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	<title>Investmententscheidungen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Über die Wiederbelebung toter Gewinne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2017 14:52:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mittlerweile dürften die Akteure an den Finanzmärkten genügend Zeit gehabt haben, sich intensiv mit der US-Steuerreform auseinanderzusetzen. Anscheinend stört es kaum jemanden, dass die beiden unterschiedlichen Gesetzentwürfe, über die der Senat und das Repräsentantenhaus abgestimmt haben, noch aneinander angepasst werden müssen. Stattdessen geht man vielerorts davon aus, dass noch vor Weihnachten ein Kompromiss der beiden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mittlerweile dürften die Akteure an den Finanzmärkten genügend Zeit gehabt haben, sich intensiv mit der US-Steuerreform auseinanderzusetzen. Anscheinend stört es kaum jemanden, dass die beiden unterschiedlichen Gesetzentwürfe, über die der Senat und das Repräsentantenhaus abgestimmt haben, noch aneinander angepasst werden müssen. Stattdessen geht man vielerorts davon aus, dass noch vor Weihnachten ein Kompromiss der beiden Vorlagen gefunden wird und von US-Präsident Donald Trump bereits per Neujahr auf den Weg gebracht werden könnte. Mit einer bereits 2018 greifenden Senkung des Unternehmenssteuersatzes von 35 auf 20 Prozent müssten, so die logische Konsequenz, auch die Gewinneinschätzungen für viele Aktien des S&amp;P 500 Index für das kommende Jahr drastisch angehoben werden.</p>
<p>Andererseits können sich viele Marktteilnehmer nicht vorstellen, dass die Steuerreform tatsächlich zu einem großen Wachstumsschub in den USA führen wird. Interessanterweise handelt es sich dabei oft um dieselben Stimmen, die nun die US-Notenbank im kommenden Jahr trotzdem mit Leitzinserhöhungen gegensteuern sehen. Abgesehen von der Zinserhöhung in der kommenden Woche, die als sicher gilt, rechnet man vielerorts mittlerweile mit vier Zinsschritten im Jahr 2018.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Unterschätzte Kapitalströme</strong></p>
<p>Wenig wird indes von einem nicht unwichtigen Aspekt dieser Steuerreform gesprochen. So wies etwa das Wall Street Journal am vergangenen Wochenende <span style="color: #0000ff;">(<strong><a style="color: #0000ff;" href="https://www.wsj.com/articles/tax-changes-for-overseas-cash-could-ripple-through-markets-1512222877" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong>) </span>darauf hin, dass eine geplante einmalige Steuererleichterung für im Ausland erzielte und dort gehaltene Unternehmensgewinne (manche Schätzungen liegen bei mehr als 2,5 Billionen US-Dollar!) zu erheblichen Repatriierungs-Geldströmen aus dem Ausland in Richtung USA führen können.</p>
<p>Auch die Financial Times beschäftigt sich in ihrer heutigen Ausgabe (<a href="https://www.ft.com/content/56c69df6-d9db-11e7-a039-c64b1c09b482" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #0000ff;">HIER</span></strong></a>) mit dem Vorschlag der Republikaner, dieses im Ausland unterhaltene Geld mit einem Steuersatz von nicht mehr als 14,5 Prozent auf Gewinne, die in liquider Form gehalten werden, bzw. etwa 7,5 Prozent für reinvestierte Gewinne zu belegen – egal, ob die Gewinne in die USA zurückfließen oder im Ausland bleiben. Geld, das unter dem derzeit geltenden Steuerrecht, sofern in die USA transferiert, immer noch einem Unternehmenssteuersatz von 35 Prozent unterliegen würde und somit oft nicht der heimischen US-Wirtschaft zugute kommen kann.</p>
<p>Viele US-Multis dürften jedoch selbst für den niedrigen einmaligen Steuersatz von 14,5 Prozent nicht genügend Rücklagen gebildet haben. Mit der Folge, dass, um etwa Steuerforderungen zu bezahlen, im Ausland befindliche Liquidität in die USA zurückgeführt werden muss. Mit anderen Worten: Bislang von US-Unternehmen im Ausland gehaltene, ökonomisch oftmals „tote“ und somit brach liegende Gewinne würden durch die Heimführung in das Mutterland wiederbelebt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Komplexitätsaversion</strong></p>
<p>Davon wären natürlich auch in Fremdwährung gehaltene liquide Mittel von US-Unternehmen betroffen. Fremdwährungen, die im Zweifel gegen US-Dollar verkauft werden müssten. Zwar sind diese Bedenken nicht neu und sind hier und da in der Vergangenheit bereits diskutiert worden. Da aber niemand so recht sagen kann, wie hoch die daraus resultierenden Kapitalströme sein könnten, scheint eine Diskussion darüber viel zu komplex und wird daher von vielen Marktteilnehmern verdrängt werden. Denn normalerweise tendieren Märkte dazu, sich bereits frühzeitig auf solche Kapitalströme einzurichten.</p>
<p>Ob sich die heimischen Börsianer darauf eingerichtet haben, können Sie meinem heutigen Kommentar, den ich wie immer <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Nikolaus-faellt-aus-aber-Weihnachten-nicht-unbedingt-2324204" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a></span> für die Börse Frankfurt erstellt habe, oder meinem Skype-Interview <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=zhy36zdnmH4&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #00ff00;">HIER</span></a></strong> entnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Böses Wachstum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2017 14:52:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal bin ich wirklich überrascht darüber, was man von Kommentatoren und Marktbeobachtern so alles zu lesen bekommt. So schreibt etwa heute die Nachrichtenagentur Reuters, dass der Euro (offensichtlich für viele doch überraschend) aufgrund verstärkter Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gestern die 1,18er Linie gegenüber dem US-Dollar überschritten haben soll. Andere wiederum machten für den vergleichsweise deutlichen Sprung der Gemeinschaftswährung ein besser als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum in Deutschland verantwortlich, da dieses ja letztlich auch der Eurozone zugutekäme. Eine Begründung, die auf den ersten Blick durchaus plausibel erscheint, aber angesichts der ohnehin ausgesprochen positiven Erwartungshaltung hinsichtlich des hiesigen Wirtschaftswachstums eigentlich niemanden mehr derart überrascht haben sollte, dass er sich eiligst mit Euro eingedeckt hat. Zumal die Börsianer sich der positiven Bewertung der deutschen Wachstumszahlen offensichtlich nicht anschließen wollten. Den während der Euro nach oben kletterte, sackte gleichzeitig der DAX nach unten ab: Was anfangs nur wie eine harmlose Korrektur aussah, hat sich nun doch zu einer etwas kräftigeren Reaktion als vielerorts erwartet ausgewachsen.</p>
<p>Diese recht kräftige DAX-Korrektur, die seit dem Allzeithoch vom 7. November per Schlusskurs gestern eine Größenordnung von 3,6 Prozent erreichte, während der breitgestreute US-Aktienindex S&amp;P 500 während des gleichen Zeitraums nicht einmal ein Prozent an Wert verlor, ist angesichts der jüngsten ökonomischen Entwicklung hierzulande sogar noch weniger zu begreifen. Ein Blick auf die gestern veröffentlichte BofA Merrill Lynch Fondsmanager-Umfrage, die vom 3. bis 9. November erhoben wurde, bringt jedoch etwas Licht ins Dunkel. Denn nachdem im Oktober noch netto 58 Prozent der Befragten angaben, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein, hat sich dieser Saldo nunmehr auf 47 Prozent verringert. Diese Kapitalabflüsse könnten dafür gesorgt haben, dass der Euro während der vergangenen Wochen eine für Chartgläubige wunderschön geschnittene Head &amp; Shoulders Umkehrformation vollendet hatte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction statt self-fulfilling prophecy</strong></p>
<p>Aber, wie schon häufiger in der Vergangenheit zu beobachten, sind es gerade diese sauber geschnittenen Muster, die nicht nur von Profis sofort erkannt und mit entsprechenden Engagements belegt werden, die dann aber nicht das halten, was sie eigentlich versprechen: Im Falle des Euro handelte es sich um deutlich fallende Kurse, die dieser Theorie zufolge durchaus das Niveau von 1,13 USD hätten erreichen sollen. Gestern ist nun auch aufgrund von kräftigen Stopp-Loss-Käufen (auch enttäuschter Chart-Follower) diese Baisse-Formation des Euro eindrucksvoll zerstört worden (vgl. etwa <a href="https://www.godmode-trader.de/analyse/eurusd-starke-intraday-kaeufe-sks-topformation-erstmal-geschichte,5610320" target="_blank" rel="noopener"><strong>HIER</strong></a>).</p>
<p>Was übrigens mit den verkauften Aktien der ausländischen Kapitalanleger geschehen ist, können Sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Jahresschlussrallye-nur-ein-Wintermaerchen-2319151" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">HIER</span></strong></a> in schriftlicher Form oder via Skype-Interview<span style="color: #ff0000;"> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=n7GUMT1uUi0" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a></span> von mir erfahren. Beide Kommentare habe ich wie immer für die Börse Frankfurt erstellt.</p>
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		<title>Matrizen, Mutmaßungen und Mythen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Sep 2017 15:53:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es hat mich doch erstaunt, welche Art von Research ich während der vergangenen Tage von verschiedenen Analysten auf den Tisch bekommen habe. Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Nachdem der DAX in der vergangenen Woche wie vielerorts angekündigt oder befürchtet seine 200-Tage-Linie von oben nach unten (nach gängiger Lesart gleichbedeutend mit einem Verkaufssignal, vgl. auch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9636 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/09/Senti_06092017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Es hat mich doch erstaunt, welche Art von Research ich während der vergangenen Tage von verschiedenen Analysten auf den Tisch bekommen habe. Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Nachdem der DAX in der vergangenen Woche wie vielerorts angekündigt oder befürchtet seine 200-Tage-Linie von oben nach unten (nach gängiger Lesart gleichbedeutend mit einem Verkaufssignal, vgl. auch meinen Kommentar zu diesem Mythos: <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2017/08/30/wiederbelebter-mythos/" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #000000;"><strong>HIER</strong></span></a>) und nur 48 Stunden später wieder von unten nach oben durchstoßen hatte (Kaufsignal, Basis Schlusskurs, tatsächliche Exekution meist schlechter), ergab sich erwartungsgemäß ein Verlustsignal. Aber heute Morgen muss ich erneut diesen fürchterlichen Unsinn lesen, wonach es für den DAX möglicherweise wieder zappenduster aussähe, wenn die 200-Tage-Linie (heute bei 12.045 DAX Zählern) ihre Unterstützung versagen und überdies die runde 12.000er Marke kurz danach zur Disposition stünde. Ob es wohl dieses Mal klappt?</p>
<p>Zum zweiten bekomme ich Überlegungen präsentiert, was wohl dem Euro nach der morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank alles passieren könnte. Folgende Szenarien befinden sich derzeit vielerorts im Angebot. Wird EZB-Präsident Mario Draghi</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>a)     &#8230;wohl eine Ankündigung oder nur versteckte Andeutung machen, ob – sofern die ökonomischen Voraussetzungen gegeben sind – bei der darauffolgenden Zusammenkunft des EZB-Rats am 26. Oktober über einen sanften Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm entschieden wird?</p>
<p>oder</p>
<p>b)     werden bereits Morgen Nägel mit Köpfen gemacht und direkt eine geldpolitische Wende eingeläutet (unwahrscheinlich)?</p>
<p>oder sagt …</p>
<p>c)     &#8230;Draghi gar nichts zu diesem Thema?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und dann lese ich sinngemäß:</p>
<p>Wenn a) geschieht, dann könnte der Euro steigen</p>
<p>wenn b) eintritt, dann könnte der Euro ganz besonders stark steigen und</p>
<p>Wenn c) geschieht, könnte die Gemeinschaftswährung – weil dann alle enttäuscht sind – ganz deutlich fallen.</p>
<p>Das ganze natürlich unter der Voraussetzung, dass auf dieser Welt sonst nichts Dramatisches (Stichwort: Nordkorea, USA) passiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht ist es Ihnen genauso ergangen wie mir. Was im Idealfall wie eine simple Entscheidungsmatrix aussieht, ist an viele andere Bedingungen geknüpft. Bedingungen, durch die sich die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser einfach aussehenden Szenarien mit jedem hinzukommenden Element weiter verringert. Denn es muss in einem solchen Szenario nur eine Voraussetzung nicht eintreffen, Mario Draghi sich (und das ist nicht unwahrscheinlich) nicht ganz klar ausdrücken oder eine Entscheidung unter weiteren Bedingungen ankündigen, und das ganze analytische Kartenhaus bricht zusammen. Was mag erst geschehen, wenn der Markt bereits vor der Zentralbanksitzung positioniert ist? Angesichts der Informationsvielfalt an den Finanzmärkten lieben wir scheinbar simple Szenarien – was allerdings mit dem Nachteil verbunden ist, dass wir angesichts der tatsächlichen Komplexität dessen, was geschehen könnte, nur einen ganz winzigen Ausschnitt sehen können.</p>
<p>Relativ einfach ist indes die Umfrage der Börse Frankfurt, die diese allwöchentlich mit ihren Investoren veranstaltet. Das Ergebnis und meinen Kommentar dazu finden Sie A) schriftlich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Doppelte-Bestrafung-2300705" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> oder B) als Video-Interview <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LGKVvyzFUpE" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">DORT</span></strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wiederbelebter Mythos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2017 13:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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		<category><![CDATA[200-Tage Linie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mögen während der vergangenen Tage viele Gründe dafür gesprochen haben, deutsche Aktien zu verkaufen. Den Vogel schossen jedoch Analysten und Kommentatoren am gestrigen Handelstag ab, denn es trafen gleich zwei Umstände zusammen, warum es den DAX besonders stark erwischt hatte. Zum einen wurde die sagenumwobene runde 12.000er-Linie unterschritten, was für sich alleine betrachtet schon [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mögen während der vergangenen Tage viele Gründe dafür gesprochen haben, deutsche Aktien zu verkaufen. Den Vogel schossen jedoch Analysten und Kommentatoren am gestrigen Handelstag ab, denn es trafen gleich zwei Umstände zusammen, warum es den DAX besonders stark erwischt hatte. Zum einen wurde die sagenumwobene runde 12.000er-Linie unterschritten, was für sich alleine betrachtet schon bei vielen Anlegern offensichtlich große Angst auslöst. Weil aber auch noch fast gleichzeitig die 200-Tage-Linie des DAX von oben nach unten durchstoßen wurde, war anscheinend das Maß voll: Kurzfristig haben offensichtlich die Bären das Zepter des Handelns in die Hand genommen.</p>
<p>Nun ist es schon länger her, seit wir uns das letzte Mal mit einer Überquerung der 200-Tage-Linie des DAX befasst haben. Tatsächlich stammt das letzte Signal vom 20. Juli 2016<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #0000ff;">1</span></strong>]</a>, und wer seinerzeit mit 10.142 Zählern (auf Basis Schlusskurs) beim DAX eingestiegen ist, konnte mit dem gestrigen Verkaufssignal einen satten Gewinn von sage und schreibe rund 17 Prozent einstreichen. Ist die 200-Tage-Linie offensichtlich doch mehr als ein Mythos?, mögen sich viele gefragt haben. Tatsächlich muss man bis ins Jahr 2013 zurückgehen, denn damals hätte man zuletzt einen ähnlich hohen Gewinn des DAX mit Hilfe der 200-Tage-Linie realisieren können. 2015 wären sogar mit einem Trade dieser Art mehr als 10 Prozent zu verdienen gewesen. Danach gab es im selben Jahr leider auch fünf Mal falschen Alarm, gefolgt von einem kleineren Profit und elf weiteren, teils teuren Fehlsignalen in 2016.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hohe psychische Belastung</strong></p>
<p>Was bei dieser Strategie übrigens gerne verschwiegen wird, ist die psychische Belastung, die entsteht, wenn man dieser Systematik folgt. Nicht nur, dass man sehr lange warten muss, bis man einen großen Gewinn realisieren kann, sondern meist auch noch einen hohen Teil bereits mental verfrühstückter Buchgewinne wieder hergeben muss. Doch es sind vor allem die mitunter langen Serien von Fehlsignalen, die per se gar nicht einmal so teuer sein müssen. Aber selbst kleine Verluste sind nur schwer auszuhalten, wenn sie sich wie im Beispiel erwähnt elf Mal hintereinander und auch noch in kürzeren Zeitabständen ereignen. Und so ist es kein Wunder, dass gerne über die 200-Tage-Linie geredet und geschrieben, aber kaum profitabel danach gehandelt wird. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, gestern ein profitables Verkaufssignal erhalten zu haben, ist sehr gering, denn es geschieht selten, dass der simple 200-Tage-Linie-Handelsansatz zwei Gewinnsignale hintereinander generiert.</p>
<p>Auch ein anderer Mythos hält sich hartnäckig: Es gibt immer noch Analysten und Kommentatoren, die der 200-Tage-Linie seltsame Kraft bescheinigen. Danach sollen die Kurse häufig an diesem Durchschnitt der vergangenen 200 Tage abprallen und nicht selten das Ende wichtiger Korrekturbewegungen markieren. Abprallen können die Kurse allerdings nur, wenn an dieser Linie tatsächlich Angebot oder Nachfrage besteht. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass sich ausgerechnet an diesem Durchschnittswert der vergangenen 200 Tage alte Positionen schiefliegender Akteure befinden. Alles nur Zufall also? Ich möchte mich zumindest auf solche Annahmen nicht verlassen.</p>
<p>Interessanter ist daher die wöchentliche Befragung zur Anlegerstimmung, die die Börse Frankfurt unter institutionellen und privaten Investoren durchführt und die ich dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Doppelte-Bestrafung-2300705" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> schriftlich und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cGObsrEPRZE&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #00ff00;"><strong>DORT</strong></span></a> in Form eines Video-Interviews kommentiert habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a> Es handelt sich dabei um die Aneinanderreihung täglich ermittelter Durchschnittskurse, beispielsweise des DAX‘ (Schlusskurse) über die vergangenen 200 Tage. Bereits vor vielen Dekaden hat sich dabei folgende Börsenregel herausgebildet. In ihrer einfachsten Form besagt sie, dass ein Überschreiten dieser Linie durch den Aktienindex (das gilt auch für andere Märkte) per Schlusskurs von unten nach oben einen Kauf signalisiert, während ein Überqueren von oben nach unten ein Verkaufssignal bedeutet.</p>
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		<title>Hoffnung auf Wiederholung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Aug 2017 14:02:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Mario Draghi]]></category>
		<category><![CDATA[Zyklen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt nicht wenige Ökonomen, die dem Treffen von Finanzministern, führenden Notenbankern sowie wichtigen Persönlichkeiten aus Forschung und Wissenschaft in Jackson Hole gerade in diesem Jahr besondere Bedeutung zumessen. Denn zum ersten Mal seit 2014 tritt EZB-Präsident Mario Draghi wieder als Sprecher bei diesem Symposium auf. Das letzte Mal, als Mario Draghi vor diesem Kreis [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt nicht wenige Ökonomen, die dem Treffen von Finanzministern, führenden Notenbankern sowie wichtigen Persönlichkeiten aus Forschung und Wissenschaft in Jackson Hole gerade in diesem Jahr besondere Bedeutung zumessen. Denn zum ersten Mal seit 2014 tritt EZB-Präsident Mario Draghi wieder als Sprecher bei diesem Symposium auf. Das letzte Mal, als Mario Draghi vor diesem Kreis eine Rede hielt, vor drei Jahren, dürfte vielen Akteuren an den Finanzmärkten noch in guter Erinnerung sein, hatte er doch seinerzeit den Beginn der quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) erstmals angedeutet. Obwohl bereits aus so genannten Kreisen der EZB kolportiert wird, dass der EZB-Präsident dieses Mal nicht die Bühne in den Rocky Mountains dazu nutzen würde, einen Ausstieg aus der selbigen Politik vorzubereiten, glauben doch nicht wenige Ökonomen an zyklische Gesetzmäßigkeiten, weil es so schön passt, also an eine Wiederholung der Geschichte und daran, dass Draghi am selben Ort das Ende eines Programms einläuten werde, an dem er einst dessen Beginn ankündigte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Widerspruch? – Eine Frage der Position</strong></p>
<p>Es sind übrigens häufig die gleichen Experten, die davor warnen, dass die Aufwärtsbewegung des Euro der EZB ein Dorn im Auge sei und dass die Zentralbank deswegen bei einem weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung zunächst nur verbal, womöglich aber sogar auch tatsächlich intervenieren werde. Damit wird Mario Draghi zu einem Balanceakt und letztlich zu einer taubenhaften Einstellung gezwungen, denn nur ein falsches Wort in Richtung einer möglichen Diskussion über eine geldpolitische Kursänderung könnte dem Euro Flügel verleihen und demzufolge angeblich innerhalb der Zentralbank zu schlaflosen Nächten führen. Also doch keine QExit-Ankündigung? Wer wird gewinnen? Der Glaube an die schöne Harmonie einer Wiederholung oder die Vernunft?</p>
<p>Am Ende ist jedoch alles eine Frage der Positionierung. Diejenigen, die im Euro long sind, hoffen auf einen Hinweis Draghis, diejenigen, die die Gemeinschaftswährung zuletzt ge-shortet haben, hoffen inständig, der EZB-Präsident möge doch ein Wörtchen des verbalen Einhalts – und sei es nur, dass die EZB den Wechselkurs genauestens beobachte – von sich geben. Unlängst habe ich sogar eine Interpretationsanleitung entdeckt, mit der ein Ökonom Hilfe dabei anbot, wie man entsprechende Worte Draghis auszulegen habe.</p>
<p>Zu denen, die einen festen Euro naturgemäß nicht mögen, gehören Investoren, die die Börse Frankfurt allwöchentlich befragt. Wie jene die Situation am Aktienmarkt beurteilen, erfahren Sie von mir <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Die-Ruhe-vor-Jackson-Hole-2299254" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> in Schriftform und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3bWRl1YrVRA&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">DORT</span></strong></a> als Video-Interview.</p>
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		<title>Auf der Suche nach Überraschungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 14:48:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassung von Prognosen]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[Citi Economic Surprise index]]></category>
		<category><![CDATA[Prognosen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt für die Teilnehmer an den Finanzmärkten nichts Langweiligeres als ökonomische Daten, die den Prognosen der Ökonomen entsprechen. Als ob man auf der Suche nach unnötigen Risiken wäre. Aber wir orientieren uns nun einmal bei unseren Entscheidungen an Referenzpunkten (Prognosen) und richten unser Handeln darauf aus, ob die Realität gemessen an diesen Bezugspunkten besser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt für die Teilnehmer an den Finanzmärkten nichts Langweiligeres als ökonomische Daten, die den Prognosen der Ökonomen entsprechen. Als ob man auf der Suche nach unnötigen Risiken wäre. Aber wir orientieren uns nun einmal bei unseren Entscheidungen an Referenzpunkten (Prognosen) und richten unser Handeln darauf aus, ob die Realität gemessen an diesen Bezugspunkten besser oder schlechter aussieht.</p>
<p>Nun befinden wir uns in jüngster Zeit in einer Phase extrem niedriger Volatilität an den Aktienmärkten, und die Börsianer suchen derzeit nach neuen richtungsweisenden fundamentalen Erkenntnissen, nachdem die politischen Überraschungen in diesem Jahr zu keinen großen Verwerfungen geführt haben.</p>
<p>Und auf dieser Suche nach ökonomischen Überraschungen bin ich (nicht zum ersten Mal) auf einen Index dieses Namens gestoßen, der unter anderem von der Citigroup (via Yardeni Research)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> erstellt wird. Dieser Index misst, inwieweit und wie oft bestimmte ökonomische Indikatoren innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Schätzungen übertreffen oder um wieviel und wie häufig sie niedriger als erwartet ausfallen. Und tatsächlich: Für die USA ist dieser Citigroup Economic Surprise Index unlängst auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2011 gefallen – nur fünfmal seit Bestehen dieses Indikators im Jahre 2003 sah es noch schlechter aus. Im Gegensatz zu heute war das Handelsgeschehen im Sommer 2011 an den wichtigen Börsen erheblich volatiler, man diskutierte über den US-Schuldendeckel, und sogar eine Herabstufung der USA durch die Ratingagentur Standard &amp; Poor‘s stand damals im Raum.</p>
<p>Was bedeutet dieser extreme Indexstand für heute? Dass es nur noch positive Überraschungen geben kann? Dass es um die Börsen dieser Welt ganz fürchterlich bestellt sein muss? Wohl kaum. Sicherlich wird der Index wieder auf seinen langfristigen Mittelwert von plus minus Null steigen. Aber nicht zwingend wegen positiver Überraschungen. Vielmehr ist es möglich, dass auch die Ökonomen ihre „Fehler“ korrigieren und entsprechend negativere Prognosen abgeben und sich zumindest so der historischen Realität anpassen</p>
<p>Ach, übrigens: Ein ähnlicher Index der Deutschen Bank zeigt für die Eurozone immer noch einen ausgesprochen positiven Wert an, der womöglich nicht mehr zu schlagen ist, so die Denkweise vieler Akteure.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was indes die Börsianer hierzulande denken, können Sie meinem neuesten Kommentar, den ich regelmäßig für die Börse Frankfurt erstelle, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Zwei-Schritte-vor-einer-zurueck-2284204" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #008000;"><strong>HIER</strong></span></a> in Schriftform und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FC15pWV9Mb4&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> als Video abrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.yardeni.com/pub/highfreqcb_bb.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.yardeni.com/pub/highfreqcb_bb.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nicht nur draußen wird es heißer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2017 12:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-phorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich mit der jüngsten Fondsmanager-Umfrage von BofA Merrill Lynch, die gestern veröffentlicht wurde, eingehender beschäftigt, könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die globalen Aktienmärkte immer mehr erhitzen. Denn netto 37 Prozent der befragten Vermögensverwalter vertreten die Ansicht, Aktien seien überbewertet; das ist der höchste Stand seit Januar 2000. Damals sollte es dann nur noch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9511 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/05/Senti_17052017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Wer sich mit der jüngsten Fondsmanager-Umfrage von BofA Merrill Lynch, die gestern veröffentlicht wurde, eingehender beschäftigt, könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die globalen Aktienmärkte immer mehr erhitzen. Denn netto 37 Prozent der befragten Vermögensverwalter vertreten die Ansicht, Aktien seien überbewertet; das ist der höchste Stand seit Januar 2000. Damals sollte es dann nur noch ein paar Wochen dauern, bis die sogenannte Dotcom-Blase platzte. Dennoch sind die derzeitigen Werte, zumindest was die USA betrifft, mit denen von damals nicht seriös vergleichbar: Netto 82 Prozent der Fondsmanager halten nämlich US-Aktien für zu teuer und sind daher in diesen Papieren untergewichtet.</p>
<p>Von der Suche nach Alternativen konnten Aktien der Eurozone profitieren und das trotz einer bereits im Vormonat vorhandenen starken Übergewichtung in diesem Bereich. Zumindest wurde die Situation damals bereits von netto 48 Prozent der Fondsmanager so eingeschätzt. Im Mai ist diese Gruppe sogar auf 59 Prozent der Investoren angestiegen – es handelt sich mithin um den dritthöchsten Stand seit Bestehen der Befragung –, weshalb wir getrost davon ausgehen können, dass auch deutsche Standardwerte noch einmal profitiert haben. Außerdem halten per Saldo immer noch 20 Prozent der Fondsmanager Aktien der Eurozone für unterbewertet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Euro-phorie</strong></p>
<p>Nach der überstandenen französischen Präsidentschaftswahl scheinen europäische Risiken ohnehin bei den internationalen Vermögensverwaltern ausgeblendet zu sein. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone, das im Vormonat noch als größtes Extrem-Risiko für die Finanzmärkte gesehen wurde, scheint derzeit praktisch niemand mehr als Bedrohung zu empfinden.</p>
<p>Fast schon könnte man von einer Euro-phorie sprechen, denn die Sorglosigkeit hat sich auch auf das Hedge-Verhalten ausländischer Akteure ausgewirkt, die immer weniger Bereitschaft an den Tag legen, sich gegen das Risiko eines Euro-Kursrückgangs gegenüber dem US-Dollar abzusichern. So sollen dem Vernehmen nach zuletzt nur noch 20 Prozent der amerikanischen Kapitalzuflüsse in Aktien-ETFs der Eurozone gehedged worden sein. Mit anderen Worten: Die Investoren gehen offensichtlich davon aus, dass der Aufwärtstrend des Euro auch längerfristig Bestand haben könnte. Auch hier passt die BofA Merrill Lynch-Umfrage ins Bild, derzufolge netto 23 Prozent der Befragten den US-Dollar für überbewertet halten.</p>
<p>Und was machen die hiesigen Börsianer? In der Vorwoche hielt das Gros der Akteure gegen die offenbar vom Ausland gestützte Aufwärtsbewegung des DAX. Ob der Wille, gegen den Trend zu halten, auch weiterhin besteht, können Sie meinem heutigen Kommentar zum DAX-Sentiment entnehmen, den ich  <span style="color: #008000;"><a style="color: #008000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Die-Euphorie-der-Anderen-2275498" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span> für die Börse Frankfurt erstellt habe. Einen Video-Kommentar dazu können Sie <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="https://www.youtube.com/watch?v=C3Ml-YaZspw" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span> ansehen.</p>
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		<title>Das ist der Gipfel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2017 15:31:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[3:1 Regel]]></category>
		<category><![CDATA[Allzeithoch]]></category>
		<category><![CDATA[Aufschieberitits]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[entgangene Gewinne/Verluste]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungsaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wenn ein Markt neue Allzeithochs markiert, richten Kommentatoren die Frage an Experten und Analysten: „Was raten Sie dem Anleger? Kann man jetzt noch einsteigen?“ Im Prinzip befinden sich derzeit viele Investoren (nicht nur) beim DAX in einer ähnlichen Situation, weil sie den Aufwärtstrend, der sich nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9504 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/05/Senti_100517-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Immer wenn ein Markt neue Allzeithochs markiert, richten Kommentatoren die Frage an Experten und Analysten: „Was raten Sie dem Anleger? Kann man jetzt noch einsteigen?“ Im Prinzip befinden sich derzeit viele Investoren (nicht nur) beim DAX in einer ähnlichen Situation, weil sie den Aufwärtstrend, der sich nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November vergangenen Jahres etabliert hatte, möglicherweise schlichtweg komplett verpasst haben. Eigentlich wäre man gerne in irgendeiner Form bei diesem starken Trend dabei gewesen dessen Plus etwa beim DAX – selbst wenn man erst an der Spitze des ersten mehrtägigen Impulses nach dem US-Wahltag bei rund 10.800 DAX-Zählern eingestiegen wäre – bis zum Montag dieser Woche rund 18 Prozent betragen hätte. Ein Konjunktiv, der letztlich nichts anderes als einen entgangenen Gewinn in gleicher Höhe bedeutet.</p>
<p>Für Börsenprofis, die sich etwa an einer Benchmark messen müssen, ist dieser entgangene Gewinn gleichbedeutend mit einem relativen Verlust. Eine Benchmark, die für den Privatanleger normalerweise nicht besteht, es sei denn, er befindet sich im persönlichen Wettstreit mit seinem Nachbarn, der möglicherweise an der Börse besser abgeschnitten hat als er selbst. Daher nehmen viele der Möchtegern-Bullen selbst große entgangene Gewinne überhaupt erst dann wahr, wenn neue Allzeithochs markiert werden. Verluste, die aus entgangenen Gewinnen entstehen, wiegen daher längst nicht so schwer wie reale, sofort spürbare Verluste, die sich etwa aus einem „echten“ (Aktien)-engagement ergeben. Mit Folgen für das Management jener Verluste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Einstiegsdisziplin</strong></p>
<p>Nehmen wir einmal an, jemand hat sich in einem Markt engagiert und setzt sich eine Verlustbegrenzung in Form eines Stopp-Loss von beispielsweise x Prozent, gemessen am Einstandspreis, in der Hoffnung, gemäß einer weit verbreiteten Faustregel etwa das Dreifache seines eventuellen Verlusts zu verdienen<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>Konsequenterweise müsste man eine solche Faustregel auch für entgangene Gewinne anwenden. Denn viele Akteure hätten sich während der vergangenen Monate gerne im steigenden Aktienmarkt engagiert, aber natürlich nicht zu Höchstpreisen. Die typische Verhaltensweise: Man wartet auf eine Korrektur von ein paar Prozent, um etwas günstiger einsteigen zu können. Dieses „etwas günstiger“ bedeutet gegenüber dem jeweiligen Verlaufshochs des Marktes für den Börsianer einen relativen Gewinn. Sofern die gewünschte Marktkorrektur überhaupt zustande kommt.</p>
<p>Jemand, der seit Beginn der Aufwärtsbewegung im November 2016 etwa auf eine 3-prozentige Korrektur des DAX wartete, um einen erträglichen Markteinstieg zu erreichen, bekam seither immerhin drei Rücksetzer des Börsenbarometers in dieser Größenordnung präsentiert. Wer sich jedoch vorgenommen hatte, auf eine Korrektur von 4 Prozent zu setzen, wartet bis heute auf diese hypothetische Kaufgelegenheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Begrenzte Gewinne vs. Ungezügelte Verluste</strong></p>
<p>Stattdessen ist der DAX 18 Prozent davongelaufen. Einem möglichen relativen Gewinn (entgangener Verlust) von 4 Prozent steht nun ein relativer Verlust (entgangener Gewinn) von 18 Prozent gegenüber. Anders ausgedrückt: Man hat gegenüber einem begrenzten Gewinn Verluste laufen lassen.</p>
<p>Dies sollte für alle Anhänger von Stopp-Loss Strategien zur Konsequenz haben, dass man eigentlich für einen möglichen relativen Gewinn, hier in Form einer 4-pro­zen­­ti­­gen Korrektur den Markt nur einen Bruchteil davon nach oben davonlaufen lassen darf. Will sagen: Dem Warten auf eine Korrektur, nur um sich besser fühlen zu können, steht das erhebliche Risiko gegenüber, dass einem der Markt schlichtweg davonläuft. Ganz abgesehen davon, dass die gewünschte Korrektur, sofern sie sich  tatsächlich ereignen sollte, möglicherweise nicht vertrauenserweckend aussieht oder zum falschen Zeitpunkt eintritt wie beispielsweise vor dem ersten Wahlgang bei den  französischen Präsidentschaftswahlen, als der DAX immerhin um 3,5 Prozent gefallen war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Entscheidungs-Aversion</strong></p>
<p>Letztlich wird erkennbar, dass das Warten auf Korrekturen nichts anderes darstellt als eine verkappte Aversion dagegen, eine Entscheidung treffen zu müssen. Man möchte sich nicht jetzt, sondern lieber später (Aufschieberitis) oder möglicherweise gar nicht positionieren. Verständlich, dass für diese Marktteilnehmer ein Kauf am Allzeithoch mit einem besonders schwindelerregenden Blick vom DAX-Gipfel nach unten in die Tiefe einhergeht.</p>
<p>Ob von den hiesigen Börsianern viele den Einstieg gewagt haben, werde ich für Sie an Hand der heutigen Stimmungserhebung, die ich für die Börse Frankfurt <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Zu-schnell-zu-hoch-2273278" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span> erstellt habe, erläutern. Für diejenigen, die nicht gerne lesen, sei dieses Web-Video (<span style="color: #008000;"><a style="color: #008000;" href="https://www.youtube.com/watch?v=-ozVquGz7Ds&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>) empfohlen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Bei einem Stopp-Loss im DAX von beispielsweise 500 Punkten würde ein derartiges Kursziel nach dieser Faustregel (3:1 Regel) bei 1500 Zählern liegen.</p>
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		<item>
		<title>Heute ein Verlierer, morgen ein Sieger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2017 17:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[US-Kongress]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hat Donald Trump mit der gescheiterten US-Gesundheitsreform nicht eine krachende Niederlage erlitten? Was ist, wenn aus seinen anderen Wahlversprechen wie etwa der Steuerreform, den Infrastrukturvorhaben oder selbst aus den geplanten Deregulierungsmaßnahmen auch nichts wird? Da durch die geplatzte Gesundheitsreform die erwarteten Einsparungen im Staatshaushalt ausbleiben, mit denen ein großer Teil der Steuerreform finanziert werden sollte, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9390 alignleft" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/weißes-Haus-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/weißes-Haus-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/weißes-Haus-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/weißes-Haus.jpg 810w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Hat Donald Trump mit der gescheiterten US-Gesundheitsreform nicht eine krachende Niederlage erlitten? Was ist, wenn aus seinen anderen Wahlversprechen wie etwa der Steuerreform, den Infrastrukturvorhaben oder selbst aus den geplanten Deregulierungsmaßnahmen auch nichts wird? Da durch die geplatzte Gesundheitsreform die erwarteten Einsparungen im Staatshaushalt ausbleiben, mit denen ein großer Teil der Steuerreform finanziert werden sollte, gerät jetzt auch diese in Gefahr, ebenfalls im Kongress zu scheitern.</p>
<p>Umso erstaunlicher ist es, dass die Aktienbörsen dies- und jenseits des Atlantiks bislang kaum auf diese doch dramatischen Veränderungen der Rahmenbedingungen reagiert haben. Im Gegenteil. Denn man sollte nicht vergessen, dass die Aktienrallye im Anschluss an die US-Präsidentschaftswahl Ende vergangenen Jahres vor allem in Erwartung einer deutlichen Senkung der Unternehmenssteuern eingesetzt hatte. Nun ist fraglich, ob diese im ursprünglich geplanten Umfang überhaupt durchgesetzt werden kann. Denn es dürfte – so ein Kommentator des Wall Street Journal<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> – gerade steuerpolitisch konservativ eingestellten Republikanern schwerfallen, die Reform zulasten einer deutlich höheren Staatsverschuldung durchzuwinken. Wird aus der Steuerreform jedoch nur ein „Reförmchen“, bleiben die mit ihr erhofften Unternehmensgewinne naturgemäß ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist Umschichten angesagt?</strong></p>
<p>Man könnte natürlich auch ketzerisch fragen, ob die Börsianer schon ein paar Schritte weiter gedacht haben. Denn eigentlich müssten sie einer Politik Donald Trumps, die trotz eigener Mehrheit im US-Kongress zum Stillstand verurteilt scheint, den Rücken kehren und zumindest einen kleinen Teil aus den als deutlich überbewertet geltenden Aktien in andere Anlageklassen umschichten. Fragt sich nur, in welche. Mehr Aufschluss könnte die morgige Stimmungserhebung der Börse Frankfurt geben, die ich dann <strong><span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Kapitulation-der-Pessimisten-2262449" target="_blank">HIER</a> </span></strong>kommentieren werde.</p>
<p>Tatsächlich könnte sich die jüngste, vielerorts als Niederlage des US-Präsidenten wahrgenommene Ablehnung der Gesundheitsreform langfristig sogar als dessen Sieg erweisen. Auch wenn der Kongress bei weiteren Vorhaben nicht zustimmen sollte, zeigt sich doch Trumps – wenn auch manchmal als irrational empfundenes – hartnäckiges Streben, etwas bewegen zu wollen. Und deswegen halten ihm viele US-Amerikaner nach wie vor die Treue. Es würde mich also nicht wundern, wenn der US-Präsident angesichts eines anhaltenden juristischen oder innerparteilichen Widerstands gegen seine Vorhaben am Ende die Forderung stellt: „Gebt mir mehr Macht!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> „<em>Time to Redo the Math on Tax Reform Prospects“</em> The Wall Street Journal Online, gelesen am 28.3.2017</p>
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		<item>
		<title>Contrarian? Nicht immer zahlt sich Dagegenhalten aus</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/contrarian-nicht-immer-zahlt-sich-dagegenhalten-aus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 17:16:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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		<category><![CDATA[Trend]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Las heute Morgen mit großem Interesse in der Börsenzeitung über „Die hohe Kunst des Anti-Mainstream“ und Contrarian-Investments nach langen Marktzyklen. Diese Strategie der so genannten Contrary Opinion machte an den Futures-Märkten in den USA schon vor vielen Jahrzehnten von sich Reden. Danach soll es sich auszahlen, wenn man seine Meinung gegen die Masse der Akteure, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/contrarian-nicht-immer-zahlt-sich-dagegenhalten-aus/">Contrarian? Nicht immer zahlt sich Dagegenhalten aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9433 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/03/Senti_01032017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Las heute Morgen mit großem Interesse in der Börsenzeitung über „Die hohe Kunst des Anti-Mainstream“ und Contrarian-Investments nach langen Marktzyklen. Diese Strategie der so genannten Contrary Opinion machte an den Futures-Märkten in den USA schon vor vielen Jahrzehnten von sich Reden. Danach soll es sich auszahlen, wenn man seine Meinung gegen die Masse der Akteure, vor allem in Extremphasen eines Marktes, ausrichtet. Mit anderen Worten: Ist die Mehrheit der Börsianer vornehmlich nach einem langen Aufwärtstrend optimistisch, solle man besser verkaufen, weil die Herde schon gekauft hat. Analog dazu ist es sinnvoll, entsprechend dieses Ansatzes zu kaufen, wenn das Gros der Börsianer extrem pessimistisch und der Markt praktisch am Boden liegt.</p>
<p>Immer gegen die Masse zu handeln hört sich zunächst einmal spannend, profitabel und heldenhaft an, weil es mit einer derartigen Strategie möglicherweise gelingen könnte, am untersten Punkt einer Aktienkursentwicklung einzusteigen bzw. am Höhepunkt einer Bewegung zu verkaufen. Auch momentan gehen viele Akteure davon aus, dass am deutschen Aktienmerkt der größte Teil der Aufwärtsbewegung bereits hinter uns liegt und für einen „überoptimistischen Markt“ eigentlich nur noch eine Ingredienz fehlt: Euphorie. Es wäre für einen sogenannten Contrarian geradezu himmlisch, wenn der DAX ein neues Allzeithoch markierte und eine extrem positive Stimmung damit einherginge. Ein Blick auf die technischen Indikatoren würde einen in dieser Haltung noch bestätigen, da sich der Markt in dieser Situation naturgemäß in einer überkauften Situation befinden muss. Der Contrarian müsste also nur noch verkaufen.</p>
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<p><strong>Nicht blindlings dagegenhalten</strong></p>
<p>Dennoch sollte man nicht blindlings nach diesem Grundsatz handeln, denn man kann ohne weiteres auch bei solchen extremen Anzeichen eines starken Trends immer noch von der Masse überrannt werden. Aus Sicht der Behavioral Finance erscheint eine Contrarian-Strategie nur dann als sinnvoll, wenn die Herde auch groß genug ist <em>und</em> mit ihren Investments schiefliegt. Die Abneigung, Verluste zu realisieren (Verlustaversion), sorgt nämlich dafür, dass die Verlierer an ihr Engagement gefesselt blieben und so zum Untätigsein verurteilt wären.</p>
<p>Ein (wenn auch nicht immer exaktes) Instrument, solche Marktsituationen zu erkennen, stellen Sentiment-Erhebungen dar, die für Contrarians nicht nur an Extrempunkten im Markt, also alle Jubeljahre einmal, sondern auch in anderen Situationen profitable Handelsgelegenheiten eröffnen. Und zwar, wenn sich eine sogenannte Bias auftut, bei der etwa beim DAX ein Aufwärtstrend erkennbar ist, der aber mit fortschreitender Dauer von steigender Skepsis der Kommentatoren (Pessimismus) begleitet wird. Dieser Pessimismus ist ein Indiz dafür, dass diejenigen, die ihn äußern – sofern es sich um aktive Entscheider handelt – den Aufwärtstrend offensichtlich verpasst haben oder zunehmend dagegenhalten. Im besten Fall stützen sie im weiteren Verlauf nach einem deutlichen Rücksetzer den Markt durch ihre nachgeholten Käufe oder, sofern die Kurse davonrennen, im Rahmen einer Kaufpanik.</p>
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<p><strong>Der wahre Contrarian</strong></p>
<p>Ein wahrer Contrarian zu sein bedeutet also als Daumenregel, auch in Trendphasen mit dem Trend zu gehen, sofern sich gleichzeitig die Stimmung eher gegenläufig zum Trend entwickelt.</p>
<p>Bleibt eigentlich nur noch die menschliche Psyche, die es schwer macht, aus solchen Marktgegebenheiten Kapital zu schlagen. Denn Contrarians sind im Augenblick des Handelns einsam, weil sie weder von anderen Investoren noch von der überwiegenden Zahl der Kommentatoren bestätigt werden. Gegen den Strom zu schwimmen kann, sofern sich nicht schnell Gewinne einstellen, ganz leicht zu kognitiven Dissonanzen führen. Vielleicht kann man es trainieren, derartige Dissonanzen zu überwinden, um zu einem erfolgreichen Contrarian zu werden. Sollten solche Trainings allerdings tatsächlich zum Erfolg führen, würden sie von vielen Menschen kopiert werden, weswegen sich eine neue Gefahr ergäbe: Nämlich zu einer neuen Herde zugehören.</p>
<p>Ob man bereits heute als Contrarian aktiv werden könnte, entnehmen Sie bitte meiner neuesten Analyse zur DAX-Stimmung die ich wie immer <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Glaube-an-neue-Allzeithochs-scheint-zu-fehlen-2254582" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> für die Börse Frankfurt erstellt habe.</p>
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