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	<title>Trends Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Hoffen und Warten auf (große) Rücksetzer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 05:01:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das hat man davon, wenn man zwei Tage aussetzt, dachte ich mir am Montagmorgen. Ich wollte mir, sozusagen als Auszeit, nur ein verlängertes Wochenende gönnen, konnte aber dann doch nicht davon ablassen, immer mal wieder einen Blick auf meinen Kurs-Bildschirm zu riskieren: Tatsächlich hatte der Euro gegenüber dem US-Dollar am Montag den besten Tag seit dem 30. Juni. Kaum aber saß ich gestern Abend wieder an meinem Schreibtisch, schien sich alles beruhigt zu haben. Auch die extreme Gold-Bewegung, die gegenüber dem US-Dollar gestern immerhin eine Spanne von fast 4 Prozent (und ein neues Allzeithoch) produzierte, hinterließ am Ende nur einen vergleichsweise überschaubaren Tagesprofit. Und der Euro? Es war der erste kleine Tagesverlust seit sieben Handelstagen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1730)</strong>             Das hat man davon, wenn man zwei Tage aussetzt, dachte ich mir am Montagmorgen. Ich wollte mir, sozusagen als Auszeit, nur ein verlängertes Wochenende gönnen, konnte aber dann doch nicht davon ablassen, immer mal wieder einen Blick auf meinen Kurs-Bildschirm zu riskieren: Tatsächlich hatte der Euro gegenüber dem US-Dollar am Montag den besten Tag seit dem 30. Juni.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12312" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/29072020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/29072020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/07/29072020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zeit zum Atem holen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kaum aber saß ich gestern Abend wieder an meinem Schreibtisch, schien sich alles beruhigt zu haben. Auch die extreme Gold-Bewegung, die gegenüber dem US-Dollar gestern immerhin eine Spanne von fast 4 Prozent (und ein neues Allzeithoch) produzierte, hinterließ am Ende nur einen vergleichsweise überschaubaren Tagesprofit.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und der Euro? Es war der erste kleine Tagesverlust seit sieben Handelstagen ununterbrochenen Anstiegs. Nein, der Gemeinschaftswährung ist nicht wirklich die Luft ausgegangen, aber Großereignisse stünden in dieser Woche noch bevor, war als Begründung für die fast schon als lustlos zu bezeichnende Handelssitzung zu hören. Ähnliches galt auch für die hiesigen Aktienmärkte, wo seit fünf Handelstagen etwa DAX und Euro Stoxx 50 zwar nicht massiv unter Druck geraten sind, aber auf Basis Schlusskurs jeweils nicht mehr als einen einzigen Zähler Kursgewinn zustande brachten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gesucht: Bestimmte Risikoereignisse</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was alle drei Märkte gemeinsam haben: Viele Akteure warten auf eine viel deutlichere Korrektur, um verpasste Käufe nachzuholen. Aber gute Trends verfügen eben genau über diese Eigenschaft, so schnell zu laufen, dass sich keine richtig günstige Einstiegsmöglichkeit mehr ergibt. Im DAX dürfte die Mehrheit der Akteure immer noch short sein – zumindest, wenn man die Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt aus der vergangenen Woche zugrunde legt. Und bei Gold und Euro ist die Angelegenheit nicht viel anders. So liegt etwa laut unserem Modell, das auf Erkenntnissen der Behavioral Finance beruht, der (wahrgenommene) Einstandspreis der mittelfristig orientierten Marktteilnehmer im Euro bei 1,1375. Das ist der Kurs, zu dem schiefliegende Euro-Shortpositionen zurzeit vermutlich schmerzfrei zurück gedeckt werden könnten. Und so wartet man auf sogenannte Risiko-Ereignisse, die einen solchen Rücksetzer ermöglichen sollen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>FOMC-Sitzung ohne (negative) Überraschung erwartet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eines dieser Risikoereignisse könnte die heute endende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sein. Aber die Fed wird wohl kaum etwas verkünden, was so hawkish ausfällt, dass der Dollar richtig in die Luft schießen würde. Und da es im Offenmarktausschuss derzeit nur geldpolitische Tauben gibt, liegt dieses Risiko praktisch nahe null. Tatsächlich könnte die Fed sogar signalisieren, dass sie möglicherweise im Falle eines Falles ein Überschießen der Inflation tolerieren würde. Gestern bereits verkündete die US-Notenbank, dass sie u. a. die aufgrund der Covid-19-Krise eingerichteten Kreditprogramme um drei Monate bis zum Ende des Jahres verlängern werde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch von den für diese Woche noch anstehenden ökonomischen Daten ist nicht zu erwarten, dass sie eine größere Veränderung der Marktgegebenheiten bewirken könnten. Denn wen interessiert es, wie stark die Abweichung von der Medianprognose der Ökonomen für die erste US-Wachstumsschätzung des zweiten Quartals am Donnerstag tatsächlich ist?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Kongress: Mindestens Teileinigung? </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wäre da noch das dritte, zurzeit von den Finanzmarktakteuren wahrgenommene Risiko: Der Kongress einigt sich in dieser Woche nicht mehr auf ein neues CoronaHilfsprogramm und der damit einhergehenden Verlängerung der staatlichen Arbeitslosenhilfen über den 31. Juli hinaus. Natürlich ist der jüngste Vorschlag der Republikaner mit Ach und Krach zustande gekommen, weil man sich sogar in den eigenen Reihen nicht einig war. Und die Vorstellungen der Demokraten für ein weiteres Hilfsprogramm liegen deutlich höher als bei einer 1 Billion USD. Auch wenn dem Kongress die Zeit davonläuft, kann ich mir trotzdem gut vorstellen, dass zumindest ein Teilabkommen noch rechtzeitig zustande kommen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Für den US-Dollar werden daher mögliche Auslöser für eine Erholung wohl keine große Wirkung entfalten, während der kurzfristige Euro-Aufwärtstrend (Potenzial bis <strong>1,1850/55</strong>, darüber auch <strong>1,2020</strong>) oberhalb von <strong>1,1590</strong> in seiner steilen Version intakt bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Trotz Farbfernsehen und HD: Viele bevorzugen schwarz-weiß</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2014 08:42:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang des Monats habe ich mich mit Frank Meyer, Börsen-Moderator von n-tv und Herausgeber der Metallwoche, in einem Frankfurter Park getroffen, abseits der Börse in der Nähe eines großen Springbrunnens. Die erste Assoziation die man dann hat, mögen sprudelnde Geldquellen sein, aber wir haben uns eigentlich weniger über dieses Thema unterhalten, sondern vor allen Dingen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang des Monats habe ich mich mit Frank Meyer, Börsen-Moderator von n-tv und Herausgeber der Metallwoche, in einem Frankfurter Park getroffen, abseits der Börse in der Nähe eines großen Springbrunnens. Die erste Assoziation die man dann hat, mögen sprudelnde Geldquellen sein, aber wir haben uns eigentlich weniger über dieses Thema unterhalten, sondern vor allen Dingen über ein paar interessante Beobachtungen am Finanzplatz Frankfurt und den derzeitigen Trend, alles nur noch in schwarz und weiß zu denken und auszudrücken. Zwischentöne herauszufinden erfordert Zeit und Geld und vor allen Dingen eine Menge Arbeit. Und manchmal auch den guten Willen, sich in andere hineindenken zu können. Im einem zweiten Teil dieses Gesprächs, das Sie <strong><a href="http://www.metallwoche.de/joachim-goldberg-auf-der-metallwoche-raus-aus-der-schwarz-weiss-denke/">hier</a></strong> abrufen können, geht es dann über die Psychologie der „Goldbugs“ und den langfristigen Trend des gelben Metalls.</p>
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		<title>Chinesische Goldnachfrage und andere gebrochene Trends</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2014 07:34:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eines der Kaufargumente für Gold sei die gute chinesische Nachfrage, ist immer wieder zu hören. Vor allen Dingen an schwachen Tagen im Goldmarkt. Dass dies zumindest nicht für die private Nachfrage gilt, kann man dem jüngsten Hurun-Report, der wohl größten und umfassendsten Konsumenten-Umfrage unter den Reichen Chinas entnehmen. Da wurden nämlich 393 sehr wohlhabende Festland-Chinesen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der Kaufargumente für Gold sei die gute chinesische Nachfrage, ist immer wieder zu hören. Vor allen Dingen an schwachen Tagen im Goldmarkt. Dass dies zumindest nicht für die private Nachfrage gilt, kann man dem jüngsten Hurun-Report, der wohl größten und umfassendsten Konsumenten-Umfrage unter den Reichen Chinas entnehmen. <span id="more-6861"></span>Da wurden nämlich 393 sehr wohlhabende Festland-Chinesen mit einem Vermögen von mindestens 10 Millionen Yuan, also umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro, interviewt inklusive 41 Superreicher, zu denen man ab einem Mindestvermögen von umgerechnet jeweils 12 Millionen Euro zählt.</p>
<p>Dabei stellte sich heraus, dass die Reichen Chinas im vergangenen Jahr ihr Ausgabeverhalten drastisch verändert haben. Denn durchschnittlich gab dieser Personenkreis im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent weniger Geld für Luxusgüter aus, wobei die Ausgaben für Geschenke sogar um 25 Prozent zurückgingen. Selbst zum kommenden chinesischen Neujahrsfest in knapp zwei Wochen will man sich deutlich bescheidener als im Vorjahr zeigen. Eine Zurückhaltung, die möglicherweise auf die Anti-Korruptionsmaßnahmen der Regierung, aber auch auf eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zurückzuführen sein könnte, so der Autor der Studie. Bezeichnenderweise sind ausgerechnet Schweizer Uhren von dieser neuen Sparsamkeit besonders betroffen. Offensichtlich bevorzugen die Reichen des Landes nun weniger Auffälliges, so dass im Jahre 2013 zum ersten Mal heimische Gemälde beliebter als die Zeitmesser waren.</p>
<p>Auch wenn Juwelen bei den Geschenken für Frauen immer noch an erster Stelle stehen, waren Immobilien im Jahre 2013 das Investment der Wahl, gefolgt von Aktien, wobei die Superreichen letztere zunehmend mieden und stärker Kunst und Alternative Investments als Anlageobjekte suchten. Goldkäufe fielen hingegen gegenüber dem Vorjahr sogar um 6 Prozent.</p>
<p>Die größten Geschenke macht jedoch derzeit immer noch der DAX hierzulande denjenigen, die auf der Kaufseite engagiert sind. Wahrscheinlich war dies auch der Grund, warum mich Frank Meyer gestern zu einem seiner Interviews bei der n-tv Telebörse– verbunden mit der Frage, wann denn ein Trend breche – einlud. Das Video können Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/n-tv_mediathek_videos_wirtschaf/Ein-Trend-haelt-an-bis-er-bricht-article12093691.html">hier</a></span> abrufen.</p>
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		<title>Münzen-Manie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 09:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit wurde [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/muenzen-manie/">Münzen-Manie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um ein Haar hätte es auch mich erwischt. So wollte ich am vergangenen Donnerstag tatsächlich mein Konto bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox aktivieren, um mir endlich selbst ein paar Bitcoins zu kaufen. Dummerweise hatte ich jedoch meinen Personalausweis nicht zur Hand, den ich dafür einscannen und an Mt. Gox hätte schicken müssen. Zu jener Zeit<span id="more-6699"></span> wurde die virtuelle Währung bei 220 US-Dollar  gehandelt und jetzt, während ich dies hier schreibe, liegt deren Wert bereits bei knapp 400 Dollar! Nein, ich schwöre, dass ich mich nicht darüber geärgert habe, diese Aufwärtsbewegung verpasst zu haben. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich meinem ersten Kaufdrang nicht nachgegeben, sondern mich stattdessen an meine mir vor vielen Jahren selbst auferlegte Regel gehalten habe, die da lautet: „Schlafe mindestens eine Nacht darüber, bevor Du Dich für ein Investment in einer Anlageklasse, in der Du Dich nicht wirklich auskennst, entscheidest!“</p>
<p>Dann deutete auch mein Freund und Kompagnon Herman an, dass es für einen Einstieg noch längst nicht zu spät sei. Und ein Bekannter, den ich während der Gold-Haussezeiten von 2010 und 2011 ins Herz geschlossen hatte, raunte mir verschwörerisch ins Ohr, dass man bei den Bitcoins einfach dabei sein müsse. Da seien möglicherweise Preise von zwischen fünf und 10.000 Dollar pro „BTC“ drin, meint er, vor allen Dingen wenn die US-Notenbank weiter so viel Geld drucken würde, wie sie dies zurzeit täte. Schon rechnete ich mich reich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bitcoins erreichen „Marktreife“</b></p>
<p>Dann fielen mir aber wieder meine beiden Blogbeiträge vom April (<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wenn-goldbarren-zu-bitcoins-werden/">hier</a> und <a href="http://www.blognition.de/blog/marketing/flucht-von-bitcoins-ins-gold/">hier</a>) ein, in denen ich die Kursentwicklung bei den Bitcoins mit der berüchtigten Tulipmania des 17. Jahrhundert verglich. So hatte sich am 4. April dieses Jahres die virtuelle Währung in weniger als zwei Wochen in ihrem Wert  verdoppelt, um dann allerdings innerhalb von sechs Stunden von 266 auf 105 Dollar herunter zu krachen. So schnell waren noch nicht einmal die Tulpenträume von vor über 300 Jahren verwelkt.</p>
<p>Heute, ein gutes halbes Jahr später, erklärte mir ein Experte, der jüngste Kursanstieg sei doch ein klarer Beweis dafür, dass Bitcoins nun endlich Marktreife erreicht hätten. „Aber nun stell dir einmal vor, wenn erst einmal PayPal Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, wie ich gerüchteweise gehört habe…“, fuhr der Experte fort, „dann wirst du eine wahre Kursrakete sehen.“ Klarer Fall, wenn die breite Masse Bitcoins akzeptiert. Und PayPal könnte dafür ein Indikator sein. Aber, Vorsicht! Dieses Unternehmen wird sich vermutlich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Sofern angediente Bitcoins nicht zur Begleichung einer Rechnung im Internet akzeptiert werden, könnte PayPal aber bei Bedarf den Part eines Geldwechslers von Euro in BTC und umgekehrt spielen. Natürlich gegen stattliche Provisionen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wieder einmal schneller Reichtum für alle?</b></p>
<p>Daraufhin habe ich mir für meinen Teil im Internet die Charts diverser Spekulationsblasen angeschaut. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir erst am Anfang eines neuen Trends stehen, der gerade größeres Medieninteresse zu wecken scheint. Das sieht nach einem wunderbaren Eldorado für alle aus, könnte man meinen. Ich höre sie schon jetzt in meinem Ohr, all‘ die sagen- und märchenhaften Erzählungen davon, wie viel einige Leute mit Bitcoins verdient haben, obwohl ich die Funktionsweise und den Sinn dieser virtuellen Währung bis heute nicht richtig durchschaue.</p>
<p>Woher rührt die Faszination für dieses unsichtbare Geld, wo doch die meisten Menschen keine abstrakten Dinge mögen? Aber Bitcoin, das klingt nach harter Währung, das hat etwas von „in eine Münze  beißen“ (to bit[e in a ]coin) – hat man früher nicht so auch Goldmünzen geprüft? Da kommt einiges an psychologischen Momenten und Fallen zusammen. Die vermeintlich leichte Vorstellbarkeit einer abstrakten Währung. Oder geht es darum, im Trend zu liegen, weil Bitcoins so zukunftsweisend wirken und womöglich noch zum Statussymbol werden? Auch Neid mag dabei eine Rolle spielen, die Angst, mit dem Nachbarn nicht mithalten zu können, wenn der in großer Runde mit seinen Bitcoin-Gewinnen prahlt. Oder ist es wieder einmal der alte, nie ausgeträumte Traum, innerhalb kürzester Zeit steinreich zu werden? Das alles sind nur allzu menschliche Motive.</p>
<p>Aber erst hinterher werden wir wissen, ob wir tatsächlich reicher geworden sind. Und sei es nur um eine weitere Erfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Gerade erfuhr ich, dass eine chinesische Bitcoin-Plattform, die 1.000 Kundenkonten im Gegenwert von 4,1 Millionen US-Dollar unterhielt, sang- und klanglos „offline“ gegangen sein soll.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Herdenverhalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 11:05:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Häufig, wenn ich zum Thema Behavioral Finance interviewt werde, kommt früher oder später das Gespräch auf Herdenverhalten. Mag sein, dass man gerne über diesen Begriff spricht, weil er so lebhafte und plastische Vorstellungen weckt. Denn unwillkürlich denkt man an eine blökende Schafherde – ein Bild, das gerne verwendet wird, um Irrationalität und Blasenbildung in den Finanzmärkten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/herdenverhalten/">Herdenverhalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Häufig, wenn ich zum Thema Behavioral Finance interviewt werde, kommt früher oder später das Gespräch auf Herdenverhalten. Mag sein, dass man gerne über diesen Begriff spricht, weil er so lebhafte und plastische Vorstellungen weckt. Denn unwillkürlich denkt man an eine blökende Schafherde –<span id="more-985"></span> ein Bild, das gerne verwendet wird, um Irrationalität und Blasenbildung in den Finanzmärkten zu illustrieren. So malt man sich aus, wie in einer solchen Herde plötzlich einer nach dem anderen in eine bestimmte Richtung zu laufen beginnt, ohne sich noch ein eigenes Urteil über die Lage zu bilden. Weshalb für Außenstehende auch leicht der Eindruck entsteht, Herdenverhalten habe etwas Blindes an sich.</p>
<p>Herdenverhalten ist also dumm. Andererseits hat sich unter vielen Analysten die Meinung durchgesetzt, dass es nicht zwangsläufig unvernünftig sein muss, dem Herdentrieb zu folgen. Allerdings nur dann, wenn es einem gelingt, rechtzeitig wieder auszusteigen, bevor die Masse ins Verderben rennt. Das Dumme dabei ist nur, dass sich Herdenverhalten nur schwer messen lässt.</p>
<p>Trotzdem ist es sinnvoll, sich aus psychologischer Sicht mit dem Herdenverhalten etwas näher zu befassen. Denn gerade bei Entscheidungen unter Unsicherheit, wie sie für die Akteure an den Finanzmärkten typisch sind, spielt das so genannte Commitment, die Bindung an die eigene Entscheidung, eine wesentliche Rolle. Jenes steigt nämlich nicht nur, wenn Verluste entstehen, sondern auch wenn man mit seiner Entscheidung von den Normen (seiner Umgebung) abweicht.  Sich einer Norm anzuschließen – und dies muss zunächst gar nicht auf blinde Art und Weise erfolgen – ist für die meisten Menschen, so gesehen, angenehmer. Vor allem, wenn man feststellt, dass diese Normen sowieso den eigenen Wertvorstellungen entsprechen.</p>
<p>Während Normen in der Gesellschaft häufig von der Mehrheit oder von Trends und Moden bestimmt werden, werden sie in den Finanzmärkten durch Meinungen, Analysen und Prognosen bedeutender Experten repräsentiert. Und diesen Normen folgt man vor allen Dingen dann gerne, wenn damit Gewinne für die „Follower“ in Aussicht stehen. Insofern stellt es keine Überraschung dar, wenn Normen das Herdenverhalten von Investoren und Anlegern begünstigen. Zumal das individuelle Kontrollbedürfnis jedes einzelnen Akteurs dafür sorgt, dass man sich in einer Gruppe sicherer fühlt, und das umso mehr, wenn Gleichgesinnte die eigene Entscheidung als richtig bestätigen.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird dabei übersehen, dass der Gewinn des Einzelnen im „Erfolgsfall“ mit jedem zusätzlichen Schaf in der Herde geringer ausfallen wird. Was würden Sie tun, wenn ich Ihnen einen Ort verraten würde, an dem ein Klumpen Gold vergraben wäre? Würden Sie sich einfach teure Schürfwerkzeuge beschaffen, ohne vorher Auskünfte über mich einzuholen? Vermutlich nicht. Und schon gibt es mindestens einen Mitwisser. Und wenn der auch noch weitere Quellen heranzieht, die ihm meine Seriosität bestätigen sollen, dauert es nicht lange, bis sich plötzlich eine ganze Gruppe findet, die sich entschlossen Richtung Goldschatz bewegt. Und auf der Reise dorthin lässt man sich von Händlern, die flugs ihre Stände am Wegesrand errichtet haben, Schaufeln und anderes Gerät verkaufen. Am Ende finden womöglich 1000 Leute einen kleinen Goldklumpen, der für den Einzelnen – sofern überhaupt teilbar – viel zu wenig abwirft, um all die Investments für die Schürfung wieder wettzumachen. Sich bei anderen Finanzmarktteilnehmern Bestätigung für eine wichtige Entscheidung zu holen, lässt uns zwar zunächst ruhiger schlafen. Doch wer das Risiko auf viele Schultern verteilt, für den bleibt auch vom Gewinn nur ein kleines Stückchen übrig – reich wird man dabei also nicht.</p>
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