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	<title>Risikofreude Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 29 Apr 2020 04:56:05 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Euro trotz Risikofreude nicht richtig fest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 04:56:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
		<category><![CDATA[Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder wird behauptet, dass die Entwicklung des Dollar auch ein Spiegel von Risikofreude und -aversion der Marktteilnehmer darstellen würde. Zumindest gefühlt hat das für die vergangenen fünf Handelstage nicht gegolten. Denn die Gemeinschaftswährung befand sich gegenüber dem Greenback zum Schluss der gestrigen europäischen Handelssitzung nur unwesentlich vom Schlusskurs von vor einer Woche entfernt. Dabei hatten sich gleichzeitig die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks per Saldo prächtig...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0840)</strong>             Immer wieder wird behauptet, dass die Entwicklung des Dollar auch ein Spiegel von Risikofreude und -aversion der Marktteilnehmer darstellen würde. Zumindest gefühlt hat das für die vergangenen fünf Handelstage nicht gegolten. Denn die Gemeinschaftswährung befand sich gegenüber dem Greenback zum Schluss der gestrigen europäischen Handelssitzung nur unwesentlich vom Schlusskurs von vor einer Woche entfernt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei hatten sich gleichzeitig die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks per Saldo prächtig nach oben orientiert. Kurzum: Der Dollar präsentiert sich trotz der Schwäche der vergangenen drei Handelstage immer noch in vergleichsweise guter Verfassung. Und das, obwohl die US-Notenbank – flankiert von der Fiskalpolitik – Stimulus-Programme historischen Ausmaßes in Gang gesetzt hatte. Man könnte auch sagen: Es wurde mit dem Füllhorn Dollars ausgeschüttet.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11925" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/29042020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/29042020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/29042020-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Heimliche Fed-Hoffnung?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während in den USA die Zentralbank mittlerweile fast mit der Trump-Administration verschmolzen scheint – zumindest wird die Unabhängigkeit der Fed immer mehr infrage gestellt – gilt dies nicht für die Eurozone. Geld- und Fiskalpolitik ziehen nicht gleichstark an demselben Strang. Insofern ist es bemerkenswert, dass etwa die Aktienmärkte in der Eurozone innerhalb von fünf Handelstagen rund 5 Prozent an Wert gewonnen haben. In den USA war es etwas weniger.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich kann man trotz aller zuletzt extrem negativ ausgefallenen und für die nahe Zukunft noch zu erwartenden miserablen Wirtschaftsdaten argumentieren, dass an den Finanzmärkten wohl eine bessere Zukunft gehandelt wird. Für diesen Optimismus mag es angesichts der Entwicklungen in der Corona-Krise durchaus berechtigte Gründe geben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht rührt das Kaufinteresse an Aktien auch von der heimlichen Hoffnung her, die US-Notenbank könnte sich bei ihrer heute endenden Sitzung doch noch dazu entschließen, Aktien in ihr Portfolio aufzunehmen. Natürlich betonte gestern Finanzminister Mnuchin in einem CNBC-Interview, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass die Fed Aktien kaufen würde. Aber ganz ausgeschlossen sei es eben auch nicht, resümierte folgerichtig ein Kommentator.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zu schlechte Stimmung als Ursache steigender Kurse</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wahrscheinlich gibt es aber auch für die jüngste Rallye an den Aktienmärkten einen ganz anderen Grund. Denn die Mehrheit der Börsianer setzt seit Wochen auf fallende Kurse – gemessen an den jüngsten Stimmungsumfragen (Börse Frankfurt und AAII) gilt dies vor allem in den USA, und zwar in nicht unerheblichem Maße. Gerade dort wurde am vergangenen Donnerstag das negativste Sentiment dieses Jahres festgestellt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so dürfte es angesichts der jüngsten Kurssteigerungen nicht verwundern, wenn es mittlerweile zu größeren Rückkaufaktionen gekommen ist. Mehr Aufschluss darüber könnte die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt geben, deren Ergebnis heute Nachmittag veröffentlicht wird. Mit steigenden Kursen wird es für immer mehr Analysten vorstellbar, dass die Aktienmärkte bereits in diesem Jahr schon wieder neue Allzeithochs erreichen. So als hätte es eine COVID-19-Pandemie mit all ihren ökonomischen Folgen nie gegeben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Trotz dieser risikofreudigen Vorgaben der Aktienmärkte ist es dem Euro auch gestern nicht gelungen, seinen kurzfristigen Abwärtstrend (Potenzial bis <strong>1,0675</strong>) durch Überschreiten von <strong>1,0895/00</strong> zu beenden. Natürlich hat sich das Trend-Momentum derzeit fast in Bewegungslosigkeit verwandelt, so dass auch die gestrige Handelssitzung als Nullnummer verbucht werden muss. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Fitch kam übrigens erst am späteren Abend und hatte nur wenig Einfluss auf den Euro. Allerdings bleibt die Unterseite vergleichsweise schlecht unterstützt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Korrektur, aber warum?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/korrektur-aber-warum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Feb 2020 05:54:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Inverse Zinsstrukturkurve]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plötzlich kam sie aus dem Nichts: die Korrektur. Gemeint ist damit aber nicht eine groß angelegte Erholung des Euro gegenüber dem Dollar. Vielmehr ereignete sich die Korrektur an den Aktienmärkten der USA und der Eurozone. Gestern Nachmittag taten sich Händler schwer, einen Auslöser für diesen doch relativ auffälligen Kursrückgang zu benennen. Vielleicht waren es sogar Gewinnmitnahmen – oftmals allerdings das schwächste Argument, eine Notlösung, um fehlende ökonomische Erklärungen zu ersetzen. Und wenn man sich die gestern veröffentlichten Daten...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0795)</strong>             Plötzlich kam sie aus dem Nichts: die Korrektur. Gemeint ist damit aber nicht eine groß angelegte Erholung des Euro gegenüber dem Dollar. Vielmehr ereignete sich die Korrektur an den Aktienmärkten der USA und der Eurozone. Gestern Nachmittag taten sich Händler schwer, einen Auslöser für diesen doch <em>relativ </em>auffälligen Kursrückgang zu benennen. Vielleicht waren es sogar Gewinnmitnahmen – oftmals allerdings das schwächste Argument, eine Notlösung, um fehlende ökonomische Erklärungen zu ersetzen.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11645" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/21022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/21022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/21022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn man sich die gestern veröffentlichten Daten in den USA anschaut, gab es eigentlich wenig, weswegen man nicht weiter auf die US-Ökonomie setzen sollte. Da wurde zum einen der Philly Fed Index publiziert, der mit 36,7 Punkten auf den höchsten Stand seit Februar 2017 gestiegen war und die Median-Schätzung der Ökonomen (11,0) deutlich übertraf. Allerdings ist dieser Index nicht gerade unvolatil. Oder der Index der US-Frühindikatoren, der gegenüber dem Vormonat im Januar ein Plus von 0,8 Prozent (Median-Schätzung +0,4 Prozent) aufwies.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Yen-Schwäche kein Zeichen gestiegener Risikofreude</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vor allen Dingen in Hinblick auf den Yen hätte man die Entwicklung der vergangenen beiden Handelstage, an denen die japanische Währung sowohl gegenüber dem Dollar als auch gegenüber dem Euro deutlich nachgab, nach der bisher oft gültigen Daumenregel als gestiegene Risikofreude und Indiz für steigende Aktienkurse interpretieren können.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wahrscheinlich liegen die Dinge dieses Mal allerdings etwas anders, denn zu Wochenbeginn gab es in Japan miserable Wachstumszahlen zum vierten Quartal 2019, die geradewegs zu einem kleinen Exodus aus dem Yen – wir notierten gestern gegenüber dem Greenback zum europäischen Handelsschluss einen Verlust von rund 2 Prozent innerhalb von zwei Tagen – geführt haben dürften. Und dieser Aufbruch führte in den besseren Hafen US-Dollar. Aber eben nicht aufgrund einer gestiegenen Risikofreude, sondern aus dem Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Für diese Interpretation spricht auch, dass der Schweizer Franken, ebenfalls eine typische Fluchtwährung, während dieser Zeit kaum an Wert verloren hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schon wieder: US-Rezessionsvorboten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Stattdessen schien sich gestern eher Risikoaversion breit zu machen, zumal der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Treasuries und dreimonatigen T-Bills wieder einmal mit einem Minuszeichen versehen werden musste. Kurzum: Die vielerorts als typischer Vorbote einer Rezession betrachtete Inversion der Renditekurve in diesem Bereich trat damit wieder einmal auf den Plan. Im gleichen Zuge hat sich nach Berechnungen des CME FedWatch-Tool die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinssenkung um mindestens 25 Basispunkte bis zur Jahresmitte innerhalb eines Monats von rd. 20 auf 50 Prozent erhöht. Und dennoch stieg der Greenback!</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro hat gestern zum 13. Mal hintereinander ein niedrigeres Tagestief produziert. Er war allerdings nicht imstande, sich deutlich von diesem Niveau zu erholen. Stattdessen gab es wieder einmal einen kleinen Tagesverlust. Dennoch ist die Unterseite vor dem nächsten Potenzialpunkt bei <strong>1,0750</strong> (darunter <strong>1,0660/65</strong>) immer noch ordentlich abgesichert sowie Platz für eine größere Erholung der Gemeinschaftswährung durchaus vorhanden. Um den Euro jedoch eine erste Stabilisierung zu ermöglichen, müsste zumindest <strong>1,0895/00</strong> überwunden werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wegen Rosenmontag erscheint der nächste „Dollar am Morgen“ erst am Dienstag, den 25. Februar</strong></span></p>
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		<title>Gegensätzliche Sichtweisen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/gegensaetzliche-sichtweisen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2020 05:46:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Inverse Zinsstrukturkurve]]></category>
		<category><![CDATA[Risikoaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das hatten wir schon lange nicht mehr: Ein Euro, der sechs Handelstage hintereinander mit einem Tagesverlust abschließt. Zuletzt war das im August 2019 der Fall. Und obgleich die Ausprägung der einzelnen Kursverluste damals wie heute ähnlich hoch sind und sich auch in fast identischen Kursbereichen abspielen (rund 1,1150 bis 1,09), scheint es dieses Mal etwas anders zu sein. Denn der Kursrückgang der Gemeinschaftswährung ist nur auf den ersten Blick....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gegensaetzliche-sichtweisen/">Gegensätzliche Sichtweisen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0910)</strong>             Das hatten wir schon lange nicht mehr: Ein Euro, der sechs Handelstage hintereinander mit einem Tagesverlust abschließt. Zuletzt war das im August 2019 der Fall. Und obgleich die Ausprägung der einzelnen Kursverluste damals wie heute ähnlich hoch sind und sich auch in fast identischen Kursbereichen abspielen (rund 1,1150 bis 1,09), scheint es dieses Mal etwas anders zu sein. Denn der Kursrückgang der Gemeinschaftswährung ist nur auf den ersten Blick leicht erklärbar.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11602" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/11022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/11022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/11022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen von den gebetsmühlenartig wiederholten Kommentaren vieler Analysten, die ihren Finger auf die immergleiche Wunde legen – schleppende Wachstumsaussichten für Deutschland und die Eurozone kombiniert mit einer ordentlich wachsenden US-Konjunktur – kam nun immerhin eine weitere Komponente hinzu. Die Rede ist von Annegret Kramp-Karrenbauer, die nicht nur das Rennen um die deutsche Kanzlerkandidatur aufgegeben hat, sondern im Laufe des Jahres auch den CDU-Parteivorsitz abgeben wird. Ein Einflussfaktor, der sich, trotz Reaktionen von Seiten internationaler Kommentatoren aus Großbritannien und selbst aus den USA, erfahrungsgemäß nicht nachhaltig auf den Wechselkurs des Euro auswirken muss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risikoaversion oder Risikofreude?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bei genauem Hinsehen wird nämlich deutlich, dass derzeit argumentativ in den Finanzmärkten einiges nicht zusammenpasst. Aber bleiben wir zunächst beim Euro im Verhältnis zum US-Dollar. Um die Entwicklung dieses Währungspaars zu erklären, wird nämlich häufig mit Risikofreude bzw. Risikoaversion der Akteure argumentiert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern war die Bewegung aus dem Euro heraus in Richtung Dollar mancherorts mit der angeblichen Suche der Marktteilnehmer nach sogenannten sicheren Häfen wegen der unklaren Situation um die Corona-Virusepidemie begründet worden. Eine Art von Risikoaversion, die an den Aktienmärkten der USA und hierzulande spätestens gestern Nachmittag nicht zu registrieren war. Es ist noch nicht allzu lange her, nämlich zwischen dem 29. dem 31 Januar, da gab es an den globalen Aktienbörsen einen deutlichen Rücksetzer eben wegen dieser Corona-Ängste. Interessanterweise war der US-Dollar während dieser drei Tage kein Zufluchtsort internationaler Kapitalströme. Im Gegenteil: Der Euro zeigte wenig Schwäche und markierte zum Ende dieses Zeitraums sogar ein klares Zwischenhoch, bevor es obengenannte sechs Handelstage in Folge trotz aller zurückgekehrter Risikofreude (seit Freitagabend ist nun interessanterweise von Risikoaversion die Rede) nach unten ging.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwei gegensätzliche Welten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Blickt man also auf die Aktienmärkte, scheinen sich die Akteure vor allen Dingen in den USA zurzeit noch nur wenig um spätere ökonomische Folgen der Virus-Epidemie zu scheren. Von dieser Sorglosigkeit können allerdings die US-Anleihemärkte kein Lied singen. Zehnjährige Staatsanleihen waren bis gestern so gut nachgefragt, dass deren Rendite, die sich seit dem 31. Januar um 18 Basispunkte – infolge zurückgekehrter Risikofreude – auf zuhöchst 1,68 Prozent befestigt hatte, seit dem 6. Februar mehr als die Hälfte dieses Gewinns wieder abgeben musste.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Obwohl sich die US-Wirtschaft weiterhin gut entwickelt, wenn man etwa den Arbeitsmarktbericht aus der vergangenen Woche zugrunde legt, scheinen die Anleihemärkte seit gestern wieder leichte Rezessionsängste einzupreisen. Zumindest ist das diesbezüglich viel beachtete Barometer, der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Treasuries und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit, seit gestern wieder mit einem (knappen) negativen Vorzeichen, also dem möglichen Vorboten für eine mögliche Rezession in einigen Monaten, versehen. Kurzum: Aktienmarktteilnehmer sehen die Welt offenbar anders als die Anleihe- und Devisenhändler.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro hat gestern auf jeden Fall seinen kurzfristigen Abwärtstrend ohne nennenswerte Erholung fortgesetzt und droht nun auch das Jahrestief vom September 2019 (rund <strong>1,0875</strong>) und danach auch <strong>1,0755/60</strong> in Angriff zu nehmen. Zumindest bleibt das Abwärtsmomentum unterhalb von <strong>1,0980</strong> ungetrübt, und eine Stabilisierung kann erst oberhalb von <strong>1,1030/35</strong> erwartet werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ungebrochene Risikofreude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Feb 2020 05:56:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Ankereffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist der Dollar also den vierten Tag hintereinander gegenüber einem Korb von Währungen, auch als Zeichen der derzeitigen globalen Risikofreude, gestiegen. Dass die globale Risiko-Rallye gestern eine Fortsetzung fand, war noch nicht einmal neuen Nachrichten hinsichtlich des Corona-Virus geschuldet. Vielmehr reichte den Akteuren als Auslöser fortgesetzter Aktienkäufe hierzulande und in Fernost – die chinesischen Aktien waren gestern den dritten Tag hintereinander auf deutlichem Erholungskurs – die Nachricht, dass China seine Strafzölle auf US-Importe im Volumen von etwa 75 Mrd. Dollar halbieren würde. Eine Nachricht, die eigentlich...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0980)</strong>             Nun ist der Dollar also den vierten Tag hintereinander gegenüber einem Korb von Währungen, auch als Zeichen der derzeitigen globalen Risikofreude, gestiegen. Dass die globale Risiko-Rallye gestern eine Fortsetzung fand, war noch nicht einmal neuen Nachrichten hinsichtlich des Corona-Virus geschuldet. Vielmehr reichte den Akteuren als Auslöser fortgesetzter Aktienkäufe hierzulande und in Fernost – die chinesischen Aktien waren gestern den dritten Tag hintereinander auf deutlichem Erholungskurs – die Nachricht, dass China seine Strafzölle auf US-Importe im Volumen von etwa 75 Mrd. Dollar halbieren würde. Eine Nachricht, die eigentlich nicht hätte für Furore sorgen müssen, denn diese „wunderbare“ Maßnahme ist ohnehin letztlich Bestandteil des sogenannten „Phase-Eins-Deals“, dem Teilabkommen zwischen den USA und China, das im Januar verabschiedet wurde. Mit der gestrigen Dollarstärke ist auch der Euro weiter unter Druck geraten und fiel kurzzeitig mit rd. 1,0965 auf ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2019 gehandelt wurde.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11595" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vor allem Dollarstärke</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Sucht man nach einem Auslöser für den gestrigen Rückgang des Euro, der weit mehr auf einer Dollarstärke als auf eigener Schwäche beruhte, könnte man auf den ersten Blick rasch fündig werden. Denn dass der Auftragseingang der Deutschen Industrie im Dezember (gegenüber Vormonat) um 2,1 Prozent unerwartet deutlich gefallen war, kam bei vielen Kommentatoren nicht gut an. Zumal die Ökonomen von einem Orderplus von 0,6 Prozent im Mittel ausgegangen waren. Noch dramatischer gestaltet sich diese Zahl, wenn man den Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe auf Jahresbasis betrachtet. Demnach brachen die Auftragseingänge um heftige 8,7 Prozent ein – das ist der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2009. Indes: Der Euro geriet eigentlich nicht wegen dieser miserablen Zahlen richtig unter Druck, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt während des Handelstages.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>ADP-Zahl als Anker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dollarseitig gab es gestern keine wichtigen Konjunkturdaten zu begutachten. Dafür steht heute die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts an, bei dem der Zuwachs der Stellen im Nicht-Agrarbereich (Nonfarm Payrolls) in der Median-Schätzung zwar nur bei einem Plus von 160 Tsd. Stellen liegt. Allerdings dürften die Erwartungen angesichts der Super-Zahl der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom vergangenen Mittwoch (+291 Tsd.) insgeheim höher liegen. Zumindest bildet dieser hohe Wert einen mentalen Anker. Zumindest wird es damit schwierig, noch für eine richtig große Überraschung bei den Devisenhändlern zu sorgen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Außerdem meldete sich gestern der Präsident der regionalen Fed von Dallas, Robert Kaplan, zu Wort. Der wartete nämlich mit einer exakten Wachstumsschätzung für die USA auf und rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 2,25 Prozent anziehen wird. Tatsächlich, so Kaplan, sei eigentlich noch mehr drin, wenn es nicht die Boeing-Probleme und das Corona-Virus gäbe. Dieses allein würde die USA vermutlich rund 0,4 Prozent des BIP kosten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Weniger Konjunktursorgen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass man sich um die US-Konjunktur offenbar keine Sorgen mehr machen muss, zeigt auch die Entwicklung am Anleihemarkt. Zwar konnten die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries gestern nicht mehr zulegen, aber der viel beachtete Renditeabstand zu den 3-monatigen T-Bills liegt mittlerweile bei +6 Basispunkten. Auch die implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung der Fed bis zur Jahresmitte hat sich wieder deutlich verringert. So berechnete sich über das CME FedWatch-Tool dafür zuletzt nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 39 Prozent; vor Wochenfrist betrug diese immerhin noch fast 50 Prozent. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat die Gemeinschaftswährung ihre „Komfortzone“ zwischen 1,0980 und 1,1180 an der Unterseite verletzt. Damit ist zwar noch kein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, aber der Euro bleibt unterhalb von <strong>1,1070/75</strong> unter Druck.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Risikofreude mit Ansagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 05:43:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
		<category><![CDATA[US-Zinsstrukturkurve]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es waren gestern nicht die Devisenmärkte, die das Geschehen an den Finanzmärkten dominierten. Vielmehr lag das Augenmerk auf den Aktienmärkten dies-jenseits des Atlantiks. Und die haussierten eindrucksvoll. Und es dürfte nicht wenige Akteure gegeben haben, die bereits am Montag „mit angezogener Handbremse“ auf steigende Aktienkurse gesetzt hatten. Klar, dass im gleichen Zuge vor allen Dingen US-Staatsanleihen wieder an Boden verloren und von Rezessionsgefahren nicht mehr viel zu hören war...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nein, es waren gestern nicht die Devisenmärkte, die das Geschehen an den Finanzmärkten dominierten. Vielmehr lag das Augenmerk auf den Aktienmärkten dies-jenseits des Atlantiks. Und die haussierten eindrucksvoll. Und es dürfte nicht wenige Akteure gegeben haben, die bereits am Montag „mit angezogener Handbremse“ auf steigende Aktienkurse gesetzt hatten. Klar, dass im gleichen Zuge vor allen Dingen US-Staatsanleihen wieder an Boden verloren und von Rezessionsgefahren nicht mehr viel zu hören war.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11576" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/05022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/05022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/05022020-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bei den Währungsmärkten zeigte sich ein weiteres Mal, dass gestiegene Risikofreude nicht zwingend mit einem festeren Euro-Kurs einhergehen muss. Denn die Gemeinschaftswährung geriet gegenüber einem Korb an verschiedenen Währungen, aber auch gegenüber dem US-Dollar während des gestrigen Handelstages abermals leicht unter Druck. Immerhin: Die typischen Fluchtwährungen Schweizerfranken und der japanische Yen gaben im Verhältnis zu Euro und Dollar gleichermaßen nach.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Angst davor, etwas zu verpassen<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist es bei weitem nicht so, dass es bei der Bekämpfung des Corona-Virus einen nennenswerten Durchbruch gegeben hätte. Aber bereits tags zuvor konnte man feststellen, dass es die Börsianer an die Aktienmärkte zurückdrängte. Und die Tatsache, dass die Zahl der Virusinfizierten in China womöglich nicht mehr überproportional, sondern eher linear anstieg, dürfte bei vielen Finanzmarktakteuren eine Art Gewöhnungsprozess an negative Virus-Nachrichten eingeläutet haben. Wir erinnern uns: Am 19. Januar trat das Corona-Virus zum ersten Mal in stärkerem Maße in den hiesigen Medien auf. Und seitdem gab es an den Finanzmärkten in Europa und den USA zwar deutliche Reaktionen, aber zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für einen Kontrollverlust oder gar eine Panik. Und nun scheint die Angst, die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends womöglich zu verpassen, größer zu sein als die vor einer sich ausweitenden Corona-Virus-Epidemie.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rezessionsvorbote auf dem Rückzug</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein genauerer Blick auf die US-Anleihemärkte zeigt sogar, dass der Renditeabstand der 10-jährigen Treasuries gegenüber T-Bills mit 3-monatiger Laufzeit gestern wieder positiv notierte. Dies ist insofern von Bedeutung, als vielerorts ein negativer Renditeabstand als Vorbote einer Rezession in zwölf Monaten gesehen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen machte der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow,  deutlich, dass er aufgrund der Corona-Virus-Epidemie mit einer Verzögerung des erwarteten „Export-Booms“ nach China rechnet, der sich aufgrund des US-chinesischen Phase-Eins-Handelsabkommens eigentlich einstellen sollte. Allerdings rechne er nur mit einem minimalen negativen Einfluss auf die US-Wirtschaft. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was natürlich nicht heißen soll, dass die USA (ich berichtete gestern <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/02/04/mit-durchblick-handeln/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> darüber) eine nachgiebigere Haltung hinsichtlich der von China im Teilabkommen mit den USA gegebenen Importversprechen einnehmen dürfte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Schließlich gab es auch noch einige ökonomische Daten zu begutachten, die jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf das Devisenkurs-Geschehen hatten. Die Rede ist zum einen vom Produzentenpreisindex des Monats Dezember für die Eurozone, der gegenüber dem Vorjahr um -0,7 Prozent wie erwartet nachgab. Zum anderen überraschte der US-Auftragseingang für die Industrie auf der positiven Seite. Allerdings wurde dieser Effekt für Dezember durch eine entsprechende November-Revision ins Negative wieder ausgelöscht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich konnte sich die Gemeinschaftswährung zum Ende der europäischen Handelssitzung gerade noch oberhalb der Marke von 1,1030 halten, die Voraussetzung für ein stabiles Umfeld innerhalb der breit angelegten Komfortzone zwischen 1,0980 und 1,1180.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ein durchgestrichenes Wort verändert alles</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2019 04:50:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[200-Tage Linie]]></category>
		<category><![CDATA[Risikoaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tatsächlich ist vielen Beobachtern vermutlich nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass im Gefolge der Sitzung der US-Notenbank in der vergangenen Woche sowohl die US-Aktien- als auch die Anleihemärkte haussierten. Der S&#038;P 500 Aktien-Index markierte neue Allzeithochs, und die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen fiel zum ersten Mal seit dem Jahr 2016 unter 2 Prozent. Und manch einer wird sich gefragt haben, wie das gut gehen kann, wenn die für Risikofreude stehenden Aktienmärkte</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1365)</strong>             Die US-Notenbank streicht das Wort „patient“ aus ihrem Statement und die Finanzmärkte spielten verrückt, bemerkte eine Kommentatorin zum Wochenschluss. Tatsächlich ist vielen Beobachtern vermutlich nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass im Gefolge der Sitzung der US-Notenbank in der vergangenen Woche sowohl die US-Aktien- als auch die Anleihemärkte haussierten. Der S&amp;P 500 Aktien-Index markierte neue Allzeithochs, und die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen fiel zum ersten Mal seit dem Jahr 2016 unter 2 Prozent. Und manch einer wird sich gefragt haben, wie das gut gehen kann, wenn die für Risikofreude stehenden Aktienmärkte und die in Zeiten der Risikoaversion gesuchten Anleihemärkte gleichzeitig so deutlich, wie in der vergangenen Woche geschehen, anziehen. Und sowohl die risikofreudigen Aktienbullen als auch die risikoaversen Käufer von Bonds behaupten jeweils von sich, der andere liege falsch. Aktienfreunde verweisen darauf, dass die Bond-Händler Probleme bekämen, wenn sich herausstellen sollte, dass es womöglich doch keine Rezession gebe. Und Anleihe-Händler halten wiederum die Aktienkäufer für viel zu euphorisch.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10731" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/24062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gleichzeitig risikofreudig und risikoavers?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine Antwort auf dieses Szenario, welches in dieser Form übrigens nicht allzu lange aufrechterhalten werden dürfte, gibt die Juni-Umfrage unter Fondsmanagern von BofA Merrill Lynch, auf die wir <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/06/19/draghis-kleine-ueberraschung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> bereits einmal eingegangen sind. Diese war zwar bereits zum 13. Juni abgeschlossen, zeigte aber zu diesem Zeitpunkt, dass die Aktieninvestoren so bearish wie zuletzt im März 2009 gewesen waren. Und das, obwohl sich die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks bereits seit Anfang Juni auf dem Weg nach oben befanden. Mit anderen Worten: Die bearishe Positionierung dieser Akteure und die steigende Marktentwicklung verliefen konträr. Eine Marktentwicklung, die später wahrscheinlich zahlreiche Aktienpessimisten zur Aufgabe und somit zu Aktienkäufen zwang.  Kurzum: Die steigenden Aktienmärkte dürfen letztlich nicht als ein Zeichen überbordender Euphorie, sondern müssen als eine Notbremsung schiefliegender Marktteilnehmer gewertet werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz anders die Engagements der Anleihehändler, denen BofA Merrill Lynch den höchsten Stand seit September 2011 bescheinigte: Markt und Positionierung verliefen gleichgerichtet, so dass es am vergangenen Freitag nur zu ein paar Gewinnmitnahmen kam. Mit anderen Worten: Die Resultate der Fed-Sitzung der vergangenen Woche mögen gar nicht einmal so marktentscheidend gewesen sein. Viel wichtiger erscheint, wie die Positionierungen der Akteure im Vorfeld gewesen waren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der „Bond King“ und die 200-Tage-Linie</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zurück zum Dollar. Der hat nämlich gegenüber einem Korb an Währungen, gemessen am Dollar-Index, in der vergangenen Woche um rund 1,3 Prozent nachgegeben. Ein Umstand, der den „Bond King“ Jeffrey Gundlach via Twitter wieder einmal auf dem Plan rief, weil der Greenback auch noch seine 200-Tage-Linie von oben nach unten (für viele Akteure ein klares Verkaufssignal) durchstoßen hatte. Diese Stunde der Wahrheit („moment of truth“), wie Gundlach den Durchbruch der Durchschnittslinie in seinem Tweet bezeichnete, hatte Gundlach im März schon einmal ausgerufen. Damals wie auch bereits zuvor im Januar erwiesen sich ähnliche Signale umgehend als falsch. Aber der fragwürdige Mythos der 200-Tage-Linie, zu dem ich mich <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2014/09/16/ungebrochener-mythos/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> einmal ausgiebig ausgelassen hatte, scheint unsterblich zu sein.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin: Für den Eurokurs zum Dollar gab es bislang in Sachen 200-Tage-Linie noch keine derartigen Signale. Abgesehen vom vergangenen Freitag. Da war es dann auch für die Gemeinschaftswährung so weit. Auch wenn wir dieser Überquerung der 200-Tage-Linie von unten nach oben (landläufig ein Kaufsignal) keine Bedeutung zumessen, hat der Euro zumindest die Obergrenze seiner (verbreiterten) Konsolidierung (1,1110-1,1345) durchstoßen. Ob dieses Mal ein wegweisendes Signal dabei herauskommt? Für einen kurzfristigen Aufwärtstrend hat es bislang zumindest noch nicht gereicht, aber solange sich der Euro oberhalb von <strong>1,1225/30</strong> bewegt, besteht eine gute Chance für weitere Kurssteigerungen in Richtung <strong>1,1435/40</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Windfall-Gewinne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2015 15:14:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Risikoaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
		<category><![CDATA[Windfall-Profit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise tendieren Menschen dazu, Gewinne eher zu früh als zu spät mitzunehmen, während sie im Gegenzug Verluste zu lange laufen lassen. Deswegen zeigen sie sich bei Kursgewinnen risikoavers, und wenn sie zuvor einen Verlust ausgesessen haben, stellen sie ihr Engagement normalerweise bei Erreichen des (wahrgenommenen) Einstandspreises glatt. Genau eine solche Phase dürften viele Börsianer hierzulande [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise tendieren Menschen dazu, Gewinne eher zu früh als zu spät mitzunehmen, während sie im Gegenzug Verluste zu lange laufen lassen. Deswegen zeigen sie sich bei Kursgewinnen risikoavers, und wenn sie zuvor einen Verlust ausgesessen haben, stellen sie ihr Engagement normalerweise bei Erreichen des (wahrgenommenen) Einstandspreises glatt. Genau eine solche Phase dürften viele Börsianer hierzulande durchlebt haben, als sich der DAX im Oktober von seinen Septembertiefs von unter 9.400 Zählern eindrucksvoll erholte.</p>
<p>Gerade als es den Anschein hatte, als würde es mit dem DAX nicht länger mehr kraftvoll aufwärts gehen, überraschte EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Donnerstag die Finanzmärkte, indem er weitere geldpolitische Maßnahmen in Aussicht stellte: Der DAX schoss geradezu nach oben, und Anleger, die nach der langen Durststrecke der Monate August und September dieses Jahres endlich wieder aufatmen konnten, mussten sich wie im siebten Himmel vorgekommen sein, nachdem es plötzlich Börsengewinne zu regnen begonnen hatte.</p>
<p>Bei solch unerwarteten Gewinnen handelt es sich um so genannte Windfall-Profits. Und weil jene außer der Reihe entstehen, besagen die Erkenntnisse der Behavioral Finance, dass man mit ihnen anders verfährt, als man es normalerweise täte. Mit anderen Worten: Der Durchschnittsbörsianer verhält sich in solchen Fällen nicht risikoavers, sondern tendiert eher zur Risikofreude und lässt Gewinne demzufolge tatsächlich laufen. Dies zeigt auch die jüngste Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt, die ich dieses Mal <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+freudenspruenge+und+sorglosigkeit+90408">HIER</a> </strong></span>kommentiert habe.</p>
<p>Selbst die heute endende Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank (FOMC) konnte der Sorglosigkeit der mittelfristig orientierten Anleger keinen Abbruch tun. Natürlich erwartet kaum jemand derzeit Gegenwind für die Börse. Aber ob die US-Notenbank, wie von den Märkten bereits eingepreist, in diesem Jahr tatsächlich keine Zinserhöhung mehr vornimmt, ist keineswegs so sicher, wie dies vielerorts vermutet wird. Einerseits dürfte es der Fed zwar schwer fallen, nach der EZB-Sitzung Anfang Dezember, bei der Mario Draghi den Worten der vergangenen Woche Taten folgen lassen dürfte, ihrerseits eine Woche vor Weihnachten mit einem Zinsschritt in die entgegengesetzte Richtung aufzuwarten. Andererseits könnte sich jedoch angesichts möglicher neuer Höchststände im US-Aktienmarkt doch noch eine dadurch ermutigte Mehrheit im Offenmarktausschuss für eine Zinserhöhung zusammenfinden.</p>
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		<title>Selektives Entscheiden und Kapitulation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 15:44:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Thema Selektives Entscheiden und Kapitulation an Finanzmärkten habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das Sie hier abrufen können. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus (ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV zu sehen) näher beleuchten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema <em>Selektives Entscheiden und Kapitulation</em> <em>an Finanzmärkten</em> habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/" target="_blank">Sie hier abrufen können</a>. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/erklaervideos/index.html" target="_blank">(ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV</a> zu sehen) näher beleuchten.</p>
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		<title>Gold: Hat es sich ausgeglänzt?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/gold-hat-es-sich-ausgeglanzt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 07:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eines gleich vorweg: Ich habe eine Long-Position in Gold. So wie vermutlich mittlerweile viele Bundesbürger. Nein, nicht aus Gründen der Spekulation, sondern aus Sicherheitsaspekten. Für den Fall, dass in der Eurozone oder auch anderswo in der Welt tatsächlich etwas Dramatisches passieren sollte. So gesehen, sollte mir die Wertentwicklung des gelben Metalls eigentlich relativ egal sein, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eines gleich vorweg: Ich habe eine Long-Position in Gold. So wie vermutlich mittlerweile viele Bundesbürger. Nein, nicht aus Gründen der Spekulation, sondern aus Sicherheitsaspekten. Für den Fall, dass in der Eurozone oder auch anderswo in der Welt tatsächlich etwas Dramatisches passieren sollte. So gesehen,<span id="more-2337"></span> sollte mir die Wertentwicklung des gelben Metalls eigentlich relativ egal sein, aber ich habe mich natürlich gefreut, als die Preise während der vergangenen Wochen auch gegenüber dem Euro mächtig in die Höhe schossen.</p>
<p>Und nun ist es vorgestern geschehen: Gold erlitt den größten absoluten Verlust seit Januar 1980. Innerhalb von nur 48 Stunden fiel der Preis pro Unze um rund 210 Dollar. Prozentual sieht das nicht ganz so schlimm aus. So entspricht der Kursrückgang einem Wertverlust von knapp  11 Prozent. Gewinnmitnahmen seien der Grund für diesen Einbruch gewesen, sagte man mir. Außerdem seien die Margin-Erfordernisse, die Einschüsse für Gold-Futures, erhöht worden, wussten die Profis schon am Mittwochmorgen. &#8222;Gold price tumbles, but analysts refuse to call top of bull market”<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>, konnte man gestern in der Financial Times lesen. Auch ich mag im Moment nicht derjenige sein, der das Wort „Trendwende“ in den Mund nimmt. Da würde ich mir angesichts meines eigenen Engagements genauso das Wasser abgraben wie jene Analysten. Ob auch sie ein paar Goldmünzen oder -barren ihr Eigen nennen? Was ein Commitment so alles ausmacht…</p>
<p>Ich rief also einen Bekannten an, von dem ich wusste, dass er einen großen Teil seines kompletten Vermögens in Gold investiert hatte, und fragte ohne Umschweife: &#8222;Was rätst du einem guten Freund in einer solchen Situation?&#8220; – &#8222;Wenn Du noch kein Gold hast, dann kauf‘ es jetzt, und wenn du schon etwas besitzt, dann warte noch ein bisschen, denn die Korrektur könnte durchaus noch ein bisschen tiefer tragen&#8220;, erwiderte er fast wie aus der Pistole geschossen. Was? Ausgerechnet er riet mir, zu günstigeren Preisen dazu zu mischen? Mit einem Male zeigte mein sonst so risikoscheuer Bekannter („Der große Knall im Euro kommt bestimmt&#8220;) eine tollkühne Seite, die ich so bislang noch nicht an ihm entdeckt hatte. Denn die Strategie des so genannten „Verbilligens“ wählen die meisten nur, wenn sie ihr Engagement im Verlustbereich wähnen. Aber mein Bekannter hatte doch – soviel ich weiß – sein Gold schon vor langer Zeit gekauft.</p>
<p><span style="font-size: small;">Aber auch ich fühle mich seit einigen Tagen wie ein Verlierer. Obwohl ich doch gar nicht hatte spekulieren wollen. Um mein Risikoverhalten und das meines Bekannten zu hinterfragen, nahm ich mir eine Gold-Chart zur Hand und studierte sie sorgfältig: War das nun eine Korrektur oder die Trendwende? Nein, das war zweifellos eine heftige und längst überfällige Korrektur, wie sie so viele schon seit Wochen prophezeit hatten. Und dann blickte ich fast schon wehmütig auf das vergangene Allzeithoch, als ob es für lange Zeit das Letzte gewesen sein sollte! Wo doch der Markt nur korrigiert hatte. Ich aber schien meinen Referenzpunkt (der Punkt, an dem wir alle gerne verkauft hätten) nicht korrigiert zu haben. Ja, gegenüber dem Allzeithoch habe ich tatsächlich einen Verlust gemacht. </span></p>
<p><span style="font-size: small;"><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/08/Gold-deutsch1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-2340" title="Gold deutsch" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/08/Gold-deutsch1-300x207.png" alt="" width="300" height="207" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: small;">Und im Verlustbereich werden die meisten Menschen risikofreudig und erhöhen allein deshalb bereits ihren Einsatz – und dann sieht Gold jetzt ja auch wieder richtig günstig aus. Wäre es also ein Fehler, jetzt noch einmal zuzugreifen? Doch nur dann, wenn ich nicht an hohe Gewinne (also an hohe neue Allzeithochs) glauben würde…</span></p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Das heißt: Gold stürzt, aber Analysten weigern sich, das Ende der Hausse auszurufen</span></span></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gold-hat-es-sich-ausgeglanzt/">Gold: Hat es sich ausgeglänzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Weniger ist manchmal mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 10:09:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofreude]]></category>
		<category><![CDATA[Risikoscheu]]></category>
		<category><![CDATA[Silber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war. Ein Gefühl wie im siebten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war.<span id="more-1359"></span> Ein Gefühl wie im siebten Himmel!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1368" title="Silber II" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-II2.png" alt="" width="480" height="360" />Und wer dann am folgenden Dienstag früh auch noch das erste Mal seit vier Tagen auf den Bildschirm blickte und feststellte, dass die 46-USD-Marke mittlerweile überschritten worden war, lebte immerhin in dem Gefühl, einen kleinen Extragewinn gemacht zu haben. Eine Entwicklung, die normalerweise zu Risikoaversion, meist sogar verbunden mit einer Realisierung aufgelaufener Gewinne, führt.</p>
<p>Betrachtet man jedoch die Entwicklung des Silberpreises über Karfreitag und vor allem am Ostermontag etwas genauer, so sieht die Welt nicht mehr so heil aus: Der Preis des Edelmetalls war zwar am Dienstag verglichen mit vergangenem Donnerstag ein bisschen höher. Aber im Verhältnis zum Ostermontag, als beinahe an der berüchtigten 50-Dollar-Marke gehandelt wurde, hatte Silber einen <em>herben Verlust</em> hinnehmen müssen: Mehr als drei Dollar! Mit gravierenden Konsequenzen.</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1369" title="Silber I" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Denn die meisten Investoren verhalten sich in einer Verlustsituation nicht risikoscheu, sondern risikofreudig. Mit der Folge, dass sogar jeder weitere Preisrückgang mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen wird. Eine Verhaltensweise, die sich vor allen Dingen dann als kostspielig herausstellt, wenn die Abwärtskorrektur noch viel weiter tragen sollte oder gar der Aufwärtstrend zum Ende gekommen sein sollte.</p>
<p>Anders ausgedrückt: Unser Risikoverhalten hängt nicht von der absoluten Performance eines Investments ab, sondern davon, ob man sich gegenüber einem Referenzpunkt im Gewinn-  oder im Verlustbereich befindet. In diesem Fall kann man durchaus behaupten, weniger Information sei besser gewesen als das Wissen um die genaue Entwicklung des österlichen Kursverlaufs.</p>
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