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	<title>EZB Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 Jul 2021 05:00:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Nachgeliefertes Argument</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2021 04:58:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Inflationsziel]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist gestern weitergegangen mit der Rallye an den US-Anleihemärkten, so dass die Rendite der zehnjährigen Papiere mit einem Tagestief von 1,25 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem 16. Februar gefallen war; damals wie heute lag die Realverzinsung ca. bei -0,95 Prozent[1]. Nimmt man als Rendite-Referenzpunkt für jene Anleihen dagegen das diesjährige Jahreshoch vom [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist gestern weitergegangen mit der Rallye an den US-Anleihemärkten, so dass die Rendite der zehnjährigen Papiere mit einem Tagestief von 1,25 Prozent auf den niedrigsten Stand seit dem 16. Februar gefallen war; damals wie heute lag die Realverzinsung ca. bei -0,95 Prozent<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong></span>]</a>. Nimmt man als Rendite-Referenzpunkt für jene Anleihen dagegen das diesjährige Jahreshoch vom 30. März, muss man von einem Rückgang von über 50 Basispunkten sprechen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13664" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/09072021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/09072021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/09072021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine kleine Kapitulation</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich geht vor allem der Teil der Bondmarkt-Rallye, die sich während der vergangenen beiden Wochen ereignet hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Konto von Positionsverschiebungen, Stopp-Loss-Käufen, die sich auch gestern noch einmal – möglicherweise in Form einer kleinen Kapitulationsbewegung – verstärkt hatten (vgl. die Hintergründe dazu in meinem Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/07/08/mehr-angst-als-argumente/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>). Wie ich bereits gestern andeutete, fiel es den Akteuren zumindest anfangs schwer, eine wirklich schlagkräftige Begründung für diese dramatische Kaufwelle am Anleihemarkt zu finden. Vor allem, weil es eigentlich keine triftigen neuen makroökonomischen Daten gab, die eine derartige Entwicklung gerechtfertigt hätten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neues Narrativ als Rechtfertigung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun wissen wir aus der Finanzmarktpsychologie, dass Marktteilnehmer nicht lange mit solchen (kognitiven) Dissonanzen leben können. Vor allem diejenigen, die also die Notbremse gezogen und Positionsumschichtungen vorgenommen haben, brauchen Rechtfertigungen für ihre Transaktionen. Glaubte man vor ein paar Wochen noch an die Gefahr einer möglicherweise nicht mehr kontrollierbaren Inflation – jetzt spricht man wieder mehr von Reflation – und an ein nicht enden wollendes Wachstum infolge der Wiedereröffnung nach den Lockdowns, hat sich diese Sichtweise offenbar geändert. Das Narrativ von Wachstumsängsten macht plötzlich die Runde und hat zumindest gestern auch die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks zeitweise mitgerissen. Nur wegen einer Short-Squeeze, die ökonomisch ex post begründet werden musste.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB formuliert Inflationsziel</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bemerkenswerterweise hat sich der US-Dollar gestern trotzdem nicht weiter befestigen können. Im Gegenteil. Ich glaube allerdings nicht, dass für die spiegelbildliche Euro-Nachfrage zum Greenback die gestrige Entscheidung der EZB, künftig ein mittelfristiges Inflationsziel von genau 2 Prozent – bislang lag das Inflationsziel „unter, aber nahe 2 Prozent“ – anzustreben, den Ausschlag gab. Wobei sich dieses neue Ziel explizit symmetrisch versteht, Abweichungen also sowohl nach unten als auch nach oben unerwünscht sind. Eine Entscheidung, die als Resultat einer 18 Monate andauernden grundlegenden Strategieüberprüfung gestern publiziert wurde. Nun hat der EZB-Rat schon unter seinem früheren Präsidenten Mario Draghi seit dem Jahr 2016 zunehmend die Symmetrie des Inflationsziels betont, so dass es schwer fällt, mit der gestrigen Konkretisierung des Inflationsziels an eine Überraschung zu glauben. Indes: Die EZB verzichtet im Gegensatz zur Fed auf die Formulierung eines durchschnittlichen Inflationsziels (Average Inflation Targeting).</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn die Euro-Händler gestern offenbar darauf verzichteten, das wichtige Niveau von <strong>1,1765/70</strong> an der Unterseite auch noch in Angriff zu nehmen, bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend zumindest so lange unter Druck, wie <strong>1,1895/00 </strong>nicht überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> </span><a href="https://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/interest-rates/Pages/TextView.aspx?data=realyieldYear&amp;year=2021" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;">https://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/interest-rates/Pages/TextView.aspx?data=realyieldYear&amp;year=2021</span></a></span></p>
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		<title>Wie schnell ist schnell?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 05:50:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Renditeanstieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wochenbeginn stand natürlich noch unter der Nachwirkung der Entwicklung an den US-Anleihemärkten, die zuletzt durch ein starkes Anziehen der Renditen gekennzeichnet war. Dabei hat wohl weniger das absolute Niveau der erreichten Renditen Sorge bereitet, sondern vielmehr die Geschwindigkeit, mit der man etwa am vergangenen Donnerstag zeitweise bei den Renditen der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Wochenbeginn stand natürlich noch unter der Nachwirkung der Entwicklung an den US-Anleihemärkten, die zuletzt durch ein starkes Anziehen der Renditen gekennzeichnet war. Dabei hat wohl weniger das absolute Niveau der erreichten Renditen Sorge bereitet, sondern vielmehr die Geschwindigkeit, mit der man etwa am vergangenen Donnerstag zeitweise bei den Renditen der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit Werte von mehr als 1,6 Prozent notieren konnte. Nun hat sich der Pulverdampf etwas gelegt, und man begann gestern immerhin bei 1,4 Prozent, was einem Anstieg von rund 40 Basispunkten, verglichen mit Ende Januar, entsprach. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13167" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fragwürdige Vergleiche</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Manche Kommentatoren fühlten sich an das Jahr 2013 erinnert, als seinerzeit Fed-Chef Ben Bernanke die Finanzmärkte mit einer geplanten Straffung der geldpolitischen Linie überraschte. An einer Stelle las ich, dass der damalige Renditeanstieg 0,8 Prozent Punkte [Anm.: in seiner steilen Phase] innerhalb von zwei Monaten betragen habe. Natürlich sind es abgesehen vom Ausrutscher am vergangenen Donnerstag in den ersten beiden Monaten dieses Jahres bislang „nur“ 0,5 Prozent gewesen, um die die Rendite bei den zehnjährigen Papieren angestiegen ist. Aber der Großteil davon fand eben fast nur im Februar statt, und wenn man diese 0,4 Prozent auf einen weiteren Monat hochrechnet, landet man eben doch bei vorgenannten 0,8 Prozent.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gewöhnungsprozesse helfen </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Solche Vergleiche hinken und sind so auch nicht wirklich zulässig. Zumal der Ausgangspunkt bei diesen Entwicklungen jeweils ein völlig anderer war, genauso wie der ökonomische und politische Hintergrund. Auch sollten wir uns nicht wundern, wenn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in den kommenden Tagen noch einmal das Niveau von 1,6 Prozent streifen wird. Und die Tendenz zur Gewöhnung sagt uns schon heute, dass wir uns beim zweiten Mal über diesen Anstieg nicht mehr so aufregen werden. Eine Einstellung, die sich möglicherweise auch in der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks niedergeschlagen hat. Zumindest schien man gestern dort die Renditeängste zunächst einmal verdrängt zu haben.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Vertreter ohne Bedenken</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Sonntag stellte ich an dieser Stelle noch die Frage, wie die Zentralbanken der USA und der Eurozone auf die Entwicklung der langfristigen Renditen reagieren würden. In den USA gab es immerhin Reden diverser Mitglieder des Offenmarktausschusses, die ihre Bedenken hinsichtlich eines zu starken Renditeanstiegs ja hätten kundtun können. Aber nichts davon habe ich gestern gehört. Im Gegenteil: Der Chef der Fed von Richmond, Thomas Barkin, äußerte etwa in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass er sogar enttäuscht gewesen wäre, wenn die Renditen als Ausdruck eines starken Wachstumsausblicks <em>nicht</em> angezogen hätten. Die Händler reagierten prompt und sorgten dafür, dass die Renditen der Staatsanleihen durch entsprechende Bond-Verkäufe vorübergehend wieder anzogen. Kaum jemand nahm Notiz davon, dass das Interview mit Thomas Barkin vom vergangenen Mittwoch datierte, als die Anleihemärkte noch nicht verrücktspielten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine belastbaren Daten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hierzulande blickte man hingegen auf die Höhe der Anleihekäufe, die die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programmes in der vergangenen Woche hätte vorgenommen haben können, um ihre verbal ausgedrückte Sorge vor den hierzulande ebenfalls steigenden Renditen mit Taten zu unterlegen. Die Daten von gestern zeigen allerdings, dass die Anleihekäufe gegenüber der Vorwoche sogar von 17 auf 12 Mrd. EUR zurückgegangen sind. Ein Rückgang, der allerdings einen großen Posten auslaufender Anleihen noch nicht berücksichtigt. Ganz zu schweigen davon, dass die Zahlen der vergangenen Woche nicht wie mancherorts kolportiert per Freitag, sondern lediglich Stand Mittwoch ausgewiesen sind. Also bevor es auch an den hiesigen Anleihemärkten unruhig wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen macht sich bei Devisenhändlern offenbar der Eindruck breit, dass die Fed im Gegensatz zur EZB zurzeit kein Problem mit den steigenden Anleiherenditen zu haben scheint – zumindest gibt es keine Statements in diese Richtung. Ganz anders die EZB, wo sich etwa Ratsmitglied Villeroy de Galhau gestern zu Wort meldete und deutlich machte, dass die EZB bereit sei, einem übermäßigen Anstieg der Renditen am langen Ende entgegenzuwirken. Damit bleibt der Euro gegenüber dem US-Dollar in angeschlagener Position – eine Stabilisierung des Umfelds wäre ohnehin erst nach Überschreiten von <strong>1,2160</strong> angezeigt, während das nächste wichtige Nachfrageniveau der übergeordneten Seitwärtsbewegung derzeit bei <strong>1,1900/05</strong> liegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Bond-Märkte prüfen Notenbanken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2021 10:20:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Bond-Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Tantrum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann sicherlich sagen, dass die Bühne der Finanzmärkte in der vergangenen Woche den US-Anleihemärkten gehört hat. Und wenn man den kompletten Monat Februar in Betracht zieht, bleibt etwa bei den Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit ein veritabler Renditeanstieg von fast 0,4 Prozent übrig. Und das, nachdem am vergangenen Donnerstag bei diesen Fälligkeiten im Rahmen einer [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man kann sicherlich sagen, dass die Bühne der Finanzmärkte in der vergangenen Woche den US-Anleihemärkten gehört hat. Und wenn man den kompletten Monat Februar in Betracht zieht, bleibt etwa bei den Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit ein veritabler Renditeanstieg von fast 0,4 Prozent übrig. Und das, nachdem am vergangenen Donnerstag bei diesen Fälligkeiten im Rahmen einer ausgesprochen volatilen Sitzung zeitweise Renditen von mehr als 1,6 Prozent erzielt wurden. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13164" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/01032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/01032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/01032021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kommentatoren sprachen von einem sogenannten Tantrum im Bondmarkt; ein Begriff, den ich im Deutschen gerne mit dem <em>plötzlichen Entladen einer schlechten Stimmung</em> umschreibe. Ein Tantrum, das interessanterweise seinen Höhepunkt einer schlecht verlaufenden Versteigerung von Staatsanleihen mit siebenjähriger Laufzeit durch das Schatzamt verdankte. Denn die Emission dieser Papiere traf auf unterdurchschnittliches Interesse der Akteure.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB: Mehr als nur Worte?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat sich zum Wochenschluss der Pulverdampf etwas gelegt, aber die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen liegt in den USA immer noch bei rund 1,46 Prozent. Den Trend steigender Anleiherenditen konnte man übrigens auch hierzulande verfolgen. So haben etwa deutsche Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit in diesem Monat von -0,52 auf rund -0,26 Prozent anzogen. Auch hier sticht der vergangene Donnerstag mit dem stärksten Anstieg seit dem 9. November vergangenen Jahres heraus.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dieser Trend hat natürlich die Befürchtungen bei der EZB befördert, die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone könnte durch den Renditeanstieg gefährdet sein. Nicht umsonst warnte EZB-Chefin Christine Lagarde neben anderen EZB-Entscheidern, dass man in diesem Fall keine höheren Renditen tolerieren würde. Ob die EZB ihre Worte mit Taten unterlegt hat, dürfte sich frühestens am morgigen Montag herausstellen, wenn die neuesten Zahlen zu den Anleihekäufen publiziert werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed zu sorglos?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich könnte man diese Sorge auch in den USA haben, zumal die schnell steigenden Renditen die Finanzierungsbedingungen verschlechtern. Mancherorts sprach man in der vergangenen Woche sogar von einem Kampf der Bond-Marktteilnehmer gegen die Fed. Tatsächlich konnte man allerdings bei den Reden einiger Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am Donnerstag noch den Eindruck bekommen, dass man bei der Fed noch nicht wirklich beunruhigt ist. Zumindest äußerten etwa James Bullard (St. Louis), Raphael Bostic (Atlanta) oder auch Esther George (Kansas City), dass die gestiegenen Bondrenditen [lediglich] die Wachstumserwartungen der Marktteilnehmer widerspiegelten. Handelt es sich womöglich um eine gefährliche Sorglosigkeit?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings muss man den betreffenden FOMC-Mitgliedern zugutehalten, dass ihre jeweiligen Reden höchstwahrscheinlich bereits deutlich vor der oben genannten, problematischen Auktion niedergeschrieben wurden. Zumindest war bis dahin noch nicht die Dramatik der Kursentwicklung am Donnerstag zu erkennen. Aber es sind ja nicht die letzten Reden von FOMC-Mitgliedern gewesen – allein am Montag werden sich sechs Fed-Vertreter zu Wort melden und haben so zumindest verbal die Möglichkeit, dem Aufwärtstrend an den Anleihemärkten etwas Dynamik zu nehmen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zum Wochenschluss ein Fehlsignal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bei den Devisenhändlern hat es den Anschein, als ob die Dollar-Nachfrage aufgrund gestiegener US-Anleiherenditen sichtbar erst am Schluss der Woche eingesetzt hat. Denn während der Greenback noch bis Donnerstagnachmittag peu à peu sogar an Wert verloren hatte, konnte er diese Kursverluste innerhalb von gut 24 Stunden mehr als wettmachen. Mit der Folge, dass der Euro im Gegenzug die Kursgewinne (und das von mir angezweifelte technische Kaufsignal<strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></span></strong>) der ganzen Woche am Freitag wieder hergeben musste. Der Monat Februar wurde jedenfalls mit einem kleinen Verlust von rund 20 Stellen unter der Mitte seiner Handelsbandbreite (rund 1,2095) beendet. Der Euro bleibt daher weiterhin in neutralem Territorium, nun mit einer leicht negativen Tendenz.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;"><strong>[1]</strong></span></a> Es handelte sich um das (misslungene) Signal aufgrund einer umgedrehten Schulter-Kopf-Schulter Formation</span></p>
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		<title>Stillstand und trotzdem gute Stimmung</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/stillstand-und-trotzdem-gute-stimmung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2020 11:07:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[US-Konjunkturprogramm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Euro hat im Verhältnis zum US-Dollar in der abgelaufenen Handelswoche eine bemerkenswert enge, aber dennoch recht volatile Handelsspanne in der Größenordnung von nicht einmal einem Prozent durchlaufen. Seitdem sich die Covid-19-Pandemie in den Finanzmärkten niedergeschlagen hat, gab es nur eine Woche, in der der Euro-Handel in noch engeren Bahnen verlief. Dabei ist es nicht [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stillstand-und-trotzdem-gute-stimmung/">Stillstand und trotzdem gute Stimmung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro hat im Verhältnis zum US-Dollar in der abgelaufenen Handelswoche eine bemerkenswert enge, aber dennoch recht volatile Handelsspanne in der Größenordnung von nicht einmal einem Prozent durchlaufen. Seitdem sich die Covid-19-Pandemie in den Finanzmärkten niedergeschlagen hat, gab es nur eine Woche, in der der Euro-Handel in noch engeren Bahnen verlief. Dabei ist es nicht so, dass während der vergangenen Tage überhaupt nichts geschehen wäre. Aber es gab bei den wichtigen offenen „Deals“ eben mehr Stillstand als Fortschritt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12865" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/12/14122020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/12/14122020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/12/14122020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nur kurzfristig von Bedeutung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dies betrifft vor allen Dingen die Verhandlungen zu einem geordneten Brexit, bei denen zuletzt so wenig Fortschritte zu verzeichnen waren, dass sowohl der britische Premier Boris Johnson als auch die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen alles andere als optimistische Statements abgaben. Hört man nur auf die beiden, muss man eigentlich davon ausgehen, dass alles auf eine ungeregelte Scheidung zwischen Großbritannien und der EU hinauslaufen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Devisenhändler schien diese deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits jedoch zumindest vordergründig nicht wirklich zu scheren. Sterling verlor in der abgelaufenen Woche gegenüber dem Euro rd. 1,5 bzw. gegenüber dem Greenback 1,7 Prozent an Wert. Zwar notierten im Optionshandel GBP/USD Risk-Reversals mit einmonatiger Fälligkeit so stark zugunsten von Sterling-Put-Optionen wie zuletzt im März dieses Jahres. Dagegen wird bereits auf Sicht von sechs Monaten für Pfund-Calls mehr bezahlt als für vergleichbare Puts. Kurzum: Kurzfristig mögen sich die Händler leicht besorgt zeigen, aber mittel- bis längerfristig scheint das Brexit-Thema die Devisen-Entscheider nicht mehr zu interessieren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Verbraucherstimmung von Parteivorliebe abhängig</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In den USA ist es in Sachen Konjunkturpaket während der vergangenen Tage auch nicht mehr weiter vorangegangen. Dennoch fiel der Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan für den laufenden Monat in der vorläufigen Version deutlich besser als erwartet aus. Mit einem Wert von 81,4 wurden sogar die optimistischen Prognosen von Ökonomen übertroffen, wobei die Stimmung der Befragten je nach Sympathie für eine Partei offenbar sehr unterschiedlich ist. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So zeigten sich Fans der Demokraten hinsichtlich der künftigen ökonomischen Perspektiven deutlich positiver eingestellt als ihre republikanischen Pendants. In den fünf Monaten von August bis Dezember, so schrieb der für die Umfrage zuständige Chefökonom Richard Curtin, stieg der betreffende Unterindex der ökonomischen Erwartungen der „Demokraten“ um 39,5 Punkte, während derjenige für die  Anhänger der Republikaner um knapp 35 Punkte abrutschte. Mit anderen Worten: Nicht nur die Beurteilung der hohen Infektionszahlen und Todesfälle infolge der Covid-19-Pandemie, sondern auch die Bewertung der ökonomischen Fundamentaldaten scheint bei den Befragten stark von deren Präferenz für eine Partei abhängig zu sein.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB-Beschlüsse ohne Folgen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf die Situation des Euro hat dies alles wenig Einfluss gehabt. Auch die Ergebnisse der jüngsten EZB-Ratssitzung haben sich in der Währungsbewertung kaum niedergeschlagen, nicht einmal die Tatsache, dass die Erhöhung des Volumens des Notfall-Anleihekaufprogramms (PEPP) um 500 Mrd. EUR „nur“ das Ergebnis eines Kompromisses gewesen sein soll. Tatsächlich hat die steile Version des Aufwärtstrends des Euros so lange Bestand, wie <strong>1,2025</strong> an der Unterseite unverletzt bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Hoffnung schwindet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Nov 2020 10:31:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Geldpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Handelswoche dürfte gewesen sein, dass Aktienmarkt-Korrekturen nicht mehr wie in den Monaten zuvor von den Akteuren einfach weggesteckt werden. Hierzulande verloren DAX und EURO STOXX 50 nämlich rund 8,6 bzw. 7,5 Prozent an Wert, und in den USA sah es auch nicht besser aus. Natürlich könnte man als Hauptgrund die massiv gestiegenen Covid-19-Infektionen für die schwächste Aktienwoche seit dem Corona-Tief vom 19. März nennen. Aber diese Entwicklung war bereits in den Vorwochen erkennbar, und auch die neuesten Lockdowns (light) in der EU sollten keine Riesenüberraschung dargestellt haben...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>645)</strong>             Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Handelswoche dürfte gewesen sein, dass Aktienmarkt-Korrekturen nicht mehr wie in den Monaten zuvor von den Akteuren einfach weggesteckt werden. Hierzulande verloren DAX und EURO STOXX 50 nämlich rund 8,6 bzw. 7,5 Prozent an Wert, und in den USA sah es auch nicht besser aus. Natürlich könnte man als Hauptgrund die massiv gestiegenen Covid-19-Infektionen für die schwächste Aktienwoche seit dem Corona-Tief vom 19. März nennen. Aber diese Entwicklung war bereits in den Vorwochen erkennbar, und auch die neuesten Lockdowns (light) in der EU sollten keine Riesenüberraschung dargestellt haben. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12675" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/02112020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/02112020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/02112020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Stützende Faktoren verschwunden</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es sind seit vergangenem Montag einige aufbauende Hoffnungs-Elemente für die Börsianer weggefallen. Über das auf Eis gelegte US-Konjunkturprogramm habe ich an dieser Stelle schon mehrfach berichtet, und ob es zu einem großen Stimulus-Paket kommen wird, hängt vom Ausgang der US-Wahlen ab. Auch gibt es nicht wenige Kommentatoren, aber auch Marktteilnehmer, die bei einem knappen Wahlergebnis, vor allem wenn dieses zu Ungunsten von US-Präsident Donald Trump ausfällt, von der Gefahr einer möglichen Verfassungskrise, begleitet von einer längeren Periode der Unsicherheit, sprechen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wirkungslose Geldpolitik?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch ein anderer Unsicherheitsfaktor ist in den Vordergrund getreten: Die als solche mancherorts wahrgenommene schwindende Feuerkraft der Zentralbanken. Auch wenn EZB-Präsidentin Christine Lagarde durchblicken ließ, dass bei der Dezember-Sitzung der Notenbank noch geldpolitisch nachgelegt würde, bleiben Zweifel über die Effektivität dieser Maßnahmen. Der Chef der österreichischen Notenbank, Robert Holzmann, brachte es am Freitag auf den Punkt, als er äußerte, [die EZB] habe zwar „viel Geld auf den Tisch gelegt“, aber trotzdem habe sich die Inflation kaum bewegt. Dies wird von der jüngsten Schnellschätzung der Oktober-Zahlen für die Eurozone bestätigt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zahlen ohne Wert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Blickt man indes auf die (vorläufige) Entwicklung des Wachstums in der Eurozone, so hätten die am Freitag publizierten Zahlen für das dritte Quartal eigentlich Mut machen müssen. Denn gegenüber dem Vorquartal war ein Plus von 12,7 Prozent bekannt gegeben worden, weit mehr als die Medianprognose der Ökonomen (+9,6 Prozent). Aber diese Daten sind schon wieder Makulatur. Denn die Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen deutet bereits darauf hin, dass eine sogenannte Double-Dip-Rezession unvermeidlich scheint.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch in den USA gab es eine Serie wichtiger Wirtschaftsdaten. Allerdings stießen sie angesichts der Covid-19-Situation und der US-Wahlen am kommenden Dienstag nur auf wenig Interesse. Dies galt selbst für den Index der persönlichen Verbrauchsausgaben (PCE), der im September gegenüber dem Vorjahr in der Kernrate um 1,5 Prozent gestiegen war. Die US-Notenbanker dürfte das zurzeit kaum beeindrucken, auch wenn es sich dabei um das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß handelt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar als sicherer Hafen nur mäßig gefragt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Trotz aller Risikoaversion war der Dollar als „sicherer Hafen“ längst nicht so gefragt, wie es die Risikoaversion an den Aktienmärkten hätte vermuten lassen. Das Minus von 1,8 Prozent in der abgelaufenen Woche ist sogar geringer als der Euro-Rückgang von vor fünf Wochen, und für den gesamten Oktober beträgt es sogar nur 0,6 Prozent. Allerdings sind etwaige positive Ambitionen der Gemeinschaftswährung aus der vorvergangenen Woche durch die jüngste Entwicklung vorerst auf Eis gelegt. Der Euro bleibt also leicht angeschlagen, solange er sich unter 1,1785/90 bewegt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Euro zieht nach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2020 05:02:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[PEPP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich war die Erholung des Euro vom gestrigen Handelstag schon längst überfällig, wenn man bedenkt, wie stark die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks am Montag zur Risikofreude tendierten. Aber es bleibt für die Gemeinschaftswährung dennoch im September Stand heute ein Monatsverlust von rund 1,7 Prozent gegenüber dem Dollar übrig – der erste übrigens seit April. Dennoch würde es sich um den größten Minus-Monat seit Juli vergangenen Jahres handeln. Aber nicht zu vergessen: Der Euro überschritt am 3. September zuvor die Marke von 1,20 und notierte damit so hoch wie zuletzt...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1735)</strong>             Eigentlich war die Erholung des Euro vom gestrigen Handelstag schon längst überfällig, wenn man bedenkt, wie stark die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks am Montag zur Risikofreude tendierten. Aber es bleibt für die Gemeinschaftswährung dennoch im September Stand heute ein Monatsverlust von rund 1,7 Prozent gegenüber dem Dollar übrig – der erste übrigens seit April. Dennoch würde es sich um den größten Minus-Monat seit Juli vergangenen Jahres handeln. Aber nicht zu vergessen: Der Euro überschritt am 3. September zuvor die Marke von 1,20 und notierte damit so hoch wie zuletzt im Mai 2018.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12544" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/30092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/30092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/30092020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ängste vor Deflationsspirale</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Spätestens mit der Publizierung des vorläufigen deutschen Verbraucherpreisindex für den Monat September (-0,2 Prozent ggü. Vorjahr bzw. -0,4 Prozent in der harmonisierten Version) wurden bei nicht wenigen Akteuren und Analysten Befürchtungen wach, dass sich die Eurozone womöglich am Beginn einer deflationären Spirale befinden könnte. Zumal die Inflationsrate weit schlechter als im Mittel der Ökonomen erwartet ausgefallen war.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch wenn die Interpretation der Daten aufgrund der Corona-Situation weniger genau als zu normalen Zeiten sein mag, könnten sich die EZB-Entscheider möglicherweise zum Handeln gezwungen sehen. Natürlich wird man noch die Preisentwicklung in der Eurozone insgesamt abwarten müssen, aber für viele Marktteilnehmer ist die Erhöhung des PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) der EZB von derzeit 1.350 Mrd. Euro noch in diesem Jahr bereits eine ausgemachte Sache.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die acht Insider von der EZB</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die Angst vor einer importierten Deflation über einen zu festen Euro, wie sie bereits zu Anfang September schon einmal virulent war, ist mit den gestrigen Zahlen mancherorts wieder wachgerufen worden. Abgesehen davon, dass eine direkte Intervention gegen den Euro mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Falle eines neuerlichen Anstiegs nicht zu erwarten ist, ist die Situation im EZB-Rat offenbar nicht von Einigkeit gekennzeichnet. Zumindest wenn man einem Reuters-Beitrag vom Montag Glauben schenken mag. Danach sind sich die Mitglieder im EZB-Rat anscheinend darüber uneins, wie man die Wirtschaft der Eurozone möglichst unbeschadet durch eine zweite Covid-19-Welle führen kann. Dieses Bild zeichnete sich offenbar in Gesprächen mit acht EZB-Insidern ab, die allesamt mit intimen Kenntnissen über die Stimmung im höchsten Gremium der Zentralbank aufwarten konnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB-Rat offenbar gespalten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während die geldpolitischen Falken im EZB-Rat dem Vernehmen nach bereits bei der September-Sitzung bemängelten, die EZB [vertreten durch Christine Lagarde] würde positive ökonomische Daten, die, wie es im Sommer mehrfach der Fall war, die Erwartungen übertrafen, zu wenig berücksichtigen, sehen die Tauben das naturgemäß ganz anders. Angeblich wünschen sie sich von der EZB-Präsidentin eine stärkere Betonung der Wachstumsrisiken und der Gefahren, die von einem zu stark aufwertenden Euro ausgehen könnten. Aber die besagten acht Quellen ließen auch durchblicken, dass sich die Falken in der EZB angesichts der relativ günstigen Marktbedingungen für eine klammheimliche Verminderung der Anleihekäufe ausgesprochen hätten, um diese im Falle einer Verschlechterung der ökonomischen Lage wieder erhöhen zu können, ohne später beim PEPP-Programm noch einmal nachlegen zu müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gut möglich, dass sich die Händler gestern angesichts der anscheinend delikaten Situation im EZB-Rat verstärkt zu Euro-Käufen durchgerungen haben. Der daraufhin ansteigende Kurs des Euro wurde zumindest temporär an unserem ersten wichtigen Angebotsniveau bei 1,1740/45 aufgehalten und heute Nacht in Fernost mit Mühe überwunden. Damit hat sich die fragile Lage des Euro etwas verbessert, insbesondere solange nun <strong>1,1665</strong> an der Unterseite nicht mehr verletzt wird. Indes: Nur ein Überschreiten von <strong>1,1810/15</strong> würde die Euro-Bären entscheidend in die Grenzen weisen. Insgesamt lässt sich also feststellen, dass sich in diesem Fall die Auspizien für einen weiteren Euro Anstieg (insbesondere aufgrund der dann bestätigten vorangegangenen Fehlentwicklung an der Unterseite) noch einmal verbessern könnten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aus technischen Gründen erscheint der nächste <em>Dollar am Morgen </em>erst wieder am Freitag, den 2. Oktober</strong></span></p>
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			</item>
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		<title>Mit nachlassender Feuerkraft</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/mit-nachlassender-feuerkraft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 14:08:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schon bemerkenswert, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar jetzt die zweite Woche hintereinander praktisch auf dem gleichen Niveau beendet hat, auf dem er sie begonnen hatte. Und das trotz der wichtigen Zentralbanksitzung der EZB in der ersten und der US-Notenbank Fed in der darauffolgenden Woche. Offensichtlich wurden die Marktteilnehmer in beiden Fällen enttäuscht. Einmal von der EZB, die sich in Sachen Euro-Anstieg verbal sehr zurückhielt. Aber obwohl derartige Interventionen nun ausblieben, war die Gemeinschaftswährung nicht imstande, an Boden zu gewinnen. Auch von der Fed schienen sich die Händler in der abgelaufenen Woche mehr versprochen zu haben, als es ursprünglich den Anschein hatte. Den bereits eingeschlagenen Weg als richtig zu bezeichnen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>EUR USD (1,1835)</strong>             Es ist schon bemerkenswert, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar jetzt die zweite Woche hintereinander praktisch auf dem gleichen Niveau beendet hat, auf dem er sie begonnen hatte. Und das trotz der wichtigen Zentralbanksitzung der EZB in der ersten und der US-Notenbank Fed in der darauffolgenden Woche. Offensichtlich wurden die Marktteilnehmer in beiden Fällen enttäuscht. Einmal von der EZB, die sich in Sachen Euro-Anstieg verbal sehr zurückhielt. Aber obwohl derartige Interventionen nun ausblieben, war die Gemeinschaftswährung nicht imstande, an Boden zu gewinnen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12509" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/21092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/21092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/21092020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Einflussmöglichkeiten der Notenbanken limitiert</strong></span></h3>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auch von der Fed schienen sich die Händler in der abgelaufenen Woche mehr versprochen zu haben, als es ursprünglich den Anschein hatte. Den bereits eingeschlagenen Weg als richtig zu bezeichnen und die bestehenden Maßnahmen zu bekräftigen war offenbar nicht genug. So reagierten sowohl die Aktienmärkte als auch die Devisenhändler leicht verschnupft darauf, dass Notenbank-Chef Jerome Powell es unterließ, zusätzlich zu den bereits bestehenden Anleihekäufen von derzeit 120 Mrd. USD pro Monat zusätzliche quantitative Lockerungsmaßnahmen anzukündigen. Der Dollar konnte sich trotzdem nur kurzzeitig erholen und auch nicht den Euro signifikant – geschweige denn dauerhaft – unter Druck setzen. Kurzum: Man könnte die vergangenen beiden Wochen unter der Erkenntnis subsumieren, dass die Feuerkraft der Notenbanken zurzeit eher begrenzt zu sein scheint.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Schwer auflösbares Patt</strong></span></h3>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Tatsächlich wird die Rolle der Geldpolitik, zumindest was die USA betrifft, überschätzt. Vor allem, wenn die Fiskalpolitik nicht das Ihrige tut und nun endlich ein neues Stimulus-Paket verabschiedet. Allerdings gab es zum Wochenende nur wenig Indizien, dass die Pattsituation bei den Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern über neue Hilfen im US-Senat aufgelöst werden könnte. Zuletzt lagen die Positionen beider Parteien immer noch sehr weit auseinander.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auf der einen Seite stehen die Demokraten mit ihrem „allerletzten Angebot“, das letztlich ein Paket von 2,2 Billionen USD bedeuten würde. Auf der anderen Seite stehen die Republikaner, von denen einige sogar der Ansicht sind, man solle überhaupt kein zusätzliches Stimulus-Paket verabschieden. Und genau in so einem Moment betritt nun der weiße Ritter in Gestalt von US-Präsident Donald Trump die Bühne und spricht plötzlich von einem möglichen Paket von 1,5 Billionen USD. Gemessen am unteren Referenzpunkt von null US-Dollar und den 650 Milliarden USD, die die republikanische Seite möglicherweise anzubieten bereit gewesen wäre, sieht das schon richtig toll aus. Das ist Wahlkampf!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Unterschätzte US-chinesische Spannungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Wie es unterdessen dem US-Verbraucher geht, zeigte am Freitag die erste Schätzung zum Verbrauchvertrauen der Uni Michigan, das für den September nicht nur besser als erwartet ausgefallen war, sondern sogar ein Sechs- Monatshoch markierte. Aber für Jubel ist es dennoch zu früh, denn das Verbrauchervertrauen, das noch vor dem Ausbruch der Pandemie mit einem Indexstand von rund 100 Punkten brillierte, rangiert seit dem bisherigen Höhepunkt der Krise in einem vergleichsweise niedrigen Band zwischen 71 und 79 Punkten.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Völlig unterschätzt von den Finanzmärkten werden indes die Spannungen im US-chinesischen (Hightech-) Krieg. Spannungen, die durch den jüngsten Beschluss des US-Handelsministeriums, die Messenger App WeChat in den USA praktisch nicht mehr nutzbar zu machen, ein weiteres Mal verstärkt werden –</span><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><span style="color: #000000;"> die ähnlich schwierige Lage um die Kurzvideo-Plattform TikTok hat sich am Samstag dagegen scheinbar verbessert <a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></span>. Zumindest hat die jüngste Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern in der vergangenen Woche gezeigt, dass eine Eskalation im US-chinesischen Handelskrieg sich nicht mehr unter den drei meistgenannten Extremrisiken – angeführt von der Covid-19-Krise – befindet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>US-Anleihebestände Chinas unverändert</strong></span></h3>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass China über inländische Medien durchblicken ließ, seine US-Anleihebestände möglicherweise um 20 Prozent zu reduzieren. Davon ist jedoch in der jüngsten, allerdings auch schon wieder zwei Monate alten Aufstellung des US-Finanzministeriums, die am vergangenen Donnerstag publiziert wurde, nichts zu sehen. Denn die Bestände an von China gehaltenen US-Staatsanleihen lagen im Juli fast unverändert bei 1,073 Billionen USD.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Per Saldo bleibt der Euro also in seinem Aufwärtstrend, der derzeit durch eine Korrekturphase unterbrochen ist. Deren unteres Ende liegt aktuell bei <strong>1,1690</strong>. Allerdings ist nach dem erneuten Fehlversuch am vergangenen Donnerstag, eine deutlichere Bewegung nach unten loszutreten, und der anschließenden eindrucksvollen Erholung eine gewisse Stabilisierung (solange oberhalb von <strong>1,1785</strong>) eingetreten. Ein Ende der Korrekturphase wäre in jedem Fall erst nach Überschreiten von <strong>1,1945</strong> (modifiziert!) angezeigt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a> Im Streit um die Kontrolle von TikTok gab US-Präsident Donald Trump am Samstag offenbar seine Zustimmung zu einem Deal mit dem Softwarekonzern Oracle.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mit-nachlassender-feuerkraft/">Mit nachlassender Feuerkraft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Grünes Licht für Euro-Käufe?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2020 14:37:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Deviseninterventionen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun hat der Euro die Handelswoche mit einem winzigen Plus fast unverändert abgeschlossen. Und dies trotz der Aufregung wegen der Frage, ob die EZB dem Aufwärtstrend des Euro Einhalt gebieten würde oder nicht. Zumindest hat die EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag gezeigt, dass man sich über den Einfluss des relativ hohen Euro-Wechselkurses zum US-Dollar durchaus Gedanken macht, was dessen Auswirkungen wie zum Beispiel die einer importierten Deflation angeht. Tatsächlich aber überwog der Eindruck, dass sich Christine Lagarde derzeit nicht...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gruenes-licht-fuer-euro-kaeufe/">Grünes Licht für Euro-Käufe?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1845)</strong>             Nun hat der Euro die Handelswoche mit einem winzigen Plus fast unverändert abgeschlossen. Und dies trotz der Aufregung wegen der Frage, ob die EZB dem Aufwärtstrend des Euro Einhalt gebieten würde oder nicht. Zumindest hat die EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag gezeigt, dass man sich über den Einfluss des relativ hohen Euro-Wechselkurses zum US-Dollar durchaus Gedanken macht, was dessen Auswirkungen wie zum Beispiel die einer importierten Deflation angeht.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12481" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/14092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/14092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/14092020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich aber überwog der Eindruck, dass sich Christine Lagarde derzeit nicht besonders um den starken Euro schert. Zumindest erklärte die EZB-Chefin nach der Ratssitzung, es gebe keinen Grund für eine Überreaktion auf den Euro-Anstieg. Woraus einige Kommentatoren sogleich schlossen, dass nun der Markt grünes Licht erhalten habe, den Euro weiter nach oben treiben zu können, ohne den Eingriff der Zentralbank befürchten zu müssen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kaum direkte Interventionsmöglichkeiten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun kann man realistischerweise behaupten, dass die Interventionsmöglichkeiten der EZB ohnehin nicht allzu groß sein dürften – es sei denn, man würde eine noch lockerere Geldpolitik verfolgen, als dies ohnehin schon der Fall ist. Mit Verbalinterventionen allein hätte man die Gemeinschaftswährung sowieso nicht in den Griff bekommen. Allein schon der Gewöhnungseffekt an solche verbalen Eingriffe lässt die Wirkung derselben recht schnell verpuffen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es gab aber auch Marktteilnehmer, die hinter dem Statement von Christine Lagarde eine psychologische Komponente witterten. Denn die Verlautbarungen der EZB-Chefin ließen sich auch so interpretieren, als ob sie die Worte ihres Chefvolkswirts relativieren wollte. Denn Philip Lane hatte erst einige Tage zuvor betont, für die EZB sei die Entwicklung der Währung ein wichtiges Thema. Eine Aussage, die durch die EZB-Sitzung ihre Bedeutung sicherlich nicht verloren hat. Aber es gab eben trotzdem Akteure, die ein weiteres Statement von Philip Lane einen Tag nach der Ratssitzung fast als ein Nachtreten auffassten. So hatte Lane wiederholt deutlich gemacht, es gebe keinen Platz für Nachlässigkeit bei der Inflation.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Konsumentenpreise steigen deutlich</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Da hat Lane sicherlich recht, aber man sollte nicht vergessen, dass die Inflation – gemessen am Inflationsziel der EZB – nicht erst seit August viel zu niedrig ist. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die EZB primär und allein aufgrund des Wechselkurses ihren geldpolitischen Kurs lockern wird. Unterdessen gab es am Freitag aus den USA die Entwicklung der Konsumentenpreise zu vermelden. Die stiegen nämlich gegenüber dem Vormonat um 0,4 bzw. gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent und damit wesentlich stärker als von den Ökonomen erwartet. Gleiches gilt für die Kernrate, die mit 0,4 Prozent (ggü. Vormonat) bzw. 1,7 Prozent (ggü. Vorjahr) ausgewiesen wurde. Allerdings sollte man diesen deutlichen Veränderungen nicht zu viel Gewicht beimessen, sind sie doch letztlich ganz stark durch die Corona-Krise beeinflusst. Ganz besonders fällt nämlich der starke Anstieg für Gebrauchtwagen (+5,4 Prozent gegenüber Vormonat!) ins Gewicht – es handelt sich um den größten monatlichen Anstieg seit März 1969.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine hemmungslosen Eurokäufe</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Kursentwicklung des Euro in der vergangenen Woche zeigt jedenfalls, dass wahrscheinlich überwiegend kurzfristig orientierte Marktkräfte am Werk waren. Dafür sprechen auch die CFTC-Meldungen zu den spekulativen Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse, die sich per 8. September auf sehr hohem Niveau (198 Tsd. Kontrakte) hielten und sich demzufolge nicht verändert hatten. Damit wird deutlich: Das angebliche grüne Licht, das Christine Lagarde am Donnerstag gegeben haben soll, hat nicht zu hemmungslosen Eurokäufen mittelfristig orientierter Akteure geführt. Wahrscheinlich auch, weil besagte Positionen bereits bestehen. Außerdem reichte der kurzzeitige Anstieg der Gemeinschaftswährung auf <strong>1,1915</strong> (Auslöser für das Ende der derzeitigen Korrekturphase im Aufwärtstrend) auch nicht für eine Verbesserung der Ausgangsposition für den Euro aus. Dieser bleibt sogar anfällig für erneute Korrekturen in Richtung <strong>1,1690/95</strong>, insbesondere, wenn <strong>1,1790/95</strong> nicht gehalten werden kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Zentralbanksitzungen im Fokus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 04:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[BoJ]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-Notenbank ist bislang durch nie dagewesene drastische Maßnahmen aufgefallen, so dass der Druck, handeln zu müssen, bei der am Mittwoch endenden zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht allzu sehr auf der Fed lasten dürfte. Aber es gibt durchaus Kommentatoren und Analysten, die sich angesichts des jüngsten Entschlusses der Fed, selbst Junkbonds anzukaufen, einen weiteren folgerichtigen Schritt erhoffen: den Ankauf von Aktien. Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0820)</strong>             Ein recht ruhiger Tag für den Dollar liegt hinter uns. Und wenn man die gestrige recht erfreuliche Sitzung an den Aktienmärkten berücksichtigt, ist der zweite Korrekturtag für den Greenback relativ überschaubar ausgefallen. Auch der Euro schaffte es per Saldo, zwar weiteren Boden gut zu machen, aber vom Tagesgewinn von vorübergehend fast 60 Stellen war zum Handelsschluss gerade noch die Hälfte übrig geblieben.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11920" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bank of Japan machte den Anfang</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die relative Ruhe mag vielleicht angesichts der bevorstehenden Ereignisse in dieser Woche verständlich sein. Denn nach dem gestrigen recht datenarmen Tag richtet sich das Interesse der Marktteilnehmer auf Fed und EZB, die am Mittwoch bzw. Donnerstag im Anschluss an ihre Zentralbanksitzungen ihre Statements vorlegen werden. Die Bank of Japan (BoJ) hat dies bereits gestern getan und bekannte sich unter anderem wie erwartet zu unbegrenzten Anleihekäufen. Bereits jetzt ist die Bilanzsumme der BoJ größer als das japanische Bruttoinlandsprodukt, womit die Zentralbank neben derjenigen der USA und der Eurozone als die aktivste bezeichnet werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„Smart people are buying stocks right now” (Trump)</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die US-Notenbank ist bislang durch nie dagewesene drastische Maßnahmen aufgefallen, so dass der Druck, handeln zu müssen, bei der am Mittwoch endenden zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht allzu sehr auf der Fed lasten dürfte. Aber es gibt durchaus Kommentatoren und Analysten, die sich angesichts des jüngsten Entschlusses der Fed, selbst Junkbonds anzukaufen, einen weiteren folgerichtigen Schritt erhoffen: den Ankauf von Aktien. Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump insgeheim auch auf eine solche Entscheidung hofft. Ob er deswegen gestern im Rahmen einer Pressekonferenz äußerte, kluge Menschen würden gerade jetzt Aktien kaufen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings wäre eine solche Maßnahme nicht unumstritten, denn bereits jetzt sagen Kritiker der Fed nach, sie würde so eng mit dem Finanzministerium zusammenarbeiten, dass sie quasi ihre Unabhängigkeit als Zentralbank aufgegeben hätte. Indes: Während die Zentralbank ihre Bilanzsumme während der vergangenen Wochen deutlich aufgebläht hat, hat die Fiskalpolitik in den USA mit einer drastischen Erhöhung der Staatsverschuldung ihren Beitrag zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Corona-Krisen geleistet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Viel ökonomisches Zahlenwerk in der zweiten Wochenhälfte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Maßnahmen, die sich allerdings nicht in der ersten Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt zum ersten Quartal dieses Jahres niederschlagen werden – deren Ergebnis wird ebenfalls für Morgen erwartet; die Median-Schätzung der Ökonomen geht von einem annualisierten Minus von 3,9 Prozent aus. Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der mit der Größenordnung dieser Zahl wenig anfangen kann. Nur eines scheint sicher: Die Zahl wird – wie auch andere Wirtschaftsdaten in der zweiten Wochenhälfte – nicht gut ausfallen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat sich an der Position des Euro nicht viel geändert. Der kurzfristige Abwärtstrend (Potenzial bis <strong>1,0675</strong>) bleibt intakt, solange <strong>1,0895</strong> nicht überwunden worden ist. Gegenüber gestern hat sich die stützende Nachfragesituation für den Euro kurzfristig allerdings wieder etwas verschlechtert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>„Green shoots“ in Deutschland?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/green-shoots-in-deutschland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Dec 2019 05:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht ist es den bevorstehenden wichtigen Ereignissen in dieser Woche geschuldet, dass wir im Devisenhandel nach wie vor nur ganz geringe Kursausschläge notieren können. Aber man sollte sich auch von den beiden Notenbanksitzungen, die am Mittwoch (Fed) bzw. am Donnerstag (EZB) enden, nicht allzu viel Marktbewegendes versprechen. Die EZB, nun zum ersten Mal unter Leitung von Christine Lagarde, wird...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/green-shoots-in-deutschland/">„Green shoots“ in Deutschland?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1065)</strong>             Vielleicht ist es den bevorstehenden wichtigen Ereignissen in dieser Woche geschuldet, dass wir im Devisenhandel nach wie vor nur ganz geringe Kursausschläge notieren können. Aber man sollte sich auch von den beiden Notenbanksitzungen, die am Mittwoch (Fed) bzw. am Donnerstag (EZB) enden, nicht allzu viel Marktbewegendes versprechen. Die EZB, nun zum ersten Mal unter Leitung von Christine Lagarde, wird wahrscheinlich nicht mehr als ein paar gute Absichten (etwa die Überprüfung der geldpolitischen Linie) am kommenden Donnerstag verlautbaren lassen. Und die US-Notenbank dürfte sich tags zuvor ebenfalls bei neuen geldpolitischen Entscheidungen in Zurückhaltung üben. Dass der Leitzins unverändert belassen wird, gilt als so gut wie sicher.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11404" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/12/10122019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/12/10122019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/12/10122019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wenig Kurstreibendes trotz Risiken</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allenfalls bei den Prognosen, den sogenannten DOT-Plots, die im Rahmen der Dezember-Sitzung fällig werden, könnte sich die eine oder andere kleine Überraschung verbergen. Auch eine Diskussion über einen neuen Maßstab für das Inflationsziel (vgl. <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/12/02/fed-zu-wenig-im-fokus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) wäre denkbar. Indes: Die Mitglieder des Offenmarktausschusses werden angesichts des guten Arbeitsmarktberichts und der ungetrübten, optimistischen Verbraucherstimmung bestenfalls auf mögliche Risiken hinweisen, aber der US-Konjunktur im Großen und Ganzen einen nach wie vor guten Zustand attestieren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich gibt es auch noch weitere Unsicherheitsfaktoren wie die Wahl in Großbritannien in dieser Woche oder den ominösen 15. Dezember, an dem – Stand heute – die neuen Strafzölle der USA auf China-Importe in Kraft treten sollen. Zumindest für den Euro im Verhältnis zum US-Dollar sind die kurstreibenden Elemente und die Aussicht auf mehr Volatilität allerdings überschaubar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Positives aus Deutschland</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin gab es gestern Positives für die deutschen Exporte zu vermelden, die im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent – selbst entgegen der optimistischsten Erwartung der Ökonomen – gestiegen waren. Eine Zahl, die ganz und gar nicht in den Rahmen einer globalen Wachstumsabschwächung passt und die zumindest den schlecht ausgefallenen Auftragseingang der Industrie und die enttäuschenden Zahlen zur Industrieproduktion des Monats Oktobers in Sachen Wachstum etwas ausgleicht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzum: Für diejenigen Politiker, die in Deutschland angesichts eines Mini-Wachstums im dritten Quartal ohnehin den mancherorts geforderten fiskalischen Stimulus-Programmen eine Absage erteilten, dürften die gestrigen Zahlen zum Export Wasser auf die Mühlen bedeutet haben. Interessant: Ausgerechnet das US-Geschäft trug in besonderem Maße zum Rekordumsatz der deutschen Exporteure im Oktober bei. Ein Kommentator sprach sogar fast schon euphorisch von sogenannten „green shoots“, einer wirtschaftlichen Erholung im ökonomischen Winter.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so konnte der Euro gestern etwas zulegen, aber die Handelsspanne betrug mit Ach und Krach gerade einmal 30 Stellen. Zu wenig, um die Gemeinschaftswährung richtungsweisend zu beeinflussen. Nach wie vor bleibt der Euro stabil, solange <strong>1,1030 </strong>an der Unterseite gehalten werden kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/green-shoots-in-deutschland/">„Green shoots“ in Deutschland?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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