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	<title>Schuldenkrise Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Eine alternativlose Aktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 11:42:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal beschleicht mich das seltsame Gefühl, egal, wie die EZB, aber auch die Politik in Sachen EU-Schuldenkrise entscheidet – es scheint immer falsch zu sein. Und so war es auch kein Wunder, dass die jüngste Operation der EZB, bei der diese dem Markt Liquidität in Höhe von 489 Milliarden Euro zugeführt hatte, mancherorts von den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal beschleicht mich das seltsame Gefühl, egal, wie die EZB, aber auch die Politik in Sachen EU-Schuldenkrise entscheidet – es scheint immer falsch zu sein. Und so war es auch kein Wunder, dass die jüngste Operation der EZB, <span id="more-3024"></span>bei der diese dem Markt Liquidität in Höhe von 489 Milliarden Euro zugeführt hatte, mancherorts von den Kommentatoren heute Früh sogleich wieder zerpflückt wurde. Natürlich könnte es einem mulmig werden, wenn eine Zentralbank quasi hintenherum ein Liquiditätsprogramm vergleichbar mit der zweiten quantitativen Lockerung der US-Notenbank (QE2) durchführt. Mit dem Unterschied jedoch, dass der Geldsegen nach drei Jahren (im schlimmsten Fall mit Option auf Verlängerung) zurückgegeben werden muss. Ja, man könnte jetzt schnell wieder einwenden, die Regeln (etwa das Verbot der Finanzierung der Staatshaushalte) seien durch die Maßnahme von der EZB de facto gebrochen worden. Was wäre aber die Alternative gewesen? – Eine Frage die man sich stellen sollte, wenn ein Kommentator in der heutigen Ausgabe der FAZ fordert, das Ganze müsse Grenzen haben.</p>
<p>Tatsächlich hat die EZB mit ihren teils von den Akteuren anfänglich völlig unterschätzen Beschlüssen vom 8. Dezember viel erreicht. Alleine schon weil sie den Kreditinstituten mit ihrer Liquiditätsoperation mehr Sicherheit gegeben hat. Sicherlich kann man einwenden, dass damit ein Problem zunächst einmal in die Zukunft verschoben wurde. Und Skeptiker können mit Recht darauf hinweisen, dass der Liquiditätsengpass bei den Banken erheblich gewesen sein muss, wenn man das georderte Liquiditätsvolumen in Betracht zieht. &#8222;Gewesen sein muss&#8220; betrifft jedoch die Vergangenheit, deren Problem zunächst gelöst scheint. Ich möchte übrigens nicht wissen, wie die Kommentatoren reagiert hätten, wenn die zur Verfügung gestellte Liquidität nicht am oberen Ende der Erwartungen, sondern an deren Untergrenze gelegen hätte. Wie ich die Rolle der EZB und die Reaktion der Märkte derzeit sehe, können sie übrigens in meinem jüngsten Interview beim Deutschen Anlegerfernsehen, das Andreas Scholz mit mir führte, erfahren. Zum Interview gelangen Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-wer-kein-geld-druckt-der-ist-der-dumme-50150399-DE0008469008.html">hier</a></span>.</p>
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		<title>Krisengipfel unter der DAX-Tafel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 13:47:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag hat mich wieder einmal Frank Meyer (Bankhaus Rott &#38; Meyer) auf seine liebenswerte und persönliche Art zum Thema „Krisengipfel unter der DAX-Tafel“ zur derzeitigen ökonomisch/psychischen Verfassung der Notenbanker, Politiker und der Börse befragt. Und natürlich mit dem unvermeidbaren Schlenker zur jüngsten Versteigerung von Rotweinen und Kunst bei Christies  in Hongkong als Konjunkturmesser. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/krisengipfel-unter-der-dax-tafel/">Krisengipfel unter der DAX-Tafel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag hat mich wieder einmal Frank Meyer (Bankhaus Rott &amp; Meyer) auf seine liebenswerte und persönliche Art zum Thema <span id="more-2934"></span>„Krisengipfel unter der DAX-Tafel“ zur derzeitigen ökonomisch/psychischen Verfassung der Notenbanker, Politiker und der Börse befragt. Und natürlich mit dem unvermeidbaren Schlenker zur jüngsten Versteigerung von Rotweinen und Kunst bei Christies  in Hongkong als Konjunkturmesser. Dabei kamen wir zu einem denkwürdigen Schluss… Hören Sie weiteres <a href="http://www.rottmeyer.de/krisengipfel-unter-der-dax-tafel/" target="_blank">dazu hier</a>.</p>
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		<title>Der Euro vor dem jüngsten Gericht? – Was sie möglicherweise in Sachen Euro-Rettung (und im November) verpasst haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 08:09:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, die FTD hat heute keinen Adventskalender ihrer heutigen Ausgabe beigelegt. Stattdessen ziert ein wunderschöner Abdruck des Triptychons „Das Jüngste Gericht“ vom Maler Hans Memling den Politik-Teil. Eigentlich haben nur noch die vier apokalyptischen Reiter aus dem Johannes-Evangelium gefehlt, um die dramatische Situation des Euro auch dem letzten verbliebenen Optimisten klarzumachen. Dabei ist seit vorgestern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, die FTD hat heute keinen Adventskalender ihrer heutigen Ausgabe beigelegt. Stattdessen ziert ein wunderschöner Abdruck des Triptychons „Das Jüngste Gericht“ vom Maler Hans Memling den Politik-Teil. Eigentlich haben nur noch die vier apokalyptischen Reiter aus dem Johannes-Evangelium gefehlt, um die dramatische Situation des Euro auch dem letzten verbliebenen Optimisten klarzumachen.<span id="more-2906"></span> Dabei ist seit vorgestern doch etwas Bewegung hineingekommen, wenn es um die Krisenbekämpfung geht.  „Ja, aber&#8220; werden Sie jetzt einwenden. „Bei Licht betrachtet rettet uns die konzertierte Intervention der Zentralbanken doch auch nicht.“ Dennoch hat sich auch gestern etwas bei der Eurozonenrettung getan. Sei es auch nur die Idee, dass die G20-Staaten via IWF aktiv zu Hilfe eilen. Denn man dürfte vielerorts (vor allem auch in China) gemerkt haben, dass mit einer schwächelnden oder gar zerfallenen Eurozone die Nachfrage eines wichtigen Handelspartners massiv beeinträchtigt würde – mit dramatischen negativen Auswirkungen für die Weltwirtschaft. Vielleicht sollte tatsächlich die Zeit, in der man immer nur auf Europa als Verursacher allen globalen Wachstumsrückgangs gezeigt hat ohne selbst Lösungen anzubieten, bald beendet sein.</p>
<p>Aber auch von Mario Draghi sind positive Signale gekommen. Auch wenn der EZB-Präsident gestern vor einem fast leeren EU-Parlament sprechen musste (anfänglich waren nur 30 Abgeordnete anwesend, der Rest hat sich vermutlich intensiv um die Euro Rettung kümmern müssen!), hat zu Hoffnung Anlass gegeben. Nicht weil die EZB der Politik zu Hilfe eilen könnte, wenn diese endlich ein nachhaltiges Konzept zur Bekämpfung zukünftiger Schuldenkrisen vorlegen würde. Vielmehr sprach Draghi zum ersten Mal etwas aus, was im Zusammenhang mit dem einzigen Ziel der EZB, dem Erhalt der Preisstabilität, eigentlich selbstverständlich sein sollte: der Blick auf <em>beide</em>Seiten dieses Ziels.  Will sagen: Draghi will nicht nur Inflation sondern auch gegen Deflation angehen. Damit hat der EZB-Präsident gedanklich eine Türe aufgestoßen, bei der die Bekämpfung der Deflation nicht nur in einer Senkung ohne hin schon extrem niedriger Zinsen bestehen kann. Wahrscheinlich bedarf es tatsächlich nur noch eines entsprechenden Ausblicks, etwa einer Inflationsprognosen unter zwei Prozent, um die EZB möglicherweise zu einem Schritt zu bewegen, den anderer Zentralbanken bereits vorgemacht haben. Die Rede ist von einem quantitativen Lockerungsprogramm, innerhalb dessen natürlich auch Anleihen der Eurozone in großem Stil aufgekauft werden könnten.</p>
<p>Naturgemäß haben die am meisten gelesenen Blog-Beiträge des Monats November ebenfalls mit den drängendsten Problemen der Eurozone zu tun. Der Blog <a href="http://www.blognition.de/politik/d-mark-fur-deutschland" target="_blank">&#8222;D-Mark für Deutschland&#8220;</a> war der am meisten gelesene, aber auch<a href="http://www.blognition.de/politik/euro-2-0%e2%80%93wenn-der-neue-euro-kommt" target="_blank"> &#8222;Euro 2.0 – wenn der neue Euro kommt&#8220;</a> trug trotz aller Skepsis keine apokalyptischen Züge. Von großem Interesse war auch der von uns an dritter Stelle geführte Beitrag <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/was-will-angela-merkel-wirklich" target="_blank">&#8222;Was will Angela Merkel wirklich?&#8220;.</a></p>
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		<title>Noch mehr Teuflisches</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 11:32:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag hatte ich an der Börse wieder einmal das große Vergnügen von Frank Meyer persönlich (Bankhaus Rott &#38; Meyer) zum Thema „Im Teufelskreis“ zur derzeitigen psychischen Verfassung der Börse, aber auch zum Bordeauxwein- und zum Kunstmarkt befragt zu werden. Dabei kamen wir zu einem interessanten Schluss… Hören Sie weiteres dazu hier.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-teuflisches/">Noch mehr Teuflisches</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag hatte ich an der Börse wieder einmal das große Vergnügen <span id="more-2845"></span>von Frank Meyer persönlich (Bankhaus Rott &amp; Meyer) zum Thema „Im Teufelskreis“ zur derzeitigen psychischen Verfassung der Börse, aber auch zum Bordeauxwein- und zum Kunstmarkt befragt zu werden. Dabei kamen wir zu einem interessanten Schluss… Hören Sie weiteres <a href="http://www.rottmeyer.de/joachim-goldberg-im-teufelskreis/" target="_blank">dazu hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-teuflisches/">Noch mehr Teuflisches</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Pandoras Büchse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 12:19:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Marktteilnehmer gehen mittlerweile wohl davon aus, dass die europäische Schuldenkrise in Bälde und zumindest für die nahe Zukunft nachhaltig eingedämmt wird. Allerdings scheint es dafür nur einen Weg zu geben, den man landläufig als „Geld drucken“ bezeichnen kann. Auch wenn sich Teile in der EZB – vor allem die deutsche Seite – aber auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/pandoras-buchse/">Pandoras Büchse</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Marktteilnehmer gehen mittlerweile wohl davon aus, dass die europäische Schuldenkrise in Bälde und zumindest für die nahe Zukunft nachhaltig eingedämmt wird. Allerdings scheint es dafür nur einen Weg zu geben, den man landläufig als „Geld drucken“ bezeichnen kann. <span id="more-2832"></span>Auch wenn sich Teile in der EZB – vor allem die deutsche Seite – aber auch in der Politik noch standhaft dagegen wehren, wird es am Ende kaum eine Alternative zum unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen geben. Immerhin scheint das Drama Schuldenkrise einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben, wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble gerade äußerte, die Zinsen seien bei manchen Staatsanleihen in nicht mehr zu begründende Höhen gestiegen. Mehr noch, handelten die Märkte derzeit nicht nur rational. Ich kenne solche Statements noch vor allem aus den Zeiten des Devisenhandels der 1980er und 1990er Jahre, wenn Zentralbankinterventionen nicht mehr in allzu weiter Ferne lagen.</p>
<p>Über die Positionierungen und Ansichten der Anleger sprach heute Sabrina Markgraf von n-tv mit mir – <a href="http://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/teleboerse/Teleboerse-von-11-15-Uhr-article2995906.html" target="_blank">die Aufzeichnung sehen Sie hier</a> (ab 11:18 Uhr) Über die Stimmung am Aktien- und Devisenmarkt sowie über das delikate Thema „Anleihekäufe“ habe ich, interviewt von Melanie Koesser vom DAF, <a href="http://www.daf.fm/video/joachim-goldberg-einzige-loesung-aus-schulden-dilemma-ist-die-ezb-50149469-DE0008469008.html" target="_blank">hier</a> gesprochen.</p>
<p><span style="font-size: small;">Unterdessen erfährt man (wenig von den Akteuren beachtet) bei<a href="http://www.bloomberg.com/news/2011-11-16/jpmorgan-joins-goldman-keeping-investors-in-dark-on-italy-derivatives-risk.html" target="_blank"> Bloomberg</a>, dass JPMorgan Chase &amp; Co. und die Goldman Sachs Group Inc. kombiniert Versicherungen auf globale Schuldtitel in Höhe von mehr als 5 Billionen Dollar per 30.09. verkauft hätten. Verkäufe, denen übrigens etwa gleich hohe Käufe von Kreditausfallversicherungen gegenüberstanden. Die Zahl per se sieht natürlich riesig aus, aber niemand kann sagen, wie groß der europäische Anteil der zu versichernden Titel ist. </span></p>
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		<title>Europa und das eskalierende Commitment</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 06:55:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Wochenende war ich bei einem Freund eingeladen, und natürlich musste das Gespräch auf die europäische Schuldenkrise kommen. Dabei ging es ausnahmsweise einmal nicht um die Frage, wie man sein eigenes Geld in Sicherheit bringen könne. Und auch nicht darum, wohin die Krise Deutschland noch führen werde. Vielmehr fragte mein Gegenüber, ob man diese [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/europa-und-das-eskalierendes-commitment/">Europa und das eskalierende Commitment</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Wochenende war ich bei einem Freund eingeladen, und natürlich musste das Gespräch auf die europäische Schuldenkrise kommen. Dabei ging es ausnahmsweise einmal nicht um die Frage, wie man sein eigenes Geld in Sicherheit bringen könne. Und auch nicht darum, wohin die Krise Deutschland noch führen werde. Vielmehr fragte mein Gegenüber, <span id="more-2786"></span>ob man diese Rettungsorgie nicht besser stoppen solle, da sich ja immer deutlicher zeige, dass das Hilfspaket für die strauchelnden Länder der Eurozone von Tag zu Tag größer und umfangreicher würde. Am Anfang habe es sich noch um halbwegs überschaubare Hilfsmittel für die in Not geratenen Partner gehandelt, mittlerweile sei man aber bei Billionen schweren Beträgen gelandet, und immer noch nicht sei ein Ende abzusehen. Von einer seriösen Finanzierung könne ja außerdem nicht die Rede sein, da man auf Instrumente wie den EFSF-Hebel oder Zweckgesellschaften für die Schaffung strukturierter Produkte zurückgreifen müsse – also jene riskanten Strategien befolge, die einst die Immobilienkrise in den USA ausgelöst hatten. Im Prinzip, so meinte mein Freund, verhalte sich Europa nicht anders als ein Händler, der seine Verluste auf jede erdenkliche Art wieder wettmachen will. Wie er versuche man nun, durch so genanntes „Hinzumischen“ neuer Engagements zu bestehenden Positionen, die bereits in den Verlustbereich abgerutscht seien, den Einstandspreis scheinbar zu verbilligen. Aber die Eurozone dürfe sich doch nicht wie ein Kerviel oder Adoboli gerieren, empörte sich mein Gesprächspartner. Schließlich hatten diese Hasardeure durch ihr skrupelloses und unverantwortliches Vorgehen während der Finanzkrise Milliardenverluste verursacht.</p>
<p>Leider konnte ich die Sorgen meines Freundes nicht zerstreuen. Denn auch aus psychologischer Sicht stellt sich die Lage als bedenklich dar. So sind die europäischen Regierungen meines Erachtens ein hohes Commitment eingegangen. Und diese Bindung an eine einmal gefällte Entscheidung hat sich mittlerweile auch noch unglaublich verstärkt, nicht nur wegen der Angst vor möglichen Verlusten, die naturgemäß das Commitment der Handelnden erhöht. Vielmehr haben Politiker generell eine sehr große Selbstverpflichtung gegenüber dem, was sie tun oder versprechen zu tun, weil sie immer im grellen Licht der öffentlichen Beobachtung agieren müssen. Und diese Bindung macht es ihnen praktisch unmöglich, selbst bei hohen Verlusten eine einmal eingeschlagene Strategie zu revidieren. Kommt noch eine Normabweichung hinzu – in diesem Fall die Missachtung der zuvor getroffenen Vereinbarung, im Zweifel Nachbarländern finanziell nicht aus der Patsche zu helfen – gibt es gar kein Zurück mehr.</p>
<p>Und so bleiben auf den ersten Blick nur zwei Lösungsmöglichkeiten: Entweder gelingt die Rettung der Eurozone unter Einsatz vermutlich selbst noch aus heutiger Sicht ungeheurer Mittel. Oder die Politiker kapitulieren eines Tages, was einer Aufgabe des Projektes Europa gleichkäme. Denn die hohen Commitments aller Beteiligten verringern die Wahrscheinlichkeit eines Stopp-Loss, was in diesem Falle nichts anderes hieße, als die Rettungsaktion für die notleidenden Staaten sofort abzubrechen, auf ein Minimum. Diese starke Bindung an eine einmal gefällte Entscheidung kann letztlich nur durch neue Entscheider gelöst werden – wie im Fußball, wo ein neuer Trainer manchmal Wunder bewirken kann. In Europa weisen Regierungswechsel bereits in diese Richtung. Allerdings konnten jene bis jetzt kaum Veränderungen bewirken, da es in vielen europäischen Partnerländern, allen voran Frankreich und Deutschland, noch nicht zu einem Machtwechsel gekommen ist. Und so werden die Commitments – und damit die Risiken einer Ausweitung der Krise – mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter eskalieren.</p>
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		<title>Volksentscheid und eine vergessene Verfassung</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 10:26:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun hat es also der griechische Premierminister Georgios Papandreou fertig gebracht, die Beschlüsse des EU-Gipfels der vergangenen Woche durch Ankündigung eines Volksentscheids in Gefahr zu bringen. Obgleich er selbst an diesen Verhandlungen teilgenommen hatte. Die erste Reaktion der Akteure an den Finanzmärkten: Schockstarre. Und dann kam was kommen musste &#8211; eine massive Verkaufswelle von Aktien. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/volksentscheid-und-eine-vergessene-verfassung/">Volksentscheid und eine vergessene Verfassung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hat es also der griechische Premierminister Georgios Papandreou fertig gebracht, die Beschlüsse des EU-Gipfels der vergangenen Woche durch Ankündigung eines Volksentscheids in Gefahr zu bringen. Obgleich er selbst an diesen Verhandlungen teilgenommen hatte. Die erste Reaktion der Akteure an den Finanzmärkten: Schockstarre. Und dann kam was kommen musste &#8211; eine massive Verkaufswelle von Aktien.<span id="more-2735"></span></p>
<p>Die erste Frage ich mir gestellt habe, war: &#8222;Darf der das überhaupt?&#8220; Denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ein von Krisen und Schulden gebeuteltes Volk wie das der Griechen noch imstande sein dürfte, einem noch so gearteten Lösungsvorschlag der EU unvoreingenommen gegenüber zu stehen. Zumal 60 % der Bürger laut einer Umfrage vom vergangenen Samstag die Beschlüsse des EU-Gipfels als negativ oder als &#8222;wahrscheinlich negativ&#8220; einstuften.</p>
<p>Und siehe da, ein Blick in Art. 44, Abs. 2 der griechischen Verfassung <a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a> bringt folgendes zu Tage: &#8222;…der Präsident der Republik kann durch Verordnung eine Volksabstimmung auch über schon verabschiedete Gesetzesentwürfe zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen – <strong>außer, wenn sie die öffentlichen Finanzen betreffen</strong> – anberaumen, falls dies von drei Fünfteln der Gesamtzahl der Abgeordneten auf Vorschlag von zwei Fünfteln gemäß der Geschäftsordnung des Parlaments und dem Gesetz zur Anwendung dieses Absatzes beschlossen wurde…&#8220;</p>
<p>Ich bin kein Jurist, aber ich frage mich natürlich, wie es sein kann, dass ein so wichtiger Artikel der Verfassung offenbar einfach übersehen wird. Aber nachdem hierzulande vor ein paar Tagen 55,5 Milliarden Euro in einer Bilanz auftauchten, könnte es doch sein, dass man in der Hitze des Gefechts nicht richtig in das Gesetzbuch geguckt hat. Oder hat Papandreou womöglich eine ganz andere Strategie? Denn neben des ausdrücklichen Verbotes über ein Referendum zu öffentlichen Finanzen, verfügt der Premierminister ohne Stimmen der Opposition auch nicht über die erforderliche Mehrheit von drei Fünfteln der Abgeordneten, um den Volksentscheid überhaupt ins Rollen zu bringen.</p>
<p>So gesehen, sehen griechische Staatsanleihen heute recht günstig aus.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a></p>
<p><em>Verfassungen der Welt:</em> <a href="http://www.verfassungen.eu/griech/verf75.htm">http://www.verfassungen.eu/griech/verf75.htm</a>. Die Verfassung der Griechischen Republik vom 9. Juni 1975 in Kraft getreten am 11. Juni 1975, geändert durch Gesetz vom 12. März 1986, Gesetz vom 16. April 2001</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>THE CONSTITUTION OF GREECE, In the name of the Holy and Consubstantial and Indivisible Trinity THE FIFTH REVISIONARY PARLIAMENT OF THE HELLENES RESOLVES PART ONE BASIC PROVISIONS. Translation of provisions of the Constitution of Greece amended in 2001 was made by Klitos Paraskevopoulos and Prokopis Sofras.</p>
<p>Vgl.:</p>
<p><a href="http://www.concourt.am/armenian/legal_resources/world_constitutions/constit/greece/greece-e.htm">http://www.concourt.am/armenian/legal_resources/world_constitutions/constit/greece/greece-e.htm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Bitte ein Stresstest! – Aber es darf nicht wehtun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 13:59:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[CEBS]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ergebnisse der Stresstests für die größten Banken der Europäischen Union sind noch nicht einmal verkündet, da werden  sie schon von den Investoren kritisiert. Manchen gehen die Tests nicht weit genug, andere wiederum bemängeln fehlende Transparenz bei den Bewertungskriterien des Ausschusses der europäischen Bankenaufseher (CEBS). Am meisten interessiert die Investoren natürlich, welche Abschläge auf Staatsanleihen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ergebnisse der Stresstests für die größten Banken der Europäischen Union sind noch nicht einmal verkündet, da werden  sie schon von den Investoren kritisiert. Manchen gehen die Tests nicht weit genug, andere wiederum bemängeln <span id="more-801"></span>fehlende Transparenz bei den Bewertungskriterien des Ausschusses der europäischen Bankenaufseher (CEBS). Am meisten interessiert die Investoren natürlich, welche Abschläge auf Staatsanleihen bedrohter Länder der Eurozone vorgenommen werden müssen. Denn, wenn es Ursachen für zukünftige Belastungen gibt, dann sind sie dort zu finden.</p>
<p>Bereits im Jahr 2009 gab es für die Banken in den USA ebenfalls Stresstests, durchgeführt von der Notenbank. Dabei ging man weithin davon aus, dass die wichtigsten Auslöser für Probleme der Kreditinstitute beim Bruttoinlandsprodukt, dem Arbeitsmarkt oder den heimischen Häuserpreisen zu finden sein dürften. Während sich Arbeitsmarkt und Hauspreise in der Folge verheerend präsentierten, hat sich das Wachstum immerhin so positiv entwickelt, dass wohl Schlimmeres verhindert werden konnte. Niemand hatte jedoch seinerzeit auf der Rechnung, dass US-Banken jemals durch eine Schuldenkrise in Europa in Bedrängnis geraten könnten – das ist gerade einmal ein gutes Jahr her.</p>
<p>Eigentlich befürchten wir aber, dass viele Investoren kein Interesse an richtig strengen Stresstests haben: Ob ein Test gut ist, hängt vielmehr von seinem Ergebnis ab. Natürlich müssen aus Gründen der Glaubwürdigkeit ein paar Banken durchs Raster fallen. Aber bitte möglichst kleine, unwichtige Adressen, irgendwo versteckt in einem Randstaat der Eurozone. Ein Ergebnis, bei dem indes viele oder gar große Banken, womöglich auch noch wichtige  Kreditgeber in einem der Kernstaaten, den Test nicht bestehen, muss dagegen möglichst vermieden werden. Kurzum, es kann ruhig ein bisschen unangenehm sein, aber wehtun darf es nicht.</p>
<p><!--more--></p>
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		<title>Eine unglückliche Allianz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 09:08:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[EFSF]]></category>
		<category><![CDATA[Ratingagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ratingagenturen mussten sich während der vergangenen Monate von europäischen Politikern und Notenbankern immer wieder heftige Kritik gefallen lassen: Fitch, S&#38;P und Moody’s wurde nicht nur die Subprime-Krise angelastet, sondern sie mussten sich vorhalten lassen, sie seien während der europäischen Schuldenkrise nicht besser als andere Akteure informiert gewesen, sie handelten (vielleicht auch als Reaktion auf vorangegangene [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ratingagenturen mussten sich während der vergangenen Monate von europäischen Politikern und Notenbankern immer wieder heftige Kritik gefallen lassen: Fitch, S&amp;P und Moody’s wurde nicht nur die Subprime-Krise angelastet, sondern <span id="more-191"></span>sie mussten sich vorhalten lassen, sie seien während der europäischen Schuldenkrise nicht besser als andere Akteure informiert gewesen, sie handelten (vielleicht auch als Reaktion auf vorangegangene Kritik, zu langsam gewesen zu sein) verfrüht, voreilig und mit einem zweifelhaften Timing. Da muss es geradezu inkonsequent wirken, wenn die jüngst ins Leben gerufene EFSF*  – entgegen aller Kritik – sich ausgerechnet bei diesem Trio eiligst um ein AAA-Rating bemüht.</p>
<p>Aber die Repräsentanten der Gesellschaft werden natürlich trotz aller offensichtlichen Mängel Kritikern gegenüber einwenden, Ratingagenturen seien nun einmal Teil der Welt in der wir leben: Die EFSF möchte ihre Anleihen an Investoren verkaufen, deren Kaufbereitschaft eben durch die Einschätzungen der Ratingagenturen bestimmt würden.</p>
<p>Aber da macht man es sich es ein bisschen zu einfach. Von den Teilhabern der EFSF, den europäischen Mitglieds-staaten, haben nämlich gerade einmal drei ein AAA-Rating und von den übrigen Ländern kann man einigen getrost das Prädikat „subprime“ verleihen. Damit die EFSF trotzdem ein Top-Rating für ihre Anleihen erhält, muss jeder Staat 120 Prozent seiner Beteiligung garantieren. Ein Commitment, das jedoch erst einer Prüfung standhält, wenn ein Land gerettet werden muss. Frühestens in diesem Fall, würde nämlich die EFSF überhaupt versuchen, Anleihen an den Mann zu bringen. Aber spätestens dann sollte man sich fragen, ob diese Bonds von den Agenturen immer noch das einstige Top-Rating erhielten. Vermutlich würden die Eurogruppe und die EZB erneut die bösen Ratingagenturen heftig tadeln. Aber dies würde dem Land, das dringend eine günstige Finanzierung benötigt, dann auch nicht mehr helfen.  </p>
<p>*(Europäische Finanzmarktstabilisierungsfazilität), der Rettungsschirm für finanziell angeschlagene Länder der Eurozone</p>
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