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	<title>Deflation Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Deutschland will nicht (Teil II)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2014 16:24:38 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts der starken Kursverwerfungen der vergangenen Tage und der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank mag das jüngste Statement von Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht auf das übliche Interesse gestoßen sein. So hatte Weidmann gegenüber dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten noch einmal seinen Widerstand gegen den Kauf von Staatsanleihen bekräftigt. Und dies, obwohl die Bundesbank [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts der starken Kursverwerfungen der vergangenen Tage und der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank mag das jüngste Statement von Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht auf das übliche Interesse gestoßen sein. So hatte Weidmann gegenüber dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten noch einmal seinen Widerstand gegen den Kauf von Staatsanleihen bekräftigt. Und dies, obwohl die Bundesbank zehn Tage, nachdem sie bereits ihren Inflationsausblick nach unten korrigiert hatte, noch einmal eine Revision nachreichte. Für mich sah es so aus, als habe Jens Weidmann seine Position noch nie so offen und deutlich wie gestern dargelegt, und das nicht nur, weil der Bundesbankpräsident einräumte, dass selbst in Deutschland einige Monate negativer Inflationsraten möglich seien und er eine solche Entwicklung dennoch nicht als Deflation bezeichnen würde. Denn er erklärte außerdem, dass die EZB ihrem Auftrag, für Preisstabilität zu sorgen, sogar dann nachkommen würde, wenn das Inflationsziel einige Zeit nicht erreicht würde – ein Zustand, der nun bereits seit knapp zwei Jahren in der Eurozone vorherrscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Mit anderen Worten: <strong>Es gibt keine Deflation, und es wird auch keine geben</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun kann man durchaus über die Effektivität von quantitativen Lockerungsprogrammen trefflich diskutieren und auch der Meinung sein, die EZB sei kein „Sklave der Märkte“. Eine Notenbank müsse, wenn nötig, auch mal die Märkte enttäuschen, ließ sich Weidmann vernehmen. Das Problem ist nur: Dank der großen Versprechungen von EZB-Präsident Mario Draghi haben die Märkte ein quantitatives Lockerungsprogramm bereits seit langem eingepreist. Dass sich eine Enttäuschung über das Ausbleiben eines wirksamen Anleihekaufprogramms in den Finanzmärkten entsprechend entladen könnte, ist dabei eine Sache, und davor zu schützen fällt nicht in den Aufgabenbereich der EZB. Obwohl eine entsprechende Erwartungshaltung in Folge von Draghis Ausspruch „Whatever it takes“ 2012 vermutlich sogar eine massive Eurokrise verhindert hat.</p>
<p>Auch hat Jens Weidmann Recht, dass ein QE-Programm zu einer Umverteilung der Risiken zwischen den Steuerzahlern der einzelnen Staaten führen würde. „Es sei denn…. jede Notenbank kauft auf eigenes Risiko Anleihen des eigenen Landes.“</p>
<p>Da frage ich mich, wozu man dann eigentlich noch eine Europäische Zentralbank oder gar eine Gemeinschaftswährung braucht. Vor allem aber hat uns Jens Weidmann klargemacht, dass es in der nahen oder selbst ferneren Zukunft keine Konfiguration von Umständen geben wird, bei der er ein Anleihekaufprogramm à la QE unterstützen würde. Nein, nicht nur Deutschland will nicht (vgl. meinen Beitrag <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/deutschland-will-nicht/" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span>), sondern auch seine Notenbankvertreter bleiben bei einem klaren Nein, ohne allerdings Lösungsalternativen anzubieten, die mehr zu bieten haben als eine schlichte Leugnung der Realität.</p>
<p>Deutlich Ja gesagt haben indes die von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten Anleger zum DAX, obwohl dieser im Wochenvergleich vier Prozent an Wert verloren hat. Die entsprechende Analyse, die ich wie immer für die Börse Frankfurt erstellt habe, finden Sie<span style="text-decoration: underline;"> <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+eiskalt+ins+fallende+messer+gegriffen+77293" target="_blank">HIER</a>.</strong></span></p>
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		<title>Falsche Ehrfurcht vor der schwarzen Null</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 21:17:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ob nun auf dem Thermometer oder in der Welt des Geldes – für viele Menschen spielt die Null eine ganz wichtige Rolle. Für manche ist sie die Trennlinie zwischen Gut und Böse, könnte man meinen. Auch für den deutschen Finanzminister Schäuble ist die Null offenbar ein so wichtiger Referenzpunkt, dass er für sie die merkwürdigsten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob nun auf dem Thermometer oder in der Welt des Geldes – für viele Menschen spielt die Null eine ganz wichtige Rolle. Für manche ist sie die Trennlinie zwischen Gut und Böse, könnte man meinen. Auch für den deutschen Finanzminister Schäuble ist die Null offenbar ein so wichtiger Referenzpunkt, dass er für sie die merkwürdigsten Verrenkungen vollführen und alle erdenklichen Opfer erbringen möchte. Da spielt es keine Rolle, dass unlängst die Wachstumsprognosen für die Eurozone zurückgenommen worden sind. Man kann es ja auch verstehen; schließlich hat er die historische Chance, zum ersten Mal seit 1969 als Finanzminister einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Mit einer schwarzen Null sozusagen hätte er das Zeug, in die Geschichtsbücher einzugehen. Notfalls muss dafür eben gespart werden.</p>
<p>In der Bankenwelt scheint man anders zu denken. „Wir Deutsche sparen zu viel“ war unlängst in der „Welt am Sonntag“ ein Interview mit dem Chefanlagestrategen der Deutschen Asset &amp; Wealth Management, Asoka Wöhrmann, überschrieben. Man dürfe keine Angst vor Nullen haben, konnte man da lesen, und dem geneigten Leser wurde unvermittelt klar: Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis auch die Sparbücher der Normalverbraucher mit Strafzinsen belegt werden. Vorbei ist es also mit dem zuletzt noch winzigen Taschengeld, mit dem sich der ein oder andere zumindest aus den jährlich erwirtschafteten Mini-Zinsen eine kleine Extraanschaffung leisten konnte. Immerhin: Auch das haben wir zwar mürrisch, aber letztlich doch fast klaglos hingenommen. Weil die Zinseinnahmen stets als Gewinn erlebt wurden. Und diese Gewinne zu verbrauchen verursacht selbst bei konservativ eingestellten Menschen nicht sofort ein schlechtes Gewissen.</p>
<p>Mental wurde – obgleich die Zinszahlung teilweise als Inflationsausgleich für die Entwertung des gesparten Kapitals dienen soll – in zwei Konten gedacht: eines fürs Kapital und eines für die Zinsen. Selbst wenn das Kapital real eigentlich weniger wurde – es gab ja Zinsen. Damit ist jetzt Schluss. Jetzt geht es für viele Sparbuchbesitzer nicht nur real ans Eingemachte.</p>
<p>Ich wage schon jetzt eine Prognose: Ein Viertelprozent Strafzinsen werden von den Anlegern doppelt so stark bewertet werden wie ein Viertelprozent Habenzinsen. Verluste, so die Erkenntnisse der Behavioral Finance, wiegen schwerer als Gewinne gleicher Größe. Aber nicht nur das. Denn wenn die Europäische Zentralbank auf die Idee käme, auf die bei ihr unterhaltenen Einlagen noch höhere Negativzinsen als bereits jetzt zu fordern, könnte es sogar noch schlimmer kommen. Ein halbes Prozent Strafzinsen p. a. für Kleinsparer? Hatte man uns nicht immer wieder gepredigt, bei null Prozent Zinsen sei Schluss nach unten, das sei so etwas wie eine rote Linie?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkt Null</strong></p>
<p>Diese ominöse Null ist für uns nicht nur ein materielles, sondern auch ein psychisches Problem. Und eine Frage der Wahrnehmung. Denn die Null ist ein leicht zu merkender Referenzpunkt. So wie ein DAX bei 10.000 Zählern. Zu Zeiten, als es noch für zehnjährige Anleihen vier Prozent Zinsen p.a. gab, haben sich viele Menschen nicht die Frage gestellt, wie weit das investierte Kapital einer schleichenden Entwertung unterworfen wäre. Man hat es einfach nicht gemerkt.</p>
<p>Eine gleich hohe „Realverzinsung“ unterstellt, fällt es uns nunmehr sehr schwer, für eine Extraausgabe das Kapital angreifen zu müssen. Obgleich man bei fallenden Konsumentenpreisen theoretisch mehr für sein Kapital bekommen würde, eine schleichende Aufwertung also. Aber es will uns nicht einleuchten, dass man in Bälde etwas davon abgeben soll, ohne etwas davon zu haben. Ganz zu schweigen von all den institutionellen Anlegern, die auf Ausschüttungen angewiesen sind oder aus rechtlichen Gründen ihr Kapital (z. B. Stiftungen) nicht angreifen dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Achtung, Fehlentscheidungen drohen!</strong></p>
<p>Die Konsequenzen sind für Privatanleger vielfältig und möglicherweise schwerwiegende Fehlentscheidungen schon jetzt absehbar. Sei es, dass man seine liquiden Mittel ganz einfach abhebt und unter die Matratze steckt. Ja, das kann ziemlich riskant sein. Vor allem, wenn man auch noch in der Nachbarschaft herumerzählt, wie man der Bank ein Schnippchen geschlagen hat. Als viel gravierender erachte ich aber die Suche nach Anlageformen, die man unter normalen Umständen nie in Betracht gezogen hätte. Ja, drei, vier oder gar fünf Prozent p. a.! Das sieht ja noch ganz toll aus im Vergleich zu Negativzinsen. Diese drei, vier oder fünf Prozent bekommt man allerdings nicht, ohne entsprechende Risiken einzugehen. Aber das wieder besser gefüllte mentale Zinskonto ermöglicht dann immerhin den Luxus einer Extraausgabe. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen (Total)verlustes auf dem Kapitalkonto dabei erheblich größer als bei einer altmodischen Sparform ist. Soll man jetzt überhaupt noch fürs Alter sparen, wo man fürs Sparen doch bestraft wird? Aber einfach drauflos konsumieren, selbst wenn man es sich leisten könnte? Das macht ja auch der Herr Schäuble nicht.</p>
<p>Wir werden uns umgewöhnen müssen in einer Zeit drohender Deflation. Es geht nicht mehr darum, wo ich die meisten Zinsen bekomme. Vielmehr sollte man den Sachverhalt einfach anders darstellen (Reframing) und sich stattdessen fragen, wo man am wenigsten bluten muss. Eine Anlageform, die langfristig nur das Kapital erhält, ist unter diesen Umständen vielleicht gar nicht so schlecht. Deswegen sollte man sich auch nicht ärgern, wenn man demnächst bei den Ersparnissen für die private Altersvorsorge selbst bei seinem Lebensversicherer gesetzlich garantiert nur noch null Prozent bekommt. Das ist dann, relativ gesehen, immer noch ganz gut.</p>
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		<title>Einseitige Beurteilung von Preisstabilität</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2014 14:03:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade weil diese Woche wieder einmal von wichtigen Event-Risiken gekennzeichnet ist, spielt die Stimmung der Investoren an der Börse Frankfurt für mich eine wichtige Rolle. Daher habe ich eine eingehende Analyse zum Sentiment mittelfristiger institutioneller und privater Anleger auch heute für die Börse Frankfurt HIER zur Verfügung gestellt. Von den zu erwartenden Ereignis-Risiken ist zweifellos [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade weil diese Woche wieder einmal von wichtigen Event-Risiken gekennzeichnet ist, spielt die Stimmung der Investoren an der Börse Frankfurt für mich eine wichtige Rolle. Daher habe ich eine eingehende Analyse zum Sentiment mittelfristiger institutioneller und privater Anleger auch heute für die Börse Frankfurt <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+leichte+risikoaversion+vor+wichtiger+ezb+sitzung+73957"><strong>HIER</strong></a></span> zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Von den zu erwartenden Ereignis-Risiken ist zweifellos die morgige Sitzung der Europäischen Zentralbank das wichtigste, gefolgt vom US-Arbeitsmarkt, dessen Bericht am Freitag zur Veröffentlichung ansteht; allerdings messe ich ihm keine allzu große Bedeutung bei.</p>
<p>Bei der EZB-Sitzung geht es letztlich um die Frage, welche ABS-Qualität die EZB anzukaufen bereit ist – gerade angesichts der jüngsten Inflationszahlen, die noch einmal niedriger als erwartet ausgefallen sind. Während man innerhalb der EZB durchaus mit dem Gedanken spielt, auch die Tranchen forderungsbesicherter Wertpapiere minderer Qualität anzukaufen, urteilen Kritiker, die EZB werde damit zu einer Bad Bank. Ist eine Zentralbank aber nicht auch „lender of last resort“? Sicherlich hat Finanzminister Schäuble recht, wenn er ABS-Käufen kritisch gegenüber steht, weil er einen möglichen Interessenskonflikt zwischen der EZB in der Rolle als geldpolitische Entscheidungsinstitution einerseits und als Bankenaufseher andererseits sieht. Aber darüber hinaus?</p>
<p>Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich Stimmen vernehme, die die Meinung vertreten, dass die Bundesregierung das Mandat der EZB, sich um Preisstabilität zu kümmern, recht einseitig auslegt: Preisstabilität bedeutet demnach Schutz vor Inflation – an Deflation wird anscheinend nicht gedacht. Möglicherweise, weil die Deutschen in ihrer Geschichte besonders schlechte Erfahrungen mit Inflation gemacht haben, während dagegen zumindest hierzulande gleichwertige Erfahrungen mit der Deflation bislang ausgeblieben sind.</p>
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		<title>Vorbereitung auf eine Katastrophe?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2014 16:59:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind verschiedene Dinge an den Finanzmärkten, die mich derzeit zum Grübeln bringen. Zum einen irritiert mich, dass gestern einerseits argumentiert wurde, der DAX sei so stark gefallen, weil die Angst vor einer Zuspitzung des Konflikts in der Ukraine zunehme. Zum anderen sehe ich, wie etwa Gold als Krisenmetall am gleichen Tag deutlich an Wert [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind verschiedene Dinge an den Finanzmärkten, die mich derzeit zum Grübeln bringen. Zum einen irritiert mich, dass gestern einerseits argumentiert wurde, der DAX sei so stark gefallen, weil die Angst vor einer Zuspitzung des Konflikts in der Ukraine zunehme. Zum anderen sehe ich, wie etwa Gold als Krisenmetall am gleichen Tag deutlich an Wert verliert. Und der Euro ist nicht einmal mehr als ein Prozent von seinem Jahreshoch entfernt. Obwohl eine schwächere Gemeinschaftswährung angesichts der jüngsten Rhetorik der Notenbanker durchaus gerechtfertigt wäre. Denn in den USA wird die Fed ihr Tapering-Programm, das Zurückführen der Anleihekaufprogramme, wahrscheinlich linear in 10-Milliarden-Dollarschritten fortsetzen, während die EZB den Eindruck erweckt, sie würde womöglich schon bald mit quantitativen Lockerungsprogrammen beginnen.</p>
<p>Tatsächlich hat der Euro bislang nicht nennenswert darauf reagiert, weil vermutlich niemand in der Finanzgemeinde an einen solchen Schritt glaubt. Dies mag daran liegen, dass die jüngsten Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi, Benoît Cœuré und Jens Weidmann vor allem um den Euro und seine etwaige deflationäre Wirkung auf die Konjunktur kreisten. Ich finde es schon bemerkenswert, dass man seitens der EZB in aller Seelenruhe zugesehen hat, wie der Euro seit Sommer 2012 gegenüber dem US-Dollar gut 14 Prozent an Wert gewonnen hat. Ende Dezember 2013, als der Euro schon einmal ähnlich hoch wie heute stand, hat dies bei der EZB kaum jemanden geschert. Tatsächlich notiert der Euro doch nicht einmal zwei Prozent über seinem durchschnittlichen Wechselkurs, seit die Finanzkrise im vierten Quartal 2008 begann!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Scheingefecht </b></p>
<p>Muss also tatsächlich der Außenwert des Euro als Auslöser für ein milliarden­schweres quantitatives Lockerungsprogrammen, also für unkonventionelle Maßnahmen herhalten? Soll die EZB nur wegen eines Wechselkurses von 1,40 USD ein so hohes Commitment mit schwer überschaubaren Folgen eingehen? Als vorbeugende Maßnahme gegen ein drohendes, aber höchst umstrittenes Deflationsszenario? Nur wenige können sich derzeit so etwas tatsächlich vorstellen.</p>
<p>Außer wenn ein ökonomischer Schock direkt bevorstünde.</p>
<p>Dann würden selbst Zinsfalken wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann umdenken.</p>
<p>Ich persönlich halte die Geschichte vom zu hohen Wechselkurs für ein Ablenkungsmanöver.</p>
<p>Die von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten Investoren scheinen indes keine Katastrophe aufziehen zu sehen. Jedenfalls geben die Umfragewerte, die ich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+raetselhafter+ausverkauf+66472">hier</a></span> analysiert habe, dafür keinen Anhaltspunkt her.</p>
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		<title>Wer hat Angst vor Deflation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 16:32:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich gestern Abend Gast im Presseclub Frankfurt bei einer Veranstaltung des Forums für Qualitätsjournalismus und der hessischen Landeszentrale für Bildung sein durfte, ist mir in Hinblick auf die Politik der EZB einiges klarer geworden. Obgleich es bei dieser Gesprächsrunde um das Thema „Hochgejubelt und runtergeschrieben? – Der Euro im Spannungsfeld von Medien und Öffentlichkeit&#8220; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wer-hat-angst-vor-deflation/">Wer hat Angst vor Deflation?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gestern Abend Gast im Presseclub Frankfurt bei einer Veranstaltung des Forums für Qualitätsjournalismus und der hessischen Landeszentrale für Bildung sein durfte, ist mir in Hinblick auf die Politik der EZB einiges klarer geworden. Obgleich es bei dieser Gesprächsrunde um das Thema „Hochgejubelt und runtergeschrieben? – Der Euro im Spannungsfeld von Medien und Öffentlichkeit&#8220; gehen sollte, <span id="more-7076"></span>bewegte sich die Diskussion relativ schnell auf die Frage zu, ob sich die Eurozone derzeit tatsächlich in einem deflationären Umfeld befände oder nicht. Und da die Gesprächsrunde unter anderem von Mitarbeitern aus den Presseabteilungen von EZB und Bundesbank bestritten wurde, zeichneten sich auch recht schnell die unterschiedlichen Einschätzungen der Preisentwicklung in der Eurozone ab. Während Peter Ehrlich, innerhalb der EZB zuständig für die Global Media Relations, durchaus bekannte, dass man in seinem Hause deflationäre Gefahren innerhalb des Euroraums wahrnähme,  wies der Sprecher des Bundesbankpräsidenten, Michael Best, diese Befürchtungen weit von sich.</p>
<p>Dazu passt auch die gestrige Rede von Bundesbankpräsident Jens Weidmann, in der er erklärte, dass er eine weitere Schrumpfung der Bankbilanzen vor allem in Südeuropa für unerlässlich halte. Schnell konnte man da eins und eins zusammenzählen: Die Verkleinerung der Bankbilanzen ist eine Ursache für das schrumpfende Kreditvolumen im Euroraum, was sich wiederum in einem niedrigeren Geldmengenwachstum niederschlägt und letztlich zu vermehrtem Druck auf die Inflationsrate führen kann. Weidmann schätzt das Risiko einer Deflation – ungeachtet der jüngst sehr niedrigen Teuerung – derzeit also als gering ein. Und wenn der Bundesbankpräsident die äußerst niedrige Inflationsrate in der Eurozone für eine Folge sinkender Energiepreise und für durch den Anpassungsprozess in den Krisenländern bedingt hält, wird doch eines deutlich: Jens Weidmann hat entgegen anders lautenden Darstellungen zwar seine Haltung zu unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen möglicherweise tatsächlich ein wenig geändert, doch bei den Voraussetzungen für deren Einführung bleibt er unverändert hart.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Sondereffekte als Rechtfertigung</b></p>
<p>Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass mit Hinweis auf Sondereffekte, die durch die Verkleinerung der Bankbilanzen entstehen, selbst noch eine Inflationsrate von 0,0 Prozent oder gar eine leichte Deflation nicht notwendigerweise ein Grund für die Bundesbank wäre, die Zinsen zu senken oder gar unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen. Denn über den mittelfristigen Preisausblick, an dem die EZB ihre Geldpolitik ausrichtet, könnten sich solche Sondereffekte wieder einpendeln. Und wenn der Sprecher des Bundesbankpräsidenten, Michael Best, im Presseclub darauf verwiesen hat, die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen fünf Jahre habe sich auf dem von der EZB angestrebten Niveau bewegt – eine Einschätzung, die für eine erfolgreiche EZB-Politik <i>in der Vergangenheit</i> spricht – klingt das für mich wie eine Bestätigung dieser Position. Dazu passt auch, dass, zumindest für meine Ohren, aus Bests Ausführungen herauszuhören war, dass man nicht gerade glücklich gewesen sei über den berühmten „whatever it takes“ Ausspruch<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> von EZB-Präsident Mario Draghi, mit dem dieser  im vorletzten Jahr möglicherweise den Euro vor dem Auseinanderbrechen gerettet hat.</p>
<p>Am Ende bleibt bei mir der Eindruck, dass sich an Jens Weidmanns Haltung innerhalb des EZB-Rates kaum etwas geändert hat. Sicherlich hat er über unkonventionelle quantitative Lockerungsmaßnahmen nachgedacht, vielleicht auch diskutiert. Aber zum Einsatz sollen diese Instrumente offenbar bestenfalls erst dann kommen, wenn tatsächlich eine massive Krisensituation für die (Banken der) Eurozone droht, etwa im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer wichtigen Nation.</p>
<p>Anscheinend glauben auch die Anleger, die die Börse Frankfurt wöchentlich nach ihrer Stimmung befragt, dass die EZB sobald nicht handeln wird. Denn dort hat sich die Stimmung, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+kehrt+die+angst+zurueck+66165">(hier)</a> kommentiert habe, weiter verschlechtert.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> man werde alles unternehmen, um den Euro zu unterstützen</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wer-hat-angst-vor-deflation/">Wer hat Angst vor Deflation?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Keiner weiß mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2013 08:57:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum hat mir das niemand früher gesagt? So las ich gerade mit großem Erstaunen einen Beitrag auf Spiegel Online, in dem erklärt wurde, wie man als Sparer sein Vermögen vor Deflation schützen kann. Dabei beruft sich der Autor auf eine Studie der Credit Suisse, die in Zusammenarbeit mit der London Business School[1] durchgeführt wurde und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum hat mir das niemand früher gesagt? So las ich gerade mit großem Erstaunen einen Beitrag auf Spiegel Online, in dem erklärt wurde, wie man als Sparer sein Vermögen vor Deflation schützen kann. Dabei beruft sich der Autor auf eine Studie der Credit Suisse, die in Zusammenarbeit mit der London Business School<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> durchgeführt wurde und in der man die jährliche Entwicklung aller großen Anlageklassen in den 19 wichtigsten Ländern der Welt bis zum Jahr 1900 zurückberechnet hat. Im Ergebnis kommt die Studie, die übrigens nicht ganz brandneu ist – sie wurde offenbar bereits im Februar 2012 publiziert –, nicht nur zu dem Schluss, dass Deflation kein seltenes Phänomen ist. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass sich in Zeiten extremer Inflation Aktien, obwohl sie gemeinhin doch als besonders wirksamer Schutz gegen [moderate] Inflation gelten, im Schnitt per Saldo um 12 Prozent nachgegeben haben, während sie in einem extrem deflationären Umfeld eine reale Rendite von durchschnittlich 11 Prozent pro Jahr erbracht haben sollen.</p>
<p>Richtig interessant wird es aber, wenn es um Gold geht. Natürlich verweist der Autor dieses Beitrags darauf, dass Gold über lange Zeit preisgebunden war. Auf das brisante Ergebnis der Studie möchte er dennoch nicht verzichten: Bei einer anhaltend hohen Inflation hat Gold, so das Resümee der Untersuchung, seinen Besitzern praktisch nichts gebracht, während die höchsten reale Erträge mit dem gelben Metall in Zeiten extremer Deflation (durchschnittlich 12 Prozent pro Jahr) erzielt worden sein sollen. Da können sich die Goldbugs, nachdem sie, offensichtlich fehlgeleitet von ihrer Intuition und vor lauter Inflationsangst, zumindest während der vergangenen beiden Jahre aufs falsche Pferd gesetzt haben, jetzt doch entspannt zurücklehnen, denn aktuell zeichnet sich für Europa und die USA unverkennbar die Gefahr einer baldigen Deflation ab.</p>
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<p><b>Wenn Angebot und Nachfrage sich nicht frei entfalten</b></p>
<p>Da haben sich die Statistiker wirklich viel Mühe gegeben, das muss man ihnen in jedem Fall attestieren. Zumal seit dem Jahr 1900 auf unserer Welt ja Einiges passiert ist. Da gab es Wirtschaftskrisen und Wirtschaftswunderjahre, da gab es Friedenszeiten und Kriege. Merkwürdigerweise handelt es sich bei der Studie aber nur um eine jährliche Betrachtung, so dass sich in 112 Jahren für 19 Länder gerade einmal 2128 Datenpunkte ergeben. Aber nicht nur deswegen erscheint mir ein Vergleich der heutigen Situation an den Finanzmärkten mit der Historie von etwas mehr als 100 Jahren fragwürdig, vor allem wenn man bedenkt, dass die US-Notenbank – historisch einmalig – durch ihre quantitativen Lockerungsprogramme so viel Geld gedruckt hat, dass man von einer massiven Intervention im Anleihemarkt sprechen kann, mit Auswirkungen auf alle anderen Anlageklassen. Mehr noch: Wenn die Anleiherenditen quasi manipuliert sind, darf man getrost davon ausgehen, dass die Preise anderer Anlageklassen ebenfalls nicht die fundamentale Realität (wenn es so etwas überhaupt gibt) widerspiegeln.</p>
<p>Wenn sich aber Angebot und Nachfrage in Märkten nicht frei entfalten können, braucht man sich nicht zu wundern, wenn gängige (Prognose-)modelle, die für und in „normalen“ Zeiten geschaffen wurden, ihren Dienst versagen und auch Experten sich abzeichnende stärkere Bewegungen nicht mehr frühzeitig vorhersagen können. Genau dies mag auch ein Grund dafür sein, warum sich derzeit nur wenige über die jüngsten Höchststände an den Aktienmärkten wirklich freuen können. Weil sie diese Entwicklung nicht haben kommen sehen und deshalb auch nicht daran partizipieren.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2012</p>
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		<title>Taschengeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 13:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich jammerte mir eine alte Dame vor, wegen der niedrigen Zinsen habe sie in den vergangenen Jahren immer weniger Taschengeld zur Verfügung gehabt. Jetzt seien auch die letzten Anleihen mit einem Kupon von 4 % p. a. fällig geworden. Was waren das noch für Zeiten, als sie sich von ihren jährlichen Zinserträgen immer etwas Schönes [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich jammerte mir eine alte Dame vor, wegen der niedrigen Zinsen habe sie in den vergangenen Jahren immer weniger Taschengeld zur Verfügung gehabt. <span id="more-6639"></span>Jetzt seien auch die letzten Anleihen mit einem Kupon von 4 % p. a. fällig geworden. Was waren das noch für Zeiten, als sie sich von ihren jährlichen Zinserträgen immer etwas Schönes hatte leisten können.</p>
<p>Ein typischer Fall von mentaler Kontoführung, dachte ich mir. Nach dem Motto: &#8222;An das Kapital gehe ich nicht ´ran, denn das benötige ich ja noch für später. Aber die Zinsen darf ich verbrauchen.&#8220; Während eine Minderung des Kapitals als Verlust empfunden würde, wird mit jeder einzelnen Zinszahlung ein mentales Konto eröffnet, das, egal, wie gering die Zinseinnahme ist, als Gewinn erlebt wird. Und diesen zu verbrauchen, bereitet selbst konservativ eingestellten Menschen meist kein schlechtes Gewissen. Dabei wird tunlichst übersehen, dass die Geldentwertung, für die der Zins zumindest teilweise einen Ausgleich darstellen soll, sich langsam, aber unbemerkt ins Kapitalkonto hineinfrisst. Das bedeutet: Für das gleiche Geld wird man über die Jahre immer weniger kaufen können.</p>
<p>Heute ist bei den niedrigen Zinsen guter Rat teuer. Unterstellt man nämlich, dass man etwa aufgrund deflationärer Tendenzen für sein Geld künftig eigentlich mehr bekommen müsste, könnte die alte Dame von oben ihre mageren Habenzinsen durch eine Entnahme vom Kapitalkonto aufbessern. Abgesehen von der Praktikabilität, sprächen sich sicher viele Menschen voller Entrüstung gegen ein derartiges Ansinnen aus. Denn das Kapitalkonto darf nicht angegriffen werden, würde man zu hören bekommen. Jede Entnahme käme einem Verlust gleich, und gegen diesen hegen wir alle bekanntermaßen eine Aversion.</p>
<p>Stattdessen bitten wir den Kundenberater unserer Hausbank, uns doch ein Produkt zu empfehlen, das uns auf der Einnahmenseite zumindest ein bisschen an die guten alten Zeiten denken lässt. Zinsen so wie früher, mit denen man so richtig schön shoppen gehen kann. Gerne überhören wir dabei den nebenhin geäußerten Hinweis des Kundenberaters, dass mit höheren Erträgen auch bestimmte Risiken eingegangen werden müssen. Risiken, die noch in ferner Zukunft liegen, aber im schlimmsten Fall richten sie genau das an, was wir heute um jeden Preis vermeiden wollen: die Minderung unseres Kapitals.</p>
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