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	<title>BoJ Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Zentralbanksitzungen im Fokus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 04:46:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-Notenbank ist bislang durch nie dagewesene drastische Maßnahmen aufgefallen, so dass der Druck, handeln zu müssen, bei der am Mittwoch endenden zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht allzu sehr auf der Fed lasten dürfte. Aber es gibt durchaus Kommentatoren und Analysten, die sich angesichts des jüngsten Entschlusses der Fed, selbst Junkbonds anzukaufen, einen weiteren folgerichtigen Schritt erhoffen: den Ankauf von Aktien. Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zentralbanksitzungen-im-fokus/">Zentralbanksitzungen im Fokus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0820)</strong>             Ein recht ruhiger Tag für den Dollar liegt hinter uns. Und wenn man die gestrige recht erfreuliche Sitzung an den Aktienmärkten berücksichtigt, ist der zweite Korrekturtag für den Greenback relativ überschaubar ausgefallen. Auch der Euro schaffte es per Saldo, zwar weiteren Boden gut zu machen, aber vom Tagesgewinn von vorübergehend fast 60 Stellen war zum Handelsschluss gerade noch die Hälfte übrig geblieben.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11920" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/28042020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bank of Japan machte den Anfang</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die relative Ruhe mag vielleicht angesichts der bevorstehenden Ereignisse in dieser Woche verständlich sein. Denn nach dem gestrigen recht datenarmen Tag richtet sich das Interesse der Marktteilnehmer auf Fed und EZB, die am Mittwoch bzw. Donnerstag im Anschluss an ihre Zentralbanksitzungen ihre Statements vorlegen werden. Die Bank of Japan (BoJ) hat dies bereits gestern getan und bekannte sich unter anderem wie erwartet zu unbegrenzten Anleihekäufen. Bereits jetzt ist die Bilanzsumme der BoJ größer als das japanische Bruttoinlandsprodukt, womit die Zentralbank neben derjenigen der USA und der Eurozone als die aktivste bezeichnet werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„Smart people are buying stocks right now” (Trump)</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die US-Notenbank ist bislang durch nie dagewesene drastische Maßnahmen aufgefallen, so dass der Druck, handeln zu müssen, bei der am Mittwoch endenden zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht allzu sehr auf der Fed lasten dürfte. Aber es gibt durchaus Kommentatoren und Analysten, die sich angesichts des jüngsten Entschlusses der Fed, selbst Junkbonds anzukaufen, einen weiteren folgerichtigen Schritt erhoffen: den Ankauf von Aktien. Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump insgeheim auch auf eine solche Entscheidung hofft. Ob er deswegen gestern im Rahmen einer Pressekonferenz äußerte, kluge Menschen würden gerade jetzt Aktien kaufen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings wäre eine solche Maßnahme nicht unumstritten, denn bereits jetzt sagen Kritiker der Fed nach, sie würde so eng mit dem Finanzministerium zusammenarbeiten, dass sie quasi ihre Unabhängigkeit als Zentralbank aufgegeben hätte. Indes: Während die Zentralbank ihre Bilanzsumme während der vergangenen Wochen deutlich aufgebläht hat, hat die Fiskalpolitik in den USA mit einer drastischen Erhöhung der Staatsverschuldung ihren Beitrag zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Corona-Krisen geleistet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Viel ökonomisches Zahlenwerk in der zweiten Wochenhälfte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Maßnahmen, die sich allerdings nicht in der ersten Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt zum ersten Quartal dieses Jahres niederschlagen werden – deren Ergebnis wird ebenfalls für Morgen erwartet; die Median-Schätzung der Ökonomen geht von einem annualisierten Minus von 3,9 Prozent aus. Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der mit der Größenordnung dieser Zahl wenig anfangen kann. Nur eines scheint sicher: Die Zahl wird – wie auch andere Wirtschaftsdaten in der zweiten Wochenhälfte – nicht gut ausfallen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat sich an der Position des Euro nicht viel geändert. Der kurzfristige Abwärtstrend (Potenzial bis <strong>1,0675</strong>) bleibt intakt, solange <strong>1,0895</strong> nicht überwunden worden ist. Gegenüber gestern hat sich die stützende Nachfragesituation für den Euro kurzfristig allerdings wieder etwas verschlechtert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Wochenausblick vom 28. September</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Sep 2016 10:54:52 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[DZ BANK]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Psychologie spielt nach Ansicht des Chefs der Bank von Japan eine besondere Rolle: Je mehr die japanischen Konsumentenpreise fallen, desto weniger werden die Verbraucher an deren Anstieg in der Zukunft glauben. Tatsächlich liegt die Kerninflation mit minus 0,5 weit ab vom Inflationsziel von 2 Prozent. Gleichzeitig entwickelt sich der Anteil derjenigen Konsumenten, die einen Preisanstieg [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Psychologie spielt nach Ansicht des Chefs der Bank von Japan eine besondere Rolle: Je mehr die japanischen Konsumentenpreise fallen, desto weniger werden die Verbraucher an deren Anstieg in der Zukunft glauben. Tatsächlich liegt die Kerninflation mit minus 0,5 weit ab vom Inflationsziel von 2 Prozent. Gleichzeitig entwickelt sich der Anteil derjenigen Konsumenten, die einen Preisanstieg erwarten&#8230; lesen Sie  <a href="https://www.dzbank-derivate.de/news/index/editorial/id/dd6979315d7db85cf3fab3ecb88b6badeb2e6b53/format/html" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> den neuesten Wochenausblick, Weekly: Der Faktor Mensch, den ich für die DZ Bank erstellt habe. Thema:<em> Japanischer Albtraum </em></p>
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		<title>Wieder auf klarem Kurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 09:29:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Weggefegt sind die jüngst aufgekeimten Zweifel an der Stabilität der Eurozone infolge des italienischen Wahlergebnisses. Aber mittlerweile scheint man sich sogar hierzulande mit der Idee einer Koalition Bersani/Berlusconi anfreunden zu können – Hauptsache, die Unsicherheit ist weg, könnte man zynischerweise argumentieren. Aber die hiesige Sicht der Dinge ist sowieso verzerrt. Denn Berlusconi und Grillo hätten, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weggefegt sind die jüngst aufgekeimten Zweifel an der Stabilität der Eurozone infolge des italienischen Wahlergebnisses. Aber mittlerweile scheint man sich sogar hierzulande mit der Idee einer Koalition Bersani/Berlusconi anfreunden zu können –<span id="more-5807"></span> Hauptsache, die Unsicherheit ist weg, könnte man zynischerweise argumentieren. Aber die hiesige Sicht der Dinge ist sowieso verzerrt. Denn Berlusconi und Grillo hätten, wenn die Deutschen für die politische Zukunft Italiens abstimmen dürften, keinen derartigen Zuspruch bekommen. Wahrscheinlich hätten auch 95 Prozent der Deutschen Barack Obama ihre Stimme bei den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen November gegeben. Jetzt höre ich manch einen schon wieder sagen, jeder verdiene das, was er gewählt habe. Mit anderen Worten: Demokratie ja, aber bitte nur so wie <i>wir</i> uns das vorstellen. Tatsächlich ist das italienische Wahlergebnis eine Absage an die Austeritätsideologie, die durch die deutsche Brille verständlich und deswegen vor allem hierzulande gepflegt wird. Sparprogramme, die den Ländern der Peripherie Europas vermutlich mehr geschadet als genutzt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Die Gelddruckmaschinerie wird nicht angehalten</b></p>
<p>Glücklicherweise ist nun zumindest der geldpolitische Kurs der wichtigen Notenbanken in dieser Woche wesentlich klarer geworden. Nach ein paar Tagen der Ungewissheit, die vor allen Dingen durch das jüngste Protokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank aufgekommen war, machte deren Chef Ben Bernanke in seiner Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses deutlich, dass eine aggressive Geldpolitik weiterhin vonnöten sei. Denn der Fed-Chef sieht sein Land noch Jahre von einem zufriedenstellenden Arbeitsmarkt entfernt. Noch wichtiger für die Akteure: Bernanke hob den hohen Konsens innerhalb des Offenmarktausschusses hervor. In Japan wurde Haruhiko Koruda – weithin bekannt als Befürworter einer lockeren Geldpolitik – als neuer Chef der BoJ bestätigt und in Großbritannien denkt man sogar über negative Zinsen nach. Zu guter Letzt bestätigte EZB-Präsident Mario Draghi, die EZB sei weit davon entfernt, von ihrer Politik der unkonventionellen Mittel abzurücken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Umschichtungen am Aktienmarkt</b></p>
<p>Am Aktienmarkt scheinen derzeit größere Umschichtungen stattzufinden, die sich bald schon in einer deutlichen Polarisierung der Akteure niederschlagen dürfte. Zumindest  weisen die starken Swings des DAX während der vergangenen Tage daraufhin. Zum wiederholten Male gelang es jedoch den Pessimisten nicht, das Börsenbarometer auch nur annähernd in die Nähe der 7.500er Marke zu drücken. Die Gründe hierfür, und wer am Ende die Nase vorn haben wird,  können Sie in der jüngsten Sentiment-Analyse nachlesen, die Gianni Hirschmüller für die <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+berlusconi+verdirbt+anlegern+die+stimmung+47472">Börse Frankfurt hier verfasst</a> hat. Ich selbst habe mich um die <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+berlusconi+verdirbt+anlegern+die+stimmung+47472#reiter=detailanalyse">Prognosedetails</a> gekümmert.</p>
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		<title>Verdeckte Interventionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 08:36:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Bericht des japanischen Finanzministeriums hat es heute ans Licht gebracht: Die Bank von Japan (BoJ) hat im vergangenen Jahr im Anschluss an ihre große Intervention vom 31. Oktober zur Schwächung des Yen an den folgenden vier Novembertagen zusätzliche Dollarkäufe durchgeführt. Im Gegensatz zur 8,07 Billionen Yen (mehr als 100 Mrd. USD!) schweren Erstintervention, wurden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Bericht des japanischen Finanzministeriums hat es heute ans Licht gebracht: Die Bank von Japan (BoJ) hat im vergangenen Jahr im Anschluss an ihre große Intervention vom 31. Oktober zur Schwächung des Yen an den folgenden vier Novembertagen zusätzliche Dollarkäufe durchgeführt. <span id="more-3185"></span>Im Gegensatz zur 8,07 Billionen Yen (mehr als 100 Mrd. USD!) schweren Erstintervention, wurden zusätzlich 1,02 Billionen JPY (ca. 13 Mrd. USD) verkauft. Und zwar nicht offen, sondern verdeckt – ein Umstand, der vielleicht von einigen Marktteilnehmern als Überraschung wahrgenommen worden sein mag.</p>
<p>Tatsächlich handelt es sich um eine Strategie, die schon seit Jahrzehnten zum Arsenal der Wechselkurspolitik einer Zentralbank gehört. Im Gegensatz zur offenen Intervention, bei der die Zentralbank direkt mit ihrem Kontrahenten handelt, tritt jene bei der verdeckten Interventionen über eine dritte Adresse  (die natürlich zum Stillschweigen verpflichtet ist) mit ihren Handelspartnern in Verbindung. Wer die Bank von Japan und andere Zentralbanken aus früheren Jahren kennt, dürfte wissen, dass diese Art des Markteingriffs besonders beliebt ist, weil sie eine Notenbank weniger berechenbar macht.</p>
<p>Auch wenn mancherorts heute Früh darüber spekuliert wurde, die Zentralbank habe verdeckt Dollar gegen Yen gekauft, um das US-Finanzministerium wegen mangelnder Absprache nicht zu brüskieren, dürfte der Grund ein anderer gewesen sein. Denn nach der massiven Intervention vom 31. Oktober 2011, im Rahmen derer der Dollar immerhin um rund 4 JPY gestiegen war, hätte es schlecht ausgesehen, wenn die BoJ gegen den im weiteren Verlauf wieder zurückfallenden Greenback offiziell agiert hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/02/Intervention3.png"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-3189" title="Intervention" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/02/Intervention3-300x215.png" alt="" width="300" height="215" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So hat sie es immerhin geschafft, dass sich der Dollar zwar nicht nachhaltig gegenüber dem Yen erholen konnte, aber immerhin drei Monate lang kein neues historisches Tief markieren musste.</p>
<p>Wenn man dagegen die Politik der Schweizer Nationalbank (SNB) betrachtet, bildet sie ein strategisches Gegenstück zur BoJ und lädt so geradezu zur Spekulation ein. Auch die SNB muss sich gegen eine starke Binnenwährung wehren und führte hierzu eine feste Untergrenze des Euro im Verhältnis zum Schweizer Franken ein, die sie bereit ist, mit allen Mitteln zu verteidigen. Doch ein Kursboden, der quasi garantiert wird, bildet für Euro-Käufer ein überschaubares Risikolimit. „Macht doch nichts!“, werden sogleich einige einwenden. Das sei doch gute Spekulation, weil sie dem Ziel der SNB hilft, hört man dann. Das stimmt, solange die Zentralbank zu ihrem Versprechen steht, notfalls unbegrenzt ausländische Valuten aufzukaufen. Sollte sie jenes aus irgendwelchen Gründen doch nicht einhalten können – man denke etwa nur an ein technisches Problem – hätte sie nicht nur mit einem Kapitalfluss in Richtung des sicheren Hafens „Schweiz“, sondern auch noch mit milliardenschweren Euro-Schieflagen zu kämpfen, die dann eilends glattgestellt werden müssten. Ein Problem, das die Bank von Japan nicht in gleichem Ausmaß kennen dürfte, weil sie den Yen-Händlern durch ihre geschickte, manchmal schwer durchschaubare Interventionspolitik nicht zum Mitmachen animiert. Weil sie keine begrenzten Verluste garantiert.</p>
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		<title>Free lunch fatal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 06:01:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Japan und die Schweiz leiden momentan unter hohen Kapitalzuflüssen, so dass ihre Währungen während der vergangenen 18 Monate deutlich aufgewertet haben. Interessanterweise wird von Kommentatoren gerade der Anstieg des Schweizer Franken gegenüber dem Euro als Indiz für eine Kapitalflucht vor den Problemen in der Eurozone hervorgehoben, wobei tunlichst übersehen wird, dass auch der Dollar seit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Japan und die Schweiz leiden momentan unter hohen Kapitalzuflüssen, so dass ihre Währungen während der vergangenen 18 Monate deutlich aufgewertet haben. Interessanterweise wird von Kommentatoren gerade der Anstieg des Schweizer Franken gegenüber dem Euro als Indiz für eine Kapitalflucht <span id="more-2300"></span>vor den Problemen in der Eurozone hervorgehoben, wobei tunlichst übersehen wird, dass auch der Dollar seit Anfang 2010 praktisch gleichermaßen gegenüber dem Franken abgewertet hat. Franken und Yen sind so stark geworden, dass die Zentralbanken der Schweiz (SNB) und Japans (BoJ) einem weiteren Anstieg ihrer Valuten durch massive Interventionen begegnen möchten. Beide jeweils mit ganz unterschiedlichen Strategien.</p>
<p>So hat die Schweizer Nationalbank durchblicken lassen, dass sie beabsichtigt, ihre Währung zumindest für eine Zeit lang an den Euro binden zu wollen. Entweder zu einem festen Kurs oder per Festlegung einer Wertobergrenze. In beiden Fällen müsste diese Bindung über Interventionen verteidigt werden. Allein schon die Ankündigung, dass der Vizepräsident der Nationalbank eine vorübergehende Kopplung des Franken an den Euro für denkbar halte<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>, führte innerhalb von nur drei Tagen zu einem mehr als zehnprozentigen Kurssturz des Franken gegenüber Dollar und Euro. Wir erinnern uns: Letzterer wurde zutiefst bei 1,0075 gehandelt und zog sogar bis auf zuhöchst 1,1545 an.  Ein Preis von 1,1500 wurde von vielen Händlern als möglicher fester Wechselkurs der SNB genannt. Viele Kommentatoren beklatschen diese Marktreaktion bereits als ersten Erfolg der Zentralbank.</p>
<p>Dabei scheint offenbar vielen Analysten nicht klar zu sein, dass mit dieser plötzlichen Abschwächung des Franken keineswegs dem Kapitalstrom aus Europa langfristig Paroli geboten wird. Vielmehr dürften ganz einfach viele Devisenhändler in Aussicht auf einen festen Wechselkurs versuchen, Kapital aus der Ankündigung der SNB zuschlagen: Sie kauften Euro (bzw. US-Dollar) gegen Schweizer Franken, um sie später zu einem garantierten Kurs an die Notenbank weiterzugeben, wenn selbige mit einer Untergrenze für den Euro ernst machen sollte. Die Folge: Der Euro gewann nicht nur deutlich an Wert, sondern steht wahrscheinlich als hohe Position in manchem Händlerbuch.</p>
<p>Während die einen die SNB loben, weil endlich einmal etwas gegen den wirtschaftlich bedrohlich hohen Wert des Franken unternommen werde, freuen sich die jüngsten Euro Käufer, wenn ihnen die Nationalbank demnächst durch die Fixierung ihres Wechselkurses einen Gewinn frei Haus beschert – eine Subvention, über die sich übrigens auch Kapitalflüchtlinge freuen werden.</p>
<p>Die Nationalbank ist bereits mit ihrer verbalen Intervention ein hohes psychisches Commitment eingegangen. Sollte sie ihre Ankündigung nicht wahr machen, würde sie von vielen Marktteilnehmern als unglaubwürdig eingestuft. Vor allen Dingen von denjenigen, die im Vertrauen auf einen festen Wechselkurs mit einem <em>free lunch</em> gerechnet hatten. Die Folge: Bereits eingegangene Euro-Positionen müssten wieder verkauft werden, was eventuell sogar eine Panik auslösen könnte. Bindet die SNB indes tatsächlich den Franken an den Euro, wäre sie für alle Akteure berechenbar, wobei es fraglich bleiben dürfte, ob die Nationalbank ohne Hilfe anderer Zentralbanken ihre Strategie langfristig aufrechterhalten können wird. Vielleicht hätte man einmal mit den Kollegen der japanischen Zentralbank sprechen sollen, deren Erfahrung in punkto Intervention auf eine lange Historie zurückblicken kann. Am vergangenen Donnerstag hat es übrigens der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda, dem der hohe Wechselkurs des Yen auch nicht gefallen dürfte, auf den Punkt gebracht: Deviseninterventionen können einen mittelfristigem Trend nicht umkehren, stellte er unmissverständlich klar. Außerdem, was noch viel wichtiger ist: Interventionen müssen den Markt überraschen, so Noda. Womit er vollkommen Recht hat. Ansonsten treten wie im Fall der Schweiz Trittbrettfahrer auf den Plan, die bei der Lösung eines Wechselkursproblems mitverdienen möchten.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. FTD Mobil vom 11.8.2011</span></span></p>
</div>
</div>
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