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	<title>Chartmuster Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Tue, 02 Feb 2021 05:57:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Schlechte Aussichten für den Euro</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2021 05:57:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Chartmuster]]></category>
		<category><![CDATA[Schneeballsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus-Programm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich möchte mich nicht zu lange mit der Fortsetzung des Aufstands der „Flashmob Trader“ aufhalten. Bereits am Sonntag war klar, dass der Silber-Markt der nächste sein würde, der von der Reddit Crowd angegriffen würde. Tatsächlich konnten sich einige Kommentatoren vorstellen, dass der Preis für eine Unze Silber durch sie zumindest mittelfristig auf 100 USD hochgetrieben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ich möchte mich nicht zu lange mit der Fortsetzung des Aufstands der „Flashmob Trader“ aufhalten. Bereits am Sonntag war klar, dass der Silber-Markt der nächste sein würde, der von der Reddit Crowd angegriffen würde. Tatsächlich konnten sich einige Kommentatoren vorstellen, dass der Preis für eine Unze Silber durch sie zumindest mittelfristig auf 100 USD hochgetrieben werden könnte. Und nicht umsonst stellte ich mir die ketzerische Frage, ob das nicht selbst eingefleischte Edelmetall-Bullen dazu verleiten würde, ihre langfristig und vielerorts über Jahre hinweg sorgsam angehäuften Bestände bei einem solchen Marktpreis loszuschlagen. Vielleicht auch schon vor Erreichen des runden 100-USD-Niveaus. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13033" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/02022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/02022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/02022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Geld geht vor Moral</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Viele Akteure haben sich natürlich Silber und vor allem Gold für den allergrößten Notfall zur Seite gelegt. Für den Fall, wenn alles zusammenbricht. Aber wann ist dieser Fall gegeben? Mir wird eines immer klarer – in meinem Blog zum Sonntag (<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/31/aufstand-der-aktien-underdogs/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) habe ich es vielleicht nicht deutlich genug herausgearbeitet:  Was als Kampf der Anleger-Communities gegen die Hedgefonds mit möglicherweise hehren Motiven begann, dürfte sich schon bald als Schneeballsystem entpuppen. Bei diesem gewinnen nur die ersten, die Initiatoren, richtig gut. Aber spätestens, wenn die mancherorts zumindest als Buchgewinne angehäuften Reichtümer (bei einigen Protagonisten geht es dem Vernehmen nach mittlerweile um die Größenordnung eines Eigenheims und mehr) durch Gewinnmitnahmen anderer Akteure dahinschmelzen, dürfte der eigene Elan beim bildlichen Sturm auf die Bastille erschlaffen. Im Gegensatz zu den Revolutionären von 1789 merkt es heutzutage niemand, wenn man sich aus der anonymen Reddit Crowd klammheimlich auf Französisch verabschiedet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein kleingeredetes US-Rettungspaket</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In all den leidenschaftlichen Diskussionen, die auch gestern zum besagten Thema geführt wurden, hat bei den Finanzmarktakteuren möglicherweise eine andere Geschichte zu wenig Beachtung gefunden. Es geht um das Stimulus-Programm von US-Präsident Joe Biden, das nach dessen Wunsch einen Umfang von 1,9 Billionen USD umfassen soll. Nun hat eine Gruppe von 10 republikanischen Senatoren ihr eigenes Konjunkturpaket formuliert, zu dem sie bereit wären, mit Joe Biden zusammenzuarbeiten. Denn mit einer Mehrheit von 60 Stimmen (50 Demokraten und 10 Republikaner) könnte ein nervenaufreibendes Filibustering umgangen und ein Paket zügig durch den Senat gebracht werden. Allerdings ist der Vorschlag der kompromissbereiten Republikaner geradezu bescheiden: Der Plan sieht gerade einmal ein Volumen von 618 Mrd. USD vor. Vielleicht war das auch ein Grund, warum der US-Dollar gestern gut nachgefragt war. Abgesehen von positiven Wirtschaftsdaten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Techniker sind am Zug</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht geht es aber auch nur um den Versuch, ein vielerorts sichtbares Chartbild zu komplettieren, das etwa für den Euro gegenüber dem Dollar als Head &amp; Shoulders Formation gedeutet wird. Eine Formation, die spätestens mit einem Schlusskurs unterhalb von 1,2050, verbunden mit einem laut technischen Analysten allerdings bescheidenen Kursziel von 1,1750, vollendet wäre. Dass ich von solchen Formationen nicht viel halte, habe ich bereits <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/27/plaedoyer-fuer-den-dollar/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span> und früher <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/2015/09/11/unsterbliche-technische-analyse/" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;">HIER</span></a></strong> zum Ausdruck gebracht. Denn diese vielerorts leicht verfügbare Information könnte sich schnell ins Gegenteil verkehren, wenn sich große, schwere Marktteilnehmer in der Hoffnung auf Liquidität der technisch orientierten Trader klammheimlich unterhalb von 1,2050 auf die Kaufseite stellen würden. Mit dem Resultat, dass statt einer starken Abwärtsbewegung eine Fehlentwicklung in die andere Richtung entstehen würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was jedoch <strong>für</strong> einen schwächeren Euro spricht, ist der Umstand, dass das Gros der Akteure bereits im Euro investiert, sprich: long ist. Als Indiz werte ich hierfür, dass sich die beachtliche Höhe der spekulativen Euro-Long-Positionen in Chicago per vergangenem Dienstag (vergleiche CFTC-Meldung vom Freitag) nicht verringert hat. Mit anderen Worten: Die bereits seit Tagen laufende Euro-Korrektur im mittelfristigen Aufwärtstrend hat das Zeug, sich unterhalb von <strong>1,2000/05</strong> fortzusetzen; diese ungünstige Situation für den Euro würde sich nach wie vor erst nach Überschreiten von <strong>1,2235</strong> stabilisieren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ungewöhnliche Unruhe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 05:54:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Chartmuster]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise gestaltet sich vor dem Ende von US-Notenbank-Sitzungen das Handelsgeschehen bei den Währungen ruhig. Aber gestern überschlugen sich die Ereignisse, da die Aktienmärkte auch hierzulande recht deutlich unter Druck gerieten. Dabei sah es zum Stichpunkt der Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt (10:00 Uhr) noch nicht nach einer dramatischen DAX-Schwäche aus, zumal die Stimmung der Investoren fast [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Normalerweise gestaltet sich vor dem Ende von US-Notenbank-Sitzungen das Handelsgeschehen bei den Währungen ruhig. Aber gestern überschlugen sich die Ereignisse, da die Aktienmärkte auch hierzulande recht deutlich unter Druck gerieten. Dabei sah es zum Stichpunkt der Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt (10:00 Uhr) noch nicht nach einer dramatischen DAX-Schwäche aus, zumal die Stimmung der Investoren fast neutral war. Aber die Abwärtsbewegung gewann an Dynamik und endete zunächst einmal dort, wo ich (vgl.<span style="color: #000000;"> <a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/1cc26832-1d21-4c99-b467-24804a2ecb40" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a></span>) Nachfrage institutioneller Investoren erwartete, nämlich in der Mitte der Zone zwischen 13.450 und 13.500 DAX-Zählern. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13019" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/28012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/28012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/28012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar gut gefragt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch im Devisenhandel kam Einiges in Bewegung, weil der US-Dollar mit einem Male überraschend stark nachgefragt war. Nicht die Richtung stellte die eigentliche Überraschung dar, sondern die Schnelligkeit, mit der sich die Kursentwicklung vollzog. Dies war sicherlich auch der an den Aktienmärkten aufgekommenen Risikoaversion geschuldet. Der Euro fiel jedenfalls gegenüber der Eröffnung um rund 100 Stellen und landete ziemlich exakt auf dem für technisch orientierte Analysten wichtigen Niveau von 1,2050, um sich von dort zunächst allerdings wieder eindrucksvoll zu befestigen. Darunter wäre (vgl. meinen gestrigen Kommentar <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/27/plaedoyer-fuer-den-dollar/" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;">HIER</span></a></strong>) nach Lesart der Charttechniker eine Umkehrformation mit größerem Schwächepotenzial komplettiert worden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Delikate Aufgabe für Jerome Powell </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun blieb es dem Fed-Präsidenten Jerome Powell vorbehalten, das Ergebnis der am Abend endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) mit allem nötigen Feingefühl zu kommunizieren. Natürlich erwarteten die Marktteilnehmer, dass die Fed ihren lockeren geldpolitischen Kurs für dieses Jahr beibehalten und bestätigen würde. Würde sich Powell zu taubenhaft zeigen, müsste er sich allerdings möglicherweise den Vorwurf gefallen lassen, die derzeit vielerorts diskutierte Spekulationsblase an den Aktienmärkten weiter anzuheizen, war zu hören. Ein falsches Wort, das in die andere Richtung weist, zusammen mit den Anfang Januar aufgekommenen Tapering-Diskussionen einiger FOMC-Mitglieder, die zuletzt im Keim erstickt wurden, würde, so die mancherorts zu vernehmende Diskussion, die Blase womöglich zum Platzen bringen. Eine delikate Aufgabe für den Fed-Präsidenten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Überraschungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Erwartungsgemäß hat die US-Notenbank den Leitzins und das Volumen der Anleihekäufe unverändert belassen. Auch hat sie ihr Commitment zu einer lockeren Geldpolitik bekräftigt. Darüber hinaus machte Fed-Chef Jerome Powell in der Pressekonferenz noch einmal klar, dass jedwede Diskussion über einen möglichen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der derzeitigen Geldpolitik verfrüht sei. Vielmehr als die Gefahr einer möglichen Inflation befürchte er, dass eine komplette wirtschaftliche Erholung nicht erreicht werden könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In der weiteren Folge bleibt der US-Dollar gefragt und setzt den Euro unter Druck, mit dem Risiko, dass nach Unterlaufen von <strong>1,2100/05</strong> das Momentum des mittelfristigen Aufwärtstrends vollends zum Erliegen kommt. Ein Ende der Korrekturphase ist auf der anderen Seite nach wie vor erst oberhalb von <strong>1,2235</strong> zu erwarten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ungewoehnliche-unruhe/">Ungewöhnliche Unruhe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Plädoyer für den Dollar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2021 05:46:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[CFTC]]></category>
		<category><![CDATA[Chartmuster]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch gestern präsentierte sich der Dollar-Handel in recht unaufgeregter Verfassung, als ob in den kommenden Wochen nichts Dramatisches passieren sollte. Der Euro produzierte gegenüber den Greenback gerade einmal eine Handelsspanne von rund 70 Stellen und wartete mit einem kleinen Tagesgewinn auf. Vielleicht ist auch die heute zu Ende gehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/plaedoyer-fuer-den-dollar/">Plädoyer für den Dollar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch gestern präsentierte sich der Dollar-Handel in recht unaufgeregter Verfassung, als ob in den kommenden Wochen nichts Dramatisches passieren sollte. Der Euro produzierte gegenüber den Greenback gerade einmal eine Handelsspanne von rund 70 Stellen und wartete mit einem kleinen Tagesgewinn auf. Vielleicht ist auch die heute zu Ende gehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) dafür verantwortlich, dass der Wechselkurs keinen größeren Ausschlag in die eine oder andere Richtung produziert hat. Indes: Es hat nicht den Anschein, als ob das FOMC seine Strategie ändern würde. Zumal auch nur ein unbedachtes Wort der Offiziellen in Richtung Tapering, ein schrittweises Zurückfahren der Anleihekäufe, für Unruhe an den Aktienmärkten sorgen könnte.<img decoding="async" class="alignright wp-image-13000" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/27012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/27012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/27012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Warten auf den Euro-Anstieg</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Ausgangsposition des Euro angeht, ist die grundlegende Einstellung der Akteure deutlich. Das Gros geht davon aus, dass sich der Dollar am Ende weiter abschwächen wird, zumal Janet Yellen in den USA gestern als erste US-Finanzministerin vereidigt wurde. Allerdings hat sich der US-Dollar seit der Stichwahl in Georgia, die bekanntlich zugunsten der Demokraten ausging, nicht mehr weiter abgeschwächt. Im Gegenteil, der Greenback hat seither deutlich korrigiert und hat den Euro wenn auch nicht dramatisch, aber dennoch sichtbar unter Druck gesetzt. Dennoch spricht einiges dafür, dass sich die Euro Long-Positionen der Akteure in dieser Phase erhöht haben. Ein kleines Indiz stellt die Entwicklung der spekulativen Euro-Long Positionen an der Chicagoer Terminbörse dar, die sich laut CFTC-Meldung bis zum vorvergangenen Dienstag um rund 14 Prozent erhöht hatten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… und ein technisches Argument dagegen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn ich von Chartbildern als Prognoseinstrument nicht viel halte, vor allem, weil sie als leicht verfügbare Information mittlerweile für jedermann erhältlich sind und so mehr schlecht als recht funktionieren (vgl. mehr dazu <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/29/sentiment-vom-29-mai-dax-eine-self-fulfilling-prophecy/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>), dürften einige technische Analysten eine fast komplette Euro-Formation entdeckt haben. Gemeint ist eine sogenannte Head &amp; Shoulders Umkehrformation, die den vorherrschenden mittelfristigen Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung nach gängiger Lesart mit einem Unterschreiten von 1,2045 beenden würde. Vielleicht klappt es mit dieser Formation ja dieses Mal. Zumal eine EUR/USD-Abwertung vielen Akteuren nicht in den Kram passen würde. Und fundamental schon gar nicht, weil man mit dem Regierungswechsel in den USA davon ausgeht, dass unter demokratischer Ägide ordentlich Geld gedruckt und Inflation produziert, weitere Dollarschwäche damit programmiert wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Was nun für den Dollar spricht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen davon, dass bereits das derzeitige große Konjunkturprogramm im Umfang von 1,9 Billionen USD in dieser Größenordnung nicht – und schon gar nicht schnell – den Kongress passieren dürfte, gibt es allerdings auch noch einen anderen politischen Aspekt, der nun für den Dollar spricht. Unter US-Präsident Donald Trump hatten die USA in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, sie seien unter Umständen bereit, unliebsamen Staaten den Zugang zum US-Finanzsystem und damit zu ihren Dollar-Konten zu versperren – ein derartiges Szenario hatte ich in den vergangenen Jahren immer wieder, insbesondere <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/09/29/kurzer-blick-in-pandoras-buechse/" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a></span> und <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/31/sinkflug-in-zeitlupe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a></span>, skizziert. Mit der Folge, dass es deswegen zu Umschichtungen aus dem Dollar in Richtung Euro gekommen sein könnte. Mit der Präsidentschaft Joe Bidens könnten sich derartige Kapitalströme jedoch in der Zukunft als obsolet erweisen; ein Kaufargument für den Dollar also. Wie auch immer: Der Euro bleibt in seinem schwachen Aufwärtstrend innerhalb einer korrektiven Entwicklung gefangen. Und dieser Zustand dürfte immer noch frühestens nach Überschreiten von<strong> 1,2235</strong> beendet werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Und plötzlich scheint die Welt wieder in Ordnung</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/und-ploetzlich-scheint-die-welt-wieder-in-ordnung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 04:50:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[Chartmuster]]></category>
		<category><![CDATA[Save Haven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie schon so oft in den vergangenen Monaten bedurfte es nur eines Wochenendes, um eine schlechte Stimmung in Optimismus zu drehen. Dies gilt zumindest für die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks, die sich gestern eindrucksvoll erholten. So etwa der heimische DAX mit einem Tages-Plus von rund 3,2 Prozent. Wo doch noch am Freitag zum x-ten Mal angeblich mit Unterlaufen von 12.500 DAX-Zählern...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/und-ploetzlich-scheint-die-welt-wieder-in-ordnung/">Und plötzlich scheint die Welt wieder in Ordnung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1665)</strong>             Wie schon so oft in den vergangenen Monaten bedurfte es nur eines Wochenendes, um eine schlechte Stimmung in Optimismus zu drehen. Dies gilt zumindest für die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks, die sich gestern eindrucksvoll erholten. So etwa der heimische DAX mit einem Tages-Plus von rund 3,2 Prozent. Wo doch noch am Freitag zum x-ten Mal angeblich mit Unterlaufen von 12.500 DAX-Zählern eine Chart-Formation nach unten losgegangen (Tief 12.342) war. Aber diejenigen, die auf dieses zugegebenermaßen extrem bearishe Signal gesetzt hatten, mussten erneut an einem Wochenbeginn mit einer heftigen, schmerzhaften Gegenbewegung von zeitweise über 4 Prozent umgehen. Die dahinter stehende Short-squeeze beweist einmal mehr, wie fragwürdig charttechnische Muster<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span style="color: #000000;"><strong>[1]</strong></span></a> sind, wenn sie für das Gros der Akteure bekannt sind.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12539" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/29092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/29092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/29092020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Brexit-Optimismus kehrt zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass sich eigentlich an der Risiko-Gemengelage nicht viel geändert hat, zeigt zumindest die Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro – letzterer notiert gegenüber dem vergangenen Freitag auf dem fast identischen Niveau von 1,1665. Dies ist nicht gerade ein Zeichen überbordender Risikofreude, wie wir sie am Aktienmarkt erleben durften. Zumal das „Aufbäumen“ des Euro noch nicht einmal für einen Test von <strong>1,1740/45</strong> reichte. Unterdessen hatten die Akteure und Kommentatoren gestern Vormittag ihre liebe Not, eine Begründung für die starke Nachfrage nach Aktien der Eurozone zu finden. Zumal sich die Corona-Sorgen eigentlich nicht verringert haben. Aber glücklicherweise fand man heraus, dass sich womöglich die Brexit-Situation mit einem Male wesentlich optimistischer bewerten lässt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Durch die Hintertür in den „Tunnel“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zwar ist es noch nicht allzu lange her, dass mit der sogenannten „Internal Market Bill“, Teile des sogenannten Nordirland-Protokolls im EU-Ausstiegsvertrag in Frage gestellt wurden. Aber die britische Regierung hat diesen Gesetzentwurf nach den ersten Abstimmungsrunden im Unterhaus offenbar in eine Parkposition verschoben, denn mit einer endgültigen Abstimmung wird wohl erst im Dezember gerechnet. Also deutlich nach der Deadline für Verhandlungen, die der britische Premierminister Boris Johnson für Mitte Oktober vorgesehen hatte. Dieser gerät allerdings zunehmend unter Druck. Denn als Krisenmanager ist er angesichts steigender Covid-19-Infektionszahlen keinesfalls unumstritten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zumindest hat sich nun klammheimlich eine diplomatische Hintertür geöffnet, um doch noch zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. So treffen sich zunächst heute EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein britisches Pendant David Frost zur neunten Verhandlungsrunde, an deren Ende man zumindest vereinbaren könnte, in einen sogenannten „Tunnel“ zu gehen. Darunter versteht man die finale Phase von diplomatischen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, um am Ende doch noch zu einem Ergebnis in einer scheinbar festgefahrenen Situation zu kommen. Immerhin befestigte sich das britische Pfund gegenüber dem Euro nicht nur wegen dieses wieder aufgeflammten Optimismus bereits seit Mittwoch vergangener Woche zeitweise um 1,6 Prozent.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Devisenhändler bleiben vorsichtig</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während sich also die Aktienhändler anscheinend in Optimismus ergehen, sind die Devisenhändler doch wesentlich vorsichtiger. Man ist vielerorts gerade hinsichtlich der sich wahrscheinlich schwierig gestaltenden US-Wahlen geradezu risikoavers. Zumindest hat sich offenbar die Zahl derjenigen Strategen erhöht, die deswegen den Greenback als „sicheren Hafen“ für die Investoren ansehen. Obwohl es eigentlich paradox ist, dass man ausgerechnet dort den sicheren Hafen sucht, wo sich der Ursprung dieser Risiken befindet (vgl. meinen Kommentar <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/09/25/flucht-in-einen-unsicheren-hafen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000000;">HIER</span></a></strong>). Und so ist zumindest bei den Analysten nicht mehr viel von der Euro-Liebe vom Monatsanfang übrig geblieben. Auch aus unserer Sicht bleibt die Situation der Gemeinschaftswährung (mit Abwärtspotenzial bis <strong>1,1490</strong>) fragil, solange sie sich unterhalb von <strong>1,1740/45</strong> bewegt. Darüber hinaus ist das Maß der Dinge ohnehin das Niveau von <strong>1,1810/15</strong>. Denn jenseits davon wäre die Gemeinschaftswährung tatsächlich aus dem Schneider.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a></span> Charttechniker hatten eine sogenannte Head &amp; Shoulders Umkehrformation, eine bearishes Formation, identifiziert.</span></p>
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		<title>Böses Wachstum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2017 14:52:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen Sprung der Gemeinschaftswährung ein besser als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum in Deutschland verantwortlich, da dieses ja letztlich auch der Eurozone zugutekäme. Eine Begründung, die auf den ersten Blick durchaus plausibel erscheint, aber angesichts der ohnehin ausgesprochen positiven Erwartungshaltung hinsichtlich des hiesigen Wirtschaftswachstums eigentlich niemanden mehr derart überrascht haben sollte, dass er sich eiligst mit Euro eingedeckt hat. Zumal die Börsianer sich der positiven Bewertung der deutschen Wachstumszahlen offensichtlich nicht anschließen wollten. Den während der Euro nach oben kletterte, sackte gleichzeitig der DAX nach unten ab: Was anfangs nur wie eine harmlose Korrektur aussah, hat sich nun doch zu einer etwas kräftigeren Reaktion als vielerorts erwartet ausgewachsen.</p>
<p>Diese recht kräftige DAX-Korrektur, die seit dem Allzeithoch vom 7. November per Schlusskurs gestern eine Größenordnung von 3,6 Prozent erreichte, während der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 während des gleichen Zeitraums nicht einmal ein Prozent an Wert verlor, ist angesichts der jüngsten ökonomischen Entwicklung hierzulande sogar noch weniger zu begreifen. Ein Blick auf die gestern veröffentlichte BofA Merrill Lynch Fondsmanager-Umfrage, die vom 3. bis 9. November erhoben wurde, bringt jedoch etwas Licht ins Dunkel. Denn nachdem im Oktober noch netto 58 Prozent der Befragten angaben, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein, hat sich dieser Saldo nunmehr auf 47 Prozent verringert. Diese Kapitalabflüsse könnten dafür gesorgt haben, dass der Euro während der vergangenen Wochen eine für Chartgläubige wunderschön geschnittene Head &amp; Shoulders Umkehrformation vollendet hatte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction statt self-fulfilling prophecy</strong></p>
<p>Aber, wie schon häufiger in der Vergangenheit zu beobachten, sind es gerade diese sauber geschnittenen Muster, die nicht nur von Profis sofort erkannt und mit entsprechenden Engagements belegt werden, die dann aber nicht das halten, was sie eigentlich versprechen: Im Falle des Euro handelte es sich um deutlich fallende Kurse, die dieser Theorie zufolge durchaus das Niveau von 1,13 USD hätten erreichen sollen. Gestern ist nun auch aufgrund von kräftigen Stopp-Loss-Käufen (auch enttäuschter Chart-Follower) diese Baisse-Formation des Euro eindrucksvoll zerstört worden (vgl. etwa <a href="https://www.godmode-trader.de/analyse/eurusd-starke-intraday-kaeufe-sks-topformation-erstmal-geschichte,5610320" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a>).</p>
<p>Was übrigens mit den verkauften Aktien der ausländischen Kapitalanleger geschehen ist, können Sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Jahresschlussrallye-nur-ein-Wintermaerchen-2319151" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">HIER</span></strong></a> in schriftlicher Form oder via Skype-Interview<span style="color: #ff0000;"> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=n7GUMT1uUi0" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a></span> von mir erfahren. Beide Kommentare habe ich wie immer für die Börse Frankfurt erstellt.</p>
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		<title>Unsterbliche Technische Analyse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2015 08:14:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich vorgestern im Finanzteil der online-Ausgabe der FAZ las, dass fundamentale Aktienanalysen praktisch wertlos seien[1], dachte ich mir, diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu. Aber der Beitrag geht noch weiter, da er sich auf eine Studie stützt[2], die die Prognosen der Fundamentalanalysten mit denen von technisch orientierten Prognostikern vergleicht. Natürlich haben die Techniker besser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich vorgestern im Finanzteil der online-Ausgabe der FAZ las, dass fundamentale Aktienanalysen praktisch wertlos seien<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, dachte ich mir, diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu. Aber der Beitrag geht noch weiter, da er sich auf eine Studie stützt<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>, die die Prognosen der Fundamentalanalysten mit denen von technisch orientierten Prognostikern vergleicht. Natürlich haben die Techniker besser abgeschnitten, werden jetzt einige meiner Leser sagen. Das sei doch auch nicht überraschend. Auch ich kam ins Grübeln, zumal ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Technische Analyse seit einiger Zeit hierzulande eine regelrechte Renaissance erfährt. So viel wie jetzt anlässlich der jüngsten Korrektur in den globalen Aktienmärkten wurde selten über die 200-Tage-Linie diskutiert. Bekanntermaßen habe ich Vorbehalte gegen diese Betrachtungsweise, die ich <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ungebrochener-mythos/"><strong>HIER</strong></a> schon einmal geäußert habe.</p>
<p>Das Interessante an dieser Studie ist indes die Erkenntnis, dass die Prognosen der Charttechniker nur bei Einzelaktien treffsicherer sind als die der „Fundis“. Geht es um Aktienindices oder andere Anlageklassen wie Staatsanleihen oder Rohstoffe, treffen die Vorhersagen der Techniker anscheinend genauso wenig ein wie die der Fundamental-Analysten. Verwenden die technischen Analysten bei der Analyse von Aktien womöglich weniger bekannte Indikatoren, um aus den Chartbildern verborgene Informationen –</p>
<p>möglicherweise sogar Insider-Trading-Muster – zu extrahieren, die sich nur auf die einzelnen Unternehmen beziehen? Das wären Informationen, die sich naturgemäß in den breiteren Indices verflüchtigen müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction</strong></p>
<p>Auch ich habe mich vor langer Zeit (und das mit Herzblut) mit der so genannten technischen Analyse beschäftigt und habe Formationen und Kursverläufe der Vergangenheit studiert, um aus früheren Marktpositionierungen der Akteure Rückschlusse zu ziehen, zu welchen Preisen sich in der Zukunft Angebot und Nachfrage  ergeben könnten. Ich habe aber die Chartanalyse vor langer Zeit nicht auf den Müllhaufen geworfen, weil diese Methode immer gerne mit Verschwörungstheoretikern und Kaffeesatzlesern in Verbindung gebracht wurde. Sondern, weil ich durch das Studium der Behavioral Finance zu der Erkenntnis gelangt war, eine tickende Zeitbombe in der Hand zu haben. Allein schon deswegen, weil auch Chartisten vor der selektiven Wahrnehmung von grafischen Bildern genauso wenig gefeit sind, wie Ökonomen und Händler vor der selektiven Auswahl Ihrer Informationen.</p>
<p>Jeder soll mit seiner Lieblingsanalysemethode glücklich werden. Und ich will auch gar nicht den Stab über technische Analysten brechen. Ein Irrglaube hält sich jedoch, immer noch hartnäckig: Die Idee, dass Charts vor allen Dingen deswegen gut funktionierten, weil so viele Akteure ihnen folgen. Genau diese sich selbst erfüllende Prophezeiung wurde mir schon vor Jahrzehnten von Kritikern immer wieder entgegengehalten.</p>
<p>Wenn das doch nur gestimmt hätte!</p>
<p>Leider habe ich immer wieder das Gegenteil erfahren. Denn je mehr Chartjünger an einem bestimmten weithin kommunizierten Preisniveau als Folge bestimmter Kauf-oder Verkaufssignalen handeln, desto schneller und kräftiger reagieren die Kurse an dieser Stelle, so dass der kleine vermeintliche Vorteil gegenüber der Masse der Marktteilnehmer schnell dahinschmilzt. Man könnte auch sagen, aus der self-fulfilling prohecy wird mit zu starkem Gebrauch eines Handelsansatzes jedweder Art eine self-fulfilling destruction, eine sich selbst erfüllende Zerstörung. Weil sich große, schwere Marktteilnehmer freuen, wenn eine Analysemethode – dazu gehören auch fundamentale und ökonomische Analysen – en vogue ist. Nicht weil sie ihren Signalen folgen möchten. Im Gegenteil. Solche Marktteilnehmer können nur dann weitestgehend unbemerkt etwa als Käufer agieren, wenn möglichst viele der anderen Akteure an den „Untergang“ glauben. Oder verkaufen, wenn der Rest der Welt euphorisch ist.</p>
<p>Am Ende ist die Aufzeichnung vergangener Kurse dennoch sinnvoll – sofern sie man unvoreingenommen wahrnimmt und die richtigen Schlüsse aus Ihnen zieht. Chartmuster, Wolkenbilder und die Prognosen aus 200-Tage-Linien gehören für mich jedenfalls nicht dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Vgl. Kuls, Norbert in FAZ.net, gelesen am 9. September 2015: <em>„Fundamentale Aktienanalyse ist praktisch wertlos“</em></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Avramov D., Kaplanski G., Levy H.: <em>Talking Numbers: Technical versus Fundamental Recommendations, </em>Version vom 20. August 2015<em>, </em>Hebrew University of Jerusalem und Bar-Ilan University, Israel</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/unsterbliche-technische-analyse/">Unsterbliche Technische Analyse</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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