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	<title>Szenariodenken Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 06 Sep 2017 15:54:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Matrizen, Mutmaßungen und Mythen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Sep 2017 15:53:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[200-Tage Linie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es hat mich doch erstaunt, welche Art von Research ich während der vergangenen Tage von verschiedenen Analysten auf den Tisch bekommen habe. Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Nachdem der DAX in der vergangenen Woche wie vielerorts angekündigt oder befürchtet seine 200-Tage-Linie von oben nach unten (nach gängiger Lesart gleichbedeutend mit einem Verkaufssignal, vgl. auch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9636 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/09/Senti_06092017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Es hat mich doch erstaunt, welche Art von Research ich während der vergangenen Tage von verschiedenen Analysten auf den Tisch bekommen habe. Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Nachdem der DAX in der vergangenen Woche wie vielerorts angekündigt oder befürchtet seine 200-Tage-Linie von oben nach unten (nach gängiger Lesart gleichbedeutend mit einem Verkaufssignal, vgl. auch meinen Kommentar zu diesem Mythos: <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2017/08/30/wiederbelebter-mythos/" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;"><strong>HIER</strong></span></a>) und nur 48 Stunden später wieder von unten nach oben durchstoßen hatte (Kaufsignal, Basis Schlusskurs, tatsächliche Exekution meist schlechter), ergab sich erwartungsgemäß ein Verlustsignal. Aber heute Morgen muss ich erneut diesen fürchterlichen Unsinn lesen, wonach es für den DAX möglicherweise wieder zappenduster aussähe, wenn die 200-Tage-Linie (heute bei 12.045 DAX Zählern) ihre Unterstützung versagen und überdies die runde 12.000er Marke kurz danach zur Disposition stünde. Ob es wohl dieses Mal klappt?</p>
<p>Zum zweiten bekomme ich Überlegungen präsentiert, was wohl dem Euro nach der morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank alles passieren könnte. Folgende Szenarien befinden sich derzeit vielerorts im Angebot. Wird EZB-Präsident Mario Draghi</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>a)     &#8230;wohl eine Ankündigung oder nur versteckte Andeutung machen, ob – sofern die ökonomischen Voraussetzungen gegeben sind – bei der darauffolgenden Zusammenkunft des EZB-Rats am 26. Oktober über einen sanften Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm entschieden wird?</p>
<p>oder</p>
<p>b)     werden bereits Morgen Nägel mit Köpfen gemacht und direkt eine geldpolitische Wende eingeläutet (unwahrscheinlich)?</p>
<p>oder sagt …</p>
<p>c)     &#8230;Draghi gar nichts zu diesem Thema?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und dann lese ich sinngemäß:</p>
<p>Wenn a) geschieht, dann könnte der Euro steigen</p>
<p>wenn b) eintritt, dann könnte der Euro ganz besonders stark steigen und</p>
<p>Wenn c) geschieht, könnte die Gemeinschaftswährung – weil dann alle enttäuscht sind – ganz deutlich fallen.</p>
<p>Das ganze natürlich unter der Voraussetzung, dass auf dieser Welt sonst nichts Dramatisches (Stichwort: Nordkorea, USA) passiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht ist es Ihnen genauso ergangen wie mir. Was im Idealfall wie eine simple Entscheidungsmatrix aussieht, ist an viele andere Bedingungen geknüpft. Bedingungen, durch die sich die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser einfach aussehenden Szenarien mit jedem hinzukommenden Element weiter verringert. Denn es muss in einem solchen Szenario nur eine Voraussetzung nicht eintreffen, Mario Draghi sich (und das ist nicht unwahrscheinlich) nicht ganz klar ausdrücken oder eine Entscheidung unter weiteren Bedingungen ankündigen, und das ganze analytische Kartenhaus bricht zusammen. Was mag erst geschehen, wenn der Markt bereits vor der Zentralbanksitzung positioniert ist? Angesichts der Informationsvielfalt an den Finanzmärkten lieben wir scheinbar simple Szenarien – was allerdings mit dem Nachteil verbunden ist, dass wir angesichts der tatsächlichen Komplexität dessen, was geschehen könnte, nur einen ganz winzigen Ausschnitt sehen können.</p>
<p>Relativ einfach ist indes die Umfrage der Börse Frankfurt, die diese allwöchentlich mit ihren Investoren veranstaltet. Das Ergebnis und meinen Kommentar dazu finden Sie A) schriftlich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Doppelte-Bestrafung-2300705" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> oder B) als Video-Interview <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LGKVvyzFUpE" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">DORT</span></strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mal wieder Abgeschaltet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 16:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Hitliste]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsverarbeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Sonntagabend hatte ich mich richtig glücklich geschätzt, eine ausgezeichnete Inszenierung des Rosenkavaliers von Richard Strauss in der Frankfurter Oper genießen zu dürfen, statt mich mit dem Ergebnis des Referendums im griechischen Schuldendrama herumschlagen zu müssen. Und als ich in aller Herrgottsfrühe am darauffolgenden Morgen an meinem Schreibtisch die vielen Kommentare und Analysen durcharbeitete, fühlte ich mich angesichts der Informationsmenge schon fast ein bisschen hilflos. Ich gewann den Eindruck, dass in jeder Investmentbank, die etwas auf sich hielt, mindestens zwei Conference Calls zum Thema Griechenland für die Kunden abgehalten wurden. Um dann letztlich nur eine, zwei oder drei der unzähligen Facetten zu beleuchten, die sich aus den Folgen des „Nein“ der Griechen zum Reformprogramm ergeben könnten. Szenarien, die aufgrund der Verkettung ihrer zugrundeliegenden miteinander verbundenen Informationseinheiten ohnehin nur eine geringe Wahrscheinlichkeit haben dürften, tatsächlich einzutreten. Mit anderen Worten: Mir ist wahrscheinlich wie vielen anderen Marktteilnehmern bei all dem teils (unnötigen) Aktionismus alles zu viel geworden –</p>
<p>Ich habe abgeschaltet.</p>
<p>Und dann fiel mir siedend heiß ein, dass schon wieder ein Quartal vorübergezogen ist, weswegen eine kleine Rückschau angesagt war, welche Themen in unserem Blog in den vergangenen drei Monaten besonders häufig abgerufen wurden. Dabei hat sich die im ersten Quartal bereits begonnene Tendenz unter den Lesern fortgesetzt, sich nicht wie früher vornehmlich für Marktthemen zu interessieren. So brachte es etwa der Beitrag „<em><u><a href="https://www.joachim-goldberg.com/billig-billig-uber-alles/">Billig, billig, Uber alles</a>…</u>“</em> (16. Juni) auf den dritten Platz der meistgelesenen Blogs, der sich mit den Folgen des Dumpings bis hin zum Negativ-Lohn auseinandersetzt.</p>
<p>Das Thema Glück scheint in den vergangenen Monaten immer mehr im Kommen zu sein, was sich auch im Beitrag vom 5. Mai „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/was-uns-angeblich-gluecklich-macht/">Was uns (angeblich) glücklich macht</a>“</em> zeigt, der Platz zwei unserer internen Hitliste belegte. Mit Abstand die meisten Leser zog jedoch „<em><a href="https://www.joachim-goldberg.com/aufs-falsche-gleis-gestupst/">Aufs falsche Gleis gestupst</a>“ </em>an, der sich mit den Tücken der mentalen Kontoführung beschäftigt und wieder einmal meinen alten Grundsatz bestätigt, dass Wohlbefinden Geld kostet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mal-wieder-abgeschaltet/">Mal wieder Abgeschaltet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Pacta sunt servanda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2015 14:46:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Szenariodenken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wochenverlauf bis zum heutigen Aschermittwoch kann durchaus als große Enttäuschung bezeichnet werden, wenn man alleine die Entwicklung in der Ukraine oder das Griechenland-Drama betrachtet. Was mich dabei immer wieder umtreibt: Mit welcher Nonchalance Politiker Abmachungen und Verträge vom Tisch wischen. Sei es ein vereinbarter Waffenstillstand oder ein Schuldenabkommen. Aber auch im Kleinen, in unserem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wochenverlauf bis zum heutigen Aschermittwoch kann durchaus als große Enttäuschung bezeichnet werden, wenn man alleine die Entwicklung in der Ukraine oder das Griechenland-Drama betrachtet. Was mich dabei immer wieder umtreibt: Mit welcher Nonchalance Politiker Abmachungen und Verträge vom Tisch wischen. Sei es ein vereinbarter Waffenstillstand oder ein Schuldenabkommen. Aber auch im Kleinen, in unserem Alltag, scheint gerade im Zuge der permanenten Selbstoptimierung mit zunehmendem Maße eine Haltung hoffähig zu werden, Versprechen nicht einhalten zu müssen. Der Grundsatz „pacta sunt servanda“ („Verträge sind einzuhalten“) gilt anscheinend immer nur bei einigermaßen gleich starken Partnern.</p>
<p>Gerade was den Disput zwischen der Eurozone und Griechenland angeht, wird immer wieder gerne die Spieltheorie angeführt, mit der sich der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis so gut auskennen soll. Aber viele Ökonomen und Analysten sind auch so längst dem Schluss gekommen, dass man selbst vor einem „Grexit“, einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone, keine Angst haben müsse. Offenbar hat man alle möglichen Szenarien, die sich aus dem Streit zwischen Griechenland und der Eurozone entwickeln könnten bereits durchgespielt, wodurch zumindest unser Kontrollbedürfnis zunächst einmal gestillt zu sein scheint. Dabei sollte doch klar sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur eines dieser Szenarien, die wir uns heute vorstellen können, tatsächlich so eintritt, gegen Null tendiert.</p>
<p>Fast könnte man den Eindruck bekommen, dass die institutionellen Anleger hierzulande diese Erkenntnis beherzigen und sich derzeit bei Aktienkäufen zurückhalten. Aber ich glaube, dies hat andere Gründe. Welche, habe ich in meinem heutigen Kommentar zur jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt (<span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+am+aschermittwoch+ist+nichts+vorbei+79592">HIER</a></strong></span>) dargelegt.</p>
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		<title>Das Gold Destruction Team (GDT)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 08:40:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoins]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Gold-Crash]]></category>
		<category><![CDATA[Plunge Protection Team]]></category>
		<category><![CDATA[Szenariodenken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Ich besitze schon seit einigen Monaten kein Gramm Gold mehr. Im Zweifel könnte man mich also als voreingenommen bezeichnen. Man könnte mir sogar unterstellen ich würde den Gold-Crash der vergangenen Tage mit einer gewissen Genugtuung sehen. Aber ich bin weit entfernt davon. Vielmehr beunruhigt mich, wie wenig Erhellendes von den Experten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-gold-destruction-team-gdt/">Das Gold Destruction Team (GDT)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Ich besitze schon seit einigen Monaten kein Gramm Gold mehr. Im Zweifel könnte man mich also als voreingenommen bezeichnen. Man könnte mir sogar unterstellen ich würde den Gold-Crash der vergangenen Tage<span id="more-6003"></span> mit einer gewissen Genugtuung sehen. Aber ich bin weit entfernt davon. Vielmehr beunruhigt mich, wie wenig Erhellendes von den Experten zu den Ursachen dieser dramatischen Verkaufsorgie beigetragen wurde. Dass die Inflation zumindest in der nahen Zukunft nicht kommen wird, ist eigentlich nicht erst seit gestern offenkundig. Auch glaube ich nicht, dass eine chinesische Wachstumszahl, die 0,3 Prozent unter den Erwartungen der Ökonomen lag, zypriotische Goldverkäufe oder die Vermutung, die US-Notenbank werde ihre quantitativen Lockerungsprogramme in Bälde zurückführen, für den stärksten Kurseinbruch seit 30 Jahren beim gelben Metall ursächlich war.</p>
<p>Stutzig wurde ich allerdings, als ich im Internet <a title="" href="#_ftn1">[1]</a> auf einen Beitrag stieß, wonach ein Mitglied der früheren Reagan-Administration, Paul Craig Roberts äußerte, die Fed stecke hinter dem jüngsten Goldpreis-Crash. Denn 500 Tonnen Gold seien in Form von Leerverkäufen auf den Markt gelangt, was bei den Kursen vom Freitagvormittag einem Gegenwert von rund 24,8 Milliarden US-Dollar entsprochen hätte – eine Transaktion, die nur eine Notenbank wie die der USA durchführen könne. Wenn man dann auch noch liest<a title="" href="#_ftn2">[2]</a>, dass unter US-Präsident Ronald Reagan im März 1988 das berüchtigte Plunge Protection Team (PPT) ins Leben gerufen wurde, um durch Interventionen Abstürze im US-Aktienmarkt zu verhindern, sah ich mich schon einer neuen Verschwörungstheorie ausgesetzt. Klar, wenn es eine solche Arbeitsgruppe tatsächlich gegeben haben soll, dann wäre es ein Leichtes eine entsprechende Gruppe auch für die Kontrolle des Goldmarktes zu gründen. Womöglich unter dem Namen Gold Destruction Team (GDT).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fed als Sündenbock</b></p>
<p>Aber diese Theorie ist klingt, weil anhand einfacher Szenarien erklärt, so glaubhaft, dass selbst ich plötzlich ins Grübeln gekommen bin. Natürlich! Zur Verteidigung des Dollar-Geldsystems muss man den Markt in Verruf bringen, den die Anleger als Alternative, als sicheren Hafen betrachten. Früher hat man so etwas auf plumpe und daher wenig populäre Weise durchgezogen, indem man zeitweise den Besitz von Gold verbot, aber derlei konfiszierender Maßnahmen bedarf es eigentlich gar nicht. Stattdessen bringt man den Goldmarkt durch massive Verkäufe in Misskredit. Ein Schelm ist, wer da weiter spekuliert: Der jüngste Crash bei den Bitcoins (gerne wird diese virtuelle Währung mit Gold verglichen) könnte ebenfalls durch die US-Notenbank ausgelöst worden sein. Indem sie womöglich klammheimlich schon vor vielen Monaten zur Portfoliodiversifikation vorsichtshalber auch Bitcoins gekauft hat, um sie am Höhepunkt der Blase (natürlich über Strohmänner) in einen umsatzschwachen Markt zu werfen.</p>
<p>Jetzt werden mir wahrscheinlich einige meiner Leser sagen, ich sei nicht besser als all die anderen Verschwörungstheoretiker. Ich bin mir auch nicht sicher ob diese Geschichten stimmen. Aber sollten dieser wider Erwarten doch richtig sein, kann die Konsequenz doch nur lauten: „Don’t fight the Fed“ – leg‘ dich nicht mit der US-Notenbank an! Will heißen: Gold und Bitcoins zu besitzen mag zwar ein Gefühl relativer Sicherheit zum Schutz des eigenen Vermögens vermitteln. Aber es handelt sich um eine Versicherung, die sich bei falschem Timing als sehr kostspielig herausstellen könnte. Gold und Bitcoins, die im schlimmsten Fall keiner mehr haben möchte.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Vgl. <a href="http://www.paulcraigroberts.org/2013/04/13/assault-on-gold-update-paul-craig-roberts/">http://www.paulcraigroberts.org/2013/04/13/assault-on-gold-update-paul-craig-roberts/</a> bzw.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a>  Vgl.<a href="http://www.goldreporter.de/ex-regierungs-mitglied-die-fed-steckt-hinter-dem-goldpreis-crash/gold/31871/">http://www.goldreporter.de/ex-regierungs-mitglied-die-fed-steckt-hinter-dem-goldpreis-crash/gold/31871/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-gold-destruction-team-gdt/">Das Gold Destruction Team (GDT)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Brandherde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 12:48:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Normabweichung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Status-quo-Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Szenariodenken]]></category>
		<category><![CDATA[Verbundene Wahrscheinlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wenn es irgendwo auf dem Globus eine schwerwiegende Krise gibt, sind die Kommentatoren schnell geneigt, von drohenden Ansteckungsgefahren zu sprechen. So geschehen etwa bei der Krise in der Eurozone. Dabei wird immer wieder gerne das Bild des Domino-Effekts bemüht,  also eine Verkettung von Ereignissen die aufeinander beruhen. Solche Szenarien, sind auf der einen Seite [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/brandherde/">Brandherde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wenn es irgendwo auf dem Globus eine schwerwiegende Krise gibt, sind die Kommentatoren schnell geneigt, von drohenden Ansteckungsgefahren zu sprechen. So geschehen etwa bei der Krise in der Eurozone. <span id="more-809"></span>Dabei wird immer wieder gerne das Bild des Domino-Effekts bemüht,  also eine Verkettung von Ereignissen die aufeinander beruhen. Solche Szenarien, sind auf der einen Seite sehr eingängig, sehen logisch und bildhaft aus und werden mit jedem Detail leichter vorstellbar und so für immer wahrscheinlicher gehalten. Auf der anderen Seite wird leider vergessen, dass mit Hinzufügen jedes weiteren Puzzleteils die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Szenarios sinkt – es handelt sich um so genannte verbundene Wahrscheinlichkeiten<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a>.</p>
<p>Der jüngste Sturz des tunesischen Machthabers hat bei vielen Kommentatoren zu ähnlichen Gedankengebäuden geführt. Nach dem Motto: Wenn es in einem Land des Maghreb Aufstände gibt, wirkt dies wie ein Flächenbrand. Wenn man sich indes den eigentlichen Auslöser für den Aufstand der tunesischen Bevölkerung, eine Selbstverbrennung, vor Augen hält, muss man sich natürlich fragen, warum es anderswo bis dahin nicht ebenfalls schon längst zu Aufständen mit Umstürzen gekommen war. Etwa in Marokko oder Algerien, wo Selbstverbrennungen bis dato keine vergleichbaren Reaktionen ausgelöst hatten.</p>
<p>Ganz anders liegen indes die Dinge in Ägypten. Hier waren nicht notwendigerweise zu hohe Lebensmittelpreise die Ursache für die jüngsten Aufstände, die mit einem Male eine Größenordnung annehmen, die bislang für dieses Land undenkbar waren. Die Menschen hatten ihren Herrscher und die damit verbundene Herrschaftsform jahrzehntelang als etwas Normales akzeptiert – ein Status quo, an dem nur wenige während all der Zeit rütteln wollten. Veränderungen im Machtgefüge des Landes waren für eine große Mehrheit undenkbar.</p>
<p>So gesehen, hatten die Ereignisse in Tunesien per se nichts Ansteckendes. Nein, es war keine Selbstverbrennung eines Menschen, die einen Domino-Effekt ausgelöst hätte. Aber die Vertreibung ihres einstigen Präsidenten Ben Alí hat bei vielen Ägyptern offenbar zu einer Veränderung ihres Wahrnehmungsspektrums geführt: Es wurden Handlungsalternativen vorstellbar, die über Jahre hinweg im Bewusstsein der Menschen verschüttet gewesen sein müssen. Auch weil mit dem Festhalten am Status quo eine gewisse Schicksalsergebenheit, Trägheit oder auch Bequemlichkeit verbunden war. Jetzt hat man offenbar gesehen, dass es auch anders gehen kann. Und dieses &#8222;anders gehen&#8220; muss einen so starken positiven Eindruck hinterlassen haben, dass immer mehr Menschen trotz der damit verbundenen Gefahren für Leib und Leben, bereit sind, sich von jenem Status quo zu lösen. Einem immerhin mächtigen Bezugspunkt, mit dessen Aufgabe, psychologisch betrachtet, auch noch eine hohe Normabweichung einhergeht, solange die Proteste nur von wenigen getragen werden. Die Not muss schon groß gewesen sein, um dem Umdenken Taten folgen zu lassen. Demonstrationen, deren Erfolg nicht einmal gewiss ist.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> So hätte etwa ein Szenario, das aus fünf voneinander abhängenden Ereignissen mit einer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit von jeweils 80%, besteht, insgesamt nur eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 0,8<sup>5</sup> = 32,8 Prozent.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/brandherde/">Brandherde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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