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	<title>Verankerungsheuristik Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Psychogramm einer Fed-Sitzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2019 04:57:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast hat es den Anschein, als ob bereits Marktkonsens darüber besteht, dass alles andere als ein klares taubenhaftes Signal der US-Notenbank von den Teilnehmern an den Finanzmärkten mit Enttäuschung quittiert würde. Die Vorstellung davon, wie nun dieses klare Signal konkret aussehen könnte, richtet sich mittlerweile nicht einmal mehr nach den ökonomischen Notwendigkeiten. Vielmehr spielt die Psychologie eine ganz wesentliche Rolle. Und zwar dergestalt, dass bereits extreme psychische Anker im Markt wirksam sind, an denen... </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1230)</strong>             Eigentlich kann man diesen Satz mittlerweile nicht mehr hören, dass der Markt angeblich nur auf die am Mittwoch endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) warte. Dazu mag auch der gestrige ökonomisch datenarme Montag beigetragen haben. Immerhin: Auf dem Terminplan dürfte bei dem einen oder anderen Akteur der Monatsbericht der Deutschen Bundesbank für Juni gestanden haben. Laut diesem Bericht geht die Bundesbank von einem Dämpfer für die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal aus. Zur Begründung führt sie so genannte Sondereffekte im ersten Quartal an, die das Wachstum angekurbelt hätten, aber nun im zweiten Quartal auslaufen oder sich gar umkehren würden. Aber auch die Aussage, dass die „konjunkturelle Grundtendenz“ nach wie vor schwach sein würde, hat die Händler nicht sonderlich beeinflusst. Im Gegenteil: Der Euro konnte sich im Tagesverlauf sogar minimal erholen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-10710" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/18062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzum: Die Erwartungen an die US-Notenbank bestimmen naturgemäß die Szenerie. Dabei scheint es eigentlich nur noch darum zu gehen, wie taubenhaft sich die Fed in ihrem Statement am Mittwochabend und in der darauf folgenden Pressekonferenz gerieren wird. Und fast hat es den Anschein, als ob bereits Marktkonsens darüber besteht, dass alles andere als ein klares taubenhaftes Signal der Notenbank von den Teilnehmern an den Finanzmärkten mit Enttäuschung quittiert würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Über den Anker „klares Signal“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Vorstellung davon, wie nun dieses klare Signal konkret aussehen könnte, richtet sich mittlerweile nicht einmal mehr nach den ökonomischen Notwendigkeiten. Vielmehr spielt die Psychologie eine ganz wesentliche Rolle. Und zwar dergestalt, dass bereits extreme psychische Anker im Markt wirksam sind, an denen das Adjektiv „klar“ gemessen wird. Egal, ob diese Anker Sinn machen oder nicht. Einer davon ist ganz geschickt von Larry Kudlow gesetzt (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/17/durch-nichts-zu-erschuetterndes-vertrauen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) worden. Dem ökonomischen Chefberater des US-Präsidenten liegt natürlich nichts ferner, als die Entscheider in der Notenbank beeinflussen zu wollen. Allein: Kudlow würde es natürlich sehr freuen, wenn die Notenbank – entgegen der Erwartung der Marktmehrheit – den Leitzins bereits am kommenden Mittwoch um 25 Basispunkte senken würde. Ein Anker, der sich wahrscheinlich eher unbewusst in den Köpfen der Akteure festgesetzt hat. So gesehen ist alles, was nicht dieser Extremforderung entspricht, eigentlich schon eine Enttäuschung. Zumal eine Zinssenkung von 25 Basispunkten im Juli ohnehin schon eingepreist ist. Ob da gesenkte Zinsprognosen der FOMC-Mitglieder, niedrigere DOT-Plots für die kommenden Monate, genügen? Wahrscheinlich nicht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Schützenhilfe für Trump?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf der anderen Seite würde sich der Offenmarktausschuss, sollte er tatsächlich bereits in dieser Woche die Zinsen senken, möglicherweise dem Vorwurf aussetzen, er habe dem Druck der Märkte und letztlich auch demjenigen des US-Präsidenten nachgegeben. Und so gibt es durchaus Kommentatoren, die die Ansicht vertreten, dass ein so gestärkter Donald Trump nur wenig Veranlassung sehen könnte, im US-chinesischen Handelsstreit alsbald zu einem Kompromiss zu gelangen. Eigentlich ließ Trump bereits am vergangenen Wochenende durchblicken, er sehe keine große Notwendigkeit mehr, sich am Rande des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs am 28./29. Juni in Osaka mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping zu treffen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber per Saldo ist für die Marktteilnehmer eben entscheidend, wie sehr ihre Erwartungen, die man eigentlich fast nicht mehr toppen kann, erfüllt, oder besser gesagt, enttäuscht werden. Und deswegen ist auch schwer vorstellbar, dass sich der Dollar alleine aus dieser Sichtweise heraus kurzfristig stärker abschwächen könnte. Das gleiche gilt natürlich umgekehrt für eine Befestigung des Euro. So dürfte die derzeitige Konsolidierungszone zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1345</strong> weiterhin Bestand haben, wobei ein Test und möglicherweise ein leichter Durchbruch bei <strong>1,1110</strong> wahrscheinlicher sind. Allerdings dürfte in diesem Fall bereits bei <strong>1,1045/50</strong> die altbekannte langfristige Nachfrage (vgl. meinen Beitrag vom 4. Juni <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/04/auferstehung-des-euro/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) einem größeren Einbruch des Euro entgegenstehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 15:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Selten hat eine Präsidentschaftswahl in den USA die westlichen Gesellschaften so gespalten. Und auch knapp eine Woche nach der Wahl scheinen sich viele Menschen noch nicht an deren Ergebnis gewöhnt zu haben. Vor allem, weil sich die Umfrageinstitute in dramatischer Weise geirrt haben. Und es scheint fast so, als ob die Angst, womöglich nicht der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/trump-and-the-new-normal/">Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9275 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg" alt="ankerhirn" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2.jpg 810w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Selten hat eine Präsidentschaftswahl in den USA die westlichen Gesellschaften so gespalten. Und auch knapp eine Woche nach der Wahl scheinen sich viele Menschen noch nicht an deren Ergebnis gewöhnt zu haben. Vor allem, weil sich die Umfrageinstitute in dramatischer Weise geirrt haben. Und es scheint fast so, als ob die Angst, womöglich nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, sogar dazu geführt hat, dass viele Wähler bei Umfragen nicht aufrichtig geantwortet haben, aus Angst vor einer möglichen Isolation, wenn sie zu Kandidaten oder Parteien tendierten, die von den Medien und der offiziell vorherrschenden Meinung abwichen. Auch hierzulande galt es bis vor kurzem noch als schick, offiziell den designierten US-Präsidenten Donald Trump abzulehnen, weil er Standpunkte vertritt, die bislang gesellschaftlich als kaum akzeptabel galten.</p>
<p>Das hat sich nun geändert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Reset der Normen</strong></p>
<p>Genauso wie die anonyme Masse der US-Amerikaner, die vorgeblich Trump abgelehnt hatte, plötzlich zu einer Mehrheit von Trump-Anhängern mutierte, scheinen dessen Ideen auch hierzulande bei immer mehr Menschen auf Gegenliebe zu stoßen. Und wenn EU-Parlamentspräsident Martin Schulz jetzt fordert, dem designierten US-Präsidenten offen zu begegnen und praktisch von vorne anzufangen, indem beide Seiten „auf Null schalten“ und sich gegenseitig eine Chance geben, kann man dies einerseits natürlich als Zeichen des Respekts vor dem US-Wahlergebnis deuten. Zum anderen könnte sich in dieser Aufforderung zu einem Reset aber auch die unbewusste Änderung eines gesellschaftlichen Bezugspunkts dessen, was gemeinhin als akzeptabel gilt, andeuten. Gewissermaßen eine Verschiebung des Maßstabs für die Wahrnehmung dessen, was ethisch oder politisch korrekt ist, mithin eine klammheimliche Veränderung von gesellschaftlichen Normen und Referenzpunkten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Von extremen Ankern…</strong></p>
<p>Donald Trump und möglicherweise auch seine Berater haben es aus verhaltensorientierter Sicht geradezu meisterlich verstanden, den Bezugspunkt für soziale Normen zu verschieben. Es ist natürlich nicht erwiesen, dass sich Trump tatsächlich bewusst der Methode des Verankerns (Anchoring) aus der Verhaltensökonomik bedient hat. Aber mit seinen extremen Ansichten, die er im Wahlkampf vertrat, hat dies bei den Wählern zu genau einem solchen Effekt geführt. Ursprünglich wollte Trump 11 Millionen illegale Einwanderer ausweisen, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen, die Gesundheitsreform Obamacare abschaffen, Hillary Clinton ins Gefängnis stecken und alles, was nach Establishment aussieht, am liebsten aus der US-Gesellschaft verbannen. Mit der Diffamierung von Behinderten und Frauen, der Ausgrenzung von Hispanics, Schwarzen und anderen ethnischen Gruppen, der Ablehnung von Homosexuellen und Abtreibungsbefürwortern vertrat der designierte US-Präsident im Wahlkampf Extrempositionen, die weit jenseits des politisch Korrekten anzusiedeln sind. Schlechthin eine Absage an Gleichberechtigung, an eine multikulturelle Gesellschaft, an die Globalisierung, an alles Liberale und Intellektuelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>…zu neuen Bezugspunkten </strong></p>
<p>Mit diesen Extrempositionen wurden zunächst Anker, das heißt neue, für viele Menschen längst nicht mehr akzeptable Bezugspunkte, gesetzt. Und diese haben sie im Hinterkopf behalten, weshalb sie weiterhin eine ganz wichtige Rolle spielen, als Donald Trump nach seiner Wahl mit einem Male einige dieser Extrempositionen korrigierte. Plötzlich beabsichtigt er, „nur“ 3 Millionen Illegale auszuweisen, auch fordert er heute das Ende der Gewalt gegen Minderheiten, die nach Barack Obama benannte Gesundheitsreform wird teilweise beibehalten und selbst über eine strafrechtliche Verfolgung seiner Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton wegen der E-Mail-Affäre will er noch einmal nachdenken. Im Lichte der im Wahlkampf vertretenen Extrempositionen wirkt dieses Zurückrudern oder Relativieren wie Balsam auf die Seelen derjenigen, die sich zuvor noch durch Donald Trumps Äußerungen verletzt und gekränkt fühlten. Mit anderen Worten: Für all diejenigen, die Trump nicht gewählt haben, ist diese Korrektur vormaliger Extrempositionen nichts anderes als ein relativer Gewinn gegenüber vorher Undenkbarem.</p>
<p>Und auch hierzulande sehen sich viele Menschen darin bestätigt, dass auch im Falle Trumps nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. Mit anderen Worten: Trump und seine sicherlich wegen des Wahlkampfs überzogenen Ansichten seien gar nicht so schlimm und im Grunde habe er in manchen Punkten gar nicht mal Unrecht, räumen einige mittlerweile ein. „Geben wir ihm eine Chance“, fordern daher selbst gemäßigte Zeitgenossen. Immerhin sei er doch demokratisch gewählt, heißt es.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie aus „unmoralisch“ relativ „moralisch“ wird</strong></p>
<p>Anhänger der Verhaltensökonomik, insbesondere der sogenannten Behavioral Ethics, wissen jedoch, dass einmal gesetzte Anker trotz besseren Wissens später nur unzureichend korrigiert werden. Aber es geht um mehr. Es ist nicht nur plötzlich legitim, Donald Trump gut zu finden, sondern auch den damit einhergehenden gesellschaftlichen Kulturwandel. Denn die Wahrnehmung dessen, was bislang als politisch oder ethisch korrekt angesehen wurde, hat sich wegen eben jener Verschiebung des Bezugspunktes zwischen Recht und Unrecht verändert. Genauso wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern relativ zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit den moralischen Werten eines „Gut“ und „Böse“. Denn tatsächlich geht es vor allem darum, besser oder schlechter im Vergleich zu anderen zu sein. Und genauso wie man sich an Gewinne und Verluste gewöhnt, kann sich auch die moralische Bewertung im Laufe der Zeit abschwächen. Vor allem auch, weil diese Trennlinie nach einer Weile infolge von Gewöhnungseffekten noch weiteren Veränderungen unterliegt. Und so werden unter diesen neuen Normen und Bedingungen Menschen Dinge tun, die sie selbst vor ein paar Wochen vielleicht nie für möglich gehalten hätten. Es ist die schleichende Veränderung der Normen und der Bezugspunkte, manchmal allein durch das Fortschreiten der Zeit, wodurch wir alle Gefahr laufen, korrumpiert zu werden und das, was wir vormals <strong>absolut</strong> verabscheut hatten, mit einem Male halbwegs, also <strong>relativ </strong>in Ordnung finden.</p>
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		<title>Zurück zum Schuldprinzip?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2015 16:58:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Scheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Verankerungsheuristik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter Juristen gibt es bekanntlich den Spruch „Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“. Was mich unweigerlich auf die Idee brachte wieder einmal über Anker nachzudenken. Natürlich nicht über Schiffsanker, sondern über die Wirkung der Verankerungsheuristik im Gerichtssaal. Zunächst fielen mir die verschiedenen alte Gerichtsfilme ein, wo vielfach ein des Mordes [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter Juristen gibt es bekanntlich den Spruch „Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“. Was mich unweigerlich auf die Idee brachte wieder einmal über Anker nachzudenken. Natürlich nicht über Schiffsanker, sondern über die Wirkung der Verankerungsheuristik im Gerichtssaal. Zunächst fielen mir die verschiedenen alte Gerichtsfilme ein, wo vielfach ein des Mordes Verdächtiger überführt werden soll. Da kann man häufig den Staatsanwalt, aber auch die Verteidiger beobachten, wie sie dem Prozessverlauf eine andere Richtung verleihen möchten, indem sie irgendwelche für die Verhandlung unwichtig oder gar irrelevant erscheinende Nebensächlichkeiten ins Spiel bringen. Erklärungen, die die Gegenseite häufig mit einem „Einspruch, Euer Ehren!“ abzuwürgen versucht. Selbst wenn der Richter mit „stattgegeben“ oder gar zu den Geschworenen gewandt: „Streichen Sie das aus dem Protokoll!“ reagiert, kann man fast sicher sein, dass beim einen oder anderen solche Anker zumindest im Kopf hängen bleiben und damit meinungsbildend wirken. Weil ihr Einfluss nicht ausreichend korrigiert wird.</p>
<p>In dieser Meinung bin ich übrigens erst neulich und zum wiederholten Male bestätigt worden, als mir ein Freund, der sich gerade in Scheidung befindet, die Klageschrift des gegnerischen Anwalts seiner Frau zeigte. Da war doch seitenlang minutiös ausgeführt und fast schon spannend zu lesen, wie mein Freund angeblich und gleich auch noch mehrfach seine Frau aufs Übelste betrogen haben soll. Und das, obwohl aus der Ehe bisher drei Kinder im Alter von 10, 12 und 14 Jahren hervorgegangen waren. Bis es mir plötzlich deuchte: Es gibt doch bei einer Scheidung gar kein Schuldprinzip mehr. Ob das der Scheidungsrichter auch noch weiß, wenn er so eine Klageschrift liest?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Zwischen Märkten und Hedonismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 15:17:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
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		<category><![CDATA[Relatives Bewerten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise mache ich keine Werbung, wenn es um Konsumgüter geht. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, heute auf einen Artikel im manager magazin online hinzuweisen (hier), der sich mit libanesischen Wein beschäftigt. Ich finde den Beitrag deswegen so interessant, weil ich meinen eigenen Weinkonsum überwiegend auf Bordeaux-Weine begrenzt habe und normalerweise nicht allzu viele [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise mache ich keine Werbung, wenn es um Konsumgüter geht. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, heute auf einen Artikel im manager magazin online hinzuweisen (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.manager-magazin.de/lifestyle/genuss/weine-aus-dem-libanon-wo-schon-phoenizier-und-jesuiten-kelterten-a-960796.html">hier</a></span>), der sich mit libanesischen Wein beschäftigt. Ich finde den Beitrag deswegen so interessant, weil ich meinen eigenen Weinkonsum <span id="more-7074"></span>überwiegend auf Bordeaux-Weine begrenzt habe und normalerweise nicht allzu viele Alternativen an mich heranlasse. Manch einer mag dies für engstirnig halten, gerade weil andere Regionen dieser Welt in Sachen Wein ebenfalls sehr reizvoll und längst nicht so teuer sind wie manche Premier Cru.</p>
<p>Warum aber dann ausgerechnet Libanon? Vor einigen Jahren hatte ich das Vergnügen bei einer Bordeaux-Weinprobe einen so genannten Piraten<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> untergeschmuggelt zu bekommen, der sich hinterher als ein fantastischer Chateau Musar herausstellen sollte. Seitdem habe ich mich mit diesem libanesischen Wein, der übrigens unter Weinliebhabern nicht unumstritten ist, intensiv befasst und mit lieben Freunden immer wieder tolle Verkostungserlebnisse haben dürfen. Verbunden mit orientalischem Essen ist das ein Hochgenuss. Und im Vergleich zu den manchmal überteuerten Bordeaux (Achtung, hoher Anker!) eine relativ (ich betone <i>relativ</i>) günstige Alternative.</p>
<p>Natürlich werden Sie sich jetzt fragen, was dies mit Behavioral Finance bzw. Behavioral Economics zu tun hat. Letztlich habe ich mich mit diesen Fachgebieten vor allen Dingen deswegen beschäftigt, weil ich zum einen Finanzmärkte verstehen und meine Erfahrungen damit weitergeben möchte. Zum anderen geht es mir aber auch darum, die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens zu nutzen.</p>
<p>Wen jedoch meine hedonistischen Ausflüge nicht so sehr interessieren, dem darf ich – wie übrigens auch den anderen Lesern – meinen heute zum ersten Mal für die WGZ Bank als Newsletter publizierten <i>Goldbergs Wochenausblick</i> zu DAX<sup>®</sup> und EuroStoxx50<sup>®</sup> ans Herz legen, den Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">hier</a></span> abrufen können und der in Zukunft montags erscheinen wird. Daneben wird es an jedem dritten Donnerstag im Monat eine Kolumne <i>Goldbergs Thema des Monats</i> geben, die sich mit einem ausgewählten Sonderthema aus der Welt der Finanzmärkte mit Schwerpunkt auf die Behavioral Finance befassen wird.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Das ist bei einer Blindverkostung ein Wein, der zum Motto der Veranstaltung passt, den anderen Weinen der Verkostung zum Verwechseln ähnlich ist, aber dennoch ganz woanders her stammt.</p>
</div>
</div>
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		<title>Zahlengläubigkeit der Fed</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 10:18:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch die stellvertretende Fed-Chefin Janet Yellen ist offenbar Befürworterin klarer Leitlinien, wenn es um die Zentralbank-Politik geht. Dies geht aus ihrer gestrigen Rede deutlich hervor. Wie bereits zuvor schon andere Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC), ist sie offenbar ein großer Fan, die weitere Geldpolitik der Notenbank an die Entwicklung des Arbeitsmarkts zu binden. Damit reiht sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zahlenglaubigkeit-der-fed/">Zahlengläubigkeit der Fed</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch die stellvertretende Fed-Chefin Janet Yellen ist offenbar Befürworterin klarer Leitlinien, wenn es um die Zentralbank-Politik geht. Dies geht aus ihrer gestrigen Rede deutlich hervor. Wie bereits zuvor schon andere Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC),<span id="more-5416"></span> ist sie offenbar ein großer Fan, die weitere Geldpolitik der Notenbank an die Entwicklung des Arbeitsmarkts zu binden. Damit reiht sich in die Gruppe derjenigen des FOMC ein, die sich von einer kalenderabhängigen Bindung geldpolitischer Entscheidungen – wie sie etwa bei der Ausgestaltung der Niedrigzinspolitik derzeit praktiziert wird und deren Horizont bis Mitte 2015 reicht – lösen möchten. Stattdessen will Frau Yellen die Fortdauer der ultraniedrigen Zinspolitik an eine Kombination von Wirtschaftsdaten binden, die sowohl die Beschäftigung als auch die Inflation in den USA repräsentieren. Ähnlich also, wie jüngst Charles Evans, Präsident der Chicagoer Fed, der vorgeschlagen hatte, die Politik niedriger Fed-Funds-Raten solle solange fortdauern, bis die Arbeitslosenquote unter 7 Prozent gefallen sei, vorausgesetzt der mittelfristige Inflationsausblick bliebe unter 3 Prozent.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Regelbasiertes Entscheiden nur bei „richtigen“ Regeln sinnvoll </strong></p>
<p>Auf den ersten Blick mögen solche quantitativen Bedingungen den Vorteil haben, dass sie eine klare, im Voraus definierte Kombination von Regeln darstellen. Werden Sie erfüllt, würde nach Aussagen einiger FOMC-Mitglieder, zwar nicht sofort ein Schalter umgelegt, aber die Marktteilnehmer würden von der Fed nach einer angemessenen Reaktionszeit zumindest zügige Maßnahmen erwarten, die die Akteure im Kalkül ihrer Handelsstrategien zuvor bereits entsprechend berücksichtigen können. Diese vordergründige Offenheit hat für mich jedoch auch gravierende Nachteile. Denn es entstünde bei der Notenbank die Tendenz zu einer reinen Zahlengläubigkeit, ohne dass mit Sicherheit gesagt werden kann, dass die zu Rate gezogenen ökonomischen Indikatoren für die Einschätzung der Konjunkturentwicklung tatsächlich sinnvoll sind. Ganz zu schweigen davon, dass unerwarteten konjunkturellen Einflüssen oder externen Entwicklungen bei dieser Art der reinen Zahlenbetrachtung im Zweifel zu wenig Rechnung getragen würde. Denn allein schon die Ankerwirkung eines Indikators auf wichtige Entscheidungen unter Unsicherheit dürfte zu beträchtlichen Verzerrungen bei der Beurteilung der tatsächlichen ökonomischen Situation beitragen.</p>
<p>Was die Marktteilnehmer angeht, interpretieren die meisten von ihnen angesichts des derzeit vorherrschenden Konjunkturpessimismus in den USA die jüngsten Statements einzelner FOMC-Mitglieder als Indiz für eine anhaltend lockere Geldpolitik. Sollten sich jedoch die Arbeitsmarkdaten in den kommenden Monaten deutlich verbessern, dürfte es recht schnell zu einem Umdenken bei den Akteuren kommen. Dies könnte paradoxerweise dazu führen, dass gute oder besser als erwartet ausfallende Arbeitsmarktdaten in Zukunft als negativ für den Aktienmarkt gedeutet werden können, und zwar je stärker sie zum von der Notenbank festgelegten Ziel hinstreben. </p>
<p>Was die Aktienmärkte sonst noch bewegt und welche Stimmung unter den mittelfristig orientierten Akteure derzeit vorherrscht, erfahren Sie in unserer wöchentlichen Analyse für <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+boersianer+bleiben+trotz+konjunktursorgen+gut+gestimmt+43392">die Börse Frankfurt, die Sie hier abrufen</a> können. Die Detailanalyse <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+boersianer+bleiben+trotz+konjunktursorgen+gut+gestimmt+43392">dazu</a> (bitte den entsprechenden Reiter oberhalb der Analyse anklicken!) hat dieses Mal Gianni Hirschmüller erstellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zahlenglaubigkeit-der-fed/">Zahlengläubigkeit der Fed</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Das kann doch gar nicht sein!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2012 13:07:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Das kann doch gar nicht sein!“, werden diejenigen rufen, die mit ganz anderen US-Arbeitsmarktdaten als den nun veröffentlichten gerechnet haben. Ja, eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent (erwartet war eine Quote von 8,2 Prozent) war für manche allein schon deswegen eine faustdicke Überraschung, weil vor dem Komma keine 8 stand – der Ankereffekt lässt grüßen. Man [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Das kann doch gar nicht sein!“, werden diejenigen rufen, die mit ganz anderen US-Arbeitsmarktdaten als den nun veröffentlichten gerechnet haben. Ja, eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent (erwartet war eine Quote von 8,2 Prozent) war für manche allein schon deswegen eine faustdicke Überraschung,<span id="more-5204"></span> weil vor dem Komma keine 8 stand – der Ankereffekt lässt grüßen. Man konnte es bereits im Vorfeld hören: Der heutige Arbeitsmarktbericht sei weniger für die Ökonomen, sondern vor allen Dingen für die Politik wichtig, weswegen man sich allein auf die Arbeitslosenquote konzentriere. Es ist schon verrückt, wenn man die Wahl des nächsten US-Präsidenten ernsthaft daran festmachen möchte, ob die heutige Arbeitslosenquote besser oder schlechter als von den Ökonomen erwartet ausgefallen ist. Deswegen wird es vermutlich auch nicht allzu lange dauern, bis wieder die Verschwörungstheoretiker auf dem Plan stehen und die just publizierten Zahlen als manipulierte Wahlhilfe für Barack Obama abtun werden. Denn nicht nur die Arbeitslosenquote, sondern auch die Aufwärts-Revisionen bei den neu geschaffenen Stellen für die Monate Juli und August können sich sehen lassen.</p>
<p>Zwar ist die abgelaufene Handelswoche vielerorts in ruhigen Bahnen verlaufen. Trotzdem gab es in manchen Märkten erhebliche Stimmungswechsel. Allen voran beim DAX, wo unser Bull/Bear-Index den größten Stimmungsumschwung seit Mitte 2010 vollzog. Dass dieser Stimmungsumschwung wahrscheinlich rein preisgetrieben war, zeigte bereits die Sentimenterhebung der Börse Frankfurt, deren Analysen sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+baeren+stuermen+das+bullenlager+41471" target="_blank">hier</a> <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/detailanalyse+deutliche+positionsglattstellungen+bei+den+pessimisten+41473" target="_blank">und hier</a> nachlesen können. Aber auch beim Euro hat sich im Verhältnis zum US-Dollar stimmungstechnisch eine Menge getan. Waren vor ein paar Monaten viele Akteure noch negativ auf die Gemeinschaftswährung zu sprechen, hat sich dies nunmehr deutlich geändert, was vor allem an den neuen Kurszielen zu sehen ist, die mancherorts kommuniziert werden. Was auf den Devisenmarkt, die Aktien und auf den Goldpreis zukommt – dies alles können Sie in der heutigen Ausgabe des <a href="http://www.daf.fm/video/daf-wochenrueckblick-korrekturgefahr-deutlich-gestiegen-12-50157716.html">Deutschen Anlegerfernsehens (DAF)</a> zum Wochenrückblick sehen, zu dem Stefan Schießer (Frankfurter Honorarberatung) und ich selbst von Andreas Scholz befragt wurden.</p>
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		<title>Schmerzensgeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 05:45:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenpreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen. Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen.<span id="more-2097"></span> Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben einem keine gestalterischen Möglichkeiten. Natürlich kann man sich zu Fuß auf den Weg machen und sich im Gewirr der Gassen verlieren, aber gleichzeitig bieten die Verkehrsbetriebe ein recht engmaschiges Liniennetz auf dem Wasser an. Und wer etwa auf dem nahe gelegenen Lido dem Städtealltag entfliehen und das Strandleben genießen möchte, besteigt einfach einen dieser stets überfüllten Dampfer und tuckert los. Allein die Fahrpreise wirken abschreckend, doch mit einer Wochenkarte zum Preis von 50 Euro kann man alle Boote unbegrenzt und unentwegt benutzen. Leider gibt es für Kinder keine Ermäßigung, so dass ich zähneknirschend 250 Euro für die erste Ferienwoche berappte.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Tatsächlich gelang es mir, dem Zahlenmenschen, diese bittere Pille schnell zu vergessen. Und als ich meine erste entspannte Bootsfahrt mit dem Wochenticket zurücklegte, fiel mein Blick auf eine Warntafel: Rucksäcke nicht auf dem Rücken tragen, sondern in der Hand. Der beengten Verhältnisse auf dem Boote wegen. Daneben befand sich ein weiteres Schild, wonach Schwarzfahren 48 Euro kosten sollte. Das ist mehr als beim RMV und dem VGF, den Frankfurter Nahverkehrsverbünden, die 40 Euro verlangen, aber die 48 sahen für mich wie eine Einladung zu einem Vergehen aus. So wie ein teurer Frucht-Joghurt, der mit einem Preis von 98 Cent und nicht für 1,01 Euro angeboten wird, damit er möglichst schnell einen Käufer findet. Ob man in Venedig noch nie etwas von Schwellenpreisen gehört hat? Wie wäre es mit einer abschreckenden 50-Euro-Strafe fürs Schwarzfahren? Oder einer Wochenkarte für verlockende 48 statt der satten 50 Euro? </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>Übrigens: Venedig ist nicht wirklich familienfeindlich. Im berühmten Café Florian am Markusplatz etwa erspart man den Kindern um 22 Uhr abends den obligaten Zuschlag von sechs Euro pro Gedeck für die kleine Kapelle, die vor den weit geöffneten Fenstern aufspielt. Erwachsene müssen indes für diese Fülle des Misslauts auch noch zahlen. Das Wort Schmerzensgeld erhält da einen ganz neuen Sinn.<span id="mce_marker"> </span></p>
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		<title>Eine Vorhersage der Vergangenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 11:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre hat es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen zur Prognosegüte von Finanzmarktanalysen gegeben. Aber wenige sind so umfangreich wie die jüngste Studie eines Teams, das von Professor Dr. Markus Spiwoks[i] geleitet wurde: Sie umfasst etwa zehn Jahre an Zinsvorhersagen für zwölf entwickelte Industrienationen, was einer Gesamtzahl von fast 160.000 Vorhersagen entspricht. Wenn man sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre hat es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen zur Prognosegüte von Finanzmarktanalysen gegeben. Aber wenige sind so umfangreich wie die jüngste Studie eines Teams, das von Professor Dr. Markus Spiwoks<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a> geleitet wurde: Sie umfasst etwa zehn Jahre an Zinsvorhersagen für zwölf entwickelte Industrienationen,<span id="more-1025"></span> was einer Gesamtzahl von fast 160.000 Vorhersagen entspricht. Wenn man sich einmal die Prognosen für die Rendite deutscher Anleihen ansieht, ist das Ergebnis für die Analysten nicht gerade schmeichelhaft. Dabei zeigt die erste Grafik die 10-Jahresrendite und den dazugehörigen Prognosewert, den die Analysten 13 Monate zuvor – gezeigt wird die Konsensschätzung – abgegeben hatten.</p>
<p> <a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-1.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1038" title="Bund yield 1" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-1-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a></p>
<p>Wenn man nun die Vorhersagekurve um 13 Monate nach links verschiebt, wird eine frappierende Korrelation mit dem tatsächlichen Renditeverlauf erkennbar: Die Prognosen haben einen sehr starken Bezug zum jeweiligen Trend, der zum Zeitpunkt der Vorhersage gerade vorherrschte. Will sagen: Der vorherrschende Markttrend hat einen größeren Einfluss auf die Prognosen als irgendein ein vorstellbares Ereignis, das in der Zukunft stattfinden könnte. </p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1039" title="Bund yield 2" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-2-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a></p>
<p>Auf den ersten Blick könnte man sogar meinen, dass diese Vorhersagen naiv seien. Aber die Autoren der Studie zeigen, dass dem nicht so ist. Vielmehr würden die Vorhersagen durch typische und systematische Verhaltensfaktoren beeinflusst. Etwa die Verankerungsheuristik oder Herdenverhalten. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn wären die Vorhersagen naiv, hätten sie keinen Einfluss auf etwaige Marktineffizienzen – sie würden sich über kurz oder lang gegenseitig aufheben. Wenn die Prognosen jedoch systematisch verzerrt sind, tragen sie exakt dazu bei, dass Finanzmärkte eben nicht effizient sein können.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> Spiwoks, M. et al. <em><a href="http://www.ostfalia.de/export/sites/default/de/w/download/WWP-11-01.pdf">Trapped in the Here and Now </a>– New Insights into Financial Market Analysts Behavior</em>.  Wolfsburg 2011</p>
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		<title>Behavioral Basar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 12:53:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Verankerungsheuristik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer durch die Jerusalemer Altstadt schlendert, läuft leicht Gefahr, sich im Gewirr der engen Gassen zu verirren. Die Orientierung fällt auch deshalb so schwer, weil überall dieselben Sachen feilgeboten werden: Teppiche, Decken, Kissen, armenische Keramik, Silberschmuck und jede Menge religiöser Nippes. Im christlichen Viertel finden sich natürlich mehr Heiligenbildchen und Holzkreuze, im arabischen Teil hingegen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-basar/">Behavioral Basar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer durch die Jerusalemer Altstadt schlendert, läuft leicht Gefahr, sich im Gewirr der engen Gassen zu verirren. Die Orientierung fällt auch deshalb so schwer, weil überall dieselben Sachen feilgeboten werden: Teppiche, Decken, Kissen, armenische Keramik, Silberschmuck und jede Menge religiöser Nippes. Im christlichen Viertel finden sich natürlich mehr Heiligenbildchen und Holzkreuze, <span id="more-6637"></span>im arabischen Teil hingegen dominieren Bauchtanzkostüme und verzierte Hände aus Silber oder Glas gegen den Bösen Blick. Siebenarmige Leuchter und Davidsterne gibt es hingegen eher im jüdischen Quartier zu entdecken. Aber egal, wo man sich gerade befindet – verloren ist man in jedem Fall, wenn man stehen bleibt und nur den Hauch eines Kaufinteresses zeigt. Denn Feilschen ist angesagt. Wie auf jedem Basar in der ganzen Welt. Aber ein Urlaub wäre kein Urlaub, wenn man nicht das eine oder andere Souvenir als Erinnerung mit nach Hause brächte.</p>
<p>Und so wurde auch ich – bis in die Haarspitzen mit Behavioral-Economics-Theorie ausstaffiert –  in so manchen Handel verwickelt, ohne dass ich Lust darauf verspürte hätte. Aber was sollte ich machen, wenn sich meine Tochter nun einmal so sehr für eine dieser mit Perlen verzierten farbigen Decken begeistern konnte. Der Händler, sofort hellwach, begann auch alsgleich sein Eröffnungsgebot von 250 Schekel (ca. 50 Euro) zu kommunizieren – ich aber reagierte mit gespieltem Desinteresse und drehte mich weg. Meine Tochter bettelte jedoch unablässig, so dass ich zwischen die Fronten geriet und mir insgeheim ausmalen konnte, wie die ganze Unternehmung enden würde. Mittlerweile war der Händler auf 230 Schekel herunter gegangen, doch ich blieb immer noch stur. Schließlich sprach er meinen neunjährigen Sohn an, was er denn bereit wäre, für die Decke auszugeben. Mein Sohn zögerte eine Sekunde lang, und mir war sofort klar, was er am liebsten gesagt hätte: &#8222;Höchstens einen Schekel“. Aber das Kind war ja gut erzogen und bot stattdessen anstandshalber zehn.</p>
<p>Sie können sich vielleicht vorstellen, zu welchem Preis die Decke den Besitzer wechselte, nachdem ich mich endlich zu einem ersten Kaufgebot von 70 Schekel durchringen konnte. Ja, wir trafen uns in der Mitte bei 140 Schekel. Was, genau genommen, nicht ganz stimmt<sup>*</sup>. Dass ich am Ende etwas besser als die &#8222;Mitte&#8220; davongekommen war, verdanke ich meinem beschränkt geschäftsfähigen Sohn, der mit seinem unseriösen Gebot von zehn Schekel einen Anker gesetzt hatte, den selbst so ein gewiefter Jerusalemer Teppichhändler offenbar nicht ganz ignorieren konnte.</p>
<p>*Wer genau nachrechnet, wird natürlich feststellen, dass 250 + 70 geteilt durch zwei 160 ergibt.</p>
<p><a href="http://www.twitter.com/Der_Goldberg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" src="http://twitter-badges.s3.amazonaws.com/follow_me-c.png" alt="Folgen Sie mir auf Twitter!" width="160" height="27" /></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-basar/">Behavioral Basar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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