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	<title>relative Bewertung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 15 Jan 2021 05:54:35 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gute Anker, schlechte Anker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2021 05:53:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Lockdown]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[US-Stimulus-Program]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die korrektive Erholung des US-Dollar hat sich gestern fortgesetzt und letztlich den Euro mit zutiefst 1,2110 auf den niedrigsten Stand seit dem 10. Dezember gedrückt. Das alles geschah, bevor die neuesten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Woche per 8. Januar) in den USA publiziert wurden. Nun sind 965 Tsd. Erstanträge noch keine Million, aber [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die korrektive Erholung des US-Dollar hat sich gestern fortgesetzt und letztlich den Euro mit zutiefst 1,2110 auf den niedrigsten Stand seit dem 10. Dezember gedrückt. Das alles geschah, bevor die neuesten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Woche per 8. Januar) in den USA publiziert wurden. Nun sind 965 Tsd. Erstanträge noch keine Million, aber es wird, wie auch gestern, in den Medien gern aufgerundet. Aber abgesehen davon, mag die Zahl vor allen Dingen deshalb schockiert haben, weil sie die Konsens-Erwartung der Ökonomen von rund 785 Tsd. Anträgen – nichts anderes als ein Anker – deutlich übertraf; selbst die pessimistischste Prognose lag nur bei 875 Tsd. Man könnte jetzt wie mancher Kommentator noch weitere negative Bezugspunkte anführen, um zu „beweisen“, wie schlecht – vor allen Dingen im Kontext mit dem Arbeitsmarktbericht vom Dezember – diese Daten sind.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12959" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/15012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Das 2 Billionen Dollar Preisschild</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber Gott sei Dank gibt es in den USA ja das Stimulus-Programm, das der designierte Präsident Joe Biden gestern Nacht vorgestellt hat. Und auch dort wurde im Voraus für das Volumen dieses Pakets ein Anker gesetzt, der einem Medienbericht zufolge bei 2 Billionen USD liegen sollte. Am Ende stellte Joe Biden ein Programm mit einem Volumen von 1,9 Billionen USD vor, nur unwesentlich weniger. Dabei muss man allerdings davon ausgehen, dass jener Betrag am Ende nicht so hoch ausfallen wird, weil die US-Demokraten – man plant ein Paket, das im Senat zumindest die Zustimmung von zehn Republikanern bekommt, um langwierigen Diskussionen<span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong>1</strong>]</a></span> aus dem Weg zu gehen – Kompromisse eingehen werden müssen. Auch in der eigenen Partei (vgl. auch meine Kommentare <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/13/den-schalter-umgelegt/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong> und <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/10/gegenwind-fuer-dollar-baeren/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong>)</span>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der 2.000 USD Anker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Einzige, was wohl einer breiten überparteilichen Mehrheit sicher scheint, sind die einkommensabhängigen 2.000-USD-Schecks, als Hilfe für die US-Bürger. Auch bei diesen 2.000 USD handelt es sich um einen Anker, der bereits im vergangenen Jahr gesetzt wurde und an den sich die meisten US-Bürger schon längst gewöhnt haben. Dabei war mir bis gestern immer noch nicht klar, ob die bereits im Rahmen des vergangenen Stimulus-Pakets unter dem scheidenden Finanzminister Steven Mnuchin zugesagten 600 USD pro Kopf auf die 2000 USD angerechnet werden. Das würde nämlich für manchen Bürger nur einen Betrag von 1.400 USD bedeuten und wäre verglichen mit dem Bezugspunkt von 2.000 USD mental ein herber Verlust. Nun ist es genau so geplant.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Lockdown extrem</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hierzulande versucht man in Sachen Covid-19 Krise ebenfalls Anker zu setzen. So ist seit einigen Tagen zu vernehmen, dass der derzeitige Lockdown möglicherweise bis Ostern verlängert wird, was zumindest den Effekt hat, dass eine derartige Maßnahme, sofern sie später offiziell verkündet werden sollte, keine Überraschung mehr darstellen würde. Auch dass gestern kolportiert wurde, die Lockdown-Schraube könne noch stärker und bundesweit angezogen werden, bis hin zu Ausgangssperren und eventuell sogar bis zu einer Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs, kann als Anker begriffen werden, der sich unweigerlich in den Köpfen festsetzt. Auch wenn Dementi folgen sollten. Sollte es dann nicht ganz so schlimm kommen, würde das verglichen mit dem worst case für viele Menschen immerhin einen relativen mentalen Gewinn bedeuten. Indes: An den Finanzmärkten waren bislang keine Reaktionen auf diese Gemengelage festzustellen. Der Euro bleibt somit in seinem Korrekturmodus des Aufwärtstrends, solange an der Oberseite nunmehr <strong>1,2255/60</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[<strong>1</strong>]</span></a> Gemeint ist das sogenannte filibustering, das bei einer Mehrheit von 60 Stimmen im Senat entfallen würde</span></p>
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		<title>Verschobene Normen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2020 04:49:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtliche Normen]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiebung von Referenzpunkten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei „Joe Normal“ mag der Aktionismus Trumps („Der tut was!“) sogar gut angekommen sein, waren doch die Verhandlungen über das neue Stimulus-Paket in den USA zum Wochenende ins Stocken geraten. Nicht zuletzt, weil die Positionen von Republikanern und Demokraten hinsichtlich des Volumens immer noch weit auseinander liegen – die Gebote der beiden Seiten trennten zuletzt 1,4 Billionen USD. Auch wenn manche Kommentatoren geneigt waren, insbesondere die ökonomisch bedeutsame Executive Order zur Unterstützung der Arbeitslosen mit „besser als nichts“ zu bewerten, ist man sich doch darüber einig, dass es sich nur um eine Art Erste-Hilfe-Maßnahme handeln kann. Und weil...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1750)</strong>             Der gestrige Handelstag gehörte eher zu den ruhigeren in Sachen Euro – man muss schon bis Mitte Juli zurückgehen, um eine ähnlich träge Sitzung im Verhältnis zum US-Dollar zu finden. Zwar hat der Euro gestern etwas an Boden verloren, verbleibt aber in seiner Konsolidierung zwischen <strong>1,1705</strong> und <strong>1,1920</strong>, die den weiteren Verlauf des Aufwärtstrends derzeit behindert.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12367" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings gab es doch noch einiges an Nachrichten vom Wochenende zu verarbeiten. Dabei wird immer wieder gerne übersehen – trotz der positiv empfundenen Überraschungen bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt während der vergangenen drei Monate –, dass seit Ausbruch der Corona-Pandemie immerhin noch 13 Millionen Stellen nicht wieder neu besetzt wurden. Aber das Hauptinteresse der Kommentatoren galt sowieso den am Wochenende erlassenen Dekreten von US-Präsident Donald Trump.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht mehr als Erste Hilfe </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und bei „Joe Normal“ mag der Aktionismus Trumps („Der tut was!“) sogar gut angekommen sein, waren doch die Verhandlungen über das neue Stimulus-Paket in den USA zum Wochenende ins Stocken geraten. Nicht zuletzt, weil die Positionen von Republikanern und Demokraten hinsichtlich des Volumens immer noch weit auseinander liegen – die Gebote der beiden Seiten trennten zuletzt 1,4 Billionen USD.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn manche Kommentatoren geneigt waren, insbesondere die ökonomisch bedeutsame Executive Order zur Unterstützung der Arbeitslosen mit „besser als nichts“ zu bewerten, ist man sich doch darüber einig, dass es sich nur um eine Art Erste-Hilfe-Maßnahme handeln kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwischen zwei Referenzpunkten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Denn bei der angekündigten wöchentlichen Hilfe für die Betroffenen geht es um eine Hilfe von 400 USD pro Kopf, von denen 100 USD von den einzelnen Bundesstaaten zu erbringen wären. 400 USD – das klingt wie ein Kompromiss zwischen den bislang auf Bundesebene gezahlten 600 USD pro Woche und dem, was die Trump-Administration angeblich selbst eigentlich nur zu zahlen bereit war, nämlich 200 USD.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings wird schon jetzt deutlich, dass der Anteil der wöchentlichen Hilfe der Bundesstaaten, also besagte 100 USD pro Kopf, mancherorts nicht so ohne weiteres finanzierbar sind. Zumal dem Vernehmen nach die Steuereinnahmen beispielsweise in New York gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent und in Kalifornien gar um 42 Prozent eingebrochen sein sollen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so dürfte nach Schätzung mancher Analysten das Geld für die Zahlung der zusätzlichen staatlichen Arbeitslosenunterstützung, selbst wenn die Finanzierung über die vorhandenen Quellen, etwa über nicht ausgeschöpfte Etats, glatt gehen sollte, nicht viel weiter als einen Monat reichen. Damit kann man den Trumpschen Executive Orders bestenfalls positiv abgewinnen, dass durch sie dem Kongress eine Art Deadline für einen Kompromiss gesetzt wurde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verschobene rote Linien</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Problematischer, wenn auch weniger wichtig für die Finanzmärkte, sind Trumps Dekrete hinsichtlich ihrer rechtlichen Gültigkeit. Denn es bleibt mehr als fraglich, ob der Präsident überhaupt die Macht hat, derartige Dekrete zu erlassen. Aber wer fragt danach in der Krise? Zumal sich niemand damit beliebt machen würde, etwa die Hilfen für Arbeitslose durch ein Gericht ausbremsen zu lassen. Donald Trump scheinen rechtliche Hindernisse sowieso egal zu sein. Vielleicht legt er es sogar darauf an, die US-Bevölkerung an solche scheinbar beiläufigen Übertretungen allmählich zu gewöhnen. Mit der Folge, dass sich die rote Linie zwischen „noch verfassungsgemäß“ und „illegal“ klammheimlich verschiebt. Möglicherweise verschiebt sich so auch der Wahltermin.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es geht um mehr. Denn die Wahrnehmung dessen, was bislang als rechtlich oder ethisch korrekt angesehen wurde, verändert sich peu à peu wegen eben jener Verschiebung des Bezugspunktes zwischen Recht und Unrecht. Genauso wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern relativ zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit der moralischen Bewertung von „legal“ und „illegal“. Mit der Zeit kann so aus <em>absolut </em>„unrechtmäßig“<em> relativ „</em>rechtmäßig“ werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Schon wieder unter Druck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 05:55:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Korrelationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch am gestrigen Handelstag schien sich eine Regel zu bewahrheiten: Wenn die Aktienkurse, wie gestern erneut geschehen, jenseits des Atlantiks deutlich fallen, gerät der US-Dollar unter Druck. Davon profitierte auch der Euro, der per se allerdings kaum innere Stärke entwickelte, wenn man seine Performance gegenüber einem ganzen Korb an Valuten betrachtet. Wie bei all diesen schönen, immer wieder gerne zitierten...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch am gestrigen Handelstag schien sich eine Regel zu bewahrheiten: Wenn die Aktienkurse, wie gestern erneut geschehen, jenseits des Atlantiks deutlich fallen, gerät der US-Dollar unter Druck. Davon profitierte auch der Euro, der per se allerdings kaum innere Stärke entwickelte, wenn man seine Performance gegenüber einem ganzen Korb an Valuten betrachtet.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11704" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/06032020-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/06032020-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/06032020-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie bei all diesen schönen, immer wieder gerne zitierten und oft nur kurzfristig auftauchenden Regeln ist allerdings nur eins gewiss: Sie mögen in der Vergangenheit Bestand gehabt haben. Aber ob das morgen noch funktioniert, wenn man bei fallenden US-Aktienkursen Euro gegen Dollar kauft oder bei steigenden Börsen verkauft? Ganz davon zu schweigen, dass solche Zusammenhänge ganz schnell verschwinden können, wenn eine größere Zahl von Akteuren versuchen sollte, aus solch angeblich todsicheren Regeln zum Geldverdienen Kapital zu schlagen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vertrauensbildende Einzelaktionen? </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zurück zu den Finanzmärkten, wo auch gestern die Corona-Krise das beherrschende Thema darstellte. Zum einen bewegte die Akteure offenbar immer noch die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn die Zentralbanken der G7-Nationen am vergangenen Dienstag gemeinsam agiert hätten. Der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vertrat gestern indes die Ansicht, dass eine konzertierte Zinssenkung in dieser Woche womöglich eine Panik hätte auslösen können. Ob die nun von den Investoren eher als Einzelaktionen wahrgenommenen Zinssenkungen von der australischen bzw. kanadischen Zentralbank sowie der Fed mehr Vertrauen geschaffen haben, kann bislang allerdings auch nicht bewiesen werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein Fall von relativer Schwere</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass das von Unterhändlern im US-Kongress vorgestern angekündigte 8 Mrd. USD schwere Hilfsprogramm zur Bekämpfung der Corona-Krise gar nicht so groß aussieht, wie es ursprünglich den Anschein hatte, machte gestern Italiens Premierminister Giuseppe Conte indirekt deutlich. Denn die italienische Regierung bereitet ein Stimulus-Programm gegen das Corona-Virus in ähnlicher Höhe (umgerechnet 8,4 Mrd. USD) vor. Mehr noch: Dagegen nimmt sich das ursprünglich einmal geplante Hilfsvolumen des von US-Präsident Donald Trump geplanten Programms (2,5 Mrd. USD) geradezu mickrig aus. Allerdings ist nicht überliefert, ob die US-Aktienmärkte am gestrigen Handelstag deswegen in die Knie gegangen sind.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun steht heute die Publizierung des US-Arbeitsmarktberichts für den Monat Februar an, der allerdings nur dann Beachtung finden dürfte, wenn er ohnehin zur Marktentwicklung passt. Wie auch schon bei anderen in dieser Woche veröffentlichten ökonomischen Daten haben die Arbeitsmarktdaten angesichts der derzeitigen Corona-Epidemie wohl bestenfalls statistischen Wert. Der Euro bleibt jedenfalls in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend gut nachgefragt (Potenzial: 1,1450), solange er sich oberhalb von <strong>1,0990</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Im Twitter-Gewitter des Donald Trump</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2019 05:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Tweets]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind nicht die Wirtschaftsdaten, die derzeit den Wechselkurs des Euro bestimmen. Das mag auch daran liegen, dass paradoxerweise zu positive US-Wirtschaftsdaten – die europäischen Fundamentals interessieren die Akteure noch weniger – sowohl für den Greenback als auch für den Aktienmarkt momentan ungünstig sein könnten. Andererseits sind es die negativen Überraschungen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/im-twitter-gewitter-des-donald-trump/">Im Twitter-Gewitter des Donald Trump</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1260)</strong>             Es sind nicht die Wirtschaftsdaten, die derzeit den Wechselkurs des Euro bestimmen. Das mag auch daran liegen, dass paradoxerweise zu positive US-Wirtschaftsdaten – die europäischen Fundamentals interessieren die Akteure noch weniger – sowohl für den Greenback als auch für den Aktienmarkt momentan ungünstig sein könnten. Andererseits sind es die negativen ökonomischen Überraschungen in den USA, die von manchem Börsianer insgeheim bejubelt werden, denn US-Zinssenkungen werden dann nicht nur wahrscheinlicher, sondern lassen sich zudem auch besser rechtfertigen.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10841" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/16072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verschobene Anker als Referenzpunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">In dieser Zeit der eher schwierigen, weil möglicherweise komplexen ökonomischen Analysen bevorzugen die Marktteilnehmer leicht verständliche, kurze Informationen und werden in dieser Hinsicht von Donald Trump mit seinen Tweets hervorragend bedient. Tweets, die am vergangenen Wochenende weltweit überwiegend für Empörung gesorgt haben – was ihrem Verursacher, genau genommen, kaum schadet. Vielmehr werden dabei Referenzpunkte verschoben und klammheimlich rote Linien überschritten, die teils über sehr lange Zeit als unantastbar galten. Aber alles, was in Zukunft geschieht, wird an diesen Referenzpunkten gemessen. Und es ist die Politik des US-Präsidenten, immer wieder zwei Schritte voranzupreschen und damit den Bezugspunkt zu verschieben und eine neue Maximalforderung zu etablieren, die sich in den Köpfen festsetzt. Anschließend weicht er dann einen halben Schritt zurück, um dies den Empörten als Entgegenkommen, als Einlenken bzw. als relativen psychologischen Gewinn zu verkaufen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch was die Finanzmärkte betrifft, ließ Donald Trump am vergangenen Wochenende nicht locker. Obwohl Fed-Chef Jerome Powell zuletzt durchblicken ließ, dass es wohl Ende Juli eine Zinssenkung geben wird, bezeichnete Donald Trump die Geldpolitik der Fed als antiquiert. Will sagen: Er möchte noch mehr als die vom Markt längst eskomptierten 25 Basispunkte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der Zehnte muss wohl gehen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was das Personalkarussell im Weißen Haus angeht, scheint das nächste Opfer in der „Survivor Series“ offenbar Handelsminister Wilbur Ross zu sein. Zumindest zitierten Medien ungenannte Quellen aus dem Umfeld Trumps, dass der 81-jährige Ross wohl im Sommer seinen Hut nehmen muss – es würde sich um das zehnte vom Senat bestätigte Mitglied aus Trumps Kabinett handeln, das ausscheidet. Aber nicht in erster Linie, weil die Verhandlungen im Handelskrieg mit China nicht im Sinne Trumps verlaufen wären. Sondern weil Trump mit Ross in anderer Hinsicht unzufrieden gewesen sein soll. Und zwar in einer Angelegenheit, die auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennbar dem Handelsministerium zugeordnet werden muss, aber in dessen Zuständigkeit fällt: Trump sah sich im Streit darüber, ob bei der Volkszählung im Jahr 2020 auch die Frage nach der Nationalität gestellt werden sollte, gezwungen, seine Bemühungen diesbezüglich aufzugeben. Nicht zuletzt wegen einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Diese kolportierte Entlassung Ross‘ ist insofern bemerkenswert, als Ross zu denjenigen Ministern gehört, mit denen Trump schon sehr lange, bevor er die politische Arena betrat, geschäftlich, aber auch privat verbunden war. All dies scheint die Akteure an den Finanzmärkten aber nicht wirklich zu beeinflussen. Vielleicht auch, weil es im US-chinesischen Handelskonflikt alles andere als voran zu gehen scheint.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Berücksichtigt man darüber hinaus auch noch Trumps Währungskriegsgerede, über das sich derzeit einige Kommentatoren Gedanken machen, ist es erstaunlich, dass die Euro-Händler nicht längst reagiert haben. Denn eine Schlussfolgerung der Kommentatoren ist die: Sollten die USA tatsächlich versuchen, den Greenback durch Interventionen abzuwerten, säßen jene am längeren Hebel. Falls eine Währung wie der Euro tatsächlich im Sinne Trumps unerfreulich abwerten sollte, könnte das US-Finanzministerium in sehr großem Umfange Dollars gegen Euros verkaufen und so den Euro stützen. Dessen ungeachtet hat der Euro aber auch gestern nicht zulegen können und nicht einmal seinen nicht allzu weit entfernten Stabilisierungspunkt bei <strong>1,1330</strong> in Angriff genommen. Die Unterseite ist nun etwas besser stärker unterstützt, aber immer noch offen bis <strong>1,1135/40</strong>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Höhenangst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2017 14:12:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich war es eine glasklare Angelegenheit, dass man nach dem Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl Aktien kaufen musste. Einzig und allein die Frage des Preises war vor diesem Wahlgang noch offen. So gab es nicht wenige, die für die europäischen Aktienmärkte ein Desaster prognostizierten, falls die beiden antieuropäischen Kandidaten in die Stichwahl gegangen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9484 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/04/Senti_260417-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Eigentlich war es eine glasklare Angelegenheit, dass man nach dem Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl Aktien kaufen musste. Einzig und allein die Frage des Preises war vor diesem Wahlgang noch offen. So gab es nicht wenige, die für die europäischen Aktienmärkte ein Desaster prognostizierten, falls die beiden antieuropäischen Kandidaten in die Stichwahl gegangen wären: 10,15, im Extremfall sogar 30 Prozent billiger hätte man nach Ansicht mancher Auguren einsteigen können. Sofern man in dieser Situation überhaupt noch den Mut dazu gehabt hätte. Genug auf jeden Fall, um sich gegen einen derartigen Eventual-Sturz vorsichtshalber abzusichern.</p>
<p>Nun ist bekanntermaßen alles anders gekommen, und am Montagmorgen gab es keine Schnäppchenpreise mehr. Das bisherige Rekordhoch des DAX wurde geradezu mit Bravour genommen, und gestern zog der Kurs sogar noch etwas weiter an. Haben wir es nun mit überbordender Euphorie oder „nur“ mit einer Kapitulation der Skeptiker zu tun?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Panikkäufe, Kapitulationen und Bezugspunkte</strong></p>
<p>Kapitulationen gibt es nämlich nicht nur in fallenden, sondern auch in steigenden Märkten, wenn man die vielen entgangenen Gewinne (gleichbedeutend mit relativen Verlusten<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>) nicht länger ertragen oder Dritten gegenüber rechtfertigen kann. Kommt dann noch ein neues Allzeithoch hinzu, ist es leicht nachvollziehbar, dass eigentlich nur derjenige kauft, der kaufen muss.</p>
<p>Anderenfalls hat man vielleicht auch einen Bezugspunkt gefunden, dem gegenüber ein später Einstieg immer noch relativ günstig aussieht. Das ist bei einem neuen Rekordhoch, bei dem die Kurse praktisch durch die Decke schießen, schlecht möglich; es sei denn, man ist tatsächlich noch vor diesem Referenzpunkt des 10. April 2015 (12.391) am Montag zur Eröffnung bei knapp 12.300 DAX-Zählern zum Zuge gekommen. Eine Transaktion, die gegenüber dem bisherigen Allzeithoch immer noch ein klein wenig günstiger ausgefallen wäre, wenngleich sie gegenüber dem Korrekturtief vom vergangenen Donnerstag von rund 11.945 Punkten wiederum ziemlich schlecht aussieht. Im ersten Fall handelt es sich also um einen relativen Gewinn, mit dem man ex post ganz gut leben kann – bei der ungünstigen Betrachtungsweise hingegen um einen relativen Verlust, der auch heute nicht zur Euphorie verleitet, weil er noch nicht wettgemacht wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Relative Schnäppchen</strong></p>
<p>Es gibt aber dann noch ganz kluge Börsianer, die sich am weniger bekannten DAX-Kursindex orientieren, der Ausschüttungen im Gegensatz zum „normalen“ DAX unberücksichtigt lässt. Der lag gestern zum Schluss immerhin noch knapp 5 Prozent unterhalb seines Allzeithochs vom 10. April 2015. Und wenn man sich diesen Bezugspunkt wählt, ist man selbst noch gestern nicht nur relativ günstig eingestiegen, sondern atmet auch eine wesentlich weniger dünne Luft als derjenige, der sich am DAX Performance-Index orientieren muss und angesichts des Rekordhochs nach einem Aktienkauf lieber nicht nach unten blickt und zumindest gefühlt die schwindelerregende Höhenluft einatmet. Vielleicht hilft es, wenn man sich in einem solchen Fall, sozusagen in einem „uncharted territory“ oder einer „terra incognita“, an der runden Zahl 13.000 als nächstem Gipfel orientiert und sich dann wohler fühlt?</p>
<p>Welche Strategie die Anleger hierzulande gewählt haben, können Sie ab 18:30 Uhr auf jeden Fall meinem heutigen Kommentar zur DAX-Stimmung <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Fern-von-jeglicher-Kapitulation-2269285" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a> </span>entnehmen, den ich regelmäßig für die Börse Frankfurt erstelle.</p>
<p>Alternativ dazu können Sie auch gerne sofort mein Video-Interview, das die Börse Frankfurt mit mir heute geführt hat, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=5sVK4DovC6E" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> abrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Tatsächlich wiegen echte Verluste stärker als Verluste, die sich aus der relativen Betrachtung entgangener Gewinne ergeben</p>
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		<title>Die Macht der Bezugspunkte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 06:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Manipulation von Referenzpunkten]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Verankern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Menschen bewerten ihre materielle, aber auch persönliche Situation oft nicht unter absoluten Gesichtspunkten. Es genügt vielen nicht nur eine Million Euro ihr Eigen zu nennen was per se (absolut) eigentlich positiv wäre. Aber die Geschichte sieht schon ganz anders aus, wenn sehr viele Menschen im persönlichen Umfeld ebenfalls eine Million Euro besäßen. Denn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8984 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/07/Der-menschliche-Faktor-300x114.jpg" alt="Der menschliche Faktor" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/07/Der-menschliche-Faktor-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/07/Der-menschliche-Faktor-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/07/Der-menschliche-Faktor.jpg 810w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Die meisten Menschen bewerten ihre materielle, aber auch persönliche Situation oft nicht unter absoluten Gesichtspunkten. Es genügt vielen nicht nur eine Million Euro ihr Eigen zu nennen was per se (absolut) eigentlich positiv wäre. Aber die Geschichte sieht schon ganz anders aus, wenn sehr viele Menschen im persönlichen Umfeld ebenfalls eine Million Euro besäßen. Denn wir leben in einer Welt von ständigen Vergleichen. Ob wir etwas gut oder schlecht finden, ist daher oft relativ. Das gilt ganz besonders für Gewinne und Verluste an den Finanzmärkten, die in Abhängigkeit von einem Bezugspunkt (Referenzpunkt) bewertet werden. Diesen Bezugspunkten kommt eine besondere Bedeutung zu, weil Menschen mit Verlusten anders umgehen als mit Gewinnen.</p>
<p>Bezugspunkte spielen aber nicht nur an den Finanzmärkten, sondern auch im Alltag eine ganz wichtige Rolle. Nicht selten werden Dinge gekauft oder nicht gekauft, weil man sich möglicherweise an einem falschen Referenzpunkt orientiert, etwa wenn Güter billiger (z. B. Rabatte) oder teurer als erwartet angeboten werden. Und nicht selten werden von geschickten Geschäftsleuten Referenzpunkte derart manipuliert, dass das Verhalten ihrer möglichen Partner und Kunden in eine bestimmte Richtung gelenkt wird.</p>
<p>Deswegen geht es auch in Thema des Monats Juli, <em>(K)eine feine Art der Manipulation</em>, das ich wie immer <span style="color: #ff0000;"><strong><u><a style="color: #ff0000;" href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">HIER</a></u></strong></span> für die WGZ Bank hier erstellt habe, um Bezugspunkte.</p>
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		<title>Missglückte Kommunikation – ein verhaltensorientierter Rückblick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2015 08:02:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[absolute Bewertung]]></category>
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		<category><![CDATA[Hyperbolisches Diskontieren]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank haben am vergangenen Donnerstag die Finanzmärkte mächtig durcheinandergewirbelt. Man kann schon von schockartigen Reaktionen sprechen, wenn etwa der Euro gegenüber dem US-Dollar die größte Handelsbandbreite (es handelte sich um mehr als 4,5 Prozent) seit dem Jahr 2009 produzierte, begleitet von einer Verkaufswelle in Aktien und Anleihen. &#160; Auch wenn sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank haben am vergangenen Donnerstag die Finanzmärkte mächtig durcheinandergewirbelt. Man kann schon von schockartigen Reaktionen sprechen, wenn etwa der Euro gegenüber dem US-Dollar die größte Handelsbandbreite (es handelte sich um mehr als 4,5 Prozent) seit dem Jahr 2009 produzierte, begleitet von einer Verkaufswelle in Aktien und Anleihen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch wenn sich EZB-Präsident Mario Draghi tags darauf in New York bemühte, in seiner Rede das zerschlagene Porzellan wieder zu kitten, bleibt doch die Frage, was eigentlich zu dieser dramatischen Irritation der Finanzmärkte geführt hatte. Natürlich kann man argumentieren, die Erwartungen der Akteure seien enttäuscht worden, zumal bereits Mitte November aus so genannten „gutinformierten Kreisen“ durchgesickert war, dass womöglich der ohnehin schon negative Einlagenzinssatz um bis zu weitere 50 Basispunkte abgesenkt werden könnte. Aber auch hinsichtlich des quantitativen Lockerungsprogramms, das nicht nur zeitlich ausgedehnt, sondern dessen Volumen auch aufgestockt werden sollte, hat die EZB die Hoffnungen der Marktteilnehmer nicht erfüllt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Relative Wahrnehmung vs. absolute Maßnahmen</strong></p>
<p>Natürlich sind die Akteure an den Finanzmärkten selbst schuld, wenn sie sich nach den vollmundigen Vorankündigungen des EZB-Präsidenten in diversen Reden vor der EZB-Sitzung auch noch gegenseitig in ihren Erwartungen und Positionierungen aufputschen. Und so stieg in ihrer Fantasie das Ausmaß der EZB-Beschlüsse mit der Zeit immer höher; viele Händler rechneten außerdem damit, dass Mario Draghi, der schon bei anderen Gelegenheiten fast immer positiv „noch einen drauf gesetzt“ hatte, zusätzlich auch noch mit einem weihnachtlichen Überraschungsgeschenk aufwarten würde. Mit anderen Worten: Diese <strong>relative </strong>Wahrnehmung in Abhängigkeit zu einem völlig überhöhten Referenzpunkt musste fast schon zwangsläufig zu einer Enttäuschung führen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Macht einer Minderheit?</strong></p>
<p>In der Folge wurde dann auch darüber sinniert, ob der EZB-Präsident innerhalb des EZB-Rats noch über genügend Durchsetzungsvermögen verfügt oder ob er sich mit seinen Wünschen vielleicht sogar einer Minderheit von einigen Falken unter deutscher Führung hatte beugen müssen.</p>
<p>Ich glaube indes, dass die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und dem tatsächlichen Handeln der EZB auf einer unterschiedlichen Wahrnehmung innerhalb des EZB-Rates und bei den Akteuren an den Finanzmärkten beruht. Während letztere offensichtlich die jüngsten Entscheidungen relativ bewerteten, schien man innerhalb des Rates davon auszugehen, dass die Marktteilnehmer gemäß alter ökonomischer Schule die gefällten Entscheidungen <strong>absolut</strong>, wie sie sind, betrachten würden. Und das hieße, dass sie alleine das, was erforderlich ist, um die Abwärtsrisiken und die Inflationserwartungen in den kommenden zwei Jahren abzufedern, ins Kalkül ziehen müssten. Wenn überdies EZB-Vize Vitor Constancio den Märkten kürzlich eine Überreaktion bescheinigte, wird deutlich, dass sich die Entscheider anscheinend nicht genügend mit der psychologischen Wirkung ihrer Maßnahmen auseinandergesetzt haben. Sonst hätte man durch eine geschicktere Wortwahl im Vorfeld der Dezember-Sitzung etwas Druck aus dem Kessel nehmen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Diskontierte Maßnahmen</strong></p>
<p>Am Ende fällt noch nicht einmal so sehr ins Gewicht, dass der Einlagenzins nur um zehn Basispunkte gesenkt wurde. Auch ist eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms um sechs Monate, die in Summa eine deutliche Anhebung der Volumina um gut ein Drittel von 1,08 auf 1,44 Billionen Euro bedeutet, nicht unbeträchtlich. Aber eine Ausdehnung des QE-Programms allein auf zeitlicher Ebene findet eben erst in der späteren Zukunft statt und wurde daher – nach den Erkenntnissen der Behavioral Finance – mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Einschätzung der Marktteilnehmer kräftig abgewertet, sprich diskontiert. Eine sofortige Anhebung der anzukaufenden Wertpapiervolumina hätte diese hingegen vermutlich ganz anders beeindruckt oder zumindest nicht so stark enttäuscht.</p>
<p>Immerhin dürften sich die Börsianer bald wieder beruhigen, denn auf der anderen Seite hat die EZB noch ein paar Pfeile im Köcher behalten, auf die man bei der kommenden Sitzung setzen kann. Interessanterweise ist die Frage, ob all diese Maßnahmen denn überhaupt zum Erfolg führen, während der Diskussion der vergangenen Tage fast vollständig in den Hintergrund geraten.</p>
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		<title>Das erste Mal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 07:39:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Anchoring]]></category>
		<category><![CDATA[Framing]]></category>
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		<category><![CDATA[Partnervermittlung]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerwahl]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ging es Ihnen auch so? Weihnachten war dieses Jahr besonders lang. Das kann gut oder schlecht für Familien sein – wie man es nimmt. In meinem persönlichen Umfeld hat sich jedenfalls in diesen Tagen beziehungstechnisch Einiges verändert. So hörte ich etwa von einer Freundin, nennen wir sie hier Elisabeth, dass sie sich nach fast zehn [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ging es Ihnen auch so? Weihnachten war dieses Jahr besonders lang. Das kann gut oder schlecht für Familien sein – wie man es nimmt. In meinem persönlichen Umfeld hat sich jedenfalls in diesen Tagen beziehungstechnisch Einiges verändert. So hörte ich etwa von einer Freundin, nennen wir sie hier Elisabeth, dass sie sich nach fast zehn Jahren von ihrem Lebensgefährten getrennt hatte. Eine traurige Geschichte, aber die beiden haben nach meinem Dafürhalten wirklich nicht zusammengepasst. Der Schlussstrich wurde im November 2014 gezogen.</p>
<p>Es sollte nicht lange dauern, bis sich Elisabeth nach etwas Neuem umsah. Tatsächlich nahm sie sich ein Herz und schrieb sich im Internet als Abonnentin bei einer Partnervermittlung für gehobene Ansprüche ein. Für all diejenigen, die jetzt die Nase rümpfen sollten: Da ist heute wirklich nichts mehr dabei. Mich interessierte an dieser Geschichte vor allem, wie meine Freundin die Partnervorschläge abarbeiten würde. Denn der größte Feind menschlicher Entscheidungen ist ja bekanntlich das Bedauern, die Reue, wenn die daran geknüpften Erwartungen nicht in Erfüllung gehen.</p>
<p>Aber im Gegensatz zum Kennenlernen „in freier Wildbahn“, so erläuterte mir Elisabeth am Telefon, würden bei der Partnervermittlung Enttäuschungen doch durch vorher festgelegte Kriterien und Wunschvorstellungen der Interessenten deutlich reduziert. So hatte sich der Personenkreis interessanter Kandidaten auch für Elisabeth entsprechend verkleinert – mit etwas Glück ließe sich so der Liebe auf die Sprünge helfen, dachte auch meine Freundin.</p>
<p>„Den Ersten nehme ich aber schon aus Prinzip nicht, denn wer weiß, was mir dadurch entgeht“, erklärte Elisabeth unlängst am Telefon. Und mir wurde klar, dass sich alle zukünftigen Partnervorschläge an diesem ersten würden messen lassen müssen. Ein Referenzpunkt, der – eigentlich völlig willkürlich gewählt – nur deswegen entsteht, weil meine liebe Freundin mit Partnervermittlung im Internet bislang keine Erfahrung hatte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Noch eine Entscheidung mit hohem Einsatz</strong></p>
<p>Die Geschichte erinnerte mich sehr stark an die Praktiken eines Grundstücksmaklers, – ja, wer‘s nicht glauben mag: Privatleben und Ökonomie haben sehr viel miteinander zu tun – der sich diesen Effekt „des ersten Mals“ gerne zu Nutze macht. Wohl wissend, dass Kaufinteressenten das erste Objekt nur äußerst selten erwerben, stellt er an den Anfang seiner Besichtigungstour vorzugsweise eher überteuerte Bruchbuden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Interessenten nicht infrage kommen. Aber dieser Anker verfehlt bei allen weiteren Angeboten seine Wirkung nicht, denn zwangsläufig werden alle folgenden Objekte an diesem ersten Referenzpunkt gemessen. Und damit der erste Besichtigungstermin nicht ganz umsonst gewesen ist, schlägt der Makler vor, noch schnell eine weitere Immobilie zu inspizieren. Immerhin: Das durchschnittliche Einfamilienhaus ein paar Straßen weiter nimmt sich fast wie ein Schnäppchen aus. Wenngleich immer noch zu teuer, kostet es doch deutlich weniger als die Bruchbude. Nicht Wenige haben ihr Eigenheim in erster Linie gekauft, weil es ihnen <em>relativ</em> günstig erschien.</p>
<p>Nun aber zurück zu Elisabeth. Da hatte glücklicherweise kein Makler die Hand im Spiel. Aber bei der Partnerwahl gelten ähnliche Gesetzmäßigkeiten. Vielleicht hätte Elisabeth tatsächlich gleich den ersten Kandidaten nehmen sollen. Gefallen hat er ihr schon. Mittlerweile hat die Gute sechs Rendezvous absolviert – alle Bewerber (und das mit fallender Tendenz) konnten jedoch der Nummer Eins nicht das Wasser reichen. Ich hoffe, dass sich dieser Abwärtstrend nicht fortsetzt, sonst ist tatsächlich zu befürchten, dass Elisabeth eines Tages die Geduld verliert und sich mit dem Nächstbesten zufrieden gibt. Hätt‘ sie doch den Erstbesten genommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-erste-mal/">Das erste Mal</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Behavioral Winomics</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/behavioral-winomics/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2014 16:47:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[goldene Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>
		<category><![CDATA[Weinkarte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst verbrachte ich ein paar Tage Urlaub zur Entspannung in einem sehr guten Hotel im Schwarzwald, das auch über ein vorzügliches Restaurant verfügte. Und so entschloss ich mich, zusammen mit meinem Sohn, der mich bei dieser Reise begleitete, zur Abrundung meines Kurz-Aufenthalts in diesem Lokal abends essen zu gehen. Ein Fünf-Gang-Menü war angesagt, und nun [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst verbrachte ich ein paar Tage Urlaub zur Entspannung in einem sehr guten Hotel im Schwarzwald, das auch über ein vorzügliches Restaurant verfügte. Und so entschloss ich mich, zusammen mit meinem Sohn, der mich bei dieser Reise begleitete, zur Abrundung meines Kurz-Aufenthalts in diesem Lokal abends essen zu gehen. Ein Fünf-Gang-Menü war angesagt, und nun ging es nur noch darum, einen geeigneten Wein zu diesem vielversprechenden Mahl zu finden.</p>
<p>Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Bordeaux-Liebhaber bin und mich auch häufig mit Weinen aus dem Nahen Osten befasse. Aber mir war natürlich klar, dass ich Weine aus dieser Region kaum auf der Weinkarte eines gediegenen Schwarzwälder Restaurants finden würde. Alles, was aus Bordeaux angeboten wurde, übersprang ich geflissentlich, weil ich wusste, dass ich auf der Karte Flaschen vorfinden würde, die ich in meinem eigenen Keller liegen habe und die hier das Drei- oder Vierfache dessen kosten würden, was ich selbst dafür bezahlt hatte.</p>
<p>Und so fiel mein Blick auf italienische und spanische Gewächse, von denen ich allerdings nicht viel verstehe. Aber irgendwo musste ich ja beginnen. Es gibt nichts Schlimmeres, als sich einerseits durch den Dschungel der Weinkarte durchkämpfen zu müssen und andererseits, als Experte für Behavioral Economics, genau um die Fallen zu wissen, die bei der Wahl des Weines überall auf einen lauern können.</p>
<p>Und so wollte ich zunächst auf eigene Faust strategisch vorgehen. Nein, den billigsten Wein auf der Karte, den nimmt man nicht. Schließlich wollte ich nicht wie ein Knauser aussehen. Der wahre Geizhals bestellt daher den zweitbilligsten Wein auf der Karte. Eine Erkenntnis, die – so hat es übrigens unlängst der US-Psychologe Dan Ariely in einer Kolumne im Wall Street Journal bestätigt – zumindest von US-Restaurants weidlich ausgenutzt wird. Ob wohl auch für deutsche Gastwirte die Gewinnspanne beim zweitbilligsten Wein am größten ausfällt?</p>
<p>Da mein Sohn gerade einmal 13 Jahre alt ist, konnte er mir bei der Weinauswahl auch nicht wirklich behilflich sein, aber sein nervöses Hin- und Herrutschen auf dem Stuhl signalisierte mir, ich solle doch endlich meine Wahl treffen. 50 Euro für eine Flasche Wein im Restaurant? Das ist auf den ersten Blick viel Geld, dachte ich mir, aber verglichen mit dem teuersten Italiener auf der Weinkarte für 130 Euro sahen dann die 50 Euro schon fast wieder wie ein Schnäppchen aus. Jaja, ich weiß schon, wir Menschen bewerten relativ, aber deswegen beileibe nicht optimal. Ich machte daher etwas anderes und legte mich mental auf eine Flasche Wein für 59 Euro fest, womit ich mich etwa in der Mitte der Weinkartenpreise bewegte. Das konnte ja kein Reinfall sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Unterhalb der goldene Mitte</strong></p>
<p>Weil ich mich aber immer noch unsicher fühlte, winkte ich schließlich doch den Sommelier herbei, der mir etwas von den umstrittenen Bewertungen eines berühmten Weinpapstes ins Ohr flüsterte und mir letztlich vermittelte, dass eigentlich nur sein Geschmack tatsächlich der richtige sei. „Ist der was?“, fragte ich und tippte mit dem Finger den Namen der Weinflasche für 59 Euro auf der Karte an. Ja, das sei ein vorzüglicher Wein, bestätigte der Sommelier, aber der für 52 Euro sei einfach runder, facettenreicher und vollkommener, zwinkerte er mir vielsagend zu.</p>
<p>Im ersten Moment war ich tatsächlich geneigt zu glauben, mein Wein-Berater sei ehrlich, weil er mir offenbar nicht auf Teufel komm raus einen teuren Wein verkaufen wollte. Aber dann schoss es mir wieder durch den Kopf: Wenn der clever ist, hat er mir einfach nur, abhängig vom Referenzpunkt 59 Euro, aus der Mitte der Weinkarte den nächstgünstigeren Wein – aber womöglich den, den er loswerden wollte – angedreht.</p>
<p>Da wurde mir klar: Es war durchaus nicht sicher, ob ich, mit den Erkenntnissen der Entscheidungspsychologie bewaffnet, tatsächlich eine optimale Wahl treffen würde. Auch erschien es mir zweifelhaft, ob ich bei dieser Paranoia vor etwaigen Fallstricken und Verkaufsfallen überhaupt noch den Abend würde genießen können. Und so entschied ich mich, zumindest für ein paar entspannte Stunden, alle Gelehrsamkeit der Behavioral Economics aus meinem Bewusstseins zu streichen und dem Sommelier zumindest einmal – und wenn es das letzte Mal gewesen sein sollte – blind zu vertrauen.</p>
<p>Übrigens: Der Wein war mittelprächtig.</p>
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		<title>Wenn der Euro zu viel Angst macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2014 16:52:55 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als der Euro gegenüber dem US-Dollar innerhalb von vier Handelstagen seine Handelsbandbreite der vergangenen drei Monate so einfach von oben nach unten durchpflügte, mag der eine oder andere Akteur erschrocken aufgewacht sein. Dennoch handelt es sich nicht um einen außerordentlichen Rückschlag der Gemeinschaftswährung. Zunächst ist es nicht mehr als eine <em>relativ</em> große Veränderung nach einer vergleichsweise ruhigen Zeit und manch einer mag im ersten Moment gedacht haben: „Naja, jetzt hat Mario Draghi wieder allein aufgrund der Macht seiner Worte den Euro erfolgreich gedrückt“.</p>
<p>Dennoch frage ich mich, was die Devisenhändler von der EZB bei ihrer Sitzung Anfang Juni eigentlich erwarten, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittkurs der vergangenen 100 Handelstage von Euro/US-Dollar bei 1,3740, im 200-Tage-Fenster bei 1,3623 liegt. Als mich dann auch noch mein früherer Mitstreiter Herman Brodie darauf aufmerksam machte, der Euro-Index, also der Euro gegenüber einem Korb von mehreren Valuten, befände sich seit gestern sogar bereits unter seiner 200-Tage-Linie, muss ich ihm zustimmen, dass eine quantitative Lockerung in Form von Anleihekäufen alleine wegen eines angeblich zu festen Euro wohl keinen Sinn macht. Nach dieser Logik müssten sich die derzeitigen Euro-Baissiers mit jedem Prozent, das der Euro weiter an Wert verliert, sogar Sorgen um ihre Profitabilität machen.</p>
<p>Aber auch am Aktienmarkt scheinen zumindest die Kommentatoren davon auszugehen, dass eine Zinssenkung der EZB, möglicherweise gepaart mit irgendwelchen anderen Maßnahmen (nur kein Qe!), den DAX durch die Decke schießen lassen könnte. Aber warum nur? Die Mehrheit der Ökonomen war doch ohnehin schon seit Mitte April davon ausgegangen, die EZB werde im Juni aktiv werden. Wieso ist diese Erkenntnis erst gestern in den Aktienmärkten angekommen?</p>
<p>Oder handelt es sich um eine Aufwärtsbewegung des DAX, auf die sich keiner so recht einen Reim machen kann? Diesen Eindruck bekomme ich auch, wenn ich die Stimmungsentwicklung der heimischen mittelfristig orientierten Akteure zurate ziehe, die die Börse Frankfurt heute erhoben hat. Denn statt großer Freude über gestiegene Aktienkurse, herrscht sogar eine Reserviertheit der Akteure vor; handelt es sich doch um eine Kursentwicklung, die den einen oder anderen kalt erwischt haben dürfte. Meinen heutigen Sentiment-Kommentar finden Sie <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+zweckehe+67745">hier</a></strong>.</p>
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