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	<title>BoE Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ruhe vor dem Sturm – oder wird es noch ruhiger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2014 09:23:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise regen sich die Teilnehmer an den Finanzmärkten über zu hohe Volatilität auf. Aber während dieser Tage scheinen viele Akteure ein anderes Problem zu haben: zu niedrige Volatilität. Und die ist bekanntermaßen zumindest was eine punktuelle und selektive historische Betrachtung der Märkte angeht, nicht ganz ungefährlich. Nicht umsonst weisen Kommentatoren darauf hin, dass etwa der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise regen sich die Teilnehmer an den Finanzmärkten über zu hohe Volatilität auf. Aber während dieser Tage scheinen viele Akteure ein anderes Problem zu haben: zu niedrige Volatilität. Und die ist bekanntermaßen zumindest was eine punktuelle und selektive historische Betrachtung der Märkte angeht, nicht ganz ungefährlich. Nicht umsonst weisen Kommentatoren darauf hin, dass etwa der Euro STOXX Volatilitätsindex unlängst auf den niedrigsten Stand seit September 2006 gefallen sei und auch der so genannte Angst-Index der Wallstreet, der Vix, der die implizite Volatilität misst, sich auf einem sieben Jahrestief befände. Haben wir es also tatsächlich mit einer Ruhe vor dem Sturm zu tun?</p>
<p>Andere Analysten bemühen unterdessen historische Vergleiche und warnen etwa vor heiß gelaufenen technischen Indikatoren. Dabei wird immer wieder vergessen, dass es ja gerade die Geldpolitik der Notenbanken ist, die wie eine Dauerintervention auf die Anleihe-und Aktienmärkte wirkt und somit herkömmliche Betrachtungsweisen der Finanzmärkte durchaus versagen können. Das gilt auch für die technischen Analysen. Denn nicht umsonst ist eine Voraussetzung für deren Funktionieren, dass sich Angebot und Nachfrage frei entfalten können.</p>
<p>Vielleicht kommt es deswegen gar nicht erst zu einem Sturm.</p>
<p>Auf jeden Fall scheint es ratsam sich intensiv mit der Notenbankpolitik zu beschäftigen. Deswegen befasst sich auch mein Thema des Monats, das ich für die WGZ Bank <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://news.wgzbank.de/go/13/10CNMY83-10CIZGJL-Y2PEENI-ZKK1R6.html">hier</a></strong></span> erstellt habe, mit den jüngsten Entwicklungen bei Fed, EZB und der Bank von England und den möglichen Auswirkungen ihrer jüngsten Maßnahmen für die Aktienmärkte.</p>
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		<title>Notenbanken auf dem Rückzug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2014 08:00:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das jüngst veröffentlichte Protokoll des Offenmarktausschusses der vergangenen Fed&#8211;Sitzung hat den Anlegern an den Finanzmärkten einmal mehr vor Augen geführt, dass die Notenbank ihren im Dezember 2013 eingeschlagenen Weg fortsetzen wird: Die extrem großzügige Versorgung der Märkte mit Liquidität durch Anleihekäufe wird peu à peu zurückgefahren (tapering). Aber aus dem Protokoll wird auch ersichtlich, wie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das jüngst veröffentlichte Protokoll des Offenmarktausschusses der vergangenen Fed<b>&#8211;</b>Sitzung hat den Anlegern an den Finanzmärkten einmal mehr vor Augen geführt, dass die Notenbank ihren im Dezember 2013 eingeschlagenen Weg fortsetzen wird: Die extrem großzügige Versorgung der Märkte mit Liquidität <span id="more-6969"></span>durch Anleihekäufe wird peu à peu zurückgefahren (tapering). Aber aus dem Protokoll wird auch ersichtlich, wie weit die Diskussionen tatsächlich gediehen sind. Denn längst ist nicht mehr nur von Tapering die Rede, sondern man denkt in Fed-Kreisen auch über eine Veränderung der geldpolitischen Leitlinie (forward guidance) nach. Weil sich die ökonomische Situation in den USA gemessen am Arbeitsmarkt besser als ursprünglich gedacht entwickelt hat, wird nun von einigen Mitgliedern des Ofenmarktausschusses auch eine Beendigung der ultraniedrigen Zinsen ins Spiel gebracht.</p>
<p>Die Bank von England hat es bereits vorgemacht und denkt bei gleichbleibenden ökonomischen Rahmendaten für das Frühjahr 2015 an ein Ende der Niedrigzinspolitik. Auch wenn die Zinsen in Großbritannien danach nur ganz langsam nach oben gehen sollen, werden sich die Anleger wahrscheinlich schon bald Gedanken machen, was dies für die Aktienmärkte hierzulande bedeuten wird. Wird die US-Notenbank dem britischen Beispiel folgen? Kann die EZB angesichts dieser Entwicklung überhaupt noch weiter die Zinsen senken? Ist mit dem Ende der großzügigen Geldpolitik der Notenbanken auch ein Ende der Aktien-Hausse verbunden? Droht womöglich Crash-Gefahr? Oder vertrauen die Investoren dies- und jenseits des Atlantiks auf eine sich selbst tragende globale Wirtschaft, bei der die Hilfe von den Notenbanken keine wesentliche Rolle mehr spielt?</p>
<p>Mit den möglichen Szenarien, die sich aus einer veränderten Notenbankpolitik ergeben können, beschäftigt sich mein jüngster WebTV-Beitrag (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://news.wgzbank.de/go/7/XLVEH1G-XLNWFI5-PJ53OPI-EVAXHZ.html">hier</a></span>), den ich gestern für die WGZ Bank erstellt habe.</p>
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		<title>Für ein paar Pfund mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2014 08:10:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich heute Früh die Financial Times aufschlug, ist mir noch einmal so richtig klar geworden, was es bedeutet, dass die Bank von England ihre Zinspolitik von der Entwicklung des Arbeitsmarkts ab sofort abkoppeln wird. Bis dato gab ja der geldpolitische Ausschuss als Leitlinie aus, die Zinsen würden frühestens erhöht werden, wenn die Arbeitslosenquote auf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich heute Früh die Financial Times aufschlug, ist mir noch einmal so richtig klar geworden, was es bedeutet, dass die Bank von England ihre Zinspolitik von der Entwicklung des Arbeitsmarkts ab sofort abkoppeln wird. Bis dato gab ja der geldpolitische Ausschuss als Leitlinie aus, die Zinsen würden frühestens erhöht werden, <span id="more-6930"></span>wenn die Arbeitslosenquote auf eine Rate von 7 Prozent zurückfallen würde. Nun, da dieser Wert wahrscheinlich schon im ersten Quartal dieses Jahres erreicht werden dürfte, sähe sich die BoE eigentlich unter Zugzwang, entweder zu ihrem Wort zu stehen oder die Schwelle der für eine Änderung der Zinspolitik erforderlichen Arbeitslosenquote schlichtweg zu senken. Natürlich käme dies einem Eingeständnis gleich, einen ungeeigneten Indikator für das Wirtschaftswachstum benutzt oder sich ganz einfach verschätzt zu haben. Nun erwartet aber die BoE sogar, das britische Bruttoinlandsprodukt werde im Jahr 2014 um 3,4 Prozent wachsen. Das ist nicht nur eine Anhebung der vorherigen Prognose von 2,8 Prozent, sondern auch mehr als das, was die meisten Analysten erwarten.</p>
<p>Was aber macht der Chef der BoE? Mark Carney verkündete gestern, die Zentralbank würde ihre zukünftigen geldpolitischen Entscheidungen nicht mehr an einen bestimmten ökonomischen Indikator binden. Heißt das also, die Zentralbank wird ab jetzt nach Gusto entscheiden? Nein! Der BoE Chef machte klar, dass die Zinsen sogar bis zu den im kommenden Jahr stattfindenden Wahlen wahrscheinlich nicht steigen würden. Und dies, trotz eines verbesserten Wachstumsausblicks. Die Financial Times folgerte ganz richtig, Schatzkanzler George Osborne würde damit – sofern sich die Vorhersagen erfüllen sollten – eine perfekte ökonomische Kulisse für die Wahlen im kommenden Jahr geboten: schnelles Wachstum, fallende Arbeitslosigkeit, steigende Einkommen und Produktivität. Und keine Bedrohung durch steigende Zinsen. Wer Böses denkt, könnte glatt auf die Idee kommen, der weitaus höher als seine Vorgänger bezahlte, aus Kanada rekrutierte Mark Carney sei eigens dafür engagiert worden, das britische Wachstum aufzupumpen, um Schatzkanzler George Osborne und seiner Konservativen Partei einen Wahlsieg im Jahr 2015 sicherzustellen.</p>
<p>Dies ist jedoch nicht der Grund, warum sich viele institutionelle Anleger vom Aktienmarkt hierzulande verabschiedet haben, wie die jüngste Befragung der Börse Frankfurt zeigt, die mein Kollege Gianni Hirschmüller <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+institutionelle+haben+guten+riecher+63823">hier</a></span> kommentiert hat. Ich selbst habe mich (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+institutionelle+haben+guten+riecher+63823#reiter=detailanalyse">hier</a></span>) um die Analysedetails gekümmert.</p>
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		<title>Wieder auf klarem Kurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 09:29:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Weggefegt sind die jüngst aufgekeimten Zweifel an der Stabilität der Eurozone infolge des italienischen Wahlergebnisses. Aber mittlerweile scheint man sich sogar hierzulande mit der Idee einer Koalition Bersani/Berlusconi anfreunden zu können – Hauptsache, die Unsicherheit ist weg, könnte man zynischerweise argumentieren. Aber die hiesige Sicht der Dinge ist sowieso verzerrt. Denn Berlusconi und Grillo hätten, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weggefegt sind die jüngst aufgekeimten Zweifel an der Stabilität der Eurozone infolge des italienischen Wahlergebnisses. Aber mittlerweile scheint man sich sogar hierzulande mit der Idee einer Koalition Bersani/Berlusconi anfreunden zu können –<span id="more-5807"></span> Hauptsache, die Unsicherheit ist weg, könnte man zynischerweise argumentieren. Aber die hiesige Sicht der Dinge ist sowieso verzerrt. Denn Berlusconi und Grillo hätten, wenn die Deutschen für die politische Zukunft Italiens abstimmen dürften, keinen derartigen Zuspruch bekommen. Wahrscheinlich hätten auch 95 Prozent der Deutschen Barack Obama ihre Stimme bei den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen November gegeben. Jetzt höre ich manch einen schon wieder sagen, jeder verdiene das, was er gewählt habe. Mit anderen Worten: Demokratie ja, aber bitte nur so wie <i>wir</i> uns das vorstellen. Tatsächlich ist das italienische Wahlergebnis eine Absage an die Austeritätsideologie, die durch die deutsche Brille verständlich und deswegen vor allem hierzulande gepflegt wird. Sparprogramme, die den Ländern der Peripherie Europas vermutlich mehr geschadet als genutzt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Die Gelddruckmaschinerie wird nicht angehalten</b></p>
<p>Glücklicherweise ist nun zumindest der geldpolitische Kurs der wichtigen Notenbanken in dieser Woche wesentlich klarer geworden. Nach ein paar Tagen der Ungewissheit, die vor allen Dingen durch das jüngste Protokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank aufgekommen war, machte deren Chef Ben Bernanke in seiner Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses deutlich, dass eine aggressive Geldpolitik weiterhin vonnöten sei. Denn der Fed-Chef sieht sein Land noch Jahre von einem zufriedenstellenden Arbeitsmarkt entfernt. Noch wichtiger für die Akteure: Bernanke hob den hohen Konsens innerhalb des Offenmarktausschusses hervor. In Japan wurde Haruhiko Koruda – weithin bekannt als Befürworter einer lockeren Geldpolitik – als neuer Chef der BoJ bestätigt und in Großbritannien denkt man sogar über negative Zinsen nach. Zu guter Letzt bestätigte EZB-Präsident Mario Draghi, die EZB sei weit davon entfernt, von ihrer Politik der unkonventionellen Mittel abzurücken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Umschichtungen am Aktienmarkt</b></p>
<p>Am Aktienmarkt scheinen derzeit größere Umschichtungen stattzufinden, die sich bald schon in einer deutlichen Polarisierung der Akteure niederschlagen dürfte. Zumindest  weisen die starken Swings des DAX während der vergangenen Tage daraufhin. Zum wiederholten Male gelang es jedoch den Pessimisten nicht, das Börsenbarometer auch nur annähernd in die Nähe der 7.500er Marke zu drücken. Die Gründe hierfür, und wer am Ende die Nase vorn haben wird,  können Sie in der jüngsten Sentiment-Analyse nachlesen, die Gianni Hirschmüller für die <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+berlusconi+verdirbt+anlegern+die+stimmung+47472">Börse Frankfurt hier verfasst</a> hat. Ich selbst habe mich um die <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+berlusconi+verdirbt+anlegern+die+stimmung+47472#reiter=detailanalyse">Prognosedetails</a> gekümmert.</p>
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		<title>Zinssenkung! Jetzt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 09:07:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die meisten Akteure an den Finanzmärkten versprechen sich von der heutigen Sitzung der EZB nicht allzu viel Neues. Und schon gar nicht eine Zinssenkung. Wenn man sich jedoch gerade die Begründungen für die jüngsten Abwärtskorrekturen der europäischen Aktienmärkte ansieht, sollte Mario Draghi vielleicht doch ins Grübeln kommen. Natürlich sind die Argumente, Italien und Spanien sein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zinssenkung-jetzt/">Zinssenkung! Jetzt!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Akteure an den Finanzmärkten versprechen sich von der heutigen Sitzung der EZB nicht allzu viel Neues. Und schon gar nicht eine Zinssenkung. Wenn man sich jedoch gerade die Begründungen für die jüngsten Abwärtskorrekturen der europäischen Aktienmärkte ansieht, sollte Mario Draghi vielleicht doch ins Grübeln kommen. <span id="more-5727"></span>Natürlich sind die Argumente, Italien und Spanien sein für den heftigen Kursrückgang verantwortlich fadenscheinig – über die mögliche Schwarzgeldaffäre des spanischen Premier Rajoy sowie die leicht verbesserten Umfragewerte für den ehemaligen italienischen Premier Berlusconi als scheinbare Bedrohung für die Stabilität der Eurozone habe ich bereits <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/ist-die-krise-wieder-da/"><span style="text-decoration: underline;">an dieser Stelle</span></a> geschrieben. Und dass der englische Aktienindex FTSE100 unter Druck geraten sein soll, weil sich Frankreich und Deutschland angeblich nicht über ein gemeinsames Niveau für den Euro einigen konnten, ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass ich wieder einmal auf kostenlose Information im Internet vertraut habe, statt endlich Geld für ordentlich recherchierte Nachrichten auszugeben.</p>
<p>Unter dem Strich bleibt damit das komische Gefühl, dass die einstige Ankündigung Mario Draghis, den Euro um jeden Preis zu unterstützen, bei den Akteuren an den Finanzmärkten so langsam ihre Wirkung zu verlieren scheint. Nicht umsonst wird wieder über den Euro-Untergang sinniert, begleitet von den Schwarzmalereien der üblichen Verdächtigen à la Nouriel Roubini. Wäre für den EZB-Präsidenten jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt gekommen, ein Zeichen zu setzen und so seinen Worten des vergangenen Jahres, auf denen die ganze Erholung der Euro-Krise fußt, etwas Nachdruck zu verleihen? Eigentlich fand ich ja vor allem während der Krise, eine Senkung des Schlüsselzinses um ein Viertelprozent würde den Marktteilnehmern kaum etwas bringen. Wenn jedoch Draghi einen derartigen Schritt heute verkünden würde, würde dies für das Gros der Akteure eine Überraschung darstellen, ganz zu schweigen vom psychologischen Effekt einer derartigen Maßnahme, der dem einstigen Versprechen des EZB-Präsidenten Nachdruck verleihen würde. Mit anderen Worten: Für eine Zinssenkung jetzt und heute bekäme Mario Draghi vermutlich den größtmöglichen Gegenwert . Dass damit dem designierten Chef der Bank von England, Mark Carney sowie dem italienischen Premier Mario Monti zur Stärkung ihrer jeweiligen Position geholfen wäre, sei hier nur am Rande erwähnt. Wohl wissend, dass alle drei Persönlichkeiten einst für Goldman Sachs gearbeitet haben, möchte ich damit keinesfalls Verschwörungstheoretikern Wasser auf die Mühlen schütten.</p>
<p>Viel lieber halte ich mich an klare Tatsachen, wie die jüngste Erhebung der Börse Frankfurt zum Sentiment der mittelfristig orientierten Akteure. Die Kommentierung der Zahlen hat Gianni Hirschmüller <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+investoren+kommt+dax+korrektur+gelegen+46699">an dieser Stelle</a> vorgenommen, während ich mich um <a href="unter%20http:/www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+investoren+kommt+dax+korrektur+gelegen+46699#reiter=detailanalyse"><span style="text-decoration: underline;">die Detailanalyse</span></a> gekümmert habe.</p>
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		<title>Armes England</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/armes-england/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:59:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[BIP]]></category>
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		<category><![CDATA[technische Rezession]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/armes-england/">Armes England</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal<span id="more-3809"></span> zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England offensichtlich gerade erst darauf einstellen wollte, keine weiteren quantitativen Lockerungen vorzunehmen, werden jetzt einige Händler vorschnell behaupten. Ist das jetzt alles Makulatur, wird jetzt doch weiter gelockert?</p>
<p>Ja, es ist schon ein Kreuz mit der Definition einer technischen Rezession. Mental wird einfach der Schalter umgelegt. Die Welt ist nicht nur schlechter als erwartet, sondern richtig schlecht, könnte man meinen. Dabei wird vergessen, dass ein Wachstum von 0,2 oder 0,3 Prozent für Großbritannien auch nicht viel besser als die heutige Schätzung gewesen wäre. Auch wenn die Entwicklung des britischen BIP dann nicht das Label &#8222;Rezession&#8220; bekommen hätte. Ganz zu schweigen von den möglichen Revisionen dieser Zahl, die uns noch ins Haus stehen. Daraus auf ein baldiges Umdenken innerhalb der BoE zu schließen, wäre also vorschnell. Allein der unbeteiligte Beobachter, der sich nur gelegentlich mit der Finanzwelt beschäftigt, wird sich von der Stimmung, die jetzt wieder durch die Medien gemacht werden dürfte, anstecken lassen. Aber auch die Welt der Finanzmärkte funktioniert nicht wie ein Schalter – „ein“ oder „aus“. Stattdessen gibt es viele Facetten. Und Ausreden, warum die Prognosen eigentlich hätten anders lauten müssen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/armes-england/">Armes England</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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