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	<title>selektive Weitergabe von Informationen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>„Was nun?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 04:52:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Weitergabe von Informationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade saß ich gestern Nachmittag auf meinem Ergometer, als in meinem Smartphone eine neue Meldung einging und ich auf der n-tv-App die Überschrift las: „Der DAX macht schlapp“. Tatsächlich entsprach diese Schlappe einem Verlust von gerade einmal 0,9 Prozent, bezogen auf den gestrigen Handelstag – mein Gott, ein bisschen Abgabedruck. Und ich dachte schon es handelte sich um einen größeren Kurseinbruch. Als ob uns die Börsianer nach dem vorgestrigen furiosen Handelstag in China sagen wollten: „Was nun?“...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1275)</strong>             Gerade saß ich gestern Nachmittag auf meinem Ergometer, als in meinem Smartphone eine neue Meldung einging und ich auf der n-tv-App die Überschrift las: „Der DAX macht schlapp“. Tatsächlich entsprach diese Schlappe einem Verlust von gerade einmal 0,9 Prozent, bezogen auf den gestrigen Handelstag – mein Gott, ein bisschen Abgabedruck. Und ich dachte schon es handelte sich um einen größeren Kurseinbruch. Als ob uns die Börsianer nach dem vorgestrigen furiosen Handelstag in China sagen wollten: „Was nun?“.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Chinesische Erinnerungen an 2015</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eine nicht ganz unberechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass beim Shanghai Composite 300 nach einer Rallye, die innerhalb von sechs Handelstagen immerhin einen Gewinn von zeitweise 15 Prozent zeitigte, zum Ende der gestrigen Sitzung nur noch 13 Prozent übrig blieben. Eine Gegenbewegung von gerade einmal 2 Prozent also! Aber eben genug, um die Warner auf den Plan zu rufen. Zumal Kommentatoren noch am Montag den jüngsten Börsenanstieg in China als „staatlich angeordnet“ bezeichnet hatten. Erinnerungen an die letzte geplatzte Spekulationsblase vom Sommer 2015 werden folgerichtig bereits bei kleinen Gegenbewegungen wach. Damals verlor besagter Aktienindex innerhalb von etwas mehr als einem halben Jahr temporär fast die Hälfte seines Wertes.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12241" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/08072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Euphorie hierzulande</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Viele Akteure an den Aktienmärkten, so vernahm ich gestern, treibe die Sorge um, dass sich die [angeblich] „viel zu gute Stimmung“ etlicher Börsianer plötzlich ins Gegenteil verkehren könnte. Aber nein, wir befinden uns hierzulande nicht in einer euphorischen Spekulationsblase! Dafür ist die Stimmung der von der Börse Frankfurt befragten institutionellen und privaten Akteure zumindest noch in der vergangenen Woche viel zu skeptisch gewesen. Tatsächlich betrachten die meisten von uns die Situation deswegen mit Unbehagen, weil wir es nicht nachvollziehen können, was genau sich an den Finanzmärkten zurzeit abspielt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zahlen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ist es deswegen sinnvoll, beispielsweise die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion, die im Mai mit einem Plus von 7,8 Prozent (ggü. Vormonat) deutlich schlechter als von den Ökonomen erwartet ausgefallen waren, zurate zu ziehen? Das Einzige, was eigentlich sicher ist: Im April waren die Zahlen zur Industrieproduktion mit einem Minus von 17,5 Prozent so unterirdisch, dass die Mai-Zahlen fast schon zwangsläufig mit einem Plus zu versehen waren. Indes: Wen kann es tatsächlich interessieren, ob mit dem gestrigen Datum die Prognosen der Ökonomen verfehlt oder übertroffen wurden? Prognosen zu Daten, die längst Makulatur sind. Und Vorhersagen, von denen vermutlich niemand so genau sagen kann, wie sie zustande gekommen sind.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Daten, gut für die selektive Wahrnehmung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Oder soll man sich an der gestrigen Prognose der EU-Kommission festhalten, wonach die Wirtschaftskraft der Eurozone in diesem Jahr nicht um 7,7, sondern um 8,7 Prozent schrumpfen wird? Um es klar zu sagen: Es geht hier nicht nur um deutsche oder europäische Daten. Vielmehr gilt dasselbe auch für die Zahlen zur US-Wirtschaft. Die meisten von ihnen – abgesehen wahrscheinlich von den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe – sind bei ihrer Publizierung angesichts der mittlerweile fortgeschrittenen Covid-19-Krise veraltet und daher gewissermaßen bedeutungslos. Tatsächlich sind diese ökonomischen Daten ohnehin nur dann für die Akteure interessant, wenn sie zu deren Engagements passen. Und es sind genau diese selektiv wahrgenommenen Daten und Szenarien, die letztlich bei den Kommentatoren landen. Und diese zeigten sich hierzulande zumindest gestern überwiegend skeptisch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und der Dollar? Der war gestern wieder etwas stärker gesucht, weswegen der Euro – etwa wegen einer größer gewordenen Risikoaversion? – leicht an Boden verlor. Aber das Handelsgeschehen spielte sich innerhalb der Bandbreite des Vortages ab, so dass auch heute keine neue (Trend)-Aussage getroffen werden kann. Außer dass der Euro oberhalb von <strong>1,1230/35</strong> stabil bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Wahrheit – eine Frage der Wahrnehmung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2017 16:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
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		<category><![CDATA[selektive Weitergabe von Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angeblich leben wir ja bereits seit einigen Jahren in einem postfaktischen Zeitalter, und der Begriff Fake News, womit vor allem gezielte Desinformationen aus dem Internet gemeint sind, ist spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA in aller Munde. Tatsächlich gewinnt man den Eindruck, als ob es vor der Entstehung der sozialen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9381 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Spiegelhalle-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Spiegelhalle-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Spiegelhalle-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Spiegelhalle.jpg 810w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Angeblich leben wir ja bereits seit einigen Jahren in einem postfaktischen Zeitalter, und der Begriff Fake News, womit vor allem gezielte Desinformationen aus dem Internet gemeint sind, ist spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA in aller Munde. Tatsächlich gewinnt man den Eindruck, als ob es vor der Entstehung der sozialen Netzwerke im Internet sowohl in den Medien als auch im zwischenmenschlichen Umgang die Wahrheit und nichts als die Wahrheit verlautbart worden war. So als ob wir immer nur offen und ehrlich miteinander umgegangen wären und es Lügen oder gar bewusst gestreute Falschinformationen im sogenannten faktischen Zeitalter nie gegeben hätte.</p>
<p>Ich selbst habe bereits bei meinen ersten Erfahrungen als Devisenhändler Anfang der 1980er Jahre erlebt, wie der permanente Einfluss von Informationen unser Entscheidungsverhalten beeinflusst. Das war zu einer Zeit, als es in den Finanzmärkten nur wenige mediale Möglichkeiten gab, Informationen zu verbreiten und zu empfangen. Verglichen mit heute lebten wir informationstechnisch gesehen in einer Wüste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fake News gibt es schon lange</strong></p>
<p>Tatsächlich gab es im Handelssaal ein Telex-Gerät, das ein paar Mal am Tag klingelte, wenn es Neuigkeiten aus der Wirtschaft gab. Und als der erste Bildschirm der Nachrichtenagentur Reuters im Raum installiert wurde, betrachteten ihn viele Händler fast als so etwas wie Teufelszeug. Mit anderen Worten: Vor knapp 40 Jahren wurden während eines Handelstages nur wenige harte Fakten publiziert. Vielmehr bestand der größte Teil dessen, was man in den Finanzmärkten untereinander austauschte, aus Gerüchten. Gerüchte, die sich manchmal als wahr, ein anderes Mal jedoch als falsch herausstellten. Kamen diese Neuigkeiten von guten Händler-Freunden, denen man vor allen Dingen deshalb vertraute, weil man sie bei einem Forex-Treffen (jährliches Treffen der Devisenhändler) oder beim Besuch einer befreundeten Bank persönlich kennengelernt hatte, hatten diese naturgemäß eine höhere Wertigkeit. Als seriös galt, wen man gut zu kennen glaubte.</p>
<p>Wichtiger noch als Quelle und für wie seriös wir diese hielten, war jedoch die Frage, ob die Information zum bestehenden Engagement, etwa zu einer Long-Position in US-Dollar gegen D-Mark, passte. Damals wie heute wurden Nachrichten und Daten selektiv wahrgenommen. Was zur Position passte, wurde in seiner Bedeutung überschätzt, und das, was den Erfolg des Engagements hätte bedrohen können, wurde heruntergespielt oder sogar schlichtweg ignoriert. Einziger Unterschied zu heute: Damals gab es die Forschungsdisziplin der Behavioral Finance noch nicht. Und deshalb war niemandem bewusst, wie selektiv er genau wie alle anderen auch Informationen bewertete.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Selektive Wahrnehmung entscheidet</strong></p>
<p>Und das hatte Auswirkungen auf die Gespräche mit Kollegen und befreundeten Händlern, mit denen man permanent, in erster Linie telefonisch, in Kontakt stand. Und wenn ein Engagement schiefging, dann waren natürlich oft falsche Gerüchte – gemeinhin als Ente oder Lüge bezeichnet – daran schuld, weil die einen in die Irre geführt hatten.</p>
<p>Heute sagt man dazu „Fake News“.</p>
<p>Auch damals gab es (gerade von den Verlierern) immer wieder die Forderung, man müsse die Verbreiter von Fehlinformationen aufs Schärfste bestrafen. Eine Forderung, die übrigens niemals in die Tat umgesetzt wurde. Vermutlich, weil dies in der Realität ohnehin unmöglich gewesen wäre, aber vor allen Dingen, weil es bei der Desinformation nicht nur Verlierer, sondern auch Profiteure gab.</p>
<p>Aber auch ein anderer wesentlicher Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden. Gerade aufgrund der selektiven Wahrnehmung und Weitergabe von Informationen gab es nicht die prinzipielle Unterteilung in Gut und Böse. Es gab auch nicht Quellen, die immer im Besitz der Wahrheit waren oder ausschließlich Lügen verbreiteten. Gefragt war, was gerade passte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Steigende Informationsflut</strong></p>
<p>Auch die Zeitungen waren damals relativ leicht einzuordnen. Wer konservativ war, konnte sich darauf verlassen, in einem bestimmten Blatt Informationen und Meinungen zu finden, die sein Weltbild bestätigten. Und wer sich eher links einordnete, wusste ganz genau, welche Tageszeitung er kaufen musste, um seine politische Ansicht gut vertreten zu fühlen. Und prinzipiell galt: Medien des politischen Gegners logen sowieso immer.</p>
<p>Der wesentliche Vorteil der (auch nicht) „guten, alten Zeit“ bestand jedoch darin, dass die verfügbaren Informationen für uns auch schon seinerzeit aufgrund ihrer Vielzahl sowohl wahrnehmungstechnisch als auch bei der Verarbeitung schnell zu einer gewissen Überforderung führten. Aber die Anzahl der eintreffenden Nachrichten war dennoch im Vergleich zu heute noch überschaubar, und der europäische Devisenhandel war spätestens um 17:30 Uhr beendet. Ein einziger Anruf in einer anderen Zeitzone, etwa in New York am späten Abend zu mitteleuropäischer Zeit, genügte, um sich bei einem dortigen Händler über die wichtigsten Geschehnisse des Tages zu informieren. Natürlich selektiv aufbereitet. Und manchmal konnte man in diesen Gesprächen sogar heraushören, ob der Kollege gerade am Gewinnen oder Verlieren war.</p>
<p>Es mag wie eine Binsenweisheit klingen, wenn man heutzutage behauptet, in den vergangenen 40 Jahren hätte sich vieles verändert. Dies gilt zumindest hinsichtlich der Informationsmenge, die natürlich nicht auf die Finanzmärkte beschränkt ist, sondern uns längst im Alltag begleitet. Auch die Verbreitungsgeschwindigkeit von neuen Nachrichten hat sich exponentiell gesteigert. Was die Standardmedien angeht, kann man auch nicht mehr zwischen links und rechts unterscheiden, weil sich die Maßstäbe und gesellschaftlichen Normen verändert und verschoben haben. Etwa derart, dass man heute statt zwischen rechts und links, progressiv oder konservativ eher zwischen Anhängern und Gegnern des Establishments unterscheiden könnte. Während die Gegner Medien, die dem Establishment nahestehen, generell als Lügenpresse verunglimpfen, sehen die Vertreter des Establishments nur zu gerne das, was von den Gegnern geäußert wird, als Verschwörungstheorie an.</p>
<p>Beide Pauschalisierungen sind vereinfachend, polarisierend und falsch.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Veränderter Freundschaftsbegriff</strong></p>
<p>Die Welt ist nicht schwarz oder weiß, sondern hat zwischen diesen beiden Extremen eine Vielzahl von Grautönen. Viel bedeutsamer als diese Unterscheidung sind Charakter und Wesen der sogenannten Freundschaftsbeziehungen, die sich gravierend verändert haben und deren Anzahl ich dank Facebook im Gegensatz zu früher massiv steigern konnte. Von den mehr als 800 sogenannten Freunden kenne ich selbst zwar nur einen Bruchteil. Die meisten sind Freunde von Freunden, die irgendetwas miteinander – und daher auch mit mir – gemeinsam zu haben scheinen.</p>
<p>Auch wenn ich mittlerweile intern zwischen guten und weniger guten Freunden unterscheide, impliziert der Begriff des Freundes doch generell, dass dieser irgendwie ähnlich denkt wie ich und, was noch viel wichtiger ist, in meinen Augen als zuverlässige Quelle seriöser Informationen gilt. Leider ein Trugschluss, wie sich immer wieder herausstellt.</p>
<p>Facebook möchte nun eindeutige Falschmeldungen, die im Netz herumschwirren, auch mittels eines Recherchebüros („Correctiv“) herausfiltern und als solche kennzeichnen. Diese vordergründig gut gemeinte Idee hat jedoch auch wieder einen Haken. Denn die Mitarbeiter dieses Unternehmens sind natürlich auch nicht unvoreingenommen, und jeder von ihnen hat seine eigene Weltanschauung und unterliegt wie alle anderen auch der selektiven Wahrnehmung von Informationen.</p>
<p>Wenn man diesen Faden weiterspinnt, mag das Hauptproblem von Fake News (früher falsche Gerüchte oder Enten genannt) gar nicht einmal allein in deren Produktion liegen, sondern darin, ob deren Empfänger bereit sind, diese wahrzunehmen und zu glauben. Und wie in den Finanzmärkten gilt auch im Leben: Was zur Position (Weltanschauung) passt, wird bevorzugt angenommen und auch gerne weitergegeben. Und was nicht ins eigene Weltbild passt, wird in seiner Aussagekraft heruntergespielt, vielleicht sogar der Lächerlichkeit preisgegeben oder gleich ganz als Fake oder Lügenpresse abgetan.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wahrheit-eine-frage-der-wahrnehmung/">Wahrheit – eine Frage der Wahrnehmung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Warum ich nie auf meine Tipps handele</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/warum-ich-nie-auf-meine-tipps-handele/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2016 07:36:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Weitergabe von Informationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht selten werde ich gefragt, ob ich denn auf Finanzmarkt-Empfehlungen, die ich anderen gebe, eigenes Geld setzen würde. Wenn ich dies dann rundweg verneine, reagieren viele Menschen darauf zumindest verdutzt, wenn nicht gar abfällig oder empört. Nach dem Motto: Wie will der mich überzeugen, wenn er selbst nicht seinen eigenen Tipps vertraut? Was ein richtiger Experte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/warum-ich-nie-auf-meine-tipps-handele/">Warum ich nie auf meine Tipps handele</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht selten werde ich gefragt, ob ich denn auf Finanzmarkt-Empfehlungen, die ich anderen gebe, eigenes Geld setzen würde. Wenn ich dies dann rundweg verneine, reagieren viele Menschen darauf zumindest verdutzt, wenn nicht gar abfällig oder empört. Nach dem Motto: Wie will der mich überzeugen, wenn er selbst nicht seinen eigenen Tipps vertraut? Was ein richtiger Experte ist…</p>
<p>Es mag ja durchaus beruhigend sein, wenn man weiß, dass andere Menschen die gleichen Aktienengagements wie man selbst haben. Vor allem fühlt man sich besser, wenn man das Gefühl hat, der eigene Kundenberater der Hausbank oder besser noch der Experte in den Medien unterstreicht sein Reden auch noch mit Handeln.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>„Am Gewinne mitnehmen ist noch niemand gestorben“</strong></p>
<p>Kein Problem, solange die Vorhersagen richtig sind. Falls Sie dann (wenn überhaupt) Ihren Kundenberater anrufen, der das gleiche Engagement wie Sie hat, wird er Sie möglicherweise mit den Worten bestätigen, am Gewinne mitnehmen sei noch niemand gestorben. Im Zweifel wird er Sie aufgrund seines eigenen Commitments beim Gewinne mitnehmen sogar gerne begleiten.</p>
<p>Schwierig wird’s jedoch, wenn der heiße Tipp – auch das soll vorkommen – statt fetter Gewinne herbe Verluste zeitigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zur Rückversicherung jetzt seinen Berater kontaktiert, ist im Gegensatz zur Gewinnsituation ungleich höher. Und weil der im selben Boot sitzt, verspürt er vermutlich genauso wenig wie Sie die Neigung, ausgerechnet jetzt zu Handeln – Verluste zu realisieren, kommt nicht in Frage. Im Gegenteil: Weil das Commitment, die Bindung an die ursprüngliche Entscheidung, mit dem Verlust sogar noch gestiegen ist, wird man aufkommende Dissonanzen lieber anders lösen: Man betet sich die Position gesund. Womöglich bestätigen sich Kunde und Berater gegenseitig mit den gleichen, selektiv wahrgenommenen Informationen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Auch Profis beten sich gesund</strong></p>
<p>Vom Gesundbeten der eigenen Position ist leider auch ein Profi nicht gefeit – der Einsatz mit eigenem Geld muss bezogen auf das eigene Vermögen nur hoch genug sein, und schon melden sich die typischen „Dissonanzverringerer“, die man schon los geworden zu sein glaubte, ganz schnell zurück. Das fatale ist nämlich, dass man den Prozess der selektiven Wahrnehmung als solchen an sich selbst oft nicht bemerkt. Auch ein Profi, der sich etwa gerade mit Aktien eingedeckt hat, wird nicht sagen, dass diese in Zukunft im Wert fallen werden. Ansonsten müsste er ja zugeben, eine nicht gerade optimale oder gar falsche Entscheidung getroffen zu haben. Und das wird selbst ein disziplinierter Händler, der mit einem Stopp-Loss arbeitet, frühestens dann zugeben, wenn letzterer gezogen worden ist.</p>
<p>Ich möchte, ehrlich gesagt, gar nicht erst in eine derartige Bredouille geraten, aus der es oft keinen Ausweg mehr gibt. Meine Position: Als Berater ohne eigenes materielles Commitment habe ich zumindest den großen Vorteil, Informationen nicht selektiv wahrnehmen und weitergeben zu müssen. Anders ausgedrückt: Ohne materielles Commitment kann ich es mir leisten, gegen den Strom zu schwimmen.</p>
<p>In der Tat bedeutet diese Zurückhaltung Verzicht auf manche „Perle“. Letztere gibt es aber auch in Märkten, in denen ich nicht regelmäßig andere Menschen berate. Zumindest möchte ich mir nicht nachsagen lassen, ich hätte womöglich nur einen Tipp gegeben, weil ich ein bestimmtes Papier ein paar Tage zuvor selbst ins Depot gelegt habe. Übrigens: In den vollen Genuss der so genannten Perle kommt man ohnehin nur, wenn man nicht über sie spricht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Einen ähnlichen Beitrag habe ich vor rund sechs Jahren schon einmal unter meinem früheren Blog &#8222;blognition.de&#8220; publiziert. Er hat nichts an Aktualität verloren</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unsterbliche Technische Analyse (II)</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/unsterbliche-technische-analyse-ii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2015 12:21:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Charts]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Weitergabe von Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Technische Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst habe ich mich über die Chartanalyse ausgelassen, ohne jedoch auf den wichtigsten Grund einzugehen, warum ich mich bereits vor vielen Jahren von dieser Art, Finanzmärkte analysieren oder sogar prognostizieren zu wollen, abgewandt habe. Dabei ging es mir nicht nur darum, dass Charts in dem Moment, wo alle auf sie schauen, zu einer so genannten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst habe ich mich über die Chartanalyse ausgelassen, ohne jedoch auf den wichtigsten Grund einzugehen, warum ich mich bereits vor vielen Jahren von dieser Art, Finanzmärkte analysieren oder sogar prognostizieren zu wollen, abgewandt habe. Dabei ging es mir nicht nur darum, dass Charts in dem Moment, wo alle auf sie schauen, zu einer so genannten self-fulfilling destruction (<a href="https://www.joachim-goldberg.com/unsterbliche-technische-analyse/"><strong>HIER</strong></a>) führen. Noch schwerer wog für mich, dass auch Chartisten einer selektiven Wahrnehmung unterliegen.</p>
<p>Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass viele technische Analysten kein besonders hohes Commitment eingehen, also keine so intensive Bindung an ihre Aussagen haben, weil sie in der Regel nicht ihr eigenes Geld auf ihre Vorhersagen einsetzen. Und das ist auch gut so, denn nur ohne eigenes finanzielles Engagement können sie die Märkte halbwegs unbefangen analysieren. Vor allem aber geraten sie nicht in Not, Verluste rechtfertigen zu müssen.</p>
<p>Commitment entsteht jedoch nicht nur durch materielle, sondern auch durch „psychische“ Kosten. Ein Gesichtsverlust, den man vor aller Augen wegen einer krassen Fehlprognose erleidet, kann genauso schmerzen wie finanzielle Einbußen. Man denke nur an einen Analysten, der in einer bekannten Tageszeitung oder einem Fachjournal im März dieses Jahres, als der DAX noch, grob gesagt, bei 12.000 Zählern stand, eine Mega-Hausse für die folgenden 12 Monate prognostiziert hatte. Wie würde er wohl reagieren, wenn er bereits Anfang Juli feststellen muss, dass das Börsenbarometer mehr als die Hälfte seines Jahresgewinns wieder abgegeben hat und nun auch noch ein bearishes Chartsignal selbst für Laien erkennbar ist? Was macht ein kurzfristig orientierter Händler, der nach einem zehnprozentigen Kursrückgang am Jahrestief ein solches Verkaufssignal erhält? Sie werden es geahnt haben: möglichst nicht verkaufen.</p>
<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unangenehm es mir war, wenn mich in einer solchen Situation ein besonders sympathischer Kollege scheinheilig fragte, ob denn mein Kursziel noch gültig sei. Was tat ich in diesem Augenblick, um mich nicht so mies zu fühlen? Ich verharmloste die Situation, mimte den Optimisten. Statt die längst fällige Notbremse zu ziehen.</p>
<p>Und so ist es dem zuversichtlichen Analysten auch nicht zu verdenken, wenn er Zweifel an einem eindeutig negativen Chartmuster hegt. Tatsächlich ließe sich sogar nicht ganz unberechtigt einwenden, dass die Verkaufs-Formation eigentlich nicht lehrbuchmäßig verlaufen sei und doch irgendwie komisch ausgesehen hätte. Seltsam genug jedenfalls, um das Risiko eines Fehlsignals für beträchtlich zu halten. Langfristig sei doch sowieso noch nichts angebrannt, vergewissert man sich. Dann füge man noch ein paar andere technische Indikatoren (&#8222;der Markt ist doch <em>oversold</em>!“) hinzu, und schon ist die Dissonanz beseitigt. Wie heißt es stets so schön? Charttechnik sei keine exakte Wissenschaft, sondern eine Kunst. Und diese hat stets eine stark subjektive Seite. Kunst sorgt also dafür, dass auch Chartisten aufgrund ihres Commitments ihre Bilder selektiv wahrnehmen und das, was sie in ihnen erkennen, ebenso selektiv weitergeben.</p>
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		<title>Wo der Crash tatsächlich entsteht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 13:18:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der DAX erklimmt neue Rekorde. Aber dennoch scheinen viele sich sicher zu sein, dass es irgendwann an den Finanzmärkten krachen wird, und sie wissen auch schon jetzt genau, warum das passieren wird. Eine mögliche Hauptursache, so sagen sie voraus, wird das Zerbrechen der Eurozone sein. Ich kann mich noch daran erinnern, wie vor zwei Monaten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der DAX erklimmt neue Rekorde. Aber dennoch scheinen viele sich sicher zu sein, dass es irgendwann an den Finanzmärkten krachen wird, und sie wissen auch schon jetzt genau, warum das passieren wird. Eine mögliche Hauptursache, so sagen sie voraus, wird das Zerbrechen der Eurozone sein. Ich kann mich noch daran erinnern, <span id="more-6097"></span>wie vor zwei Monaten das Gerücht die Runde machte, Zypern könne durchaus den Auslöser für einen solchen Zusammenbruch darstellen. Von einem Run auf die Banken nach den staatlich verordneten Feiertagen war die Rede und vom zypriotischen Parlament, das die Eurozone an den Rande des Abgrunds stoßen könne, sofern sich keine Mehrheit für das Spar- und Rettungspaket finden sollte. All dies war medial dramatisch in allen Nuancen ausgekostet worden, und auch in vielen Internetforen wurde dieses Szenario heftig diskutiert. Vielleicht, weil solche Geschichten Angst und Schrecken verbreiten.</p>
<p>Was aber ist seither geschehen? Zyperns Bürger haben nach den Bankfeiertagen vielleicht etwas mehr Geld abgehoben, um aufgeschobene Geschäfte tätigen zu können. Und im Parlament hat sich eine Mehrheit von 29 der 56 Abgeordneten gefunden, damit der Bail-in durchgezogen werden kann. Die Abstimmung fand am 30. April statt; seitdem fahnde ich vergeblich nach größeren Berichten über dieses scheinbar unwichtige Ereignis. Tatsächlich hat sich die Lage in der Eurozone doch merklich entspannt, was sich alleine schon an den niedrigen Anleiherenditen zeigt, die selbst in Problemländern an der Peripherie durchsetzbar sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Notenbankpolitik drängt zu falschen Entscheidungen</b></p>
<p>Vielmehr Sorge bereitet mir die Notenbankpolitik, aber nicht nur die der Fed. Die US-Notenbank möchte uns anscheinend auf eine Verminderung der quantitativen Lockerungsprogramme vorbereiten, was am vergangenen Samstag in einem Artikel des vielfach als Fed-Sprachrohr wahrgenommenen Journalisten Jon Hilsenrath im Wall Street Journal deutlich wurde. Dabei scheint sich mancherorts die Ansicht durchzusetzen, die US-Notenbank werde womöglich die monatlichen QE3-Volumina bei jeder ihrer Sitzungen je nach konjunktureller Datenlage um einen bestimmten Milliardenbetrag – vorstellbar wären jeweils zehn oder 20 Milliarden US-Dollar – verringern. Schrittweise sozusagen, um überzogene Reaktionen an den Finanzmärkten, vornehmlich am Aktienmarkt zu vermeiden. Dabei scheint die Fed allerdings das Verhalten der Investoren zu unterschätzen, denn diese neigen naturgemäß dazu, einen einmal eingeschlagenen Pfad für die Zukunft mental fortzuschreiben. Mit anderen Worten: Beim ersten Schritt der Notenbank in diese Richtung wird der entsprechende Betrag für die kommenden Sitzungen einfach extrapoliert. Mit der Folge, dass sich Marktreaktionen an diesen hochgerechneten Beträgen orientieren könnten.</p>
<p>Aber auch die Tendenz der EZB, sich negative Zinsen nicht nur vorstellen, sondern auch in die Tat umsetzen zu können, wie gestern anhand eines entsprechenden Statements des Chefs der Banca d’Italia, Ignazio Visco, deutlich wurde, sollte Anlass zur Sorge geben. Denn eine derartige Notenbankpolitik würde die Anleger noch mehr zu Entscheidungen drängen, die sie ohne dieses künstliche Niedrigzinsumfeld normalerweise nie getroffen hätten. Damit meine ich nicht einmal, dass die Menschen ihr Geld abheben und unters Kopfkissen stecken könnten, obwohl allein schon dies nicht ganz ungefährlich wäre. Vielmehr werden sich Sparer noch stärker auf die Suche nach rentablen Anlagen machen, wobei ihre Bereitschaft, für das Erreichen höherer Renditen höhere Risiken einzugehen, wachsen dürfte. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich das Kapital damit auf einige wenige Anlageklassen konzentrieren könnte, zu denen derzeit hierzulande gar nicht einmal so sehr Aktien, sondern vielmehr Immobilien zählen. Das Ganze erinnert mich an frühere Zeiten, als man mit extrem niedrigen Zinsen in anderen Ländern der Eurozone einen regelrechten Immobilienboom auslöste, unter dessen Folgen man heute dort noch leidet.</p>
<p>Wer sich also vor dem Crash schützen möchte – wenn das überhaupt möglich ist –, sollte zumindest einen Grundsatz beherzigen: Nur jetzt nicht alles auf ein Pferd setzen. Denn den richtigen Gaul, der nachher das Rennen macht, herauszupicken ist und bleibt reine Glückssache.  </p>
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		<title>Kognitive Dissonanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2012 14:31:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Thema Kognitive Dissonanz an Finanzmärkten habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das Sie hier abrufen können. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus (ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV zu sehen) näher beleuchten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema <em>Kognitive Dissonanz an Finanzmärkten</em> habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/erklaervideos/index.html" target="_blank">das Sie hier abrufen können</a>. Diese Sonderbeiträge <span id="more-5495"></span>werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/erklaervideos/index.html" target="_blank">(ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV</a> zu sehen) näher beleuchten.</p>
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		<title>Ein fast schon verschwiegener Erfolg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 08:35:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fast hätte ich bei meinen morgendlichen Arbeiten übersehen, dass es in den Niederlanden nun doch eine knappe Mehrheit im Parlament für umfangreiche Sparmaßnahmen gegeben hat. Aber im Gegensatz zum Zerbrechen der niederländischen Regierungskoalition hat diese Erfolgs-Meldung kaum mediale Aufmerksamkeit erregt. Wie mein Kollege in seinem Blog Tulpen aus Den Haag bereits vermutete, scheint es beim [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast hätte ich bei meinen morgendlichen Arbeiten übersehen, dass es in den Niederlanden nun doch eine knappe Mehrheit im Parlament für umfangreiche Sparmaßnahmen gegeben hat. Aber im Gegensatz <span id="more-3858"></span>zum Zerbrechen der niederländischen Regierungskoalition hat diese Erfolgs-Meldung kaum mediale Aufmerksamkeit erregt. Wie mein Kollege in seinem Blog <a href="http://www.blognition.de/blog/politik/tulpen-aus-den-haag/"><em>Tulpen aus Den Haag</em></a> bereits vermutete, scheint es beim Rücktritt des Kabinetts um Ministerpräsident Mark Rutte gar nicht um den mangelnden Sparwillen der Regierung gegangen zu sein – auch jede andere wichtige politische Frage hätte wahrscheinlich zu deren Bruch geführt.</p>
<p>Die Konsequenzen für diejenigen Akteure an den Finanzmärkten, die sich von der medial schillernd aufbereiteten Nachricht über den Rücktritt der holländischen Regierung Anfang der Woche zu sehr beeindrucken haben lassen, liegen auf der Hand: Keine Herabstufung des Landes durch die Ratingagentur Fitch, denn der Sparwille ist ungebrochen und die 3-prozentige Obergrenze der Neuverschuldung des Landes wird eingehalten. Und tatsächlich ist der holländische Leitindex AEX seit Montag in der Spitze um rund 4 Prozent gestiegen. Wer sich etwa an den Aktienmärkten von der Berichterstattung der Kommentatoren hat beeinflussen lassen, dürfte vermutlich etwas Geld verloren haben. Dies mag auch der Grund sein, warum kaum noch jemand über Holland sprechen, geschweige denn hören möchte. Ein Fall von selektiver Wahrnehmung? Ja. Und ein Fall selektiver Verbreitung von Informationen.</p>
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