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	<title>Überbewertung kleiner Wahrscheinlichkeiten Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wenn Goldbarren zu Bitcoins werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 08:32:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute zeitgemäß [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint also doch noch Spekulationsblasen jenseits der Finanzmärkte zu geben. Wie in den guten alten Zeiten geht es dieses Mal zwar nicht um den Run auf eine besonders seltene Art von Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert sogar das Interesse der breiten Bevölkerung weckte und schließlich in die berüchtigte Tulipmania mündete. Vielmehr handelt man heute <span id="more-5962"></span>zeitgemäß mit Bitcoins, einer virtuelle Währung, deren Wert sich innerhalb von weniger als zwei Wochen verdoppelt hat. Es scheint also doch Menschen zu geben, die sich angesichts der Sonderbelastungen, die den Anlegern in Zypern drohen, nach alternativen Währungen umsehen, die (angeblich) nicht konfisziert werden können. Ein Analyst sprach sogar von einer Art Gold für Computer-Nerds. Da habe ich mich sofort gefragt, ob der jüngste Einbruch beim Goldpreis womöglich auf eine Flucht der Anleger zurückzuführen ist, die sich statt mit schwer transportablen Goldbarren lieber mit den leichteren, aber eben auch nicht unbegrenzt vermehrbaren Bitcoins umgeben wollen. Und das auch noch mit der Aussicht über Nacht reich zu werden, sofern sich ein anderer findet, der bereit ist, noch mehr für die gerade erst erworbene Kunstwährung zu bezahlen. Es zeigt sich also wieder einmal: Vertrauen ist mithin eine Frage von Konventionen, selbst wenn diese nur Modecharakter haben sollten. Wollen wir hoffen, dass beim nächsten Deal in Bitcoins nicht das Endgerät beim Anleger gerade den Geist aufgibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ärger mit der Lostrommel</b></p>
<p>Natürlich möchte auch ich über Nacht reich werden, weswegen ich mich gestern dazu entschlossen hatte, mit einem Quicktipp am Mittwochslotto teilzunehmen. Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich dabei nicht nur meine extrem niedrigen Gewinnwahrscheinlichkeiten überbewerte, sondern auch noch an einem Spiel mit negativem Erwartungswert teilnehme. Aber der Spaß ist mir manchmal mehr wert als jede ökonomische Vernunft. Dieser sogenannte Spaß hörte jedoch gestern Abend auf, als ich erfuhr, dass die Ausspielung der Lottozahlen, bei der ich auch noch ausgerechnet vier richtige Zahlen getippt hatte, annulliert worden war, weil zwei Kugeln beim Start des Spielgeräts nicht in die Trommel gefallen waren. Stattdessen gab es eine Ersatzziehung, bei der ich natürlich leer ausging. Nicht auszudenken, wenn ich bei der ersten Ziehung gar sechs Richtige gehabt hätte! Aber auch für meinen „Vierer“ hätte es etwas gegeben – gerade kleine entgangene Gewinne können besonders viel Unmut bereiten.</p>
<p>Über entgangene Gewinne müssen sich indes die Anleger, die bei der jüngsten Korrektur des DAX rechtzeitig eingestiegen sind, nicht ärgern. Ob für diese Investoren weiterhin Anlass zur Freude besteht, können sie dem Kommentar meines Kollegen Gianni Hirschmüller zum DAX-Sentiment, die die Börse Frankfurt jede Woche erhebt, <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821">hier entnehmen</a>. Ich selbst habe mich um die Prognosedetails gekümmert, die Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+quartalswechsel+verleitet+zum+handeln+48821#reiter=detailanalyse">hier lesen</a></span> können.</p>
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		<title>Referenzpunkt-Roulette</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 06:26:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gewichtung von Wahrscheinlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Lotterie]]></category>
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		<category><![CDATA[Roulette]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass jemand Lotto spielt, um auf einen Schlag reich zu werden, kann ich noch irgendwo verstehen. Auch wenn der Erwartungswert dieses Spieles negativ ist und deshalb rational denkende Menschen vom Spielen abhalten sollte, kaufen sich Millionen von Bundesbürgern jedes Wochenende, manchmal auch mittwochs, ein Stück von diesem Traum. Ein Umstand, der vor allen Dingen der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass jemand Lotto spielt, um auf einen Schlag reich zu werden, kann ich noch irgendwo verstehen. Auch wenn der Erwartungswert dieses Spieles negativ ist und deshalb rational denkende Menschen vom Spielen abhalten sollte, kaufen sich Millionen von Bundesbürgern jedes Wochenende, manchmal auch mittwochs, ein Stück von diesem Traum.<span id="more-3716"></span> Ein Umstand, der vor allen Dingen der Tatsache geschuldet ist, dass die extrem geringe Gewinnchance auf die höchste Gewinnklasse (sechs Richtige plus Super-Zahl) vergrößert wahrgenommen wird.</p>
<p>Warum allerdings Menschen ins Spielcasino gehen, in der Hoffnung, den Roulettetisch am Abend als Sieger zu verlassen, ist mir indes immer ein Rätsel geblieben. Zwar sind die Gewinnchancen bei diesem Spiel deutlich besser als beim Zahlenlotto, weil der Hausvorteil der Casinos vergleichsweise gering ist. Dennoch ist der Erwartungswert beim Roulette ebenfalls negativ und das Risiko, bei langen Spielserien am Ende mit weniger Geld als zu Beginn dazustehen, relativ hoch. Vor allen Dingen wenn man viele solcher Besuche tätigt. Denn von den einzelnen Wahrnehmungsepisoden werden vor allem die erfolgreichen in der Erinnerung gespeichert. So gesehen erlangt der Satz „Neues Spiel, neues Glück“ eine zusätzliche Bedeutung.</p>
<p>Jetzt werden mir natürlich gleich all diejenigen heftig widersprechen, die möglicherweise ein System entwickelt haben, wie man beim Roulette langfristig Geld verdienen kann. Ich bin, offen gesagt, noch nicht dahinter gekommen, wie das geht. Und damit geht es mir vermutlich wie den meisten anderen Menschen. Was sie aber trotz ihrer Verlustaversion nicht davon abzuhalten scheint, dem Spielcasino immer wieder einen Besuch abzustatten.</p>
<p>Auch Wissenschaftler haben sich mit diesem seltsamen Verhalten beschäftigt.<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn1">[1]</a> Denn man wird am Roulettetisch nicht schlagartig mit einem riesengroßen Hebel reich, sondern selbst bei einer Wette auf eine einzige Zahl ist doch einiges Geld mitzubringen, wenn der 35-fache Einsatz im Gewinnfall zur Auszahlung kommt und richtig Spaß machen soll. Vielleicht mag es das Ambiente von Spielcasinos sein, das plötzlich zu erhöhten Einsätzen reizt, weil man mit zu den Spielern gehören möchte, die stapelweise Jetons auf dem Spieltisch platzieren. Oder zu den Reichen, die im Restaurant des Casinos gerade Champagner und Hummer genossen haben mögen.</p>
<p>Dennoch: Fakt ist, dass die meisten Menschen nicht gewillt sind, eine Wette zu akzeptieren, bei der man mit gleich hoher Chance entweder einen Geldbetrag gewinnen oder verlieren kann.<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn2">[2]</a> Trotzdem sieht man in den meisten Spielcasinos viele Spieler, die bereit sind, beim Roulette auf Rot oder Schwarz zu setzen. Und das auch noch mehrere Male hintereinander. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass die Verlustaversion für ganz kleine Beträge nicht gilt. Etwa für Einsätze, die unter einem Euro liegen. Weil ein solcher Betrag verglichen mit dem verfügbaren Einkommen gering zu sein <em>scheint.</em> Und genau auf diesen Kontext kommt es an. Und so wundert es nicht, dass in vielen Casinos die Spieltische mit hohen Einsatzlimits bestmöglich platziert sind. Denn im Verhältnis zu diesen hohen Beträgen kommt den Spielern der Mindesteinsatz am Tisch relativ niedrig vor, wodurch sich ihre Spielbereitschaft erhöht. Im Zweifel geht man sogar zum Nachbartisch, wo man mit noch kleineren Einsätzen zocken kann. Hat man dann erst einmal mit dem Spielen begonnen, sitzt man aber eigentlich schon in der Falle, vor allem wenn man nach einer Serie kleinerer Verluste diese unbedingt wieder wettmachen möchte. Etwa durch einen höheren Einsatz. Denn der Referenzpunkt ist dann längst nicht mehr das Tischlimit, sondern der eigene Geldbeutel.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Simmons, Joseph P., Novemsky, Nathan (2009): From Loss Aversion to Loss Acceptance: Context Effects on Loss Aversion in Risky Choice, Working Paper</span></span></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref2">[2]</a><span style="font-family: Calibri; font-size: x-small;"> zum Beispiel, eine 50-Prozent-Chance, zehn Euro zu gewinnen, verbunden mit einem 50-prozentigen Risiko, zehn Euro zu verlieren)</span></p>
</div>
</div>
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		<title>Auf den Hund gekommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 06:56:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hundehalterhaftpflicht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun habe ich mich also nach vielen Monaten heftigster Familiendebatten doch dazu durchgerungen, für meine Kinder einen Mops anzuschaffen. Sie können sich sicherlich die Kommentare vorstellen, die ich anschließend von meinen Freunden und Kollegen zu hören bekam. Ob ich denn nicht schon genug Kinder hätte, feixte auch ein Nachbar. Aber mein richtiges Stimmungstief nach dem [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-den-hund-gekommen/">Auf den Hund gekommen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Nun habe ich mich also nach vielen Monaten heftigster Familiendebatten doch dazu durchgerungen, für meine Kinder einen Mops anzuschaffen. <span id="more-2106"></span> Sie können sich sicherlich die Kommentare vorstellen, die ich anschließend von meinen Freunden und Kollegen zu hören bekam. Ob ich denn nicht schon genug Kinder hätte, feixte auch ein Nachbar. Aber mein richtiges Stimmungstief nach dem Kauf des Hundes sollte erst noch kommen. Ich spreche hier nicht von Pfützen auf dem Parkett und den mühseligen Versuchen, einen zwölf Wochen alten Welpen stubenrein zu bekommen. Sondern von der Haftpflichtversicherung des kleinen Rackers.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Sorgfältig studierte ich die E-Mail meines Versicherungsagenten, in der er mich über die Versicherungskonditionen und etwaige Schadenssummen informierte. So kann man drei Millionen Euro Versicherungsschutz für gut 80 Euro pro Jahr samt Bündelbonus und Treuerabatten bekommen. 12,5 Millionen Euro waren nur zehn Euro teurer. Eine Selbstbeteiligung, falls der Hund einen Schaden verursachen sollte, bot mir mein Agent gar nicht erst an, weil er weiß, dass ich als Anhänger der Behavioral Economics diese Art der Prämienreduzierung überhaupt nicht leiden kann. Denn das Gros der Haftpflichtschäden, die unser Mops verursachen könnte, liegt erfahrungsgemäß unterhalb dieser Schwelle.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Dafür beging ich einen anderen Fehler. Denn ich versicherte schließlich einen theoretischen Haftpflichtschaden von 12,5 Millionen Euro zu einem Mehrpreis von jährlich zehn Euro. Obwohl ich wusste, dass dieses Geld mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit zum Fenster herausgeworfen sein würde, fühlte ich mich mit diesem höheren Versicherungsschutz entgegen aller ökonomischen Rationalität einfach besser. Denn immer wieder hielt ich mir einen Fall vor Augen, den ich selbst in Vorträgen dann und wann als Beispiel zitiere. Wenn nämlich mein Hund einen Tanklaster zum Ausweichen zwingen würde, der dann umkippen und auslaufen würde, so dass zig Tonnen Öl ins Grundwasser sickerten. Sachschaden: sieben Millionen Euro. Nun verschlafen Möpse einen Großteil ihres Lebens und sind nicht gerade für ihre Hyperaktivität bekannt. Aber vielleicht habe ich während der Finanzkrise zu viele Dinge erlebt, die sich rein mathematisch gesehen auch nur alle 150.000 Jahre hätten ereignen dürfen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Mit Hunden ist es wie mit Kindern. Wo immer man mit ihnen auftaucht, ist man im Nu von einer Expertenrunde umzingelt, die einem ungefragt tausend Ratschläge und Erziehungstipps erteilt, die einander dann noch aufs Schärfste widersprechen. Aber ich bin sicher: Beim Thema Versicherungsschutz für Vierbeiner kann ich mich da ganz entspannt zurücklehnen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-den-hund-gekommen/">Auf den Hund gekommen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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