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	<title>selektives Entscheiden Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Überraschend rational</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2019 05:08:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bemerkenswert ist die Reaktion der Finanzmärkte auf den Drohnenangriff auf saudi-arabische Ölanlagen. Denn die typische Fluchtbewegung in die sogenannten sicheren Häfen hielt sich trotz der unübersichtlichen Lage in Grenzen. Ganz zu schweigen davon, dass noch unklar ist, wie die USA letztlich auf den Drohnenangriff reagieren werden. Gold hat sich allenfalls gegenüber dem Euro deutlich befestigt, aber auch nur wegen dessen schwächerem Wechselkurs gegenüber dem Greenback. Auch die</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1010)</strong>             12 Dollar innerhalb von Sekunden: Zur gestrigen Eröffnung machte der Preis der Öl-Sorte Brent einen Riesensprung gegenüber dem US-Dollar ­– den größten übrigens seit Einführung der Londoner Öl-Futures im Jahre 1988. Und zum Ende der Handelssitzung blieb von diesem temporären Kurssprung von mehr als 19 Prozent noch ein Plus von rund 14 Prozentpunkten übrig. Die Ursache ist bekannt: Der Angriff auf die saudi-arabischen Ölanlagen, der die Ölproduktion des Landes etwa um die Hälfte vernichtete. Für die Rohölmärkte war dies gleichbedeutend mit der schlimmstmöglichen, plötzlichen und einmaligen Unterbrechung des Ölflusses, die es je gegeben hat. Unabhängig davon, wie lange es nun dauern wird, bis die saudi-arabische Ölproduktion wieder vollumfänglich ins Laufen kommt, hat der Drohnenangriff vom vergangenen Samstag gezeigt, wie verwundbar die dortige Infrastruktur gegenüber Angriffen tatsächlich ist. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11085" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/17092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/17092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/17092019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wenig Bewegung in „sichere Häfen“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Umso bemerkenswerter ist die Reaktion der Finanzmärkte auf den Drohnenangriff. Denn die typische Fluchtbewegung in die sogenannten sicheren Häfen hielt sich trotz der völlig unübersichtlichen Lage in Saudi-Arabien in Grenzen. Ganz zu schweigen davon, dass noch unklar ist, wie die USA letztlich auf den Drohnenangriff reagieren werden. Gold hat sich allenfalls gegenüber dem Euro deutlich befestigt, aber auch nur wegen dessen schwächerem Wechselkurs gegenüber dem Greenback. Auch die typischen Fluchtwährungen Schweizer Franken und Yen profitierten gegenüber der Gemeinschaftswährung nur geringfügig. Bemerkenswert auch, dass die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks nur mit relativ geringen Kursrückgängen, unterhalb der Ein-Prozent-Grenze, aufwarteten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die ruhige Hand der Anleger oder selektives Entscheiden?<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Anleger seien erfreulicherweise nicht in Panik verfallen, so ein hiesiger Ölexperte, sondern hätten „vernunftgeleitet“ reagiert. Vielleicht haben die Aktienkurse aber auch deswegen nur so überschaubar reagiert, weil ein großer Teil der mittelfristig orientierten Investoren (vgl. etwa das DAX-Sentiment der Börse Frankfurt <a href="https://www.boerse-frankfurt.de/news/8380f7c0-80f8-45a3-b63e-ef3f0132c7d9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a> vom vergangenen Mittwoch) gar nicht auf der Bullenseite des Marktes engagiert war. <img decoding="async" class="alignright wp-image-11066" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/Senti_11092019.jpg" alt="" width="400" height="153" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/Senti_11092019.jpg 810w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/Senti_11092019-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/Senti_11092019-768x293.jpg 768w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ob die Anleger genauso besonnen reagiert hätten, wenn sie bereits hohe Kursgewinne auf der Uhr gehabt hätten? Dann wäre es höchstwahrscheinlich zu deutlicheren Kursverlusten gekommen, denn angesichts der Nachrichtenlage wären Gewinnmitnahmen folgerichtig und verständlicherweise angezeigt gewesen[1]. Die bislang praktisch ausgebliebene Reaktion der Aktienkurse besagt auf jeden Fall eines: Entweder fehlen die Gewinne (die gesichert werden müssten) oder die richtigen Positionen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese sich im Rahmen bewegenden Reaktionen gab es auch an den US-Anleihemärkten, wo sich die Renditen nur geringfügig zurückbildeten. Indes: Bewegung gab es bei den Fed Funds Futures. Denn die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinssenkung der Fed zum Abschluss der Sitzung des Offenmarktausschusses am morgigen Mittwoch in Höhe von 25 Basispunkten betrug gestern nur noch 64 Prozent (vor einer Woche noch 95 Prozent!); eine 35-prozentige Wahrscheinlichkeit wurde sogar dafür berechnet, dass die US-Notenbank untätig bleiben könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der einzige offensichtliche Leidtragende war gestern der Euro, der im Verhältnis zum US-Dollar zum europäischen Handelsschluss den größten Tagesverlust seit mehr als einem halben Jahr hinnehmen musste. Allerdings befindet sich die Gemeinschaftswährung ohnehin zwischen <strong>1,1115</strong> und <strong>1,0865/70 </strong>in einem kurzfristigen Abwärtstrend, der gestern wie angekündigt wieder stärkeres Momentum aufgenommen hat. Tatsächlich muss die Erholung des Euro vom vergangenen Donnerstag und Freitag im größeren Kontext als Fehlentwicklung („false break“ an der Oberseite) verbucht werden, so dass das Risiko auch in Hinblick auf die US-Notenbanksitzung nunmehr wieder nach unten weist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">[1] Man spricht in diesem Zusammenhang auch von selekitvem Entscheiden</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Goldfinger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 05:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich treibe ich das ganze Jahr über Sport, aber zum Jahresbeginn bin ich immer besonders motiviert. Während ich also neulich im Fitness-Studio auf dem Crosstrainer meine Kondition schwungvoll zu steigern versuchte, richtete sich mein Blick zwangsläufig auf die acht vor mir flimmernden Bildschirme, bis ich mich schließlich für die Nachrichtensendung meines Lieblingssenders n-tv entschied. Normalerweise [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich treibe ich das ganze Jahr über Sport, aber zum Jahresbeginn bin ich immer besonders motiviert. Während ich also neulich im Fitness-Studio auf dem Crosstrainer meine Kondition schwungvoll zu steigern versuchte, richtete sich mein Blick zwangsläufig auf die acht vor mir flimmernden Bildschirme, <span id="more-6847"></span>bis ich mich schließlich für die Nachrichtensendung meines Lieblingssenders n-tv entschied. Normalerweise schaltete ich dann, wenn die anschließende Sendung „n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht“ beginnt, auf ein anderes Programm um. Aber dieses Mal sollte es um das Gold der Milliardäre gehen – anscheinend sind sie die Zielgruppe dieser Sendung. Und angesichts der unübersichtlichen Lage am Goldmarkt konnte ich einfach nicht umhin, mir diesen Beitrag anzusehen. „Gold boomt!“, verkündete, fast schon ein wenig schrill, die Moderatorin Jennifer Knäble. Für mich indes hatte das gelbe Metall während der vergangenen Monate deutlich an Glanz verloren. Umso gespannter war ich auf die weiteren Analysen.</p>
<p>Sogleich wurde den Zuschauern der mir bis dahin unbekannte, vermutlich weil äußerst diskret agierende Hugo Hagen vorgestellt. Er also soll seit 50 Jahren Deutschlands gefragtester Experte in Sachen Gold und angeblich auch Herr über das größte private Goldlager des Landes sein – weshalb er von der Stimme aus dem Off geheimnisvoll als Mr. Goldfinger tituliert wurde. Ja, Gold gilt offenbar immer noch als Geheimtipp unter Superreichen. Zum Beleg wurde dem Zuschauer eine reiche Erbin vorgestellt, die offenbar alles hat – Aktien, Immobilien, Männer –, nur kein Gold.</p>
<p>Nun hätte ich mich riesig gefreut, wenn ich von Mister Goldfinger auch eine Prognose genannt bekommen hätte, aber ein Goldlager, bei dem alle Stahlfächer bis auf eines an Kunden vermietet sind, scheint wohl Beleg genug dafür zu sein, dass es sich beim gelben Metall um ein erfolgreiches Investment handeln muss. Und als Kronzeuge einer möglichen Goldhausse kommentierte die Stimme aus dem Off, wer vor 20 Jahren auf Hugo Hagen gehört habe, habe seinen Einsatz vervielfachen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Nur Champagner</b></p>
<p>Jetzt überfiel mich, der ich meine kompletten Bestände inklusive allem verfügbaren Zahngold bereits im Frühherbst des Jahres 2012 verkauft hatte, fast schon ein wenig Nervosität. Sollte ich jetzt wieder einsteigen? Denn Mr. Goldfingers Empfehlung, etwa 15 bis 20 Prozent des liquiden Vermögens in Edelmetallen anzulegen, war angesichts meines leeren Metalldepots schon so etwas wie eine klare Kaufempfehlung. Wenn er nur nicht gesagt hätte, bei ihm gäbe es auch „Gold to go“ (man kommt mit Geld und nimmt Gold mit), was in mir die Assoziation mit kaltem Kaffee aus Styroporbechern auslöste. Und als dann auch noch die Millionärserbin äußerte, in den Kreisen, in denen sie sich bewege, wäre Gold ein gerngesehenes Mitbringsel , bekam ich zusätzlich ein schlechtes Gewissen, weil ich zur Einladung bei lieben Freunden am selben Abend lediglich eine Flasche Champagner einpacken wollte.</p>
<p>Ich schlenderte in die Umkleidekabine zurück und besann mich unter der Dusche auf zwei wichtige Grundsätze, die ich mir als verhaltensorientierter Analyst immer wieder ganz besonders zu Herzen nehme. Der eine besagt, dass man ein Investment niemals davon abhängig machen soll, ob die vorherige Entscheidung ein Erfolg oder Misserfolg gewesen ist (selektives Entscheiden). Der andere besteht in der Warnung  vor so genannten geheimnisumwitterten Erfolgs-Tipps, vor allem wenn diese im Fernsehen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.</p>
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		<title>Selektives Entscheiden und Kapitulation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 15:44:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Thema Selektives Entscheiden und Kapitulation an Finanzmärkten habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das Sie hier abrufen können. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus (ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV zu sehen) näher beleuchten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/selektives-entscheiden-und-kapitulation/">Selektives Entscheiden und Kapitulation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema <em>Selektives Entscheiden und Kapitulation</em> <em>an Finanzmärkten</em> habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/" target="_blank">Sie hier abrufen können</a>. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/erklaervideos/index.html" target="_blank">(ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV</a> zu sehen) näher beleuchten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/selektives-entscheiden-und-kapitulation/">Selektives Entscheiden und Kapitulation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Verstehen Ökonomen nichts von Wirtschaft?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 06:09:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Kahneman]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Prospect Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Las unlängst in der Wirtschaftswoche den Essay „Ökonomen verstehen nichts von Wirtschaft“ von Dieter Schnaas[1]. Ein provokanter Titel, der sogar meine Zustimmung gefunden hätte, wenn der Autor sich nicht in einem hemmungslosen Rundumschlag versucht hätte, um die Volkswirtschaftslehre aus vielen Blickwinkeln heraus zu diskreditieren. So warf er ihr in seiner Einleitung vor, sie habe sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/verstehen-okonomen-nichts-von-wirtschaft/">Verstehen Ökonomen nichts von Wirtschaft?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Las unlängst in der Wirtschaftswoche den Essay „<em>Ökonomen verstehen nichts von Wirtschaft“ </em>von Dieter Schnaas<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Ein provokanter Titel, der sogar meine Zustimmung gefunden hätte, wenn der Autor sich nicht<span id="more-4953"></span> in einem hemmungslosen Rundumschlag versucht hätte, um die Volkswirtschaftslehre aus vielen Blickwinkeln heraus zu diskreditieren. So warf er ihr in seiner Einleitung vor, sie habe sich zu sehr mit Modellmathematik und Alltagspsychologie von der Wirklichkeit entkoppelt. Und dann geht es los. Etwa, dass vor ein paar Wochen 250 Professoren der Ökonomie in großer Sorge zum Protest gegen die Euro Politik der Bundesregierung aufgerufen hätten – auch wir fanden den Appell verspätet und deplatziert (vgl. <a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/sinnloses-anschreiben/">Sinnloses Anschreiben</a>). Irgendwann wendet sich der Essay natürlich auch der Psychologie zu. Ja, die Wirtschaftswissenschaftler zauderten immer noch, von der klassischen Lehre abzurücken, und versuchten weiterhin, Märkte naturgesetzlich zu erklären. Aber Menschen seien eben in ihrem Verhalten nicht vernunftgesteuert und berechenbar, und weil sie auf diesen schlichten Umstand – der Autor spricht hier fast schnippisch von „Erkenntnis“ – hinwiesen, würden Wissenschaftler wie Robert Shiller, George Akerlof oder Daniel Kahneman als die großen Erneuerer  der Zunft gefeiert. Woran Schnaas die Frage anschließt, für welche bahnbrechende Leistung denn Akerlof und Kahneman den Nobelpreis verliehen bekommen hätten. Bereits für die These, dass Menschen keine Rationalitätsroboter, dafür aber  Reizreaktionsmaschinen seien?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>90 Prozent Psychologie an den Märkten</strong></p>
<p>Tatsächlich wurde Daniel Kahneman im Jahr 2002 als erstem Psychologen (und nicht als Volkswirtschaftler!) der Nobelpreis für Ökonomie verliehen, aber solche Details interessieren Dieter Schnaas in seinem Furor nicht. Vielmehr beklagt er, jeder Geisteswissenschaftler würde sich fremdschämen, wenn Ökonomen erst heute zu begreifen schienen, dass Menschen bei ihren Entscheidungen möglicherweise kognitive Verzerrungen unterliefen. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, er finde, Daniel Kahneman habe den Nobelpreis nicht verdient. Denn mit der Entdeckung der eingeschränkten Rationalität hätten sich doch schon ganz andere beschäftigt. Da fehlte eigentlich nur noch der Hinweis, dass die Kursbewegungen an den Finanzmärkten grundsätzlich nicht rational erklärt werden könnten und dass 90 Prozent dessen, was dort geschieht, aus Psychologie bestehe, oder besser gesagt, aus den einander abwechselnden Zuständen von Angst, Hoffnung, Gier und Verzweiflung, die allesamt nicht quantifizierbar seien.</p>
<p>Doch fällt der Autor mit dieser Darstellung weit hinter dem zurück, was sich mittlerweile unter der Bezeichnung Behavioral Economics als Versuch einer Synthese der Einzelwissenschaften Ökonomie und Psychologie etabliert hat. So konnte in zahlreichen wissenschaftlichen Studien, vor allem dank der Pionierarbeit Daniel Kahnemans, eindeutig gezeigt werden, dass die Menschen in ihrem Denken, Handeln und in ihren Urteilen tatsächlich kognitiven Verzerrungen unterliegen, und das oftmals so zuverlässig und regelmäßig, dass sich diese Abweichungen von der rationalen Norm systematisch erfassen und damit sogar vorhersagen lassen. Auf Basis der Behavioral Economics lassen sich also Prognosen stellen, wie sich Menschen in der Zukunft entscheiden oder verhalten werden. Ferner gelang mit der Prospect Theorie in zahlreichen Experimenten der Nachweis, dass die Menschen Gewinne und Verluste nicht nur unterschiedlich bewerteten, sondern ihre Beurteilung überdies stark von einem jeweils vorgegebenen Referenzpunkt abhängig war. Dasselbe Phänomen kennen wir aus den Finanzmärkten. Dort ist es der Einstandspreis eines Engagements, der meist darüber bestimmt, ob wir uns als Gewinner oder Verlierer sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Psychologen werden nicht durchgelassen</strong></p>
<p>Auf diese Zusammenhänge haben uns erst die Behavioral Economics aufmerksam gemacht. Deshalb frage ich mich genauso wie der bekannte <a href="http://www.blicklog.com/2012/08/20/kritik-der-wirtschaftswissenschaft-schnappatmung-fr-konomen/" target="_blank">Wirtschaftsblogger Dirk Elsner</a>, warum es diese neue wissenschaftliche Disziplin bis heute nicht geschafft hat, von Analysten und Ökonomen, aber auch von Unternehmenslenkern und politischen Entscheidern als allgemeingültiger Standard akzeptiert und auch im Tagesgeschäft der Finanzmärkte berücksichtigt zu werden. Liegt es daran, dass die Türsteher der Standardökonomie, wie es Dirk Elsner sinngemäß ausgedrückt hat, die Psychologen nicht vorbeilassen wollen? Oft werde ich von Anhängern der Standardökonomie gefragt, welche Gewinne man denn eigentlich mit den Erkenntnissen der Behavioral Economics machen könne. Eine Frage, die seltsamerweise den Volkswirten so gut wie nie gestellt wird. Gerne wird auch der Einwand vorgebracht, die Behavioral Economics hätten im Gegensatz zur Standardökonomie kein Modell vorzuweisen. Wo doch gerade die Modelle der Standardökonomen in der Praxis und ganz besonders bei der Finanzkrise versagt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Euro-Krise wird laufengelassen</strong></p>
<p>Vielleicht muss man die Antwort auf diese Frage ganz woanders suchen. Auf die Erkenntnisse der Behavioral Economics zu vertrauen hieße nämlich, sich mit dem eigenen Verhalten auseinander zu setzen und sich zu mehr Selbstdisziplin zu erziehen, verbunden mit der unangenehmen Konsequenz, die Verantwortung für das eigene Versagen nicht mehr auf andere, etwa auf die Fehlanalysen der Standardökonomen, abschieben zu können. Da ist es doch psychologisch viel einfacher, sich mit „objektiven“ Daten zu befassen und lediglich zu beurteilen, ob sie nun besser oder schlechter als erwartet ausgefallen sind.</p>
<p>Braucht man sich da noch zu wundern, warum auch Deutschland immer tiefer in den Sog der Euro- Krise hineingerissen wird? Warum Politiker – entgegen aller Beteuerungen – weiterhin Geld in ein Fass ohne Boden werfen? Sie haben einfach bis heute nicht begriffen, dass auch sie nicht frei und unvoreingenommen auf Basis nüchterner Daten und Fakten handeln, sondern stattdessen als Gefangene ihrer früheren Entscheidungen viel zu lange an etwas festhalten, dessen Scheitern schon längst hätte eingestanden werden müssen. Wie ein Verlust an der Börse, den man immer weiter laufen lässt, statt ihn sich einzugestehen und endlich zu realisieren.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1] http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/essay-oekonomen-verstehen-nichts-von-wirtschaft/6957084.html</a></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/verstehen-okonomen-nichts-von-wirtschaft/">Verstehen Ökonomen nichts von Wirtschaft?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Fluch und Segen des Commitments</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 09:29:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am morgigen Donnerstag wird die EZB – wenn es nach einigen Analysten geht –  eine schwierige Entscheidung zu treffen haben. Denn im Grunde müsste sie ihre Politik überdenken, möglicherweise Zinserhöhungen in Frage stellen, die nie hätten stattfinden dürfen – der Nobelpreisträger Joseph Stieglitz forderte kürzlich sogar deren Rücknahme. Ich störe mich vor allem an der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fluch-und-segen-des-commitments/">Fluch und Segen des Commitments</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am morgigen Donnerstag wird die EZB – wenn es nach einigen Analysten geht –<strong> </strong> eine schwierige Entscheidung zu treffen haben. Denn im Grunde müsste sie ihre Politik überdenken, möglicherweise Zinserhöhungen in Frage stellen, die nie hätten stattfinden dürfen – der Nobelpreisträger Joseph Stieglitz forderte kürzlich sogar deren Rücknahme. <span id="more-2431"></span>Ich störe mich vor allem an der zweiten Erhöhung dieses Jahres um ein Viertelprozent vom 7. Juli. Weil sich Jean-Claude Trichet mit seiner Formulierung der „starken Wachsamkeit&#8220; in der Sitzung zuvor bereits festgelegt hatte – obgleich der EZB-Präsident doch betont hatte: „We never pre-commit!“. Wir selbst hatten uns allerdings schon bei der ersten Zinserhöhung <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/post-von-goldberg-%e2%80%93-lieber-herr-trichet" target="_blank">im April </a>gefragt, was denn eigentlich noch passieren müsse, damit die EZB den ebenfalls durch ein „strongly vigilant“ gerade eingeleiteten Politikwechsel und die geplante Serie von Zinserhöhungen zumindest aufschieben würde.</p>
<p>So ist ein Commitment, eine Bindung an eine aus heutiger Sicht allemal zweifelhafte Entscheidung entstanden, wodurch eine schnelle Abkehr von weiteren Zinserhöhungen oder sogar eine rasche Zinssenkung momentan als äußerst unwahrscheinlich gelten müssen. Denn ein echter Kurswechsel käme dem Eingeständnis gleich, dass vor allem die Zinserhöhung vom Juli keine gute Entscheidung gewesen war<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>. Nicht weil uns die ökonomische Realität mittlerweile eines Besseren belehrt hat, nicht weil die Inflationsgefahren oder die Wachstumschancen deutlich gesunken sind. Sondern weil es damals den Anschein hatte, als ob – komme, was wolle – auf das<a href="http://www.blognition.de/markte/handler-sei-wachsam#more-1020" target="_blank"> Codewort&#8220; strongly vigilant</a>&#8220; in der nächsten EZB-Sitzung Taten (ein Zinsschritt) zu folgen hätten. Das ist nichts anderes als selektives Entscheiden.</p>
<p>Damit steht aber aus psychologischer Sicht auch so gut wie fest, dass die EZB bestenfalls eine Pause im derzeitigen Zinszyklus einlegen kann. Allein schon, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sie ändere ihren mittelfristigen Inflationsausblick wie ein Fähnchen im Wind oder habe sich womöglich dem Druck der Aktienmärkte gebeugt. Denn in der schwierigen Lage, in der sich die Eurozone momentan befindet, träte mit einer Zinssenkung auch noch ein Gesichtsverlust ein, während ein Viertelprozent für die Praxis allenfalls symbolische Bedeutung besäße. So gesehen kann ein Commitment manchmal auch ein Segen sein.</p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a> <em>Es sei denn, die EZB hätte sich mit den beiden diesjährigen Zinserhöhungen bewusst Munition beschafft, um im äußersten Krisenfall mit einer schnellen Zinssenkung flexibel reagieren zu können</em>.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/fluch-und-segen-des-commitments/">Fluch und Segen des Commitments</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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