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	<title>Asymmetrische Geldpolitik Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 28 Aug 2020 04:50:09 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Eine neue Strategie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2020 04:48:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[durchschnittliches Inflationsziel]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Jackson Hole]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun war die Rede von Fed-Chef Jerome Powell zur Eröffnung des virtuellen Jackson-Hole-Symposiums nicht nur mit Spannung erwartet, sondern auch mit hohen Erwartungen der Finanzmarktakteure verbunden gewesen. Und tatsächlich kündigte Jerome Powell einen veränderten Umgang der Notenbank mit dem Begriff des Inflationsziels an. Mit dieser Neuausrichtung der Geldpolitik gilt zwar weiterhin das Inflationsziel von 2 Prozent, allerdings nicht mehr als Zielwert, der mit allen Mitteln erreicht werden soll, sondern als Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-neue-strategie/">Eine neue Strategie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1850)</strong>             Nun war die Rede von Fed-Chef Jerome Powell zur Eröffnung des virtuellen Jackson-Hole-Symposiums nicht nur mit Spannung erwartet, sondern auch mit hohen Erwartungen der Finanzmarktakteure verbunden gewesen. Und tatsächlich kündigte Jerome Powell einen veränderten Umgang der Notenbank mit dem Begriff des Inflationsziels an. Mit dieser Neuausrichtung der Geldpolitik gilt zwar weiterhin das Inflationsziel von 2 Prozent, allerdings nicht mehr als Zielwert, der mit allen Mitteln erreicht werden soll, sondern als Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12422" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/28082020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/28082020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/28082020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Der Realität gebeugt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich hat sich der Offenmarktausschuss (FOMC) der Realität gebeugt, zumal das Inflationsziel von 2 Prozent in den vergangenen Jahren offenkundig über längere Zeiträume verfehlt wurde. Ein Kommentator stellte fest, dass der Index der Privaten Konsumausgaben (PCE), das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, in der Kernrate während der vergangenen 20 Jahre im Schnitt lediglich 1,72 Prozent betragen und nicht einmal ein Drittel der Zeit über dem besagten Ziel von 2 Prozent gelegen habe.</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kritiker bemängelten zurecht, dass sich die Fed offensichtlich nicht festlegen wolle, wie nun der Begriff Durchschnittsinflation zu definieren sei. Denn die Länge eines zu berücksichtigenden [gleitenden] Durchschnitts hat natürlich Einfluss darauf, wie lange und wie stark die Inflationsrate die Marke von 2 Prozent überschreiten darf, bis auch der Durchschnittswert dieses Ziel erreicht hat. Kurzum: Neue und höhere Inflationsraten schlagen sich naturgemäß mit einer nicht unerheblichen Verzögerung in ihrem Durchschnittswert nieder.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Asymmetrische Reaktion auf Beschäftigung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun gab Powell auch bekannt, dass das Ziel einer „maximalen Beschäftigung“ in der Neuausrichtung der Geldpolitik ein stärkeres Gewicht bekommen werde. Dabei wird die Fed nicht – wie früher üblich – die Geldpolitik straffen, falls der Arbeitsmarkt heiß zu laufen droht, um möglichen Inflationsgefahren entgegenzuwirken. Vielmehr werde die Zentralbank ein Beschäftigungsniveau, das die maximalen Erwartungen übertrifft, laufen lassen – es sei denn, es ergeben sich tatsächlich Anzeichen für eine Inflation jenseits des angestrebten Ziels, so Powell sinngemäß. Natürlich werde man andererseits nicht zögern, [geldpolitisch] gegenzusteuern, sofern die Beschäftigung unter dem maximal angestrebten Niveau liegen sollte. Damit erhält die Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Geldpolitik der Fed nicht nur ein erheblich größeres Gewicht als zuvor. Vielmehr dürfte diese neue Form der Betrachtung seitens der Fed zu einer verstärkt asymmetrischen und taubenhafteren Geldpolitik führen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Viel Volatilität ohne Effekt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Darauf hat der Devisenhandel recht deutlich reagiert. Denn zunächst schwächte sich der Dollar derart ab, dass sich der Euro zwar seinem Stabilitätspunkt bei <strong>1,1910/15</strong> gefährlich näherte. Aber er musste nach dem Motto: „Buy the rumour, sell the fact“ – viele Akteure hatten die Ankündigung einer Änderung der Fed-Politik erwartet – hernach einen massiven Dämpfer hinnehmen. Vielleicht auch, weil gerade hinsichtlich des durchschnittlichen Inflationsziels einiges nebulös geblieben ist. Am Ende des Tages gelang es der Gemeinschaftswährung jedenfalls nicht, ihren übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Stattdessen bleibt der Korrekturmodus erhalten, wobei der Auslöser für zusätzliche Abwärtskorrekturen bei <strong>1,1755</strong> gestern ebenfalls nur knapp verfehlt wurde. Nach dessen Unterschreiten wäre nämlich auch noch ein Test von <strong>1,1660/65</strong> nicht mehr auszuschließen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Eine kleine Dosis Risikoaversion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 05:50:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus-Epidemie]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was den Euro angeht, mag sich hier und da Unbehagen breitmachen. Denn während der vergangenen Monate war immer zu wieder beobachten, dass Euro-Kursrückgänge über mehrere Tage hinweg an Momentum verloren, gefolgt von einer meist kräftigen Erholung. Diese Art des Abebbens ist dieses Mal bislang ausgeblieben. Gut möglich, dass mittel-bis langfristig orientierte Marktteilnehmer nun reagieren müssen. Denn wir erinnern uns:...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-kleine-dosis-risikoaversion/">Eine kleine Dosis Risikoaversion</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0830)</strong>             Nun hat der Euro heute früh den neunten Handelstag hintereinander ein niedrigeres Tagestief markiert und damit naturgemäß auch ein neues 33-Monats-Tief. Diese Bewegung ist nicht übertrieben schnell, aber gemessen an der teilweise niedrigen Volatilität der Monate November bis Januar doch relativ deutlich. Mehr noch: Eine halbwegs signifikante Erholungskorrektur der Gemeinschaftswährung ist seither ausgeblieben. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und nun kam gestern auch noch der unerwartet hohe Zuwachs der Fälle von Coronavirus-Infizierten aus China hinzu – über 15.000 Neuerkrankungen und eine deutliche Steigerung der Todesfälle wurden registriert. Indes: Wie die Entwicklung an den Aktienmärkten in den USA und zuvor auch hierzulande zeigte, kann bestenfalls von zeitweiser Risikoaversion der Akteure die Rede sein, zumal vorherige Rücksetzer umgehend wieder wettgemacht wurden.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11618" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/14022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /> </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen gab es für die USA den höchsten Anstieg der Konsumentenpreise seit Oktober 2018 zu vermelden. Aber es schien kaum jemanden zu geben, den diese Zahlen interessierten.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro ohne Erholungschance</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es sei nun dahingestellt, ob der Euro wegen der neu aufgekommenen Corona-Angst gestern nicht steigen konnte. Natürlich gab es auch noch entsprechende Nachfrage nach den in Krisensituationen gesuchten Währungen Schweizer Franken und Yen. Allerdings hauptsächlich gegenüber dem Euro. Dabei ist es schon bemerkenswert, wie gelassen die Akteure mit den gestern veröffentlichten Zahlen zur Virusepidemie umgingen. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich haben die meisten ohnehin damit gerechnet, dass sich die sinkenden Zuwachsraten bei den Erkrankungen nicht fortsetzen würden. Nun also der fünfstellige Zuwachs, mit entsprechenden eigentlich beruhigenden Begründungen. Es ist schon makaber, wenn Kommentatoren den Eindruck vermitteln, dass es sich bei diesen Zahlen ähnlich wie mit ökonomischen Daten verhalte, die nun auf einen Schlag aufgrund geänderter Erhebungsmethoden – diese dürften den meisten Akteuren nicht geläufig und viel zu komplex sein – revidiert werden müssten. Mit anderen Worten: Es soll sich um eine einmalige „Berichtigung“ der Daten handeln, aber der Grundtrend, eine vorsichtige Abnahme bei den Neuinfektionen, sei doch unverändert, war mancherorts zu lesen.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Inflationsdaten anscheinend bedeutungslos</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so wundert es auch nicht, dass der gestern in den USA publizierte Konsumentenpreisindex kaum das Interesse der Marktteilnehmer wecken konnte. Ja, die Preise sind im Januar gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent und in der Kernrate mit 2,3 Prozent etwas stärker als erwartet ausgefallen. Zu diesem Desinteresse mag zum einen beigetragen haben, dass die ökonomischen Folgen der Corona-Epidemie derzeit noch nicht absehbar sind. Zum anderen hat die US-Notenbank zuletzt immer wieder klargemacht, dass sie eine asymmetrische Geldpolitik verfolge. Dabei ist die Hürde für weitere Zinssenkungen wesentlich niedriger als diejenige für eine erste Zinserhöhung. Mehr noch: Der Konsumentenpreisindex ist ohnehin nicht das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, sondern der Index der privaten Verbrauchsausgaben (PCE).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kurssicherungsbedarf </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was den Euro angeht, mag sich hier und da Unbehagen breitmachen. Denn während der vergangenen Monate war immer zu wieder beobachten, dass Euro-Kursrückgänge über mehrere Tage hinweg an Momentum verloren, gefolgt von einer meist kräftigen Erholung. Diese Art des Abebbens ist dieses Mal bislang ausgeblieben. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gut möglich, dass mittel-bis langfristig orientierte Marktteilnehmer nun reagieren müssen. Denn wir erinnern uns: Bei der BofA Merrill Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern hielten netto 53 Prozent der Befragten den Dollar für überbewertet (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/01/23/latente-euroschwaeche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) Dies war der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2002. Viel wichtiger aber: Hinter diesem für überbewertet gehaltenen Dollar könnten sich möglicherweise signifikante Dollar-Short-Positionen, aber auch Euro-Engagements aus dem Ausland, die bis vor kurzem womöglich (nach dem Motto: „Es wird ja mit dem Euro weiter seitwärts gehen“) nicht abgesichert wurden. Damit bleibt der Euro unter Druck und der kurzfristiger Abwärtstrend in Richtung <strong>1,0755/60</strong> erhalten. Eine erste Stabilisierung ist nur nach Überschreiten von <strong>1,0950/55</strong> möglich. Solange</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Erzwungene Sorglosigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2020 17:15:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Absicherungen]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gelernte Sorglosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Phase One Deal]]></category>
		<category><![CDATA[US-Iran-Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die erste komplette Handelswoche des neuen Jahres eines gezeigt hat, ist es dies: In der Welt der Finanzmärkte stehen die Aktienmärkte weiterhin im Vordergrund. Und wer dazu neigt, antizyklisch zu denken, also sich gegen die Massebewegung der Akteure zu positionieren, kann mittlerweile den Mut verlieren. Denn zu klar scheinen (ex post) die Kaufargumente für Aktienengagements, und jeder, der sich tatsächlich traute, nicht nur antizyklisch zu denken, sondern während der vergangenen zwölf Monate dann und wann auch antizyklisch zu handeln, ist meist nicht belohnt worden. Im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass sich Absicherungen gegen Kurseinbrüche oft, trotz niedriger Optionsprämien,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1120)</strong>             Wenn die erste komplette Handelswoche des neuen Jahres eines gezeigt hat, ist es dies: In der Welt der Finanzmärkte stehen die Aktienmärkte weiterhin im Vordergrund. Und wer dazu neigt, antizyklisch zu denken, also sich gegen die Massebewegung der Akteure zu positionieren, kann mittlerweile den Mut verlieren. Denn zu klar scheinen (ex post) die Kaufargumente für Aktienengagements, und jeder, der sich tatsächlich traute, nicht nur antizyklisch zu denken, sondern während der vergangenen zwölf Monate dann und wann auch antizyklisch zu handeln, ist meist nicht belohnt worden. Im Gegenteil darf man davon ausgehen, dass sich Absicherungen gegen Kurseinbrüche oft, trotz niedriger Optionsprämien, als kostspieliger Irrtum herausgestellt haben. Verständlich, dass man nach den jüngsten Erlebnissen und Wetten auf eine Korrektur an den Aktienmärkten kaum mehr Appetit verspürt, sich abermals abzusichern. Viel fehlt nicht mehr, und den Börsianern wird demnächst das Erlernen von Sorglosigkeit geradezu aufgezwungen.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11483" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/13012020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/13012020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/01/13012020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Am Ende teure Absicherungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zumal, wenn die Ausgangslage von den Kommentatoren so beschrieben wird, dass eigentlich nur bullishe Schlüsse gezogen werden können. Ich lasse einmal ganz bewusst die einschlägig bekannten Dauerkritiker beiseite, die immer ein Haar in der Suppe suchen und schon seit Jahren von der drohenden Apokalypse an den Finanzmärkten sprechen, ohne dass diese bislang eingetreten ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Ereignisse im Nahen Osten haben viele Börsianer fast mit einem Achselzucken weggesteckt. Und nun, da der Iran nach Tagen beharrlicher Leugnung sogar eingeräumt hat, das in der Nähe von Teheran verunglückte ukrainische Flugzeug irrtümlicherweise zum Absturz gebracht zu haben, ist für viele Akteure der Beweis erbracht, dass sowohl die USA als auch der Iran zumindest vordergründig kein Interesse daran haben, die Spannungen zwischen beiden Staaten in einen offenen Krieg eskalieren zu lassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Es muss schon viel passieren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so war es auch kein Wunder, dass der sogenannte „Phase-eins-Vertrag“ zwischen den USA und China, der möglicherweise am 15. Januar abgeschlossen werden soll, wieder ins Bewusstsein der Marktteilnehmer rückte. Ja, es scheint klar, dass bestehende Strafzölle reduziert werden und China im Gegenzug seine Käufe von US-Gütern, allen voran Agrarprodukte, dramatisch nach oben schrauben wird. Indes: Bis jetzt gibt es keinen amtlichen Text zu diesem Teilabkommen, von dem man auch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es tatsächlich in der kommenden Woche unterzeichnet wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Zuversicht der Finanzmarktteilnehmer überwiegt. Und etwaige Rücksetzer an den Aktienmärkten, ausgelöst durch die eine oder andere Meldung, dürften zu weiteren Käufen genutzt werden. Und sollten die Dinge sich richtig schlecht entwickeln, gibt es am Ende ja immer noch die US-Notenbank, die mit ihrer asymmetrischen Geldpolitik (vgl. etwa <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/11/01/asymmetrische-geldpolitik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) im Zweifel den Börsianern zu Hilfe eilen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wenn man nun auch noch in Betracht zieht, dass etwa der breitgestreute S&amp;P 500 Aktienindex </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">(rd. 3.265) </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">nach Angaben von Analysten<span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></strong></span> derzeit weit entfernt von Niveaus notiert , an denen aufgrund der derzeitigen Options-Positionierungen stärkere Abwärtsreaktionen losgetreten werden könnten (3.198), wird man noch einmal zur Sorglosigkeit verleitet. Weil angeblich sehr viel passieren muss, bis die derzeitige Trendsituation an den Aktienmärkten von Marktteilnehmern und Analysten neu beurteilt wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine deutliche US-Drohung in Richtung Irak</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch hinsichtlich des am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktberichts ergab sich ein weiteres Indiz, dass sich die US-Wirtschaft in einem Goldilocks-Szenario – moderates Wachstum gepaart mit niedriger Inflation – befindet. Zwar war der Zuwachs der Stellen im Nicht-Agrarbereich zum Ende der vergangenen Dekade nicht gerade berauschend, aber die Dezember-Zahlen (+145.000 Stellen) sorgten insgesamt dennoch für eine positive Wahrnehmung zum Jahresausklang. Zumal die Revisionen der beiden Vormonate minimal ausfielen. Dass die durchschnittlichen Stundenlöhne mit einem Plus von 2,9 Prozent (ggü. Vorjahr) hinter der Median-Erwartung der Ökonomen zurückblieben und im Dezember außerdem so niedrig wie zuletzt im Juli 2018 ausgefallen waren, sorgte zwar für eine leichte Dollarschwäche. Aber die jüngste Berechnung des viel beachteten Modells der Fed von Atlanta GDPNow berechnete für das Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals zum dritten Mal hintereinander einen Wert von 2,3 Prozent, so dass sich die Abgaben in Grenzen hielten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer in der vergangenen Woche auf einen steigenden Euro setzte, weil die Risikofreude an den Finanzmärkten zurückgekehrt und auch die implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung bis zum Jahresende (vgl. CME FedWatch Tool) aufgrund des US-Arbeitsmarktberichts leicht gestiegen war, musste sich bislang in Geduld üben. Zwar ist die Unterseite bei <strong>1,1080</strong> weiterhin gut unterstützt, aber trotz leicht gestiegener Chancen für eine Euro-Erholung bleibt diese in ihrem wahrscheinlichen Ausmaß zunächst doch recht limitiert (<strong>1,1175</strong>).</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die Drohung der Amerikaner, über die das <em>Wall Street Journal</em> am Samstag <a href="https://www.wsj.com/articles/u-s-warns-iraq-it-risks-losing-access-to-key-bank-account-if-troops-told-to-leave-11578759629?mod=searchresults&amp;page=1&amp;pos=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> schrieb, wonach der Irak seinen Zugang zu seinem Konto bei der US-Notenbank verlieren könnte, falls die US-Truppen das Land verlassen müssten, hat es in sich. Denn was mag mit auf Dollar lautenden Guthaben anderer Staaten geschehen, die sich nicht entsprechend der Vorstellungen der US-Administration verhalten? Mittel- bis langfristig sind dies keine positiven Auspizien für den US-Dollar (vgl. etwa meine Artikel <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/09/29/kurzer-blick-in-pandoras-buechse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> und <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/17/vergleich-mit-2003/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #333300;">HIER</span></strong></a>).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a> Vgl. etwa <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://heisenbergreport.com/2020/01/10/nomuras-mcelligott-it-would-take-an-enormous-macro-shock-to-tip-systematic-dominoes/">https://heisenbergreport.com/2020/01/10/nomuras-mcelligott-it-would-take-an-enormous-macro-shock-to-tip-systematic-dominoes/</a></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hoffnung auf schnellen „Deal“ schwindet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2019 05:45:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Fed Minutes]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer die wichtigen Nachrichten am gestrigen Handelstag verfolgte, konnte den Eindruck gewinnen, dass die Impeachment-Anhörung von Gordon Sondland, dem US-Botschafter bei der EU und Schlüsselzeugen gegen US-Präsident Donald Trump, bei Kommentatoren und Analysten mehr Aufmerksamkeit auf sich zog als irgendwelche ökonomischen Ereignisse. Allerdings hatte dies wie auch bereits an den Tagen zuvor keine erkennbare Auswirkung auf die Finanzmärkte....</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1075)</strong>             Wer die wichtigen Nachrichten am gestrigen Handelstag verfolgte, konnte den Eindruck gewinnen, dass die Impeachment-Anhörung von Gordon Sondland, dem US-Botschafter bei der EU und Schlüsselzeugen gegen US-Präsident Donald Trump, bei Kommentatoren und Analysten mehr Aufmerksamkeit auf sich zog als irgendwelche ökonomischen Ereignisse. Allerdings hatte dies wie auch bereits an den Tagen zuvor keine erkennbare Auswirkung auf die Finanzmärkte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11344" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/21112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/21112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/21112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einzig die Aktienmärkte zeitigten hierzulande den ersten größeren Rücksetzer seit dem 4. Oktober, weil nicht wenige Beobachter befürchten, dass China seine Drohung wahr machen könnte, gegen den vorgestern Nacht im US-Senat verabschiedeten Gesetzentwurf zur Unterstützung der „Menschenrechte und Demokratie“ in Hongkong vorzugehen. Und so kursierten gestern bereits Medienberichte, in denen in Berufung</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">auf sogenannte Quellen, die dem Weißen Haus nahe stehen sollen, mitgeteilt wurde, dass selbst der Abschluss der „Phase eins“ im Deal mit China möglicherweise ins kommende Jahr verlegt werden müsste.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Große Ernüchterung sieht anders aus</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber eine echte Ernüchterung war gestern auch bei den hiesigen Börsianern nicht festzustellen (vgl. Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt von gestern <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/11/20/dax-sentiment-vom-20-november-2019/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>). Und der Euro konnte sich nicht von der Lethargie der Vortage befreien, obgleich das Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank vom 29./30. Oktober zur Veröffentlichung anstand. Aber das Gros der Händler rechnete im Vorfeld sowieso nicht mit größeren Überraschungen. Das mag auch daran gelegen haben, dass sich die Statements der FOMC-Mitglieder während der vergangenen Tage nicht wesentlich voneinander abhoben. Gebetsmühlenartig beteuerten Fed-Vertreter immer wieder, die US-Wirtschaft befinde sich in gutem Zustand.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Asymmetrische Geldpolitik bestätigt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von diesem Drehbuch wich auch FOMC-Mitglied Lael Brainard nicht ab und machte gestern in einem Interview einmal mehr deutlich, dass es schon einer deutlichen Veränderung des konjunkturellen Ausblicks bedürfe, um eine weitere Zinssenkung auf den Weg zu bringen. Und als Brainard auf die möglichen Abwärtsrisiken für die Wirtschaft angesprochen wurde, ließ sie unterschwellig durchblicken, dass die Aufrechterhaltung der für Dezember geplanten US-Strafzölle auf China-Importe möglicherweise zu einer Zinssenkung führen könnte. Zumindest würden sich für Brainard damit die sogenannten „Abwärtsrisiken“ konkretisieren. Dass die Fed derzeit asymmetrisch denkt, zeigte sich auch darin, dass Brainard für den Fall eines Deals mit China eine lange Zeit des Abwartens in Sachen Zinserhöhung in Betracht ziehen würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zum Ende des gestrigen Handelstages wurde dann das überraschungsfreie FOMC-Protokoll publiziert, so dass der Euro weiterhin nur innerhalb der Handelsbandbreite vom Montag rangierte und damit auch nicht den Stabilisierungspunkt bei <strong>1,1100/05</strong> in Angriff nahm. Genauso wenig wie das erste größere Nachfrageniveau bei <strong>1,1025</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Lichtblick im Novembergrau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2019 05:47:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, gestern konnte man fast ein wenig hochschrecken, wenn man sich die ökonomischen Daten in der Eurozone ansah. Genauer gesagt geht es um Deutschland und dem besser als von den Ökonomen erwartet ausgefallenen Auftragseingang in der Industrie. Ein wohltuender Kontrast zu all dem herbstgrauen Einerlei wenig mutmachender Zahlen. Zumindest, wenn man nur auf das September-Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat blickt...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1055)</strong>             Ja, gestern konnte man fast ein wenig hochschrecken, wenn man sich die ökonomischen Daten in der Eurozone ansah. Genauer gesagt geht es um Deutschland und dem besser als von den Ökonomen erwartet ausgefallenen Auftragseingang in der Industrie. Ein wohltuender Kontrast zu all dem herbstgrauen Einerlei wenig mutmachender Zahlen. Zumindest, wenn man nur auf das September-Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat blickt – gegenüber dem Vorjahr betrug das Minus immer noch 5,4 Prozent; es handelte sich um den 16. Rückgang in Folge. Zu den leicht positiven Überraschungen gehörte auch der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex für die Industrie und die Dienstleister der Eurozone, der zwar noch gegenüber der ersten Schätzung von Markit für Oktober etwas besser (50,6) ausfiel. Aber einige Unterkomponenten (insbesondere die Exportaufträge) geben keinerlei Anlass zu Optimismus. Vermutlich hätte sich der Euro gestern auch ohne diese Daten um die 30 Stellen erholt, die er tatsächlich vorübergehend gutmachen konnte.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11288" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/07112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/07112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/07112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Treffen in der Schweiz oder in London?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Interessanteres gibt es indes von der Entwicklung des US-chinesischen Handelsstreits zu berichten. Denn einem Medienbericht zufolge soll ein hochrangiger Repräsentant der Trump-Administration, der nicht genannt werden will, geäußert haben, dass sich die Unterzeichnung des US-chinesischen Teilabkommens bis in den Dezember hinein verzögern könnte. Nicht zuletzt, weil bislang noch kein neuer Ort für eine Vertragsunterzeichnung des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und Donald Trump gefunden wurde. Nun soll die „Phase eins“ des Handelsabkommens in der Schweiz oder in Schweden mit den Unterschriften beider Staatsoberhäupter besiegelt werden. Oder im Anschluss an den Nato-Gipfel (3.12.) in London. Auch sei es möglich, so der geheime Informant, dass es gar nicht erst zu einem Deal kommen könnte. Aber wahrscheinlicher sei es, dass das Abkommen zustande komme.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Mehr zur asymmetrischen Geldpolitik</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was eine mögliche asymmetrische Geldpolitik der Fed angeht, gab es gestern ebenfalls zwei interessante Statements. Das eine kam vom Chef der Fed von Chicago, Charles Evans, der – falls die Inflation überhaupt steigen sollte – auch nichts gegen eine Inflationsrate von 2,5 Prozent, also über dem von der Fed anvisierten Ziel, hätte. Auch sei er der Ansicht, dass der sogenannte neutrale Zins (das ist derjenige Zins, der die Wirtschaft weder ankurbelt noch bremst) wahrscheinlich gesunken sei.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das zweite Statement stammt aus einer Paneldiskussion mit dem Chef der Fed von New York, John Williams, der sich sogar vorstellen kann, dass die US-Notenbank in der nächsten Rezession den Leitzins bis auf 0 Prozent senken könnte. Zwar sind beide Fed-Vertreter dem Lager der Zinstauben zuzurechnen, aber einmal mehr wurde deutlich, dass die Notenbank wahrscheinlich schneller auf ungünstige Wirtschaftsdaten reagieren würde als auf eine boomende Konjunktur oder gar steigende Inflationsraten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch ist es bemerkenswert, dass der Euro auch gestern nicht in der Lage war, die Untergrenze seiner neutralen Zone, die von <strong>1,1065/70</strong> bis <strong>1,1180</strong> reichte, endlich zu durchstoßen. Immerhin: Dies gelang heute früh in Fernost. Wie bereits gestern erwähnt, wird damit allerdings kein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, aber der Euro bleibt jedenfalls in seiner latent schwachen Verfassung mit Spielraum, nunmehr bis <strong>1,0990/95</strong>. Diese Situation würde erst nach Überschreiten von <strong>1,1130</strong> bereinigt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Asymmetrische Geldpolitik</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/asymmetrische-geldpolitik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 05:46:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Asymmetrische Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CME FedWatch Tool]]></category>
		<category><![CDATA[Fed-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich im Anschluss an die am Mittwoch endende FOMC-Sitzung gedacht hatte – nicht wenige Kommentatoren gingen selbst gestern noch davon aus –, es sei nun vorerst Schluss mit weiteren Zinssenkungen, muss sich eigentlich getäuscht sehen. Zwar machte Jerome Powell deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick (gemeint ist wohl in erster Linie das Wachstum) schon wesentlich („material“) verschlechtern müsse, um eine weitere Zinssenkung auszulösen. Was aber auf der anderen Seite etwaige Zinserhöhungen angeht, scheint das Augenmerk</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1165)</strong>             Dass es sich US-Präsident Donald Trump nicht nehmen ließ, gestern wieder einmal gegen die Fed zu schießen, hat sicherlich kaum jemanden überrascht. Zumal Trump ohnehin gerne mit psychologischen Ankern arbeitet und folglich Messlatten unrealistisch hoch setzt. Diese Messlatten verfehlen nicht ihre Wirkung und ziehen die Entscheidungen derer, auf die diese Anker wirken sollen, unmerklich in die gewünschte Richtung. Tatsächlich kann man durchaus die Meinung vertreten, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) – wenn auch nicht alle in gleichem Maße – letztlich mit ihren Zinsentscheiden schrittweise genau das gemacht haben, was Trump eigentlich verlangt.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-11266" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/01112019-96x300.jpg 96w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich vollzieht sich alles für den US-Präsidenten viel zu langsam. Aber die Finanzmärkte halfen kräftig mit und diktierten gewissermaßen im Laufe dieses Jahres, etwa über die Fed-Funds-Futures, der Notenbank häufiger, was sie eigentlich zu tun habe. Und hätte sich die Fed in diesem Jahr auch nur einmal erdreistet, dem Markt womöglich zu widersprechen, wäre dessen Damoklesschwert höchstwahrscheinlich zum Einsatz gekommen: Die Aktienmärkte hätten vermutlich wie angedroht deutlich gecrasht. Etwa wie im Dezember 2018, als die Fed zum letzten Male die Zielzone für die Fed Funds erhöht hatte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein kleiner Paradigmenwechsel</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer sich im Anschluss an die am Mittwoch endende FOMC-Sitzung gedacht hatte – nicht wenige Kommentatoren gingen selbst gestern noch davon aus –, es sei nun vorerst Schluss mit weiteren Zinssenkungen, muss sich eigentlich getäuscht sehen. Zwar machte Jerome Powell deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick (gemeint ist wohl in erster Linie das Wachstum) schon wesentlich („material“) verschlechtern müsse, um eine weitere Zinssenkung auszulösen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was aber auf der anderen Seite etwaige Zinserhöhungen angeht, scheint das Augenmerk der Fed eher auf der Inflationsentwicklung zu liegen. Aber nicht nur das. Vielmehr verdeutlichte Powell, es müsse sich um einen deutlichen und dauerhaften Anstieg der Inflation handeln, bevor die Fed eine Zinserhöhung überhaupt nur in Betracht ziehen würde. Mit anderen Worten: Die Hürde für eine weitere Zinssenkung liegt wesentlich niedriger als diejenige, die für eine Zinserhöhung übersprungen werden muss. Tatsächlich signalisierte Powell für die Zukunft eine asymmetrische Geldpolitik! Ein kleiner Paradigmenwechsel also.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich geht es also nicht mehr nur um eine Reihe präventiver Zinssenkungen, die nun beendet sein soll, um einer Wachstumsschwäche zuvorzukommen. Und eigentlich sollte Donald Trump der Fed sogar ein dickes Lob spendieren. Denn Powells Aussage sorgt dafür, dass sich die Fed einem wieder erstarkenden (globalen) Wachstum nicht entgegenstellen wird. Und wenn es im US-chinesischen Handelskrieg nun doch nicht zu einer Einigung kommen sollte, gibt es ja für alle Fälle eine Versicherung, den sogenannten Powell-Put. Und so wundert es auch nicht, dass sich aus den Fed-Funds-Futures (vgl. CME FedWatch Tool) für die Dezember-Sitzung der Notenbank bereits jetzt eine implizite Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent für eine weitere Zinssenkung berechnen lässt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Erste US-Wachstumsschätzungen für das vierte Quartal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ansonsten gab es gestern jede Menge wichtiger ökonomischer Daten zu begutachten, die aber allesamt nicht wirklich großartig überraschten. Das gilt für die vorläufigen Wachstumszahlen der Eurozone für das dritte Quartal sowie für die erste Schätzung der dortigen Konsumentenpreise für Oktober. In den USA gab es immerhin den für die US-Notenbank  wichtigen Index der privaten Verbrauchsausgaben (PCE) zu begutachten, der im September in der Kernrate mit einem Plus von 1,7 Prozent (gegenüber Vorjahr) etwas schwächer als im August, aber dennoch im Rahmen der Erwartungen der Ökonomen ausfiel. Wie müsste dieser Index wohl ausfallen, damit die Notenbank die Zinsen erhöhen würde? Wohl gemerkt: signifikant und dauerhaft. Ein Prozent höher?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die erste Schätzung des viel beachteten Prognosemodells der Fed von Atlanta wurde gestern erstmals für das vierte Quartal publiziert und dürfte mit einem annualisierten Wachstum von 1,5 Prozent nicht gerade für Euphorie sorgen. Der Euro hat es gestern allerdings nicht mehr geschafft, seine neutrale Zone zwischen <strong>1,1065/70</strong> und <strong>1,1180</strong> an der Oberseite zu verlassen. Bemerkenswert, wenn man den von mir beschriebenen Paradigmenwechsel der Fed ernst nehmen möchte. So gesehen hat sich der Dollar gestern sogar noch ganz gut aus der Affäre gezogen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/asymmetrische-geldpolitik/">Asymmetrische Geldpolitik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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