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	<title>Time discounting Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Der Ruf nach Einigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Nov 2019 05:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Time discounting]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>War es der Ruf nach mehr Einigkeit, der aus dem gestern publizierten Protokoll zur EZB-Sitzung vom 24. Oktober herauszulesen war, der dem Euro kurzzeitig zu einem kleinen Sprung verholfen hatte? Wohl kaum. Denn man kann sich nur allzu gut vorstellen, dass in der letzten Sitzung des EZB-Rates unter Leitung von EZB-Präsident Mario Draghi einige Streitpunkte zur Wiederaufnahme der Anleihekäufe in Milliardenhöhe zu schlichten waren. Trotz aller notwendigen Diskussionen „wurde es als wichtig erachtet, einen Konsens zu bilden“, hieß es. Ein deutlicher Aufruf zur Einheit...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/der-ruf-nach-einigkeit/">Der Ruf nach Einigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1060)</strong>             War es der Ruf nach mehr Einigkeit, der aus dem gestern publizierten Protokoll zur EZB-Sitzung vom 24. Oktober herauszulesen war, der dem Euro kurzzeitig zu einem kleinen Sprung verholfen hatte? Wohl kaum. Denn man kann sich nur allzu gut vorstellen, dass in der letzten Sitzung des EZB-Rates unter Leitung von EZB-Präsident Mario Draghi einige Streitpunkte zur Wiederaufnahme der Anleihekäufe in Milliardenhöhe zu schlichten waren. Trotz aller notwendigen Diskussionen „wurde es als wichtig erachtet, einen Konsens zu bilden“, hieß es. Ein deutlicher Aufruf zur Einheit hinsichtlich der künftigen Geldpolitik, fast schon ein Notruf.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11348" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/22112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/22112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/22112019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aufgeschoben?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass es bei der Lösung des US-chinesischen Handelskonflikts nicht so recht vorangehen will, vermittelte gestern ein Beitrag der <em>South China Morning </em>Post, wonach die Vertreter der USA und China angeblich immer noch darüber verhandelten, welche Strafzölle als Teil des sogenannten „Phase-One“-Abkommens konkret beseitigt werden sollen. Und in Berufung auf eine ungenannte Quelle war im Beitrag die Rede davon, dass man für den 15. Dezember – das ist das Datum, an dem weitere US-Strafzölle auf chinesische Importe in Kraft treten sollen – zwar nicht mit „etwas Großem“ rechnen könne. Aber selbst, wenn es nicht zu besagtem Teilabschluss kommen sollte, rechne man damit, dass das Datum des Inkrafttretens der Zölle – im beiderseitigen Interesse – vorerst verschoben werde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auch ein verschobener Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jetzt mag man sich mancherorts gewundert haben, dass eine damit einhergehende Verlängerung des „Waffenstillstandes“ zwischen den USA und China nicht für Unruhe an den Aktienmärkten gesorgt hatte. Denn die Beseitigung der Zölle zum 15. Dezember war doch eigentlich das absolute Minimum dessen, was die Aktien-Optimisten erwartet haben dürften. Zumindest gilt dieses Faktum als eingepreist, und eine Verzögerung würde immerhin auch eine Verlängerung der Phase der ökonomischen Unsicherheit für die Finanzmärkte bedeuten. Aber der 15. Dezember liegt in der Wahrnehmung der Marktteilnehmer noch so weit in der Zukunft, dass eine Verschiebung dieses Termins auf einen späteren Zeitpunkt – psychologisch vergleichbar mit einer ohnehin in der Zukunft liegenden Verschiebung einer Belohnung – nicht besonders ins Gewicht fallen dürfte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Betrachtet man den eingangs erwähnten kleinen Sprung des Euro aus seiner recht engen Handelsbandbreite vom vergangenen Montag in Richtung seines Stabilisierungspunktes bei <strong>1,1110</strong> (für heute modifiziert), gewinnt man im Nachhinein den Eindruck, es handele sich um ein Fehlsignal. Denn im weiteren Verlauf der Handelssitzung fiel die Gemeinschaftswährung sogar wieder <em>relativ</em> deutlich zurück. Damit wurde die latente Schwächeneigung des Euro abermals bestätigt. Unterhalb von <strong>1,1030</strong> würde sie sich außerdem weiter verstärken.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Wenn Risiken an Gewicht verlieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2019 04:59:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Fluchtwährungen]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Strafzölle]]></category>
		<category><![CDATA[Time discounting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn die Auswirkungen der jüngsten Maßnahmen im Handelsstreit zwischen den USA und China erst in ein paar Wochen wirklich zu Tage treten werden und ihre negativen Folgen noch völlig ungewiss sind, werden diese von vielen Finanzmarktteilnehmern bereits mental in ihrer Bedeutung abgewertet – wie alle Risiken, die nicht richtig greifbar sind und auch noch in der Zukunft liegen. Und ähnlich... </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-risiken-an-gewicht-verlieren/">Wenn Risiken an Gewicht verlieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1155)</strong>             Eine wichtige Handelswoche liegt hinter uns. Dabei haben die Finanzmärkte recht unterschiedlich auf die Fortsetzung im US-chinesischen Handelskonflikt reagiert. Denn nicht nur die Einführung der erhöhten Strafzölle der USA auf China-Importe, sondern auch die Vergeltungsmaßnahmen Chinas als Reaktion darauf mussten von den Akteuren verarbeitet werden. Aber offensichtlich wirkte allein schon die Ankündigung der USA, die Einführung etwaiger weiterer Strafzölle auf Auto-Importe um bis zu sechs Monate zu verschieben, wie eine Beruhigungsspritze auf viele Investoren. Zumindest was deren Geschäfte an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks angeht. Diese haben nämlich die ganze Handelsstreit-Saga in der vergangenen Woche nahezu vollständig weggesteckt.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10568" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/20052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und selbst dass das US-Handelsministerium den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei auf die schwarze Liste gesetzt hat, wurde von vielen Händlern fast schon mit einem Achselzucken beantwortet. Obwohl das Verbot, dass US-Firmen künftig mit Huawei und seinen 68 Tochtergesellschaften (von Ausnahmen abgesehen) keine Geschäfte mehr machen dürfen, einer weiteren Eskalation im Handelskrieg gleichkommt. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis China reagieren wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Mental abdiskontiert</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn die Auswirkungen der jüngsten Maßnahmen im Handelsstreit zwischen den USA und China erst in ein paar Wochen wirklich zu Tage treten werden und ihre negativen Folgen noch völlig ungewiss sind, werden diese von vielen Finanzmarktteilnehmern bereits mental in ihrer Bedeutung abgewertet – wie alle Risiken, die nicht richtig greifbar sind und auch noch in der Zukunft liegen. Und ähnlich verhält es sich auch mit den Autozöllen, die nun fürs Erste, also in der Gegenwart, erst einmal abgewendet worden sind. Damit sind sie zwar immer noch nicht vom Tisch, scheinen aber noch weit entfernt in der Zukunft zu liegen, weshalb auch alles, was daraus an Negativem resultieren könnte, zunächst an Gewicht und Bedeutung verloren hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Devisenhändler leicht risikoavers<br />
</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während die Aktienhändler zumindest vordergründig fast risiko-immun zu sein schienen, manifestierte sich im Devisenhandel immerhin eine gewisse Sorge. Dies zeigt sich an der Entwicklung des Schweizerfranken und des japanischen Yen, die etwa gegenüber dem Euro als sogenannte Fluchtwährungen während der vergangenen Woche gefragt waren. Die Risikoaversion der Devisenhändler zeigt sich vor allen Dingen an der Entwicklung des Yen, der sich beispielsweise gegenüber dem australischen Dollar während des besagten Zeitraums vorübergehend um mehr als 2,1 Prozent befestigte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen brachte es die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar fertig, die vergangenen fünf Handelstage hintereinander jeweils mit einem Tagesverlust abzuschließen. Verluste, die in der Summe allerdings nicht einmal 0,8 Prozent betrugen. Nicht nur aus Gründen der Risikoaversion müsste der Euro aber deutlich niedriger notieren. Denn die am Freitag veröffentlichten ökonomischen Daten (etwa das überraschend positiv ausgefallene Verbrauchvertrauen (vorl.) der Uni Michigan) sprachen für den Greenback. Somit beschloss der Euro die Handelswoche vor einem wichtigen Nachfrageniveau (<strong>1,1145</strong>) und bleibt in seiner Seitwärtsentwicklung zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1370</strong> gefangen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus organisatorischen Gründen erscheint der nächste ausführliche Bericht <strong>erst am Mittwoch, den 22. Mai</strong>. Die wichtigsten Kursniveaus werden jedoch am morgigen Dienstag aktualisiert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurs-Update vom 21. Mai 2019 6:30 Uhr</span></strong></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es gab nur ganz gerinfügige Veränderungen. Der Euro rangiert fast unbewegt oberhalb des wichtigen Nachfrageniveaus von <strong>1,1140</strong>. Die kurzfristige Seitwärtsentwicklung zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1370</strong> bleibt erhalten. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der nächste &#8222;Dollar am Morgen&#8220; folgt am Mittwoch. <img decoding="async" class="alignright wp-image-10572" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/21052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Plötzlich gut und dennoch ungewiss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2016 15:27:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Stimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Helikopter-Geld]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal bedarf es nur einer gewissen Mischung an Ereignissen, und von einem Moment zum anderen werden die Finanzmärkte völlig anders eingeschätzt. Vordergründig betrachtet war es möglicherweise die am vergangenen Freitag veröffentlichte Zahl der neu geschaffenen Stellen im US-Arbeitsmarkt, die weit besser als vermutet ausfiel und dem dortigen Aktienmarkt Flügel verliehen haben könnte. Nachdem im Vormonat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8971 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/07/Senti_13072016-300x114.jpg" alt="Senti_13072016" width="300" height="114" />Manchmal bedarf es nur einer gewissen Mischung an Ereignissen, und von einem Moment zum anderen werden die Finanzmärkte völlig anders eingeschätzt. Vordergründig betrachtet war es möglicherweise die am vergangenen Freitag veröffentlichte Zahl der neu geschaffenen Stellen im US-Arbeitsmarkt, die weit besser als vermutet ausfiel und dem dortigen Aktienmarkt Flügel verliehen haben könnte. Nachdem im Vormonat dasselbe volatile Wirtschaftsdatum noch schlechter als erwartet ausgefallen war, gab es nun ein Überschießen auf der positiven Seite. Dass der breitgefasste S&amp;P 500 nach mehr als einem Jahr sogar neue Allzeithochs markierte, dürfte dabei vielen Akteuren nicht in den Kram gepasst haben. Zumindest spricht das Wall Street Journal wieder einmal von einer Fortsetzung des seit sieben Jahren anhaltenden und meistgehassten Bullenmarkts. Dies scheint zutreffend zu sein, zumal man in den USA keineswegs eine Übertreibung erkennen kann. Es ist eher die Zurückhaltung vieler Akteure, die den neuen Haussesignalen nicht trauen möchten und die letztlich einer weiteren Aufwärtsbewegung des US-Aktienmarktes durch ihren verspäteten Einstieg entsprechenden Schwung verleihen könnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Warum dann noch „uncertainty“?</strong></p>
<p>Aber auch hinsichtlich der schnellen Ablösung von Premierminister David Cameron durch Theresa May wird der Austritt Großbritanniens aus der EU, der nunmehr unausweichlich scheint, von vielen Kommentatoren mittlerweile wesentlich gelassener gesehen als noch vor einer Woche. Obwohl sich eigentlich an den ökonomischen Unsicherheiten nicht viel geändert hat. Aber vielleicht bringt es der Nobelpreisträger Paul Krugman auf den Punkt, wenn er in der New York Times einräumt, dass der Brexit Großbritannien langfristig tatsächlich etwas ärmer mache, aber kurzfristig nicht gleich zu einer Rezession führen muss. Ich tendiere jedoch zu einer anderen Interpretation: Mögliche, in der Zukunft liegende negative Ereignisse werden in der heutigen Wahrnehmung der Investoren diskontiert, d.h. nicht in ihrer vollen Stärke wahrgenommen. Und der Begriff „uncertainty“ im Zusammenhang mit dem Brexit wird deswegen von vielen Entscheidern derzeit so gerne verwendet, weil er als Rechtfertigung dient, Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben, und für mögliche spätere Negativfolgen der eigenen Entscheidungen eine gute Entschuldigung bietet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Merkel fegt Krise vom Tisch<br />
</strong></p>
<p>Und die italienische Bankenkrise? Angela Merkel ist sich sicher, dass die damit einhergehenden Probleme gelöst werden können. Jetzt hätte ich ja fast noch das wichtigste Argument für Aktienbullen vergessen. Die möglichen geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken Englands und Japans. Kein geringerer als der frühere Fed-Chef Ben Bernanke wies darauf hin, dass der Bank von Japan (BoJ) keineswegs die geldpolitische Munition ausgegangen sei. Das passt ja zu den Spekulationen, dass die BoJ unter tatkräftiger Mithilfe des Premiers Shinzo Abe womöglich zu einer noch radikaleren Form der monetären Lockerung, dem so genannten Helikopter-Geld, greifen wird. Sei es, dass die Zentralbank durch Anleihekäufe am Primärmarkt eine direkte Staatsfinanzierung betreibt oder die Regierung massive fiskalpolitische Stimulusprogramme auflegt.</p>
<p>Was Investoren Anleger hierzulande allerdings von dieser schönen neuen Welt halten, brachte die jüngste Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt zutage, die ich <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Gewinnmitnahmen-statt-Luftschloesser-832430" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> kommentiert habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Todsünde Trägheit</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/todsunde-tragheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2013 06:50:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn/Verlust-Asymmetrie]]></category>
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		<category><![CDATA[Todsünde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst hatte ich einen Beitrag mit dem Titel Die Börse und das Böse Teil III geschrieben. Dabei ging es wieder einmal um mögliche Parallelen zwischen den klassischen sieben Todsünden und der  Behavioral Finance sowie darum, ob diese „Sünden“ eventuell das Entscheidungsverhalten der Teilnehmer an den Finanzmärkten beeinflussen könnten. Es zeigte sich, dass die Todsünde „Trägheit“ [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/todsunde-tragheit/">Todsünde Trägheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst hatte ich einen Beitrag mit dem Titel <a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/die-borse-und-das-bose-iii/" target="_blank"><i>Die Börse und das Böse Teil III</i> </a>geschrieben. Dabei ging es wieder einmal um mögliche Parallelen zwischen den klassischen sieben Todsünden und der  Behavioral Finance sowie darum, ob diese „Sünden“ eventuell das Entscheidungsverhalten der Teilnehmer an den Finanzmärkten beeinflussen könnten. Es zeigte sich, dass die Todsünde „Trägheit“ in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle spielt, weshalb ich noch einmal gesondert darauf eingehen möchte.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a><span id="more-6297"></span></p>
<p>In der Behavioral Finance würde man in erster Linie von einer Trägheit bei Entscheidungen sprechen, und diese kann sich sowohl an den Finanzmärkten als auch im Privatleben fatal auswirken. So empfinden viele Menschen eine große Aversion dagegen, überhaupt Entscheidungen zu treffen – am liebsten würden sie sich ganz davor drücken, aber primär nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie davor zurückschrecken, Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidung zu übernehmen und überhaupt irgendein Commitment einzugehen. Wenn überhaupt, dann treffen sie bestenfalls Entscheidungen, mit denen sie ohnehin den gesellschaftlichen Normen und Moden entsprechen. Daraus ergibt sich auch eine gewisse konservative Haltung, die Neigung, alles so zu belassen, wie es ist. In der Behavioral Economics spricht man auch von der so genannten Status-quo-Bias.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Entscheidungsträgheit bei hohen Einsätzen</b></p>
<p>Entscheidungsträgheit stellt sich vor allem dann ein, wenn es um hohe Einsätze, um ein hohes Commitment geht. Doch sollte man dabei generell zwischen Gewinn- und Verlustsituationen unterscheiden. Denn die meisten Menschen zeigen sich, wenn es um Gewinne geht, wesentlich entscheidungsfreudiger – schließlich winkt auf der anderen Seite auch eine greifbare Belohnung. Umgekehrt verhält es sich bei Verlusten, die per se nicht nur die Bindung, das so genannte Commitment einer Entscheidung erhöhen, sondern die man naturgemäß auch nicht gerne realisieren möchte. Da ist Entscheidungsträgheit durchaus verständlich, aber dennoch manchmal mit katastrophalen Konsequenzen verbunden.</p>
<p>Dramatisch wird Trägheit vor allen Dingen in extremen Situationen, wenn man so hohe Verluste aufgehäuft hat, dass man sie materiell oder moralisch kaum mehr rechtfertigen kann. Bis zur Kapitulation sind es im übertragenen Sinne nur noch wenige Meter. Trotzdem versuchen die meisten Menschen selbst hier, weitere Entscheidungen möglichst zu umgehen. Wenn man Anleger fragt, was sie lieber erleben möchten: Am Extrempunkt, am ungünstigsten Punkt einer Bewegung, einen Verlust zu realisieren oder nichts zu tun, werden sich die meisten für das Nichtstun entscheiden. Denn das Schlimmste, was einem passieren könnte, wäre, dass sich die Kapitulationsentscheidung auch noch als falsch herausstellt und die Kurse etwa nach dem Verkauf verlustbringender Aktien anschließend wieder nach oben gehen. Das würde man dann zusätzlich bedauern müssen.</p>
<p>Zur Entscheidungsträgheit gehört natürlich auch die so genannte Prokrastination, das Aufschieben von unangenehmen Entscheidungen. In der Gegenwart wird die Realisierung eines Verlustes vermieden oder auch ein Verzicht nicht geleistet, selbst wenn man weiß, dass Handeln langfristig profitabler oder gesünder wäre als Aussitzen. Zudem wird ein in der Zukunft liegender Gewinn oder Verlust von den Menschen mit abnehmender Sensitivität – und zwar wesentlich stärker, als man sich das vorstellen kann – wahrgenommen, sprich diskontiert. Klar, dass man heute als Raucher nicht gerne auf eine Zigarette verzichtet, obgleich dies langfristig gesünder ist; sich zu sagen: „Morgen höre ich auf!“ fällt dagegen viel leichter. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Kalorienverbrauch für Übergewichtige oder aber auch mit dem Konsumverzicht in der Gegenwart zu Gunsten einer gesicherten Altersvorsorge in der Zukunft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Religion als Hilfestellung</b></p>
<p>Mit welcher Tugend könnte man der Todsünde der Trägheit begegnen? Den sieben Lastern wurde im Mittelalter immerhin ein Katalog himmlischer Tugenden (nach Aurelius Prudentius) gegenübergestellt. Gegen Faulheit soll demnach eine Portion Fleiß helfen. Heute sollte man vielleicht Fleiß durch Disziplin ersetzen. Und Disziplin erreicht man vor allen Dingen durch Pläne, aber, was noch wichtiger ist, vor allem auch durch deren Einhaltung. Mehr noch aber sollte man stets im Auge behalten, was einen langfristig glücklich machen könnte. Denn in mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich nicht zu entscheiden kurzfristig zwar als angenehmer empfunden wird, als eine Entscheidung zu treffen, langfristig sich aber derjenige glücklicher fühlt, der ein Problem angepackt hat, statt nichts zu tun.</p>
<p>Einen strukturierten Handlungsplan bietet übrigens auch die Religion, von der der Kanon der Todsünden ja ursprünglich stammt. Auch setzt die Religion andere Referenzpunkte, bietet einen Neubeginn an sowie, gerade in einer Zeit der Orientierungslosigkeit, ein Gerüst der Traditionen und der immer wiederkehrenden Feiertage. Und gerade diese können für Entscheider in jedweder Hinsicht einen Freiraum eröffnen, um innehalten und mit den erlittenen Verlusten Frieden machen zu können.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Dieses Thema war am 28. Juni 2013 Gegenstand des dritten Teils einer Trilogie für WGZ cognitrend WebTV</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/todsunde-tragheit/">Todsünde Trägheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Ein unmoralisches Vorhaben</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/ein-unmoralisches-vorhaben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 13:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Falls das Gesetzvorhaben Nr. 19 in Kalifornien tatsächlich in Kraft treten sollte, wäre sowohl der Besitz als auch der Handel mit Cannabis in Zukunft legal. Und da in den USA Wahlen vor der Tür stehen, wird „Prop 19“ der Wählerschaft zur Abstimmung vorgelegt – allerdings mit ungewissem Ausgang. Denn die bisherigen Umfragen zeigen wahrlich ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Falls das Gesetzvorhaben Nr. 19 in Kalifornien tatsächlich in Kraft treten sollte, wäre sowohl der Besitz als auch der Handel mit Cannabis in Zukunft legal. Und da in den USA Wahlen vor der Tür stehen, wird „Prop 19“ der Wählerschaft zur Abstimmung vorgelegt – allerdings mit ungewissem Ausgang. Denn die bisherigen <span id="more-547"></span>Umfragen zeigen wahrlich ein gemischtes Bild, aber nicht ohne eine gewisse Polarisierung: Die jungen Wähler sind mehrheitlich für das Gesetz, die älteren dagegen. Auch zwischen den Parteien ist eine Kluft zu verzeichnen. Während die Republikaner  mehrheitlich gegen die Freigabe von Cannabis sind, stehen die Demokraten eher auf der anderen Seite. Genauso wie eine Trennungslinie zwischen Frauen (dagegen) und Männern (dafür) verläuft. Ja, selbst zwischen dem überwiegend ablehnenden Süden und dem befürwortenden Norden Kaliforniens war bislang ein deutlicher Unterschied feststellbar.</p>
<p>In diesem Zusammenhang mag es interessant sein, dass beim Wettanbieter InTrade.com die Quote, die für eine Annahme dieses Gesetzes vor knapp vier Wochen noch bei stolzen 75 Prozent lag, bis heute auf 35 Prozent geschrumpft ist – die Tendenz bei entsprechenden Umfragen war ähnlich und zeigt immer weniger Unterstützung für das Gesetz.</p>
<p>Natürlich dürften auf den ersten Blick die monetären Aspekte dieses Gesetzesvorhabens bei den Stimmberechtigten überwogen haben. Angesichts eines geschätzten Defizits von mehr als 26 Mrd. Dollar sind Steuern auf den Verkauf von Marihuana und die damit einhergehenden deutlichen Einsparungspotenziale bei den Gesetzeshütern ein schlagendes Argument. Allerdings verbunden mit einem großen Wermutstropfen. Denn im Gegenzug  müssten sich die Kalifornier in Zukunft an jeder Straßenecke mit Cannabisläden anfreunden.</p>
<p>Wie aber konnte es zu einer solch starken Verschiebung bei den Umfragen kommen? Aus der sicheren zeitlichen Distanz von vier Wochen mag ein um jährlich 1,4 Mrd. Dollar aus Cannabis-Steuern verringertes Staatsdefizit tatsächlich die Nachteile eines legalisierten Haschisch-Geschäfts mehr als ausgleichen – beide Verluste liegen in der Zukunft und werden daher kräftig diskontiert.</p>
<p>Spätestens aber am Wahltag selbst dürfte sich diese Wahrnehmung bei den meisten Menschen jedoch geändert haben. Die Eröffnung der Haschisch-Läden stünde dann nämlich mit der Abgabe des Stimmzettels und des Kreuzes am richtigen Fleck unmittelbar bevor. Also ein Verlust mit voller Wirkung, während die Verringerung des Staatsdefizits immer noch weit (und stark diskontiert) in der Zukunft läge. Kein Wunder also, wenn es bei den Wählern zu einer Präferenzumkehr kommt. Eigentlich müsste die Quote für eine entsprechende InTrade-Wette bei Null liegen.</p>
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		<title>Rettet den Planeten – mit Elektroautos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 13:21:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist immer schon schwer gewesen, den Menschen Opfer zum langfristigen Wohl unserer Erde abzuringen. Zumal Verluste im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Mal stärker als Gewinne in gleicher Höher bewertet werden. Eine Erkenntnis, die selbst dann Gültigkeit besitzt, wenn es um unsere Umwelt geht. Diese Tendenz wird sogar noch verstärkt, wenn Verluste und Gewinne zeitlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist immer schon schwer gewesen, den Menschen Opfer zum langfristigen Wohl unserer Erde abzuringen. Zumal Verluste im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Mal stärker als Gewinne in gleicher Höher bewertet werden. Eine Erkenntnis, die selbst dann Gültigkeit besitzt, wenn es um unsere Umwelt geht. Diese Tendenz <span id="more-457"></span>wird sogar noch verstärkt, wenn Verluste und Gewinne zeitlich auseinanderliegen. Denn wir neigen dazu, positive Ergebnisse einer Entscheidung selbst dann deutlich abzuwerten, wenn sie bereits in der nahen Zukunft liegen. Und weil wir außerdem eine Abneigung gegen Ereignisse mit ungewissem Ausgang haben, erfahren jene noch einmal eine zusätzliche Wertminderung. Folglich wird der Nutzen in der Zukunft liegender und mit Ungewissheit behafteter Gewinne drastisch verringert, während wir sofort fällige Kosten in der Gegenwart in voller Stärke wahrnehmen.</p>
<p>Genau deswegen tun sich Menschen so schwer, fürs Alter privat vorzusorgen. Denn die Erträge einer in der fernen Zukunft liegenden monatlichen Rente vermögen oftmals nicht den Schmerz auszugleichen, den ein Verzicht auf Konsum in der Gegenwart mit sich bringt. Selbst wenn die dafür winkende Altersrente über Jahrzehnte durch akkumulierte (zugegebenermaßen unsichere) Zinserträge und Steuervorteile deutlich gesteigert werden kann.</p>
<p>Und so dürfte es auch kaum überraschen, wenn einer jüngsten Nielsen/FT-Umfrage zufolge Verbraucher nicht bereit sind, für ein Elektroauto mehr als für einen herkömmlichen Wagen zu bezahlen. Da mögen selbst gut gemeinte staatliche Öko-Zuschüsse fehlschlagen, wenn jene  den Kaufpreis für das sauberere Auto nur marginal verringern. Tatsächlich müssten derartige Subventionen so hoch sein, dass sie die Anschaffungskosten für ein Elektroauto unter die eines konventionell angetriebenen Kraftfahrzeugs drücken. Denn gute Aussichten für eine sauberere Zukunft und langfristig niedrigere Energiekosten alleine dürften kaum ausreichen, jemanden zum Kauf eines alternativ betriebenen PKW zu bewegen.</p>
<p>„Und wer bezahlt das alles?“ werden Sie jetzt sicherlich fragen. Auch der Staat kann sich natürlich Diskontierungseffekte zunutze machen. Denn nicht nur zukünftige Gewinne, sondern auch in der Zukunft liegende Kosten werden von den Menschen drastisch abgewertet. Man denke nur an die Bafög-Kredite, die Studenten zur Finanzierung ihres Studiums angeboten bekommen. Ein Darlehen, das sich zunächst wie eine drückende Last für die Zukunft ausnimmt, sieht doch gleich viel weniger dramatisch aus, wenn man bedenkt, dass die Rückzahlung der Schuld erst am Ende des Studiums und nur dann beginnt, wenn eine Arbeit mit ausreichendem Einkommen zur Tilgung des Kredits gefunden worden ist. Also ein Ereignis, das erst in der fernen Zukunft liegt und zudem auch noch – weil an eine Bedingung geknüpft – ungewiss ist. Gleichermaßen könnte sich der Staat die Investitionszuschüsse von heute in ein paar Jahren durch zusätzliche Abgaben auf alternative Energien wieder zurückholen. Der Verbraucher jedenfalls würde dies verkraften, vor allem wenn noch niemand weiß, ob überhaupt und auf welche Weise solche Verluste einmal zu Buche schlagen werden.</p>
<p><em> </em></p>
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