die USA innerhalb eines Tages aufgrund der jüngsten Wirtschaftsdaten von 1,5 auf 1,1 Prozent zurückgenommen werden musste. Sicherlich ist die Modellentwicklung gerade in der frühen Phase des Quartals noch recht volatil. Aber schlechte ökonomische Nachrichten spielen unter dem Eindruck der Notenbanksitzung vom vergangenen Mittwoch sowieso keine bedrohliche Rolle. Denn die Fed wird im Zweifel asymmetrisch reagieren (vergleiche auch meinen Kommentar <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/11/01/asymmetrische-geldpolitik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vom Donnerstag</a></span></strong>): Keine Zinserhöhung auf lange Sicht, aber Potenzial (bei Bedarf) für weitere Zinssenkungen. Da muss man fast schon sorglos werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neues Optimum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es soll aber auch Finanzmarktakteure gegeben haben, die eine andere Ursache für die starke Verfassung der US-Aktienmärkte am Freitag ausgemacht haben. Denn es hat offensichtlich Fortschritte bei den Vereinbarungen für die sogenannte „Phase 1“ des US-chinesischen Handelsabkommens gegeben. Das wurde zumindest in übereinstimmenden Erklärungen von Washington und Peking bekannt gegeben. Auch wenn das Gros der Akteure längst nicht mehr an einen langfristigen Deal zwischen den USA und China glaubt, scheint man froh zu sein, wenn es auch nur zu einem kleinen Teilerfolg kommt. Und so ist der Referenzpunkt dafür, was als großer Erfolg erachtet werden könnte, in den vergangenen Wochen deutlich gesunken: Das Optimum wäre wahrscheinlich erreicht, wenn US-Präsident Donald Trump die geplante Einführung der Strafzölle auf China-Importe am 15. Dezember zurücknehmen oder zumindest verschieben würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Devisenhändler scheinen sich allerdings noch nicht ganz einig zu sein, wohin die Reise geht. Denn eigentlich müsste der Dollar gerade angesichts der zu erwartenden asymmetrischen Geldpolitik der Fed deutlich schwächer notieren, als dies zurzeit der Fall ist. Tatsächlich verharrte der Euro am Freitag immer noch in seiner neutralen Zone zwischen <strong>1,1065/70</strong> und <strong>1,1180</strong>. Aber selbst ein Überschreiten der Obergrenze würde erst jenseits von <strong>1,1205</strong> einen kurzfristigen Aufwärtstrend mit überschaubarem Potenzial (<strong>1,1280</strong>) einläuten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Eine wichtige Botschaft</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/eine-wichtige-botschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2019 04:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Ratssitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der gestrigen Pressekonferenz machte EZB-Präsident Mario Draghi deutlich, dass sich die Verlangsamung der Wirtschaft in der Eurozone länger und deutlicher hinziehen würde als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig nahm der EZB-Präsident – es dürfte sich wohl um die wichtigste Botschaft des Tages gehandelt haben – auch die Fiskalpolitik in die Pflicht. Es sei höchste Zeit,</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-wichtige-botschaft/">Eine wichtige Botschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1070)</strong>             Gemessen an seiner Handelsbandbreite von etwas mehr als 160 Stellen, absolvierte der Euro gegenüber dem US-Dollar gestern kurstechnisch den ereignisreichsten Handelstag seit dem 2. Januar dieses Jahres. Die damit einhergehende starke Volatilität der Gemeinschaftswährung zeigte, wie schwer sich die Händler damit taten, die gestrige EZB-Ratssitzung einzuordnen. War das, was die EZB beschlossen hat, nun besonders taubenhaft oder doch zu wenig?<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11077" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/13092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/13092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/13092019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die wichtigsten Entscheidungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Senkung des Einlagenzinssatzes für Banken von -0,4 auf -0,5 Prozent angeht, waren die Erwartungen mancherorts durchaus größer gewesen – eine Senkung von 20 Basispunkten hätte es schon sein können. Die mit der Senkung des Einlagenzinssatzes einhergehende Staffelung war ebenfalls keine Überraschung. Genauso wenig wie die Tatsache, dass der Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent belassen wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Wiederaufnahme der Anleihekäufe in einer Größenordnung von 20 Mrd. Euro pro Monat lag ebenfalls eher am unteren Ende der Erwartungen – in der vergangenen Woche sprach man mancherorts auch schon einmal von 60 Mrd. Euro. pro Monat. Zudem soll das Kaufprogramm erst am 1. November starten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die sogenannte Forward Guidance, die Steuerung der Markterwartungen, wurde wie vielerorts erwartet geändert: Die Leitzinsen sollen auf dem derzeitigen oder einem niedrigen Niveau bleiben, bis sich die Inflation in Richtung Zielbereich entwickelt. Damit wurde die zeitliche Komponente („über die erste Jahreshälfte 2020 hinweg“) durch eine Bedingung ersetzt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB: Fiskalpolitik in der Pflicht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die Wachstums- und Inflationsvorhersagen für die Eurozone wurden gesenkt. So erwartet die EZB für das laufende Jahr nur noch eine Inflationsrate von 1,2 gegenüber noch 1,3 Prozent im Juni. Besonders drastisch gestaltet sich die Prognose für das kommende Jahr, für das die EZB nach 1,4 nur noch eine Inflation von 1,0 Prozent erwartet. Auch die Wachstumsvorhersagen sind nun mit einem Plus von 1,1 Prozent für 2019 bzw. 1,2 Prozent für das kommende Jahr 10 bzw. 20 Basispunkte niedriger als noch im Juni.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In der Pressekonferenz machte Mario Draghi schließlich noch einmal deutlich, dass sich die Verlangsamung der Wirtschaft in der Eurozone länger und deutlicher hinziehen würde als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig nahm der EZB-Präsident – es dürfte sich wohl um die wichtigste Botschaft des Tages gehandelt haben – auch die Politiker in die Pflicht. Es sei höchste Zeit, (und darüber herrschte klare Einigkeit im EZB-Rat!), dass die Fiskalpolitik angesichts der eingetrübten Konjunktur Verantwortung übernehme. Dabei seien vor allem Länder mit Handlungsspielraum im Haushalt gefordert, so Draghi.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht den Erwartungen entsprochen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die beste Antwort auf die Eingangsfrage, wie die gestrige Sitzung des EZB Rats eingeordnet werden muss, gab gestern wahrscheinlich der Wechselkurs des Euro selbst. Denn dieser reagierte zunächst eigentlich so, wie man es aufgrund der Entscheidungen der Notenbank hätte erwarten können: Er sackte deutlich ab, ohne allerdings das Jahrestief vom 3. September bei rund 1,0925 zu unterbieten. Die darauffolgende starke Erholung der Gemeinschaftswährung zeigte indes, dass die Maßnahmen der EZB wohl nicht als ausreichend eingeschätzt wurden. Nicht zuletzt, weil die Referenzpunkte bzw. Erwartungen vieler Akteure (vgl. dazu meine Ausführungen <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/09/10/absehbare-enttaeuschung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) insgeheim viel höher gelegen haben dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die gestrige Entwicklung des Euro legt jedenfalls den Schluss nahe, dass der kurzfristige Abwärtstrend kaum die Kraft haben dürfte, kraftvoll fortgesetzt zu werden. Zumindest nicht aufgrund einer intrinsischen Euro-Schwäche, sondern bestenfalls durch eine relative Dollarstärke. Per Saldo spricht nicht viel dafür, dass das theoretische Potenzial des Abwärtstrends (<strong>1,0875/80</strong>) auf kurze Sicht tatsächlich noch ausgeschöpft werden kann. Zumal bereits nach Überschreiten von <strong>1,1125</strong> das Abwärts-Szenario weitgehend vom Tisch wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Absehbare Enttäuschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2019 04:55:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Ratssitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verankern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind die kommenden Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank, die derzeit die Diskussionen der Händler und Kommentatoren beherrschen. Und dabei hat sich ein gewisser Unterton herauskristallisiert: Die Erwartungen der Marktteilnehmer an etwaige Maßnahmen der Notenbanken, um die Wirtschaft zu stimulieren, sind zu hoch – Enttäuschungspotenzial ist also durchaus vorhanden. Eigentlich spielt jetzt nur noch die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1045)</strong>             Es sind die kommenden Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank, die derzeit die Diskussionen der Händler und Kommentatoren beherrschen. Und dabei hat sich ein gewisser Unterton herauskristallisiert: Die Erwartungen der Marktteilnehmer an etwaige Maßnahmen der Notenbanken, um die Wirtschaft zu stimulieren, sind zu hoch – Enttäuschungspotenzial ist also durchaus vorhanden. Eigentlich spielt jetzt nur noch die Reihenfolge der möglichen Enttäuschungen eine Rolle, damit sich die Entwicklung des Euro zum US-Dollar einschätzen lässt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11061" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/10092019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Den ersten Schritt macht bekanntlich die EZB mit ihrer Ratssitzung am kommenden Donnerstag, bei der zum einen eine Senkung des Einlagenzinses, möglicherweise verbunden mit einer Staffelung desselben, erwartet wird. Eine Senkung um 20 Basispunkte – die anderen Zinssätze bleiben unverändert – könnte es schon werden, so mancherorts die Erwartung. Plus möglicherweise einer veränderten Forward Guidance mit dem Hinweis, unter welchen Umständen überhaupt in der fernen Zukunft mit einer ersten Zinserhöhung zu rechnen sei. Zudem ist eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe im Gespräch, wobei mit dem Widerstand der Falken im EZB-Rat zu rechnen ist. Werden die Anleihekäufe eine Größenordnung von 45 bis 60 Mrd. Euro pro Monat erreichen?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Extreme unbewusste Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Egal, wie die tatsächlichen Maßnahmen und Werte ausfallen: Sie sind in den Köpfen der Händler bereits verankert, und zwar in ihrer bisherigen Extremform. Und genau dies macht es der EZB so gut wie unmöglich, die Teilnehmer an den Finanzmärkten in Sachen geldpolitischer Lockerung noch zu überraschen. Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Euro ist angesichts des Enttäuschungspotenzials aus dieser Sicht recht hoch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine Woche später endet die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), und auch dort sind die Markterwartungen insgeheim höher als das, was die Fed vermutlich liefern wird. Zwar signalisieren die Fed Funds-Futures derzeit keine Zinssenkung von 50 Basispunkten – die implizite Wahrscheinlichkeit dafür betrug gestern laut CME FedWatch Tool 0 Prozent –, die Zahl „50“ bleibt dennoch bei vielen Akteuren im Hinterkopf verankert. Selbst wenn diese Marktteilnehmer alles andere als eine Zinssenkung von 25 Basispunkten vordergründig sogar wegrationalisieren würden, sind 50 Basispunkte einmal als Option im Raum gestanden und bleiben unbewusst ein nicht zu unterschätzender Maßstab. Kurzum: Eine Senkung der Zielzone der Fed Funds um 25 Basispunkte wäre so gesehen eine Enttäuschung und ein späteres Kaufargument für den US-Dollar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Unter Druck<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es entsteht der Eindruck, als würden die Zentralbanken der Eurozone und der USA von den Teilnehmern an den Finanzmärkten indirekt massiv unter Druck gesetzt. Ein Druck, der letztlich, so die Meinung mancher Kommentatoren, nur von der Fiskalpolitik gesenkt werden kann. Und wie ein Stimulus diesbezüglich aussehen könnte, vermittelte gestern ein Medienbericht, der sich auf die Einlassungen mehrerer Regierungsbeamter stützt. Danach liebäugelt die deutsche Regierung offenbar mit einer zusätzlichen Verschuldung über einen Schattenhaushalt, um die Investments in die Infrastruktur und den Klimaschutz zu erhöhen. Und zwar unter Umgehung der Staatsschuldenregel. Aber natürlich nur, wenn sich der wirtschaftliche Ausblick verschlechtern sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin: Der Euro konnte sich gestern daraufhin etwas befestigen, aber der Ausschlag war letztlich recht überschaubar. Deswegen bleibt es beim kurzfristigen Abwärtstrend (<strong>1,1085</strong> (<strong>1,1145</strong>) bis <strong>1,0885/90</strong>, welcher derzeit korrigiert wird. Die aufwärtsgerichtete Korrekturphase wäre mit Unterlaufen von <strong>1,0985</strong> übrigens beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Im Twitter-Gewitter des Donald Trump</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2019 05:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind nicht die Wirtschaftsdaten, die derzeit den Wechselkurs des Euro bestimmen. Das mag auch daran liegen, dass paradoxerweise zu positive US-Wirtschaftsdaten – die europäischen Fundamentals interessieren die Akteure noch weniger – sowohl für den Greenback als auch für den Aktienmarkt momentan ungünstig sein könnten. Andererseits sind es die negativen Überraschungen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1260)</strong>             Es sind nicht die Wirtschaftsdaten, die derzeit den Wechselkurs des Euro bestimmen. Das mag auch daran liegen, dass paradoxerweise zu positive US-Wirtschaftsdaten – die europäischen Fundamentals interessieren die Akteure noch weniger – sowohl für den Greenback als auch für den Aktienmarkt momentan ungünstig sein könnten. Andererseits sind es die negativen ökonomischen Überraschungen in den USA, die von manchem Börsianer insgeheim bejubelt werden, denn US-Zinssenkungen werden dann nicht nur wahrscheinlicher, sondern lassen sich zudem auch besser rechtfertigen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10841" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/16072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verschobene Anker als Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In dieser Zeit der eher schwierigen, weil möglicherweise komplexen ökonomischen Analysen bevorzugen die Marktteilnehmer leicht verständliche, kurze Informationen und werden in dieser Hinsicht von Donald Trump mit seinen Tweets hervorragend bedient. Tweets, die am vergangenen Wochenende weltweit überwiegend für Empörung gesorgt haben – was ihrem Verursacher, genau genommen, kaum schadet. Vielmehr werden dabei Referenzpunkte verschoben und klammheimlich rote Linien überschritten, die teils über sehr lange Zeit als unantastbar galten. Aber alles, was in Zukunft geschieht, wird an diesen Referenzpunkten gemessen. Und es ist die Politik des US-Präsidenten, immer wieder zwei Schritte voranzupreschen und damit den Bezugspunkt zu verschieben und eine neue Maximalforderung zu etablieren, die sich in den Köpfen festsetzt. Anschließend weicht er dann einen halben Schritt zurück, um dies den Empörten als Entgegenkommen, als Einlenken bzw. als relativen psychologischen Gewinn zu verkaufen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch was die Finanzmärkte betrifft, ließ Donald Trump am vergangenen Wochenende nicht locker. Obwohl Fed-Chef Jerome Powell zuletzt durchblicken ließ, dass es wohl Ende Juli eine Zinssenkung geben wird, bezeichnete Donald Trump die Geldpolitik der Fed als antiquiert. Will sagen: Er möchte noch mehr als die vom Markt längst eskomptierten 25 Basispunkte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der Zehnte muss wohl gehen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was das Personalkarussell im Weißen Haus angeht, scheint das nächste Opfer in der „Survivor Series“ offenbar Handelsminister Wilbur Ross zu sein. Zumindest zitierten Medien ungenannte Quellen aus dem Umfeld Trumps, dass der 81-jährige Ross wohl im Sommer seinen Hut nehmen muss – es würde sich um das zehnte vom Senat bestätigte Mitglied aus Trumps Kabinett handeln, das ausscheidet. Aber nicht in erster Linie, weil die Verhandlungen im Handelskrieg mit China nicht im Sinne Trumps verlaufen wären. Sondern weil Trump mit Ross in anderer Hinsicht unzufrieden gewesen sein soll. Und zwar in einer Angelegenheit, die auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar dem Handelsministerium zugeordnet werden muss, aber in dessen Zuständigkeit fällt: Trump sah sich im Streit darüber, ob bei der Volkszählung im Jahr 2020 auch die Frage nach der Nationalität gestellt werden sollte, gezwungen, seine Bemühungen diesbezüglich aufzugeben. Nicht zuletzt wegen einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Diese kolportierte Entlassung Ross‘ ist insofern bemerkenswert, als Ross zu denjenigen Ministern gehört, mit denen Trump schon sehr lange, bevor er die politische Arena betrat, geschäftlich, aber auch privat verbunden war. All dies scheint die Akteure an den Finanzmärkten aber nicht wirklich zu beeinflussen. Vielleicht auch, weil es im US-chinesischen Handelskonflikt alles andere als voran zu gehen scheint.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Berücksichtigt man darüber hinaus auch noch Trumps Währungskriegsgerede, über das sich derzeit einige Kommentatoren Gedanken machen, ist es erstaunlich, dass die Euro-Händler nicht längst reagiert haben. Denn eine Schlussfolgerung der Kommentatoren ist die: Sollten die USA tatsächlich versuchen, den Greenback durch Interventionen abzuwerten, säßen jene am längeren Hebel. Falls eine Währung wie der Euro tatsächlich im Sinne Trumps unerfreulich abwerten sollte, könnte das US-Finanzministerium in sehr großem Umfange Dollars gegen Euros verkaufen und so den Euro stützen. Dessen ungeachtet hat der Euro aber auch gestern nicht zulegen können und nicht einmal seinen nicht allzu weit entfernten Stabilisierungspunkt bei <strong>1,1330</strong> in Angriff genommen. Die Unterseite ist nun etwas besser stärker unterstützt, aber immer noch offen bis <strong>1,1135/40</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Auf der Suche nach Überraschungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 14:48:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassung von Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Citi Economic Surprise index]]></category>
		<category><![CDATA[Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt für die Teilnehmer an den Finanzmärkten nichts Langweiligeres als ökonomische Daten, die den Prognosen der Ökonomen entsprechen. Als ob man auf der Suche nach unnötigen Risiken wäre. Aber wir orientieren uns nun einmal bei unseren Entscheidungen an Referenzpunkten (Prognosen) und richten unser Handeln darauf aus, ob die Realität gemessen an diesen Bezugspunkten besser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt für die Teilnehmer an den Finanzmärkten nichts Langweiligeres als ökonomische Daten, die den Prognosen der Ökonomen entsprechen. Als ob man auf der Suche nach unnötigen Risiken wäre. Aber wir orientieren uns nun einmal bei unseren Entscheidungen an Referenzpunkten (Prognosen) und richten unser Handeln darauf aus, ob die Realität gemessen an diesen Bezugspunkten besser oder schlechter aussieht.</p>
<p>Nun befinden wir uns in jüngster Zeit in einer Phase extrem niedriger Volatilität an den Aktienmärkten, und die Börsianer suchen derzeit nach neuen richtungsweisenden fundamentalen Erkenntnissen, nachdem die politischen Überraschungen in diesem Jahr zu keinen großen Verwerfungen geführt haben.</p>
<p>Und auf dieser Suche nach ökonomischen Überraschungen bin ich (nicht zum ersten Mal) auf einen Index dieses Namens gestoßen, der unter anderem von der Citigroup (via Yardeni Research)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> erstellt wird. Dieser Index misst, inwieweit und wie oft bestimmte ökonomische Indikatoren innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Schätzungen übertreffen oder um wieviel und wie häufig sie niedriger als erwartet ausfallen. Und tatsächlich: Für die USA ist dieser Citigroup Economic Surprise Index unlängst auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2011 gefallen – nur fünfmal seit Bestehen dieses Indikators im Jahre 2003 sah es noch schlechter aus. Im Gegensatz zu heute war das Handelsgeschehen im Sommer 2011 an den wichtigen Börsen erheblich volatiler, man diskutierte über den US-Schuldendeckel, und sogar eine Herabstufung der USA durch die Ratingagentur Standard &amp; Poor‘s stand damals im Raum.</p>
<p>Was bedeutet dieser extreme Indexstand für heute? Dass es nur noch positive Überraschungen geben kann? Dass es um die Börsen dieser Welt ganz fürchterlich bestellt sein muss? Wohl kaum. Sicherlich wird der Index wieder auf seinen langfristigen Mittelwert von plus minus Null steigen. Aber nicht zwingend wegen positiver Überraschungen. Vielmehr ist es möglich, dass auch die Ökonomen ihre „Fehler“ korrigieren und entsprechend negativere Prognosen abgeben und sich zumindest so der historischen Realität anpassen</p>
<p>Ach, übrigens: Ein ähnlicher Index der Deutschen Bank zeigt für die Eurozone immer noch einen ausgesprochen positiven Wert an, der womöglich nicht mehr zu schlagen ist, so die Denkweise vieler Akteure.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was indes die Börsianer hierzulande denken, können Sie meinem neuesten Kommentar, den ich regelmäßig für die Börse Frankfurt erstelle, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Zwei-Schritte-vor-einer-zurueck-2284204" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #008000;"><strong>HIER</strong></span></a> in Schriftform und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FC15pWV9Mb4&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> als Video abrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.yardeni.com/pub/highfreqcb_bb.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.yardeni.com/pub/highfreqcb_bb.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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