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	<title>Referenzpunktabhängigkeit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wir haben einen Deal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2020 04:32:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Sondergipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunktabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist vollbracht: Am frühen Dienstagmorgen haben sich die 27 EU-Mitgliedstaaten im Rahmen eines Sondergipfels auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Ein Gipfel, von dem wohl die Allerwenigsten erwartet hätten, dass er über vier Tage in Anspruch nehmen würde. So ist nun mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro ein Wiederaufbau-Paket geschnürt worden. Davon sollen 390 Mrd. – Deutschland und Frankreich forderten ursprünglich 500 Mrd. – als Zuschüsse an die Krisenstaaten fließen. Das verbleibende Volumen von 360 Mrd. Euro soll in Form von Krediten...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1435)</strong>             Es ist vollbracht: Am frühen Dienstagmorgen haben sich die 27 EU-Mitgliedstaaten im Rahmen eines Sondergipfels auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Ein Gipfel, von dem wohl die Allerwenigsten erwartet hätten, dass er über vier Tage in Anspruch nehmen würde. So ist nun mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro ein Wiederaufbau-Paket geschnürt worden. Davon sollen 390 Mrd. – Deutschland und Frankreich forderten ursprünglich 500 Mrd. – als Zuschüsse an die Krisenstaaten fließen. Das verbleibende Volumen von 360 Mrd. Euro soll in Form von Krediten zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wurde eine Einigung über den langfristigen EU-Haushalt mit einem Volumen von 1,074 Billionen Euro über die kommenden sieben Jahre erzielt. Die erste Reaktion des Euro war vielsagend: Er sprang um 20 Stellen, um diese sofort wieder abzugeben.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12284" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/21072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/21072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/21072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Erfolg bemisst sich nach Zielen…</span></strong></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Fragt man nach dem Erfolg des Gipfels, lässt sich sagen, dass der Kompromiss zum Wiederaufbau-Fonds in zweierlei Hinsicht wichtig ist. Denn mit dem Rettungspaket mag so etwas wie der Anfang für eine gemeinsame Fiskalpolitik der EU geschaffen worden sein. So wird die EU nun die Finanzierung des Rettungspakets gemeinsam sicherstellen und das Geld dahin fließen lassen, wo es in der Gemeinschaft am dringendsten benötigt wird. Zum anderen dürften aber auch diejenigen, die die EU bisweilen als dysfunktional eingestuft hatten, eines Besseren belehrt worden sein. Denn unter dem Strich scheint die EU nun eine gute Antwort auf die Covid-19-Krise gefunden zu haben.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>…und Referenzpunkten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber Erfolg ist auch eine Frage des Referenzpunktes. Nicht umsonst belegen die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie, dass die Bewertung von Gewinnen und Verlusten, von Erfolg und Misserfolg, davon abhängen, nach welchem Bezugspunkt man sie bemisst. An den Finanzmärkten stellt häufig der Einstandspreis eines Engagements diesen Bezugspunkt dar. Und bei den Verhandlungen des EU-Gipfels wusste etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel diesen Referenzpunkt ganz tief zu setzen, als sie die Erwartungen auf ein gemeinsames Rettungspaket im Vorfeld des Gipfels und während der Verhandlungen immer wieder dämpfte. Wie heißt es so schön: „Wer die Erwartungen niedrig ansetzt, kann kaum enttäuschen“.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zurück zur Tagesordnung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus Sicht der Teilnehmer an den Finanzmärkten, insbesondere der Devisenhändler, kann man aber auch argumentieren, dass die Hoffnungen der Akteure bereits mit dem Herannahen des Sondergipfels sukzessive gestiegen waren. Zumindest spricht einiges dafür, dass bereits vielerorts eine Long-Positionierung im Euro – wie wir es an dieser Stelle gestern ausgeführt hatten – bestanden haben mag. Zumindest fand vor dem Gipfel kein Einbruch der Kurse statt. Und damit ist der Referenzpunkt dieser Marktteilnehmer, die auf den Erfolg des Gipfels gesetzt hatten, viel höher und das damit einhergehende Enttäuschungspotenzial folglich ebenfalls viel größer. Vermutlich gehen die Teilnehmer an den Finanzmärkten somit auch viel schneller wieder zur Tagesordnung über. Und diese Tagesordnung dürfte, gerade was den Dollar angeht, schon bald wieder viel mehr von Risikofreude bzw. Risikoaversion der Akteure beeinflusst werden. Dies gilt umso mehr, als bis zur Publizierung der Einkaufsmanagerindices am kommenden Freitag der makroökonomische Kalender kaum Termine von Veröffentlichungen enthält.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so ist es auch kein Wunder, dass der Euro gestern zwar ein neues Viermonatshoch markierte, aber bislang nicht die Kraft fand, auch noch das Jahreshoch von rund 1,1495 zu überwinden. Die Position der Gemeinschaftswährung bleibt nur günstig, solange <strong>1,1345/50</strong> an der Unterseite nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>EZB-Vorweihnachtsgeschenke oder lange Gesichter?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2015 16:17:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
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		<category><![CDATA[Referenzpunktabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für viele Börsianer mag die Sitzung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest darstellen, bei der EZB-Präsident Mario Draghi für viele Daxianer die Rolle eines Santa Claus (vgl. etwa die jüngste Kolumne von Frank Meyer HIER) spielen mag. Allerdings scheint für die meisten Akteure bereits jetzt festzustehen, was der Geschenkesack [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für viele Börsianer mag die Sitzung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest darstellen, bei der EZB-Präsident Mario Draghi für viele Daxianer die Rolle eines Santa Claus (vgl. etwa die jüngste Kolumne von Frank Meyer <a href="http://www.rottmeyer.de/drogenkuriere-morgen-kinder-wirds-was-geben/"><strong>HIER</strong></a>) spielen mag. Allerdings scheint für die meisten Akteure bereits jetzt festzustehen, was der Geschenkesack enthalten wird – lediglich Größe und Gewicht der geldpolitischen Geschenke stehen noch nicht fest. Außerdem erwartet man natürlich, wie bereits in der Vergangenheit, noch eine kleine Überraschung Draghis als Zugabe. Ähnlich wie an Weihnachten, wenn sich Familienmitglieder, die es besonders gut mit ihren Lieben meinen, eine kleine Überraschung zusätzlich zum Gewünschten ausdenken. Überraschungen, die häufig gut gemeint sind, aber nicht immer den Geschmack der zu Beschenkenden treffen – ein Thema, zu dem ich mich unlängst erst <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schoene-bescherung-was-beim-schenken-alles-schiefgehen-kann/"><strong>HIER</strong></a> ausgelassen habe.</p>
<p>In Erwartung großzügiger Gaben haben sich in letzter Minute noch einmal private und institutionelle Akteure in größerem Stil dazu aufgerafft und ihre DAX-Engagements ein weiteres Mal deutlich erhöht – der Börse Frankfurt Sentiment-Index steht in der Summe auf dem höchsten Stand des Jahres.</p>
<p>Aber am Ende mag es viele Anleger geben, die sich mit dem Gedanken tragen, nach dem Auspacken der geldpolitischen Geschenke noch vor Weihnachten ihre Aktienengagements zu reduzieren oder ganz abzubauen. Wird es also am Donnerstagnachmittag zu einem Ausverkauf kommen, wenn das Zusatzgeschenk – auch das wird erwartet und erhöht so den Referenzpunkt der Börsianer – nicht wie erhofft ausfällt oder ganz ausbleibt?</p>
<p>Eine Antwort auf diese Frage könnte mein heutiger Kommentar (<strong><u><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Markstimmung-Vorweihnachtliche-Shopping-Tour-151295">HIER</a></u></strong>) zur jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt geben.</p>
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		<title>Referenzpunkt James Bullard</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2014 10:54:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[James Bullard]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunktabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zinswende]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Reaktion der Marktteilnehmer auf das gestrige Statement des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) war wieder einmal typisch gewesen. Denn die Pressemitteilung wurde per Saldo als zumindest leicht hawkish interpretiert. Obwohl bei genauem Hinsehen eigentlich gar nicht so viele falkenhafte Töne herauszulesen waren. Ja, der Arbeitsmarkt wird vom FOMC etwas positiver gesehen. Dennoch: Zinsentscheidungen sollen nicht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Reaktion der Marktteilnehmer auf das gestrige Statement des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) war wieder einmal typisch gewesen. Denn die Pressemitteilung wurde per Saldo als zumindest leicht hawkish interpretiert. Obwohl bei genauem Hinsehen eigentlich gar nicht so viele falkenhafte Töne herauszulesen waren. Ja, der Arbeitsmarkt wird vom FOMC etwas positiver gesehen. Dennoch: Zinsentscheidungen sollen nicht an das Erreichen bestimmter Zielmarken der Notenbank in Hinsicht auf Vollbeschäftigung und stabile Preise gebunden sein. Vielmehr soll die <em>Geschwindigkeit </em>dieser Entwicklung maßgeblich dafür sein, ob man den Leitzins früher oder später als geplant erhöht.</p>
<p>Wenn man also daraus liest, dass eine Zinserhöhung früher als derzeit erwartet kommen werde, sofern die Fortschritte in Richtung Vollbeschäftigung und Preisstabilität groß genug sind, ist das richtig. Daraus aber ein Zugeständnis der Fed Chefin Janet Yellen an Kritiker aus den eigenen Reihen zu stricken, wie es heute etwa dem Handelsblatt online zu entnehmen ist, erscheint mir doch etwas weit hergeholt. Offenbar hat man wohl nur den ersten zweier entsprechender Sätze im Statement gelesen. Denn wenn sich der Fortschritt in Richtung der Fed-Ziele langsamer als erwartet vollzieht – und das stand im Folgesatz – wird sich der Zeitpunkt einer Zinswende in die Zukunft verschieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Entscheidungen contre c</strong><strong>œur</strong></p>
<p>Dass die Akteure womöglich ein taubenhafteres Statement erwartet haben mögen, dürfte vor allen Dingen an James Bullard gelegen haben. Der Chef der Notenbank von St. Louis hatte angesichts des Einbruchs der Aktienkurse vor zwei Wochen durchblicken lassen, man könne, wenn nötig, sogar mit neuerlichen Anleihekäufen beginnen. Verglichen mit diesem Referenzpunkt las sich das gestrige Statement des FOMC tatsächlich hawkish. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass sich die Aktienkurse dies- und jenseits des Atlantiks mittlerweile von ihren Korrekturtiefs wieder deutlich erholt haben, womit eine verbale Stütze der Fed ohnehin nicht mehr vonnöten gewesen wäre.</p>
<p>Dass man das gestrige Statement vorwärts und rückwärts auf Abweichungen zum Ergebnis der vorvergangenen Sitzung des FOMC abklopft, zeigt, wie sehr die Akteure an den Finanzmärkten daran glauben, die Aktien- und Bondmärkte würden sich so bewegen, wie die Fed es sich wünscht. Und die beiläufig aussehende Ansage von James Bullard (beiläufig aussehend, weil dieser derzeit im Offenmarktausschuss nicht stimmberechtigt ist), war diesbezüglich deutlich: Mehr als zehn Prozent Korrektur im Aktienmarkt möchte die US-Notenbank offenbar nicht sehen.</p>
<p>Und so werden Fondsmanager und Vermögensverwalter weiterhin mit dem komischen Gefühl im Magen herumlaufen müssen, dass an den Finanzmärkten etwas nicht stimmt und Entscheidungen treffen, die ihnen contre cœur laufen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/referenzpunkt-james-bullard/">Referenzpunkt James Bullard</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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