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	<title>EZB-Sitzung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 17 Jul 2020 04:40:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>EZB dreht Warteschleife</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2020 04:40:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[V-förmige Erholung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es kam eigentlich, wie es viele Marktteilnehmer erwartet hatten: Bei der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank wurde hinsichtlich neuer Unterstützungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise erst einmal die Pausentaste gedrückt. Abwarten heißt die Devise, letztlich auch vor dem Hintergrund, dass man vermutlich erst einmal sehen möchte, wie sich die ökonomische Erholung in der Eurozone gestaltet. Aber Präsidentin...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ezb-dreht-warteschleife/">EZB dreht Warteschleife</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1385)</strong>             Es kam eigentlich, wie es viele Marktteilnehmer erwartet hatten: Bei der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank wurde hinsichtlich neuer Unterstützungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise erst einmal die Pausentaste gedrückt. Abwarten heißt die Devise, letztlich auch vor dem Hintergrund, dass man vermutlich erst einmal sehen möchte, wie sich die ökonomische Erholung in der Eurozone gestaltet. Aber Präsidentin Christine Lagarde machte gestern auch deutlich, dass die EZB bei Bedarf ihre Instrumente anpassen werde.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12277" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/17072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/17072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/17072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die Pausentaste gedrückt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Atempause wurde gestern von den Akteuren an den Finanzmärkten auch weithin akzeptiert, hatte die EZB doch erst im Juni ihr großes Anleihekaufprogramm PEPP von 750 Mrd. auf 1,35 Bio. Euro erhöht. Seitdem haben die ökonomischen Daten immerhin eine Erholung der Wirtschaft in der Eurozone signalisiert. Die EZB dürfte auch die heute beginnenden Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs der EU abwarten wollen, bei denen es unter anderem um die Details zum von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen 750 Mrd. Euro schweren Wiederaufbauplan gehen wird. Vielleicht spielt die EZB aber auch auf Zeit, denn die Konjunktur in der Eurozone wie auch die Geldpolitik hängen letztlich von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab, die allerdings kaum prognostizierbar scheint.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>V ist nicht gleich V</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus den USA gab es gestern immerhin einige wichtige Wirtschaftsdaten zu begutachten. So zum Beispiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 11. Juli, die zum einen höher als erwartet ausgefallen sind. Tatsächlich zeigen die absoluten Zahlen der Erstanträge außerdem, dass diese kaum mehr abgenommen haben – 10.000 Erstanträge weniger im Wochenvergleich, das bedeutet den geringsten Rückgang seit März dieses Jahres.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Überraschend gut fielen indes abermals die Einzelhandelsumsätze aus, die im Juni mit +7,5 Prozent (ggü. Vormonat) nach dem starken Mai (+18,2 Prozent) abermals die Analysten auf der positiven Seite überraschten. Und wenn man sich eine Grafik zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze vor Augen hält, sieht man tatsächlich nicht nur ein grafisches V, sondern auch, dass der Corona-bedingte Einbruch im Einzelhandel fast vollständig wieder ausgeglichen wurde. Insgeheim wissen wohl trotzdem viele Finanzmarktakteure, dass sich die Weltwirtschaft dennoch nicht v-förmig erholen wird. Zumindest glauben laut der Fondsmanager-Umfrage der Bank of America vom Juli gerade einmal 14 Prozent (Vormonat 18 Prozent) der Befragten daran.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dem Euro scheint unterdessen so langsam die Luft auszugehen. Zumindest tat sich die Gemeinschaftswährung gestern schwer, auch nur geringes Aufwärtsmomentum zu entwickeln. Vielmehr läuft der Euro Gefahr, seine während der vergangenen Handelstage erworbene günstige Position zu verlieren. Dies wäre der Fall, falls an der Unterseite nunmehr das Niveau <strong>1,1345/50</strong> versagen sollte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Nach britischem Vorbild</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2020 05:53:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bank of England]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Großbritannien hat es gestern vorgemacht, wie man den negativen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise möglicherweise begegnen kann. So hat die Bank of England (BoE) unter Leitung ihres scheidenden Gouverneurs Mark Carney in einer außerplanmäßigen Sitzung den Leitzins, die Base Rate, um 50 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Das ist mehr, als von den Futures-Märkten eingepreist war. Diese hatten für einen derart starken Schritt lediglich eine 50-zu-50- Chance gesehen. Aber das war noch nicht alles. So stellt die BoE...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1295)</strong>             Großbritannien hat es gestern vorgemacht, wie man den negativen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise möglicherweise begegnen kann. So hat die Bank of England (BoE) unter Leitung ihres scheidenden Gouverneurs Mark Carney in einer außerplanmäßigen Sitzung den Leitzins, die Base Rate, um 50 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Das ist mehr, als von den Futures-Märkten eingepreist war. Diese hatten für einen derart starken Schritt lediglich eine 50-zu-50- Chance gesehen. Aber das war noch nicht alles. So stellt die BoE ein auf ein Jahr begrenztes Finanzierungsinstrument für kleine und mittelgroße Unternehmen (TFSME) zur Verfügung, das über Zentralbankreserven finanziert wird. Kurzum: Man könnte auch von einer quantitativen Lockerungsmaßnahme (QE) sprechen. Außerdem wird der antizyklische Kapitalpuffer, den die Geschäftsbanken im Zuge ihrer Kreditvergabe als Polster für konjunkturell schlechte Zeiten geschaffen haben, derzeit von einem Prozent auf null gesetzt – ursprünglich war im Laufe dieses Jahres ein Anstieg des Puffers auf 2 Prozent vorgesehen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gemeinsam mit der Regierung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Bank of England war bei diesen Maßnahmen nicht auf sich allein gestellt. Denn der britische Schatzkanzler Rishi Sunak stellte gestern seinen Haushalt vor. Dieser sieht nicht nur, wie bereits bekannt war, eine Ausgabenerhöhung von 18 Mrd. Pfund vor. Darüber hinaus wird das Budget – neben anderen Maßnahmen – wegen der Corona-Krise jetzt zusätzlich um weitere 12 Mrd. Pfund an fiskalischen Stimulus-Maßnahmen erhöht. Außerdem soll das nationale Gesundheitssystem Sunak zufolge so viel Geld wie nötig („Millionen oder Milliarden“) erhalten. Kurz gesagt: So sieht ein ernstzunehmendes Notfallpaket aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11734" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB zunächst auf sich allein gestellt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist es heute an der EZB, bei ihrer turnusmäßigen Sitzung in irgendeiner Form nachzuziehen. Aber ich werde den Eindruck nicht los, dass ihre Präsidentin Christine Lagarde zwar ebenfalls wie ihr Vorgänger Mario Draghi angesichts der Krisensituation zu einem „whatever it takes“ (so Draghi damals, um den Euro zu retten) aufrufen wird. Aber das würde wahrscheinlich nur wie ein verspätetes Echo klingen und wäre letztlich – angesichts der nicht gerade üppigen Handlungsoptionen – nur Ausdruck des verzweifelten Bemühens, irgendetwas in Bewegung setzen. Denn eine gleichzeitige fiskalpolitische Antwort wie in Großbritannien ist aus Deutschland für Morgen nicht zu erwarten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rückabwicklung von Carry Trades beendet?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch in den USA gab es bislang seitens der Trump-Administration hinsichtlich etwaiger Stimulus-Programme lediglich am Dienstag ein Versprechen in der Größenordnung von „major“, wobei die Erläuterung, was das im Einzeln bedeuten könnte, ausblieb. Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte gestern wieder „auf die Bretter geschickt“ wurden. Interessant in diesem Zusammenhang: Der Dollar, aber auch die Renditen der US-Staatsanleihen sind bis gestern Abend nicht wie sonst bei deutlichen Einbrüchen am Aktienmarkt unter Druck geraten. Das bekam auch der Euro zu spüren, der offenbar auch nicht mehr von der Rückabwicklung sogenannter Carry Trades profitieren konnte. Vielmehr scheint die Gemeinschaftswährung nun unter der immer wieder auftauchenden Risikoaversion der Akteure – wenn auch nicht stark – zu leiden. Und so bleibt an der Unterseite <strong>1,1215/20</strong> das Maß der Dinge für den kurzfristigen Aufwärtstrend in seiner steilen Version.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Der magische Gürtel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2019 04:46:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Jerome Powell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gab Zeiten, da war eine gewisse Aktentasche ein wichtiger Indikator dafür, ob der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Leitzins verändern würde oder nicht. Die Rede ist von der Aktentasche Alan Greenspans, Chef der US-Notenbank von 1987 bis 2006. Wurde Alan Greenspan vor einer Notenbanksitzung mit einer eher flachen Aktentasche gesichtet, galt dies ein Zeichen dafür, dass die Notenbanker den Leitzins wahrscheinlich...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1030)</strong>             Es gab Zeiten, da war eine gewisse Aktentasche ein wichtiger Indikator dafür, ob der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Leitzins verändern würde oder nicht. Die Rede ist von der Aktentasche Alan Greenspans, Chef der US-Notenbank von 1987 bis 2006. Wurde Alan Greenspan vor einer Notenbanksitzung mit einer eher flachen Aktentasche gesichtet, galt dies ein Zeichen dafür, dass die Notenbanker den Leitzins wahrscheinlich unverändert belassen würden. War Greenspans Aktentasche hingegen prall gefüllt, stand wohl ein Zinsschritt an. Für die dafür notwendigen Begründungen, durch die die Kollegen im Offenmarktausschuss überzeugt werden sollten, sei, so die Logik der Beobachter, natürlich viel Papier nötig.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11058" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jetzt hat auch Fed-Chef Jerome Powell ein Accessoire erhalten, mit dem er auch ohne Worte einen Zinsschritt ankündigen könnte. Es handelt sich dabei um einen metallbeschlagenen Ledergürtel, den Powell anlässlich eines Vortrags am Freitagabend in Zürich vom gastgebenden Swiss Institute of International Studies geschenkt bekommen hat. Dieses ungewöhnliche Geschenk wurde wohl nicht ganz uneigennützig überreicht; vielmehr ist damit wohl die Absicht verbunden, dass der Fed-Chef durch ein Engerschnallen bzw. Lockern des Gürtels seinen Zuhörern eine Art geldpolitische Forward Guidance signalisieren könnte. Was den großen Vorteil bieten würde, sich verbal nicht festlegen zu müssen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwischen den Zeilen gelesen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dummerweise hat Jerome Powell den Gürtel erst im Anschluss an die Veranstaltung überreicht bekommen und diesen deshalb noch nicht öffentlich anlegen können. Und so mussten die Analysten seinen Worten lauschen und zwischen den Zeilen lesen, weil Powell nur allzu gut bekannte Mantras wiederholte. Kurzum: Indem Powell nicht auf die Thematik einging, widersprach er einerseits nicht der Erwartung der Finanzmarktteilnehmer, die von einer Zinssenkung von 25 Basispunkten ausgehen. Und andererseits gab es so auch keinen Hinweis darauf, dass der Zinsschritt vielleicht ja sogar 50 Basispunkte betragen könnte. Kein Wunder, dass die Märkte unbewegt blieben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zuvor hatte am Nachmittag der etwas enttäuschende US-Arbeitsmarktberichts vorübergehend für eine leichte Dollarschwäche gesorgt, die allerdings zum Handelsschluss wieder wettgemacht wurde. Und was die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung von 25 Basispunkten angeht, lohnt ein Blick auf die Berechnung des CME FedWatch Tools, das für einen derartigen Schritt zum Wochenschluss nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 91 Prozent berechnete. Die übrigen 9 Prozent weisen allerdings nicht auf einen großen Zinsschritt von 50 Basispunkten hin, sondern gelten dafür, dass die US-Notenbank die Zielzone der Fed Funds bei ihrem kommenden Meeting unverändert belässt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schweigeperiode</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während für die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) nun die Schweigeperiode bis zum Ende der kommenden Sitzung am 18. September begonnen hat, steht in dieser Woche die EZB-Ratssitzung an. Vielerorts wird eine Senkung des Einlagenzinses um 20 Basispunkte und zumindest mit einem kleinen quantitativen Lockerungsprogramm gerechnet. Sollte die EZB die Erwartungen der Marktteilnehmer enttäuschen, indem sie etwa eine Neuauflage des Anleihekaufprogramms erst zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nähme, wird vielfach erwartet, dass sich der Euro in der Folge zumindest vorübergehend leicht befestigen könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wir gehen allerdings davon aus, dass die Positionierungen der Marktteilnehmer im Euro nach wie vor überschaubar bleiben. Dafür sprechen auch die CFTC-Futures-Positionen (Netto-Positionen „nichtkommerzieller Händler“ an den US-Futures-Märkten). Abgesehen davon, dass man sich darüber streiten kann, ob diese Daten für den globalen Devisenhandel repräsentativ sind, zeigt auch der jüngste Bericht vom vergangenen Freitag, dass es zwar nach wie vor Euro-Shortpositionen gibt. Diese bewegen sich aber seit Anfang Juli in einem recht überschaubaren Rahmen. Überschaubar ist auch der derzeitige kurzfristige Abwärtstrend (<strong>1,1085 (1,1145)</strong> bis <strong>1,0885/90</strong>) des Euro – dieser hat die vergangene Woche sogar mit einem kleinen Wochenplus beschlossen. Überdies befindet sich die Gemeinschaftswährung momentan in einer Korrekturphase, welche mit Unterlaufen von <strong>1,0985/90</strong> allerdings beendet wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Für viele zu wenig</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/fuer-viele-zu-wenig/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 04:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[forward guidance]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vermutlich waren es gestern vor allem die Aktienhändler, die von der Europäischen Zentralbank insgeheim mehr erwartet hatten. Denn allein der DAX verlor 1,7 Prozent an Wert, und auch die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks schienen empfindlich auf das gestrige Statement der Zentralbanker reagiert zu haben. Mancherorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fuer-viele-zu-wenig/">Für viele zu wenig</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1145)</strong>             Vermutlich waren es gestern vor allem die Aktienhändler, die von der Europäischen Zentralbank insgeheim mehr erwartet hatten. Denn allein der DAX verlor 1,7 Prozent an Wert, und auch die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks schienen empfindlich auf das gestrige Statement der Zentralbanker reagiert zu haben. Mancherorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung der Zentralbank gerechnet, aber tatsächlich hat die EZB bei ihrer gestrigen Ratssitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0 und den Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent belassen. Dass die sogenannte Forward Guidance, die vorausschauende Orientierung für die künftige Strategie der Geldpolitik, geändert wurde, schien den Akteuren allerdings nicht genug zu sein. Denn in ihrem Statement vermerkte die EZB, dass der derzeitige oder auch ein niedrigerer Hauptrefinanzierungssatz mindestens über das erste Halbjahr 2020 hinweg beibehalten würde.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10889" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/26072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch schienen die Teilnehmer an den Finanzmärkten wenig beeindruckt, als EZB-Chef Mario Draghi durchblicken ließ, dass die Ratsmitglieder eine ganze Reihe stimulierender Maßnahmen in Betracht ziehen würden: Zinssenkungen, das Festhalten an einer außergewöhnlich lockeren Geldpolitik in den kommenden Jahren bis hin zu einem weiteren Paket quantitativer Lockerungen. Aber eben nicht auf die Schnelle, sondern wahrscheinlich erst im September.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Referenzpunkt nicht erfüllt</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Der Referenzpunkt der Investoren lag woanders, vor allen Dingen nach einer Reihe schlechter Wirtschaftsdaten für Deutschland. Eine Zinssenkung am gestrigen Tage wäre wohl nötig gewesen, um die Erwartungen mancherorts zufriedenzustellen. Aber hätte eine Zinssenkung für sich allein betrachtet eine echte Überraschung dargestellt, oder wäre sie denn ohne flankierende Maßnahmen sinnvoll gewesen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mario Draghi machte in der Pressekonferenz deutlich, dass sich der ökonomische Ausblick zunehmend verschlechtern würde und man sich hinsichtlich vieler Diskussionspunkte innerhalb des Rates angenähert habe. Auch die aktuelle Entwicklung der Inflation betrachtet der EZB-Rat mit Missfallen. Dennoch sei, so Draghi, eine sofortige Zinssenkung bei der gestrigen Sitzung nicht diskutiert worden. Offenbar will man, wie das bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der EZB üblich ist, noch [die kommenden ökonomischen Projektionen für die September-Sitzung] abwarten. Vermutlich möchte man außerdem abwarten, welche Maßnahmen die US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche verkünden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immer noch kein Abwärtstrend</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber nicht nur an den hiesigen Aktienmärkten hatte man offenbar mit beherzteren Maßnahmen der EZB gerechnet. Auch die Devisenhändler hatten vielfach auf einen fallenden Euro gesetzt. Aber dieser markierte mit 1,1102 nur ein marginal niedrigeres Jahrestief, bevor kurzfristig orientierte Marktteilnehmer in der Folge offenbar aus ihren Shortpositionen heraus „gesqueezed“ wurden. Damit bleibt die wichtige Unterstützung bei <strong>1,1105</strong> (vgl. Mindestdurchstoß-Hinweis unten) erhalten. Unterhalb davon würde pro forma ein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, dessen Potenzial zwar bis <strong>1,1020/25</strong> reichen könnte, aber nicht zwingend ausgeschöpft werden müsste. Das Stabilitätsniveau für den Euro senken wir nunmehr auf <strong>1,1220/25 </strong>ab. Aufgrund der derzeitigen Konstellation der Nachfrageniveaus ist das Risiko einer Fehlentwicklung („False Break“) des Euro nach einem möglichen Versagen von 1,1105 (mit anschließender Aufwärtsbewegung) relativ hoch.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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			</item>
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		<title>Warum ausgerechnet jetzt ein Trend?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2019 04:46:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrasteffekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sei Zeit, sich auf einen Euro-Trend vorzubereiten, schrieb gestern ein Kommentator. Ein Statement, das man immer dann vernehmen kann, wenn sich der Euro der Untergrenze einer Seitwärtsbewegung annähert. Und ein Trend sei nun einmal jetzt fällig, so die Logik, weil die Seitwärtsbewegung lange genug angehalten habe. Eine Seitwärtsentwicklung, die in diesem Jahr eine Bandbreite von rund 4 Prozent aufweist und damit nicht einmal halb so groß ist wie...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1150)</strong>             Es sei Zeit, sich auf einen Euro-Trend vorzubereiten, schrieb gestern ein Kommentator. Ein Statement, das man immer dann vernehmen kann, wenn sich der Euro der Untergrenze einer Seitwärtsbewegung annähert. Und ein Trend sei nun einmal jetzt fällig, so die Logik, weil die Seitwärtsbewegung lange genug angehalten habe. Eine Seitwärtsentwicklung, die in diesem Jahr eine Bandbreite von rund 4 Prozent aufweist und damit nicht einmal halb so groß ist wie die bislang geringste Jahresspanne seit Einführung des Euro. Jene Range betrug im ganzen Jahr 2013 nur rund 9 Prozent. Daraus jetzt aber abzuleiten, dass der Euro deswegen zwingend Nachholbedarf habe, erscheint bestenfalls Statistiker zu interessieren. Fakt ist auf jeden Fall, dass seit dem vierten Quartal 2018 alle bisherigen Ansätze der Gemeinschaftswährung zu einem Ausbruch aus den jeweiligen Konsolidierungszonen stets als Fehlentwicklung geendet haben. Zuletzt geschah dies Ende Juni an der Oberseite. Warum sollte es also gerade dieses Mal zu einem nachhaltigen Trend kommen?<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10871" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/24072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrasteffekte irritieren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich ist doch die gestrige Abwärtsbewegung nur deswegen aufgefallen, weil sie mit einer Handelsbandbreite von rund 65 Stellen einen starken Kontrast zu dem extrem ruhigen Vortag (rund 20 Stellen) bildete und deshalb besonders auffiel. Absolut betrachtet handelte es sich um einen ganz normalen Handelstag. Mit relativ wenig interessanten Wirtschaftsdaten. Eine Entwicklung, die zumindest hinsichtlich der Argumente für einen schwächeren Euro bzw. festeren Dollar schon tags zuvor hätte einsetzen können. Denn wir wiesen bereits vorgestern darauf hin, dass Kommentatoren vor möglichen ökonomischen Schocks warnten. Und dass die Europäische Zentralbank die Zinsen eher früher als später senken müsse. Psychologisch interessant daran ist allenfalls, dass diese Perspektive den Händlern wohl erst gestern so richtig bewusst geworden ist. Und auch erst allmählich, wie die gestrige Entwicklung der Gemeinschaftswährung vermuten lässt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist schwer einzuschätzen, wie die Chancen für einen wenigstens kurzfristigen Abwärtstrend des Euro tatsächlich stehen. Denn sollte die EZB bei ihrer morgigen Ratssitzung – wovon wir eher nicht ausgehen – tatsächlich als Sofortmaßnahme den Leitzins senken, um womöglich der US-Notenbank nicht hinterherlaufen zu müssen, wäre zumindest dieser Effekt ziemlich rasch verpufft. Denn die Fed wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der kommenden Woche ebenfalls ihren Leitzins um 25 Basispunkte senken. Argumentativ wäre der Euro, allein aus diesem Blickwinkel betrachtet, nicht nachhaltig unter Druck zu setzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Positive Überraschungen würden schwerer wiegen als negative</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es scheint Marktteilnehmer zu geben, die auf eine negative Überraschung für den Euro setzen, obwohl ein solches Szenario zumindest aus ökonomischer Nachrichtensicht nicht sehr wahrscheinlich ist. Denn eigentlich sollten sich die Akteure schon längst daran gewöhnt haben. Ob die heute zur Veröffentlichung anstehende Schnellschätzung der Einkaufsmanager-Indices als Auslöser taugen? Sollten diese für die Eurozone schwächer als erwartet ausfallen, wäre dies doch keine echte Überraschung. Ein positiver Ausreißer hingegen schon.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzfristig bleibt die Unterseite des Euro ohnehin offen bis auf <strong>1,1110/15</strong>, gleichzeitig die Untergrenze einer früheren Konsolidierungszone und das bislang niedrigste Niveau des Jahres. Unterhalb davon würde formal tatsächlich ein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, dessen Potenzial derzeit mit <strong>1,1030</strong> zunächst nicht gerade vielversprechend aussieht. Ob es tatsächlich für einen Trend reicht? Es wird schwierig, denn wir würden im Falle eines Versagens von <strong>1,1110/15</strong> den derzeit gültigen Stabilitätspunkt des Euro von nunmehr <strong>1,1265/70</strong> noch einmal tiefer, und zwar auf <strong>1,1230</strong> setzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Da ich morgen noch einmal unterwegs sein werde, erscheint der nächste ausführliche „Dollar am Morgen“ erst am kommenden Freitag.</span></p>
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		<title>Ein bisschen taubenhaft ist nicht genug</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/ein-bisschen-taubenhaft-ist-nicht-genug/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2019 05:49:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bazooka]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[forward guidance]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Instex]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[TLTRO III]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich können wir Mario Draghi eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident nicht (wie von den Akteuren gewohnt) die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Andererseits hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin  seinen Nachfolger psychologisch gebunden. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1265)</strong>             Nun sind die Euro-Händler gestern offensichtlich doch auf dem falschen Fuß erwischt worden; genau das hatten sie doch durch ihre Euro-Abgaben im Vorfeld der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank unbedingt vermeiden wollen. Mit anderen Worten: Vielerorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung der Zentralbank gerechnet. Tatsächlich hat die EZB bei ihrer gestrigen Ratssitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und den Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent belassen. Dass die sogenannte Forward Guidance, die vorausschauende Orientierung für die künftige Strategie der Geldpolitik, geändert wurde, so dass der derzeitige Hauptrefinanzierungssatz nun mindestens bis Mitte 2020 auf seinem jetzigen Niveau verbleiben wird, war von den Akteuren anscheinend bereits mental längst diskontiert.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-10674" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/07062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Extremer Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber nicht nur das. Der tatsächliche Referenzpunkt der Händler muss offenbar extremer gewesen sein: Man hatte noch Taubenhafteres von der EZB erwartet. Zwar stellte sich in der anschließenden Pressekonferenz heraus, dass innerhalb des EZB-Rats durchaus geldpolitische Lockerungen diskutiert wurden, aber eben nur für den Notfall. Ein solcher Notfall würde zweifelsohne bei einer Eskalation im globalen Handelskrieg eintreten. Dass die EZB für diesen Fall gut vorbereitet sein soll, schien den Marktteilnehmern nicht zu reichen, so dass kurzfristige bearishe Engagements eiligst wieder glattgestellt wurden und der Euro das Vortageshoch bestätigte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings machte EZB-Präsident Mario Draghi deutlich, dass die EZB eine Zinserhöhung als nächsten Schritt nicht für wahrscheinlicher als eine Zinssenkung halte. Diese Aussage steht indes Beobachtern zufolge in einem gewissen Widerspruch zur gestern verkündeten geringfügigen Verschlechterung der Konditionen für die dritte Serie der gezielten Langfristtender (TLTRO III).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Den Nachfolger verpflichtet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Psychologisch gesehen können wir Mario Draghi eigentlich eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident, wie von den Akteuren gewohnt, längst nicht die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Zumal die neuen Wachstums- und Inflationsvorhersagen gravierendere Maßnahmen ohnehin nicht gerechtfertigt hätten. Indes: Wie von uns gestern bereits erwähnt, hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin seinen Nachfolger psychologisch gebunden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Uneins sind sich die Währungsstrategen allerdings darüber, was dies für die weitere Zukunft des Euro bedeutet. Dabei gibt es nicht wenige, die davon ausgehen, dass die Gemeinschaftswährung ihre Konsolidierungszone, die wir nach wie vor zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong> sehen, an der Oberseite nicht nachhaltig durchbrechen wird. Selbst wenn der weiter zu eskalieren drohende Handelskrieg zwischen den USA und China eine Verschiebung von Kapitalströmen aus dem Dollar heraus in Richtung Euro nahelegt, steht dennoch weiterhin die berechtigte Frage im Raum, warum man dem Euro derzeit aus ökonomischen Gründen den Vorzug geben sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch ist die Angst mancher langfristig orientierter Akteure nicht zu unterschätzen, dass sie sich auch wegen möglicherweise zu befürchtender US-Sanktionen (vgl. etwa die Drohung gegenüber der europäischen Institution Instex <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/31/sinkflug-in-zeitlupe/">HIER</a>) im Dollar nicht wohl fühlen. Eine Angst, die schwerer wiegt als alle fundamentalen Erwägungen. Aber der Euro bleibt ohnehin gegenüber dem Greenback zu bevorzugen, solange er sich oberhalb von <strong>1,1185</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen der Pfingstfeiertage erscheint der nächste Bericht erst am Dienstag, den 11. Juni.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-bisschen-taubenhaft-ist-nicht-genug/">Ein bisschen taubenhaft ist nicht genug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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