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	<title>Overconfidence Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Auf jede Euphorie folgt irgendwann die Strafe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2021 05:54:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Vergleich zu den Entwicklungen an den Aktienmärkten der vorangegangenen Handelstage war der gestrige eher als Ruhetag zu verbuchen. Es ist ja auch nicht ganz einfach, immer wieder die gleiche Story zu spielen, sprich das US-Stimulus-Paket, das, wenn alles gut geht, einen Umfang von etwa 1,9 Billionen USD haben soll. Dabei geht die Bandbreite der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Im Vergleich zu den Entwicklungen an den Aktienmärkten der vorangegangenen Handelstage war der gestrige eher als Ruhetag zu verbuchen. Es ist ja auch nicht ganz einfach, immer wieder die gleiche Story zu spielen, sprich das US-Stimulus-Paket, das, wenn alles gut geht, einen Umfang von etwa 1,9 Billionen USD haben soll. Dabei geht die Bandbreite der Kommentare bezüglich des Programms von „willkommen und unbedingt notwendig“ bis hin zu „überzogen und inflationstreibend“; auch dass das Programm den Falschen zugutekäme und womöglich die Spekulationssucht an den Aktienmärkten fördere, ist mancherorts zu lesen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13068" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/10022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/10022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/10022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Alles bestens unter Kontrolle </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ebenso ist von zügelloser, kaum noch kontrollierbarer Gier die Rede. Und wenn es einmal eine Korrektur bei den großen Aktien-Indices gibt wie beispielsweise in der vorvergangenen Woche in Folge des „Aufstands der Privatanleger“ (Stichwort GameStop), ist das für die Finanzmarktteilnehmer längst nicht mehr ein Grund, richtig Angst zu bekommen. Auch wenn die Korrektur eine Größenordnung von 3 bis 5 Prozent erreicht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ich habe nicht gezählt, wie oft es in den vergangenen Monaten, aber auch vor Beginn der Covid-19-Pandemie, zu solchen Kaufgelegenheiten gekommen ist, die sich im Nachhinein wie Geschenke für kaufwillige Investoren angefühlt haben. Man könnte es auch anders ausdrücken: Mit jedem Rücksetzer am Aktienmarkt, der anschließend von einer noch stärkeren Rallye abgelöst wird, erhöht sich das Gefühl der Akteure, den Markt immer besser unter Kontrolle zu haben. Und genau das führt zu Overconfidence und oft zu Gier.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Angstfreie Gier</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wenn dann irgendwann überhaupt keine Angst mehr im Spiel ist, also sozusagen eine angstfreie Gier herrscht, könnte man auch von einer Kontrollillusion sprechen, deren Kennzeichen die Euphorie ist. Auch wenn niemand sagen kann, wie viel Euphorie die globalen Aktienmärkte noch vertragen, ist der warnende Zeigefinger vor allem in Interviews mit erfahrenen Tradern förmlich zu spüren, und die insgeheime Botschaft lautet, dass bislang auf jede Euphorie eine Strafe gefolgt ist. Unklar bleibt allerdings, wann dieser Fall eintritt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… und undisziplinierte Analysten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während es also an den Aktienmärkten ruhig zuging, gilt dies nicht für das Verhältnis des Euro gegenüber dem US-Dollar. Denn die Gemeinschaftswährung hat sich gestern vor allem für den Geschmack technisch orientierter Analysten mancherorts etwas zu deutlich befestigt. Die Rede ist von der Head &amp; Shoulders-Umkehrformation, die doch vor einigen Tagen (vgl. meinen Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/02/03/hingefallen/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) ein klares Verkaufssignal gegeben hatte. Nun ist diese ausgesprochen beliebte Formation, je nachdem, wann man deren Scheitern zugeben möchte, gestern zumindest nach den Gesetzen mancher Lehrbücher zerstört worden. Auch wenn sich der ein oder andere Analyst, wie ich im Internet lesen konnte, noch ein Hintertürchen offen lässt und lieber abwarten möchte, ob die Formation doch noch funktioniert. Aber ein Hintertürchen dieser Art ist eigentlich nichts anderes als ein Stopp-Loss, eine Verlustbegrenzung, die nicht befolgt wird. Wo doch gerade die Techniker unter den Analysten immer wieder Handels-Disziplin anmahnen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für uns ist der Euro gestern mit Überschreiten von 1,2095/00 zumindest soweit gestiegen, dass sich seine Lage etwas stabilisiert hat. Ohne dass dabei derzeit die Bäume in den Himmel wachsen (möglicherweise bis <strong>1,2200</strong>). Mit anderen Worten: Es spricht kurzfristig viel für eine fortgesetzte Seitwärtsbewegung, innerhalb derer die Gemeinschaftswährung oberhalb von <strong>1,20010/15</strong> in stabilem Fahrwasser bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Euroschwäche und Aktien-Allzeithochs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2020 05:56:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Corona-Virus]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht wäre es an einem anderen Tag weniger aufgefallen, aber in einem fast leeren Datenkalender standen nun ausgerechnet die Zahlen zur Industrieproduktion der Eurozone zur Veröffentlichung an. Es dürfte wohl kaum jemanden überrascht haben, dass der Ausstoß der Industrie im Dezember 2019 gegenüber dem Vormonat enttäuschend ausgefallen war. Aber der Euro war gestern dennoch der Leidtragende unter den Hauptvaluten. Allerdings blieb die Schwächeneigung überschaubar und fällt nur deswegen ins Gewicht, weil...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0870)</strong>             Vielleicht wäre es an einem anderen Tag weniger aufgefallen, aber in einem fast leeren Datenkalender standen nun ausgerechnet die Zahlen zur Industrieproduktion der Eurozone zur Veröffentlichung an. Es dürfte wohl kaum jemanden überrascht haben, dass der Ausstoß der Industrie im Dezember 2019 gegenüber dem Vormonat enttäuschend ausgefallen war. Aber der Euro war gestern dennoch der Leidtragende unter den Hauptvaluten. Allerdings blieb die Schwächeneigung überschaubar und fällt nur deswegen ins Gewicht, weil sich die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit 33 Monaten abgeschwächt hat. Auch gegenüber dem Schweizer Franken markierte der Euro gestern ein neues Dreijahrestief.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11615" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/13022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/13022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/13022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch kann man keinesfalls von Risikoaversion oder gar Fluchtbewegungen in sogenannte sichere Häfen sprechen. Denn gestern zeichnete sich sogar etwas wie ein Hoffnungsschimmer ab, als bei den Zahlen zur Entwicklung der Coronavirus-Infizierten in China der niedrigste prozentuale Anstieg seit dem 30. Januar registriert wurde. Eine Hoffnung, die sich heute früh allerdings als trügerisch erwies. Die Aktienmärkte verzeichneten sozusagen als Zeichen fortgesetzter Risikofreude gestern noch in den USA – und selbst hierzulande der DAX – neue Allzeithochs.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Overconfidence</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es war zu erwarten, dass sich bei vielen Akteuren in Reaktion auf sich abflachende Zuwachsraten bei den mit dem Coronavirus infizierten Personen in China nicht nur Gewöhnungseffekte beobachten ließen. Vielmehr scheinen Kommentatoren und Experten mancherorts bereits das Licht am Ende des Tunnels zu sehen und wagten angesichts dieses erhöhten Kontrollgefühls (Overconfidence) sogar die eine oder andere Prognose über die ökonomischen Auswirkungen der Epidemie.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">EZB-Chefvolkswirt Philipp Lane, äußerte gestern, er sehe zwar kurzfristig Unsicherheit und negative Folgen für die europäische Wirtschaft voraus, doch könne sich seines Erachtens dieser negative Einfluss über das Jahr gesehen als geringfügig herausstellen. Ganz genau schien es gestern gar der Finanzdienstleister S&amp;P Global zu wissen, der Wachstumseinbußen von 0,1 bis 0,2 Prozent für die Eurozone vorhersagte. Möglicherweise eine zu frühe Prognose, wenn man etwa die heute früh (MEZ) veröffentlichten sprunghaft angestiegenen Zahlen der Coronavirus-Infizierten und -Todesopfer bedenkt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ungebremste Risikofreude?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber diese Vorhersage passt zur Entwicklung an den Aktienmärkten, wo sich zumindest kurzfristige Akteure in fast ungebremst scheinender Risikofreude ergehen. Allerdings ist unter mittelfristig orientierten Investoren eine derartige Euphorie hierzulande überhaupt nicht wahrzunehmen. So ergab etwa eine Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt von gestern (vgl.<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/2224aaa7-e34b-402c-b3ef-76c3000751ca" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> HIER</a></strong></span>), dass diese Akteure zuletzt sogar leicht bearish eingestellt waren.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings ist nicht anzunehmen, dass man hierzulande von den Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone auf dem falschen Fuß erwischt worden wäre. Im Monatsvergleich sank der Ausstoß nur wenig stärker als von den Ökonomen erwartet im Dezember um 2,1 Prozent, aber ein Blick auf das Gesamtjahr 2019 zeigt das eigentliche Problem auf: Der Rückgang betrug nämlich 4,1 Prozent, deutlich schlechter als die Konsensmeinung von -2,5 Prozent. Kurzum: Es besteht zu befürchten, dass nun neben Frankreich und Italien auch Deutschlands Wirtschaft– am Freitag wird die erste Schätzung dazu publiziert – im vierten Quartal geschrumpft ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so ist es auch kein Wunder, dass der Euro zum siebten Mal hintereinander ein niedrigeres Tagestief gegenüber dem Dollar markierte. War es zu Anfang der vergangenen acht Handelstage, von denen die Gemeinschaftswährung nur einen einzigen mit einem kleinen Plus beendete, noch Dollarstärke, so ist es nun Euroschwäche, die den kurzfristigen Abwärtstrend in Richtung <strong>1,0755/60</strong> befeuert. Eine erste Stabilisierung kann auf der anderen Seite hingegen erst nach Überschreiten von <strong>1,0985/90</strong> erwartet werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Noch kein richtiges Drama</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/noch-kein-richtiges-drama/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 May 2019 05:54:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sowohl die Entwicklung an den Aktienmärkten als auch die des Euro zum Dollar haben zumindest eines gemeinsam: Offensichtlich passen beide den Entscheidern vielerorts und mehrheitlich in den Kram. Dass die für Außenstehende möglicherweise viel bedrohlicher wirkende politische Gemengelage von den Akteuren an den Finanzmärkten derzeit vergleichsweise gelassen gesehen wird...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-kein-richtiges-drama/">Noch kein richtiges Drama</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1190)</strong>             Wenn jemand den Verlauf eines Fußballspiels dramatischer findet – die Rede ist vom Halbfinalspiel der Champions League Liverpool FC gegen den FC Barcelona am vergangenen Dienstag – als den Einbruch der Kurse am US-Aktienmarkt und anderswo, muss er wohl richtig positioniert gewesen sein. Weil es sich im besagten Fall jedoch um die Wahrnehmung eines Kommentators handelt, kann man sogar davon ausgehen, dass dessen Worte höchstwahrscheinlich nicht etwa ein eigenes Engagement, sondern Positionen seiner <img decoding="async" class="alignright wp-image-10521" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/09052019.jpg" alt="" width="150" height="469" />Gesprächspartner, also möglicherweise Entscheider an den Finanzmärkten, widerspiegeln. Dabei scheint es sich nicht nur um hiesige Investoren zu handeln, die einer möglichen Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China gelassen entgegensehen. Gerade was den US-Aktienmarkt betrifft, war dort nach herrschender Meinung von Beobachtern ohnehin schon längst eine „gesunde Korrektur“ überfällig gewesen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Dass diese für Außenstehende möglicherweise viel bedrohlicher wirkende Gemengelage von den Akteuren an den Finanzmärkten derzeit vergleichsweise gelassen gesehen wird, zeigt sich auch an den bis gestern relativ moderat gestiegenen impliziten Volatilitäten am Aktienmarkt, die bei ähnlichen Anlässen im vergangenen Jahr wesentlich heftiger reagiert hatten. Handelt es sich bei dieser Gelassenheit womöglich um ein Zeichen von Overconfidence, also um ein zu starkes Vertrauen in die eigenen (Prognose)-Fähigkeiten bei den Akteuren? Aber auch im Devisenhandel ist derzeit nichts von einer großen Flucht in den Schweizerfranken oder den japanischen Yen zu bemerken. Der Franken hat sich gegenüber dem Euro zuletzt sogar etwas abgeschwächt. Kein echtes Drama also.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Sowohl die Entwicklung an den Aktienmärkten (vgl. etwa die jüngste Stimmungserhebung der Börse Frankfurt <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Erstaunlich-gelassen-2446985" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000000;"><strong>HIER</strong></span></a>) als auch die des Euro zum Dollar haben zumindest eines gemeinsam: Offensichtlich passen beide den Entscheidern vielerorts und mehrheitlich in den Kram. Oder anders ausgedrückt: Es scheint zumindest keine großen Schieflagen der Akteure mit kurz- und mittelfristigem Handelshorizont zu geben. Denn anders lässt sich diese doch seltsame Gelassenheit trotz weiterer drohender Risiken wie etwa die massive Abwertung der türkischen Lira oder eine weitere Eskalation des Konflikts der USA mit dem Iran kaum erklären.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Auch der mittelfristig kaum vorhandene Abwärtstrend des Euro gegenüber dem Dollar, verbunden mit einer fast schon verdächtigen Ruhe, spricht dafür, dass man vielerorts mit dem derzeitigen Kursniveau zufrieden ist. Diese Annahme bestätigt auch unser auf Erkenntnissen der Behavioral Finance basierendes Modell, das derzeit den fairen Wert des Euro für mittelfristig orientierte Akteure etwa mit 1,1230 berechnet. Nicht allzu weit davon entfernt verläuft auch die Obergrenze des kurzfristigen Euro-Abwärtstrends (<strong>1,1260</strong>&#8211;<strong>1,1020</strong>), der die Bezeichnung „Trend“ zurzeit eigentlich nicht verdient.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen</span></p>
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		<title>Zu viel Vertrauen in die (eigene) Rationalität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2016 15:33:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[FT Poll of Polls]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die heutige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) dürfte für viele Akteure an den Finanzmärkten ein Non-event darstellen. Denn es gibt derzeit nur ein einziges, alles beherrschende Thema: das Brexit-Referendum am 23. Juni. Dabei zeigen jüngste Umfragen in Großbritannien, dass sich die Mehrheitsverhältnisse unter den Wählern ganz eindeutig in Richtung eines Austritts Großbritanniens aus der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-vertrauen-in-die-eigene-rationalitaet/">Zu viel Vertrauen in die (eigene) Rationalität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8899 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Senti_15062016-300x137.jpg" alt="Senti_15062016" width="300" height="137" /> Die heutige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) dürfte für viele Akteure an den Finanzmärkten ein Non-event darstellen. Denn es gibt derzeit nur ein einziges, alles beherrschende Thema: das Brexit-Referendum am 23. Juni. Dabei zeigen jüngste Umfragen in Großbritannien, dass sich die Mehrheitsverhältnisse unter den Wählern ganz eindeutig in Richtung eines Austritts Großbritanniens aus der EU bewegen. Die übergreifende Umfrage der Financial Times (Poll of Pols) zeigt dabei eine leichte Führung der Brexit-Anhänger (47 Prozent gegenüber 44 Prozent REMAIN) an.</p>
<p>Dennoch scheinen viele britische Unternehmen keinen Notfallplan in der Schublade für die Zeit nach einem etwaigen Brexit zu haben. Dies mag wohl auch daran liegen, dass die Folgen eines Brexit völlig unklar sind. Dennoch lese ich immer wieder von Analysten, die ihre makroökonomischen Modelle mit Daten füttern und dann auf den Prozentpunkt genau vorhersagen können, wie heftig das Englische Pfund oder der Aktienmarkt im Falle eines Falles einstürzen werden. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass die Fundamentaldaten bereits seit Jahren durch die massiven Interventionen der großen Notenbanken in Form von geldpolitischen Lockerungs­programmen und ultraniedrigen Zinsen verwässert werden. Vor allen Dingen gehen diese Modelle davon aus, dass sich die Menschen an den Finanzmärkten rational verhalten. Eine Annahme, die angesichts der hohen Komplexität der möglichen Folgen und Rückkopplungen aus anderen Wirtschaftsräumen nach einem Brexit absurd erscheint.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zu optimistisch</strong></p>
<p>Es ist keine 14 Tage her, da wurde mir vorgeworfen, ich sei viel zu pessimistisch. Denn in Anbetracht der Tatsache, dass die Wohneigentumsquote in Großbritannien bei etwa 70 Prozent läge, könnten sie sich wegen drohender Wertverluste ein Brexit-Votum kaum leisten. Wertverluste, die übrigens nur dann interessant sind, wenn man gerade sein Immobilieneigentum verkaufen möchte.</p>
<p>Auch war die Ansicht vieler Investoren recht deutlich, dass sich die Wählerinnen und Wähler im letzten Augenblick doch noch für einen Verbleib ihres Landes in der EU aussprechen würden. In einer eigenen, nicht repräsentativen Befragung konnte ich am vergangenen Donnerstag noch feststellen, dass aus einer größeren Gruppe institutioneller Anleger 75 Prozent der Befragten keine Angst vor einem Brexit hatten.</p>
<p>Bei den Börsianern macht sich unterdessen auch keine  Angst breit, dass sich die jüngsten Umfragen bewahrheiten und es am Ende zu einem großen Tohuwabohu nach dem 23. Juni kommen könnte. Meine Stimmungs-Analyse dazu, die ich wie immer für die Börse Frankfurt erstellt habe, finden Sie übrigens <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Mutig-wider-den-Brexit-790512" target="_blank"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zu-viel-vertrauen-in-die-eigene-rationalitaet/">Zu viel Vertrauen in die (eigene) Rationalität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Chinas Börsen – ein Psychogramm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2015 11:34:36 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ein Aktienindex innerhalb eines Jahres um rund 157 Pro­zent an Wert gewinnt und danach in nicht einmal elf Wochen 45 Pro­zent verliert, ist man schnell geneigt, von einer Speku­lations­­blase und deren Platzen zu sprechen. Die Rede ist vom chine­sischen Aktienmarkt, gemessen am Shanghai Composite Index, der genau diesen Verlauf genommen hat. Und weil schätzungsweise [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Aktienindex innerhalb eines Jahres um rund 157 Pro­zent an Wert gewinnt und danach in nicht einmal elf Wochen 45 Pro­zent verliert, ist man schnell geneigt, von einer Speku­lations­­blase und deren Platzen zu sprechen. Die Rede ist vom chine­sischen Aktienmarkt, gemessen am Shanghai Composite Index, der genau diesen Verlauf genommen hat. Und weil schätzungsweise 80 Prozent der Umsätze an der Börse in Shanghai Privatanlegern zugeschrieben werden, erinnert die ganze Geschichte an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende.</p>
<p>Motivation genug für mich, das Thema des Monats September, das ich wie immer <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> für die WGZ Bank erstellt habe, der Anlegerpsychologie an Chinas Börsen zu widmen. Der im August angekündigte zweite Teil zur Ökonomie des Glücks ist aus aktuellem Anlass auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden.</p>
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		<title>Die Kraft von Vorhersagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2015 17:39:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Prognosen seien schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft beträfen, das wusste schon Mark Twain. Denn ihm wird dieses wunderbare Bonmot zugeschrieben. Dennoch sind treffsichere Vorhersagen – gerade wenn es um Geld geht – sehr gesucht. Und so wundert es nicht, wenn Finanzmarktexperten Prognoseirrtümer nicht gerne zugeben möchten. Viel häufiger werden indes Vorhersagen, die sich als [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Prognosen seien schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft beträfen, das wusste schon Mark Twain. Denn ihm wird dieses wunderbare Bonmot zugeschrieben. Dennoch sind treffsichere Vorhersagen – gerade wenn es um Geld geht – sehr gesucht. Und so wundert es nicht, wenn Finanzmarktexperten Prognoseirrtümer nicht gerne zugeben möchten. Viel häufiger werden indes Vorhersagen, die sich als falsch herausstellen, nicht zurückgenommen, sondern vorzugsweise peu à peu an die tatsächliche Marktentwicklung angepasst, als ob nichts geschehen sei und man immer schon gewusst habe, wohin der Kursverlauf strebt. Die Leidtragenden sind dann diejenigen, die sich auf solche Analysen verlassen haben, Sie müssen dann zusehen, wie sie mit diesen „Anpassungen“ zurechtkommen. Und oft geht ihre Anpassung an die Realität mit monetären Verlusten einher.</p>
<p>Deswegen erstaunte mich unlängst die Geschichte eines bekannten Analysten, von der mir mein ehemaliger Mitstreiter Herman Brodie berichtete. Denn der Experte – und das ist für diese Branche unüblich – gab unumwunden zu, dass er sich bezüglich der Entwicklung des Ölpreises geirrt habe: Der Fachmann hatte offenbar vor längerer Zeit vollmundig verkündet, der Preis für Rohöl würde, zumindest solange er auf der Welt sei, nicht mehr unter 50 Dollar pro Barrel fallen. In der Tat eine taktisch nicht ganz ungefährliche Prognose, denn auch Experten in Sachen Zukunft leben heutzutage manchmal länger, als sie es selbst für möglich halten. Mit anderen Worten: Der Analyst wäre gut beraten gewesen, die Gültigkeit seiner Prognose zeitlich zu begrenzen.</p>
<p>Aber nicht nur auf der zeitlichen Ebene überschätzen sich Prognostiker recht häufig. Gerade wenn es um Bandbreiten von Vorhersagen geht, stellt sich immer wieder heraus, dass die Experten diese Prognosebänder – oftmals auf Grund eines überzogenen Vertrauens (overconfidence) in die eigene Treffsicherheit – häufig viel zu eng fassen. Kritisch wird es, wenn auf Basis dieser Vorhersagen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Zum Beispiel im EZB-Rat.</p>
<p>So wies mich mein Ex-Kollege unlängst darauf hin, dass die Inflationsprognosen des Beraterstabs innerhalb der Europäischen Zentralbank seit langem permanent zu hoch ausfielen. So war etwa der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HICP) der EU für Dezember 2014 zwei Jahre zuvor mit einer Bandbreite zwischen 0,6 und 2,2 Prozent prognostiziert worden. Der tatsächliche Wert fiel dann mit -0,2 Prozent deutlich aus diesem Rahmen. Natürlich kann man sich irren, aber es hat uns dann doch überrascht, dass die jüngste Zwei-Jahresvorhersage nun sogar mit einem noch engeren Band von 0,6 bis 2,0 Prozent angegeben wurde. Ganz davon abgesehen, dass negative Preis-Veränderungen die Vorstellungskraft der Experten offenbar übersteigen.</p>
<p>Was die Vorstellungskraft der institutionellen Anleger hinsichtlich der DAX-Entwicklung angeht, habe ich die jüngsten Ergebnisse der Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+verpasste+kaufgelegenheit+78151" target="_blank"><strong>HIER</strong></a> kommentiert.</p>
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		<title>Don Giovanni reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 14:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment-Falle]]></category>
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		<category><![CDATA[Regret]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – auf Spanisch: Don Juan. Wir genossen die Oper, das Schauspiel um jenen großen Verführer, der nicht nur seine Frau Donna Elvira betrügt („Treu zu sein wäre grausam gegenüber all den anderen“), sondern auch viele andere Damen ins Unglück stürzt.</p>
<p>Und wieder einmal ist mir die Ambivalenz der Frauen, denen dieser weltberühmte Verführer das Herz bricht, aufgefallen. Einerseits sind die Damen hingerissen von der Attraktivität und dem Nimbus Don Giovannis, fast schon wollen sie seinen Lockungen nachgeben, um sich dann aber doch in letzter Sekunde darauf zu besinnen, was für ein Schuft er doch eigentlich ist. Aber wenn es hart auf hart geht, dann wäre Donna Elvira eben doch bereit, ihrem Mann alle Missetaten zu verzeihen. Weil sie ihn immer noch liebt.</p>
<p>Doch vermittelte zumindest die Frankfurter Inszenierung den Eindruck, dass Giovannis Attraktivität selbst als Bösewicht und Egomane alternativlos ist. Denn die anderen rechtschaffenen jungen Männer und Verlobten von Donna Anna und Zerlina wirken im Vergleich zu Don Juan doch eher bieder und farblos, so dass das Leben an ihrer Seite nicht gerade einem endlosen Feuerwerk der Leidenschaft gleichen dürfte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ohne Regret-Aversion</strong></p>
<p>Ja, irgendwo bewunderte auch ich die Figur des Giovanni und auch der Herr zwei Plätze neben mir hatte so ein Strahlen in seinen Augen, dass ich den Eindruck hatte, er wolle auf der Stelle in den Mantel dieses Frauenverführers schlüpfen. Auch wenn dieser in der Frankfurter Inszenierung bereits sehr stark im Altern begriffen schien. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zumindest Behavioral Economics Freaks müssen einfach ein Faible für Don Giovanni haben, weil er trotz all’ seiner Untaten nicht im mindesten Bedauern oder Reue verspürt. „Regret Aversion“, die Angst des Entscheiders (und Börsianers) vor einem Fehlgriff oder -tritt, ist ihm vollkommen fremd.</p>
<p>Trotzdem muss er bekanntlich immer wieder den Attacken der rachsüchtigen Liebhaber durch allerlei Tricks entkommen. Und das gelingt ihm so gut, dass sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (wir sprechen in diesem Falle von Overconfidence) fast ins Unermessliche wächst. Auch wenn sein Diener Leporello (für einen mittelprächtigen Bonus, versteht sich) immer wieder den Kopf für ihn hinhalten muss. Sein Selbstvertrauen ist so unerschütterlich, seine Furchtlosigkeit so grenzenlos, dass er am Ende sogar den Steinernen Gast, die Verkörperung des Todes, zum Abendessen einlädt.</p>
<p>Und dann wurde sie wieder einmal gesungen, die Arie des Komturs, bei dessen kurzem, aber extrem wichtigem Auftritt nichts schiefgehen darf. Sonst käme der immer noch rein gar nichts bereuende Don Giovanni –  wir würden seine Gemütslage als „gefangen in der Commitment-Falle“ bezeichnen – nämlich nicht in die Hölle. Denn die Oper endet ja nicht ohne den tröstlichen Hinweis, dass am Ende doch stets das Gute siegen wird.</p>
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		<title>Erben bringt Scherben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Mar 2014 12:49:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Traf unlängst wieder einmal Freund K., der mir von seinem weit entfernten Nenn-Onkel erzählte. Alt und gebrechlich, wenn nicht sogar ein wenig dement sei dieser mittlerweile geworden, erzählte er mir betrübt. Umso trauriger, dass „Onkelchen“ auch noch ganz alleine ist, weil seine Frau vor zwei Jahren verstarb und es keine Kinder oder andere nahe Verwandte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Traf unlängst wieder einmal Freund K., der mir von seinem weit entfernten Nenn-Onkel erzählte. Alt und gebrechlich, wenn nicht sogar ein wenig dement sei dieser mittlerweile geworden, erzählte er mir betrübt. Umso trauriger, dass „Onkelchen“ auch noch ganz alleine ist, weil seine Frau vor zwei Jahren verstarb und es keine Kinder oder andere nahe Verwandte gibt, die sich um ihn kümmern könnten. Was blieb dem guten K. da anderes übrig, als sich selbst des armen alten Onkels anzunehmen? Doch hat er sich damit wirklich viel aufgebürdet, denn der angeheiratete Oheim wohnt Hunderte von Kilometern von K.‘s Wohnort entfernt, immerhin aber in einem Pflegeheim, so dass er jedenfalls gut versorgt ist. Also machte sich K. einmal im Monat auf, um seinen entfernten  Verwandten zu besuchen und um nach dem Rechten zu sehen.</p>
<p>Anfangs geschah das bestimmt aus reiner Nächstenliebe, doch mit der Zeit entwickelte sich sogar eine gewisse Zuneigung, die bei K. noch größer werden sollte, als er erfuhr, der liebe Onkel wolle ihn in seinem Testament bedenken, damit nicht der Staat alleine alles erben würde. K. ging die Sache einerseits mit einem gewissen Tempo an, da man nicht wissen konnte, wie lange der Onkel angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Demenz noch in der Lage wäre, ein notarielles Testament zu unterschreiben. Andererseits nahm sich K. noch so viel Zeit, sich steuerlich und juristisch beraten zu lassen. Denn die Erbschaftssteuer würde im Fall des Falles unbarmherzig zuschlagen, wie K. mir erläuterte. 500.000 Euro wären ja ein schönes Vermächtnis in spe, wenn da nicht ein Steuersatz von 30 Prozent in Ansatz gebracht würde, sinnierte er unlängst beim gemeinsamen Mittagessen mit mir. Aber immerhin gäbe es einen Freibetrag von sage und schreibe 20.000 Euro, weswegen K. seine liebe Ehefrau gleich mit ins Boot nahm, um so im Sinne einer Optimierung der künftigen Familienfinanzen den doppelten Steuerfreibetrag geltend machen zu können.</p>
<p>Ich bin weder Steuerfachmann noch Jurist, aber über den Daumen hätte dies eine Steuerersparnis von zwölf statt 6.000 Euro bedeutet. Doch jedes Mal, wenn ich in Deutschland von Steuervorteilen höre, schrillen bei mir sogleich die Alarmglocken. Sei es, dass es um irgendwelche Immobiliengeschichten oder bestimmte Fonds ging – ich kenne viele, die mir von den tollen Schnippchen erzählt haben, die man dem Fiskus ganz legal schlagen könne. Aber ich kenne niemanden, der per Saldo mit solchen Investments über die Jahre verlustfrei geblieben oder gar mit einer satten Rendite herausgekommen wäre.  Aber bei K. lag die Geschichte ein bisschen anders.</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Späte Reue – oder erben mit dem Homo oeconomicus</b></p>
<p>So geriet mein Freund beim heutigen Mittagessen ins Grübeln und sagte, die Idee, seine Frau mit ins Erbenboot zu nehmen, sei wohl doch nicht so gut gewesen. Nicht weil K. seine Frau (oder sie ihn) demnächst verlassen wolle. Aber im unwahrscheinlichen Falle einer Scheidung nach dem Hinscheiden des Onkels würde das ganze Erbe in den Zugewinn fallen und müsste dann wohl geteilt werden. „Das wäre tragisch“, bemerkte ich, denn ich glaube zu wissen, dass Ererbtes und Geschenktes nicht zum Vermögen zählen, das während der Ehe erwirtschaftet wurde, weswegen der Ehepartner, sofern er <i>nicht</i> im Testament bedacht war, von diesem Geld auch nichts bekäme.</p>
<p>Ich merkte, wie K. zu zweifeln begann, ob sich die ganze Geschichte mit dem gewonnenen Freibetrag denn überhaupt noch rechnen würde. Ich schlug ihm vor, doch wie ein Homo oeconomicus vorzugehen: Multipliziere den durch Zugewinn entgangenen Betrag aus der Erbschaft mit der Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe geschieden werden muss. K. multiplizierte schnell 250.000 Euro (die Hälfte der erwarteten Erbschaft) mit der von ihm geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit von 1 Prozent dieses fürwahr unerfreulichen Ereignisses. Und er stellte erleichtert fest, der Steuervorteil sei doch größer.</p>
<p>„Aber“, erwiderte ich mit meiner verhaltensorientierten Denke,  „die Eintrittswahrscheinlichkeit einer eigenen Scheidung unterschätzt man ganz leicht, weil man zu großes Vertrauen in die eigenen Kontrollmöglichkeiten setzt. Aber abgesehen davon riet ich K., er solle sich nicht so sehr den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen, denn glücklicherweise sei der Onkel doch noch am Leben, und darüber müsse man doch vor allem froh sein. K. nickte &#8211; und schwieg. Sein Blick war abwesend.</p>
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		<title>Das Boot ist gut gefüllt</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/das-boot-ist-gut-gefuellt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2014 07:43:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So sieht also ein Traumstart in den ersten Monat des neuen Jahres aus. Man verkauft einen Teil seiner Aktienbestände in der Nähe des Allzeithochs, um sie dann kurze Zeit später deutlich günstiger wieder zurückzukaufen. Anders ausgedrückt: Die jüngste Entwicklung in einigen Währungen der Schwellenländer, die man durchaus als krisenhaft bezeichnen kann, hat also auch ihre [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So sieht also ein Traumstart in den ersten Monat des neuen Jahres aus. Man verkauft einen Teil seiner Aktienbestände in der Nähe des Allzeithochs, um sie dann kurze Zeit später deutlich günstiger wieder zurückzukaufen. Anders ausgedrückt: Die jüngste Entwicklung in einigen Währungen der Schwellenländer, die man durchaus <span id="more-6898"></span>als krisenhaft bezeichnen kann, hat also auch ihre guten Seiten für viele Investoren hierzulande gehabt. Denn trotz allen Krisengeredes und Crashbefürchtungen mancherorts hat man sich vielfach mutig gezeigt und beherzt bei deutschen Aktien zugegriffen. Dies ist auch insbesondere an der Stimmungsentwicklung der Anleger erkennbar, die die Börse Frankfurt unter mittelfristig orientierten Investoren allwöchentlich erhebt. Dabei zeigt sich wieder einmal, dass man nicht blind einfach nur das Gegenteil von dem machen darf, was das Gros der Anleger meint, nur weil Sentiment-Indices landläufig als Kontraindikatoren angesehen werden. Gerade die vergangenen beiden Wochen haben nämlich wieder einmal gezeigt, dass auch die Mehrheit phasenweise richtig liegen kann. Die große Kunst ist also herauszufinden, wann sich dies ändert.</p>
<p>Der gestiegene Optimismus bei der gestrigen Umfrage lässt befürchten, dass das Börsenboot nunmehr relativ gut gefüllt ist. Dennoch ist der DAX trotz dieser jüngsten Käufe nicht angestiegen und wäre demnach auf die Hilfe frischen langfristigen Kapitals angewiesen, um richtig durchstarten zu können. Die größte Gefahr für die jüngsten Aktienkäufer besteht jedoch darin, dass sie unter dem Eindruck des bisher gut gelaufenen Monats Januar nicht rechtzeitig den Ausstieg finden, wenn es denn weiter nach unten gehen sollte. Wie die Risiken diesbezüglich stehen, können Sie der Analyse meines Kollegen Gianni Hirschmüller (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+dax+rueckschlagswunsch+geht+in+erfuellung+63219">hier</a></span>) entnehmen, die er für die Börse Frankfurt erstellt hat. Meine Detailanalyse dazu finden Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+dax+rueckschlagswunsch+geht+in+erfuellung+63219#reiter=detailanalyse">hier</a></span>.</p>
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		<title>„Blase, na und?“</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/blase-na-und/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2014 07:22:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An den ersten Handelstagen im neuen Jahr wird immer nach Vorzeichen und Hinweisen gesucht, wie es denn weitergehen könne mit dem DAX. Vor allen Dingen die Nachfrage nach Punktprognosen, wo das Börsenbarometer wohl Ende des Jahres 2014 stehen werde, ist groß. Da ich solche Vorhersagen als Gesellschaftsspiel für Börsianer betrachte, bei denen ohnehin mit hoher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blase-na-und/">„Blase, na und?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An den ersten Handelstagen im neuen Jahr wird immer nach Vorzeichen und Hinweisen gesucht, wie es denn weitergehen könne mit dem DAX. Vor allen Dingen die Nachfrage nach Punktprognosen, wo das Börsenbarometer wohl Ende des Jahres 2014 stehen werde, ist groß. Da ich solche Vorhersagen als Gesellschaftsspiel für Börsianer betrachte,<span id="more-6830"></span> bei denen ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit diejenigen richtig tippen werden, die mit den Märkten am wenigsten zu tun haben, war ich richtig froh, als ich am Wochenende bei Spiegel online drei gute Gründe für einen Einstieg in den Aktienmarkt (und drei dagegen) serviert bekam. Wobei mich zugegebenermaßen die Kaufargumente mehr interessierten. Die Aktie, so las ich, sei momentan alternativlos, die deutsche, aber auch die europäische Wirtschaft laufe gut und habe teilweise noch Nachholbedarf. Meinetwegen. Das dritte Argument klang dagegen fast schon ein wenig keck: „Blase, na und?“, fragte der Autor und erklärte, die aktuelle Hausse beim DAX sei ja nicht einmal fünf Jahre alt. Frühere Boomphasen hätten indes  länger gedauert. Und am Ende münde die Stimmung in eine allgemeine Euphorie. Dass wir noch nicht so weit sind, kann auch ich bestätigen. Aber die Sorglosigkeit des Autors, der zu glauben scheint, man könne, selbst wenn sich derzeit eine solche Blase ausdehnen sollte, noch ordentlich Geld bis zu deren Platzen verdienen, stimmte mich dann doch nachdenklich.</p>
<p>Tatsächlich konnte man in der Börsenszene noch Mitte vergangenen Jahres viele Menschen antreffen, die angesichts der starken Aufwärtstrends an manchen Aktienmärkten schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kamen. Verbunden mit dem kategorischen Imperativ eines „Finger weg!“ So auch beim DAX. Was danach kam, ist hinlänglich bekannt – es ging weiter nach oben, und das vergangene Jahr wurde knapp unter dem Allzeithoch beendet. Für viele stiegen die Kurse also viel weiter als gedacht. Und wer in den vergangenen beiden Jahren aus nachvollziehbaren Gründen gegen diesen Trend gehalten hat oder gar zum x-ten Mal dessen großen Zusammenbruch ausrief, mag nunmehr zu dem Schluss gekommen sein, dass sich die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt möglicherweise selbst jetzt noch viel weiter nach oben entwickeln könnte, als man das bisher geglaubt hatte. Vielleicht mag dies den Autor von Spiegel online zu der kühnen Annahme verleitet haben, man könne Blasen womöglich sogar reiten. Und zwar so lange, bis sie platzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ritt auf der Blase</b></p>
<p>Ich hingegen bin skeptisch, ob dergleichen gelingen kann. Denn Blasen sind typischerweise dadurch gekennzeichnet, dass Menschen ein viel zu starkes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten (overconfidence) an den Tag legen, so dass, vor allem in Phasen der Euphorie, ihr Blick auf die Märkte vernebelt ist. Zusätzlich kann uns das Erfolgsgerede der anderen, erfolgreichen Mitstreiter an den Märkten am Ende einer Blasenphase ohnehin so sehr beeindrucken, dass wir gerade dann auf keinen Fall aussteigen möchten. Genauso wie der sichtbare Beweis täglicher Erfolge, der selbst eingefleischte Warner verstummen lässt.</p>
<p>Und wer am Allzeithoch steht und gerade darüber nachgrübelt, ob er die Party verlassen möchte, dann aber zulange zögert und schließlich mitansehen muss, wie sein Lieblingsinvestment plötzlich und scheinbar aus dem Nichts an einem Tag mehrere Prozent seines Wertes verliert, wird sich schnell damit beruhigen, es handele sich doch nur um eine gesunde Korrektur. Und mental sorgt der Bezugspunkt <i>verpasstes Allzeithoch</i> ohnehin dafür, dass sich die meisten Akteure in diesem Moment in einer Verlustsituation wähnen. Relative Verluste, die man versucht wieder wettzumachen, statt sie im Zweifel zu realisieren und auszusteigen. Nein, die meisten von uns werden es nicht merken, wenn just in einem solchen Augenblick die Blase platzt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blase-na-und/">„Blase, na und?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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