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	<title>Regret Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 11 Nov 2020 05:49:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Eine Melange aus Überreaktion und Bedenken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2020 05:48:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Euphorie]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Überreaktion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchem dürfte die Euphorie, die am Montag auf die Impfstoff-Nachrichten von BioNTech und Pfizer folgte, als Überreaktion der Aktienmärkte erscheinen. Aber nicht nur das. Es gab natürlich – berechtigt oder nicht – Einwände, ob es sich tatsächlich um den bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbruch seit Beginn der Corona-Pandemie gehandelt haben sollte. Ganz zu schweigen von der Frage, wann ein neuer Impfstoff tatsächlich Marktreife erreichen würde. Nun bin ich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>825)</strong>             Manchem dürfte die Euphorie, die am Montag auf die Impfstoff-Nachrichten von BioNTech und Pfizer folgte, als Überreaktion der Aktienmärkte erscheinen. Aber nicht nur das. Es gab natürlich – berechtigt oder nicht – Einwände, ob es sich tatsächlich um den bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbruch seit Beginn der Corona-Pandemie gehandelt haben sollte. Ganz zu schweigen von der Frage, wann ein neuer Impfstoff tatsächlich Marktreife erreichen würde.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12715" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/11112020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/11112020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/11112020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Jede Menge Regret</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun bin ich in Sachen Covid-19 gewiss kein Fachmann, obwohl ich noch nie zuvor so viel auf Virologen gehört habe wie im Augenblick. Aber was die Finanzmärkte angeht, lässt sich zumindest sagen, dass der Begriff „Überreaktion“ vor allen Dingen von denjenigen Marktteilnehmern im Munde geführt wird, denen die Bewegung nicht in den Kram passt. Sei es, dass sie die falsche Position hatten oder ihre Gewinne zu früh realisiert haben und nun trotz eines profitablen Trades jede Menge psychischen Regre<span style="color: #000000;">t<a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> </span>an den Tag legen. Denn wann gibt es schon solch massiven Marktentwicklungen innerhalb kürzester Zeit, wie sie am Montag in den Aktienmärkten zu beobachten waren. Und dann sagt man eben, dass sich die Aufwärtsbewegung zu schnell und in zu kurzer Zeit vollzogen habe.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rückenwind für sparsame Politiker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings muss man den Skeptikern zugutehalten, dass bestimmte Marktrisiken zurzeit mancherorts tatsächlich ausgeblendet werden. Denn mit dem Durchbruch in Sachen Impfstoff dürften diejenigen, die in den USA ohnehin einem Covid-19-Konjunkturprogramm kritisch gegenüberstehen, argumentativen Rückenwind bekommen haben. Nach dem Motto: Eigentlich bedürfe es jetzt erst recht keines zusätzlichen großen Hilfsprogramms mehr. Obwohl es bis zu dem Zeitpunkt, wenn der neue Impfstoff Marktreife erlangt, die Pandemie eingedämmt wird und sich die Konjunktur dadurch erholen kann, noch Monate dauern wird. Die Rede ist von republikanischen Abgeordneten im US-Senat, die einem großzügigen Stimulus-Programm der Demokraten auf keinen Fall zustimmen würden. Dabei kann man sich gut vorstellen, dass der Drang zur Sparsamkeit bei den Republikanern schon deshalb stark ausgebildet sein dürfte, weil der neue US-Präsident von den Demokraten gestellt wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Als mittelfristig fair bewertet wahrgenommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat sich beim US-Dollar auch gestern auffallend wenig getan. Bereits am Montag taugte der Greenback nicht als Barometer für Risikofreude bzw. -aversion. Und da sich gestern das Handelsgeschehen andernorts etwas beruhigte, hatten die Devisenhändler ohnehin wenig Nachholbedarf, etwas an ihren Positionen zu verändern. Dass sich der Euro wieder in seiner Konsolidierungszone aus der vergangenen Woche (1,1600/1,1875) bewegt, mag vielleicht auch dem Umstand zu verdanken sein, dass nach unserem Behavioral Finance Modell der wahrgenommene mittelfristig faire Wert des Euro derzeit bei 1,1760 liegt. Dazu passt auch, dass die Gemeinschaftswährung stabil bleibt, solange sie sich oberhalb von <strong>1,1735/40</strong> halten kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> </span>Darunter versteht man das Bedauern, eine bestimmte Entscheidung gefällt zu haben,</span></p>
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		<title>DAX-Sentiment vom 24. Januar 2018</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jan 2018 19:12:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Fear of missing out]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch die heutige Stimmungserhebung hat gezeigt, dass die Börsianer dem jüngsten Aufwärtstrend nicht so recht trauen wollen. Zumindest ist von Kauflaune weit und breit nur wenig zu spüren. Man könnte auch  von zwei Ängsten sprechen, zwischen denen sich viele Anleger entscheiden müssten. Die mögliche Reue, auf historisch hohem Niveau noch kaufen zu müssen und dann [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch die heutige Stimmungserhebung hat gezeigt, dass die Börsianer dem jüngsten Aufwärtstrend nicht so recht trauen wollen. Zumindest ist von Kauflaune weit und breit nur wenig zu spüren. Man könnte auch  von zwei Ängsten sprechen, zwischen denen sich viele Anleger entscheiden müssten. Die mögliche Reue, auf historisch hohem Niveau noch kaufen zu müssen und dann womöglich von einer Korrektur überrollt zu werden. Oder die Angst (&#8222;the fear of Missing out&#8220;), einen wesentlichen Aufwärtstrend zu verpassen. Möglicherweise sind es aber auch ganz einfach die fantastischen ökonomischen Prognosen, die vielen zu hoch erscheinen. Doch hat gerade in der jüngeren Vergangenheit die Erfahrung gezeigt, dass es für Positives nicht immer und unbedingt Grenzen geben muss. Diese Ansicht scheinen die von der Börse Frankfurt befragten mittelfristig orientierten Investoren jedoch nicht zu teilen. Lesen Sie <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Wahl-zwischen-zwei-Aengsten-2334623" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #00ff00;">HIER</span></a></strong> weiter oder klicken Sie <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="https://www.youtube.com/watch?v=IKCYBWBIiKw&amp;t=3s" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a></span> für einen Skype-Kommentar.</p>
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		<title>Negativzinsen auf griechische Schulden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 17:26:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
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		<category><![CDATA[Negativzinsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum dritten Mal in Folge hat der DAX im Wochenvergleich zugelegt – dieses Mal um 3,9 Prozent. Dennoch will die Mehrheit der Börsianer diesem Trend offensichtlich nicht folgen, obgleich das quantitative Lockerungsprogramm der Europäischen Zentralbank vom vergangenen Donnerstag eigentlich zu massiven Käufen heimischer Investoren hätte führen müssen. Und wer bislang den Linksruck nach der Griechenland-Wahl [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum dritten Mal in Folge hat der DAX im Wochenvergleich zugelegt – dieses Mal um 3,9 Prozent. Dennoch will die Mehrheit der Börsianer diesem Trend offensichtlich nicht folgen, obgleich das quantitative Lockerungsprogramm der Europäischen Zentralbank vom vergangenen Donnerstag eigentlich zu massiven Käufen heimischer Investoren hätte führen müssen. Und wer bislang den Linksruck nach der Griechenland-Wahl vom Sonntag als Hinderungsgrund für einen Einstieg am Aktienmarkt hierzulande gesehen haben sollte, dürfte gerade nach den vielerorts getätigten Kommentaren, wonach man sich selbst bei einem so genannten Grexit keine allzu großen Sorgen für die Eurozone machen müsse, seine Kauf-Hemmung verloren haben.</p>
<p>Nein, eigentlich braucht es keinen Schuldenschnitt für Griechenland. Und wenn ich höre, dass die Laufzeit der bestehenden Kredite mit ganz niedrigen Zinsen um Jahre in die Zukunft verschoben werden könnte, sollte ich sarkastischer Weise sogleich hinzufügen: Warum eigentlich nicht zu Negativzinsen? 50 oder 100 Jahre lang? Das wäre doch obendrein ein tolles Konjunkturprogramm und müsste gar nicht so teuer sein. Hauptsache alles wird irgendwann zum Nennwert zurückgezahlt, dann gibt es keinen Staatsbankrott – hm…</p>
<p>Aber bekanntermaßen sorgt ein hoher Einstandspreis, wie er sich nun für viele Daxianer darstellt, dafür, dass man eben doch nicht zugreifen möchte. Und so haben wir mit der heutigen Erhebung der Börse Frankfurt wieder einmal einen typischen Sentiment-Klassiker vorliegen: Der DAX steigt und die Stimmung wird schlechter, weil die Mehrheit der Anleger nicht mit von der Partie ist. Immerhin: Für diejenigen die dem DAX die Stange gehalten haben, hat sich die Angelegenheit ausgezahlt.</p>
<p>Es durften fette Gewinne eingestrichen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie es nun weitergehen könnte, erfahren Sie aus meiner jüngsten Analyse, die ich <strong>HIER</strong> für die Börse Frankfurt erstellt habe.</p>
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		<title>Bitcoins reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Besitztumseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[entgangene Gewinne/Verluste]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
		<category><![CDATA[Tulpenhausse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar mehr wert war als eine Unze Gold.</p>
<p>Und als der Kurs kurz darauf wieder nach oben schnellte und die 220 USD überschritt, musste ich nicht lange warten, bis mich mein ehemaliger Kompagnon Herman darauf ansprach, aber nicht, weil die 220er Marke einen wichtigen Chartpunkt dargestellt hätte. Vielmehr handelte es sich um den Preis, bei dem auch ich im Spätherbst 2013 nahe dran war, an der sich damals mit überwältigender Kraft aufbauenden Hausse teilzunehmen. Aber dann war mir der Markt davongelaufen.</p>
<p>Nun geriet ich erneut ins Grübeln, weil dieser Referenzpunkt sich fest in meinem Kopf verankert hatte. Denn ich musste mir ja selbst eingestehen, damals eine vermeintliche Kaufgelegenheit verpasst zu haben (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/verpasste-gelegenheit/">HIER</a></strong> und <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), während mein Kompagnon schon Kursziele von bis zu 10.000 USD pro Bitcoin ausrief – allerdings ohne ein einziges virtuelles Geldstück gekauft zu haben. Ich habe die Tage von damals nicht vergessen, an denen ich angesichts meines Pre-Commitments (eigentlich wollte ich ursprünglich kaufen) während der massiven Hausse verschiedene Stadien des Bedauerns und der Reue (Regret) durchlebte.</p>
<p>Umso mehr erfüllte es mich mit Genugtuung, als sich im Laufe des vergangenen Jahres mein Verdacht, es müsse sich bei der Entwicklung der Bitcoin-Mania um eine Abwandlung der Tulpenhausse aus dem 17. Jahrhundert handeln, bestätigte. Der Kurssturz der virtuellen Währung sollte heftiger ausfallen als die jüngste Abwertung des russischen Rubels. Und als der Wert eines Bitcoins unlängst wieder unter meinen virtuellen Einstandspreis von 220 USD fiel, sagte ich mir: „Zum Glück war ich nicht dabei!“ Mir war diese schmerzhafte Episode eines großen Gewinns, gefolgt von einem genauso großen Verlust, erspart geblieben. Denn auch ich hätte etwas, das ich bereits gewonnen hatte, nicht mehr gerne hergegeben, weil Verluste schwerer als Gewinne in gleicher Höhe wiegen. Mit anderen Worten: Ich fühlte mich plötzlich wegen dieser vermeintlich verpassten Gelegenheit sogar richtig gut<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkte als Anker</strong></p>
<p>Fast ein wenig triumphierend rief ich Herman an: „Hast Du Bitcoins gesehen? Zum Glück habe ich da nicht mitgemacht. Und Du hast mich damals deswegen ausgelacht!“ – „Dann kannst Du ja jetzt genau bei dem Niveau von 220 $ einsteigen, das Du damals verpasst hast!“, erwiderte die Stimme am anderen Ende des Telefons.</p>
<p>Ich dachte nicht im Traum daran.</p>
<p>Gestern – Bitcoins wechselten wahrscheinlich aufgrund der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB und der Wahlen in Griechenland mit einem Male für mehr als 300 USD den Besitzer – bekam ich wieder einen Anruf. „Ich habe gekauft“, teilte mir Herman trocken mit, und auch ohne dass er mir sagte, was er erworben hatte, wusste ich sofort, wovon er sprach. „Viel?“, fragte ich daher nur und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme leicht verunsichert klang. Denn sofort beschlich mich die böse Ahnung, Herman könnte jetzt mit „meinem(!)“ einstigen selbst gewählten Referenzpunkt sogar Gewinne machen. Ich fühlte mich, als ob jemand die Zahlen von meinem Lottoschein heimlich abgeschrieben und damit einen Hauptgewinn gemacht hätte, während ich selbst es versäumt hatte, den Schein am Lottoschalter abzugeben.</p>
<p>Glücklicherweise hat Herman nur einen einzigen Bitcoin gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Genau genommen hatte ich einen entgangenen Gewinn (wirkt ähnlich wie ein Verlust) in meiner Vorstellung wieder durch einen entgangenen Verlust (wirkt ähnlich wie ein Gewinn) wettgemacht</p>
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		<title>Don Giovanni reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 14:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment-Falle]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Regretaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – auf Spanisch: Don Juan. Wir genossen die Oper, das Schauspiel um jenen großen Verführer, der nicht nur seine Frau Donna Elvira betrügt („Treu zu sein wäre grausam gegenüber all den anderen“), sondern auch viele andere Damen ins Unglück stürzt.</p>
<p>Und wieder einmal ist mir die Ambivalenz der Frauen, denen dieser weltberühmte Verführer das Herz bricht, aufgefallen. Einerseits sind die Damen hingerissen von der Attraktivität und dem Nimbus Don Giovannis, fast schon wollen sie seinen Lockungen nachgeben, um sich dann aber doch in letzter Sekunde darauf zu besinnen, was für ein Schuft er doch eigentlich ist. Aber wenn es hart auf hart geht, dann wäre Donna Elvira eben doch bereit, ihrem Mann alle Missetaten zu verzeihen. Weil sie ihn immer noch liebt.</p>
<p>Doch vermittelte zumindest die Frankfurter Inszenierung den Eindruck, dass Giovannis Attraktivität selbst als Bösewicht und Egomane alternativlos ist. Denn die anderen rechtschaffenen jungen Männer und Verlobten von Donna Anna und Zerlina wirken im Vergleich zu Don Juan doch eher bieder und farblos, so dass das Leben an ihrer Seite nicht gerade einem endlosen Feuerwerk der Leidenschaft gleichen dürfte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ohne Regret-Aversion</strong></p>
<p>Ja, irgendwo bewunderte auch ich die Figur des Giovanni und auch der Herr zwei Plätze neben mir hatte so ein Strahlen in seinen Augen, dass ich den Eindruck hatte, er wolle auf der Stelle in den Mantel dieses Frauenverführers schlüpfen. Auch wenn dieser in der Frankfurter Inszenierung bereits sehr stark im Altern begriffen schien. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zumindest Behavioral Economics Freaks müssen einfach ein Faible für Don Giovanni haben, weil er trotz all’ seiner Untaten nicht im mindesten Bedauern oder Reue verspürt. „Regret Aversion“, die Angst des Entscheiders (und Börsianers) vor einem Fehlgriff oder -tritt, ist ihm vollkommen fremd.</p>
<p>Trotzdem muss er bekanntlich immer wieder den Attacken der rachsüchtigen Liebhaber durch allerlei Tricks entkommen. Und das gelingt ihm so gut, dass sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (wir sprechen in diesem Falle von Overconfidence) fast ins Unermessliche wächst. Auch wenn sein Diener Leporello (für einen mittelprächtigen Bonus, versteht sich) immer wieder den Kopf für ihn hinhalten muss. Sein Selbstvertrauen ist so unerschütterlich, seine Furchtlosigkeit so grenzenlos, dass er am Ende sogar den Steinernen Gast, die Verkörperung des Todes, zum Abendessen einlädt.</p>
<p>Und dann wurde sie wieder einmal gesungen, die Arie des Komturs, bei dessen kurzem, aber extrem wichtigem Auftritt nichts schiefgehen darf. Sonst käme der immer noch rein gar nichts bereuende Don Giovanni –  wir würden seine Gemütslage als „gefangen in der Commitment-Falle“ bezeichnen – nämlich nicht in die Hölle. Denn die Oper endet ja nicht ohne den tröstlichen Hinweis, dass am Ende doch stets das Gute siegen wird.</p>
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		<title>Gehen, wenn es am schönsten ist</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/gehen-wenn-es-am-schoensten-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2014 05:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Peak-End-Effekt]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hatte kürzlich eine Diskussion mit meiner 15jährigen Tochter, die auf eine Party gehen wollte. Und wie das alle Eltern von Heranwachsenden in diesem Alter schon einmal mitgemacht haben, kam  unweigerlich auch bei uns die Diskussion auf, wie lange sie denn dort bleiben dürfe. „Aber Papa, wenn wir jetzt schon eine Zeit festlegen, kann es ja [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gehen-wenn-es-am-schoensten-ist/">Gehen, wenn es am schönsten ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hatte kürzlich eine Diskussion mit meiner 15jährigen Tochter, die auf eine Party gehen wollte. Und wie das alle Eltern von Heranwachsenden in diesem Alter schon einmal mitgemacht haben, kam  unweigerlich auch bei uns die Diskussion auf, wie lange sie denn dort bleiben dürfe. „Aber Papa, wenn <span id="more-6986"></span>wir jetzt schon eine Zeit festlegen, kann es ja passieren, dass ich dann gerade gehen muss, wenn es am schönsten ist“, reagierte mein Tochter missmutig auf meine Absicht, von Vornherein ein zeitliches Limit festzulegen. Mir war natürlich klar, dass es bei so einem „Event“ vor allem um eine „gemeinsame Situation“, eine erlebte Gemeinsamkeit geht, die man nicht gerne unvermittelt abbrechen möchte. Glücklicherweise gibt es aber in der Behavioral Economics einen Ansatz, mit dem ich meine Tochter zumindest für einen kurzen Moment argumentativ in Erstaunen versetzen konnte. Natürlich erzählte ich dem Mädchen nicht vom Peak-End-Effekt, wonach man vor allen Dingen den Höhepunkt und das Ende eines Ereignisses im Gedächtnis behält. Mit anderen Worten: Wenn man sich dauerhaft an ein schönes Erlebnis erinnern möchte, sollten dessen Höhepunkt und Ende möglichst zusammenfallen.</p>
<p>Aber Menschen fällt es in der Gegenwart generell schwer, zukünftige Ereignisse richtig einzuschätzen. Genauso wenig konnte sich meine Tochter vorstellen, dass sie glücklich und zufrieden eine Party verlassen könnte, wenn sie tatsächlich durch meine zeitliche Vorgabe an deren Höhepunkt würde von dort aufbrechen müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Optimal in der Zukunft heißt nicht optimal in der Gegenwart</b></p>
<p>In den Finanzmärkten verhält es sich übrigens ähnlich. Wenn uns ein Gewinn in Aussicht gestellt wird, scheint es uns ein Leichtes zu sein, unser Engagement am Aktienmarkt bis zum Optimum auszureizen. Ein vorzeitiger Abbruch? Undenkbar. Vielmehr möchte man natürlich seine Aktien am Höhepunkt eines Aufwärtstrends verkaufen. So stellen sich dies die meisten Anleger zumindest <i>vor</i> einem Engagement vor. Ist man allerdings erst einmal im Markt drin, sieht die Geschichte ganz anders aus. Die Angst, das bereits Erreichte wieder zu verlieren, verleitet uns vor allem mit fortschreitender Zeit dazu, Gewinne möglichst bald festzuhalten, sprich: zu realisieren. So gesehen tritt der für ein Aktienengagement anfängliche Referenzpunkt, von dem aus Gewinne und Verluste wahrgenommen werden, der Einstandspreis, mit der Zeit in den Hintergrund  und wird beim Entstehen von Gewinnen durch einen neuen Bezugspunkt, dem bislang erreichten Optimum des Engagements, abgelöst. Wenn also eine Aktie auf ein neues Hoch steigt und danach ein Stück zurückfällt, blicken die meisten Menschen nicht mehr auf die Differenz von Kaufkurs und (reduziertem) Marktpreis, mithin einem Gewinn. Vielmehr wird der Rückfall der Kurse vom Optimum häufig sogar als Verlust wahrgenommen, den man im Gegensatz zu einem wahrgenommenen Gewinn nicht mehr gerne realisieren möchte. Und je weiter sich ein Wertpapier vom Optimum nach unten entfernt, desto stärker wächst die Aversion auszusteigen.</p>
<p>Übertragen auf die Partysituation müsste dies doch bedeuten, dass es den Menschen leicht fallen sollte, das Fest zu verlassen, wenn sich die Stimmung auf einem temporären Siedepunkt befindet. Aber der entscheidende Unterschied zu den Finanzmärkten besteht wohl darin, dass es nicht um Geld geht. Dagegen steht eben diese erlebte Gemeinsamkeit, von der man nicht genug bekommen kann.</p>
<p>Was wir am Ende jedoch behalten, ist nach einem geglückten Geschäft an den Finanzmärkten und nach einer schönen Party ganz ähnlich: Eben die jeweiligen Höhepunkte und die letzten Erlebnisse, die darüber entscheiden, ob wir so etwas noch einmal erleben oder lieber schnell vergessen möchten.</p>
<p>In beiden Fällen übrigens kann uns nur eines die gute Laune verderben. Es sind diejenigen die uns am nächsten Tag mitteilen, was wir alles verpasst haben, wären wir doch nur länger dabei geblieben – schon wieder ein Referenzpunkt, der uns eigentlich unnötig relativ unzufrieden machen könnte. Aber nur solange wir uns zu sehr an anderen statt an uns selbst orientieren.</p>
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		<title>Verpasste Gelegenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2013 08:38:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Kosten]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist viel passiert, dachte ich mir, als ich vorgestern den Preis der Bitcoins auf 900 US-Dollar springen sah. Das war mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum sagenhaften Donnerstag vor nicht einmal 14 Tagen, als ich mir darüber den Kopf zerbrach, ob ich bei 220 US-Dollar pro BTC einsteigen sollte. Jaja, ich hätte nicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist viel passiert, dachte ich mir, als ich vorgestern den Preis der Bitcoins auf 900 US-Dollar springen sah. Das war mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum sagenhaften Donnerstag vor nicht einmal 14 Tagen, als ich mir darüber den Kopf zerbrach,<span id="more-6713"></span> ob ich bei 220 US-Dollar pro BTC einsteigen sollte. Jaja, ich hätte nicht nur auf meinen Kompagnon Herman hören sollen (ich hatte <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/muenzen-manie/">hier</a> darüber geschrieben), sondern auch auf meinen Bauch. Einmal nur, ausnahmsweise. „Ich habe dir doch gesagt, dass man Bitcoins haben muss!“ hallt mir Hermans Stimme immer noch in  meinen Ohren. Habe ich jetzt eventuell die Chance meines Lebens verpasst? Wo sogar Fed-Chef Ben Bernanke unlängst eingeräumt hat, dass digitale Währungen langfristig vielversprechend sein könnten.</p>
<p>Aber immerhin hatte ich ja noch meinen Verstand, um die kognitive Dissonanz, die sich aus dem entgangenen Gewinn ergeben hatte, schnellstmöglich zu reduzieren. Und weil ich mich immer an den Grundsatz halte, nie das ganze Vermögen auf ein Pferd zu setzen, hätte ich Bitcoins ohnehin immer nur als Risiko-Beimischung zu meinem Portfolio verstanden. Nein, mehr als zwei oder drei virtuelle Münzen  – immer den möglichen Totalverlust dieses Investments im Auge – hätte ich sowieso nicht gekauft. So gesehen, wäre ich über Nacht auch nicht richtig reich geworden, beruhigte ich mich immer wieder. Auch kam mir ein Internet Artikel von Forbes gerade wie gerufen, worin es darum ging, dass US-Banken offenbar keine Konten für Bitcoin-Startups und -Unternehmen eröffnen wollen. Gott sei Dank hat es vorgestern Nacht einen Crash bei Bitcoins gegeben, wobei diese innerhalb von Minuten über 30 Prozent ihres Werts verloren (um sich dann wieder um 30 Prozent zu erholen und wieder zu fallen und so weiter). Das relativiert einiges.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Psychische Kosten erhöhen Commitment</b></p>
<p>Aber warum rege ich mich überhaupt so auf, wenn ich doch gar nichts gekauft habe? Es war eben dieses neuerliche Gespräch, das ich mit Herman führte, just in dem Moment, als die Bitcoins am 18.11. zum ersten Mal die 600-Dollar-Marke streiften. Dieses: „Hab ich dir‘s nicht gesagt?“ nagte in mir solange, bis ich mich traute, meinen Kompagnon zu fragen, ob <i>er</i> denn Bitcoins gekauft habe. „Nein“ erwiderte er gelassen und fügte hinzu: „Aber du empfindest mehr Reue als ich. Im Gegensatz zu mir hattest du doch schon ein Konto bei Mt.Gox angelegt, und wer weiß, was passiert wäre, wenn Du den Personalausweis für dessen Aktivierung zur Hand gehabt hättest!“</p>
<p>Tatsächlich hat Herman Recht: Mein Commitment war, obwohl ich wie er nicht einen einzigen Bitcoin gekauft hatte, höher als seins. Allein die Zeit für meine Recherchen und das langwierige Abwägen eines möglichen Kaufs sind zumindest unter dem Posten „psychische Kosten“ als Commitment zu verbuchen. Und diese Bindung im Vorfeld einer Entscheidung kann bereits so hoch sein, dass mancher Anleger, obwohl er eigentlich Zweifel an seinem Investment hegt, dieses dennoch tätigt. Nach dem Motto: Die ganze Anstrengung soll doch nicht um sonst gewesen sein.</p>
<p>Wer sich indes wie ich dafür entschieden hat, keine Bitcoins zu kaufen (nichts zu tun ist auch eine Entscheidung) sollte nicht so häufig zurückblicken. Denn es hat schon manch einen gegeben, dem die Reue über einen nicht vollzogenen Kauf so zugesetzt hat, dass er diesen später doch noch unbedingt nachholen musste. Aber dann zu aberwitzigen Preisen.</p>
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		<title>Goldener Herbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2013 07:40:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Kontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn es in den kommenden drei Wochen auf blognition.de so aussehen sollte, als ob unsere Textproduktion gedrosselt worden wäre: Der Grund dafür ist nicht, wie derzeit bei der US-Regierung, ein so genannter Government Shutdown, der die Schließung öffentlicher Einrichtungen mit sich bringt. Vielmehr werde ich bis zum 26. Oktober geschäftlich auf Achse sein, möchte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn es in den kommenden drei Wochen auf blognition.de so aussehen sollte, als ob unsere Textproduktion gedrosselt worden wäre: Der Grund dafür ist nicht, wie derzeit bei der US-Regierung, ein so genannter Government Shutdown, der die Schließung öffentlicher Einrichtungen mit sich bringt. Vielmehr werde ich bis<span id="more-6602"></span> zum 26. Oktober geschäftlich auf Achse sein, möchte aber auch (wenn auch nicht zwingend hierzulande) den goldenen Herbst genießen, so dass ich den Blog nicht in der gewohnten Regelmäßigkeit mit Beiträgen beliefern kann. Das soll allerdings nicht heißen, dass Sie nicht trotzdem während der Zeit Interessantes an dieser Stelle lesen können – schauen Sie bitte trotzdem immer wieder mal vorbei, denn wenn es die Zeit erlaubt, werde ich mich auch aus der Ferne zu dem einen oder anderen Thema zu Wort melden.</p>
<p>Die bevorstehende kleine Auszeit möchte ich aber auch dazu nutzen, das vergangene Quartal noch einmal Revue passieren zu lassen. Denn an unserer internen Rennliste wird deutlich erkennbar, dass das Interesse an der Politik der US-Notenbank merklich nachgelassen hat. Gleiches gilt auch für Gold und andere Krisenthemen, wie Krieg und Euro-Ängste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Behavioral Living stark gefragt</b></p>
<p>Stattdessen waren dieses Mal Beiträge besonders nachgefragt, die sich unter dem Stichwort <i>Behavioral Living </i>mit Erkenntnissen der Behavioral Economics als Erklärungsmodell für Entscheidungen des alltäglichen Privatlebens beschäftigen. Als es etwa darum ging, wie man sich verhalten soll, wenn sich eine rücksichtslose Rollstuhlfahrerin in einer Warteschlange vordrängelt. Ein klarer Fall? Mitnichten, wie etwa unser Beitrag <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/moment-mal/">Moment mal!</a>, der auf dem dritten Platz landete, beschreibt.</p>
<p>Aber auch das Interesse am DAX scheint während der vergangenen drei Monate abgeflaut zu sein. Man muss schon mit extremen Kurszielen winken, wenn man die Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken möchte. So wie bei unserem zweitplatzierten Blog <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/dax-50-000-oder-wenn-du-nicht-dabei-bist/">DAX 50.000: Oder wenn „du nicht dabei bist“</a>.</p>
<p>Der beliebteste Beitrag des vergangenen Quartals kam abermals aus unserer Abteilung Behavioral Living und hat sich mit dem 2011 erschienenen Buch <i>The Top Five Regrets of the Dying </i>von Bronnie Ware auseinandergesetzt.<i> </i>Die ehemalige Krankenschwester listet darin die Dinge auf, die ihrer langjährigen Erfahrung nach todgeweihte Menschen am Ende ihres Lebens am meisten bereuen. Im Blog <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/die-letzten-fuenf-dinge/">Die letzten fünf Dinge</a> ging mein Kollege Herman Brodie folglich der Frage nach, was Menschen anders machen würden, wenn sie ihr Leben noch einmal leben dürften. Dabei zeigte sich, dass es keine anderen Entscheidungen waren als die, die kerngesunde Menschen schon heute bereuen.</p>
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		<title>Todsünde Trägheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2013 06:50:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn/Verlust-Asymmetrie]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[Prokrastination]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Status-quo-Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Time discounting]]></category>
		<category><![CDATA[Todsünde]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst hatte ich einen Beitrag mit dem Titel Die Börse und das Böse Teil III geschrieben. Dabei ging es wieder einmal um mögliche Parallelen zwischen den klassischen sieben Todsünden und der  Behavioral Finance sowie darum, ob diese „Sünden“ eventuell das Entscheidungsverhalten der Teilnehmer an den Finanzmärkten beeinflussen könnten. Es zeigte sich, dass die Todsünde „Trägheit“ [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst hatte ich einen Beitrag mit dem Titel <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/die-borse-und-das-bose-iii/" target="_blank"><i>Die Börse und das Böse Teil III</i> </a>geschrieben. Dabei ging es wieder einmal um mögliche Parallelen zwischen den klassischen sieben Todsünden und der  Behavioral Finance sowie darum, ob diese „Sünden“ eventuell das Entscheidungsverhalten der Teilnehmer an den Finanzmärkten beeinflussen könnten. Es zeigte sich, dass die Todsünde „Trägheit“ in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle spielt, weshalb ich noch einmal gesondert darauf eingehen möchte.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a><span id="more-6297"></span></p>
<p>In der Behavioral Finance würde man in erster Linie von einer Trägheit bei Entscheidungen sprechen, und diese kann sich sowohl an den Finanzmärkten als auch im Privatleben fatal auswirken. So empfinden viele Menschen eine große Aversion dagegen, überhaupt Entscheidungen zu treffen – am liebsten würden sie sich ganz davor drücken, aber primär nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie davor zurückschrecken, Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidung zu übernehmen und überhaupt irgendein Commitment einzugehen. Wenn überhaupt, dann treffen sie bestenfalls Entscheidungen, mit denen sie ohnehin den gesellschaftlichen Normen und Moden entsprechen. Daraus ergibt sich auch eine gewisse konservative Haltung, die Neigung, alles so zu belassen, wie es ist. In der Behavioral Economics spricht man auch von der so genannten Status-quo-Bias.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Entscheidungsträgheit bei hohen Einsätzen</b></p>
<p>Entscheidungsträgheit stellt sich vor allem dann ein, wenn es um hohe Einsätze, um ein hohes Commitment geht. Doch sollte man dabei generell zwischen Gewinn- und Verlustsituationen unterscheiden. Denn die meisten Menschen zeigen sich, wenn es um Gewinne geht, wesentlich entscheidungsfreudiger – schließlich winkt auf der anderen Seite auch eine greifbare Belohnung. Umgekehrt verhält es sich bei Verlusten, die per se nicht nur die Bindung, das so genannte Commitment einer Entscheidung erhöhen, sondern die man naturgemäß auch nicht gerne realisieren möchte. Da ist Entscheidungsträgheit durchaus verständlich, aber dennoch manchmal mit katastrophalen Konsequenzen verbunden.</p>
<p>Dramatisch wird Trägheit vor allen Dingen in extremen Situationen, wenn man so hohe Verluste aufgehäuft hat, dass man sie materiell oder moralisch kaum mehr rechtfertigen kann. Bis zur Kapitulation sind es im übertragenen Sinne nur noch wenige Meter. Trotzdem versuchen die meisten Menschen selbst hier, weitere Entscheidungen möglichst zu umgehen. Wenn man Anleger fragt, was sie lieber erleben möchten: Am Extrempunkt, am ungünstigsten Punkt einer Bewegung, einen Verlust zu realisieren oder nichts zu tun, werden sich die meisten für das Nichtstun entscheiden. Denn das Schlimmste, was einem passieren könnte, wäre, dass sich die Kapitulationsentscheidung auch noch als falsch herausstellt und die Kurse etwa nach dem Verkauf verlustbringender Aktien anschließend wieder nach oben gehen. Das würde man dann zusätzlich bedauern müssen.</p>
<p>Zur Entscheidungsträgheit gehört natürlich auch die so genannte Prokrastination, das Aufschieben von unangenehmen Entscheidungen. In der Gegenwart wird die Realisierung eines Verlustes vermieden oder auch ein Verzicht nicht geleistet, selbst wenn man weiß, dass Handeln langfristig profitabler oder gesünder wäre als Aussitzen. Zudem wird ein in der Zukunft liegender Gewinn oder Verlust von den Menschen mit abnehmender Sensitivität – und zwar wesentlich stärker, als man sich das vorstellen kann – wahrgenommen, sprich diskontiert. Klar, dass man heute als Raucher nicht gerne auf eine Zigarette verzichtet, obgleich dies langfristig gesünder ist; sich zu sagen: „Morgen höre ich auf!“ fällt dagegen viel leichter. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Kalorienverbrauch für Übergewichtige oder aber auch mit dem Konsumverzicht in der Gegenwart zu Gunsten einer gesicherten Altersvorsorge in der Zukunft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Religion als Hilfestellung</b></p>
<p>Mit welcher Tugend könnte man der Todsünde der Trägheit begegnen? Den sieben Lastern wurde im Mittelalter immerhin ein Katalog himmlischer Tugenden (nach Aurelius Prudentius) gegenübergestellt. Gegen Faulheit soll demnach eine Portion Fleiß helfen. Heute sollte man vielleicht Fleiß durch Disziplin ersetzen. Und Disziplin erreicht man vor allen Dingen durch Pläne, aber, was noch wichtiger ist, vor allem auch durch deren Einhaltung. Mehr noch aber sollte man stets im Auge behalten, was einen langfristig glücklich machen könnte. Denn in mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich nicht zu entscheiden kurzfristig zwar als angenehmer empfunden wird, als eine Entscheidung zu treffen, langfristig sich aber derjenige glücklicher fühlt, der ein Problem angepackt hat, statt nichts zu tun.</p>
<p>Einen strukturierten Handlungsplan bietet übrigens auch die Religion, von der der Kanon der Todsünden ja ursprünglich stammt. Auch setzt die Religion andere Referenzpunkte, bietet einen Neubeginn an sowie, gerade in einer Zeit der Orientierungslosigkeit, ein Gerüst der Traditionen und der immer wiederkehrenden Feiertage. Und gerade diese können für Entscheider in jedweder Hinsicht einen Freiraum eröffnen, um innehalten und mit den erlittenen Verlusten Frieden machen zu können.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Dieses Thema war am 28. Juni 2013 Gegenstand des dritten Teils einer Trilogie für WGZ cognitrend WebTV</p>
</div>
</div>
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		<title>Günstig nach Venedig verschaukelt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/relativ-gunstiger-flug-nach-venedig/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 06:45:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Optionsprämie]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenpreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als meine Frau und ich unlängst im ZDF eine Sondersendung zur Biennale in Venedig sahen, waren wir so fasziniert, dass uns erneut eine heftige Attacke des Venedig-Fiebers ergriff. Und nach einer halben Stunde war uns klar: Da müssen wir wieder hin! Die Giardini Biennale, die alten Werften von Arsenale, die Lagunenstadt in ihrer ganzen Pracht [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/relativ-gunstiger-flug-nach-venedig/">Günstig nach Venedig verschaukelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als meine Frau und ich unlängst im ZDF eine Sondersendung zur Biennale in Venedig sahen, waren wir so fasziniert, dass uns erneut eine heftige Attacke des Venedig-Fiebers ergriff. Und nach einer halben Stunde war uns klar: Da müssen wir wieder hin! Die Giardini Biennale, die alten Werften von Arsenale, <span id="more-6205"></span>die Lagunenstadt in ihrer ganzen Pracht und Schönheit zog an uns vorbei. Eine Venedig-Reise könnte bereits in den Sommerferien wieder Wirklichkeit werden, dachten wir. Also reichlich kurzfristig. Aber wir hatten Glück, denn es waren gleich noch mehrere preisgünstige Unterkünfte frei, und auch die Flüge blieben trotz der knappen Vorlaufzeit noch erschwinglich.</p>
<p>Und so buchte ich online bei der Lufthansa unsere Plätze und machte von der recht kostspieligen, 48 Stunden gültigen Reservierungsoption Gebrauch, da unser angefragtes Apartment vom Vermieter noch nicht endgültig bestätigt worden war. Für 30 Euro also war der Flugpreis von 258 Euro pro Person nebst Sitzplatz garantiert. Sofern man denn auch den Flug innerhalb der Garantiezeit bestätigte. Ansonsten würde die Reservierung verfallen. Nun ja, es soll teurere Optionen geben.</p>
<p>Bereits am nächsten Tag war die Anmietung unseres Appartements perfekt, und ich machte mich daran, die Lufthansa-Flüge nach Venedig zu bestätigen. Aber ich wäre ein schlechter Geschäftsmann, wenn ich zuvor nicht noch einmal den Markt „gecheckt“ hätte, ob sich der Preis der Flüge in der Zwischenzeit womöglich nicht doch noch zu meinen Gunsten verändert hätte. Und da macht es einem die Lufthansa ganz einfach, man muss nur den zuletzt ausgewählten Flug noch einmal online und bereits abgespeichert abrufen und siehe da, tada: Der Preis für meine Flüge musste in der Zwischenzeit regelrecht explodiert sein. Jetzt sollte ein einziger Flug nach Venedig und retour zu exakt den gleichen Flugdaten plötzlich etwas mehr als 500 Euro pro Person kosten! Ich staunte nicht schlecht und hatte eingedenk meiner Garantie von 258 € nicht nur das Gefühl, ein Schnäppchen in der Hand, sondern auch noch ein super Timing bewiesen zu haben. Bei diesem Preis fühlte ich mich geradezu verpflichtet, meine Kauf-Option auszuüben und den Deal perfekt zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Venedig-Virus auf PCs?</b></p>
<p>Mein toller Riecher hatte mich also nicht im Stich gelassen! Aber als misstrauischer Zeitgenosse, der in Fragen der Behavioral Economics auch nicht als allzu unbeleckt zu gelten braucht, fragte ich noch einmal bei meinem praxiserprobten Mitstreiter Herman nach, ob er meine, dass mit dem neuen Preis womöglich etwas faul sein könnte. Denn die Fluggesellschaft hatte offensichtlich alle Register gezogen. Nicht nur, weil ich ein gutes Gefühl hatte und ex post die Optionsprämie von 30 Euro angesichts des hohen <i>relativen</i> Gewinns gern bezahlt hatte. Nein, mit 500 Euro wurde auch noch gleich eine Preisschwelle überschritten, damit diese Alternative richtig konsumentenunfreundlich aussah.</p>
<p>Und so bat ich Herman, doch einmal auf seinem PC bei der Lufthansa genau die gleichen Flugdaten abzufragen. Wir hatten es geahnt: Mein Kollege bekam den Flug sogar leicht günstiger als zu meinem <i>ursprünglichen</i> Preis angeboten! Hatte sich auf meinem PC etwa ein Venedig-Virus breitgemacht? Etwa um zu verhindern, dass ich gar nicht erst auf die Idee kommen sollte, nach einer günstigeren Flugalternative zu suchen? Ich löschte meinen Browser-Cache, um etwaige auskunftsfreudige Cookies endgültig zu entfernen. Noch einmal gab ich meine Flugdaten Schritt für Schritt ein: Jetzt konnte auch ich wieder billig fliegen, denn für die Lufthansa muss nun meine IP-Adresse zumindest bezüglich einer neuen Abfrage ein unbeschriebenes Blatt gewesen sein. Zufall oder bewusste Manipulation – was meinen Sie?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/relativ-gunstiger-flug-nach-venedig/">Günstig nach Venedig verschaukelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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