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	<title>selektive Wahrnehmung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Kann es bitte noch etwas tiefer gehen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2021 04:51:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mag durchaus dramatisch aussehen, wenn der hiesige DAX innerhalb von zwei Tagen 2,7 Prozent an Wert verliert und dabei, wie ich gestern schrieb, „die Kursgewinne von den zwei Wochen zuvor ausradierte“. Immerhin: Das Börsenbarometer hatte zuvor  in knapp einem Monat einen Kursgewinn von rund 7,5 Prozent ohne nennenswerte Korrektur bis zum jüngsten neuen Allzeithoch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es mag durchaus dramatisch aussehen, wenn der hiesige DAX innerhalb von zwei Tagen 2,7 Prozent an Wert verliert und dabei, wie ich gestern schrieb, „die Kursgewinne von den zwei Wochen zuvor ausradierte“. Immerhin: Das Börsenbarometer hatte zuvor  in knapp einem Monat einen Kursgewinn von rund 7,5 Prozent ohne nennenswerte Korrektur bis zum jüngsten neuen Allzeithoch von etwas mehr als 15.500 Zählern produziert. Und in den USA gelang dem dortigen S&amp;P 500-Index ein Plus von 8,7 Prozent, gefolgt von einer ebenfalls zweitägigen Korrektur in einer Größenordnung von 1,8 Prozent. Und wenn man schon diese beiden Indices miteinander vergleichen möchte, profitierten US-Anleger etwa beim DAX zusätzlich von einem Kursgewinn des Euro von per Saldo rund 2,3 Prozent während dieses Zeitraums, sofern etwaige Aktienengagements nicht kursgesichert wurden. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13356" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/22042021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/22042021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/22042021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Plötzlich sorgt die Pandemie wieder für Pessimismus</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Gründe für die Aktienmarktkorrektur mögen gar nicht einmal außergewöhnlich gewesen sein und hätten eigentlich während der vergangenen Wochen jeden Tag aus dem Hut gezaubert werden können. Aber ausgerechnet zu Beginn dieser Woche spielte die Corona-Pandemie für die Akteure an den Aktienmärkten offenbar die wichtigste Rolle. Und ein Händler wird von einem Kommentator sogar mit der Aussage zitiert, dass wir uns laut der weltweiten Fallzahlen im 7-Tage-Durchschnitt auf dem Höhepunkt der Pandemie befänden. Ein Anstieg, der zu großen Teilen mit der sich rapide verschlechternden Situation in Indien zusammenhängt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine Pandemie, bei der jedoch schlechte Nachrichten und negative Entwicklungen, insbesondere zu Sicherheit, Risiken und Nebenwirkungen von Impfstoffen, von den Marktteilnehmern über Monate hinweg zuvor weitgehend ausgeblendet worden waren. Entscheidend seien allein die positiven ökonomische Aussichten, wenn erst mal alles überstanden sei, so lautete die weitläufige Überzeugung vieler Akteure. Und die groß angelegten Stimulus-Programme in den USA trügen ihr Übriges dazu bei, dass die Konjunktur (und mit ihr die Inflation) auch global angekurbelt würde, war von Kommentatoren immer wieder gebetsmühlenartig zu hören. Allerdings nicht mehr gestern und vorgestern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Korrektur dringend benötigt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die Korrektur den Aktienmärkten hierzulande geradezu willkommen war, zeigt übrigens die gestrige Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt, die ich (<strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/ed19c858-289b-4730-bdf1-d0ec0167ddaa" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong>) kommentiert habe. Dort zeigte sich, dass die Stimmung bei den institutionellen Investoren so schlecht wie seit August vergangenen Jahres nicht mehr ist – man gibt sich überwiegend pessimistisch, aber bereits seit knapp drei Wochen und seit gestern noch etwas deutlicher. Wer indes bereits vor drei Wochen bearish geworden ist, sprich: sich mit Short-Positionen und Absicherungen auf eine Korrektur der Kurse eingerichtet hatte, ist selbst nach dem Rücksetzer des DAX am Montag und Dienstag nicht reich geworden. Mit anderen Worten: Viele waren zwischendurch in eine Schieflage geraten und benötigen noch niedrigere DAX-Niveaus, um zumindest ohne Verlust aus besagten Engagements herauszukommen. Insofern sind weitere Abwärtskorrekturen am Aktienmarkt – Begründungen dafür finden sich genügend – willkommen und für die Performance der Bären notwendig.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neuer kurzfristiger Euro-Trend</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese Risikoaversion hat sich auch in einer überschaubaren Dollar-Erholung niedergeschlagen, wodurch der Euro immerhin kurzzeitig knapp unter die 1,20er Linie gedrückt wurde. Dabei handelt es sich um einen Rücksetzer, der den Namen Korrektur eigentlich nicht verdient. Dennoch war der über zwei Tage verteilte Kursverlust von 80 Stellen der größte seit Beginn des laufenden Monats. Indes: Man könnte dem Euro trotz des Rücksetzers durchaus einen kleinen kurzfristigen Aufwärtstrend (Potenzial zunächst bis <strong>1,2115/20</strong>, bzw. <strong>1,2195</strong>) bescheinigen. Zumindest bleibt das Umfeld positiv, solange <strong>1,1935</strong> nicht mehr verletzt wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Kapitulation der Risikoaversen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2020 09:55:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus-Paket]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht wird die abgelaufene Woche einmal als Zeitpunkt der Wende zum Positiven bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in die Geschichte eingehen. Aber nicht nur wegen der Meldung vom vergangenen Montag, den Pharma-Unternehmen BioNTech und Pfizer sei bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus der Durchbruch gelungen. Auch waren die vergangenen Tage davon gekennzeichnet, dass der Sieger im US-Präsidentschaftsrennen mit immer größerer Wahrscheinlichkeit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>830)</strong>             Vielleicht wird die abgelaufene Woche einmal als Zeitpunkt der Wende zum Positiven bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in die Geschichte eingehen. Aber nicht nur wegen der Meldung vom vergangenen Montag, den Pharma-Unternehmen BioNTech und Pfizer sei bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus der Durchbruch gelungen. Auch waren die vergangenen Tage davon gekennzeichnet, dass der Sieger im US-Präsidentschaftsrennen mit immer größerer Wahrscheinlichkeit Joe Biden heißen würde.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12735" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/16112020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/16112020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/16112020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die globalen Aktienmärkte quittierten die Ereignisse der vergangenen Woche jedenfalls mit einem massiven Kurssprung. Ein Sprung, der nicht nur einer neuen Euphorie geschuldet war, sondern vor allem auch deswegen zustande kam, weil viele Akteure offenbar auf dem falschen Fuß erwischt wurden. In einigen Fällen könnte man durchaus von einer Kapitulation der Risikoaversen sprechen, weil man sich – im Nachhinein betrachtet – zu stark gegen Extremrisiken abgesichert hatte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Informationen neu bewertet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kapitulation heißt aber auch immer, dass Informationen neu bewertet werden. Und zwar schlagartig. Alles, was noch vor der Impfstoff-Neuigkeit und vor dem US-Wahltag als Risiko galt, samt aller damit zusammenhängenden negativen Nachrichten, ist nun mit einem Schlag verdrängt und nicht mehr gefragt. Denn letztlich muss man hinterher auch die Kapitulation vor sich und ggf. vor anderen rechtfertigen – auch wenn man in Panik geraten sein mag.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ermutigende Erkenntnisse und der wahrscheinliche Durchbruch bei der Entwicklung eines neuen Impfstoffs sind für die Menschheit natürlich wunderbar. Aber wäre der Tag des Durchbruchs nicht ohnehin in Bälde fällig gewesen? Es war doch weniger eine Frage des Ob, als eine Frage des Wann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Negative Nachrichten ausgeblendet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass vor allem die Börsianer, die angeblich immer vorausschauend agieren und die Zukunft in den Aktienkursen vorwegnehmen, diese Möglichkeit überhaupt nicht in ihren Strategien frühzeitig berücksichtigt haben, mag daher verwundern. Aber vielleicht war es schlichtweg die Kombination der Ereignisse, die zu einer solch heftigen Reaktion geführt hat. Allein der hiesige DAX sprang innerhalb einer Stunde um fast 600 Zähler.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die negativen Entwicklungen in der Pandemie, die vor allen Dingen zum Wochenschluss sichtbar wurden, passen natürlich nicht zu den jüngsten Engagements der Finanzmarktteilnehmer. Dass in den USA die Infektionszahlen zuletzt auf über 180 Tsd. an einem Tag anzogen, wurde genauso ignoriert wie die Tatsache, dass für mehrere große Städte eine neue Lockdown-Phase in unterschiedlicher Ausprägung droht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Überdies wird es wohl auch beim Stimulus-Paket für die US-Wirtschaft in den kommenden Wochen keine Fortschritte geben. Denn mit der Angelegenheit betrauten Quellen zufolge scheint das Weiße Haus alle Verhandlungsmacht diesbezüglich an den republikanischen Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, delegiert zu haben. Und dieser tat sich schon in den vergangenen Wochen schwer, auch nur ansatzweise den Stimulus-Vorstellungen der Demokraten von rund 2 Billionen USD entgegenzukommen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Verbrauchervertrauen kommt nicht auf die Füße</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch die für November mit einem Wert von 77 enttäuschend ausgefallene Schnellschätzung für den Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan (Medianprognose der Ökonomen: 82) zeigt nicht nur, dass sich die US-Aktienmärkte von dieser Entwicklung längst abgekoppelt haben. Vielmehr ist dieser Index, der im Februar noch über 100 notierte, nun seit Beginn der Pandemie nicht mehr richtig auf die Füße gekommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einzig beim US-Dollar hat sich in der abgelaufenen Handelswoche vergleichsweise wenig getan. Wahrscheinlich auch, weil es zurzeit keine großen Schieflagen zu geben scheint. So bleibt auch der Euro trotz einer minimalen Erholung zum Wochenschluss immer noch innerhalb einer Seitwärtsentwicklung. Das Schlüsselniveau ist an der Unterseite unverändert <strong>1,1735</strong>. Sollte es unterlaufen werden, würde sich die noch stabile Situation für den Euro verschlechtern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Gierig nach Gründen für Optimismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 04:44:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Fear of missing out]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie momentan Nachrichten zur Corona-Pandemie aufgenommen werden, verrät, worauf viele Teilnehmer an den Finanzmärkten derzeit geradezu gieren. So gab es gestern zum Beispiel ermutigende Neuigkeiten zur Erforschung eines Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus – angeblich ist u. a. die US-Biotech-Firma Moderna dabei einen guten Schritt vorangekommen. Zumindest zeigt eine Studie erste hoffnungsvolle Ergebnisse. Und wer die Finanzmarkt-Kommentare zu diesem Thema durchgeht, könnte bei der Lektüre durchaus einiges Expertenwissen anhäufen. Zumindest entsteht der Eindruck, als ob...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1410)</strong>             Wie momentan Nachrichten zur Corona-Pandemie aufgenommen werden, verrät, worauf viele Teilnehmer an den Finanzmärkten derzeit geradezu gieren. So gab es gestern zum Beispiel ermutigende Neuigkeiten zur Erforschung eines Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus – angeblich ist u. a. die US-Biotech-Firma Moderna dabei einen guten Schritt vorangekommen. Zumindest zeigt eine Studie erste hoffnungsvolle Ergebnisse. Und wer die Finanzmarkt-Kommentare zu diesem Thema durchgeht, könnte bei der Lektüre durchaus einiges Expertenwissen anhäufen. Zumindest entsteht der Eindruck, als ob die Inhaber dieses Wissens in Zukunft bessere Prognosen zu den Entwicklungen an den Finanzmärkten abgeben könnten. Anscheinend gibt es einige Währungsstrategen, die zu Hause im Nebenfach einen Grundkurs in Biologie absolvieren.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12274" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/16072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/16072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/16072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Und die Angst, nach oben etwas zu verpassen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber genau genommen bedarf es dieses Wissens eigentlich gar nicht. Ein Blick auf die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks zeigt, dass negative Nachrichten zur Corona-Pandemie als Motiv für Gewinnmitnahmen bestenfalls dafür gut sind, eine kleine Abwärtskorrektur auszulösen. Rücksetzer, die von den Märkten aus Angst, etwas zu verpassen, bereits am kommenden Tag durch Aktienkäufe wieder aufgefangen werden. Was die alltägliche Bekanntgabe der Corona-Infektionszahlen betrifft, scheinen die Akteure selbst, wenn ein deutlicher Anstieg der Infektionen zu verzeichnen ist, mittlerweile recht abgestumpft zu sein.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz anders das Bild, wenn auch nur der Hauch einer Hoffnung auf einen Impfstoff durch die Finanzmedienlandschaft weht. Mit anderen Worten: Positive Nachrichten werden zumindest international stärker als negative bewertet. Zumal die internationalen Fondsmanager, so die am Dienstag publizierte Umfrage der Bank of America, über noch genügend Pulver verfügen, um an einem etwaigen Kursfeuerwerk teilzunehmen. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… aber (noch) nicht hierzulande</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Lediglich die von der Börse Frankfurt befragten hiesigen pessimistischen institutionellen Investoren (die gestrige Umfrage habe ich <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/91ac2177-97ea-4185-87cd-f48af22938d5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></span></strong> kommentiert) scheinen noch zu überlegen, ob sie  das Handtuch werfen oder doch noch einen größeren Rücksetzer des DAX abwarten sollen. Vermutlich wird sich diese Fragestellung erst auflösen, wenn das Börsenbarometer die 13.000er Marke überwunden hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von der Risikofreude der Aktienmarktteilnehmer profitierte auch der Euro, der mit rund 1,1450 immerhin ein Viermonats-Hoch markierte. Allerdings verließen die Gemeinschaftswährung zum hiesigen Handelsschluss wieder einmal die Kräfte, so dass vom Tagesgewinn nicht mehr viel übrig blieb. Gut möglich, dass die Akteure wegen der heute stattfindenden Sitzung des EZB-Rates noch etwas Vorsicht walten lassen. Denn einige Kommentatoren äußerten die Befürchtung, es könne heute im EZB-Rat womöglich darüber diskutiert werden, wie man möglichst bald schon einen Teil der Stimulus-Maßnahmen gegen die Folgen der Corona-Krise zurückfahren könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB-Sitzung sorgt für Spekulationen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Denn der ökonomische Ausblick für die Eurozone hat sich gegenüber demjenigen von vor ein paar Wochen sicherlich leicht verbessert. Zumal die Mitgliedstaaten im Gegensatz zu den USA und anderen Teilen der Welt ihre ökonomischen Motoren bislang anwerfen konnten, ohne eine zweite Covid-19-Welle auszulösen. Allerdings wäre eine derartige Diskussion nach Ansicht von Kommentatoren viel zu früh, zumal man skeptisch sei, ob alle EU-Staaten beim Gipfel am Freitag in Sachen Wiederaufbaufonds mitziehen würden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie schleppend die derzeitige Aufwärtsentwicklung des Euro per Saldo trotz aller Risikofreude von statten geht, wird daran ersichtlich, dass dieser gegenüber dem US-Dollar seit seinem letzten ausgeprägteren Tief vom 23. Juni mehr als drei Wochen benötigte, um gerade einmal 240 Stellen zuzulegen. Auch wenn damit derzeit noch kein schön geschnittener kurzfristiger Aufwärtstrend erkennbar ist, bleibt die Gemeinschaftswährung insgesamt in günstiger Position, solange sie sich nun oberhalb von <strong>1,1335/40</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gierig-nach-gruenden-fuer-optimismus/">Gierig nach Gründen für Optimismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
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		<title>„Was nun?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 04:52:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Weitergabe von Informationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade saß ich gestern Nachmittag auf meinem Ergometer, als in meinem Smartphone eine neue Meldung einging und ich auf der n-tv-App die Überschrift las: „Der DAX macht schlapp“. Tatsächlich entsprach diese Schlappe einem Verlust von gerade einmal 0,9 Prozent, bezogen auf den gestrigen Handelstag – mein Gott, ein bisschen Abgabedruck. Und ich dachte schon es handelte sich um einen größeren Kurseinbruch. Als ob uns die Börsianer nach dem vorgestrigen furiosen Handelstag in China sagen wollten: „Was nun?“...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-nun/">„Was nun?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1275)</strong>             Gerade saß ich gestern Nachmittag auf meinem Ergometer, als in meinem Smartphone eine neue Meldung einging und ich auf der n-tv-App die Überschrift las: „Der DAX macht schlapp“. Tatsächlich entsprach diese Schlappe einem Verlust von gerade einmal 0,9 Prozent, bezogen auf den gestrigen Handelstag – mein Gott, ein bisschen Abgabedruck. Und ich dachte schon es handelte sich um einen größeren Kurseinbruch. Als ob uns die Börsianer nach dem vorgestrigen furiosen Handelstag in China sagen wollten: „Was nun?“.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Chinesische Erinnerungen an 2015</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine nicht ganz unberechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass beim Shanghai Composite 300 nach einer Rallye, die innerhalb von sechs Handelstagen immerhin einen Gewinn von zeitweise 15 Prozent zeitigte, zum Ende der gestrigen Sitzung nur noch 13 Prozent übrig blieben. Eine Gegenbewegung von gerade einmal 2 Prozent also! Aber eben genug, um die Warner auf den Plan zu rufen. Zumal Kommentatoren noch am Montag den jüngsten Börsenanstieg in China als „staatlich angeordnet“ bezeichnet hatten. Erinnerungen an die letzte geplatzte Spekulationsblase vom Sommer 2015 werden folgerichtig bereits bei kleinen Gegenbewegungen wach. Damals verlor besagter Aktienindex innerhalb von etwas mehr als einem halben Jahr temporär fast die Hälfte seines Wertes.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12241" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Euphorie hierzulande</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Viele Akteure an den Aktienmärkten, so vernahm ich gestern, treibe die Sorge um, dass sich die [angeblich] „viel zu gute Stimmung“ etlicher Börsianer plötzlich ins Gegenteil verkehren könnte. Aber nein, wir befinden uns hierzulande nicht in einer euphorischen Spekulationsblase! Dafür ist die Stimmung der von der Börse Frankfurt befragten institutionellen und privaten Akteure zumindest noch in der vergangenen Woche viel zu skeptisch gewesen. Tatsächlich betrachten die meisten von uns die Situation deswegen mit Unbehagen, weil wir es nicht nachvollziehen können, was genau sich an den Finanzmärkten zurzeit abspielt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zahlen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ist es deswegen sinnvoll, beispielsweise die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion, die im Mai mit einem Plus von 7,8 Prozent (ggü. Vormonat) deutlich schlechter als von den Ökonomen erwartet ausgefallen waren, zurate zu ziehen? Das Einzige, was eigentlich sicher ist: Im April waren die Zahlen zur Industrieproduktion mit einem Minus von 17,5 Prozent so unterirdisch, dass die Mai-Zahlen fast schon zwangsläufig mit einem Plus zu versehen waren. Indes: Wen kann es tatsächlich interessieren, ob mit dem gestrigen Datum die Prognosen der Ökonomen verfehlt oder übertroffen wurden? Prognosen zu Daten, die längst Makulatur sind. Und Vorhersagen, von denen vermutlich niemand so genau sagen kann, wie sie zustande gekommen sind.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Daten, gut für die selektive Wahrnehmung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Oder soll man sich an der gestrigen Prognose der EU-Kommission festhalten, wonach die Wirtschaftskraft der Eurozone in diesem Jahr nicht um 7,7, sondern um 8,7 Prozent schrumpfen wird? Um es klar zu sagen: Es geht hier nicht nur um deutsche oder europäische Daten. Vielmehr gilt dasselbe auch für die Zahlen zur US-Wirtschaft. Die meisten von ihnen – abgesehen wahrscheinlich von den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe – sind bei ihrer Publizierung angesichts der mittlerweile fortgeschrittenen Covid-19-Krise veraltet und daher gewissermaßen bedeutungslos. Tatsächlich sind diese ökonomischen Daten ohnehin nur dann für die Akteure interessant, wenn sie zu deren Engagements passen. Und es sind genau diese selektiv wahrgenommenen Daten und Szenarien, die letztlich bei den Kommentatoren landen. Und diese zeigten sich hierzulande zumindest gestern überwiegend skeptisch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und der Dollar? Der war gestern wieder etwas stärker gesucht, weswegen der Euro – etwa wegen einer größer gewordenen Risikoaversion? – leicht an Boden verlor. Aber das Handelsgeschehen spielte sich innerhalb der Bandbreite des Vortages ab, so dass auch heute keine neue (Trend)-Aussage getroffen werden kann. Außer dass der Euro oberhalb von <strong>1,1230/35</strong> stabil bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-nun/">„Was nun?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Die „Party“ geht weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2020 04:44:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Mehrheit der Teilnehmer an den Aktienmärkten tatsächlich in Partystimmung ist. Dafür war der Pessimismus unter den institutionellen Anlegern (vgl. Umfrage der Börse Frankfurt vom Mittwoch) zuletzt einfach zu sehr verbreitet gewesen. Und vieles spricht dafür, dass trotz des fortgesetzten Aufwärtstrends noch keine Kaufpanik ausgebrochen ist. Immerhin konnte nunmehr auch der Euro etwas deutlicher von der in den Finanzmärkten vorherrschenden Risikofreude profitieren und gestern vor allem gegenüber dem Dollar zulegen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-party-geht-weiter/">Die „Party“ geht weiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1090)</strong>             Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Mehrheit der Teilnehmer an den Aktienmärkten tatsächlich in Partystimmung ist. Dafür war der Pessimismus unter den institutionellen Anlegern (vgl. Umfrage der Börse Frankfurt vom Mittwoch) zuletzt einfach zu sehr verbreitet gewesen. Und vieles spricht dafür, dass trotz des fortgesetzten Aufwärtstrends noch keine Kaufpanik ausgebrochen ist. Immerhin konnte nunmehr auch der Euro etwas deutlicher von der in den Finanzmärkten vorherrschenden Risikofreude profitieren und gestern vor allem gegenüber dem Dollar zulegen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12062" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/29052020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/29052020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/29052020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fundamentaldaten ohne Wert</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nach wie vor scheinen Wirtschaftsdaten für Positionsentscheidungen keine Rolle zu spielen. Dies gilt insbesondere für die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die einmal mehr die desolate Situation am Arbeitsmarkt widerspiegeln: Innerhalb von zehn Wochen sind nun in summa fast 41 Millionen Erstanträge gestellt worden. Und ein Kommentator verdeutlichte gestern die Dimension dieser Zahl, indem er darauf hinwies, dass sie fast der gesamten Bevölkerung Spaniens entspräche. Wobei dieser Vergleich angesichts der schlechten Vorstellbarkeit großer Zahlen durchaus bildhaft sein mag, aber dennoch etwas übertrieben ist, wenn man bedenkt, dass die Zahl der spanischen Einwohner fast 15 Prozent höher ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Angst vor schlechten Nachrichten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch gestern wurde abermals deutlich: Wichtige positive Nachrichten sind nicht neu hinzugekommen, und negative Nachrichten finden derzeit kaum Beachtung. Natürlich war es nur noch eine Formsache, als Chinas Nationaler Volkskongress gestern die Pläne für das umstrittene Sicherheitsgesetz in Hongkong billigte. Und selbst die gestern im Raum stehende Drohung, dass US-Präsident Donald Trump eine Exekutivanordnung mit Bezug auf Social-Media-Unternehmen unterschreiben würde, hat der Risikofreude der Marktteilnehmer keinen Abbruch getan. Tatsächlich gibt es sogar Kommentatoren, die angesichts der Tatsache, dass der US-Aktienindex S&amp;P 500 nur noch etwas mehr als 10 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt ist, den hinterherhinkenden Börsen der Eurozone noch weiteren Nachholbedarf in Sachen Aufwärtstrend zubilligen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während ich schreibe, ist der Euro nicht mehr weit davon entfernt, sogar einen kurzfristigen Aufwärtstrend einzuläuten. Obgleich ich meine Zweifel habe, ob ein solcher Trend nach mehreren Fehlversuchen in diesem Jahr tatsächlich von Nachhaltigkeit geprägt sein wird, bleibt der Euro schlichtweg in einem positiven Umfeld, solange nun <strong>1,0920/25</strong> an der Unterseite nicht mehr unterlaufen wird. Erste Nachfrage von sogenannten Euro-Möchtegernkäufern ist allerdings bereits bei <strong>1,1030</strong> zu erwarten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bleibt mir nur noch, Ihnen ein erholsames Pfingstfest zu wünschen – wir melden uns am Dienstag wieder.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Den Blick starr auf das Ende der Krise gerichtet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2020 04:59:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich kann man sich recht kurz fassen, was den gestrigen Handelstag betrifft. Der US-Dollar machte innerhalb einer Handelssitzung die Kursgewinne der vorangegangenen drei Handelstage praktisch zunichte und der Euro vollzog parallel entgegengesetzt die gleiche Entwicklung und stand am Ende in etwa dort, wo er den vergangenen Mittwoch beschloss. Dazwischen liegen Feiertage dies- und jenseits des Atlantiks. Obgleich der Greenback während jener Tage...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/den-blick-starr-auf-das-ende-der-krise-gerichtet/">Den Blick starr auf das Ende der Krise gerichtet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0960)</strong>             Eigentlich kann man sich recht kurz fassen, was den gestrigen Handelstag betrifft. Der US-Dollar machte innerhalb einer Handelssitzung die Kursgewinne der vorangegangenen drei Handelstage praktisch zunichte und der Euro vollzog parallel entgegengesetzt die gleiche Entwicklung und stand am Ende in etwa dort, wo er den vergangenen Mittwoch beschloss. Dazwischen liegen Feiertage dies- und jenseits des Atlantiks.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-12042" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/27052020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/27052020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/05/27052020-1-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Obgleich der Greenback während jener Tage gut nachgefragt war, zeigte sich am Aktienmarkt kaum Risikoaversion. Wo doch ein fester Dollar – so die landläufige Interpretation – eben diese Risikoaversion normalerweise widerspiegeln soll. Gestern war nun zu lesen und zu hören, dass es immerhin Risikofreude gewesen sei, die den Dollar unter Druck gesetzt habe. Tatsächlich bekommt man den Eindruck, dass sich die Kommentatoren schwertun, die ohnehin übersichtlichen Kursausschläge besagter Valuten sinnvoll zu begründen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immergleiche Kaufargumente</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch an den Aktienmärkten kann man von einer einseitigen Wahrnehmung sprechen. Denn die Argumente, die gestern etwa den US-Aktienindex S&amp;P 500 erstmals seit März wieder über die 3.000er Marke gehievt und dem hiesigen DAX seit dem Tiefstand vom 16. März einen Kursgewinn von rund 40 Prozent beschert hatten, haben sich seit Himmelfahrt nicht wesentlich verändert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So gibt es für viele Akteure vorsichtige Anzeichen dafür, dass die schlimmsten ökonomischen Folgen der Corona-Krise hinter uns liegen. Hinzu kommen die schrittweise Aufhebung der Kontakt- und Reisebeschränkungen im Rahmen eben dieser Krise. Fiskalische Stimulus-Programme, wo man hinblickt. Ob es wohl in Europa ansatzweise zu einer Art Fiskalunion kommt, innerhalb derer mithilfe gemeinsamer Schulden in Höhe von mehreren 100 Milliarden EUR den von der Pandemie am härtesten betroffenen Volkswirtschaften innerhalb der EU geholfen werden soll? Und das Anleihekaufprogramm der EZB mit dem vielsagenden Namen PEPP wird wohl auch noch einmal erhöht und soll – so Markterwartungen – bis zum Jahresende ein Volumen von mindestens 1,5 Billionen Euro aufweisen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ausgeblendete Gefahren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Negative Nachrichten – alles, was etwa die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und China betrifft – werden hingegen seit Tagen von den Börsianern ignoriert. Diese Art von selektiver Wahrnehmung und Betonung der immergleichen positiven Argumente spricht dafür, dass die Pessimisten während der vergangenen Handelstage zum Schweigen gebracht wurden. Oder, was noch wahrscheinlicher ist: Sie selbst haben ihre Short-Engagements und Absicherungen gegen einen etwaigen zweiten Kurssturz weiter zurückgedeckt. Zumindest passen zu solchen Käufen eben nur positive Informationen. Und wenn es die immergleichen sein sollten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch die Zahl derjenigen, die hinter der jüngsten Börsenhausse auch die gestiegene Nachfrage von Privatanlegern vermuten, hat zugenommen. Insofern kann ich es verstehen, dass ein Kommentator gestern von der Entwicklung des US-Verbrauchervertrauens für den Monat Mai (Conference Board) enttäuscht war, als dieses mit 86,6 minimal schlechter als von den Ökonomen im Median erwartet ausgefallen war – (die Bandbreite der Schätzungen reichte von 74,0 bis 96,0). Angesichts der gestiegenen Aktienkurse sei das doch ein bisschen wenig, so der Tenor.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bearishe Gedanken an den Aktienmärkten würden bestraft, resümierte gestern ein Ökonom. Zumindest scheinen sie nicht angebracht zu sein. Ob die Pessimisten tatsächlich aufgegeben haben, wird die heutige Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt am Nachmittag möglicherweise zutage fördern. Was die Position des Euro angeht, bleibt diese positiv, wenngleich ohne deutlichen Trend. In diesem Zusammenhang darf nunmehr <strong>1,0890</strong> nicht mehr unterlaufen werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Anleger immun gegen schlechte Nachrichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 05:01:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[V-förmige Erholung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch gestern setzte sich die nicht enden wollende Jubel-Rallye an den Aktienbörsen dies- und jenseits des Atlantiks fort. Dabei wird jeder Hoffnungsschimmer in Sachen Corona-Pandemie zum Anlass für Käufe genommen. Gestern sollen vielversprechende Fortschritte bei der Erforschung des vom Unternehmen Gilead untersuchten Medikaments Remdesivir zur COVID-19-Bekämpfung eine Kaufwelle ausgelöst haben. Dies ist insofern bemerkenswert, als es zu diesem Medikament erst vor Kurzem durchaus widersprüchliche Studien gab. Aber die selektive Wahrnehmung solcher Informationen zeigt, dass nicht nur die Börsianer nach einem Ende der Krise lechzen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/anleger-immun-gegen-schlechte-nachrichten/">Anleger immun gegen schlechte Nachrichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0855)</strong>             Auch gestern war das Geschehen an den Devisenmärkten, zumindest wenn man auf den US-Dollar blickt, kaum der Rede wert. Zwar produzierte der Greenback gegenüber einem Korb an Währungen (gemessen am Dollar-Index) den vierten Tagesverlust hintereinander. Aber angesichts dessen, was sich etwa an den Aktienmärkten abspielte, spiegelt sich die dortige Risikofreude immer noch nicht angemessen im Dollar wider. Tatsächlich bewegt sich die US-Valuta etwa auf dem gleichen Niveau wie zum Zeitpunkt, als die Aktienmärkte das bisherige Allzeithoch (19. Februar) markierten.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11942" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/30042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/30042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/30042020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich gab es dazwischen große Kursausschläge in beide Richtungen. Aber angesichts der Tatsache, dass sich etwa die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen seither von knapp 1,6 Prozent um rund einen Prozentpunkt ermäßigt und die US-Notenbank ihre Bilanzsumme durch quantitative Lockerungsmaßnahmen seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent auf rund 6,5 Billionen USD aufgebläht hat, ist die Widerstandskraft des Greenback doch bemerkenswert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezession interessiert nicht</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Daran hat auch die erste Schnellschätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals, die gestern mit einem Minus von annualisiert 4,8 Prozent publiziert wurde, nichts geändert. Es scheint auch weder die Devisen- noch die Aktienhändler interessiert zu haben, dass der private Verbrauch – eine wichtige Wachstumsstütze –</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">infolge der Corona-Pandemie in den USA im ersten Quartal um 7,6 Prozent zurückgegangen ist. Nein, selbst wenn solche Daten schlechter als erwartet ausfallen und eine US-Rezession unausweichlich scheint, sind die Teilnehmer an den Finanzmärkten weitgehend immunisiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>…aber die (rosige) Zukunft</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Stattdessen interessiert vielmehr die Zukunft. Und deswegen wundert es auch nicht, wenn sich das Gros der Ökonomen offenbar einig ist, dass die US-Wirtschaft zwar im ersten Halbjahr stark schrumpfen, aber sich im zweiten Halbjahr umso prächtiger präsentieren wird. Eine V-förmige Erholung gilt fast schon als sicher, wenn man etwa zu Beginn der Woche den Worten von US-Präsident Trump oder gestern dessen ökonomischem Chefberater, Larry Kudlow, folgen möchte. Dieser geht nämlich davon aus, dass das US-Wachstum im zweiten Halbjahr ein Plus von 17 bis 20 Prozent aufweisen wird.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Jubel-Rallye geht weiter</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so setzte sich auch gestern die nicht enden wollende Jubel-Rallye an den Aktienbörsen dies- und jenseits des Atlantiks fort. Dabei wird jeder Hoffnungsschimmer in Sachen Corona-Pandemie zum Anlass für Käufe genommen. Gestern sollen vielversprechende Fortschritte bei der Erforschung des vom Unternehmen Gilead untersuchten Medikaments Remdesivir zur COVID-19-Bekämpfung eine Kaufwelle ausgelöst haben. Dies ist insofern bemerkenswert, als es zu diesem Medikament erst vor Kurzem durchaus widersprüchliche Studien gab. Aber die selektive Wahrnehmung solcher Informationen zeigt, dass nicht nur die Börsianer nach einem Ende der Krise lechzen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es kann aber auch gut sein, dass gestern hierzulande auch eine Short-Squeeze den DAX über die 11.000er Marke gehievt hat. Die gestrige Sentiment-Befragung der institutionellen Investoren (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/d88c461d-d658-46b3-97ec-5905e6354bbb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) durch die Börse Frankfurt hatte noch am Vormittag eine unverändert bearishe Mehrheit von institutionellen Investoren ausfindig gemacht. Investoren, die zumindest teilweise gestern Nachmittag die Notbremse gezogen haben könnten.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Sitzung ohne Überraschungsmoment</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Schließlich gab es dann am Abend noch die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, bei der erwartungsgemäß keine neuen geldpolitischen Beschlüsse gefällt wurden. Tatsächlich enthielt das Statement wie erwartet eine dramatische Zustandsbeschreibung der US-Wirtschaft. Und sollte sich die Lage, die durch die Corona-Pandemie verursacht wurde, verschlechtern, wird die Fed nicht zögern, zu handeln. Darüber hinaus machte Fed-Chef Jerome Powell in der Pressekonferenz deutlich, dass er weiteren Handlungsbedarf für die Notenbank sieht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende des Tages zeigte sich der Euro zwar in recht guter Verfassung, konnte aber auch gestern nicht das Niveau von <strong>1,0895/00</strong> überwinden, um den kurzfristigen Abwärtstrend zu beenden. Insofern bleibt die Unterseite – auch wenn das Trend-Momentum zum Erliegen gekommen ist – immer noch bis <strong>1,0675</strong> recht ungeschützt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/anleger-immun-gegen-schlechte-nachrichten/">Anleger immun gegen schlechte Nachrichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Eine fast zu gute Entwicklung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2020 05:46:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Virus]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer gestern gedacht hatte, die Risikofreude der Finanzmarktteilnehmer dies- und jenseits des Atlantiks wäre nicht mehr steigerungsfähig, musste sich abermals getäuscht sehen. Dabei war es wahrscheinlich nicht einmal Donald Trumps Rede zur Lage der Nation („State of the Union“) in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, die diese Risikofreude angeheizt hatte. Aber wenn man sich die gestern publizierten US-Wirtschaftsdaten anguckt, kann man trotz aller möglichen Übertreibungen und nicht ganz korrekten Fakten in der Rede sagen: Gestern lief anscheinend alles...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1000)</strong>             Wer gestern gedacht hatte, die Risikofreude der Finanzmarktteilnehmer dies- und jenseits des Atlantiks wäre nicht mehr steigerungsfähig, musste sich abermals getäuscht sehen. Dabei war es wahrscheinlich nicht einmal Donald Trumps Rede zur Lage der Nation („State of the Union“) in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, die diese Risikofreude angeheizt hatte. Aber wenn man sich die gestern publizierten US-Wirtschaftsdaten anguckt, kann man trotz aller möglichen Übertreibungen und nicht ganz korrekten Fakten in der Rede sagen: Gestern lief anscheinend alles für Donald Trump.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11589" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/06022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/06022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/06022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber eigentlich wurde die Risikofreude bereits am Mittwochmorgen angefeuert, als Meldungen die Runde machten, dass das chinesische Fernsehen von einem neuen Medikament gegen die Corona-Grippe berichtet habe. Und am Ende des gestrigen Handelstages gab es währungsseitig auf jeden Fall einen Gewinner: Den US-Dollar, der nach der heftigen Korrektur vom vergangenen Freitag den dritten Tag hintereinander zulegen und zeitweise das Vorwochenhoch überwinden konnte.   </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Corona-Epidemie und die selektive Wahrnehmung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun kann man sicherlich nicht behaupten, dass die Welt in Sachen Corona-Virus tatsächlich aus dem sprichwörtlichen „Schneider“ sei. Aber die Aktienmarktteilnehmer und Anleihehändler sowohl in den USA als auch hierzulande scheinen sich an die Nachrichtenlage gewöhnt zu haben. Zwar nimmt die Zahl der Infizierten und Todesfälle immer noch zu, allerdings – sofern man den Zahlen trauen kann – weiterhin eher linear denn exponentiell. Und es schien den Akteuren auch kaum etwas auszumachen, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO diesem angeblichen schnellen Durchbruch bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zur Behandlung des Virus mit großer Skepsis begegnet. Diese selektive Wahrnehmung von Informationen und Nachrichten ist insofern verständlich, als sich doch gerade viele Marktteilnehmer damit arrangiert hatten (vgl. Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt von gestern, die ich <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/deb7f0b1-7106-43c5-a553-8178be143a4a" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span> kommentiert habe), dass man sich wieder den Grundtrends an den Finanzmärkten widmen sollte. Und zu dieser starken Risikofreude passen natürlich negative Nachrichten nicht so gut.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wie eine Bestätigung für Donald Trump</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">An ökonomischen Daten gab es gestern ebenfalls Positives zu vermelden. Dazu gehörten etwa die Einkaufsmanager-Indices der Dienstleister aus der Eurozone (Markit), die sich noch etwas besser – als in der ersten Schätzung publiziert – entwickelt haben. Der aus Industrie und Dienstleistern zusammengesetzte Einkaufsmanager-Index für die Eurozone hatte sich dabei von 50,9 auf 51,3 befestigt. Diese Zahlen waren allerdings genauso wenig eine Stütze für den Euro wie die schlechter als von den Ökonomen erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze der Eurozone im Dezember. Eigentlich dürften diese „hinterherhinkenden“ Daten nicht wirklich negativ überrascht haben, da die Wachstumszahlen zur Eurozone für das vierte Quartal 2019 bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht worden waren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch für die USA gab es Einkaufsmanager-Indices sowohl von Markit als auch vom ISM zu begutachten. In beiden Fällen gab es eine leichte positive Überraschung. Aber den richtigen „Knaller“ vermeldete die private Arbeitsmarktagentur ADP, wonach im Januar 291 Tsd. neu geschaffene Stellen in den USA entstanden sind. Tatsächlich lagen die Erwartungen der Analysten deutlich niedriger, nämlich lediglich zwischen 137 und 230 Tsd. Damit dürften die positiven Vorgaben für den Arbeitsmarktbericht, der für Freitag erwartet wird, noch einmal steigen. Gleichzeitig bleibt die viel beachtete Prognose der Fed von Atlanta für das erste Quartal 2020 bei einem stabilen Wachstumsplus – sofern man das in dieser frühen Phase des Quartals bereits sagen kann – von annualisiert 2,9 Prozent.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Per Saldo litt gestern auch der Euro unter dem starken Dollar. Denn die Gemeinschaftswährung hatte große Mühe, sich oberhalb von 1,10 zu halten. Dessen Lage bleibt jedenfalls – innerhalb der mittelfristigen Komfortzone zwischen 1,0980 und 1,1180 – angeschlagen, solange <strong>1,1075</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Das Schweigen der Händler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 05:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gefährlich werden Marktentwicklungen dann, wenn sie fundamental kaum zu rechtfertigen sind – denn das Schweigen der Akteure bedeutet meistens, dass sie etwas verdrängen oder nicht wahrhaben wollen, weil es ihnen nicht in den Kram passt. Nun ist ein Euro-Abschwung von rund 60 Stellen wie gestern – absolut betrachtet – keine herausragende Entwicklung. Aber in der Relation...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1070)</strong>             Gefährlich werden Marktentwicklungen dann, wenn sie fundamental kaum zu rechtfertigen sind – denn das Schweigen der Akteure bedeutet meistens, dass sie etwas verdrängen oder nicht wahrhaben wollen, weil es ihnen nicht in den Kram passt. Nun ist ein Euro-Abschwung von rund 60 Stellen wie gestern – absolut betrachtet – keine herausragende Entwicklung. Aber in der Relation zu den Kursbewegungen der vergangenen Tage handelt es sich eben doch um einen recht deutlichen Einbruch; es war immerhin der größte Tagesverlust seit dem 25. September.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11279" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/06112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/06112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/06112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass gestern an den Währungsmärkten die Hoffnung auf Fortschritte im US-chinesischen Handelskonflikt bezüglich der „Phase 1“ eines Teilvertrags vorherrschte, zeigt sich etwa an der Entwicklung der typischen Fluchtwährungen Schweizerfranken und Yen. Diese haben sich gegenüber dem Dollar während der vergangenen beiden Handelstage abgeschwächt. Allerdings gilt dies interessanterweise auch für den Euro. Dabei ist es nicht allzu lange her, dass etwaige Risikofreude der Marktteilnehmer den Euro begünstigte, während er andererseits unter Risikoaversion litt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dies scheint sich zumindest gestern geändert zu haben. So vertrat ein Kommentator die Meinung, dass die Gemeinschaftswährung diejenige sei, die von einem Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den USA und China am wenigsten profitieren würde. Ein Statement, das ich insofern nicht nachvollziehen kann, als ja auch seit Sonntag die angedrohten Auto-Zölle für die EU auf dem Prüfstand stehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>China will offenbar mehr</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Oder ist Optimismus hinsichtlich der US-chinesischen Verhandlungen womöglich gar nicht angebracht? Diesen Eindruck konnte man zumindest gestern gewinnen, wenn man chinesischen Medienberichten folgte. Nicht nur, dass die Beseitigung von US-Strafzöllen eine „notwendige Bedingung“ für ein Handelsabkommen sei. Vielmehr konnte man lesen, China würde für den Abschluss des Teilabkommens „Phase 1“ weitaus mehr verlangen, als nur die von der Trump-Administration ins Auge gefasste Beseitigung der Strafzölle, die eigentlich am 15. Dezember in Kraft treten sollen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen ist der Euro gestern bis zum unteren Ende seiner neutralen Zone zwischen <strong>1,1065/70</strong> und <strong>1,1180</strong> zurückgefallen. Ein Versagen an dieser Stelle würde zwar noch keinen kurzfristigen Abwärtstrend auslösen, aber die latent schwache Verfassung der Gemeinschaftswährung bestätigen und Spielraum bis <strong>1,0990</strong> eröffnen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Wo bleibt das Positive?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/wo-bleibt-das-positive/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2019 04:46:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Protokoll]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man meinte sie förmlich zu hören, die innerlichen Hurra-Rufe etlicher Finanzmarktteilnehmer, als gestern bekannt wurde, dass China im Vorfeld der heute beginnenden US-chinesischen Verhandlungen zur Beilegung des Handelskonflikts eine Geste des guten Willens zeigte. Wieder einmal. Und wie sehr insbesondere die Teilnehmer an den Aktienmärkten nach guten Nachrichten im Handelskonflikt geradezu lechzen, belegt beispielsweise</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0990)</strong>             Man meinte sie förmlich zu hören, die innerlichen Hurra-Rufe etlicher Finanzmarktteilnehmer, als gestern bekannt wurde, dass China im Vorfeld der heute beginnenden US-chinesischen Verhandlungen zur Beilegung des Handelskonflikts eine Geste des guten Willens zeigte. Wieder einmal. Und wie sehr insbesondere die Teilnehmer an den Aktienmärkten nach guten Nachrichten im Handelskonflikt geradezu lechzen, belegt beispielsweise die gestrige Meldung, in der es zunächst hieß, die Delegation um den chinesischen Vizepremier Liu He beabsichtige, zusätzlich Agrarprodukte in Höhe von 10 Mrd. USD von den USA abzukaufen. Was sich jedoch schnell als falsch herausstellen sollte. Denn tatsächlich geht es um eine Erhöhung der bereits jährlichen Käufe von Sojabohnen von 20 auf 30 Millionen Tonnen. Eine Erhöhung, die tatsächlich einem Auftragswert von nur etwa 3,25 Mrd. USD entspräche.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11177" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/10102019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/10102019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/10102019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Widersprüchliche Meldungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Meldung sorgte einmal mehr für steigende Aktienkurse, die sich jedoch selbst nach der Berichtigung nur noch unwesentlich zurückbildeten. Dabei gab es doch zumindest gefühlt schon mehrere Sojabohnenkäufe in diesem Jahr – ein Entgegenkommen Chinas, das bislang ohne positiven Einfluss auf die Verhandlungen im Handelskonflikt blieb. Aber die Marktteilnehmer hoffen offenbar selektiv – trotz aller miserablen Rahmenbedingungen –, dass diese Geste als Basis für ein Teilabkommen mit den USA dienen könnte. Ganz nach dem Vorbild des ersten Teilabschlusses eines Handelsabkommens zwischen den USA und Japan in der vergangenen Woche. Und in der Hoffnung, dass die schon einmal verschobene Erhöhung der US-Strafzölle auf China-Importe (vom 1. auf den 15. Oktober) noch ein weiteres Mal auf Eis gelegt wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern Nacht gab es dann teilweise widersprüchliche Meldungen zur möglichen Entwicklung des US-chinesischen Treffens in Washington. Gerüchteweise hieß es zwischendurch auch, dass die chinesische Delegation bereits heute, also früher als geplant, wieder aus Washington abreisen würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Protokoll ohne Reiz</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Darüber hinaus gab es gestern noch das Protokoll der vergangenen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu begutachten. Dieses enthielt allerdings keine marktbewegenden Elemente. Indes: Einige FOMC-Mitglieder wollten den Leitzins – entgegen dem späteren Beschluss, die Zielzone für die Fed Funds um 25 Basispunkte zu senken – eigentlich nicht verändern. Auch gab es Bedenken, dass die Marktteilnehmer stärkere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen als eigentlich angemessen eingepreist hätten. Kurzum: Die Zinssenkung im September kam trotz des zögerlichen Verhaltens einiger FOMC-Mitglieder zustande. Aber weitere Zinssenkungen schienen Stand 17./18. September keineswegs mehrheitlich wünschenswert oder gar gesichert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro bewegte sich auch im Anschluss an die Publizierung des FOMC-Protokolls so gut wie gar nicht und produzierte gestern erneut nur eine enge Handelsspanne (40 Stellen), aber heute früh mit einer leicht positiven Note. Der kurzfristige Abwärtstrend zwischen <strong>1,1035</strong> und <strong>1,0835/40</strong> bleibt zwar pro forma erhalten, zeigt aber praktisch kein Momentum mehr.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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