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	<title>Trump Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ein geeigneter Sündenbock</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2019 05:21:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was die Wachstumsperspektiven betrifft, liest sich der am Freitag publizierte US-Arbeitsmarktbericht großartig – zumindest auf den ersten Blick. Dass die Arbeitslosenquote (3,6 %) im April auf den niedrigsten Stand seit 49 Jahren gefallen ist, klingt wie ein Superlativ. Allerdings mit der Einschränkung, dass die unerwartet niedrige Arbeitslosigkeit...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-geeigneter-suendenbock/">Ein geeigneter Sündenbock</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1190)</strong>             Was die Wachstumsperspektiven betrifft, liest sich der am Freitag publizierte US-Arbeitsmarktbericht großartig – zumindest auf den ersten Blick. Dass die Arbeitslosenquote (3,6 %) im April auf den niedrigsten Stand seit 49 Jahren gefallen ist, klingt wie ein Superlativ. Allerdings mit der Einschränkung, dass die unerwartet niedrige Arbeitslosigkeit mit einem deutlichen Rückgang bei der Zahl der erwerbsfähigen Personen (labor force) einherging. Und auch der Zuwachs an Stellen im Nicht-Agrarbereich scheint mit +263.000 selbst <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-10497" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/06052019.jpg" alt="" width="150" height="469" />optimistische Prognosen übertroffen zu haben. Dabei hätte der Überraschungseffekt eigentlich gar nicht so groß sein dürfen, hatte doch bereits am vergangenen Mittwoch die private Arbeitsmarktagentur ADP mit ihren auffallend guten Zahlen die Vermutung nahegelegt, dass auch das Arbeitsministerium Positives vermelden würde. Aber offensichtlich sahen sich die meisten Analysten nicht genötigt, ihre Prognosen im Vorfeld der Freitagszahlen anzuheben. Oder sie haben wegen des Mai-Feiertages in vielen europäischen Ländern – Japan war ohnehin während der ganzen Woche geschlossen – und der Sitzung der US-Notenbank am selben Tag die guten ADP-Zahlen ganz einfach nicht wahrgenommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Die Arbeitsmarktdaten dürften zwar die Angst vor einer etwaigen Verlangsamung des US-Wachstums beschwichtigt und der abwartenden Haltung der US-Notenbank Recht gegeben haben. Wenn da nicht die Median-Erwartung der Ökonomen bei der Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne leicht enttäuscht worden wäre. Und damit wird auch US-Präsident Donald Trump nicht von seiner Forderung nach Zinssenkungen abrücken. Das machten entsprechende Statements von Vizepräsident Mike Pence und dem ökonomischen Chefberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, am Freitag deutlich, die wegen der schleppenden Inflationsentwicklung von der Notenbank entsprechende Maßnahmen forderten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Auch wenn Trump nun auf die Besetzung zweier offener Sitze im Fed-Vorstand mit seinen Wunschkandidaten Herman Cain und Stephen Moore verzichten muss, bleiben seine Forderungen und Tiraden natürlich bestehen. Diese bauen nicht nur Druck auf die Entscheider im Offenmarktausschuss der Notenbank auf, sondern liefern dem US-Präsidenten eine hervorragende psychologische Ausgangslage. Sollten sich die US-Wirtschaft und Aktienkurse nicht in seinem Sinne entwickeln, hat er – so unsinnig seine Forderungen für viele Kommentatoren klingen mögen – mit der Fed einen geeigneten Sündenbock.</span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">         </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Trumps Strafzoll-Tweet lässt Euro wenig beeindruckt </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen beschloss der Dollar die vergangene Handelswoche gegenüber dem Euro mit einem leichten Minus. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Euro noch nach Publizierung des US-Arbeitsmarktberichts vorübergehend auf den niedrigsten Kurs der Woche zurückgefallen war. Die Erholung zum Handelsschluss zeigt indes zweierlei. Zum einen war der Ausflug des Euro in Richtung Unterseite lediglich auf kurzfristige Engagements zurückzuführen, die letztlich wieder glattgestellt werden mussten. Zum anderen will der Abwärtstrend des Euro (zwischen <strong>1,1270/75</strong> und <strong>1,1045/50</strong>) nicht so recht ins Laufen kommen. Das dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass die für einen Trend notwendigen Schieflagen, vornehmlich von mittelfristig engagierten Akteuren, wahrscheinlich nicht in großem Maße vorhanden sind. Auch die Ankündigung Donald Trumps via Twitter, Sonderzölle auf Einfuhren aus China in die USA von Freitag an zu erheben und die damit möglicherweise völlig zum Stillstand kommenden Handelsgespräche, haben heute früh bislang bei der Gemeinschaftswährung lediglich eine vorübergehende Abwärtsreaktion von 30 Stellen gezeitigt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>In vorauseilendem Gehorsam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 16:03:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war wohl bloß eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland sein Fett von Donald Trump abbekommen sollte. Denn Trumps Chef-Wirtschaftsberater Peter Navarro kanzelte die Deutschen als verantwortlich für den seit längerem niedrigen Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar ab.  Und das auf Kosten der USA und der europäischen Partner! Der Euro sei „grob unterbewertet“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9397 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/02/Senti_01022017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Es war wohl bloß eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland sein Fett von Donald Trump abbekommen sollte. Denn Trumps Chef-Wirtschaftsberater Peter Navarro kanzelte die Deutschen als verantwortlich für den seit längerem niedrigen Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar ab.  Und das auf Kosten der USA und der europäischen Partner! Der Euro sei „grob unterbewertet“ und wirke wie eine „implizite Deutsche Mark“, erklärte der Berater gegenüber der Financial Times.</p>
<p>Natürlich ließ die Reaktion aus Berlin nicht lange auf sich warten, doch scheint fraglich, ob Trump und sein Berater Angela Merkels Einwand, die Europäische Zentralbank sei in ihren Entscheidungen unabhängig, überhaupt zur Kenntnis nehmen. Natürlich hat Deutschland – ebenso wie seine Partner in der Eurozone – vom niedrigen Außenwert des Euro und der Niedrigzinspolitik der EZB profitiert. Aber es gab auch Verlierer. Etwa die Sparer hierzulande.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Überschätzte Wechselkursschwankungen</strong></p>
<p>Allerdings sind es doch gerade die deutschen Vertreter im EZB-Rat, vornehmlich Bundesbankpräsident Weidmann, die sich immer wieder gegen die ultra-lockere Politik der Zentralbank ausgesprochen haben. Und ein Kommentator brachte es gestern auf den Punkt, indem er darauf hinwies, dass die Liste der Länder mit Handelsbilanzdefiziten und -überschüssen während der vergangenen 30 Jahre im großen Ganzen dieselbe geblieben sei, obwohl sich während dieses Zeitraums die Wechselkurse teilweise dramatisch in beide Richtungen bewegt hätten.</p>
<p>Aber wahrscheinlich geht es Donald Trump und seinem Wirtschaftsberater nicht um rationale Argumente. Ganz zu schweigen davon, dass sich jeder Ex- oder Importeur durchaus gegen Wechselkursrisiken absichern kann. Erstaunlich ist jedenfalls, dass der Euro sich gestern daraufhin in vorauseilendem Gehorsam befestigte und auch die Börsianer von deutschen Standardwerten nicht mehr allzu viel wissen wollten. Auf die ursprüngliche Trump-o-phoria ist nun hierzulande Ernüchterung gefolgt, was man auch an der Stimmung der Investoren ablesen kann, die die Börse Frankfurt jeden Mittwoch befragt. Den Kommentar dazu finden Sie übrigens <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Verpuffter-Aufwaertsimpuls-2247077" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span>.</p>
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		<title>Welt ohne Normen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2017 09:27:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Normen]]></category>
		<category><![CDATA[Trump]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Donald Trump ist noch keine zwei Wochen im Amt, und schon scheint die Welt wie auf den Kopf gestellt zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hat uns der neue US-Präsident vorgeführt, dass es eine neue Unordnung gibt. Aber nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika, sondern in vielen anderen Bereichen der Welt verschieben sich derzeit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9391 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Fotolia_124957885_S-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Fotolia_124957885_S-300x201.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Fotolia_124957885_S-768x516.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/01/Fotolia_124957885_S.jpg 846w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Donald Trump ist noch keine zwei Wochen im Amt, und schon scheint die Welt wie auf den Kopf gestellt zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hat uns der neue US-Präsident vorgeführt, dass es eine neue Unordnung gibt. Aber nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika, sondern in vielen anderen Bereichen der Welt verschieben sich derzeit die gesellschaftspolitischen Normen. Und das nicht, wie ich vor einigen Wochen (<a href="http://joachim-goldberg.com/2016/11/14/trump-and-the-new-normal/" target="_blank"><strong>HIER</strong></a>) noch annahm, langsam und peu à peu, damit wir uns schleichend daran gewöhnen können und sich der Bezugspunkt dessen, was gemeinhin als gesellschaftlich akzeptabel gilt, unmerklich immer mehr verschiebt. Stattdessen hat sich der Maßstab für die Wahrnehmung dessen, was in unseren Augen als ethisch oder politisch korrekt gilt, nicht langsam verändert, sondern scheint zeitweise sogar schon völlig verschwunden zu sein.</p>
<p>Die einen sind schockiert, wenn nicht sogar paralysiert, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass Trump seine extremen Ansichten, die er im Wahlkampf vertrat, tatsächlich auch umsetzen würde. Längst geht es nicht mehr nur um die Diffamierung von Behinderten und Frauen, um die Ausgrenzung von Muslimen, Schwarzen und anderen ethnischen Gruppen, die Ablehnung von Homosexuellen und Abtreibungsbefürwortern, sondern um nichts Geringeres als die Abschaffung der Gleichheit vor dem Gesetz, der Pressefreiheit, der Menschenrechte und allem, was nach unserem Verständnis die westlichen Demokratien ausmacht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wahlversprechen erfüllt</strong></p>
<p>Längst wird nicht mehr zurückgerudert oder relativiert. Vielmehr hat es den Anschein, als müsste die US-Gesellschaft die neuen Regeln exakt so hinnehmen, wie sie gemeint waren. Hierzulande wenden sich zwar viele Menschen von Donald Trump ab, weil er für die Folter eingetreten ist. Waterboarding gutzuheißen, das geht vielen doch entschieden zu weit. Interessanterweise sind dies aber manchmal dieselben Leute, die mehr oder weniger offen den Hut vor Donald Trump ziehen, weil er (im Gegensatz zu den etablierten Politikern und Parteien) seine Wahlversprechen 100prozentig erfüllt. Auch wenn diese Vorsätze noch so irrsinnig gewesen sein mögen. Hauptsache: erfüllt. Wer sich an seine Versprechen und Zusagen hält, gilt als edel.</p>
<p>Und wenn die Trump‘schen Dekrete bei dem einen oder anderen doch Zweifel und Widersprüche auslösen sollten, beruhigt man sich mancherorts schnell mit positiven Argumenten. Trump habe eine große Vision, etwa den Schulterschluss mit Russland. Das kann nur gut für den Weltfrieden sein.</p>
<p>„Regt Euch doch nicht auf!“, sagen andere. Trump werde schon bald an seine Grenzen stoßen, wenn er erst einmal von seiner eigenen Partei zurückgepfiffen wird. Wo sind eigentlich die Demokraten? In meiner Wahrnehmung wirkten sie bis vor kurzem wie vom Erdboden verschluckt. Immerhin wird protestiert. In der ganzen Welt und innerhalb kürzester Zeit kamen etwa mehr als 4 Millionen Unterschriften online zusammen, um Trump verbal in seine Schranken zu weisen.</p>
<p>Aber dann muss ich wieder lesen, dass der Widerstand in den USA gegen Donald Trump gar nicht originär von Menschen kommt, die ihre bürgerlichen Grundrechte wahrnehmen wollen, sondern dass der Aufstand von steinreichen Persönlichkeiten bezahlt worden sein soll, die immer gerne für Unruhe sorgen. Und deswegen sei der Widerstand auch nichts wert. Eigentlich gebe es ihn gar nicht.</p>
<p>Donald Trumps Botschaft könnte allerdings auch noch anders verstanden werden. Denn wenn es ihm dem Anschein nach mühelos gelingt, in einem Land, das als Wegbereiter von Demokratie und Menschenrechten gilt, innerhalb kürzester Zeit alle Werte der Humanität und Meinungsfreiheit außer Kraft zu setzen, dann muss das doch wie Musik in den Ohren aller selbsternannten Autokraten klingen.</p>
<p>Ist von nun an alles erlaubt?</p>
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		<title>Fette Weihnachtsfeier</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2016 22:07:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bofa Merrill Lynch Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich sagte mir ein Mitstreiter, wenn in vier Jahren die erste Amtszeit Donald Trumps vorbei sei, würden in den USA einige Wenige um ein Vielfaches reicher sein als heute. Und die große Masse, die sich von der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten eine bessere Zukunft und mehr Gerechtigkeit versprochen hat, dürfte dann insgesamt noch schlechter [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fette-weihnachtsfeier/">Fette Weihnachtsfeier</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9336 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/12/Senti_14122016-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Neulich sagte mir ein Mitstreiter, wenn in vier Jahren die erste Amtszeit Donald Trumps vorbei sei, würden in den USA einige Wenige um ein Vielfaches reicher sein als heute. Und die große Masse, die sich von der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten eine bessere Zukunft und mehr Gerechtigkeit versprochen hat, dürfte dann insgesamt noch schlechter als heute dastehen. Mit anderen Worten: Die Ungleichheit, die während der vergangenen Jahre einem vielerorts verhassten Establishment zugeschrieben wurde, wird sich noch verschärfen. Auch wird es in einigen Monaten wahrscheinlich kaum jemanden mehr interessieren, ob die US-Wahlen möglicherweise durch russische Hacker beeinflusst wurden. Nicht nur, weil wir uns an diese Diskussion gewöhnt haben werden, sondern weil uns gerade das Beispiel Trump wieder einmal zeigt: „The winner takes it all“. Und es soll hinterher niemand sagen, der designierte Präsident sei bezüglich dieses Credos unehrlich gewesen.</p>
<p>Jenem Motto scheinen sich auch die internationalen Investoren verschrieben zu haben. Gemessen an deren Euphorie und an der Entwicklung der US-Aktienmärkte, scheint der designierte US-Präsident Trump geradezu als Heilsbringer gefeiert zu werden. Deswegen gibt es auch keine weiteren Fragen. Hatte man vor dem Wahltag im vergangenen November eine Wahl Donald Trumps als möglicherweise hohes Risiko für die Finanzmärkte eingestuft, ist von dieser Befürchtung nunmehr nicht mehr viel zu spüren. So zeigt etwa die jüngste Fondsmanager-Umfrage von BofA Merrill Lynch, dass nicht nur per Saldo 57 Prozent der Befragten auf Sicht von einem Jahr mit einem stärkeren globalen Wachstum rechnen. Vielmehr glaubt ein fast genauso hoher Anteil – es handelt sich um den höchsten seit sechseinhalb Jahren – an rosige Aussichten für Unternehmensgewinne. Überdies zeigt die Umfrage, dass sich die Finanzmärkte auf eine fiskalpolitische Lockerung in den USA vorbereiten. Dies schlägt sich vornehmlich in den Aktienkursen nieder, und weil viele Akteure ausgesprochen bullish gestimmt und entsprechend positioniert sind, wird etwa das Risiko eines Handelskriegs – es scheint als Einzelrisiko in der Umfrage keine Rolle mehr zu spielen – offenbar ausgeblendet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aber ohne Europa</strong></p>
<p>Leider zeigt die Fondsmanager-Umfrage auch etwas Anderes: Europa wird von all der positiven Stimmung am Ende nicht allzu viel abbekommen. Denn per Saldo hat sich ein Prozent der Vermögensverwalter dafür entschieden, den Anteil europäischer Aktien in den Portfolien unterzugewichten – im Vormonat ergab sich diesbezüglich noch eine Übergewichtung von 8 Prozent. Diese Aversion wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass die Befragten als höchstes Extremrisiko ein Zerbrechen der EU oder einen Bankenausfall in einem der EU-Länder angeführt haben. Damit hat sich auch meine Annahme bestätigt, dass sich der jüngste Aufwärtstrend im hiesigen Markt nicht auf langfristige Nachfrage durch ausländisches Kapital stützen kann.</p>
<p>Dennoch hat sich der zum Teil auch jahreszeitbedingte Kaufrausch im deutschen Aktienmarkt zu einer Jahresendrallye entwickelt, was sich in der heutigen Stimmungserhebung der Börse Frankfurt niederschlägt, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Sicherheit-geht-vor-2235992" target="_blank"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> kommentiert habe: Es hat eine Überraschung gegeben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fette-weihnachtsfeier/">Fette Weihnachtsfeier</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Trump-o-logy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2016 14:55:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Phänomen Donald Trump beherrscht auch zwei Wochen nach der Wahl die Schlagzeilen in den Medien ebenso wie die Finanzmärkte. Dabei fällt auf, dass die Wall Street einerseits eine ausgelassene Trump-Party feiert (Börsenzeitung) und dem US-Aktienmarkt vor lauter Euphorie gestern im morgendlichen Newsletter des Handelsblatts gar ein 15-prozentiger Anstieg seit dem Wahltag bescheinigt wurde, den [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/trump-o-logy/">Trump-o-logy</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9300 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Senti_23112016-300x114.jpg" alt="senti_23112016" width="300" height="114" />Das Phänomen Donald Trump beherrscht auch zwei Wochen nach der Wahl die Schlagzeilen in den Medien ebenso wie die Finanzmärkte. Dabei fällt auf, dass die Wall Street einerseits eine ausgelassene Trump-Party feiert (Börsenzeitung) und dem US-Aktienmarkt vor lauter Euphorie gestern im morgendlichen Newsletter des Handelsblatts gar ein 15-prozentiger Anstieg seit dem Wahltag bescheinigt wurde, den ich in dieser Größenordnung offenbar verpasst haben muss.</p>
<p>Andererseits wird dem hiesigen DAX offenbar eine Konsolidierungszone zum Verhängnis, aus der er trotz aller Jubelrufe aus den USA bislang nicht nach oben ausbrechen möchte. „Langsam wird es peinlich“, konstatierte etwa ard.boerse.de diesbezüglich online. Dabei haben sich im Vergleich zum S&amp;P 500 sowohl der EURO STOXX 50 als auch der DAX gemessen an den Monatstiefs kurz vor oder nach dem Wahltag bislang nicht schlechter geschlagen. Aber ein 6-prozentiger Kursanstieg innerhalb einer sehr breiten, seit Wochen anhaltenden Konsolidierung klingt fast schon etwas langweilig. Dies scheinen die von der Börse Frankfurt allwöchentlich befragten Akteure aber immer noch positiv zu sehen – meinen Kommentar dazu können Sie dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Party-ohne-Musik-1654404" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> abrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Videobotschaft</strong></p>
<p>Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum ausgerechnet Europa bzw. Deutschland von einem Wahlsieg Donald Trumps profitieren sollten. Denn trotz aller geplanten fiskalpolitischen Maßnahmen des designierten US-Präsidenten, sollte man selbst angesichts eines damit verbundenen Aufwärtstrends des US-Dollar und den damit möglicherweise erwarteten steigenden Erlösen für die europäische Exportwirtschaft nie vergessen: Amerika comes first. Und im Zweifel müssen andere [angesichts möglicherweise drohender Handelsbarrieren] aus den USA draußen bleiben.</p>
<p>Jetzt werden mir gleich wieder einige sagen, ich solle doch nicht so pessimistisch sein, denn auch Donald Trump sei doch bereits dabei, zurück zu rudern. Tatsächlich hatte dieser gestern in einer Videobotschaft die Prioritäten für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit dargestellt. Kommentatoren mögen darin nichts Überraschendes gefunden haben und sogar darauf verweisen, dass es wichtiger sei, darauf zu achten, worauf Trump in seiner Botschaft <strong><em>nicht</em> </strong>eingegangen sei. Mag sein, dass in dem etwa zwei-minütigen Videoclip nicht mehr die Rede von einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ist. Auch dass die im Wahlkampf angekündigte Abschaffung von „Obamacare“ nicht mit einem Wort erwähnt wurde. Ganz zu schweigen von anderen von vielen als radikal empfundenen Maßnahmen. Kein Waterboarding also?</p>
<p>Dass all dies keine Erwähnung gefunden hat, heißt nicht, dass es nicht kommt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Rabatte und Mentale Konten wirken </strong></p>
<p>Ich höre schon wieder die Stimmen, die mir weismachen wollen, dass der Mann eigentlich gar nicht so schlimm sei. Dies mag, gemessen an den durch den Wahlkampf extrem gesetzten Referenzpunkten, sogar eine relative Verbesserung sein. Nein, Donald Trump verkauft uns nicht die nackte Wahrheit, sondern eine extreme Vision, reduziert um einen kleinen Rabatt, aber am Ende mit dem gleichen Ergebnis. Genau so, wie man eben einen Gebrauchtwagen verkaufen muss.</p>
<p>Die mentale Kontoführung sorgt dafür, dass wir den Rabatt aus einem überhöhten Verkaufspreis separat und deshalb wie einen Gewinn wahrnehmen. Genauso verhält es sich mit der Einladung der Chefs der wichtigsten Nachrichtensender von Trumps Gnaden am Montag, der bei dieser Gelegenheit seinen Gästen dem Vernehmen nach, obwohl „off the records“, der Lüge bezichtigte und so richtig den Kopf gewaschen haben soll, nur um einem seiner offenkundigen Gegner einen Tag später zu bedeuten, dass er doch alle ganz lieb habe und seine journalistischen Gäste ein großartiges Juwel für Amerika, ja, die ganze Welt seien.</p>
<p>Soll doch da noch jemand von einer bevorstehenden Einschränkung der Pressefreiheit fabulieren. Ich ziehe es jedenfalls vor, statt mich mit diesen Spiegelfechtereien zu beruhigen, mich nicht auf das zu konzentrieren, was Trump sagt, sondern darauf, was er tut. Und da muss man sich nur die von ihm geplante Besetzung der Schlüsselpositionen seiner Regierung ansehen, um zu begreifen, was in den USA trotz anderslautender Beteuerungen zu erwarten ist.</p>
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		<title>Wochenausblick vom 16. November</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2016 11:26:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DZ BANK]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigmenwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Trump]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl ein künftiger US-Präsident namens Trump an den Finanzmärkten ursprünglich als Unsicherheitsfaktor eingestuft wurde, scheinen sich nicht nur die Analysten seit einigen Tagen in einer völlig neuen Welt zu befinden. Für viele Ökonomen, die weder Trumps Sieg noch eine stärkere Veränderung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollar, vor dem Wahltag auf der Agenda hatten, ist nun [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl ein künftiger US-Präsident namens Trump an den Finanzmärkten ursprünglich als Unsicherheitsfaktor eingestuft wurde, scheinen sich nicht nur die Analysten seit einigen Tagen in einer völlig neuen Welt zu befinden. Für viele Ökonomen, die weder Trumps Sieg noch eine stärkere Veränderung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollar, vor dem Wahltag auf der Agenda hatten, ist nun scheinbar vieles ganz klar und offensichtlich. Lesen Sie  <a href="https://www.dzbank-derivate.de/news/index/editorial/id/568107d84b0491e23f47560618bfbdaf066ed8bc/format/html" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> weiter im neuesten Wochenausblick, Weekly: Der Faktor Mensch, den ich für die DZ Bank erstellt habe. Thema:<em> Mit neuem Präsidenten tritt ein Paradigmenwechsel ein.</em></p>
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		<title>Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 15:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/trump-and-the-new-normal/">Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9275 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg" alt="ankerhirn" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2.jpg 810w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Selten hat eine Präsidentschaftswahl in den USA die westlichen Gesellschaften so gespalten. Und auch knapp eine Woche nach der Wahl scheinen sich viele Menschen noch nicht an deren Ergebnis gewöhnt zu haben. Vor allem, weil sich die Umfrageinstitute in dramatischer Weise geirrt haben. Und es scheint fast so, als ob die Angst, womöglich nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, sogar dazu geführt hat, dass viele Wähler bei Umfragen nicht aufrichtig geantwortet haben, aus Angst vor einer möglichen Isolation, wenn sie zu Kandidaten oder Parteien tendierten, die von den Medien und der offiziell vorherrschenden Meinung abwichen. Auch hierzulande galt es bis vor kurzem noch als schick, offiziell den designierten US-Präsidenten Donald Trump abzulehnen, weil er Standpunkte vertritt, die bislang gesellschaftlich als kaum akzeptabel galten.</p>
<p>Das hat sich nun geändert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Reset der Normen</strong></p>
<p>Genauso wie die anonyme Masse der US-Amerikaner, die vorgeblich Trump abgelehnt hatte, plötzlich zu einer Mehrheit von Trump-Anhängern mutierte, scheinen dessen Ideen auch hierzulande bei immer mehr Menschen auf Gegenliebe zu stoßen. Und wenn EU-Parlamentspräsident Martin Schulz jetzt fordert, dem designierten US-Präsidenten offen zu begegnen und praktisch von vorne anzufangen, indem beide Seiten „auf Null schalten“ und sich gegenseitig eine Chance geben, kann man dies einerseits natürlich als Zeichen des Respekts vor dem US-Wahlergebnis deuten. Zum anderen könnte sich in dieser Aufforderung zu einem Reset aber auch die unbewusste Änderung eines gesellschaftlichen Bezugspunkts dessen, was gemeinhin als akzeptabel gilt, andeuten. Gewissermaßen eine Verschiebung des Maßstabs für die Wahrnehmung dessen, was ethisch oder politisch korrekt ist, mithin eine klammheimliche Veränderung von gesellschaftlichen Normen und Referenzpunkten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Von extremen Ankern…</strong></p>
<p>Donald Trump und möglicherweise auch seine Berater haben es aus verhaltensorientierter Sicht geradezu meisterlich verstanden, den Bezugspunkt für soziale Normen zu verschieben. Es ist natürlich nicht erwiesen, dass sich Trump tatsächlich bewusst der Methode des Verankerns (Anchoring) aus der Verhaltensökonomik bedient hat. Aber mit seinen extremen Ansichten, die er im Wahlkampf vertrat, hat dies bei den Wählern zu genau einem solchen Effekt geführt. Ursprünglich wollte Trump 11 Millionen illegale Einwanderer ausweisen, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen, die Gesundheitsreform Obamacare abschaffen, Hillary Clinton ins Gefängnis stecken und alles, was nach Establishment aussieht, am liebsten aus der US-Gesellschaft verbannen. Mit der Diffamierung von Behinderten und Frauen, der Ausgrenzung von Hispanics, Schwarzen und anderen ethnischen Gruppen, der Ablehnung von Homosexuellen und Abtreibungsbefürwortern vertrat der designierte US-Präsident im Wahlkampf Extrempositionen, die weit jenseits des politisch Korrekten anzusiedeln sind. Schlechthin eine Absage an Gleichberechtigung, an eine multikulturelle Gesellschaft, an die Globalisierung, an alles Liberale und Intellektuelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>…zu neuen Bezugspunkten </strong></p>
<p>Mit diesen Extrempositionen wurden zunächst Anker, das heißt neue, für viele Menschen längst nicht mehr akzeptable Bezugspunkte, gesetzt. Und diese haben sie im Hinterkopf behalten, weshalb sie weiterhin eine ganz wichtige Rolle spielen, als Donald Trump nach seiner Wahl mit einem Male einige dieser Extrempositionen korrigierte. Plötzlich beabsichtigt er, „nur“ 3 Millionen Illegale auszuweisen, auch fordert er heute das Ende der Gewalt gegen Minderheiten, die nach Barack Obama benannte Gesundheitsreform wird teilweise beibehalten und selbst über eine strafrechtliche Verfolgung seiner Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton wegen der E-Mail-Affäre will er noch einmal nachdenken. Im Lichte der im Wahlkampf vertretenen Extrempositionen wirkt dieses Zurückrudern oder Relativieren wie Balsam auf die Seelen derjenigen, die sich zuvor noch durch Donald Trumps Äußerungen verletzt und gekränkt fühlten. Mit anderen Worten: Für all diejenigen, die Trump nicht gewählt haben, ist diese Korrektur vormaliger Extrempositionen nichts anderes als ein relativer Gewinn gegenüber vorher Undenkbarem.</p>
<p>Und auch hierzulande sehen sich viele Menschen darin bestätigt, dass auch im Falle Trumps nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. Mit anderen Worten: Trump und seine sicherlich wegen des Wahlkampfs überzogenen Ansichten seien gar nicht so schlimm und im Grunde habe er in manchen Punkten gar nicht mal Unrecht, räumen einige mittlerweile ein. „Geben wir ihm eine Chance“, fordern daher selbst gemäßigte Zeitgenossen. Immerhin sei er doch demokratisch gewählt, heißt es.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie aus „unmoralisch“ relativ „moralisch“ wird</strong></p>
<p>Anhänger der Verhaltensökonomik, insbesondere der sogenannten Behavioral Ethics, wissen jedoch, dass einmal gesetzte Anker trotz besseren Wissens später nur unzureichend korrigiert werden. Aber es geht um mehr. Es ist nicht nur plötzlich legitim, Donald Trump gut zu finden, sondern auch den damit einhergehenden gesellschaftlichen Kulturwandel. Denn die Wahrnehmung dessen, was bislang als politisch oder ethisch korrekt angesehen wurde, hat sich wegen eben jener Verschiebung des Bezugspunktes zwischen Recht und Unrecht verändert. Genauso wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern relativ zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit den moralischen Werten eines „Gut“ und „Böse“. Denn tatsächlich geht es vor allem darum, besser oder schlechter im Vergleich zu anderen zu sein. Und genauso wie man sich an Gewinne und Verluste gewöhnt, kann sich auch die moralische Bewertung im Laufe der Zeit abschwächen. Vor allem auch, weil diese Trennlinie nach einer Weile infolge von Gewöhnungseffekten noch weiteren Veränderungen unterliegt. Und so werden unter diesen neuen Normen und Bedingungen Menschen Dinge tun, die sie selbst vor ein paar Wochen vielleicht nie für möglich gehalten hätten. Es ist die schleichende Veränderung der Normen und der Bezugspunkte, manchmal allein durch das Fortschreiten der Zeit, wodurch wir alle Gefahr laufen, korrumpiert zu werden und das, was wir vormals <strong>absolut</strong> verabscheut hatten, mit einem Male halbwegs, also <strong>relativ </strong>in Ordnung finden.</p>
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		<title>Einer gewinnt, viele verlieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 17:28:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die USA haben gewählt und nicht nur dortzulande steht vielen Menschen der Schrecken ins Gesicht geschrieben, wenn sie das Ergebnis betrachten: Donald Trump. Mich hat das, offen gesagt (vgl. HIER), nicht überrascht. Selbst die Einstellung möglicher FBI-Ermittlungen gegen Hillary Clinton kurz vor dem Wahltermin hätte daran nichts geändert, denn auch zu Unrecht erhobene Beschuldigungen werden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9263 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Senti_09112016-300x114.jpg" alt="senti_09112016" width="300" height="114" />Die USA haben gewählt und nicht nur dortzulande steht vielen Menschen der Schrecken ins Gesicht geschrieben, wenn sie das Ergebnis betrachten: Donald Trump. Mich hat das, offen gesagt (vgl. <span style="color: #008000;"><strong><a style="color: #008000;" href="http://joachim-goldberg.com/2016/11/02/in-richtung-ungewissheit/" target="_blank">HIER</a></strong></span>), nicht überrascht. Selbst die Einstellung möglicher FBI-Ermittlungen gegen Hillary Clinton kurz vor dem Wahltermin hätte daran nichts geändert, denn auch zu Unrecht erhobene Beschuldigungen werden nie völlig aus der Welt geräumt. Und mich überrascht auch nicht, dass unter den Staatschefs Vladimir Putin einer der Ersten ist, die dem designierten US-Präsidenten gratuliert haben. Auch möchte ich nicht darüber spekulieren, ob dies der Beginn einer neuen wunderbaren Männerfreundschaft ist. Und auch über die Befürchtung, dass wir möglicherweise zurzeit global den Anfang vom Ende der Demokratie als Staatsform erleben, möchte ich momentan nicht nachdenken. Die US-Bürger haben sich jedenfalls entschieden.</p>
<p>Das Gros der Finanzmarktteilnehmer dürfte das Wahlergebnis jedenfalls überrascht haben. Aber man war – ganz im Gegensatz zu den Stunden nach dem Brexit-Votum – dieses Mal vielerorts mit einem ausgeklügelten Plan für den Fall der Fälle gerüstet. In Anlehnung an das Geschehen an den Aktienmärkten nach dem Volksentscheid in Großbritannien, die EU verlassen zu wollen, schien der Gang der jetzigen Ereignisse ganz klar vorgezeichnet. Der DAX würde 10 Prozent fallen, und dann müsste man beherzt zugreifen und Aktien kaufen, so die Strategie. Nun ist das Börsenbarometer in den ersten Stunden des heutigen Handelstages – und auch das überrascht mich nicht – keine 10 Prozent, auch nicht 5 Prozent gefallen, sondern hat sich nach einem nicht einmal 3-prozentigen Kursrutsch bereits wie Phönix aus der Asche wieder nach oben aufgeschwungen. So ist es eben mit den weitverbreiteten Wunschszenarien: Einige Akteure konnten es wieder einmal nicht abwarten und haben vorsichtshalber bereits früher als geplant gekauft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>US-Wahlen haben wenig mit Brexit-Votum gemein</strong></p>
<p>Nun kann man das US-Wahlergebnis nur insofern mit dem Brexit-Votum vergleichen, dass es sich – gemessen an den Umfragen – um eine Überraschung handelt. Die (geld)politischen Implikationen aus beiden Abstimmungen sind dabei völlig unterschiedlich. Während die Bank von England als Folge des Brexit-Votums sowohl den Leitzins senkte, als auch zusätzliche quantitative Lockerungsmaßnahmen durchzog, ist die Geschichte in den USA eine andere. Möglich, dass die für Dezember erwartete Zinserhöhung der US-Notenbank aufgrund von den Finanzmarktteilnehmern wahrgenommenen ökonomischen Unsicherheiten infolge der Trump-Wahl verschoben wird. Aber letztlich ergibt sich im Gegensatz zu Großbritannien, wo sich die Börsen unter anderem auch in Erwartung von Zentralbankmaßnahmen nach dem Brexit-Votum deutlich befestigten, kein derartiger Impuls für den US-Aktienmarkt.</p>
<p>Betrachtet man hingegen die heutige Stimmungserhebung der Börse Frankfurt, die ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Wenn-alle-billig-einsteigen-wollen%e2%80%a6-1651327" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> kommentiert habe, zeigt sich vor allen Dingen bei den Privatanlegern ein überraschend hoher Optimismus (Jahreshoch). Ganz im Gegensatz zu den institutionellen Marktteilnehmern, die offenbar einen anderen Weg eingeschlagen haben.</p>
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