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	<title>Eskaliertes Commitment Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Von der Karotte vor der Nase geblendet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2015 07:35:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts des von der Deutschen Bank erwarteten Verlusts von über 6 Milliarden Euro im dritten Quartal, fragte mich ein Kommentator, warum dann der Kurs der Aktie dieses Hauses am Ende dennoch nicht eingestürzt sei. „Naja“ entgegnete ich und fuhr fast schon etwas sarkastisch fort: „die Anleger vermuten wohl, dass jetzt endgültig reiner Tisch gemacht wurde, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts des von der Deutschen Bank erwarteten Verlusts von über 6 Milliarden Euro im dritten Quartal, fragte mich ein Kommentator, warum dann der Kurs der Aktie dieses Hauses am Ende dennoch nicht eingestürzt sei. „Naja“ entgegnete ich und fuhr fast schon etwas sarkastisch fort: „die Anleger vermuten wohl, dass jetzt endgültig reiner Tisch gemacht wurde, neue Besen kehren gut sozusagen“. Aber der Kommentator ließ nicht locker: „Was haben denn die Investmentbanker dann noch für die über Jahre hinweg gescheffelten Boni – ebenfalls in Milliardenhöhe – nach diesem Verlust und all den Strafzahlungen per Saldo überhaupt noch geleistet? War das nicht eine Art von modernem Bankraub einer Minderheit zu Lasten einer großen Mehrheit der knapp 100.000 Mitarbeiter?“ – Ich schwieg, weil ich diese Rechnung lieber nicht aufmachen wollte. Auf dem Weg nach Hause, fiel mir dann die alte Geschichte über einen Investmentbanker ein. Und plötzlich wurde mir einer der Gründe klar, warum diese Mehrheit nie lautstark aufbegehrt hatte.</p>
<p>Ich erinnere mich noch gut, wie blass Steve (Name geändert)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><sup><sup>[1]</sup></sup></a> damals aussah, als ich ihm bei einer Konferenz begegnete. Ich wagte kaum zu fragen, wie es ihm gehe. „Jetzt hat es mich vermutlich auch erwischt, zwei aus unserer Fünfergruppe müssen gehen“, erzählte er mir. Und er begann, in kurzen Zügen sein relativ langes Berufsleben zu schildern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hoffnung auf den großen Wurf</strong></p>
<p>Und ich erinnerte mich daran, wie ich Steve als Trainee bei einer Großbank kennengelernt hatte. Ein junger Mann voller Motivation und Elan war er damals. Und er schien regelrecht an den Lippen seines Chefs zu hängen, der ein rosiges Bild hoher Einkommensmöglichkeiten und noch größerer Boni malte. Ja, das Investmentbanking sei ein Risikogeschäft, betonte er immer wieder, um sofort hinzuzufügen, dass diese Risiken adäquat entlohnt werden müssten. Eigentlich sollte der fixe Bestandteil eines Gehalts gerade auskömmlich zum Leben reichen. Umso höher könne man dann die Erfolgskomponente des Einkommens gestalten. Kurzum: “Wenn Du risikoscheu bist, bist Du im falschen Job“. Es klang, als hätte sich Steve in der Bank der unbegrenzten Möglichkeiten befunden.</p>
<p>Monate später telefonierten wir miteinander. Und Steve erzählte mir vom ersten Bonus-Tag, den er erleben durfte – aus dem Trainee war ein richtiger Sales-Profi geworden. Nach einem Jahr gab es die erste Bonus-Ausschüttung, an der Steve angemessen, aber alles andere als großzügig beteiligt worden war. Dasselbe galt mehrheitlich auch für seine Kollegen. Nur zwei von ihnen hatten Glück gehabt und das große Los gezogen. Offensichtlich waren sie nach dem Zufallsprinzip reich belohnt worden, denn ihre Performance hatte – so meinte Steve – nicht wirklich überzeugt. Aber es sollen ja auch weiche Faktoren bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Jedenfalls hatten die beiden einen Superbonus bekommen, der ein Mehrfaches der durchschnittlichen Erfolgsprämie in der Abteilung betragen haben musste, wie mir Steve versicherte. Das zumindest wollte er einem „vertraulichen Gespräch“ in der Herren-Toilette, das er zufällig belauscht hatte, entnommen haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vor Dir sitzt ein Gewinner</strong></p>
<p><strong>S</strong>teve stellte fest, dass er noch lange nicht an seine Grenzen gestoßen war. Bei einem Offsite-Wochenende – einmal im Jahr traf sich die ganze Abteilung in der Abgeschiedenheit eines Wellness-Hotels – lernte Steve, worauf es wirklich ankam: Auf die „total dedication“, die vollkommene Hintanstellung der eigenen Interessen zugunsten der des Arbeitgebers. Wenn es sich bis dahin noch um ein normales Commitment gehandelt haben mag, konnte man spätestens jetzt von einem eskalierten Einsatz sprechen, stets verbunden mit der Hoffnung, dass am Ende als Belohnung vielleicht der Superbonus winkte.</p>
<p>Im dritten Jahr hatte es Steve dann geschafft. Als wir uns zum Essen trafen, blickte er mir triumphierend ins Gesicht: „Dir gegenüber sitzt ein Gewinner.“ Mit diesen Worten begrüßte er mich. Selbstverständlich beglich er an diesem Abend die Rechnung.</p>
<p>Seither habe ich Steve aus den Augen verloren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Die Geschichte ist teilweise einem Blog vom Februar 2011 (Carlos‘ Kurve) entnommen</p>
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		<title>Vor dem Museum sind alle gleich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 13:27:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich doch Urlaub, und eigentlich stand doch ein Museumsbesuch auf dem Programm. Daher hatte ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder mit den Erkenntnissen meiner alltäglichen Arbeit konfrontiert würde. Dieses Mal war Amsterdam an der Reihe und meine Erfahrungen mit Museumsbesuchen in Großstädten hat mich gelehrt, Eintrittskarten besser im Voraus über einen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich doch Urlaub, und eigentlich stand doch ein Museumsbesuch auf dem Programm. Daher hatte ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder mit den Erkenntnissen meiner alltäglichen Arbeit konfrontiert würde. Dieses Mal war Amsterdam an der Reihe und meine Erfahrungen mit Museumsbesuchen in Großstädten hat mich gelehrt, Eintrittskarten besser im Voraus über einen Ticketverkäufer im Internet zu buchen, um lange Wartezeiten an den Kassenschaltern zu vermeiden. Das hatte vor kurzem während meines Aufenthalts in Paris beim Louvre sehr gut funktioniert und auch im Amsterdamer Rijksmuseum konnten wir dank unseres Onlinetickets die endlosen Schlangen mühelos passieren und uns sofort ins Innere begeben. So hatte es der Anbieter der Museumstickets im Internet versprochen, und so war es dann auch eingetreten.</p>
<p>Warum also sollte das nicht auch beim Van Gogh Museum in Amsterdam möglich sein, wo Tiqets.com ebenfalls einen bevorzugten Einlass verspricht, sofern man über diesen Anbieter die Eintrittskarten im Voraus erwirbt. Dann kam jedoch alles anders. Als wir am Museumstor eintrafen, fanden wir das vertraute Bild vor: Hunderte von Menschen standen ordentlich aufgereiht auf dem Bürgersteig und warteten geduldig auf Einlass. Aber wir doch nicht, beruhigte ich mich und meine Familie: „Die haben alle bestimmt noch keine Eintrittskarte“, erklärte ich. Doch ich sollte mich irren.</p>
<p>Tatsächlich sorgte ein Ordner dafür, dass auch wir uns richtig einordneten: „Die gelbe Reihe ist für Leute mit Onlinereservierungen!“ Auf meinen Einwand, genau dafür hätten wir doch extra im Voraus die Karten bei tiqets.com erworben, um eben nicht unnötig lange in der Hitze warten zu müssen, erwiderte der junge Herr nonchalant, dass wohl recht viele andere dieselbe Idee wie ich gehabt hätten. Gleichzeitig gab er uns den Tipp, beim nächsten Mal die Eintrittskarten direkt über die Website des Van Gogh Museums zu erwerben, dann käme man ohne Probleme und tatsächlich sofort ins Museum hinein. Nun aber müssten wir uns auf 90 Minuten Wartezeit einstellen. Ich traute meinen Ohren nicht. Wir beschlossen einstimmig – ein Abstimmungsergebnis, das bei unserer fünfköpfigen Familie ansonsten so gut wie nie vorkommt –, nicht auf den Sunk-Cost-Effekt hereinzufallen und nur deswegen noch anzustehen, weil wir bereits die Karten für teures Geld erworben hatten.</p>
<p>Stattdessen gingen wir shoppen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Eskaliertes Commitment<br />
</strong></p>
<p>Meine Rückfrage bei Tiqets.com nach unserer Heimkehr am Abend hätte ich mir eigentlich sparen können, denn eine Erstattung des Kaufpreises ist dort ausdrücklich nicht vorgesehen. Stattdessen riet man mir, uns am kommenden Tag doch einfach schon um 10:30 Uhr oder früher vor dem berühmten Van Gogh Museum einzufinden. Gesagt, getan. Am nächsten Tag fuhren wir erneut nach Amsterdam und stellten fest, anderen hatte man offensichtlich genau dasselbe empfohlen. Die Warteschlangen, auch unsere gelbe Reihe, waren jetzt, am frühen Vormittag, sogar schon länger als am Vortag. Und der Ordner sprach diesmal sogar von mindestens zwei Stunden.</p>
<p>Das nenne ich einen guten Service! Obwohl unser Commitment (erneuter Zeitaufwand und Anfahrtskosten) nun höher als bei unserem ersten Besuch war, wollten wir auch dieses Mal trotz aller bereits geleisteten Kosten gute Zeit nicht schlechtem Geld hinterherwerfen. Vincent wird es uns hoffentlich verzeihen. Aber das Geld für die Eintrittskarten war nun endgültig weg, weil wir bereits am nächsten Tag die Rückreise antreten mußten.</p>
<p>Ich fühlte mich wie ein Börsianer, der einen todsicheren Geheimtipp erhalten hat und dann feststellen muss, dass andere ebenfalls aus derselben Quelle informiert worden sind – die schöne, vielversprechende Kaufgelegenheit war natürlich schon längst davongelaufen.</p>
<p>Für den Museumsbesuch gilt das Gleiche: Wenn jeder ein Vorzugsticket kaufen kann, bedeutet das das Ende jeder Privilegierung, und alle müssen gleichbenachteiligt in der Schlange stehen. Den einzigen Vorteil hat, wie immer, allein der Ticketverkäufer.</p>
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		<title>Commitment-Poker – eine Wiederholung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 06:03:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vor fünf Jahren hatten wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Pläne entwickelt, wie man die Griechen an die Hand nehmen und durch einen strikten Sparkurs führen könne. Dazu sollte auch gehören, die Verantwortlichen in der Regierung regelmäßig zum Rapport zu bitten. Schon damals fragte ich mich, womit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor fünf Jahren hatten wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Pläne entwickelt, wie man die Griechen an die Hand nehmen und durch einen strikten Sparkurs führen könne. Dazu sollte auch gehören, die Verantwortlichen in der Regierung regelmäßig zum Rapport zu bitten. Schon damals fragte ich mich, womit man einem Beinahe-Bankrotteur noch drohen könnte. Mit Geldstrafen etwa, wie sie seinerzeit im Gespräch waren? Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Griechenland der EU-Kommission versprach, seine Neuverschuldung bis zum Jahre 2012 unter drei Prozent des BIP zu drücken – damals hatte dieses Defizit gerade die 13-Prozent-Marke erreicht. Das war im Jahr 2010. Und jeder wusste damals: Es kann und es wird nicht klappen.</p>
<p>Dennoch wird weiter Commitment-Poker gespielt, weil die Einsätze aller Beteiligten viel zu hoch sind, als dass einer passen könnte. Das Fatale an solchen Commitments ist, dass die Bindung an frühere Entscheidungen mit steigenden Verlusten immer größer wird. Wie bei einem Aktieninvestor, der den Einstandspreis seines schal gewordenen Engagements durch Hinzukäufe in einen fallenden Markt absenken möchte. Natürlich mit der Absicht, eines Tages, wenn sich der Markt erholt hat, mit plus-minus Null aus seiner Fehlinvestition wieder herauszukommen. In der großen Mehrheit der Fälle klappt dies auch. Aber wenn es nicht funktioniert, bleibt am Ende nur die Kapitulation, die Realisation aller Buchverluste – dazwischen sind die Verlierer psychisch gefesselt und so häufig zur Untätigkeit gezwungen. Mit anderen Worten: Neue Entscheidungen werden immer nur im Lichte dieser Verluste gefällt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Alle in der Falle</strong></p>
<p>In dieser Commitment-Falle befinden sich die Gläubiger Griechenlands und deshalb schieben sie den Termin der Einsicht vor sich her, solange sie können. Zu groß ist die Verlustaversion, die tiefe Abneigung, die Notbremse zu ziehen. Lieber noch ein paar Milliarden draufsatteln, darauf komme es jetzt auch nicht mehr an, hört man Entscheider in solch einer Lage oft sagen.</p>
<p>Aber auch die griechische Regierung sitzt in der Falle, wobei man wissen muss, dass sich das Commitment, die Bindung an eine Entscheidung, nicht nur durch Verluste erhöht. Einen wesentlichen Bestandteil des Commitments stellt der Grad der Verantwortung der Entscheider dar. Je größer die Verantwortung, desto stärker die Bindung an die Entscheidung, die im Falle eines Spitzenpolitikers durch die starke Wahrnehmung in der Öffentlichkeit besonders hoch ist. Deswegen mag der griechische Premierminister Alexis Tsipras, als er sich für das am Wochenende stattfindende Referendum entschied, nicht nur vom demokratischen Gedanken geleitet worden sein. Denn mit dem Referendum wird die Verantwortung an den Wähler zurückgegeben und so auf viele Köpfe verteilt. Und Tsipras‘ Commitment, die Bindung an das, was er bislang getan oder unterlassen hat, wird dadurch deutlich gesenkt. Ein Referendum übrigens, bei dem sich viele Bürger bei der Frage nach ihrer Bereitschaft für weitere Opfer eher für ein einfaches Nein als für ein Ja mit vielschichtigen Folgen (Komplexitätsaversion) entscheiden dürften.</p>
<p>Das Referendum – eine Frage nach der Opferbereitschaft der Bevölkerung, die den Deutschen nie gestellt wurde.</p>
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		<title>Griechenland nur Nebenschauplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 08:45:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Eskaliertes Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Fiskalische Klippe]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Salamitaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldentilgung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich wundere mich immer wieder darüber, wie sehr man sich mit den Zahlen des jüngsten Griechenland-Deals mancherorts beschäftigt. Da wird philosophiert, wo denn der Schuldenstand Griechenlands im Jahre X sein soll oder was uns die ganze Rettung überhaupt kosten wird. Ein Kommentator schrieb sogar von einem Rund-um-sorglos-Paket, das morgen den Bundestag passieren soll, obwohl der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wundere mich immer wieder darüber, wie sehr man sich mit den Zahlen des jüngsten Griechenland-Deals mancherorts beschäftigt. Da wird philosophiert, wo denn der Schuldenstand Griechenlands im Jahre X sein soll <span id="more-5481"></span>oder was uns die ganze Rettung überhaupt kosten wird. Ein Kommentator schrieb sogar von einem Rund-um-sorglos-Paket, das morgen den Bundestag passieren soll, obwohl der ganz große Teil der Durchwinker dieses Programms vermutlich gar nicht weiß, worüber er konkret abstimmen wird. So gesehen, ist die Verschiebung der Abstimmung von heute auf morgen eher Spiegelfechterei.</p>
<p>Vielmehr besteht doch die Schlüsselbotschaft der jüngsten Griechenlandbeschlüsse nicht darin, unter welchen Bedingungen das Land seine Schuldenproblem gelöst bekommt, sondern dass das politische Commitment in der Eurozone, dieses Problem überhaupt lösen zu wollen, immer noch intakt ist. Mit den neuen Beschlüssen der vergangenen Woche, deren Zeitplan und Zielgrößen von einigen Kommentatoren zu Recht angezweifelt werden, wurde zumindest eine Hängepartie vermieden. Am Ende sollte für die Politiker und die Bürger hierzulande eigentlich nur die Erkenntnis bleiben, dass Deutschland für den Erhalt der Eurozone einen hohen Preis bezahlen muss und es letztlich nur darum geht, wie diese Kröte der Bevölkerung verkauft wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Salamitaktik</strong></p>
<p>Offensichtlich hat man sich für eine scheibchenweise Vorgehensweise entschieden, an deren Ende die Eurozone um jeden Preis gerettet werden soll und vielleicht auch gerettet wird. Erfahrungsgemäß sind mit dieser Vorgehensweise Zeitverluste verbunden, die nicht nur zusätzlich Geld kosten, sondern das bestehende psychologische Commitment der Politiker weiter eskalieren lassen. Mit der Folge, dass eine Rettung den höchstmöglichen aller Preise kosten wird. Aber all die Zahlen, die ohnehin so schön abstrakt sind, können wir jetzt schon nicht mehr hören, geschweige denn bewerten, um wie viele Milliarden Euro es tatsächlich geht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Investoren haben &#8218;fiskalische Klippe&#8216; bereits umschifft</strong></p>
<p>Für die Aktien-Investoren mag das wieder aufgekeimte Momentum beim Prozess zur Lösung der Griechenland-Krise und die Einigkeit der Politiker ein Vertrauenssignal darstellen. Dennoch glaube ich nicht, dass die Griechenland-Problematik – genauso wenig wie die Diskussionen um einen politischen Kompromiss bei der so genannten fiskalische Klippe in den USA, wo der Countdown unerbittlich zu laufen scheint – die Optimisten im Aktienmarkt bei ihren Entscheidungen nachhaltig beeinflusst hat. Deren Beweggründe finden Sie in meinem Kommentar zu gestrigen <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+schwingende+optimisten+43956">Stimmungserhebung der Börse Frankfurt</a>, während sich mein Kollege Gianni Hirschmüller mit der <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+schwingende+optimisten+43956">DAX-Detailanalyse</a> (bitte den Reiter „Detailanalyse“ anklicken) befasst hat.</p>
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		<title>Grüße aus der Schweiz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 08:17:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
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		<category><![CDATA[Interventionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, die guten Wachstumszahlen aus der Schweiz haben auch mich überrascht. Aber nicht aus ökonomische Interesse, sondern, weil SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine sich sogleich bemüßigt fühlte, das Commitment der Nationalbank bestätigen zu müssen, sie werde die 1,20er Linie gegenüber dem Euro mit unbegrenztem Einsatz verteidigen. Tatsächlich soll die SNB heute Früh entweder selbst direkt als Käufer [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gruse-aus-der-schweiz/">Grüße aus der Schweiz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die guten Wachstumszahlen aus der Schweiz haben auch mich überrascht. Aber nicht aus ökonomische Interesse, sondern, weil SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine sich sogleich bemüßigt fühlte,<span id="more-4126"></span> das Commitment der Nationalbank bestätigen zu müssen, sie werde die 1,20er Linie gegenüber dem Euro mit unbegrenztem Einsatz verteidigen. Tatsächlich soll die SNB heute Früh entweder selbst direkt als Käufer oder über eine Drittbank aufgetreten sein.</p>
<p>Tatsächlich besteht das Interventionsversprechen der Schweizer Nationalbank seit September vergangenen Jahres (vgl. <a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall/" target="_blank">hier</a> und<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/schweizer-bluff/" target="_blank"> hier</a>)und nicht wenige Akteure hatten sich seinerzeit bereits nach wenigen Wochen ausgerechnet, die SNB werde womöglich ihren Interventionsboden von 1,20 CHF pro Euro auf sogar 1,25 anheben könnte. Diese Hoffnung auf einen so genannten <em>Free Lunch</em> hatte im Devisenmarkt zum Aufbau milliardenschwerer Euro-Long-Positionen gegen Schweizer Franken geführt, die allerdings in den vergangenen Wochen während des starken Rückgang des Euro teils aufgelöst wurden. In der verständlichen Angst, die SNB werde im Zweifel ihr Versprechen nicht einlösen können. Mit der Folge, dass die SNB in großem Umfang als Euro-Käufer im Markt auftreten musste. Mehr noch dürften diese Käufe aus Risikoaspekten über andere Valuten, allen voran den US-Dollar, wegdiversifiziert worden sein, wodurch der Abwärtstrend des EUR/USD-Wechselkurs erst recht befeuert wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gute Wachstumszahlen beflügeln Fantasien</strong></p>
<p>Die guten Schweizer Wachstumszahlen haben bei einigen Analysten sogar Spekulationen ausgelöst, die SNB werde es sich à la long – solange die Eurozone nicht auseinanderbricht und eine noch größere Krise auslöst  – sogar leisten können, ihr Interventionsversprechen wegfallen zu lassen.</p>
<p>Dies hätte allerdings nicht nur zur Folge, dass sich bei der nächsten Krise und einem entsprechenden Kapitalfluss in die Schweiz wahrscheinlich kaum mehr Investoren finden dürften, die sich auf die Seite der Zentralbank schlagen möchten, um so einem unerwünschten Trend entgegenzuwirken. Ganz zu schweigen vom Abschreibungsbedarf der dann bei den Währungsreserven der SNB vorgenommen werden müsste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fluch des Commitments</strong></p>
<p>Aber auch eine Erhöhung des Interventionsniveaus der SNB auf 1,25 CHF dürfte genauso wenig zur Debatte stehen. Weil sie die Zentralbank unnötig unter Handlungsdruck setzen würde, gepaart mit der Kritik, sie verhelfe Spekulanten zu einem Gewinn. Tatsächlich wird der SNB nur eines übrig bleiben: die Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses, egal was passiert. Das ist der Fluch dieses Commitments – einer Entscheidung, die nicht mehr ohne gravierende Folgen zurückgenommen werden kann.</p>
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		<title>Commitment-Poker</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/commitment-poker/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 07:31:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eskaliertes Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Sparmaßnahmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/commitment-poker/">Commitment-Poker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land<span id="more-3241"></span> regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem Beinahe-Bankrotteur noch drohen könnte. Mit Geldstrafen etwa, wie sie seinerzeit im Gespräch waren? Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Griechenland der EU-Kommission versprach, seine Neuverschuldung bis zum Jahre 2012 unter drei Prozent des BIP zu drücken – damals hatte dieses Defizit gerade die 13-Prozent-Marke erreicht.</p>
<p>Nun hören wir zum wiederholten Male, dass Griechenland die ihm auferlegten zusätzlichen Einsparungen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro akzeptieren wird. Aber die EU-Finanzminister haben sich gerade einmal zu einer Telefonkonferenz durchringen können – immerhin will man jetzt am kommenden Montag über die Hilfsgelder entscheiden. Damals wie heute spielt man auf Zeit, aber auch heute geht es um die Frage, ob Griechenland sein gegebenes Versprechen wird einhalten können. Wo wir doch ohnehin schon wissen, dass auch diese Sparanstrengungen die Verschuldung Griechenlands nicht, wie vor kurzem noch geplant, auf 120 Prozent des Bruttosozialprodukts bis 2020 gedrückt haben werden. Jeder weiß: Es kann und es wird nicht klappen. Denn jede weitere drastische Sparmaßnahme wird die Wirtschaftsleistung weiter schrumpfen lassen. Dennoch wird weiter Commitment-Poker gespielt, weil die Einsätze aller Beteiligten längst viel zu hoch sind, als dass einer passen könnte.</p>
<p>Heute stelle ich mir genauso wie damals die Frage, auch wenn das zu jener Zeit noch als unschicklich galt, warum die griechische Regierung immer noch nicht in der Lage ist, Steuern in angemessener Höhe einzutreiben oder den lange versprochenen Verkauf von Staatsbesitz endlich einzuleiten. Es wäre doch ein Leichtes, mit Hilfe einer oder mehrerer Investmentbanken einen Staatsfonds zu gründen, der dieses Vermögen direkt veräußert oder sich alternativ Geld über die Emission von Anteilen am Fonds beschafft. Allerdings mit der Auflage, dass diese Werte bzw. Anteile ausschließlich an Personen mit griechischer Staatsbürgerschaft verkauft werden dürften. Auch wenn dadurch nicht die anvisierten 50 Milliarden Euro eingenommen werden könnten: Das Land müsste sich nicht ausgeraubt und gedemütigt fühlen.</p>
<p>Und wenn es dann noch gelänge, der Steuerflüchtigen und ihrer Riesengeldsummen endlich habhaft zu werden – vielleicht sollte Griechenland wahr machen, wovon dereinst Steinbrück schwadronierte, und seine Kavallerie in die Schweiz schicken – müsste man sich bedeutend weniger Sorgen machen, ob sich zu den wütenden Menschen auf der Straße demnächst nicht auch noch Angestellte des öffentlichen Dienstes, etwa Feuerwehrleute und Polizisten, hinzugesellen.</p>
<p><span style="font-size: small;">So aber bleibt das Gefühl, dass die Zeit bis zur endgültigen Pleite Griechenlands immer kürzer und der Zorn seiner Bürger und Politiker immer heftiger wird.</span></p>
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		<title>Jahresrückblick und Vorschau 2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 07:04:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich ist es müßig, sich die Höhepunkte des Jahres 2011 an den Finanzmärkten heraussuchen zu wollen. Denn das abgelaufene Jahr ist nicht nur mit vielen negativen Höhepunkten und wenig Positivem für die Finanzwelt gespickt gewesen. Aber aus psychologischer Sicht lassen sich zwei wesentliche Kennzeichen der vergangenen zwölf Monate festhalten. Zum einen haben sich die Politiker [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist es müßig, sich die Höhepunkte des Jahres 2011 an den Finanzmärkten heraussuchen zu wollen. Denn das abgelaufene Jahr ist nicht nur mit vielen negativen Höhepunkten und wenig Positivem für die Finanzwelt gespickt gewesen. Aber aus psychologischer Sicht lassen sich zwei wesentliche Kennzeichen <span id="more-2979"></span>der vergangenen zwölf Monate festhalten. Zum einen haben sich die Politiker in Sachen Euro-Schuldenkrise streckenweise wie Börsianer verhalten, die sich an einer Verlustposition nicht nur festgebissen, sondern diese auch noch kräftig erhöht haben: Mittlerweile sind die aufgespannt Rettungsschirme für die Eurozone so groß, dass man von einem veritablen Sunk Cost Effekt sprechen kann. Mit der Folge, dass die Bindung an die einst getroffenen Entscheidungen so hoch ist, dass eine Umkehr des eingeleiteten Prozesses nicht mehr möglich scheint. Anders ausgedrückt: Es wird versucht, die Eurozone um jeden Preis zu halten.</p>
<p>Das zweite wesentliche Kennzeichen des abgelaufenen Jahres sind die relativ raschen Gewöhnungsprozesse der Akteure an positive wie negative Nachrichten – eine Tatsache die mitunter auch einer verstärkten Kommunikationsstruktur an den Finanzmärkten geschuldet ist. Denn längst beherrschen nicht mehr nur traditionelle Online-Medien und Informationsdienste das Internet. Vielmehr sorgen die sozialen Netzwerke dafür, dass bestimmte Nachrichten bereits von Vornherein ausgewählt werden und somit vor allen Dingen Extrempositionen, leicht Verständliches gegenüber unauffälligen, aber durchaus wichtigen Nachrichten den Vorzug erhalten. Besonders, wenn Letztere auch noch komplex sind und ein hohes Fachwissen erfordern.</p>
<p>Was aber wird in 2012 geschehen? Wird die Eurozone noch Bestand haben? Sind Aktien auch noch im kommenden Jahr als Anlageklasse bei der derzeitigen Volatilität noch interessant? Auf all diese Fragen möchte ich versuchen, Ihnen in meinem jüngsten Special zum <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/index.html" target="_blank">Jahresrückblick für WGZ cognitrend TV</a> Antworten geben.</p>
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		<title>Ein schwerer Sündenfall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 09:31:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich schon heute Vormittag ein mulmiges Gefühl im Magen, als ich hörte, die Währungsreserven der Schweizer Nationalbank (SNB) seien im August gegenüber dem Vormonat von 182 auf 253 Milliarden Schweizer Franken gestiegen. Und als die SNB soeben verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro zu einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich schon heute Vormittag ein mulmiges Gefühl im Magen, als ich hörte, die Währungsreserven der Schweizer Nationalbank (SNB) seien im August gegenüber dem Vormonat von 182 auf 253 Milliarden Schweizer Franken gestiegen. Und als die SNB soeben verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro zu<span id="more-2423"></span> einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro binden, war für mich der <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/free-lunch-fatal" target="_blank">Sündenfall perfekt</a>. Allein schon das Statement, die Zentralbank werde ausländische Valuten in unbegrenzter Höhe kaufen (= eskaliertes Commitment), hinterlässt unweigerlich den Eindruck, die Schweiz stünde gegen den Rest der Welt. Denn bislang hat sich niemand angeboten, die Nationalbank in ihrem Ansinnen zu unterstützen.</p>
<p>Das Problem des festen Schweizer Franken besteht in erster Linie darin, dass er sich nicht aufgrund von Handelsungleichgewichten, sondern aufgrund von Kapitalströmen in den so genannten sicheren Hafen, aber auch wegen massiver Schieflagen befestigt hat. Schieflagen, die in erster Linie von Ausländern verursacht wurden, die große Investitionen über Schweizer Franken finanzierten. In Zukunft wird dieser Kapitalstrom subventioniert. Und so dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere Marktteilnehmer die Interventionsbereitschaft der SNB testen werden. Mit der Folge, dass die Devisenreserven noch weiter aufgebläht und de facto Schweizer Franken gedruckt werden müssen. Wenn nötig in unbegrenzter Höhe. Mehr noch: Falls die SNB dem Druck auf der von ihr gesetzten Grenze wegen hoher Inflation und einem damit verbunden Politikwechsel eines Tages nachgeben müsste, bliebe ihr  ein Riesenverlust. Ein Verlust, der so hoch sein könnte, dass man vielleicht über einen Beitritt zur Eurozone nachdenken müsste.</p>
<p>Welche Konsequenzen ergeben sich für den nach Sicherheit suchenden Investor, wenn er zusehen muss, wie der harte Schweizer Franken im Prinzip weich gedruckt wird? Tatsächlich bleibt Gold nach dem Wegfall des Franken als einzige Alternativwährung für Geld übrig. Geld, das damit möglicherweise für lange Zeit festgegossen wird. Geld, das sinnvoller für Investitionen und auch Konsum verwendet werden sollte, wenn man noch den Glauben an irgendein Wirtschaftswachstum nicht völlig ad acta legen möchte.</p>
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