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	<title>BIP Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Jul 2019 04:56:54 +0000</lastBuildDate>
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		<title>US-Wachstumsüberraschung lässt Dollar kalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 04:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[Deviseninterventionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aber es gab am Vorabend des vergangenen Freitags noch eine interessante Entwicklung hinsichtlich etwaiger US-Interventionen, um den Dollar zu schwächen. Medienberichten zufolge schließt danach der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, derartige Markteingriffe aus und machte deutlich, dass sich auch US-Präsident Donald Trump interssanterweise keineswegs einen schwächeren Dollar wünscht. Offensichtlich gab es ein Treffen des Kabinetts, bei dem sich</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1125)</strong>             Eigentlich hätte man davon ausgehen können, dass die Finanzmärkte die Bekanntgabe der Schnellschätzung der US-Wachstumsdaten mit Spannung erwarten würden. Doch da ja im Vorhinein bereits festzustehen scheint, dass sich die US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche wohl nicht davon abbringen lassen wird, den Leitzins um 25 Basispunkte zu senken, konnte es fast egal sein, wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal dieses Jahres ausfallen würde. Und dieses lag mit +2,1 Prozent (annualisiert) deutlich unter dem Wert des Vorquartals, für das noch ein (revidiertes) BIP von +3,1 Prozent notiert wurde. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass das Wachstumsplus für das 2. Quartal über dem Wert lag, der von den Ökonomen im Mittel (+1,8 Prozent) berechnet worden war.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-10892" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/29072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der wichtigste Treiber für die jüngste Entwicklung – das lässt sich aus den einzelnen Komponenten des Wachstumsberichts herauslesen – waren die US-Verbraucher, deren Ausgaben um 4,3 Prozent gestiegen waren. Trotz aller Bedenken, dass sich das US-Wachstum verlangsamen könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Überzogene Fantasien fast ausgepreist</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Die Entwicklung der Kernrate des Index der Privaten Konsumausgaben (PCE) lag mit +1,8 Prozent (ggü. Vorquartal) unter der Medianprojektion der Ökonomen (+2,0 Prozent), so dass der Dollar nicht davon profitieren konnte. Immerhin scheint die (überzogene) Fantasie, dass die US-Notenbank den Leitzins am Mittwoch gar um 50 Basispunkte senken könnte, damit nichtig geworden zu sein. Das CME FedWatch-Tool berechnete dafür vorübergehend eine implizite Wahrscheinlichkeit von nur noch 15 Prozent.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin gibt es bereits eine Vorhersage der Fed von New York für das BIP des dritten Quartals. Deren Modell Nowcast geht nämlich von einem Wachstumsplus von 2,21 Prozent für diesen Zeitraum aus. Das von den Marktteilnehmern etwas stärker beachtete Vorhersagemodell der Fed von Atlanta wird mit einer ersten Schätzung für das dritte Quartal frühestens am 30. Juli aufwarten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollarverkäufen eine Absage erteilt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es gab am Vorabend des vergangenen Freitags noch eine interessante Entwicklung hinsichtlich etwaiger US-Interventionen (vgl. dazu etwa mein Beitrag vom 5.7.2019 <span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/07/05/interventionsgerede/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a></span>), um den Dollar zu schwächen. Medienberichten zufolge schließt danach der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, derartige Markteingriffe aus und machte deutlich, dass sich auch US-Präsident Donald Trump interssanterweise keineswegs einen schwächeren Dollar wünscht. Offensichtlich gab es ein Treffen des Kabinetts, bei dem sich Peter Navarro, Chef des nationalen Handelsrates, für einen schwächeren Dollar stark gemacht haben soll. Allerdings sollen sowohl Kudlow als auch Finanzminister Mnuchin massiv gegen diese Strategie opponiert haben, so dass US-Präsident Donald Trump dem Vernehmen nach der Präsentation Navarros vorzeitig ein Ende bereitet haben soll.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und nun liest sich Trumps Meinung zum Dollar ganz anders. Trump zufolge hat die USA einen sehr starken Dollar, und das sei eine „schöne Sache“. Zwar befürchte er, dass andere Staaten ihre eigenen Währungen nach unten „manipulieren“ könnten, aber er wolle nun einmal einen festen Dollar.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzfristig haben diese von manchen Akteuren als Sinneswandel Trumps interpretierten Medienberichte dem Dollar noch nicht den Rücken gestärkt. Aber der Euro beschloss die Woche unweit seines Jahrestiefs (1,1100) und könnte dieses möglicherweise in dieser Woche – womöglich nur kurzzeitig – zur Einleitung eines kurzfristigen Abwärtstrends unterlaufen. Aufgrund der derzeitigen Konstellation der Nachfrageniveaus ist das Risiko einer Fehlentwicklung des Euro („false break“, mit anschließender Aufwärtsbewegung) nach einem möglichen Versagen von <strong>1,1100</strong> (mit Folgepotential bis <strong>1,1020/25</strong>) – jedoch relativ hoch. Eine Stabilisierung des Euro erwarten wir jedoch frühestens nach Überschreiten von <strong>1,1225. </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Armes England</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[BoE]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezession]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenwert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sich wohl einige Finanzmarktteilnehmer etwas zu früh gefreut, könnte man behaupten, wenn man sich die gerade veröffentlichte erste Schätzung des britischen BIP für das erste Quartal<span id="more-3809"></span> zu Gemüte führt: eine Schrumpfung von 0,2 Prozent, zwei negative Quartale hintereinander – das bedeutet Rezession! Und das, wo man sich doch bei der Bank von England offensichtlich gerade erst darauf einstellen wollte, keine weiteren quantitativen Lockerungen vorzunehmen, werden jetzt einige Händler vorschnell behaupten. Ist das jetzt alles Makulatur, wird jetzt doch weiter gelockert?</p>
<p>Ja, es ist schon ein Kreuz mit der Definition einer technischen Rezession. Mental wird einfach der Schalter umgelegt. Die Welt ist nicht nur schlechter als erwartet, sondern richtig schlecht, könnte man meinen. Dabei wird vergessen, dass ein Wachstum von 0,2 oder 0,3 Prozent für Großbritannien auch nicht viel besser als die heutige Schätzung gewesen wäre. Auch wenn die Entwicklung des britischen BIP dann nicht das Label &#8222;Rezession&#8220; bekommen hätte. Ganz zu schweigen von den möglichen Revisionen dieser Zahl, die uns noch ins Haus stehen. Daraus auf ein baldiges Umdenken innerhalb der BoE zu schließen, wäre also vorschnell. Allein der unbeteiligte Beobachter, der sich nur gelegentlich mit der Finanzwelt beschäftigt, wird sich von der Stimmung, die jetzt wieder durch die Medien gemacht werden dürfte, anstecken lassen. Aber auch die Welt der Finanzmärkte funktioniert nicht wie ein Schalter – „ein“ oder „aus“. Stattdessen gibt es viele Facetten. Und Ausreden, warum die Prognosen eigentlich hätten anders lauten müssen. </p>
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		<title>Kein Hoffnungspotenzial aus USA</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 14:22:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[TecDAX]]></category>
		<category><![CDATA[US-Schuldenprobleme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute hatte ich wieder einmal das große Vergnügen von Frank Meyer (im Auftrag der n.tv-telebörse) zum Gespräch eingeladen zu werden. Was dabei der Einsturz eines Diskothekendaches mit der Sicht der Börsianer auf die USA zu tun hat, erfahren Sie hier. Aber ich habe heute auch anderweitige Interviews gehabt, etwa bei Reuters TV, wo wir (Eva [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Heute hatte ich wieder einmal das große Vergnügen von <a href="http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Kein-Hoffnungspotenzial-aus-USA-article3977176.html" target="_blank">Frank Meyer (im Auftrag der n.tv-telebörse) </a>zum Gespräch eingeladen zu werden. Was dabei der Einsturz eines Diskothekendaches mit der Sicht der Börsianer auf die USA zu tun hat, erfahren Sie hier.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> <span id="more-2150"></span></span></p>
<p>Aber ich habe heute auch anderweitige Interviews gehabt, etwa bei <a href="http://link.reuters.com/qyn92s" target="_blank">Reuters TV</a>, wo wir (Eva Kühnen und ich) zumindest einen gedanklich teuren Ausflug in die Schweiz (in alten D-Mark gerechnet würden 100 Franken jetzt 180 DM kosten!! – zugegebenermaßen eine politisch nicht korrekte Rechnung) machten.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Und dann hatte mich auch noch Bernhard Jünemann vom DAF zum <a href="http://www.daf.fm/video/sentimentanalyse-die-8000-sind-noch-nicht-verloren-50146560-DE0008469008.html" target="_blank">„Börsenplatz 5“</a> gebeten, um die gestern von der Börse Frankfurt erhobene DAX- und TecDAX-Stimmung sowie die relative Euro-Stärke eingehend zu erörtern. Nein, der Dollar ist kein wirklich sicherer Hafen!</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Ökonomen im Schnee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 13:54:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[begrenzte Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsheuristik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht nur in Deutschland hat es im Dezember des vergangenen Jahres außergewöhnlich viel geschneit. Auch die Engländer litten unter diesen teils extrem ungünstigen Wetterbedingungen. Während man hierzulande allerdings gerade in Hinblick auf die Bahn gerne von Versagen spricht und intensiv nach Schuldigen für die Zugverspätungen sucht, scheinen die Engländer mit derlei Problemen etwas humorvoller umzugehen. Es [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur in Deutschland hat es im Dezember des vergangenen Jahres außergewöhnlich viel geschneit. Auch die Engländer litten unter diesen teils extrem ungünstigen Wetterbedingungen. Während man hierzulande allerdings gerade in Hinblick auf die Bahn gerne von Versagen spricht und intensiv nach Schuldigen für die Zugverspätungen sucht, scheinen die Engländer mit derlei Problemen etwas humorvoller umzugehen.<span id="more-6659"></span> Es hat ganz einfach &#8222;die falsche Sorte Schnee&#8220; geschneit. Dies war zumindest die Entschuldigung eines Sprechers der britischen Eisenbahngesellschaft, als eine Schneefräse vor ein paar Jahren bereits nach einer kleineren Menge Schneefalls ihren Dienst versagte, so dass die Schienen nicht geräumt werden konnten. Ja, mittlerweile steht diese nette Ausrede für alles, was in England wegen ein paar Schneeflocken nicht mehr funktioniert. Jetzt aber hat das Schnee-Phänomen sogar die Ökonomen erreicht. Denn die Experten einer Reuters-Umfrage hatten für das vierte Quartal 2010 für Großbritannien ein Wachstum von durchschnittlich 0,5 Prozent prognostiziert. Wie wir gestern erfahren haben lagen sie um einen Prozentpunkt daneben, weil die britische Wirtschaft, statt zu wachsen, um 0,5 Prozent geschrumpft ist.</p>
<p>Immerhin räumte das <em>Office for National Statistics</em> ein, der starke Schneefall im Dezember hätte ein halbes Prozent Wachstum gekostet, so dass ohne die extremen Wetterbedingungen immerhin noch ein Nullwachstum übrig geblieben wäre. Will sagen: Selbst wenn die Experten im Winter aus dem Fenster gesehen und des Schneetreibens gewahr geworden wären, hätten ihre Prognosen immer noch kräftig danebengelegen. Nun kann man natürlich einwenden, dass es sich bei der jüngsten Wachstumszahl um ein vorläufiges Datum handelt, das möglicherweise noch revidiert werden muss. Aber nicht zwangsläufig nach oben. Und so wundert es nicht, wenn viele Akteure sich die Frage stellen, wie die Experten so falsch liegen konnten.</p>
<p>Tatsächlich sind die meisten dieser so genannten Experten überhaupt keine Analysten. Denn nur die wenigsten dürften sich die Mühe gemacht haben, selbstständig die entsprechenden Daten zusammenzusuchen und unabhängig auszuwerten. Das wäre nämlich angesichts knappen Personals und zusammengestrichener Etats viel zu viel Arbeit gewesen. Stattdessen hat man vielerorts einfach die am leichtesten verfügbare Wachstumsrate als Referenzpunkt für die eigene Vorhersage gewählt und diese gegebenenfalls während des Quartals adjustiert. So ein leicht verfügbarer Referenzpunkt war etwa die Wachstumszahl des vorherigen oder der Durchschnittswert der vergangenen vier Quartale, also 0,7 Prozent. Nachdem diese Daten während der vergangenen Monate unter dem Strich eher schlechter als erwartet ausgefallen waren, musste man jene Zahlen natürlich adjustieren. Fragt sich nur, um wie viel.</p>
<p>Auch hier orientieren sich die Auguren gerne an Erfahrungswerten. Tatsächlich haben sich die Schwankungen der vierteljährlichen BIP-Zahlen nach den volatilen Zeiten Ende 2008 und Anfang 2009 mittlerweile wieder auf ein Niveau eingependelt, das auch schon vor der Finanzkrise galt: Eine Varianz (Streuung) von 0,5 Prozent plus minus ein Viertelprozent.</p>
<p>Ein pessimistischer Experte hätte also ein Wachstum von etwa 0,2 Prozent<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a> prognostizieren können, und besonders pessimistische Zeitgenossen wären mit dieser Faustregel nach Abzug eines weiteren Viertelprozents auf ein Nullwachstum gekommen. Aber warum sollte man so pessimistisch sein, wenn alle Welt eher von einem leichten Wachstumsanstieg ausgegangen war? Zumal selbst unter Finanzexperten Spielverderber nicht sonderlich beliebt sind.</p>
<p>Aber Experten sind auch nur Menschen und verfügen daher nur über begrenzte physische und geistige Ressourcen. Sie haben eigentlich nichts falsch gemacht, denn sie sind mit ebendiesen Ressourcen „ökonomisch“ umgegangen. Sie wurden nach treffsicheren Vorhersagen gefragt, ohne dass man ihnen das dafür erforderliche Werkzeug zur Verfügung gestellt hätte. Auf sich selbst bezogen haben die Experten also effizient gearbeitet, nicht aber was die Finanzmärkte angeht.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> =  Referenzpunkt Vorquartal 0,7 Prozent, abzüglich 0,5 Prozent Streubreite</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/okonomen-im-schnee/">Ökonomen im Schnee</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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