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	<title>Verbundene Wahrscheinlichkeiten Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Crashgefahr an jeder Ecke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2014 08:43:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn die von mir sehr geschätzte Börsenzeitung in der Abteilung Kapitalmärkte titelt, US-Aktienanleger befürchteten einen Crash, dann lese ich schon einmal etwas genauer nach. Und da wurden sie dann wieder erwähnt, die Börsenlegenden George Soros und Warren Buffett, wie sie mit ihren Wetten gegen den US-Aktienmarkt im vierten Quartal des vergangenen Jahres von sich Reden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die von mir sehr geschätzte Börsenzeitung in der Abteilung Kapitalmärkte titelt, US-Aktienanleger befürchteten einen Crash, dann lese ich schon einmal etwas genauer nach. Und da wurden sie dann wieder erwähnt, die Börsenlegenden George Soros und Warren Buffett, <span id="more-6949"></span>wie sie mit ihren Wetten gegen den US-Aktienmarkt im vierten Quartal des vergangenen Jahres von sich Reden gemacht haben. Und dies amtlich per Pflichtmitteilung an die Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission. Zu Recht weist der Autor des Beitrags darauf hin, dass diese Information mittlerweile 45 Tage alt sei und es könne auch sein, dass Soros nur eine Long-Position abgesichert habe. Für mich sind das zwei wesentliche Einschränkungen. Aber die Crash-Angst scheint in den USA weiter verbreitet zu sein, als man hierzulande annehmen mag. Allerdings sind die Analysemethoden hierzu ausgesprochen fragwürdig.</p>
<p>Da lese ich etwa, wie man an derzeit an Wall Street (das müssen wohl Experten sein) Charts aus dem berüchtigten Crashjahr 1929 und aus 2013/14 übereinanderlegt, die auf den ersten Blick eine optische Übereinstimmung zeigen sollen. Tatsächlich: Ein derzeit im Markt kursierendes Schaubild, wie es heute auch in der Online-Ausgabe des Handelsblatts zu sehen ist, zeigt, wie dilettantisch analysiert wurde. Da werden die beiden Kurven des Dow Jones Index aus 1928/1929 und 2012 bis 2014 mit arithmetischen (!) Skalen übereinandergelegt, statt mit einer logarithmischen Skalierung zumindest die prozentuale Kursveränderungen miteinander vergleichbar machen zu können. Immerhin haben wir so statt eines Kurssturzes von fast 50 Prozent im Jahre1929 per 4.2.2014 bislang nur eine kräftige Korrektur verbuchen müssen.</p>
<p>Ich selbst habe einmal vor langer Zeit im Jahr 1987 anlässlich des Oktober-Crashs, als Computercharts noch nicht so weit verbreitet waren, ebenfalls die seinerzeitige Kursentwicklung mit den Jahren 1927 bis 1929 durch Übereinanderlegen von Charts verglichen. Auch damals war die Vorgeschichte zu beiden Crashs war verblüffend ähnlich. Dummerweise stellte sich ex post der Versuch, Börsenkurse auf diese Weise zu prognostizieren, als untauglich heraus. Denn statt einer anhaltenden Baisse konnten sich die Aktienkurse 1987 überraschend schnell wieder erholen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fragwürdige Methoden</b></p>
<p>Wenn ich dann lese, dass die Analysten von Morgan Stanley in einer Studie untersucht haben, ob sich ein Crash am US-Aktienmarkt zuverlässig mit einem Monat Vorlauf vorhersagen lasse und die Analysten dazu 200 (!) verschiedene Indikatoren benutzt haben, um das goldene Ei zu finden, bin ich schon beruhigt. Denn selbst bei dieser riesigen Zahl von mathematischen Möglichkeiten ließ sich noch nicht einmal im Nachhinein eine zuverlässige Vorhersage-Kombination finden. Fehlt eigentlich nur noch, dass nicht noch vom Hindenburg-Omen berichtet wurde, dass bei derlei Gelegenheiten immer gerne zitiert wird. Oder müssen wir doch noch bis zu den von Manfred Hübner von Sentix immer wieder gerne erwähnten (und im vergangenen Jahr treffsicheren!) Iden des März warten, bis die Aktienbörsen zu einem massiven Kurseinbruch bereit sind?</p>
<p>Die institutionellen Investoren, die die Börse Frankfurt allwöchentlich befragt, dürften in großen Teilen von einem Crash, so er denn tatsächlich kommen sollte, nicht kalt erwischt werden. Warum, das habe ich <b><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+vor+dem+allzeithoch+verkauft+64078">hier</a></span></b> erklärt – mein Mitstreiter Gianni Hirschmüller hat sich derweil um die Analysedetails (<b><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+vor+dem+allzeithoch+verkauft+64078#reiter=detailanalyse">hier</a></b>) gekümmert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/crashgefahr-an-jeder-ecke/">Crashgefahr an jeder Ecke</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Währungskrieg? Crash? – Kein Ende der Manipulationen in Sicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2013 07:22:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich, als Jon Hilsenrath am Samstag vor zwei Wochen im Wall Street Journal über einen Ausstiegsplan der US-Notenbank vom geldpolitischen Lockerungsprogramm sinnierte, es sei ein Umdenken entstanden. Und auch nach der gestrigen Anhörung Ben Bernankes vor dem US-Kongress in Washington könnte man zu dem Schluss kommen, der Fed-Chef werde bereits in einer der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich dachte ich, als Jon Hilsenrath am Samstag vor zwei Wochen im Wall Street Journal über einen Ausstiegsplan der US-Notenbank vom geldpolitischen Lockerungsprogramm sinnierte, es sei ein Umdenken entstanden. Und auch nach der gestrigen Anhörung <span id="more-6117"></span>Ben Bernankes vor dem US-Kongress in Washington könnte man zu dem Schluss kommen, der Fed-Chef werde bereits in einer der kommenden Sitzungen der Notenbank den Umfang weiterer quantitativer Lockerungen reduzieren. Allerdings nicht vorschnell, wie Bernanke deutlich machte. Und nur, <i>wenn</i> es die ökonomischen Rahmendaten erlauben. Aber jedes Wenn bedeutet eine Verringerung der Wahrscheinlichkeit, dass eine an Bedingungen geknüpfte Maßnahme auch tatsächlich vorgenommen wird. Wenn man sich überdies das zuvor entstandene Interview von Fed-Mitglied William Dudley bei Bloomberg zu Gemüte führt, dürften die Entscheider im Offenmarktausschuss (FOMC) sowieso erst in drei bis vier Monaten beurteilen können, ob die Konjunktur stark genug sein wird, etwa die Ausgabenkürzungen im US-Haushalt zu verkraften.</p>
<p>Aber machen wir uns nichts vor. Selbst wenn die US-Notenbank sich zu einem derartigen Schritt durchringen sollte, bedeutet das noch lange nicht, dass sie das Volumen des bereits gedruckten Geldes in irgendeiner Weise reduzieren wird. Es wird nur nicht <i>mehr</i> werden.</p>
<p>Eine Erkenntnis bleibt jedenfalls: Solange die Notenbanken der USA, Japans und letztlich auch die EZB – wenn auch bislang nur in Form einer Absichtserklärung, den Euro im Notfall auf alle erdenkliche Weise unterstützen zu wollen – in den Märkten intervenieren, sind Letztere extrem schwierig einzuschätzen. Weil sie anderen Gesetzmäßigkeiten als denen der freien Entfaltung von Angebot und Nachfrage folgen. Das Resultat: Man hat wegen der fehlgeleiteten Geldströme (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/wo-der-crash-tatsachlich-entsteht/">vgl. auch mein Blogbeitrag hier</a></span>) vielerorts Angst vor Blasenbildungen und den möglicherweise nachfolgenden Crashes.</p>
<p>Aber auch die Schweizer Notenbank (SNB) macht wieder von sich Reden. So musste ich gestern etwa lesen, ihr Präsident, Thomas Jordan, wolle nicht ausschließen, dass die derzeit geltende Euro-Franken-Grenze von 1,20 CHF pro Euro geändert werden könnte. Allerdings kann ich mir nur eine Anhebung derselben vorstellen, was jedoch einem so genannten Free Lunch (<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/gruse-aus-der-schweiz/">vgl. auch ein früherer Beitrag hier</a></span>) gleichkäme. Denn diejenigen Marktteilnehmer, die einst im Vertrauen auf die SNB Schweizer Franken gegen Euro verkauft hatten, bekämen so automatisch einen garantierten Gewinn, den die Notenbank oder andere bezahlen müssten. Auch das wäre eine Form der Marktmanipulation, möglicherweise sogar eine kostspielige. Aber die eigene Währung herunterzureden und zu handeln gehört ja offenbar zum guten Ton an den Devisenmärkten – ein Verhalten das andere bereits weniger nett mit dem Begriff Währungskrieg umschrieben haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wenn der Wolf erst später kommt</b></p>
<p>Die größte Gefahr sehe ich aber darin, wenn sich Horrorszenarien, vor denen monatelang gewarnt wurde, nicht einstellen und die Warner immer ruhiger werden oder gar „Foul“ bzw. „Manipulation“ schreien müssen, um überhaupt noch Gehör zu finden. Das Ganze erinnert mich stark an die Aesop‘sche Fabel, wo ein Junge immer wieder vor dem Wolf warnte, bis ihm eines Tages niemand mehr glauben wollte. Natürlich hat der Junge im Gegensatz zu den vielen Horror-Szenario-Analysten und Experten, die ja immerhin (hoffentlich) in gutem Glauben handeln, absichtsvoll gelogen. Aber der Effekt ist derselbe: Wenn der Wolf (wie heute früh im japanischen Aktienmarkt) dann wirklich kommt, ist es zu spät.</p>
<p>Wen der Wolf beim DAX möglicherweise fressen wird, erfahren Sie in der neuesten Sentiment-Analyse, die Gianni Hirschmüller für die Börse Frankfurt <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+der+markt+muss+fallen+51382">(hier)</a></span> erstellt hat. Um die Detailanalyse habe ich mich <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+der+markt+muss+fallen+51382#reiter=detailanalyse">(hier)</a></span> gekümmert. </p>
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		<title>Willkommen in der Kammer des Schreckens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 05:46:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. <span id="more-2472"></span>Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat erst unlängst ein eigenes Untergangs-Szenario mit der „Titanic“ in der Hauptrolle entwickelt. Und das wirkte selbst auf mich so überzeugend, dass ich am Ende fast daran geglaubt hätte. Obwohl ich doch eigentlich weiß, dass es sich bei diesen Wenn-Dann-Worst-Case-Szenarien um die künstliche Verknüpfung von Ereignissen handelt, von denen nur eines nicht eintreten muss, um die Kette an möglichen Katastrophen gleich am Anfang abreißen zu lassen.</p>
<p>Interessanterweise lässt sich immer wieder beobachten: Je genauer ein Szenario dargestellt wird, desto mehr Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit wird ihm geschenkt – etwas, nach dem Untergangspropheten offenbar besonders stark streben. Dabei sind es doch genau diese farbigen und detaillierten Bilder über die Zukunft, deren Eintreten wenig wahrscheinlich ist. Man denke nur an ein einfaches Wenn-Dann-Szenario, das aus drei Ereignissen besteht, die miteinander eintreten müssen um einen verheerenden Schaden anzurichten. Selbst wenn man jedem dieser einzelnen Ereignisse für sich betrachtet eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von 80 Prozent beimessen mag, ist die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe nicht viel höher als fifty-fifty (0,80<sup>3</sup>). Dennoch gilt: Mit fallender Wahrscheinlichkeit steigt offenbar die Glaubwürdigkeit einer Horror-Story.</p>
<p>Im Internet geht die Diskussion indes noch viel weiter. Hier versinkt nicht nur die Titanic im eisigen Meer, hier wird sogleich das Weltenende eingeläutet. Dabei sind alle Geschichten oftmals nach demselben Baukastenprinzip der Wenn-Dann-Szenarien aufgebaut. Nur, dass einzelne Bausteine manchmal auch schlichtweg falsch sind, so dass diese Geschichten sofort in sich zusammenfallen wie das berühmte Kartenhaus. Aber immerhin bietet das Internet heute auch Minderheiten die Chancen, sich weltweit Gehör verschaffen, was ihnen früher stets verwehrt geblieben war. Das ist das Doppelgesicht der neuen Freiheit. So kann ich mich noch daran erinnern, dass es mehrere Verlage noch Anfang 2001 rundweg abgelehnt hatten, eine Sammlung von Essays, in denen überwiegend pessimistische Szenarien entwickelt wurden, überhaupt zu veröffentlichen. Einfach weil sich so ein Buch bei der damals allgemein noch optimistischen Stimmung kaum hätte verkaufen können.</p>
<p>Doch diese Freiheit, dass jeder schreiben und veröffentlichen kann, was er möchte, hat auch ihren Preis. Horror-Szenarien, wie sie derzeit zuhauf im Internet verbreitet werden, sind mittlerweile zu stark repräsentiert, weil sie so schön stimmig klingen und einer scheinbar zwingenden Logik gehorchen. Mehr noch: Selbst wenn viele von ihnen ähnlich klingen und möglicherweise auch der eigenen Meinung entsprechen, ist ihre Wirkung keineswegs gutartig. Denn es ist nur allzu menschlich wenn man diese oft ähnlich klingenden Geschichten nicht als möglicherweise voneinander kopiert ansieht, sondern als jeweilige <em>Bestätigung</em> der anderen versteht. Eine Bestätigung, die deshalb so gefährlich ist, weil sie uns zu einer Meinungsänderung verleitet, die am Ende wesentlich extremer als unsere ursprüngliche Position ausfallen kann.</p>
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		<title>Brandherde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 12:48:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Normabweichung]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Status-quo-Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Szenariodenken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wenn es irgendwo auf dem Globus eine schwerwiegende Krise gibt, sind die Kommentatoren schnell geneigt, von drohenden Ansteckungsgefahren zu sprechen. So geschehen etwa bei der Krise in der Eurozone. Dabei wird immer wieder gerne das Bild des Domino-Effekts bemüht,  also eine Verkettung von Ereignissen die aufeinander beruhen. Solche Szenarien, sind auf der einen Seite [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/brandherde/">Brandherde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wenn es irgendwo auf dem Globus eine schwerwiegende Krise gibt, sind die Kommentatoren schnell geneigt, von drohenden Ansteckungsgefahren zu sprechen. So geschehen etwa bei der Krise in der Eurozone. <span id="more-809"></span>Dabei wird immer wieder gerne das Bild des Domino-Effekts bemüht,  also eine Verkettung von Ereignissen die aufeinander beruhen. Solche Szenarien, sind auf der einen Seite sehr eingängig, sehen logisch und bildhaft aus und werden mit jedem Detail leichter vorstellbar und so für immer wahrscheinlicher gehalten. Auf der anderen Seite wird leider vergessen, dass mit Hinzufügen jedes weiteren Puzzleteils die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Szenarios sinkt – es handelt sich um so genannte verbundene Wahrscheinlichkeiten<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a>.</p>
<p>Der jüngste Sturz des tunesischen Machthabers hat bei vielen Kommentatoren zu ähnlichen Gedankengebäuden geführt. Nach dem Motto: Wenn es in einem Land des Maghreb Aufstände gibt, wirkt dies wie ein Flächenbrand. Wenn man sich indes den eigentlichen Auslöser für den Aufstand der tunesischen Bevölkerung, eine Selbstverbrennung, vor Augen hält, muss man sich natürlich fragen, warum es anderswo bis dahin nicht ebenfalls schon längst zu Aufständen mit Umstürzen gekommen war. Etwa in Marokko oder Algerien, wo Selbstverbrennungen bis dato keine vergleichbaren Reaktionen ausgelöst hatten.</p>
<p>Ganz anders liegen indes die Dinge in Ägypten. Hier waren nicht notwendigerweise zu hohe Lebensmittelpreise die Ursache für die jüngsten Aufstände, die mit einem Male eine Größenordnung annehmen, die bislang für dieses Land undenkbar waren. Die Menschen hatten ihren Herrscher und die damit verbundene Herrschaftsform jahrzehntelang als etwas Normales akzeptiert – ein Status quo, an dem nur wenige während all der Zeit rütteln wollten. Veränderungen im Machtgefüge des Landes waren für eine große Mehrheit undenkbar.</p>
<p>So gesehen, hatten die Ereignisse in Tunesien per se nichts Ansteckendes. Nein, es war keine Selbstverbrennung eines Menschen, die einen Domino-Effekt ausgelöst hätte. Aber die Vertreibung ihres einstigen Präsidenten Ben Alí hat bei vielen Ägyptern offenbar zu einer Veränderung ihres Wahrnehmungsspektrums geführt: Es wurden Handlungsalternativen vorstellbar, die über Jahre hinweg im Bewusstsein der Menschen verschüttet gewesen sein müssen. Auch weil mit dem Festhalten am Status quo eine gewisse Schicksalsergebenheit, Trägheit oder auch Bequemlichkeit verbunden war. Jetzt hat man offenbar gesehen, dass es auch anders gehen kann. Und dieses &#8222;anders gehen&#8220; muss einen so starken positiven Eindruck hinterlassen haben, dass immer mehr Menschen trotz der damit verbundenen Gefahren für Leib und Leben, bereit sind, sich von jenem Status quo zu lösen. Einem immerhin mächtigen Bezugspunkt, mit dessen Aufgabe, psychologisch betrachtet, auch noch eine hohe Normabweichung einhergeht, solange die Proteste nur von wenigen getragen werden. Die Not muss schon groß gewesen sein, um dem Umdenken Taten folgen zu lassen. Demonstrationen, deren Erfolg nicht einmal gewiss ist.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> So hätte etwa ein Szenario, das aus fünf voneinander abhängenden Ereignissen mit einer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit von jeweils 80%, besteht, insgesamt nur eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 0,8<sup>5</sup> = 32,8 Prozent.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/brandherde/">Brandherde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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