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	<title>Bitcoin Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Thu, 20 May 2021 04:58:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Spätes Verkaufssignal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 May 2021 04:58:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Protokoll]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch einmal möchte ich auf die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America vom Dienstag zurückkommen, bei der die Teilnehmer davon ausgingen, dass das größte Engagement der Investoren in Bitcoin-Long-Positionen bestünde. Auch wenn damit keineswegs gewährleistet ist, dass diese Engagements tatsächlich in diesem Umfang bestanden haben, wird man angesichts des gestrigen dramatischen Kurssturzes mancherorts gefolgert haben, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Noch einmal möchte ich auf die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America vom Dienstag zurückkommen, bei der die Teilnehmer davon ausgingen, dass das größte Engagement der Investoren in Bitcoin-Long-Positionen bestünde. Auch wenn damit keineswegs gewährleistet ist, dass diese Engagements tatsächlich in diesem Umfang bestanden haben, wird man angesichts des gestrigen dramatischen Kurssturzes mancherorts gefolgert haben, dass sich aus der Umfrage durchaus im Vorfeld ein antizyklisches Verkaufssignal hätte ableiten lassen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13475" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/20052021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/20052021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/20052021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen, dass solche Strategien nicht immer erfolgreich sind, stand das Ergebnis der Umfrage vom (7. bis 13.5) erst am 18. Mai, also mit erheblicher Verspätung zur Verfügung – Bitcoin schlossen an diesem Tag bereits ausgesprochen schwach bei 43.000 USD.  Mehr noch wurden Bitcoin bereits im Januar schon einmal von den Investoren als „most crowded trade“ eingestuft – damals stand die Kryptowährung bei etwa 36-38.000 USD und befand sich erst am Beginn einer sagenhaften Rallye bis auf knapp 65.000 USD im April dieses Jahres.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Internationale versus heimische Investoren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zurück zu dem, was mich eigentlich beschäftigt (Bitcoin interessieren mich als Investment überhaupt nicht), also in erster Linie der Euro und auch die Aktienmärkte. Bei Letzteren ergab sich ein seltsames Phänomen, denn die gestrige Umfrage der Börse Frankfurt zeigt nach wie vor (vgl. meinen Kommentar <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/6c22601e-b011-4478-a384-dfe998cbcfdc" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong>) einen ausgeprägten Pessimismus der hiesigen Investoren an, der sich fast auf dem höchsten Stand innerhalb dieses Jahres befindet. Im Gegensatz dazu stehen die Aussagen der internationalen Fondsmanager, die sich nicht nur viel optimistischer geben, sondern ausgerechnet in Aktien der Eurozone laut der BofA-Umfrage am stärksten übergewichtet sind. Wie sich wohl diese Gemengelage am Ende auflösen wird, ist dabei noch unklar.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Tapering-Diskussionen in der Zukunft, wenn …</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vergleichsweise ruhig ist es gestern beim Euro gegenüber dem US-Dollar geblieben, der immerhin noch ein marginal höheres Hoch und damit den höchsten Kurs seit dem 8. Januar dieses Jahres markieren konnte. Vielleicht waren die Händler auch deswegen zurückhaltend, da am gestrigen Abend das Protokoll zur jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) vom 27./28. April zur Veröffentlichung anstand. Ein Dokument, das angesichts der mittlerweile publizierten US-Inflationsdaten und gestiegenen Inflationsbefürchtungen längst Makulatur gewesen sein müsste. Auch weil sich der US-Arbeitsmarkt im April deutlich schlechter entwickelt hatte, als zum Zeitpunkt des FOMC-Meetings bekannt war. Dessen starke positive Entwicklung wäre nämlich unter anderem laut Protokoll Voraussetzung dafür – einige Mitglieder des Ausschusses hatten sich dahingehend geäußert –, dass man bei einem der künftigen Meetings mit Tapering-Diskussionen anfangen könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber schon allein die theoretische Aussicht auf mögliche Tapering-Diskussionen sorgte für steigende Renditen bei den US-Staatsanleihen und für Dollar-Nachfrage. Dennoch bleibt der Euro in seinem kurzfristigen Aufwärtstrend, dessen Momentum oberhalb von <strong>1,2125</strong> ungefährdet erscheint.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Blow-off</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 09:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Blow-off]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
		<category><![CDATA[US-Staatsanleihen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was die Aktienmärkte angeht, sind die Blasen-Ängste in der vergangenen Woche keineswegs verschwunden. Im Gegenteil: Immer wieder verweisen Kommentatoren und Experten auf die Gefahr hin, dass die Bubble zum Platzen reif sei. Bislang ist nichts passiert, aber natürlich kann so etwas tatsächlich irgendwann geschehen, und dann wird mindestens einer der warnenden Auguren Recht bekommen. Obwohl es keinen objektiven Maßstab dafür gibt, wann eine Spekulationsblase in einem Markt vorhanden ist, ganz zu schweigen davon ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer die Medienberichte der vergangenen Woche über die USA verfolgt hat, konnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass mit der Vereidigung Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA ein neues Zeitalter angebrochen sei. Die Aktienmärkte jedenfalls applaudierten auf ihre Art und warteten mit neuen Höchstständen auf. Wahrscheinlich nicht, weil Joe Bidens im Vergleich zu seinem Vorgänger Donald Trump einen menschlicheren Anstrich zu haben scheint. Vielmehr geht es an den Finanzmärkten nur um eines: Geld. Und Geld soll nun gleich am Anfang der Ära Biden reichlich fließen, sofern man an das verkündete 1,9 Billionen USD schwere Konjunkturpaket denkt. Und an ein Statement der designierten Finanzministerin Janet Yellen, dass Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen steigenden US-Staatsverschuldung hintanzustehen hätten. Und Steuererhöhungen? Die werden irgendwann später kommen, aber eben nicht in der nahen Zukunft, so die Wahrnehmung vieler Akteure. <img decoding="async" class="alignright wp-image-12991" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/25012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bereits eingepreist</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während die Aktienmärkte in Feierlaune waren und selbst hierzulande einen kleinen Wochengewinn beim DAX zeitigten, ist beim Handel mit den US-Staatsanleihen merklich Ruhe eingekehrt. Während die Renditen in den ersten Tagen nach der Stichwahl in Georgia, die den Demokraten eine hauchdünne Mehrheit im US-Senat bescherte, im Vorgriff auf das Konjunkturpaket rasant nach oben zogen, ist nun etwa bei den Renditen der Anleihen mit zehnjähriger Fälligkeit die zweite Woche hintereinander jeweils ein – wenn auch winziger – Verlust zu verbuchen. Kurzum: Der starke Abverkauf der Staatsanleihen ist unterbrochen worden. Nicht zuletzt, weil nun ein deutlicher Anstieg der Kerninflation eingepreist scheint und zudem sehr wahrscheinlich ist, dass das Konjunkturpaket in der ursprünglich geplanten Höhe nicht ohne Probleme den Senat passieren wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Reich sein und reich werden</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die Aktienmärkte angeht, sind die Blasen-Ängste in der vergangenen Woche keineswegs verschwunden. Im Gegenteil: Immer wieder verweisen Kommentatoren und Experten auf die Gefahr hin, dass die Bubble zum Platzen reif sei. Bislang ist nichts passiert, aber natürlich kann so etwas tatsächlich irgendwann geschehen, und dann wird mindestens einer der warnenden Auguren Recht bekommen. Obwohl es keinen objektiven Maßstab dafür gibt, wann eine Spekulationsblase in einem Markt vorhanden ist, ganz zu schweigen davon – und das ist entscheidend –, wann diese platzt, habe ich <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://heisenbergreport.com/2021/01/22/those-who-want-to-stay-rich/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong> ein wunderbares Zitat des Chef-Investmentstrategen der Bank of America vom vergangenen Donnerstag gefunden. „Es gibt zwei Arten von Investoren. Diejenigen, die reich werden wollen, und diejenigen, die reich bleiben wollen. Wenn sich diejenigen, die reich bleiben wollen, so verhalten, wie diejenigen, die es werden wollen, befinden wir uns vermutlich in einer späten Phase eines spekulativen Blow-off“, so Michael Hartnett.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Illusionäre Absicherung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Statement passt trefflich zu einer Erfahrung, die ich unlängst gemacht habe. Ein(e) durchaus eher konservative(r) Investor(in) wollte eigentlich nie etwas mit dem Bitcoin Markt zu tun haben, weil dieser „viel zu spekulativ“ und unüberschaubar sei. Bis zum Ende vorvergangener Woche. Plötzlich änderte sich, vermutlich angeregt durch die exponentiellen Kurssteigerungen der Crypto-Währung, seine/ihre Einstellung. Darüber war ich nachgerade richtig erschrocken, zumal ich bekanntlich nicht viel mit Bitcoins am Hut habe (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/01/12/kleine-und-grosse-korrekturen/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>). Meine Warnung, dass die digitale Bitcoin-Brieftasche, die sogenannte <em>Wallet</em>, gehackt werden oder, wie kürzlich zu hören war, ein verlorenes Passwort den Zugang zu gekauften Coins im Gegenwert von mehreren Millionen USD für immer verwehren könnte, wurde von meinem Gegenüber umgehend entkräftet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Er/sie habe ein Vehikel gefunden, wie man indirekt am Bitcoin-Boom teilnehmen könne, ohne die von mir genannten Risiken eingehen zu müssen. Ich erfuhr zwar nicht, welches Vehikel gemeint war, aber ich denke, es handelt sich möglicherweise um börsennotierte handelbare Anteile am Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a>. Mental mag sich ein solches Investment wie das in eine Aktie anfühlen. Eine Aktie, deren Kurs allerdings immer noch zu großen Teilen von einem hochspekulativen Investment abhängt. Wollen wir hoffen, dass alles gut geht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Euro-Händler haben es dagegen zurzeit halb so wild, aber immerhin konnte die Gemeinschaftswährung einen kleinen Wochengewinn in Höhe von 0,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar verbuchen. Auch wenn die Gemeinschaftswährung während der vergangenen vier Handelstage graduell steigende Tageshochs produzierte, ist sie dennoch erst oberhalb von <strong>1,2235</strong> und insofern auch nur halbwegs aus dem Schneider.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<span style="color: #000000;"><strong>1</strong></span>]</a> GBTC ist der mit Abstand größte Bitcoin Trust (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://decrypt.co/resources/gbtc-everything-you-need-to-know-about-the-grayscale-bitcoin-trust" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>).</span></p>
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		<title>Bitcoins reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 08:53:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-reloaded/">Bitcoins reloaded</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass Bitcoins (BTC) zumindest unter seinen Fans für Aufsehen sorgten, weil sie innerhalb von sechs Wochen einen Kurssturz von 50 Prozent erlebten und mit 170 USD pro Coin den tiefsten Stand gegenüber dem Dezember 2013 markierten, als diese virtuelle Währung bei einem Preis von 1.200 USD kurzzeitig sogar mehr wert war als eine Unze Gold.</p>
<p>Und als der Kurs kurz darauf wieder nach oben schnellte und die 220 USD überschritt, musste ich nicht lange warten, bis mich mein ehemaliger Kompagnon Herman darauf ansprach, aber nicht, weil die 220er Marke einen wichtigen Chartpunkt dargestellt hätte. Vielmehr handelte es sich um den Preis, bei dem auch ich im Spätherbst 2013 nahe dran war, an der sich damals mit überwältigender Kraft aufbauenden Hausse teilzunehmen. Aber dann war mir der Markt davongelaufen.</p>
<p>Nun geriet ich erneut ins Grübeln, weil dieser Referenzpunkt sich fest in meinem Kopf verankert hatte. Denn ich musste mir ja selbst eingestehen, damals eine vermeintliche Kaufgelegenheit verpasst zu haben (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/verpasste-gelegenheit/">HIER</a></strong> und <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), während mein Kompagnon schon Kursziele von bis zu 10.000 USD pro Bitcoin ausrief – allerdings ohne ein einziges virtuelles Geldstück gekauft zu haben. Ich habe die Tage von damals nicht vergessen, an denen ich angesichts meines Pre-Commitments (eigentlich wollte ich ursprünglich kaufen) während der massiven Hausse verschiedene Stadien des Bedauerns und der Reue (Regret) durchlebte.</p>
<p>Umso mehr erfüllte es mich mit Genugtuung, als sich im Laufe des vergangenen Jahres mein Verdacht, es müsse sich bei der Entwicklung der Bitcoin-Mania um eine Abwandlung der Tulpenhausse aus dem 17. Jahrhundert handeln, bestätigte. Der Kurssturz der virtuellen Währung sollte heftiger ausfallen als die jüngste Abwertung des russischen Rubels. Und als der Wert eines Bitcoins unlängst wieder unter meinen virtuellen Einstandspreis von 220 USD fiel, sagte ich mir: „Zum Glück war ich nicht dabei!“ Mir war diese schmerzhafte Episode eines großen Gewinns, gefolgt von einem genauso großen Verlust, erspart geblieben. Denn auch ich hätte etwas, das ich bereits gewonnen hatte, nicht mehr gerne hergegeben, weil Verluste schwerer als Gewinne in gleicher Höhe wiegen. Mit anderen Worten: Ich fühlte mich plötzlich wegen dieser vermeintlich verpassten Gelegenheit sogar richtig gut<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Referenzpunkte als Anker</strong></p>
<p>Fast ein wenig triumphierend rief ich Herman an: „Hast Du Bitcoins gesehen? Zum Glück habe ich da nicht mitgemacht. Und Du hast mich damals deswegen ausgelacht!“ – „Dann kannst Du ja jetzt genau bei dem Niveau von 220 $ einsteigen, das Du damals verpasst hast!“, erwiderte die Stimme am anderen Ende des Telefons.</p>
<p>Ich dachte nicht im Traum daran.</p>
<p>Gestern – Bitcoins wechselten wahrscheinlich aufgrund der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB und der Wahlen in Griechenland mit einem Male für mehr als 300 USD den Besitzer – bekam ich wieder einen Anruf. „Ich habe gekauft“, teilte mir Herman trocken mit, und auch ohne dass er mir sagte, was er erworben hatte, wusste ich sofort, wovon er sprach. „Viel?“, fragte ich daher nur und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme leicht verunsichert klang. Denn sofort beschlich mich die böse Ahnung, Herman könnte jetzt mit „meinem(!)“ einstigen selbst gewählten Referenzpunkt sogar Gewinne machen. Ich fühlte mich, als ob jemand die Zahlen von meinem Lottoschein heimlich abgeschrieben und damit einen Hauptgewinn gemacht hätte, während ich selbst es versäumt hatte, den Schein am Lottoschalter abzugeben.</p>
<p>Glücklicherweise hat Herman nur einen einzigen Bitcoin gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Genau genommen hatte ich einen entgangenen Gewinn (wirkt ähnlich wie ein Verlust) in meiner Vorstellung wieder durch einen entgangenen Verlust (wirkt ähnlich wie ein Gewinn) wettgemacht</p>
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		<title>Bitcoins, bitte!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2014 16:22:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
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		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialer Vergleich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich sie schon längst vergessen. Ich meine die Bitcoins. Aber am Montag fiel mir die ganze Geschichte wieder ein, als ich las, dass die virtuelle Währung die 300-Dollar-Linie unterschritten habe. Das wirkt schon ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Ende November 2013 ein Bitcoin sogar einmal teurer als eine Unze Feingold war. Aber nur [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/bitcoins-bitte/">Bitcoins, bitte!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich sie schon längst vergessen. Ich meine die Bitcoins. Aber am Montag fiel mir die ganze Geschichte wieder ein, als ich las, dass die virtuelle Währung die 300-Dollar-Linie unterschritten habe. Das wirkt schon ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Ende November 2013 ein Bitcoin sogar einmal teurer als eine Unze Feingold war. Aber nur einen Tag lang. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie mir damals Experten in schönsten Farben ausmalten, dass der Wert eines Bitcoin mit Leichtigkeit auf fünf oder 10.000 US-Dollar ansteigen könne. Da sah ein Einstiegskurs von rund 1.200 USD, damals auf dem Allzeithoch, gegenüber dem vollmundigen Versprechen einer möglichen Verachtfachung des Wertes der Bitcoins immer noch günstig aus.</p>
<p>Aber ich fühlte mich damals gewissermaßen wie ein gebranntes Kind, denn ich hatte vier Wochen zuvor die Gelegenheit verpasst, für sage und schreibe 220 USD pro BTC einzusteigen. Auch höre ich noch die Stimme meines Kollegen und Freundes Herman in meinen Ohren: „Ich hab‘ Dir doch gesagt, dass man Bitcoins haben muss.“ Das tat richtig weh, auch wenn es sich um das Resultat eines Hindsight-Bias vom Feinsten handelte. Aber da Herman damals seiner eigenen Prognose nicht wirklich traute, hatte auch er (aus meiner Sicht glücklicherweise) keine Reichtümer mit der virtuellen Währung verdient. Anders ausgedrückt: Mir fehlte bei einem Kurs von 1.200 USD ein triftiger Grund, bei diesem Wahnsinn mitzumachen, weil es niemanden in meinem Umfeld gab, mit dem ich um den Titel „Reichster Mann durch cleveren Bitcoin-Deal“ konkurrieren musste.</p>
<p>Dass ich damals schon mutmaßte, es könne sich beim Bitcoin-Markt um eine Spekulationsblase handeln (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">HIER</a></strong>), die den Charakter der Tulipmania annehme, ist eine Geschichte. Aber ich habe auch gelernt, dass der Vergleich mit Nachbarn, Freunden und Verwandten in finanziellen Angelegenheiten vermieden werden sollte. Denn deren Erfolg oder Misserfolg führt zu Referenzpunkten, die auf Entscheidungen der Vergangenheit beruhen. Über künftige Gewinne sagen diese Geschichten zwar nichts aus, aber solche Referenzpunkte wirken manchmal wie Anker. Vor allem wenn Andere Gewinne gemacht haben, die wir als fast so deprimierend wie einen eigenen Verlust wahrnehmen, den man glaubt wettmachen zu müssen. Das führt manchmal zu einem Aktionismus, der ohne diesen Vergleich nicht stattgefunden hätte.</p>
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		<title>Nebel, die wir lieben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2014 18:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon seit einigen Tagen wird von Kommentatoren immer wieder eine Analyse der Citigroup angeführt, wonach in der Woche zum 5. Februar dieses Jahres globale Aktienfonds die stärksten Abflüsse seit mehr als zwei Jahren verbuchen mussten. Statt einer erwarteten großen Rotation von Anleihen zu Aktien ist offenbar genau das Umgekehrte geschehen. Doch derlei Zahlen sind mehr [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nebel-die-wir-lieben/">Nebel, die wir lieben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon seit einigen Tagen wird von Kommentatoren immer wieder eine Analyse der Citigroup angeführt, wonach in der Woche zum 5. Februar dieses Jahres globale Aktienfonds die stärksten Abflüsse seit mehr als zwei Jahren verbuchen mussten. Statt einer erwarteten großen Rotation <span id="more-6935"></span>von Anleihen zu Aktien ist offenbar genau das Umgekehrte geschehen. Doch derlei Zahlen sind mehr als 10 Tage später trotz der diversen Erwähnungen längst Makulatur. Zumal gerne vergessen wird, dass bereits kurz vor jenem 5. Februar die überraschend deutlich ausgefallene Erholung von US-Aktien, aber auch des DAX begonnen hatte. Selbst wenn also noch zum vergangenen Wochenende über Abflüsse aus den Aktienmärkten berichtet wurde, darf man davon ausgehen, dass ein Teil dieses Kapitals wieder in die Aktienmärkte zurückgeflossen ist.</p>
<p>Muss man deswegen aber gleich auch an eine Gold-Hausse glauben? Ein harter Winter in den USA als allwettertaugliches Kaufargument für die Bullen? Nein, da fehlt es im Markt derzeit ganz einfach an substanziellem Angebot – wer verkaufen wollte hat dies schon längst getan. Fast schon putzig klingt da schon ein anderes Argument. Soll man einer Grafik unter zerohedge.com heute Glauben schenken (ich tue das nicht, denn ich gehe hier eher von einem Zufall aus), wonach seit Oktober angeblich eine negative Korrelation zwischen dem  gelben Metall und der Cyberwährung Bitcoin entstanden sein soll? Nach dem Motto, die Bitcoin-Jünger hätten auch heute beim neuerlichen Schwächeanfall bei Mt. Gox auf zutiefst 230 Dollar – das waren nur noch 10 Dollar mehr, als mein mentaler Einstandspreis vom November 2013 (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/markte/muenzen-manie/">vgl. hier</a></span>) – wieder einmal scharenweise das sinkende Schiff verlassen, um sich von nun an wieder mit vollem Einsatz in physischem statt in virtuellem Gold zu engagieren? Immerhin: Seitdem der Preis für ein Bitcoin im Dezember des vergangenen Jahres höher als der Kurs stand, der seinerzeit für eine Unze Gold bezahlt wurde, scheinen einige Akteure aufgewacht zu sein. </p>
<p>Zum Thema Volatilität und Märkte hat mich übrigens vor ein paar Tagen Frank Meyer (bekannt aus n-tv, aber <a href="http://www.metallwoche.de/joachim-goldberg-auf-der-metallwoche-miss-money-printing-und-anderer-nebel-den-wir-lieben/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> für seine Abonnenten der Metallwoche) unter dem Titel <i>Miss Money Printing und andere Nebel, die wir lieben</i> via Podcast interviewt.</p>
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		<title>Der unwiderstehliche Hang zum Einfachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2013 18:21:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich sollten wir uns nach mehr als 140 Handelstagen seit der Begriff des „tapering“ zum ersten Mal so richtig die Runde machte längst an denselben gewöhnt haben. Vielleicht haben wir es auch, aber die Diskussion darüber hält weiter an. Dabei sollte es eigentlich keinen großen Unterschied machen, wann die US-Notenbank tatsächlich damit beginnt, ihre Anleihekaufprogramme [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollten wir uns nach mehr als 140 Handelstagen seit der Begriff des „tapering“ zum ersten Mal so richtig die Runde machte längst an denselben gewöhnt haben. Vielleicht haben wir es auch, aber die Diskussion darüber hält weiter an. Dabei sollte es eigentlich keinen großen Unterschied machen, wann die US-Notenbank <span id="more-6773"></span>tatsächlich damit beginnt, ihre Anleihekaufprogramme zurückzufahren. Denn die meisten Investoren können zum einen aus heutiger Sicht weder die Auswirkung eines bestimmten Tapering-Volumens auf den Markt, ausgedrückt in Milliarden Dollar, bemessen, noch dürfte es für die meisten kaum einen Unterschied machen, ob ein derartiger Schritt im Dezember, im Januar oder März des kommenden Jahres stattfinden wird. Denn bei der Bewertung zukünftiger Ereignisse tun sich die Menschen ohnehin schwer.  Deswegen orientiert man sich auch beim Tapering wie bei anderen ökonomischen Daten an einem leicht verfügbaren Referenzpunkt, also an einem „besser oder schlechter“ bzw. „einem früher oder später“ als dies (von der Mehrheit der Ökonomen) erwartet wird.</p>
<p>Was mich dennoch immer wieder umtreibt, ist die Einstellung vieler Marktteilnehmer und Kommentatoren, die Welt der Finanzmärkte anhand eben dieses binären Ereignisses – tapern ja oder nein – erklären oder gar prognostizieren zu wollen. Denn alles andere, selbst ökonomische Daten, spielt nun seit Wochen nur noch eine ganz untergeordnete Rolle. Obwohl doch jeder einigermaßen ausgebildete Finanzmarktteilnehmer genau weiß, dass sein Universum viel komplexer ist, mögen die meisten Menschen lieber einfach erklärbare Welten, am besten steuerbar mit einem Lichtschalter – aber bitte um Gottes willen nicht mit Dimmer.</p>
<p>Und wenn man Börsianer gar fragt, ob Ihnen lieber eine selbsttragende Erholung der US-Konjunktur, begleitet von einem Zurückfahren der Anleihekäufe der Notenbank oder eine allein durch quantitativen Lockerungsprogramme stimulierte Ökonomie lieber wäre, wird man von vielen Investoren eine fast schon pervers anmutende Antwort bekommen: Quantitative Lockerungsprogramme seien für steigende Aktienkurse nun einmal besser. Da weiß man zumindest, für wen solche Programme gut sind. </p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Bitcoins zu billig gekauft?</b></p>
<p>Besonders pikant fand ich jedoch eine Geschichte, von der ich heute früh erfuhr. Da hat nämlich jemand offenbar während der heftigen Korrektur vom 7. Dezember zehn Bitcoins zu einem Preis etwas von weniger als 700 US-Dollar<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> pro virtuellem Geldstück erworben. Allerdings wurde vom Betreiber des Online-Bezahlsystems die Ausführung dieser Transaktionen mit dem Hinweis verweigert, es handele sich bei diesem Geschäft um eine „Hoch-Risiko-Transaktion“ weswegen man sich genötigt sähe, den Deal zu streichen. Natürlich bekäme der Kunde innerhalb der kommenden Tage seinen Einsatz wieder gutgeschrieben. (Jetzt gibt es bestimmt wieder schadenfreudige Kommentare, Spekulanten seien an ihrem Elend selber Schuld.)</p>
<p>Dies mag auch ein Grund sein weswegen ich mich heute lieber auf den DAX konzentriere, zumal wir eine neue Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt erhalten haben, die ich <a href="https://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+es+kommt+ein+schiff+geladen+61527">hier</a> kommentierte. Mein Kollege Gianni Hirschmüller hat sich der Analysedetails (<span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+es+kommt+ein+schiff+geladen+61527#reiter=detailanalyse">hier</a></span>) angenommen.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Tief am 7.12.: USD 560, heutiges Hoch: über 1.000 USD</p>
</div>
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		<title>Falsche Wegmarken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2013 06:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Allzeithoch]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation. Regretaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation von Referenzpunkten]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem Blog vom vergangenen Donnerstag habe ich die ketzerische Frage gestellt, ob man beim DAX angesichts eines Allzeithochs noch einsteigen könne. Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man sich zunächst darüber im Klaren sein, dass menschliche Entscheidungen sehr stark von unterschiedlichen Referenzpunkten abhängig sind. Egal, ob es sich um einen Schuhkauf mit Rabatt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem Blog vom vergangenen Donnerstag habe ich die ketzerische Frage gestellt, ob man beim DAX angesichts eines Allzeithochs noch einsteigen könne. Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man sich zunächst darüber im Klaren sein, dass menschliche Entscheidungen sehr stark <span id="more-6738"></span>von unterschiedlichen Referenzpunkten abhängig sind. Egal, ob es sich um einen Schuhkauf mit Rabatt oder um Aktien handelt – eigentlich benötigen wir  im Wirtschaftsleben harte Daten und Analysen, um den Kauf oder Verkauf eines Gutes zu begründen. Doch stattdessen suchen die meisten von uns – oft auch einfach nur aus Bequemlichkeit – nach Anhaltspunkten dafür, ob etwas günstig oder teuer ist, indem sie beispielsweise Vergleiche mit Preisen anstellen, die andere Entscheider für richtig gehalten <i>haben</i>.</p>
<p>„Billig“ oder „teuer“ wird gerne im Kontext der Börsenhistorie, also anhand von Höchst- und Tiefstständen der (jüngeren) Vergangenheit gemessen. Daher wird es für die meisten Akteure an den Finanzmärkten immer dann kritisch, wenn solche Bandbreiten an einer Seite durchbrochen werden. Und weil der DAX derzeit sein vergangenes Handelsband seit Wochen an der Oberseite immer wieder überschreitet und sogar neue historische Höchststände markiert, erweckt er den Anschein, überteuert zu sein. Deswegen fällt es vielen schwer, jetzt noch einzusteigen. Dabei treibt sie nicht nur die Angst um, dass  die Kurse anschließend fallen und sie diese Entscheidung bereuen könnten. Vor allem fehlt ihnen die Orientierung in diesen neuen, unbekannten und nie dagewesenen Kursregionen.</p>
<p>Dennoch muss es anscheinend genügend Entscheider geben, die sich sogar am Allzeithoch zu einem Engagement durchringen. Und diese müssen nicht mal tollkühn oder gänzlich durchgeknallt sein, um diesen Schritt zu wagen. Vielmehr orientieren sie sich einfach an anderen Referenzpunkten als den vergangenen Tiefs oder Hochs. Etwa wenn ein konkurrierender Fondsmanager im DAX stärker als man selbst engagiert ist. Dann gilt vor allem nur noch, dass man beim Kaufen unbedingt mithalten muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Man muss nicht mitmachen</b></p>
<p>Dem gegenüber verfügen Privatanleger gewissermaßen sogar über den „Luxus“, bei einer solchen Hausse nicht zwingend mitmachen zu müssen. Bis zu dem Tag, wo sie plötzlich erkennen, dass der Nachbar mutiger gewesen war und sich mit seinen Gewinnen etwas leistet, was man selbst gerne gehabt hätte. Dann muss nur noch ein guter Freund über Nacht reich geworden sein, weil er seine schon fast vergessen geglaubten Bitcoins auf der Festplatte eines alten PC wiedergefunden hat, und schon wirft auch ein ansonsten besonnener Mensch plötzlich angesichts solch toller Geschichten alle Grundsätze der Vernunft über Bord. Da spielt es auch keine Rolle mehr, wenn man eine Aktie zu 40 € kauft, die gestern noch mit 35 € als überbewertet galt.</p>
<p>Was manchmal noch wie ein durchdachter Strategiewechsel aussieht, kommt in Wahrheit also einer Kapitulation gleich. Man hat es schlichtweg satt, den entgangenen Kursgewinnen im steigenden Markt immer nur hinterherzulaufen. Und weil der erfolgreiche Freund voller Überzeugung ein Kursziel von 70 Euro ausruft und man ihm aufgrund seiner vergangenen Erfolge vollends vertraut, bekommt man gratis sozusagen einen neuen Bezugspunkt frei Haus mitgeliefert. Gegenüber dem Kursziel von 70 Euro sieht ein Kauf bei 40 Euro geradezu wie ein Schnäppchen aus. Bitcoins mit 1.200 US-Dollar kaufen? Die sind gegenüber den Kursen vom Jahresbeginn von etwas mehr als 13 Euro schon beängstigend weit gelaufen. Ob da die Kraft für weitere Abenteuer reicht? Kein Problem, könnte man meinen, wenn man nur genügend vertrauenswürdige Experten um sich herum hat, die auf fünf- oder 10.000 Dollar für einen Bitcoin warten. Mehr noch sorgen diese neuen Referenzpunkte dafür, dass Risikoaversion zu Risikofreude mutiert. Anders ausgedrückt: Man nimmt nicht mehr die bisherigen (wenn auch verpassten) Kursgewinne, sondern nur noch die hohen Kursziele wahr.</p>
<p>Unsere Entscheidungen an den Finanzmärkten werden also in erheblichem Maße durch alte und neue Referenzpunkte beeinflusst. Und dabei handelt es sich um Bezugsgrößen, die manchmal sogar bewusst von Dritten manipuliert werden. Denn die meisten Menschen verhalten sich eben angesichts eines relativen Verlustes (das halb leere Glas) eher risikofreudig, während sie, wenn sie den gleichen Sachverhalt als relativen Gewinn (das halb volle Glas) präsentiert bekommen, vorzugsweise risikoavers agieren.</p>
<p>An der Börse sollte man sich von derlei Referenzpunkten möglichst nicht irre machen lassen. Stattdessen empfiehlt es sich, bei einem Aktienkauf losgelöst von allem Getrommel an sich selbst die Gretchen-Frage zu richten, ob man abseits und ohne Beachtung des bisherigen Kursverlaufs und aller Zielmarken immer noch bereit wäre, etwa aufgrund fundamentaler Bewertungsmaßstäbe, einzusteigen.</p>
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		<title>Verpasste Gelegenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2013 08:38:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Kosten]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist viel passiert, dachte ich mir, als ich vorgestern den Preis der Bitcoins auf 900 US-Dollar springen sah. Das war mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum sagenhaften Donnerstag vor nicht einmal 14 Tagen, als ich mir darüber den Kopf zerbrach, ob ich bei 220 US-Dollar pro BTC einsteigen sollte. Jaja, ich hätte nicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist viel passiert, dachte ich mir, als ich vorgestern den Preis der Bitcoins auf 900 US-Dollar springen sah. Das war mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum sagenhaften Donnerstag vor nicht einmal 14 Tagen, als ich mir darüber den Kopf zerbrach,<span id="more-6713"></span> ob ich bei 220 US-Dollar pro BTC einsteigen sollte. Jaja, ich hätte nicht nur auf meinen Kompagnon Herman hören sollen (ich hatte <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/muenzen-manie/">hier</a> darüber geschrieben), sondern auch auf meinen Bauch. Einmal nur, ausnahmsweise. „Ich habe dir doch gesagt, dass man Bitcoins haben muss!“ hallt mir Hermans Stimme immer noch in  meinen Ohren. Habe ich jetzt eventuell die Chance meines Lebens verpasst? Wo sogar Fed-Chef Ben Bernanke unlängst eingeräumt hat, dass digitale Währungen langfristig vielversprechend sein könnten.</p>
<p>Aber immerhin hatte ich ja noch meinen Verstand, um die kognitive Dissonanz, die sich aus dem entgangenen Gewinn ergeben hatte, schnellstmöglich zu reduzieren. Und weil ich mich immer an den Grundsatz halte, nie das ganze Vermögen auf ein Pferd zu setzen, hätte ich Bitcoins ohnehin immer nur als Risiko-Beimischung zu meinem Portfolio verstanden. Nein, mehr als zwei oder drei virtuelle Münzen  – immer den möglichen Totalverlust dieses Investments im Auge – hätte ich sowieso nicht gekauft. So gesehen, wäre ich über Nacht auch nicht richtig reich geworden, beruhigte ich mich immer wieder. Auch kam mir ein Internet Artikel von Forbes gerade wie gerufen, worin es darum ging, dass US-Banken offenbar keine Konten für Bitcoin-Startups und -Unternehmen eröffnen wollen. Gott sei Dank hat es vorgestern Nacht einen Crash bei Bitcoins gegeben, wobei diese innerhalb von Minuten über 30 Prozent ihres Werts verloren (um sich dann wieder um 30 Prozent zu erholen und wieder zu fallen und so weiter). Das relativiert einiges.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Psychische Kosten erhöhen Commitment</b></p>
<p>Aber warum rege ich mich überhaupt so auf, wenn ich doch gar nichts gekauft habe? Es war eben dieses neuerliche Gespräch, das ich mit Herman führte, just in dem Moment, als die Bitcoins am 18.11. zum ersten Mal die 600-Dollar-Marke streiften. Dieses: „Hab ich dir‘s nicht gesagt?“ nagte in mir solange, bis ich mich traute, meinen Kompagnon zu fragen, ob <i>er</i> denn Bitcoins gekauft habe. „Nein“ erwiderte er gelassen und fügte hinzu: „Aber du empfindest mehr Reue als ich. Im Gegensatz zu mir hattest du doch schon ein Konto bei Mt.Gox angelegt, und wer weiß, was passiert wäre, wenn Du den Personalausweis für dessen Aktivierung zur Hand gehabt hättest!“</p>
<p>Tatsächlich hat Herman Recht: Mein Commitment war, obwohl ich wie er nicht einen einzigen Bitcoin gekauft hatte, höher als seins. Allein die Zeit für meine Recherchen und das langwierige Abwägen eines möglichen Kaufs sind zumindest unter dem Posten „psychische Kosten“ als Commitment zu verbuchen. Und diese Bindung im Vorfeld einer Entscheidung kann bereits so hoch sein, dass mancher Anleger, obwohl er eigentlich Zweifel an seinem Investment hegt, dieses dennoch tätigt. Nach dem Motto: Die ganze Anstrengung soll doch nicht um sonst gewesen sein.</p>
<p>Wer sich indes wie ich dafür entschieden hat, keine Bitcoins zu kaufen (nichts zu tun ist auch eine Entscheidung) sollte nicht so häufig zurückblicken. Denn es hat schon manch einen gegeben, dem die Reue über einen nicht vollzogenen Kauf so zugesetzt hat, dass er diesen später doch noch unbedingt nachholen musste. Aber dann zu aberwitzigen Preisen.</p>
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		<title>Münzen-Manie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 09:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Neid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit wurde [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit<span id="more-6699"></span> wurde die virtuelle Währung bei 220 US-Dollar  gehandelt und jetzt, während ich dies hier schreibe, liegt deren Wert bereits bei knapp 400 Dollar! Nein, ich schwöre, dass ich mich nicht darüber geärgert habe, diese Aufwärtsbewegung verpasst zu haben. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich meinem ersten Kaufdrang nicht nachgegeben, sondern mich stattdessen an meine mir vor vielen Jahren selbst auferlegte Regel gehalten habe, die da lautet: „Schlafe mindestens eine Nacht darüber, bevor Du Dich für ein Investment in einer Anlageklasse, in der Du Dich nicht wirklich auskennst, entscheidest!“</p>
<p>Dann deutete auch mein Freund und Kompagnon Herman an, dass es für einen Einstieg noch längst nicht zu spät sei. Und ein Bekannter, den ich während der Gold-Haussezeiten von 2010 und 2011 ins Herz geschlossen hatte, raunte mir verschwörerisch ins Ohr, dass man bei den Bitcoins einfach dabei sein müsse. Da seien möglicherweise Preise von zwischen fünf und 10.000 Dollar pro „BTC“ drin, meint er, vor allen Dingen wenn die US-Notenbank weiter so viel Geld drucken würde, wie sie dies zurzeit täte. Schon rechnete ich mich reich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bitcoins erreichen „Marktreife“</b></p>
<p>Dann fielen mir aber wieder meine beiden Blogbeiträge vom April (<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">hier</a> und <a href="http://www.blognition.de/blog/marketing/flucht-von-bitcoins-ins-gold/">hier</a>) ein, in denen ich die Kursentwicklung bei den Bitcoins mit der berüchtigten Tulipmania des 17. Jahrhundert verglich. So hatte sich am 4. April dieses Jahres die virtuelle Währung in weniger als zwei Wochen in ihrem Wert  verdoppelt, um dann allerdings innerhalb von sechs Stunden von 266 auf 105 Dollar herunter zu krachen. So schnell waren noch nicht einmal die Tulpenträume von vor über 300 Jahren verwelkt.</p>
<p>Heute, ein gutes halbes Jahr später, erklärte mir ein Experte, der jüngste Kursanstieg sei doch ein klarer Beweis dafür, dass Bitcoins nun endlich Marktreife erreicht hätten. „Aber nun stell dir einmal vor, wenn erst einmal PayPal Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wie ich gerüchteweise gehört habe…“, fuhr der Experte fort, „dann wirst du eine wahre Kursrakete sehen.“ Klarer Fall, wenn die breite Masse Bitcoins akzeptiert. Und PayPal könnte dafür ein Indikator sein. Aber, Vorsicht! Dieses Unternehmen wird sich vermutlich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Sofern angediente Bitcoins nicht zur Begleichung einer Rechnung im Internet akzeptiert werden, könnte PayPal aber bei Bedarf den Part eines Geldwechslers von Euro in BTC und umgekehrt spielen. Natürlich gegen stattliche Provisionen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wieder einmal schneller Reichtum für alle?</b></p>
<p>Daraufhin habe ich mir für meinen Teil im Internet die Charts diverser Spekulationsblasen angeschaut. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir erst am Anfang eines neuen Trends stehen, der gerade größeres Medieninteresse zu wecken scheint. Das sieht nach einem wunderbaren Eldorado für alle aus, könnte man meinen. Ich höre sie schon jetzt in meinem Ohr, all‘ die sagen- und märchenhaften Erzählungen davon, wie viel einige Leute mit Bitcoins verdient haben, obwohl ich die Funktionsweise und den Sinn dieser virtuellen Währung bis heute nicht richtig durchschaue.</p>
<p>Woher rührt die Faszination für dieses unsichtbare Geld, wo doch die meisten Menschen keine abstrakten Dinge mögen? Aber Bitcoin, das klingt nach harter Währung, das hat etwas von „in eine Münze  beißen“ (to bit[e in a ]coin) – hat man früher nicht so auch Goldmünzen geprüft? Da kommt einiges an psychologischen Momenten und Fallen zusammen. Die vermeintlich leichte Vorstellbarkeit einer abstrakten Währung. Oder geht es darum, im Trend zu liegen, weil Bitcoins so zukunftsweisend wirken und womöglich noch zum Statussymbol werden? Auch Neid mag dabei eine Rolle spielen, die Angst, mit dem Nachbarn nicht mithalten zu können, wenn der in großer Runde mit seinen Bitcoin-Gewinnen prahlt. Oder ist es wieder einmal der alte, nie ausgeträumte Traum, innerhalb kürzester Zeit steinreich zu werden? Das alles sind nur allzu menschliche Motive.</p>
<p>Aber erst hinterher werden wir wissen, ob wir tatsächlich reicher geworden sind. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Gerade erfuhr ich, dass eine chinesische Bitcoin-Plattform, die 1.000 Kundenkonten im Gegenwert von 4,1 Millionen US-Dollar unterhielt, sang- und klanglos „offline“ gegangen sein soll.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">Münzen-Manie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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