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	<title>Referenzpunkt Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Sun, 07 Mar 2021 10:46:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ungetrübter Anleihetrend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2021 10:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[US-Anleiherenditen]]></category>
		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Abverkauf der US-Staatsanleihen hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt und dafür gesorgt, dass etwa die Rendite der Papiere mit zehnjähriger Fälligkeit mit 1,625 Prozent erwartungsgemäß schnell ein neues Jahreshoch markierten. Dies bedeutet einen Anstieg von rund 0,7 Prozenpunkten seit Jahresbeginn, und selbst inflationsbereinigt bleibt ein Plus von rund 42 Basispunkten für diesen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Abverkauf der US-Staatsanleihen hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt und dafür gesorgt, dass etwa die Rendite der Papiere mit zehnjähriger Fälligkeit mit 1,625 Prozent erwartungsgemäß schnell ein neues Jahreshoch markierten. Dies bedeutet einen Anstieg von rund 0,7 Prozenpunkten seit Jahresbeginn, und selbst inflationsbereinigt bleibt ein Plus von rund 42 Basispunkten für diesen Zeitraum übrig. Und das Allerbeste daran: Selbst die US-Notenbank scheint kein Problem damit zu haben, dass sich die Renditen mit einer doch veritablen Geschwindigkeit erhöhen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verordnetes Schweigen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nicht nur Fed-Chef Jerome Powell, sondern auch viele seiner Kolleg*innen im Offenmarktausschuss (FOMC) haben den Akteuren vermittelt, dass dieser Renditeanstieg in erster Linie doch ein Spiegel der verbesserten ökonomischen Erwartungen sei. Und im besten Fall konnte man es als Bedenken bei einigen Fed-Entscheidern (aber längst nicht bei allen) werten, dass sie ankündigten, ein Auge auf etwaige unangemessene Entwicklungen am Anleihemarkt zu haben. Nun werden wir bis zum Ende der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am 17. März wegen der Schweigephase (blackout period) nichts mehr von Fed-Offiziellen zu hören bekommen, was einem weiteren Anstieg der Renditen im Wege stehen könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aktienmärkte halbwegs davongekommen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin scheinen in der vergangenen Woche die Teilnehmer an den Aktienmärkten mancherorts Sorgenfalten auf der Stirn bekommen zu haben, als sie einem weiteren Anstieg der Anleiherenditen zusehen mussten, die im Zehnjahresbereich am vergangenen Freitag fast ein Plus von einem Viertelprozent innerhalb einer Woche zeitigten. Dass es bei den damit zusammenhängenden Kursverlusten beim S&amp;P 500 nicht geblieben ist, dürfte dem Arbeitsmarktbericht zu verdanken sein, der am vergangenen Freitag publiziert wurde: Am Ende stand ein winziges Wochenminus, und selbst die besonders unter die Räder gekommene Nasdaq konnte rund die Hälfte ihres zwischenzeitlichen Verlusts von rund 6,9 Prozent wieder wettmachen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Arbeitsmarkt beflügelt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So ergab sich bei den neu geschaffenen Stellen im Nichtagrarbereich ein Zuwachs von 379 Tsd. im Februar, das ist etwa doppelt so viel, wie die Ökonomen im Mittel erwartet hatten. Dies allein war schon für viele Kommentatoren ein Grund zum Feiern, ganz zu schweigen von der respektablen Aufwärtsrevision der Januar-Zahl von ursprünglich mageren 49 Tsd. auf 166 Tsd. neu geschaffene Stellen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bei all diesen Beobachtungen spielt die Wahl des Referenzpunktes eine nicht unerhebliche Rolle. Soll man tatsächlich die Mittelwerte bei der Schätzung nehmen? Oder doch besser die Bandbreite aller Prognosen? Die lag für Februar immerhin zwischen -50 Tsd. und +500 Tsd. Stellen. Aber auch so gesehen sieht das publizierte Datum jedenfalls sehr ordentlich aus. Aber wie immer gibt es natürlich auch ein Aber. Denn ein Kommentator berechnete, dass es selbst bei einer linearen Fortschreibung der neu geschaffenen Stellen vom Februar bis zum April 2023 dauern würde, um wieder auf das Niveau vom Februar 2020, also vor Corona, zu gelangen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Erhöhte Prognosen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende sollte es jedenfalls nicht verwundern, dass manche Analysten ihre Prognosen für die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen nach oben korrigiert haben. Ob da ein Wert von beispielsweise 2 Prozent bis zum Jahresende angesichts der vorgelegten Trendgeschwindigkeit nicht schon ein bisschen zu konservativ aussieht?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die Rendite besagter Papiere am Freitag nicht am Tageshoch, sondern 7 Basispunkte niedriger schloss, zeigt indes, dass die Nachfrage an diesen Anleihen auf jenem Niveau zu steigen scheint. Insbesondere, wenn man den Verlauf des Dollar betrachtet. Dieser legte nämlich allein gegenüber dem Euro den größten Wochengewinn seit Ende Oktober 2020 hin und drückte die Gemeinschaftswährung kurzzeitig marginal unter das untere Ende unserer angedeuteten Seitwärtsentwicklung zwischen nunmehr <strong>1,1895/90</strong> (modifiziert) und 1,2250. Dabei bleibt der Euro gegenüber dem Greenback weiterhin unter Druck – zumindest, solange nun <strong>1,2020/25</strong> nicht überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Wie ein Sonderangebot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2021 10:42:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Runde Zahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die abgelaufene Handelswoche war im Wesentlichen durch die Ereignisse vom vergangenen Donnerstag gekennzeichnet. Bis dahin erlebten die Akteure mit der US-Notenbank nämlich mental eine Art Round-Trip, der genau genommen dort endete, wo er vor etwas über einem Monat begonnen hatte. Vor allem zu Wochenbeginn gab es unter den Kommentatoren angesichts der deutlich gestiegenen Renditen an den US-Anleihemärkten Diskussionen, ob die Fed sich womöglich motiviert sehen könnte, bereits in diesem Jahr ihre ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die abgelaufene Handelswoche war im Wesentlichen durch die Ereignisse vom vergangenen Donnerstag gekennzeichnet. Bis dahin erlebten die Akteure mit der US-Notenbank nämlich mental eine Art Round-Trip, der genau genommen dort endete, wo er vor etwas über einem Monat begonnen hatte.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12963" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/18012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vorwärts …</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vor allem zu Wochenbeginn gab es unter den Kommentatoren angesichts der deutlich gestiegenen Renditen an den US-Anleihemärkten Diskussionen, ob die Fed sich womöglich motiviert sehen könnte, bereits in diesem Jahr ihre Anleihekäufe zurückzufahren. Diese Fantasien wurden nicht nur durch die Befürchtung, eine zügellose US-Schuldenpolitik könnte womöglich zu einem Anstieg der Inflation führen, befeuert. Vielmehr waren es auch einige Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank (FOMC), die sich mit einem Male bereits im Laufe dieses Jahres ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik vorstellen konnten – der Begriff Tapering, das schrittweise Zurückfahren der Anleihekaufprogramme, machte mit einem Mal die Runde. Zumindest hatte es den Anschein, dass man demnächst zumindest über ein Tapering ernsthaft diskutieren wollte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… und zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei hatte Fed-Chef Jerome Powell erst wenige Wochen zuvor fast händeringend klarzumachen versucht, dass sich die US-Wirtschaft ohne ein Stimulus-Programm der Fiskalpolitik nicht erholen könne. So gesehen war es kein Wunder, dass Powell diesen Spekulationen in seiner Rede am vergangenen Donnerstagabend (MEZ) zumindest ein vorläufiges Ende setzte und die Investoren daran erinnerte, dass die ultralockere Geldpolitik noch für lange Zeit vorherrschen würde. Es sei angesichts der Tatsache, dass die US-Wirtschaft die Ziele der Fed bei weitem noch nicht erreicht habe, jetzt nicht der Zeitpunkt, über einen Ausstieg aus der derzeitigen Geldpolitik zu sprechen, so Powell.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>1,9 statt 2</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun könnte man sagen, dass Powell die Geister, die einige seiner Kollegen riefen, möglicherweise nicht mehr los wird. Zumindest reagierten die Finanzmärkte kaum auf die Ausführung des Fed-Präsidenten, was aber eher daran gelegen haben mag, dass kurze Zeit später die Eckpunkte für das Stimulus-Programm des designierten US-Präsidenten Joe Biden bekannt wurden. Ein Programm, dessen Volumen von den Akteuren aufgrund eines Medienberichts zunächst mit 2 Billionen USD beziffert wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende stellte Joe Biden aber „nur“ ein Programm mit einem Volumen von 1,9 Billionen USD vor, was ich am Freitag (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/15/gute-anker-schlechte-anker/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) noch als unwesentliche Abweichung vom ursprünglichen Referenzpunkt 2 Billionen USD leicht heruntergespielt hatte. Die Finanzmarktteilnehmer mögen indes tatsächlich enttäuscht gewesen sein. Nicht nur weil 1,9 gegenüber 2 Billionen als relativer Verlust wahrgenommen wurden, sondern weil ein Preisschild mit einer 1,9 gegenüber 2 wie ein Sonderangebot aussieht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Unterschätzter Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kein Wunder also, dass es an den Aktienmärkten zu den gern in diesem Zusammenhang zitierten Gewinnmitnahmen kam und sich auch eine gewisse Risikoaversion breitmachte. Garniert von zahlreichen Kommentaren, die Joe Bidens Konjunkturpaket in seine Einzelteile zerpflückten und letztlich genauso wie die Finanzmarktteilnehmer von anfänglichem Optimismus bis hin zur Sorge, das Paket könne womöglich zu einer Überhitzung der US-Wirtschaft führen, (vgl. etwa Larry Summers<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><strong>[<span style="color: #000000;">1</span>]</strong></a>) dieses kritisch hinterfragten. Um am Ende festzustellen, dass der tatsächliche Betrag vielleicht gar nicht so hoch ausfallen könnte wie ursprünglich gedacht. Nicht zuletzt, wie ich an dieser Stelle schon in der vergangenen Woche mehrfach betonte, weil die US-Demokraten, um langwierigen Diskussionen<a href="#_ftn2" name="_ftnref2"><strong>[<span style="color: #000000;">2</span>]</strong></a> mit den Republikanern aus dem Weg zu gehen, Kompromisse eingehen werden müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der US-Dollar setzte unterdessen am Freitag seine Erholungstour fort und zeitigte den höchsten Wochengewinn seit Ende Oktober vergangenen Jahres. Das Gleiche gilt umgekehrt für den Euro, der im selben Zeitraum analog nicht nur ähnlich schwach performte, sondern auch noch auf dem tiefsten Kurs der Woche schloss. Sollte die Gemeinschaftswährung im Rahmen weiterer Korrekturen auch noch <strong>1,1990</strong> verletzen, würde dies dem vorherrschenden Aufwärtstrend einen massiven Dämpfer versetzen. Auf der anderen Seite wäre die vorherrschende korrektive Schwäche nunmehr mit Überschreiten von <strong>1,2240 </strong>beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><strong>[1]</strong></a> Larry Summers war in den 1990er Jahren einmal Chef der Weltbank und Regierungsberater unter Barack Obama.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2"><strong>[2]</strong></a> Gemeint ist das sogenannte <em>filibustering</em>, das bei einer Mehrheit von 60 Stimmen im Senat entfallen würde.</span></p>
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		<title>Für viele zu wenig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 04:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[forward guidance]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vermutlich waren es gestern vor allem die Aktienhändler, die von der Europäischen Zentralbank insgeheim mehr erwartet hatten. Denn allein der DAX verlor 1,7 Prozent an Wert, und auch die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks schienen empfindlich auf das gestrige Statement der Zentralbanker reagiert zu haben. Mancherorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1145)</strong>             Vermutlich waren es gestern vor allem die Aktienhändler, die von der Europäischen Zentralbank insgeheim mehr erwartet hatten. Denn allein der DAX verlor 1,7 Prozent an Wert, und auch die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks schienen empfindlich auf das gestrige Statement der Zentralbanker reagiert zu haben. Mancherorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung der Zentralbank gerechnet, aber tatsächlich hat die EZB bei ihrer gestrigen Ratssitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0 und den Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent belassen. Dass die sogenannte Forward Guidance, die vorausschauende Orientierung für die künftige Strategie der Geldpolitik, geändert wurde, schien den Akteuren allerdings nicht genug zu sein. Denn in ihrem Statement vermerkte die EZB, dass der derzeitige oder auch ein niedrigerer Hauptrefinanzierungssatz mindestens über das erste Halbjahr 2020 hinweg beibehalten würde.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10889" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/26072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch schienen die Teilnehmer an den Finanzmärkten wenig beeindruckt, als EZB-Chef Mario Draghi durchblicken ließ, dass die Ratsmitglieder eine ganze Reihe stimulierender Maßnahmen in Betracht ziehen würden: Zinssenkungen, das Festhalten an einer außergewöhnlich lockeren Geldpolitik in den kommenden Jahren bis hin zu einem weiteren Paket quantitativer Lockerungen. Aber eben nicht auf die Schnelle, sondern wahrscheinlich erst im September.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Referenzpunkt nicht erfüllt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Der Referenzpunkt der Investoren lag woanders, vor allen Dingen nach einer Reihe schlechter Wirtschaftsdaten für Deutschland. Eine Zinssenkung am gestrigen Tage wäre wohl nötig gewesen, um die Erwartungen mancherorts zufriedenzustellen. Aber hätte eine Zinssenkung für sich allein betrachtet eine echte Überraschung dargestellt, oder wäre sie denn ohne flankierende Maßnahmen sinnvoll gewesen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mario Draghi machte in der Pressekonferenz deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick zunehmend verschlechtern würde und man sich hinsichtlich vieler Diskussionspunkte innerhalb des Rates angenähert habe. Auch die aktuelle Entwicklung der Inflation betrachtet der EZB-Rat mit Missfallen. Dennoch sei, so Draghi, eine sofortige Zinssenkung bei der gestrigen Sitzung nicht diskutiert worden. Offenbar will man, wie das bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der EZB üblich ist, noch [die kommenden ökonomischen Projektionen für die September-Sitzung] abwarten. Vermutlich möchte man außerdem abwarten, welche Maßnahmen die US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche verkünden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immer noch kein Abwärtstrend</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber nicht nur an den hiesigen Aktienmärkten hatte man offenbar mit beherzteren Maßnahmen der EZB gerechnet. Auch die Devisenhändler hatten vielfach auf einen fallenden Euro gesetzt. Aber dieser markierte mit 1,1102 nur ein marginal niedrigeres Jahrestief, bevor kurzfristig orientierte Marktteilnehmer in der Folge offenbar aus ihren Shortpositionen heraus „gesqueezed“ wurden. Damit bleibt die wichtige Unterstützung bei <strong>1,1105</strong> (vgl. Mindestdurchstoß-Hinweis unten) erhalten. Unterhalb davon würde pro forma ein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, dessen Potenzial zwar bis <strong>1,1020/25</strong> reichen könnte, aber nicht zwingend ausgeschöpft werden müsste. Das Stabilitätsniveau für den Euro senken wir nunmehr auf <strong>1,1220/25 </strong>ab. Aufgrund der derzeitigen Konstellation der Nachfrageniveaus ist das Risiko einer Fehlentwicklung („False Break“) des Euro nach einem möglichen Versagen von 1,1105 (mit anschließender Aufwärtsbewegung) relativ hoch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Im Zinssenkungsfieber</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/im-zinssenkungsfieber/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2019 05:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dot Plots]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Ende der Zusammenkunft des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) am kommenden Mittwoch werden neue vierteljährliche Zinsprognosen, die sogenannten „Dot-Plots“, fällig. Obgleich Fed-Chef Jerome Powell und andere FOMC-Mitglieder die Bedeutung dieser Projektionen herunterzuspielen versuchen, indem Powell etwa erst kürzlich bemängelte, dass Händler und Investoren diesen Dot-Plots viel zu viel Gewicht beimessen würden, werden diese als eine Art Wetterbericht für die Geldpolitik der Notenbank wahrgenommen. Vorhersagen,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/im-zinssenkungsfieber/">Im Zinssenkungsfieber</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1275)</strong>             Selbst wenn sich der Dollar gestern in ganz engen Bahnen bewegte und auch der Euro fast in einer gewissen Starre verharrte, muss das nicht bedeuten, dass sich die Händler derzeit wenig Gedanken machen. Natürlich sind die gestern publizierten Fundamentaldaten nicht der Rede wert gewesen und wurden folglich auch kaum beachtet. Aber die Sitzung der US-Notenbank, die am 19. Juni enden wird, wirft bereits ihre Schatten voraus. Einer Reuters-Umfrage zufolge gehen mittlerweile 40 Prozent der Analysten davon aus, dass die Fed eine Zinssenkung in diesem Jahr vornehmen wird – bei der Mai-Umfrage hatten nur 8 Prozent der befragten Auguren diese Meinung vertreten. Allerdings zeigen die Terminmärkte diesbezüglich bereits eine viel höhere implizite Wahrscheinlichkeit. So berechnet etwa das CME FedWatch Tool, dass die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung von 25 Basispunkten in diesem Jahr bei 99 Prozent liegt. Dass dies bereits bei der Sitzung der Notenbank im Juli der Fall sein könnte, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 85 Prozent bewertet. Und das mit steigender Tendenz, denn eine Woche zuvor betrug dieser Wert noch knapp 70 Prozent. Fast hat man ein wenig den Eindruck, als würden sich Märkte wie Analysten geradezu in einen Zinssenkungsrausch hineinsteigern. Mit der Folge, dass eine viel zu hohe Erwartungshaltung entsteht, ein psychologischer Referenzpunkt, der wenig Spielraum für Überraschungen, dafür aber viel Enttäuschungspotenzial birgt.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10698" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/14062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial black, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Leitzinsänderung im Juni, aber…</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das CME FedWatch Tool berechnet allerdings für eine Zinssenkung bereits in der kommenden Woche nur eine Wahrscheinlichkeit von ca. 30 Prozent, und auch die meisten Analysten gehen davon aus, dass die Notenbank bei besagter Sitzung noch nicht mit einem Zinsschritt aufwarten wird. Dafür aber eben Ende Juli. Allerdings werden am Ende der Zusammenkunft des Offenmarktausschusses (FOMC) neue vierteljährliche Zinsprognosen, die sogenannten „Dot-Plots“, fällig. Obgleich Fed-Chef Jerome Powell und andere FOMC-Mitglieder die Bedeutung dieser Projektionen herunterzuspielen versuchen, indem Powell etwa erst kürzlich bemängelte, dass Händler und Investoren diesen Dot-Plots viel zu viel Gewicht beimessen würden, werden diese als eine Art Wetterbericht für die Geldpolitik der Notenbank wahrgenommen. Vorhersagen, die mit mehr oder weniger großer Sicherheit abgegeben werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed weiß nicht mehr als der Markt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Finanzmarktteilnehmer glauben eben, dass die Fed über ein höheres Expertenwissen verfügt als sie selber. Wir erinnern uns: Bei der vergangenen Projektion im März gingen alle 17 Mitglieder des Offenmarktausschusses davon aus, dass es bis zum Jahresende keine Leitzinsveränderung geben würde. Was nun die Dot-Plots in der kommenden Woche angeht, erwarten die Teilnehmer an den Finanzmärkten zumindest, dass diese nun sichtbar nach unten korrigiert werden. Verbunden mit der impliziten Drohung, dass die Aktienmärkte bei einer Enttäuschung einen deutlichen Schlag hinnehmen müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich befindet sich der Offenmarktausschuss in einer delikaten Lage. Denn seine Teilnehmer müssen bei ihren Vorhersagen eine schwer vorhersehbare Entwicklung berücksichtigen: die Entwicklung im Handelskrieg zwischen den USA und China und die damit möglicherweise verbundenen Tiraden eines unberechenbaren US-Präsidenten. Und die daraus resultierenden Folgen für die US-Wirtschaft, die sehr vielschichtig und zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht absehbar sein können.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so ist es nachvollziehbar, dass sich die Euro-Händler auch gestern nicht wirklich festlegen wollten. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt, als er äußerte, es gäbe keine bullishen Anschlusskäufe, aber die Euro-Bären hätten eben auch nicht den Mut, die Gemeinschaftswährung stärker unter Druck zu setzen. Und so ändert sich auch unsere Einschätzung der kurzfristigen Lage nicht, wonach der Euro lediglich nach Unterschreiten von <strong>1,1210/15</strong> deutlicher unter Druck geraten würde. Vielmehr bestätigt sich immer mehr, dass der Ausbruch des Euro am 7. Juni an der Oberseite seiner damaligen Konsolidierungszone (1,1110-1,1325) wohl als Fehlentwicklung („False Break“) klassifiziert werden muss.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Ein bisschen taubenhaft ist nicht genug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2019 05:49:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bazooka]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[forward guidance]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Instex]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[TLTRO III]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich können wir Mario Draghi eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident nicht (wie von den Akteuren gewohnt) die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Andererseits hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin  seinen Nachfolger psychologisch gebunden. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1265)</strong>             Nun sind die Euro-Händler gestern offensichtlich doch auf dem falschen Fuß erwischt worden; genau das hatten sie doch durch ihre Euro-Abgaben im Vorfeld der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank unbedingt vermeiden wollen. Mit anderen Worten: Vielerorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung der Zentralbank gerechnet. Tatsächlich hat die EZB bei ihrer gestrigen Ratssitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und den Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent belassen. Dass die sogenannte Forward Guidance, die vorausschauende Orientierung für die künftige Strategie der Geldpolitik, geändert wurde, so dass der derzeitige Hauptrefinanzierungssatz nun mindestens bis Mitte 2020 auf seinem jetzigen Niveau verbleiben wird, war von den Akteuren anscheinend bereits mental längst diskontiert.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10674" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/07062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Extremer Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber nicht nur das. Der tatsächliche Referenzpunkt der Händler muss offenbar extremer gewesen sein: Man hatte noch Taubenhafteres von der EZB erwartet. Zwar stellte sich in der anschließenden Pressekonferenz heraus, dass innerhalb des EZB-Rats durchaus geldpolitische Lockerungen diskutiert wurden, aber eben nur für den Notfall. Ein solcher Notfall würde zweifelsohne bei einer Eskalation im globalen Handelskrieg eintreten. Dass die EZB für diesen Fall gut vorbereitet sein soll, schien den Marktteilnehmern nicht zu reichen, so dass kurzfristige bearishe Engagements eiligst wieder glattgestellt wurden und der Euro das Vortageshoch bestätigte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings machte EZB-Präsident Mario Draghi deutlich, dass die EZB eine Zinserhöhung als nächsten Schritt nicht für wahrscheinlicher als eine Zinssenkung halte. Diese Aussage steht indes Beobachtern zufolge in einem gewissen Widerspruch zur gestern verkündeten geringfügigen Verschlechterung der Konditionen für die dritte Serie der gezielten Langfristtender (TLTRO III).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Den Nachfolger verpflichtet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Psychologisch gesehen können wir Mario Draghi eigentlich eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident, wie von den Akteuren gewohnt, längst nicht die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Zumal die neuen Wachstums- und Inflationsvorhersagen gravierendere Maßnahmen ohnehin nicht gerechtfertigt hätten. Indes: Wie von uns gestern bereits erwähnt, hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin seinen Nachfolger psychologisch gebunden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Uneins sind sich die Währungsstrategen allerdings darüber, was dies für die weitere Zukunft des Euro bedeutet. Dabei gibt es nicht wenige, die davon ausgehen, dass die Gemeinschaftswährung ihre Konsolidierungszone, die wir nach wie vor zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong> sehen, an der Oberseite nicht nachhaltig durchbrechen wird. Selbst wenn der weiter zu eskalieren drohende Handelskrieg zwischen den USA und China eine Verschiebung von Kapitalströmen aus dem Dollar heraus in Richtung Euro nahelegt, steht dennoch weiterhin die berechtigte Frage im Raum, warum man dem Euro derzeit aus ökonomischen Gründen den Vorzug geben sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch ist die Angst mancher langfristig orientierter Akteure nicht zu unterschätzen, dass sie sich auch wegen möglicherweise zu befürchtender US-Sanktionen (vgl. etwa die Drohung gegenüber der europäischen Institution Instex <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/31/sinkflug-in-zeitlupe/">HIER</a>) im Dollar nicht wohl fühlen. Eine Angst, die schwerer wiegt als alle fundamentalen Erwägungen. Aber der Euro bleibt ohnehin gegenüber dem Greenback zu bevorzugen, solange er sich oberhalb von <strong>1,1185</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen der Pfingstfeiertage erscheint der nächste Bericht erst am Dienstag, den 11. Juni.</span></p>
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		<title>Nicht so schlimm wie erwartet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 05:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[EU Schuldenregeln]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn die Zeitungen in ihren Schlagzeilen Nationalisten wie Matteo Salvini (Italien), Marine Le Pen (Frankreich) oder den Chef der Brexit Partei, Nigel Farage, hervorheben, dürften deren Erfolge das Europäische Parlament kaum in seinen Grundfesten erschüttern. Vielmehr werden sich die...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1180)</strong>             Nicht nur an den Aktienmärkten gilt der Satz, dass politische Börsen kurze Beine haben. Und ein Ökonom stellte gestern treffend fest, dass politische Börsen offenbar gar keine Beine mehr hätten. Nun bezog sich dieses Statement nicht nur auf die Wahlen zum Europäischen Parlament. Vielmehr haben Kommentatoren gerade in den vergangenen Wochen immer wieder festgestellt und bemängelt, die Finanzmärkte würden Risiken, die in Folge politischer Ereignisse entstehen, nicht mehr angemessen widerspiegeln. Wie zum Beispiel die Entwicklung im US-chinesischen Handelskrieg.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10610" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/28052019-2.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nachdem sich mit dem Ausgang der Europawahlen die Befürchtung vieler Beobachter nicht erfüllt hat, dass es womöglich zu einem großen Sieg der Euro-Gegner auf Seiten der extremen Rechten kommen könnte, ist die Wahl in der Wahrnehmung der Finanzmarktteilnehmer fast in Richtung Bedeutungslosigkeit mutiert. Auch wenn die Zeitungen in ihren Schlagzeilen Nationalisten wie Matteo Salvini (Italien), Marine Le Pen (Frankreich) oder den Chef der Brexit Partei, Nigel Farage, hervorheben, dürften deren Erfolge das Europäische Parlament kaum in seinen Grundfesten erschüttern. Vielmehr werden sich die Wahlergebnisse vor allem auf die nationale Politik der jeweiligen Staaten auswirken. Kurzum: Es ist nicht so schlimm gekommen wie erwartet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zu dieser Einschätzung hat wesentlich beigetragen, dass sich die Erwartung, welche Rolle die Euroskeptiker im EU-Parlament künftig spielen würden, nicht erfüllt hat. Zwar haben jene ihren prozentualen Anteil gegenüber 2014 deutlich erhöht, aber ein Drittel aller Sitze, wie mancherorts befürchtet, ist es eben auch nicht geworden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn der Handel gestern wegen der Feiertage in Großbritannien und den USA in sehr ruhigen Bahnen verlief, versuchten Kommentatoren, die Mini-Spanne des Eurokurses von 30 Stellen bis zum Schluss der europäischen Handelssitzung zu erklären. Nicht zuletzt, weil einem Medienbericht zufolge, der sich auf ungenannte Quellen berief, bereits am 5. Juni ein Verfahren gegen Italien eingeleitet werden könnte. Und zwar wegen des Verstoßes gegen die EU-Schuldenregeln, der eine Strafe von 3,5 Mrd. Euro zur Folge hätte. Auch wenn ein solcher noch nie dagewesener Schritt tatsächlich umgesetzt würde, müsste er zuvor in einem monatelangen Verfahren zunächst das Placet der EU-Finanzminister bekommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die Renditen italienischer Staatsanleihen haben reagiert und nach Tagen der Konsolidierung ihren Vorsprung gegenüber Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit im zehnjährigen Bereich wieder schlagartig um 15 auf 280 Basispunkte erhöht. Der Euro bleibt unterdessen in seiner Konsolidierungszone zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong> stabil, solange an der Unterseite <strong>1,1145/50</strong> nicht verletzt wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Referenzpunkt Alabama</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2017 15:28:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Poltitische Hygiene]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Bannon]]></category>
		<category><![CDATA[US-Senat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich heute Morgen in aller Frühe erfuhr, dass seit 25 Jahren mit Doug Jones zum ersten Mal seit 1992 einen Demokrat für Alabama in den US-Senat einziehen wird, war ich überrascht. Denn ich hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass der republikanische Gegner Roy Moore das Rennen verlieren würde. Zumal US-Präsident Donald Trump sich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich heute Morgen in aller Frühe erfuhr, dass seit 25 Jahren mit Doug Jones zum ersten Mal seit 1992 einen Demokrat für Alabama in den US-Senat einziehen wird, war ich überrascht. Denn ich hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass der republikanische Gegner Roy Moore das Rennen verlieren würde. Zumal US-Präsident Donald Trump sich für diesen trotz der Beschuldigung von mehreren Frauen, Moore habe sie sexuell belästigt, bis zuletzt gegen die Bedenken moderater Republikaner eingesetzt hatte. Gemessen daran, dass Alabama einst eine republikanische Hochburg darstellte, könnte man natürlich jetzt den Wählern gratulieren, die sich mehrheitlich nicht für den umstrittenen Moore entschieden haben. Und wenn man die heutigen Kommentare verfolgt, entsteht sogar der Eindruck, US-Präsident Donald Trump habe nicht nur seine eigene Autorität verloren, sondern außer ihm auch sein Unterstützer und immer noch heimlicher Stratege Steve Bannon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kurzsichtige Betrachtungsweise</strong></p>
<p>Tatsächlich ist diese Betrachtungsweise kurzsichtig und wahrscheinlich auch einem falschen Referenzpunkt geschuldet. Denn ein Sitz für das konservative Alabama im Senat ist zwar verloren gegangen, aber 48,4 Prozent der Wähler haben sich dennoch für den umstrittenen Moore entschieden – also jeder Zweite. Das entspricht eben doch nicht, wie das Wall Street Journal heute jubelt, einem echten „Akt politischer Hygiene“.</p>
<p>Mit Jones‘ Wahl werden sich die Kräfteverhältnisse im Senat zuungunsten der Republikaner verschieben, die sich mit einer Mehrheit von nur noch 51 zu 49 Stimmen nach diesem Verlust bei künftigen Entscheidungen nicht mehr als einen Abweichler leisten können. Jedoch nicht vor dem 26. Dezember, da an diesem Tag das gestrige Wahlergebnis erst noch endgültig bestätigt werden muss. Umso wichtiger ist es für die Republikaner, die Steuerreform noch vor diesem Datum im Kongress durchzupeitschen, und es spricht einiges dafür, dass schon bald eine Einigung über die beiden unterschiedlichen Gesetzesvorlagen von Senat und Repräsentantenhaus erzielt werden wird. Ob sich die Börsianer hierzulande von den Ereignissen in Alabama haben beeinflussen lassen, könnte die heutige Stimmungserhebung der Börse Frankfurt zeigen, die ich für Sie <a href="http://www.dbagproject.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Ausgeblendete-Risiken-2326019" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">HIER</span></strong></a> schriftlich und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EHjPJfNRsBQ&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>DORT</strong></span></a> per Skype-Interview kommentiert habe.</p>
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		<title>Ausgeblendete Brexit-Realität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 17:42:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Status-quo-Bias]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Sachen Brexit scheint es einen neuen Trend zu geben. So berichtete etwa der britische Telegraph heute in aller Frühe auf seiner Internetseite über seine neueste Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut ORB. Dabei ist die Zahl derjenigen, die einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) befürworten, wieder deutlich gestiegen. Anders ausgedrückt: Der Vorsprung derjenigen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ausgeblendete-brexit-realitaet/">Ausgeblendete Brexit-Realität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Sachen Brexit scheint es einen neuen Trend zu geben. So berichtete etwa der britische <em>Telegraph</em> heute in aller Frühe auf seiner Internetseite über seine neueste Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut ORB. Dabei ist die Zahl derjenigen, die einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) befürworten, wieder deutlich gestiegen. Anders ausgedrückt: Der Vorsprung derjenigen, die für einen Verbleib sind, liegt danach nur noch bei 51 Prozent gegenüber einem Anteil von 46 Prozent Brexit-Befürwortern<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Vorsprung des Remain-Camps am 22. Mai noch 13 Prozentpunkte betrug, was vor allem bei vielen Aktieninvestoren für Erleichterung sorgte. Aber auch andere Umfragen haben zuletzt die Brexit-Befürworter gleichauf mit den Gegnern oder zumindest näher an sie herangerückt gezeigt.</p>
<p>Vielleicht spielt das Thema Brexit für viele Anleger auch deshalb eine untergeordnete Rolle, weil die meisten sowieso davon ausgehen, dass die Briten am Ende doch in der EU bleiben werden. Da man sich gerade am Aktienmarkt und im Angesicht einer mehrheitlich bullishen Positionierung nicht mehr um einen Brexit scheren möchte, werden die Informationen darüber – vor allen Dingen, wenn die Brexit-Befürworter aufholen – offenbar gerne ausgeblendet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kein Status-quo-Bias</strong></p>
<p>Aber auch Erkenntnisse der Verhaltensökonomik zum Brexit deuten, zumindest auf den ersten Blick, auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU hin. Denn der so genannte Status-quo-Bias, gemeint ist die Neigung vieler Menschen, möglichst alles beim Alten zu belassen, müsste eigentlich für einen Sieg des Remain-Lagers sorgen. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn wie mein Freund und Kollege Herman Brodie unlängst in seinem Blog vom 19.05. <strong>(<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://hermanbrodie.com/" target="_blank">HIER</a></span>)</strong> scharfsinnig festgestellt hat, gibt es für die Briten eigentlich gar keinen Status-quo-Referenzpunkt mehr, an dem sie sich orientieren könnten.</p>
<p>So vergleicht er das Verhältnis Großbritanniens zur EU mit einer in die Jahre gekommenen Beziehung, an der die Partner möglicherweise nur aus Gewohnheit und wegen hoher materieller und psychischer Commitments festhalten. Doch ändert sich diese trügerische Ruhe in dem Moment, wenn einer von beiden die Möglichkeit einer Trennung ins Spiel bringt. Plötzlich steht das, was unausgesprochen doch als Selbstverständlichkeit galt, auf dem Spiel, scheint alles, was die beiden bisher verband und ihre gemeinsame Geschichte ausgemacht hatte, in Frage gestellt. Und nach diesem Moment gibt es kein Zurück mehr; die Zeit der Unschuld ist für immer vorbei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nichts bleibt mehr so, wie es einmal war</strong></p>
<p>Denn ist die Möglichkeit einer Scheidung erst einmal ausgesprochen, konzentrieren sich die Partner spätestens von da an auf das Für und Wider einer Trennung, also auf einen neuen Referenzpunkt. Mehr noch: Selbst wenn dieses Thema zunächst noch einmal vom Tisch sein sollte – es kann jederzeit neu diskutiert und doch noch zur Realität werden.</p>
<p>Aber es gibt ja noch Trost für diejenigen, die Angst vor einem Brexit haben. Denn wie ich bereits an anderer Stelle (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://joachim-goldberg.com/2016/05/30/wochenausblick-vom-30-mai-2016/" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span>) ausführte, wäre ein Votum für den Austritt Großbritanniens beim Referendum am 23. Juni rechtlich nicht bindend. Theoretisch könnte sich sowohl das Unterhaus als auch das Oberhaus, das House of Lords, weigern, einen Entscheid der Wähler für den Brexit umzusetzen. Vielleicht hängt es am Ende sogar an der Königin, ob der Wille des Volkes umgesetzt wird. Immerhin: Zuletzt hat sich 1707 ein britischer Monarch geweigert, ein Gesetz zu unterzeichnen.</p>
<p>Für mich jedenfalls ist das Brexit-Thema – auch wenn es bereits jetzt vielen zum Halse heraushängen sollte – noch längst nicht „durch“. Es bleibt spannend, finde ich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gezählt wurden nur die Votings derer, die am 23 Juni auch tatsächlich beabsichtigen, an der Brexit-Abstimmung teilzunehmen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ausgeblendete-brexit-realitaet/">Ausgeblendete Brexit-Realität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf die Reihenfolge kommt es an</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/auf-die-reihenfolge-kommt-es-an/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2016 16:02:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Abfolge von Gewinnen und Verlusten]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Breakeven]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick mag es vernünftig erscheinen, wenn Anleger sich vor wichtigen Notenbanksitzungen in den USA und Japan zurückhalten und erst einmal abwarten wollen. Dies spiegelt auch die Stimmung der deutschen Börsianer wider, die sich nun die zweite Woche in Folge verschlechtert hat. Blickt man jedoch auf das Zwischenhoch, das der DAX seit der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-die-reihenfolge-kommt-es-an/">Auf die Reihenfolge kommt es an</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick mag es vernünftig erscheinen, wenn Anleger sich vor wichtigen Notenbanksitzungen in den USA und Japan zurückhalten und erst einmal abwarten wollen. Dies spiegelt auch die Stimmung der deutschen Börsianer wider, die sich nun die zweite Woche in Folge verschlechtert hat. Blickt man jedoch auf das Zwischenhoch, das der DAX seit der jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt markiert hat – meinen Kommentar dazu finden Sie <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Erreichen-der-Jahreseroeffnung-wiegt-schwer-578202" target="_blank">HIER</a></strong> – fällt auf, dass bis zum Eröffnungskurs dieses Jahres mit einem Hoch von knapp 10.475 Zählern nur noch rund zehn Punkte gefehlt haben. Gemessen am Schlusskurs 2015, der zwar immer noch ein paar Prozent höher als das Maximum dieses Jahres lag, haben zumindest diejenigen Anleger, die den zwischenzeitlichen Kurssturz des Börsenbarometers um mehr als 18 Prozent allein in diesem Jahr ausgesessen haben, fast den kompletten Verlust wieder wettgemacht.</p>
<p>Deswegen liegt es nahe, dass viele dieser Akteure nicht nur froh waren, wieder frühere Bewertungsniveaus erreicht zu haben, sondern sich an eben diesem Referenzpunkt „Jahreseröffnung“ in der vergangenen Woche orientierten und sich so von einigen Engagements mit einem nur noch kleinen „blauen Auge“ getrennt hatten. Auch wenn am Ende noch ein kleiner Verlust übrig blieb, dürfte für manchen Anleger dieses Börsenjahr nun wieder halbwegs ordentlich aussehen. Denn es fühlt sich auf jeden Fall gut an, wenn man einen Verlust wieder wettgemacht hat.</p>
<p>Das sah 2015 ganz anders aus, als der DAX bis Mitte April über 25 Prozent zulegen konnte und danach Ende August all diese schönen Gewinne wieder einbüßen musste. Obgleich damit für viele Anleger seit Jahresanfang nichts verloren war, ist kaum etwas schlimmer, als einen Profit wieder hergeben zu müssen. Obwohl also 2016, gemessen an der DAX-Entwicklung, bislang ein Null-Jahr war, dürften sich viele Anleger mit der Episode von 2016 besser fühlen als im August vergangenen Jahres.</p>
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		<title>Falsche Ehrfurcht vor der schwarzen Null</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 21:17:34 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob nun auf dem Thermometer oder in der Welt des Geldes – für viele Menschen spielt die Null eine ganz wichtige Rolle. Für manche ist sie die Trennlinie zwischen Gut und Böse, könnte man meinen. Auch für den deutschen Finanzminister Schäuble ist die Null offenbar ein so wichtiger Referenzpunkt, dass er für sie die merkwürdigsten Verrenkungen vollführen und alle erdenklichen Opfer erbringen möchte. Da spielt es keine Rolle, dass unlängst die Wachstumsprognosen für die Eurozone zurückgenommen worden sind. Man kann es ja auch verstehen; schließlich hat er die historische Chance, zum ersten Mal seit 1969 als Finanzminister einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Mit einer schwarzen Null sozusagen hätte er das Zeug, in die Geschichtsbücher einzugehen. Notfalls muss dafür eben gespart werden.</p>
<p>In der Bankenwelt scheint man anders zu denken. „Wir Deutsche sparen zu viel“ war unlängst in der „Welt am Sonntag“ ein Interview mit dem Chefanlagestrategen der Deutschen Asset &amp; Wealth Management, Asoka Wöhrmann, überschrieben. Man dürfe keine Angst vor Nullen haben, konnte man da lesen, und dem geneigten Leser wurde unvermittelt klar: Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis auch die Sparbücher der Normalverbraucher mit Strafzinsen belegt werden. Vorbei ist es also mit dem zuletzt noch winzigen Taschengeld, mit dem sich der ein oder andere zumindest aus den jährlich erwirtschafteten Mini-Zinsen eine kleine Extraanschaffung leisten konnte. Immerhin: Auch das haben wir zwar mürrisch, aber letztlich doch fast klaglos hingenommen. Weil die Zinseinnahmen stets als Gewinn erlebt wurden. Und diese Gewinne zu verbrauchen verursacht selbst bei konservativ eingestellten Menschen nicht sofort ein schlechtes Gewissen.</p>
<p>Mental wurde – obgleich die Zinszahlung teilweise als Inflationsausgleich für die Entwertung des gesparten Kapitals dienen soll – in zwei Konten gedacht: eines fürs Kapital und eines für die Zinsen. Selbst wenn das Kapital real eigentlich weniger wurde – es gab ja Zinsen. Damit ist jetzt Schluss. Jetzt geht es für viele Sparbuchbesitzer nicht nur real ans Eingemachte.</p>
<p>Ich wage schon jetzt eine Prognose: Ein Viertelprozent Strafzinsen werden von den Anlegern doppelt so stark bewertet werden wie ein Viertelprozent Habenzinsen. Verluste, so die Erkenntnisse der Behavioral Finance, wiegen schwerer als Gewinne gleicher Größe. Aber nicht nur das. Denn wenn die Europäische Zentralbank auf die Idee käme, auf die bei ihr unterhaltenen Einlagen noch höhere Negativzinsen als bereits jetzt zu fordern, könnte es sogar noch schlimmer kommen. Ein halbes Prozent Strafzinsen p. a. für Kleinsparer? Hatte man uns nicht immer wieder gepredigt, bei null Prozent Zinsen sei Schluss nach unten, das sei so etwas wie eine rote Linie?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkt Null</strong></p>
<p>Diese ominöse Null ist für uns nicht nur ein materielles, sondern auch ein psychisches Problem. Und eine Frage der Wahrnehmung. Denn die Null ist ein leicht zu merkender Referenzpunkt. So wie ein DAX bei 10.000 Zählern. Zu Zeiten, als es noch für zehnjährige Anleihen vier Prozent Zinsen p.a. gab, haben sich viele Menschen nicht die Frage gestellt, wie weit das investierte Kapital einer schleichenden Entwertung unterworfen wäre. Man hat es einfach nicht gemerkt.</p>
<p>Eine gleich hohe „Realverzinsung“ unterstellt, fällt es uns nunmehr sehr schwer, für eine Extraausgabe das Kapital angreifen zu müssen. Obgleich man bei fallenden Konsumentenpreisen theoretisch mehr für sein Kapital bekommen würde, eine schleichende Aufwertung also. Aber es will uns nicht einleuchten, dass man in Bälde etwas davon abgeben soll, ohne etwas davon zu haben. Ganz zu schweigen von all den institutionellen Anlegern, die auf Ausschüttungen angewiesen sind oder aus rechtlichen Gründen ihr Kapital (z. B. Stiftungen) nicht angreifen dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Achtung, Fehlentscheidungen drohen!</strong></p>
<p>Die Konsequenzen sind für Privatanleger vielfältig und möglicherweise schwerwiegende Fehlentscheidungen schon jetzt absehbar. Sei es, dass man seine liquiden Mittel ganz einfach abhebt und unter die Matratze steckt. Ja, das kann ziemlich riskant sein. Vor allem, wenn man auch noch in der Nachbarschaft herumerzählt, wie man der Bank ein Schnippchen geschlagen hat. Als viel gravierender erachte ich aber die Suche nach Anlageformen, die man unter normalen Umständen nie in Betracht gezogen hätte. Ja, drei, vier oder gar fünf Prozent p. a.! Das sieht ja noch ganz toll aus im Vergleich zu Negativzinsen. Diese drei, vier oder fünf Prozent bekommt man allerdings nicht, ohne entsprechende Risiken einzugehen. Aber das wieder besser gefüllte mentale Zinskonto ermöglicht dann immerhin den Luxus einer Extraausgabe. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen (Total)verlustes auf dem Kapitalkonto dabei erheblich größer als bei einer altmodischen Sparform ist. Soll man jetzt überhaupt noch fürs Alter sparen, wo man fürs Sparen doch bestraft wird? Aber einfach drauflos konsumieren, selbst wenn man es sich leisten könnte? Das macht ja auch der Herr Schäuble nicht.</p>
<p>Wir werden uns umgewöhnen müssen in einer Zeit drohender Deflation. Es geht nicht mehr darum, wo ich die meisten Zinsen bekomme. Vielmehr sollte man den Sachverhalt einfach anders darstellen (Reframing) und sich stattdessen fragen, wo man am wenigsten bluten muss. Eine Anlageform, die langfristig nur das Kapital erhält, ist unter diesen Umständen vielleicht gar nicht so schlecht. Deswegen sollte man sich auch nicht ärgern, wenn man demnächst bei den Ersparnissen für die private Altersvorsorge selbst bei seinem Lebensversicherer gesetzlich garantiert nur noch null Prozent bekommt. Das ist dann, relativ gesehen, immer noch ganz gut.</p>
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