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	<title>Kontrolle Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Unentschieden zwischen Angst und Risikofreude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 04:52:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern konnte man fast den Eindruck bekommen, die Finanzmärkte hätten schon mal für den Winterschlaf geübt. Dabei verhält es sich ganz und gar nicht so, dass es zurzeit keine marktbewegenden Themen gäbe. Ich spreche nicht von ökonomischen Daten, die momentan oftmals einfach nur durchgewunken werden. Und auch mit der Prognose des vor allem vor der Covid-19-Krise viel beachteten Modells der Fed von Atlanta, GDPNow, das gestern für das dritte Quartal dieses Jahres ein US-Wachstum von annualisiert 35,3 Prozent berechnete, kann wohl nicht nur ich allein nur wenig anfangen. Auch zuletzt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/lockdown-2-0/">Unentschieden zwischen Angst und Risikofreude</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>845)             </strong>Gestern konnte man fast den Eindruck bekommen, die Finanzmärkte hätten schon mal für den Winterschlaf geübt. Dabei verhält es sich ganz und gar nicht so, dass es zurzeit keine marktbewegenden Themen gäbe. Ich spreche nicht von ökonomischen Daten, die momentan oftmals einfach nur durchgewunken werden. Und auch mit der Prognose des vor allem vor der Covid-19-Krise viel beachteten Modells der Fed von Atlanta, GDPNow, das gestern für das dritte Quartal dieses Jahres ein US-Wachstum von annualisiert 35,3 Prozent berechnete, kann wohl nicht nur ich allein nur wenig anfangen. Auch zuletzt wegen der immer noch stark steigenden Covid-19-Infektionen in den USA und Europa.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12623" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/21102020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/21102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/21102020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bislang keine Angst vor einem Lockdown 2.0?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Denn hierzulande möchte derzeit eigentlich niemand über einen zweiten Lockdown nachdenken oder darüber öffentlich sprechen. Was momentan eher nach lokal begrenzten Aktionen aussieht (siehe Berchtesgaden), erinnert an einen Flickenteppich, der mit weiter stark ansteigenden Infektionszahlen in den kommenden Wochen vermutlich immer einheitlicher werden wird. Aus vielen kleinen Hotspots und öffentlichen Bereichen mit mehr oder weniger starken Einschränkungen wird am Ende womöglich dann doch noch ein bundesweiter Lockdown 2.0.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und immer wieder sind die Kommentatoren erstaunt, dass sich dieser Trend nicht viel stärker in den Aktienkursen niederschlägt. Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass die Akteure Covid-19 und damit verbunden alle gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen nicht ernst nehmen würden. Auch wenn wir in diesem Fall gerne über die Gewöhnung der Börsianer an die negativen Nachrichten sprechen, soll das keine Verharmlosung sein. Aber Gewöhnung heißt eben auch, sich mit der Zeit an neue Gegebenheiten anzupassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Scheinbar alles unter Kontrolle</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Börsenkurse angeht, hilft auch die Erinnerung an Februar und März dieses Jahres, als es den Märkten gelang, die erste Phase der Krise erstaunlich schnell zu meistern. Aber dieses beruhigende Gefühl, die schwierige Vergangenheit zumindest aus Sicht der Finanzmärkte unter Kontrolle bekommen zu haben, ist zwar menschlich nachvollziehbar (Kontrollbedürfnis), könnte sich dennoch als Illusion herausstellen. Zumal sich die schnelle Erholung vom Aktiencrash seit dem 21. März wohl in erster Linie der Hilfe der Notenbanken und ihren geldpolitischen Programmen verdankt. Und den fiskalpolitischen Hilfspaketen und der damit verbundenen Hoffnung auf mehr. Vor allem in den USA.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während sich die Aktienmärkte also gestern ziemlich schwer damit taten, sich für Risikoaversion oder -freude zu entscheiden, setzte der Euro seine freundliche Tendenz fort und hat nun stabiles Terrain erreicht. Mit der Chance, oberhalb von <strong>1,1860</strong> einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrend zu beginnen. Unter der Voraussetzung, dass <strong>1,1740/45</strong> gehalten werden kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Deutschlands schönste Frau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2015 17:36:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA["Deutschlands schönste Frau"]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung unter Unsicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann nicht immer nur bedeutend sein. Und anspruchsvoll. Manchmal braucht man einfach seichte Berieselung, um sich zu entspannen. Gestern war so ein Tag, an dem ich mich ziemlich ausgelaugt fühlte. Also zappte ich mich abends durchs Fernsehprogramm und blieb dann bei einer Sendung, die wohl eigentlich eher für ein weibliches Publikum gedacht ist, hängen. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann nicht immer nur bedeutend sein. Und anspruchsvoll. Manchmal braucht man einfach seichte Berieselung, um sich zu entspannen. Gestern war so ein Tag, an dem ich mich ziemlich ausgelaugt fühlte. Also zappte ich mich abends durchs Fernsehprogramm und blieb dann bei einer Sendung, die wohl eigentlich eher für ein weibliches Publikum gedacht ist, hängen. Aber ich gebe zu, dass ich mir schon einige Male auch „Germanys next Topmodel“, ein Muss für die drei Frauen in unserem Haushalt, mitangeschaut habe. Natürlich nicht aus Voyeurismus oder Neugier, sondern nur, um mir als verantwortungsbewusster Vater einen Eindruck davon zu verschaffen, welchem Schönheitsideal meine sechzehnjährige Tochter frönt. Gestern Abend aber lief so etwas wie eine Cover-Version von Heidi Klums Casting-Show, bei der die weiblichen Modelle allerdings nicht mehr ganz so jung aussehen – die älteste Kandidatin ist bereits 66 Jahre alt. Ich meine die RTL-Sendung „Deutschlands schönste Frau“ unter der Leitung von Guido Maria Kretschmer.</p>
<p>Schnell fand ich heraus, dass es bei dieser Serie offensichtlich nicht um das bestaussehende Model Deutschlands ging, sondern vor allem um innere Werte und nur ein wenig um äußerliche Schönheit. Kurzum, um Frauen, die wir auch in unserer Nachbarschaft finden könnten. Frauen mit Charakter, Emotionen und Schicksalen, die, so erfuhr ich von einer Bekannten, von der ungewollten Schwangerschaft mit 15 bis zur Mutter mit Alkoholproblemen reichen. Endlich eine menschliche TV-Sendung, kein gnadenloser Wettbewerb, sondern ein Casting mit Herz? Zumindest wurde viel geschluchzt und geweint. Aber das wird es bei Heidis Mädchen ja auch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Magische Altersgrenze</strong></p>
<p>Und damit alles halbwegs fair verläuft, haben sich die Macher etwas ganz Besonderes ausgedacht, indem sie die Kandidatinnen für „Deutschlands schönste Frau“ in zwei Gruppen aufteilten – die eine bestand aus den Unter-30-Jährigen und die anderen aus allen, die diese angeblich magische Altersgrenze im Leben einer Frau bereits überschritten hatten. Auch gibt es hier keine Jury, deren Sprecher am Ende mit schrillschneidender Stimme verkündet, man habe dieses Mal leider „kein Foto“ für die Kandidatin, die Metapher für deren sofortiges Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Nein, in Kretschmers Format müssen die Kandidatinnen den Rausschmiss der lästigen Konkurrenz schon selbst besorgen.</p>
<p>Natürlich erhält auch bei Kretschmer jede Frau ausreichend Gelegenheit, sich auf die eine oder andere Weise und nach verschiedenen Vorgaben zu präsentieren. Manchmal auch nackt. Aber der eigentliche Höhepunkt eines jeden Mittwochabends ist dann die „Ladies‘ Night“, in deren Verlauf die Kandidatinnen einander gegenseitig für den endgültigen Abschied bestimmen müssen – jeder soll dabei zwei Frauen – je eine aus jeder Gruppe – „nominieren“, was wiederum eine schöne Umschreibung dafür ist, dass man sich auf diese Weise einer gefährlichen Nebenbuhlerin um den Sieg elegant entledigen kann. Nein, da gibt es kein Pardon. Jetzt sind jede Menge niedrige Beweggründe wie Neid, Rivalität, Missgunst und andere Todsünden gefragt. Abgewählt wird natürlich die schärfste Konkurrenz. Und damit die Sendung nicht völlig aus dem Ruder läuft, greift Guido M. Kretschmer mitunter wie ein rettender Gott aus der Kulisse heraus ein und wählt schon einmal zwei Damen aus, die er unbedingt auch in der nächsten Runde noch dabeihaben möchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontrollverlust in der &#8222;Ladies&#8216; Night&#8220;<br />
</strong></p>
<p>Dass es tatsächlich noch so etwas wie innere Schönheit, Edelmut und Verzichtsbereitschaft gibt – bis gestern Abend hätte mir der Glaube an solche Werte nicht mehr als ein halb mitleidiges, halb zynisches Grinsen entlockt. So befürchtete ich das Schlimmste, als Kretschmer die Damen einzeln zum Nominieren bat.</p>
<p>Aber ich wurde eines Besseren belehrt.</p>
<p>Nicht weil mich Tränen, Verzweiflung und Ratlosigkeit der unfreiwilligen Schicksalsgöttinen – immerhin ging es um einsame Entscheidungen unter Unsicherheit – besonders mitgenommen hätten. „Ich kann doch meine beste Freundin jetzt hier nicht verraten“, diesen Satz konnte man unter Schluchzen und Tränen-Tremolo mehrfach vernehmen. Doch dann setzte ich mich überrascht auf meinem Sofa auf: Eine Kandidatin hatte doch tatsächlich aus lauter Menschlichkeit sich selbst für den Rausschmiss bestimmt! Aber die Welt war noch viel besser, als ich alter Pessimist zu glauben gewagt hatte: Es waren sogar drei (alle übrigens aus der Gruppe der Unter-30-Jährigen), die bereit waren, die eigenen Überlebenschancen im Kampf um den Titel als „Deutschlands schönste Frau“ durch Selbstnominierung erheblich zu verschlechtern.</p>
<p>Oder war es doch keine reine Fairness, die die Entscheidung dieser edlen Seelen beeinflusste? Die verhaltensorientierte Ökonomie kennt nämlich das stark verbreitete und mächtige Bedürfnis nach Kontrolle, das unser aller Handeln stärker bestimmt, als wir uns alle bewusst sind. So möchte sich jeder Mensch lieber als Verursacher von Veränderungen seiner Umwelt wahrnehmen denn als passives Objekt, das diese Veränderungen nicht beeinflussen kann, sondern nur erleidet. Wir möchten unsere Realität verstehen, vorhersagen und beeinflussen können, und das ist ein Wunsch, der seit Jahrtausenden biologisch fest in uns verankert ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abgang mit erhobenem Haupt </strong></p>
<p>Aber wenn einem andere durch den Rauswurf aus dem Wettbewerb um „Deutschlands schönste Frau“ quasi zu verstehen geben, „Du bist nicht schön genug“, dann hat das schon etwas von einem Kontrollverlust. Weil diese Situation außerhalb des eigenen Handlungsspielraums liegt. Ob die Selbstnominierung womöglich auch ein Versuch ist, sich einen Teil dieser verloren geglaubten Kontrolle zurückzuerobern? Wer freiwillig und aus Freundschaft und Mitgefühl mit den anderen Bewerberinnen auf seine Chance, zu „Deutschlands schönster Frau“ gekürt zu werden, verzichtet, kann erhobenen Hauptes die Bühne verlassen. Wer indes sich selbst aufzuwerten versucht, indem er Andere in ihrem Aussehen und Benehmen verunglimpft, der legt ein hässliches Verhalten an den Tag und hat sich beinahe selbst schon disqualifiziert. Vor allem nach dieser jüngsten Sendung.</p>
<p>Wie einfach habe ich es dagegen, ich muss keine Entscheidung unter Unsicherheit treffen. Denn für mich sitzt Deutschlands schönste Frau sowieso seit 20 Jahren neben mir, auf dem Sofa, in unserem Wohnzimmer.</p>
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		<title>Zum Kontrollbedürfnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2014 15:36:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolbedürfnis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre und vor allem aber auch als Folge der Finanzkrise, konnte man immer deutlicher feststellen, auf welch unterschiedliche Art und Weise Anleger und Investoren versuchten, mit ihren Gewinnen und Verlusten umzugehen. Gerade im Verhältnis zu manchem Vermögensberater machte sich eine Tendenz breit, die für deutsche Verhältnisse neu war: Die Neigung vieler Anleger, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zum-kontrollbeduerfnis-2/">Zum Kontrollbedürfnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Während der vergangenen Jahre und vor allem aber auch als Folge der Finanzkrise, konnte man immer deutlicher feststellen, auf welch unterschiedliche Art und Weise Anleger und Investoren versuchten, mit ihren Gewinnen und Verlusten umzugehen. Gerade im Verhältnis zu manchem Vermögensberater machte sich eine Tendenz breit, die für deutsche Verhältnisse neu war: Die Neigung vieler Anleger, Gewinne als eigene Leistung anzusehen, für Verluste hingegen andere moralisch und vielleicht auch noch pekuniär – oftmals auch mit Recht – in Haftung zu nehmen. Eine Haltung die sich in den Jahren ungewohnt massiver Kurseinbrüche an den Aktienmärkten, aber auch anderswo merklich verstärkte.</p>
<p>Die Wirtschaftspsychologie hat dafür eine sehr interessante Erklärung parat. Danach haben die Menschen bei Verlusten generell ein stärkeres Kontrollbedürfnis als bei Gewinnen. Ein Phänomen, das man auch in sehr vielen Unternehmen finden kann. Sprudeln die Profite stellt kaum jemand kritische Fragen, wie diese zustande gekommen sind. Aber bei Verlusten! Es ist dem US-Psychologen Julian Rotter zu verdanken, dass bereits vor einigen Jahrzehnten der Begriff des <em>Locus of control</em> bekannt wurde. Danach wird man ein positives Ereignis, etwa einen Gewinn an der Börse, als das Ergebnis eigener Aktivitäten interpretieren – ein Phänomen, das sich hervorragend bei erfolgreichen Marktakteuren beobachten lässt. Man spricht auch von interner Kontrolle. Unerwünschte Ereignisse und Verluste werden dagegen gerne auf externe Faktoren geschoben, man spricht auch von externer Kontrolle – man fühlt sich als Spielball fremder Mächte und glaubt, daran auch nicht viel ändern zu können.</p>
<p>Kontrolle auszuüben ist aus Sicht der Verhaltensökonomie gleichbedeutend mit der Notwendigkeit, sich zu informieren – wer sich nicht informiert, kann im Zweifel auch nicht kontrollieren. Mehr noch: Wer sich nicht informiert, macht sich irgendwie mitschuldig, wenn der Erfolg manches Investments ausbleibt. Ich halte das Thema für sehr wichtig und habe von der WGZ Bank dankenswerterweise die Möglichkeit erhalten, im heute erschienenen <strong><em><a href="http://news.wgzbank.de/go/14/YYWR164-YYSOR9D-Y2PEENI-16U3FUS.html">Goldbergs Thema des Monats </a></em></strong>zum Kontrollbedürfnis der Anleger einen Beitrag schreiben zu dürfen.</p></blockquote>
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		<title>Späte Kontrolle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn/Verlust-Asymmetrie]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Las unlängst in der FT einen Kommentar von Martin Taylor, ehemaliger CEO von Barclays, in dem er sich wundert, warum es so lange gedauert habe, bis sich die Aktionäre gegen die hohe Bezahlung der Banker aufgelehnt hätten. Natürlich kann man den Zeitgeist dafür verantwortlich machen, der erst jetzt die bis dahin weit verbreitete Haltung in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Las unlängst in der FT einen Kommentar von Martin Taylor, ehemaliger CEO von Barclays, in dem er sich wundert, warum es so lange gedauert habe, bis sich die Aktionäre gegen die hohe Bezahlung der Banker aufgelehnt hätten. Natürlich kann man den Zeitgeist <span id="more-3956"></span>dafür verantwortlich machen, der erst jetzt die bis dahin weit verbreitete Haltung in der Industrie in Frage stellt, wonach es sich bei der Entlohnung der Bankmanager um die gerechte Verteilung ehrlich und im fairen Wettbewerb erarbeiteter Gewinne handele. Oder man könnte argumentieren, es brauche ganz einfach Zeit, bis die kritische Masse aus Wutbürgern und aufmerksamen Aktionären erreicht sei, die dann darauf dringen, die teils exzessive und fehlgeleitete Entwicklung bei der Bezahlung von (Bank)-Führungskräften zu korrigieren.</p>
<p>Martin Taylor hat für die stark verzögerte Revolte der Aktionäre indes drei andere, für ihn entscheidende Gründe ausfindig gemacht. Einmal hätten sich die Halteperioden der Aktieninhaber mittlerweile so stark verkürzt, dass sich diese kaum mehr mit den Unternehmen identifizierten. Das ist nachvollziehbar. Das zweite Argument, dass ein Fondsmanager, der in einer Bankaktie untergewichtet sei, möglicherweise ein geringeres Interesse habe, gegen überhöhte Managergehälter einzuschreiten, als ein in derselben Aktiengesellschaft übergewichteter Marktteilnehmer, mag ich indes nicht so recht teilen. Denn selbst ein (möglicherweise nur temporär) untergewichteter Fondsmanager ist trotzdem noch Anteilseigner an der Aktiengesellschaft. Einleuchtender mag das dritte Motiv sein. Danach würden zumindest institutionelle Fondsmanager nichts an der hohen Gehaltsstruktur der Banker finden, weil sie selbst nach ähnlichen Regeln bezahlt würden. Nach dem Motto, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.</p>
<p>Die wichtigste Antwort für die späte Reaktion der Aktionäre auf die Banker-Boni dürfte dagegen aus der Psychologie kommen. Danach haben die Menschen bei Verlusten generell ein stärkeres Kontrollbedürfnis als bei Gewinnen. Ein Phänomen, das man auch in sehr vielen Unternehmen selbst finden kann. Sprudeln die Profite – wie auch einst im Investmentbanking – stellt kaum jemand kritische Fragen darüber, wie diese zustande gekommen sein mögen. Ja, es würde fast schon am Blasphemie grenzen, wenn jemand angesichts einer hervorragenden Bilanz die Frage aufwerfen würde, ob unter den gegebenen Umständen nicht noch mehr hätte verdient werden müssen – zusätzliche Gewinne, die möglicherweise in schlechten Zeiten fehlen.</p>
<p>Im Gegenzug wird Kritik immer dann laut, wenn Verluste entstanden oder Gewinnziele deutlich verfehlt (gleichbedeutend mit relativen Verlusten) worden sind. Und auch nach den Schuldigen beginnt man erst zu suchen, wenn mehrere oder im Extrem gar die Gesellschaft als Ganzes unter den Verlusten leidet. Dann ist Kontrolle etwas ganz Normales, und das Geschrei, dass womöglich Gewinne verteilt wurden, die gar nicht erwirtschaftet worden sind, darf dann besonders laut sein.</p>
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		<title>Wenn das Steve Jobs gewusst hätte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 08:23:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich ist meine Beziehung zu meinem Apple iPod bislang angenehm und reibungslos verlaufen. Ja, ich habe der dazugehörigen iTunes Software so sehr vertraut, dass ich mit ihr meinen kompletten CD-Bestand verwalte. Und wenn ich mir eine neue Oper, eine Klassik-CD oder Popmusik-Kompilation kaufen möchte, bediene ich mich häufig des iTunes Shop. Und dieser belastet dann [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-das-steve-jobs-gewusst-hatte/">Wenn das Steve Jobs gewusst hätte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist meine Beziehung zu meinem Apple iPod bislang angenehm und reibungslos verlaufen. Ja, ich habe der dazugehörigen iTunes Software so sehr vertraut, dass ich mit ihr meinen kompletten CD-Bestand verwalte. Und wenn ich mir eine neue Oper, eine Klassik-CD oder Popmusik-Kompilation kaufen möchte, bediene ich mich häufig des iTunes Shop<span id="more-2859"></span>. Und dieser belastet dann mein Girokonto mittels der Online-Inkassogesellschaft clickandbuy. Genau dieses Unternehmen war mir erstmals vor ein paar Tagen zum ersten Mal unangenehm aufgefallen, weil es versucht hatte, für eine unlängst erworbene CD gleich 13 mal denselben Betrag zur Abbuchung auf meinem Konto zu avisieren. Das ganze per Email zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens. Ich wähnte mich einem Hackerangriff ausgesetzt und rief sofort bei clickandbuy an, wo man mir sagte, das Konto könne zwar sofort gesperrt werden, die Abbuchung müsse ich jedoch bei Apple iTunes selbst stornieren.</p>
<p>Da saß ich nun vor meinem Bildschirm und suchte und suchte. Bis mir klar wurde: Apple will anscheinend möglichst nur per Mail mit mir kommunizieren. Und so kämpfte ich mich zur „Express Lane“ durch und landete mehrfach ganz schnell in einer Sackgasse, weil mein Problem in der Auswahl der Support-Angebote nicht angezeigt war. Nach vielem Hin und Her fand ich immerhin eine telefonische Hotline, die zwar mit Apple, aber nicht mit iTunes-Problemen zu tun hatte. Aber ich musste zu Apple, um einem Missbrauch meines Kontos vorzubeugen. Immerhin muss man Apple eines lassen: Gleich zu Beginn des Anrufs bekam ich mitgeteilt, dass ich etwa zehn Minuten warten müsse, bis sich ein Mitarbeiter meines Problems annehmen könne. Das war fair, denn so konnte ich sofort entscheiden, ob ich bis zum Schluss in der Leitung bleiben wollte. Aber mein Problem duldete keinen Aufschub.</p>
<p>Dann Stille. Keine Musik – einfach nichts. Nicht dass ich Warteschleifengedudel besonders mögen würde. Aber ich war es seit Jahren gewohnt, in solch einem Fall zumindest schlecht unterhalten zu werden. So war mir die Stille fast unerträglich. Ich spürte nicht nur ein Kontrolldefizit, gegen das ich fast ohnmächtig war. Außerdem hatte ich das Gefühl, Apple wolle nichts, und schon gar nicht persönlich, mit seinen Kunden zu tun haben. Nach Minuten erklärte mir dann eine Männerstimme per Band, sobald ein Mitarbeiter frei würde, würde dieser sich um mich kümmern. Wieder Stille. Nicht einmal ein Knacken in der Leitung war zu vernehmen. Aufhängen? Stop-Loss? Das wäre angesichts der 13 angekündigten Abbuchungen auf meinem Konto fahrlässig gewesen. Dann endlich meldete sich der heiß ersehnte Sachbearbeiter, der mir sogleich mitteilte, er sei für mein Problem nicht zuständig. Dennoch wolle er mir aber wenigstens durch die Express Lane helfen, die, wie er zugab, sich nicht von selbst verstehen lasse. Immerhin konnte ich mein Anliegen jetzt schriftlich loswerden, belohnt mit dem Versprechen, innerhalb von 24 Stunden eine Antwort zu bekommen. Die erste Antwort bekam ich bereits postwendend und vollautomatisch: Ein Mitarbeiter würde sich per E-Mail an mich wenden. Einen Tag später saß ich immer noch da, ohne dass etwas geschehen war. Und das bei einem Unternehmen, das doch die Kommunikation bequemer und einfacher machen will! War dem unlängst verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs Kundendienst etwa lästig oder gar zu teuer? – Nein, er kann von diesem Wurm im Apfel nichts gewusst haben, sonst hätte er sich zu Lebzeiten längst darum gekümmert.</p>
<p>P. S.: Glücklicherweise hat sich das Problem mittlerweile von selbst gelöst. Nach erneutem Nachfragen bei clickandbuy stellte sich heraus, dass deren Computer irrigerweise die Bestätigungsmail mehrfach an mich geschickt hatte.</p>
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		<title>Geiselnahme in der Kammer des Schreckens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Hyperinflation]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweizer Franken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestern schrieb ich über Horrorszenarien, die derzeit vor allem im Internet die Runde machen. Und das in vielfältiger Form und oftmals nur kopiert. Doch viele Menschen tendieren nun einmal dazu, Kopien nicht als Kopie, sondern als Bestätigung einer anderen Meinung wahrzunehmen. Dies mag auch den gegenwärtigen Gold-Boom und die bizarre Situation erklären, dass sich manche [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern schrieb ich über <a href="http://www.blognition.de/markte/willkommen-in-der-kammer-des-schreckens" target="_blank">Horrorszenarien</a>, die derzeit vor allem im Internet die Runde machen. Und das in vielfältiger Form und oftmals nur kopiert. Doch viele Menschen tendieren <span id="more-2496"></span>nun einmal dazu, Kopien nicht als Kopie, sondern als Bestätigung einer anderen Meinung wahrzunehmen. Dies mag auch den gegenwärtigen Gold-Boom und die bizarre Situation erklären, dass sich manche Investoren fast schon eine Katastrophe herbeisehnen, nur damit sie mit ihrem Gold-Engagement richtig liegen. Wer aber ist der Gewinner, wenn es etwa zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen käme? Wer profitiert denn von solchen beängstigenden emotionalen Zuständen und von wirtschaftlicher Unsicherheit? Ganz zu schweigen von der möglichen Bedrohung für Leib und Leben in Zeiten derartiger Unruhe. Ist man ein Gewinner, wenn der Staat irgendwann Goldbesitz verbieten sollte?</p>
<p>Szenarien, seien sie nun positiv oder negativ, sind für die menschliche Psyche von großer Bedeutung: Sie verstärken das Selbstvertrauen in unsere vermeintliche Fähigkeit, die Zukunft vorhersagen zu können. Andererseits geben sie uns das Gefühl, eine unsichere Zukunft – auch wenn sie noch so schlecht sein sollte – kontrollieren zu können. Dummerweise ist dieses Vertrauen nicht immer angebracht. Man nehme nur einmal den Schweizer Franken, der neben Gold ebenfalls als sicherer Hafen für Geldanlagen gilt und zeitweise sogar eine bessere Performance hingelegt hatte als das gelbe Edelmetall. Bis die Schweizer Nationalbank (SNB) beschloss, der Aufwertung des Franken einen Riegel vorzuschieben, und verkündete, sie werde notfalls in unbegrenztem Umfang ausländische Devisen aufkaufen.</p>
<p>Doch dürfte diese Strategie nicht ohne negative Folgen für die Schweizer Wirtschaft und letztlich den Franken bleiben. Man denke nur an eine etwaige Hyperinflation samt deren Folgen. Am Ende hat die SNB damit die eigene Volkswirtschaft als Geisel genommen und den internationalen Investoren gedroht, sie würden die Geisel umbringen und damit auch den sicheren Hafen „Schweiz“ zerstören, wenn sie sich nicht zurückzögen. Ich frage mich, wie viele notorische Schwarzseher, die ja schon immer alles hatten kommen sehen, jemals auf ein derartiges Szenario gekommen wären.</p>
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		<title>Mein Mann kann (nicht)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 13:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise zappe ich nicht. Aber ich war am vergangenen Freitag alleine zuhause und dann habe ich es doch getan. Ich blieb bei Sat1 hängen und kam gerade rechtzeitig zur Finalrunde der neuen Show „Mein Mann kann“ – aus rein beruflichem Interesse, versteht sich. In schalldichten Kabinen warteten zwei Männer hilflos, wie ihre beiden Frauen am [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise zappe ich nicht. Aber ich war am vergangenen Freitag alleine zuhause und dann habe ich es doch getan. Ich blieb bei Sat1 hängen und kam gerade rechtzeitig zur Finalrunde der neuen Show „Mein Mann kann“ – aus rein beruflichem Interesse, versteht sich. <span id="more-6627"></span>In schalldichten Kabinen warteten zwei Männer hilflos, wie ihre beiden Frauen am Pokertisch darum zockten, wie viele von zehn Gegnern unterschiedlicher Stärke und beiderlei Geschlechts ihr Göttergatte im Armdrücken besiegen würde. Anders ausgedrückt: Die Frauen (mit den Rücken zu den Partnern gewandt) entscheiden in der Show und die Männer müssen die Suppe auslöffeln. Immerhin ging es um 50.000 Euro.</p>
<p>Jede der Gattinnen bekam zu Anfang der Finalrunde zehn Chips. Und dann wurde gepokert. Die Höchstbietende musste nicht nur ihren Mann ins Rennen schicken. Mehr noch, entschied die Anzahl der gesetzten Chips darüber, wie viele der zehn Gegner der im Glaskasten wartende Ehemann besiegen musste. Schaffte er es, gewann das Paar den Preis, versagte er, sollten die machtlos zusehenden Gegner die 50.000 Euro bekommen.</p>
<p>Die Gewinnerin der Vorrunde, Katrin, durfte übrigens entscheiden, ob sie als erste ein Gebot abgeben wollte (ein unschätzbarer Vorteil) und setzte sogleich flott vier Chips –  ihr gut gebauter Mann musste im Ernstfall vier der zehn mehr oder minder muskulös aussehenden Gladiator(inn)en im Armdrücken besiegen – angesichts der „normalverteilt“ aussehenden Gegnerschaft eigentlich zu schaffen.  </p>
<p>Die Konkurrentin, Nadine, hatte nun die Qual der Wahl: Würde sie die gebotenen vier Chips nicht überbieten, läge das Schicksal nicht nur in den Händen von Katrins Mann, was einem Kontrollverlust gleichgekommen wäre. Mehr noch: Rein theoretisch hätten die Chancen schlecht gestanden, dass Katrins Mann nicht vier von zehn Gegnern hätte besiegen können. Also erhöhte Nadine den Einsatz auf fünf Chips – ob ihr Mann die Hälfte der Gladiatoren besiegen würde? Zumindest hatte er es jetzt selbst in der Hand.</p>
<p>Wie würde Katrin reagieren? Mit einer Erhöhung auf sechs Chips hätte sie zwar alles unter Kontrolle gehabt, aber sie verzichtete. „Chapeau“ dachte ich mir. Katrin hätte angesichts ihres muskelbepackten Mannes (den zumindest sie selbst kannte) durchaus overconfident werden können. Aber sechs von zehn unbekannten Menschen im Armdrücken besiegen?</p>
<p>Übrigens: Nadines Mann schaffte noch nicht einmal fünf – die 50.000 Euro gingen an die Konkurrenz. Das Streben nach Kontrolle hatte sich nicht ausgezahlt.</p>
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